***Secret, Shadow, Snow und Silence***

Gut. Dass er vor ANGST weint, versteh ich nun noch nicht so recht, aber das mag sich ja noch ergeben. Ansonsten wie immer hübsch und gefällig geschrieben.
 
Zwar nur ein kurzer Teil, aber mir hat er trotzdem gefallen. Du hast sehr vile Rätsel reingebracht und ich bin deshalb schon echt gespannt auf die nächsten Teile!!! :biggthump
 
na endlich kann ich mal wieder posten, wenn das forum ständig nicht geht...^^

ein kleiner teil...

die einleitung ist nun zuende, es geht richtig los...

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---Des Niederganges erster Teil---

Am nächsten Tage wachte ich erst ziemlich spät gen Mittag auf; die Sonne stand bereits hoch am Himmel, ein wenig Wind war aufgekommen. Zwar war es warm, doch längst nicht mehr so unangenehm schwül und die Sinne betäubend wie noch am Abend. All die Geschehnisse der letzten Nacht und auch viele des ihr vorangegangenen Tages erschienen mir nur mehr wie ein ganz besonders wunderlicher Traum. Doch war das ein Traum, der mir einfach nicht aus dem Kopf gehen wollte!
Ablenkung gedachte ich bei meinem guten Freund Maximilian zu suchen, welchem ich nun endlich einen Besuch abstatten wollte. Ich lernte Max ein paar Jahre zuvor während meines Kunststudiums kennen: Zwar studierte er stattdessen, wie sie sich wohl schon denken können, Theologie, als es jedoch einmal zu einem ganz zufälligen Gespräch zwischen uns kam, sagte er mir, dass auch er liebend gern male. Bald zeigte er mir einige erstaunlich gute Bilder, genau genommen waren diese sogar deutlich besser als es die meinigen zu jener Zeit waren. Wir wurden schnell zu guten Freunden und blieben auch dann noch in Kontakt, als er das Studium bereits beendet hatte. Im Frühjahr schrieb er mir nun, dass er mittlerweile in einer kleinen Stadt namens Kühnhaide Pfarrer sei, und fragte mich ob ich ihn denn bei Gelegenheit einmal besuchen wolle. Zwar hatte ich mein Studium zu dieser Zeit bereits beendet, diverse andere Verpflichtungen sollten es mir aber nicht möglich machen der Einladung noch vor dem Sommer nachzukommen.
Gleich nachdem ich im Gaushause zu Mittag gegessen hatte, folgte ich dem Weg, welchem mir Silence am Abend zuvor geschildert. Es war wirklich nicht weit, noch dazu sehr einfach zu finden, sodass wohl kaum mehr als fünf Minuten vergingen, bis ich Maximilian Lindners Haus erreichte. Es war allem Anschein nach schon etwas älter, verhältnismäßig groß allerdings und umgeben von einem ein klein wenig verwilderten Gärtchen. Außen war das Gebäude mit rot gestrichenem Holz verkleidet, das Dach war schwarz.
 
Schöner Rückblick auf die Bekanntschaft zwischen dem Erzähler und Max... Auch sonst eine nette Beschreibung... Bin schon gespannt, was jetzt passieren wird.
 
hier erst einmal noch der rest des teiles, eigentlich sollte das ein neuer, langer absatz werden, aber nu gehörts einfach och mit zum vorherigen teil ran. morgen gibts dann den neuen, großen teil...

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Ich betätigte kurz den Klingelknopf und schon einen Moment später konnte ich Maximilian durch die Glasscheibe der Haustür hindurch auf dieselbige zukommen sehen. Max war sowohl von recht durchschnittlicher Größe als auch Statur. Sein kurzgeschnittenes, volles Haar wies, obwohl er gerade einmal dreißig Jahre alt, schon viele graue Strähnchen auf. Ansonsten war sein Gesicht fein säuberlich rasiert, die Nase und die Lippen schmal, und er hatte sehr schöne blau-grüne Augen.
“Christopher!”, rief er erfreut als er die Tür geöffnet und umarmte mich freundschaftlich. “Willkommen!”
“Guten Tag!”, antwortete ich. “Wie geht es dir?”
“Alles nach seiner Zeit!”, sagte er lachend. “Nun komm doch bitte erst einmal herein!” Und ich folgte seiner Aufforderung.
 
Ähm - der Teil war nun wirklich total mini ;). Allerdings wie immer gut geschrieben. Nun wissen wir also wie Max aussieht...
 
naja, doch nicht so lang der teil, weil ich ihn nochmal zweigeteilt habe...

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Im nachfolgenden Teil meines Berichtes möchte ich sie nur ungern mit belanglosen Kleinigkeiten langweilen, weshalb ich mich äußerst kurz fassen werde: Nachdem wir über die üblichen, für uns zwar interessanten, für den Leser aber sicherlich vollkommen irrelevanten Dinge geredet hatten - Dinge über die man eben so zu sprechen pflegt, wenn man sich lang nicht gesehen - sagte mir Maximilian, dass ich nun doch bei ihm im Haus übernachten könne. Dies war nämlich bis zum Antritt meiner Reise fraglich geblieben, da er notgedrungen seine Schwester (sie lebte in einem der Nachbarorte) für einige Zeit bei sich aufnehmen musste, kam es doch in dem Hause der Ärmsten zu einem verheerenden Brand. Mittlerweile seien jedoch alle Dinge wieder mehr oder weniger zum Besten bestellt und sie konnte schneller als erwartet wieder dort einziehen.
Ich wiederum holte noch am Nachmittag mein Gepäck vom Gasthaus ab und brachte es in das Zimmer, welches Maximilian für mich vorgesehen - ein sehr schöner, wunderbar heller Raum an der Südostseite des Gebäudes. Hier hätte ich es wohl, ohne jedes Anzeichen von Verdruss, so lang aushalten können, wie mein Aufenthalt ursprünglich geplant war (doch sollte sehr bald schon alles ganz anders kommen).
Am Abend ergab sich endlich die Gelegenheit, eine etwas längere Zeit mit Maximilian über Sir A.T. Spencer zu sprechen. Max erzählte mir, dass er sich mit ihm überaus gut verstand, ihn sogar regelmäßig einmal in der Woche persönlich besuche. Er sagte mir auch, und das war es natürlich, was mich ganz klar am meisten interessierte, dass Sir Spencer vier Töchter habe: Die älteste von ihnen, mit Namen Secret, zähle sechszehn Lebensjahre, Shadow fünfzehn, Snow vierzehn und zu guter Letzt, ich kannte sie ja bereits, Silence - dreizehn Jahre jung. Im Übrigen habe Maximilian Fräulein Silence selbst erst ein einziges Mal gesehen, genauer am letzten Sonntag nach dem Gottesdienst. Laut Spencer hätte sie sich nämlich lange Zeit bei einer Bekannten am Meer aufgehalten, wo sie sich von einer langwierigen und schweren Krankheit erholen sollte.
 
Interessant ;) - die titelgebenden Personen sind also Mädchen, Spencers Töchter... Und verdammt jung *g*. Und Silence war also krank - angemerkt hat man ihr das aber nicht ;)...
 
thx...^^
und weiter...


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Und irgendeine Krankheit war dem Mädchen - Gott sei Dank - zumindest äußerlich nicht im geringsten anzusehen. Ach, wie gern wollte ich sie doch noch ein weiteres Mal erblicken! Für ihre Schwester, dem Alter nach wahrscheinlich Secret, oder allenfalls noch Shadow, galt ganz genau dasselbe. Leider, und das war für mich besonders traurig, hatte ich ihr Bild schon nach nicht mal einem Tage kaum mehr vor meinen Augen. Dafür, dass es in dem Moment als ich sie gesehen, niemanden Schöneres auf der Welt für mich gegeben, war das doch äußerst ungewöhnlich. Kaum mehr als ein langsam verblassender Traum waren die Mädchen zu diesem Zeitpunkt noch für mich.
Und Gleiches galt auch für das Fräulein, welches mir in der Nacht begegnet war. So unterstützte es nur noch den Verdacht, dass auch sie eine von Spencers Töchtern sein könnte - genauso schön wie die beiden anderen war sie, daran bestand kein Zweifel. Auch sann ich darüber nach, hinter welchem Namen sie sich wohl verbarg, höchstwahrscheinlich Snow oder Shadow - ja, Shadow würde wirklich wunderbar zu ihr passen.
Aber wie bloß sollte ich eine erneute Begegnung herbeiführen? Ich wollte nur ungern irgendetwas dem Zufall zu überlassen. - Doch die Antwort auf diese Frage hatte mir Maximilian glücklicherweise bereits selbst gegeben: Wie erwähnt, besuche er Sir Spencer jede Woche, da sollte es doch für mich als guten Freund möglich sein, einmal mit ihm mitzugehen.
So trug ich Max mein Anliegen bereits am darauffolgenden Morgen, währenddessen wir gerade beim Frühstück saßen, vor: “Was denkst du, ob es wohl irgendwie möglich wäre Sir Spencer einmal zu begegnen?” (Nur um es noch ein Mal deutlich zu machen, von meinen Treffen mit dessen Töchtern hatte ich Maximilian noch kein Sterbenswörtchen erzählt.)
“Sicher!”, erklang seine klare Antwort. “Er ist oft in der Stadt anzutreffen, dabei fast immer auch zu einem Gespräch bereit - etwas, was ich sehr an ihm schätze.” - Ich nickte.
“Aber womöglich gibt es sogar eine noch viel bessere Gelegenheit für dich”, fuhr Max fort, “Wie wäre es, wenn du einfach morgen, denn dann besuche ich Abraham erneut, mit mir mitkämest?”
“Glaubst du, das wäre denkbar?”
“Für dich als guten Bekannten, noch dazu ein wunderbarer Maler - Abraham liebt die Malerei, sollte das kein Problem sein. Komm nur mit, abweisen wird er dich auf keinen Fall!”
Ich sagte Max selbstverständlich ohne jedes Zögern zu.
Den ganzen Rest des Tages verbrachte ich in freudiger Erwartung auf das Bevorstehende. Am späten Nachmittag zeigte mir Maximilian seine Bilder, und ich ihm ebenfalls die meinigen, obgleich ich nur eine Handvoll mitgebracht hatte. Ansonsten aber blieben besondere Ereignisse jeglicher Art an diesem Tage aus.
 
Stilistisch wieder sehr schön und auch inhaltlich interessant. Mir ist lediglich aufgefallen, dass du das Plusquamperfekt - fälschlicherweise - nicht benutzt hast.
 
Ja, jetzt wird es interessant ;) - jetzt gibts dann wohl endlich mehr Info über die Mädchen. Außerdem wieder schön geschrieben...
 
danke für die commies... und weiter^^ (hat bisschen gedauert, dafür aber auch etwas mehr)

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Bereits kurz nach neun Uhr am Morgen des nächsten Tages machte sich Maximilian, selbstverständlich in meiner Begleitung auf den Weg zu Sir Spencers Haus. Erneut vergingen der Minuten nicht viele, bis wir auch schon die Straße an der sich das Anwesen befand erreicht hatten und kurz darauf sah ich die große Hecke, von welcher das gesamte Grundstück umschlossen war. Spätestens als wir am Eingangstor angekommen, wurde mir erst richtig bewusst von welch beeindruckendem Ausmaß und noch beeindruckenderer Pracht das Grundstück wirklich war und ich besah es mit großem Erstaunen, zumindest soweit, wie es von meinem Standort aus möglich gewesen. (Später werde ich es genauer beschreiben.)
Maximilian hatte unterdessen geläutet und ich wartete voller Spannung auf den, der wohl kommen möge. Würde Max gar von Sir Spencer selbst begrüßt werden? Oder viel eher von irgendeinem seine Bediensteten (welche ich in einem solch großem Hause einfach auch in vergleichbar großer Anzahl erwartete)? Oder sogar von einer seiner liebreizenden Töchter? Nichts hätte mich mehr erfreut als das, mehr sogar als die Begegnung mit einer Persönlichkeit wir A.T. Spencer selbst.
Und tatsächlich. Zwar konnte ich es eigentlich noch gar nicht erkennen, war mir aber dennoch schon vollkommen sicher, dass das Mädchen welches gerade aus dem Haus gekommen war, jenes Mädchen ist, welches ich schon zu aller erst getroffen als ich in die Stadt kam. Je weiter sie dem langen, schnurgeraden Weg vom Hause bis zum Tore wo wir standen entlang geschritten und näher zu mir heran gekommen, desto mehr offenbarte sich mir von ihrer unfassbaren Schönheit. Ein ganz und gar bildhübsches Lächeln strahlte auf ihrem von zarten Sommersprossen übersäten Antlitz und ihre rätselhaften Augen schienen durch mich hindurch zu sehen, beinahe wie durch Luft. Ihr süßes Näschen zuckte hin und wieder ein klein wenig, die warme Sommerluft mitsamt ihren zahlreichen, wohligen Gerüchen in sich aufnehmend; das lange, goldene Haar war zu einem Zopf gebunden. Jenes Kleid welches sie trug war äußerst einfach und schlicht, schmälerte ihre Schönheit jedoch in keiner Weise - nein, es brachte sie sogar mehr noch zum Ausdruck.
Benutzt man gewöhnlich das Wort ‘atemberaubend’, dann sicherlich nicht im wortwörtlichen Sinne, - in meinem Falle jedoch schon. Es fiel mir in der Tat äußerst schwer zu atmen und schon wieder war ich wie in einem Traum, da alles was außer dem Mädchen sonst noch um mich war, ganz in den Hintergrund getreten und ich bald darauf nur noch sie allein wahrnahm.
Als sie auf etwa zwanzig Meter zu uns herangekommen, flüsterte Max mir ins Ohr: “Das ist Fräulein Secret...” Fast überhörte ich es, so sehr war ich gebannt.
Bald darauf stand sie hinter dem Tor und währenddessen sie es öffnete, sagte sie zu Maximilian: “Guten Morgen Herr Lindner!”
“Guten Morgen Secret!”, antwortete er. “Sag, es stört doch nicht, dass ich einen guten Freund mit mir gebracht habe?”
“Guten Morgen!”, sagte ich freundlich.
“Nein ganz sicher nicht!”, gab sie Max lächelnd zur Antwort und sah zu mir herüber. An ihrem Blicke und dem leichten Erröten der Wangen sah ich ganz genau, dass sie mich wiedererkannte. “Guten Morgen Herr...”, begann sie.
“Christopher Mann. Sehr erfreut!”, stellte ich mich vor und reichte Secret meine Hand - sie strecke mir die ihre entgegen und genau in dem Moment der Berührung schien etwas durch meinen Kopf zu schießen, was mich fast mit einem Mal in Ohnmacht fallen lies. Doch fehlte dazu noch ein wenig und ganz schnell war’s mir wieder so, als sei nie etwas gewesen. Nur ein Gefühl von großem Glück und ebensolcher Freude hatte ich auch weiterhin. Und auf meiner Hand spürte ich noch die seltsame Kälte der ihren.
“Die Freude ist ganz auf meiner Seite! - Secret Spencer ist mein Name”, sagte sie, sie hatte nichts gemerkt.
 
Zumindest bei einer ist jetzt also klar, welche sie ist... ;) Der Teil war schön geschrieben, ab und zu ein paar Fehlerchen, die aber nicht weiter schlimm waren. *g* Die Beschreibung von Secret war wirklich hervorragend gelungen - man konnte sie sich gut vorstellen und auch das am Schluss war gut rübergebracht...
 
Hallo! Da bin ich wieder! Ich hab alle verpassten Teile nachgelesen und ich fand sie echt super! Besonders der letzte Teil! Du hast Secret echt spitze beschrieben! ich bin echt gespannt auf den nächsten Teil!
 
Gut. Ein paar Fehler sind mir auch aufgefallen (Zeichensetzungs- und Tippfehler), aber inhaltlich war der Teil wieder mal gut, besonders (wie schon allzu oft erwähnt) die Beschreibung von Secret. Außerdem bringst du die Atmosphäre sehr schön rüber.
 
Ich muss ja sagen, ich bin doch schon ein recht Anspruchsvoller Leser, aber diese Geschichte erfüllt alle meine Erwartungen und über hin und wieder auftauchende Fehler kann man sehr leicht hinweg sehen.
Ich habe diese Geschichte gerade erst gesehen und bis zum jetzigen Zeitpunkt gut und flüssig durchlesen können und gerade die gehobene Sprache vergangener Tage finde ich schön und mehr als passend. Kaum zu glauben, dass man sich doch im mittleren einundzwanzigsten Jahrhundert befindet. Ich bin gespannt auf das auftauchen von Snow, wie du im Sommer doch ihren (vom Namen gegeben) kalten Charakter (geh ich mal von aus ^^) integrieren möchtest und tun wirst. Oder nimmt er sich dort eine Wohnung und verweilt etliche Jahre dort?
Wie dem auch sei, ich find es bisher wundervoll und das will was heißen *g*

Ich hoffe bald mehr lesen zu dürfen :)
 
WOW!!!
Ich muss sagen, ich habe schon einiges gelesen... aber das hat mich umgehaut... oder besser gesagt, deine Art zu schreiben ist einfach umwerfend... und die Geschichte ist einfach so mitreißend und total spannend... ich bin hellauf begeistert... ich kann es zwar immer noch nicht fassen, dass es in der Zukunft spielt (ich könnte drauf schwören, das es im 19. Jahrhundert spielt), aber dass macht nichts... ich habe da auch schon so meinen Verdacht warum ;)
Ich finde die Beschreibung der Spencer-Töcher einfach toll und wie offensichtlich ihre Namen mit ihrem Wesen zusammenhängen finde ich super...
Und dass alles, wo ich normalerweiße nur Yugioh-FFs lese... was wiederrum heißt, dass eine FF schon doppelt gut sein muss, wenn ich sie trotzdem lese...
Kurz: Weiter... ;)
 
@shanxara: danke^^
@faris: auch danke^^
@stlynx: nochmals danke^^
@lysander: danke^^ und lesen kannst du gleich mehr...
und zum auftritt von snow: ich kann schon soviel sagen, der wird atemberaubend! (hoffe ich zumindest) für mich ganz klar eine der schönsten szenen in der ganzen geschichte
@chinda-chan: noch ein weiteres mal danke^^ und natürlich gehts weiter

@all: hat leider mal wieder ewig gedauert, seit dem letzten teil... hab die szene bestimmt zehn mal begonnen, ist halt auch ne wichtige szene in der spencers anwesen richtig rüberkommen muss. der nächste teil kommt aber nun garantiert schneller^^ ist schon so gut wie fertig

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“Kommen sie doch bitte herein!”, sagte das Mädchen, und nur zu gern leistete ich ihrer Aufforderung Folge.
Das Grundstück, welches wir nun betraten, war ganz einfach märchenhaft! Nie zuvor und auch kein zweites Mal hatte ich je einen solch schönen Garten gesehen. Ja, ein wahrer Zaubergarten war es - einer dem sogar das gelang, was ich einen Moment zuvor noch für unmöglich gehalten hätte; nämlich meine Gedanken für eine kurze Zeit von dem Mädchen wegzulösen und stattdessen auf sich selbst zu lenken.
Ihn zu beschreiben ist äußerst schwer. Nicht nur weil seine Schönheit beinahe schon vergleichbar war mit der von Spencers Töchtern, sondern auch weil mich der Aufenthalt in demselbigen jegliches Gefühl für Raum und Zeit vergessen ließ! Sekunden, Stunden, Tage, Wochen - alles schien sich nach seinem Belieben zu verändern. Es gab einzelne Minuten, die da waren wie eine halbe Ewigkeit - und Monate sollten vergangen sein, bevor ich sie überhaupt kommen sah.
In ähnlich sonderbarer Weise erschienen mir auch die Ausmaße des ganzen Grundstücks. Zwar kann ich ihnen jeweils gut beschreiben, wie ich es ganz persönlich wahrnahm, mit Schätzungen in Metern oder dergleichen möchte ich mich dann aber doch sehr zurückhalten.
Schon der Weg zum Hause hin war eine wahre Extravaganz, zu beiden Seiten gesäumt von jener Art des Roten Fächerahorns, deren Blätter ihre besondere Färbung auch den Sommer über beibehalten. Und die Lücken dazwischen waren mit den Sträuchern vieler verschiedener Beerenarten dicht gefüllt. Von diesem Weg aus war es somit also fast vollkommen unmöglich, einen Blick auf den Rest des Gartens zu werfen. Dies sollte ich erst dann können, als der Hauptweg von einem zweiten gekreuzt wurde. Das Fräulein Spencer blieb stehen und schaute, wie gewohnt mit einem völlig unwiderstehlichen Lächeln auf den Lippen, zu mir und Maximilian herum.
“Mein Vater ist am Garten”, sagte sie und geleitete uns an der Abzweigung nach links.
Der Bereich des Geländes den ich nun erblickte, war, wie soll ich sagen, vielleicht etwas ungepflegter, nicht minder schön allerdings. Überhaupt war es das “Hässliche”, gelegentlich Verwahrloste, welches den Garten erst zu dem machte, was er war. Da gab es nicht nur gut gepflegte und gewachsene, blätterreiche und gesunde Bäume - nein, auch welche die alt, verdorrt oder knochig waren.
Das war es dann auch, was ihn von Spencers Töchtern unterschied - denn diese waren durch und durch völlig perfekt.

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Hört sich nach einem wirklich schönen Garten an... naja, es wird sicher auch interissant, wie wohl dieser Spancer jetzt ist...

Weiter ^^
 
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