danke für die commies... und weiter^^ (hat bisschen gedauert, dafür aber auch etwas mehr)
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Bereits kurz nach neun Uhr am Morgen des nächsten Tages machte sich Maximilian, selbstverständlich in meiner Begleitung auf den Weg zu Sir Spencers Haus. Erneut vergingen der Minuten nicht viele, bis wir auch schon die Straße an der sich das Anwesen befand erreicht hatten und kurz darauf sah ich die große Hecke, von welcher das gesamte Grundstück umschlossen war. Spätestens als wir am Eingangstor angekommen, wurde mir erst richtig bewusst von welch beeindruckendem Ausmaß und noch beeindruckenderer Pracht das Grundstück wirklich war und ich besah es mit großem Erstaunen, zumindest soweit, wie es von meinem Standort aus möglich gewesen. (Später werde ich es genauer beschreiben.)
Maximilian hatte unterdessen geläutet und ich wartete voller Spannung auf den, der wohl kommen möge. Würde Max gar von Sir Spencer selbst begrüßt werden? Oder viel eher von irgendeinem seine Bediensteten (welche ich in einem solch großem Hause einfach auch in vergleichbar großer Anzahl erwartete)? Oder sogar von einer seiner liebreizenden Töchter? Nichts hätte mich mehr erfreut als das, mehr sogar als die Begegnung mit einer Persönlichkeit wir A.T. Spencer selbst.
Und tatsächlich. Zwar konnte ich es eigentlich noch gar nicht erkennen, war mir aber dennoch schon vollkommen sicher, dass das Mädchen welches gerade aus dem Haus gekommen war, jenes Mädchen ist, welches ich schon zu aller erst getroffen als ich in die Stadt kam. Je weiter sie dem langen, schnurgeraden Weg vom Hause bis zum Tore wo wir standen entlang geschritten und näher zu mir heran gekommen, desto mehr offenbarte sich mir von ihrer unfassbaren Schönheit. Ein ganz und gar bildhübsches Lächeln strahlte auf ihrem von zarten Sommersprossen übersäten Antlitz und ihre rätselhaften Augen schienen durch mich hindurch zu sehen, beinahe wie durch Luft. Ihr süßes Näschen zuckte hin und wieder ein klein wenig, die warme Sommerluft mitsamt ihren zahlreichen, wohligen Gerüchen in sich aufnehmend; das lange, goldene Haar war zu einem Zopf gebunden. Jenes Kleid welches sie trug war äußerst einfach und schlicht, schmälerte ihre Schönheit jedoch in keiner Weise - nein, es brachte sie sogar mehr noch zum Ausdruck.
Benutzt man gewöhnlich das Wort ‘atemberaubend’, dann sicherlich nicht im wortwörtlichen Sinne, - in meinem Falle jedoch schon. Es fiel mir in der Tat äußerst schwer zu atmen und schon wieder war ich wie in einem Traum, da alles was außer dem Mädchen sonst noch um mich war, ganz in den Hintergrund getreten und ich bald darauf nur noch sie allein wahrnahm.
Als sie auf etwa zwanzig Meter zu uns herangekommen, flüsterte Max mir ins Ohr: “Das ist Fräulein Secret...” Fast überhörte ich es, so sehr war ich gebannt.
Bald darauf stand sie hinter dem Tor und währenddessen sie es öffnete, sagte sie zu Maximilian: “Guten Morgen Herr Lindner!”
“Guten Morgen Secret!”, antwortete er. “Sag, es stört doch nicht, dass ich einen guten Freund mit mir gebracht habe?”
“Guten Morgen!”, sagte ich freundlich.
“Nein ganz sicher nicht!”, gab sie Max lächelnd zur Antwort und sah zu mir herüber. An ihrem Blicke und dem leichten Erröten der Wangen sah ich ganz genau, dass sie mich wiedererkannte. “Guten Morgen Herr...”, begann sie.
“Christopher Mann. Sehr erfreut!”, stellte ich mich vor und reichte Secret meine Hand - sie strecke mir die ihre entgegen und genau in dem Moment der Berührung schien etwas durch meinen Kopf zu schießen, was mich fast mit einem Mal in Ohnmacht fallen lies. Doch fehlte dazu noch ein wenig und ganz schnell war’s mir wieder so, als sei nie etwas gewesen. Nur ein Gefühl von großem Glück und ebensolcher Freude hatte ich auch weiterhin. Und auf meiner Hand spürte ich noch die seltsame Kälte der ihren.
“Die Freude ist ganz auf meiner Seite! - Secret Spencer ist mein Name”, sagte sie, sie hatte nichts gemerkt.