***Secret, Shadow, Snow und Silence***

Gut. Diesmal ist wieder sehr wenig passiert, die Beschreibungen waren dafür ganz gut. Es wirkt allerdings auf mich auf die Dauer schon etwas ermüdend, wenn wirklich alles und jeder als märchenhaft schön dargestellt wird :rolleyes:
 
Sehr schön - aber dafür, dass der Garten so wahnsinnig atemberaubend sein soll, hat man davon eigentlich recht wenig "gesehen". Ich konnte es mir nicht wirklich besonders gut vorstellen...
 
thx für all die commies^^

und weiter mit dem ersten stück des neuen teiles...

---------------------------------------------------------------

Wir verließen nun den Weg und gingen über den Rasen in Richtung eines kleinen Gebäudes, welches sich im Schatten von vier oder fünf alten Kastanienbäumen befand. Erst glaubte ich, es sei nur eine Art Schuppen, bei genauerem Hinsehen wurde mir dann aber sehr schnell klar, dass es sich um einen kleinen Pferdestall handeln musste - mit Platz für höchstens drei Tiere allerdings, mehr nicht. Er schien sehr alt, das Holz dunkel und verwittert, an einigen Stellen hatte es Ausbesserungen sichtlich nötig.
“Hat Spencer Pferde?”, fragte ich Max.
Er schüttelte den Kopf. “Nein, ich glaube nicht...”
Ich nickte bedächtig, dann fiel mein Blick ganz unbewusst wieder auf Secret. Diese führte uns unterdessen um den Stall herum, hin zur anderen Seite. Als ich um die Ecke bog, erblickte ich vor dem Gebäude einen Mann der gutmütig lächelnd zur Stalltür hineinschaute, währenddessen er irgendetwas sagte, was ich jedoch nicht verstehen konnte.
“Papa! Herr Lindner ist gerade gekommen!”, rief Secret laut, währenddessen sie auf ihn, nun zweifellos von mir als Sir A.T. Spencer enttarnt, zuging. Spencer war sehr groß und überragte mich wohl beinahe um zwei Kopflängen - wobei ich aber nicht außer Acht lassen möchte, dass ich selbst zweifellos sehr klein bin. Aber ich glaube, dies erwähnte ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt.
Ansonsten war Spencer von schlanker Statur und hatte breite Schultern und seine Ausstrahlung war sehr vornehm und würdevoll. Das Antlitz wirkte gleich auf den ersten Blicke überaus intelligent (und auch sehr jugendlich, für sein Alter von immerhin schon siebenunddreißig Jahren) und ließ auf einen gründlichen, zuverlässigen Menschen schließen - ganz genauso, wie ich ihn mir auch ihm Vorfeld immer vorgestellt hatte.
Gekleidet war Spencer einfach und zweckgemäß - schwarze Hosen, weißes Hemd. Sicherlich war beides von guter und teurer Qualität, für den bloßen Betrachter aber nicht sofort als solche erkennbar.
“Einen schönen guten Tag!”, sprach Maximilian.
“Guten Tag!”, sagte auch ich, noch etwas zögerlich und zurückhaltend allerdings.
Sir Spencer grüßte freundlich zurück, fast schon überschwänglich um genau zu sein. Seine Stimme war deutlich und exakt, hörte man genau hin, dann war ein nur geringfügiger, englischer Akzent vernehmbar.
Das Gesicht war schlank und wohl ungefähr schon seit zwei Tagen nicht mehr rasiert. Er trug eine Brille mit einem überaus feingliedrigen, dünnen Gestell und kleinen, kreisrunden Gläsern. Die Augen hinter diesen waren dunkel und zierlich, - mein Spiegelbild ganz klar darin zu sehen - und die Brauen äußerst schön geschwungen. Seine Nase war schmal, die Lippen vom Rest des Gesichtes farblich kaum zu unterscheiden und das Haar kurz geschnitten und schwarz-grau. Sehr markant war ein dünner Zopf, welcher an der rechten Seite seines Kopfes hinabhing.
“Ich sehe, ich habe noch einen weiteren Gast”, sagte er freundlich zu mir und schüttelte mir kräftig die Hand.
“Mann ist mein Name, Christopher Mann. Ich freue mich, sie kennen zulernen”, entgegnete ich ihm und verbeugte mich kurz.
“Sehr erfreut”, meinte er und wendete sich dann mit einem dezent fragenden Blick Maximilian zu.
“Herr Mann ist ein guter Freund von mir, der mir für den restliche Zeit des Sommers gern einen Besuch abstatten möchte. Der Grund jedoch, warum ich ihn überhaupt mitgebracht, ist folgender: Christopher ist einfach ein großartiger Maler - und da dachte ich mir, ich kann gar nicht anders, als ihn dir einmal vorzustellen!”
“Sehr gern”, stimmte Spencer ihm zu, bevor er wieder mich ansprach. “Fühlen sie sich recht herzlich willkommen”
“Danke. Es war ohnehin ein großer Wunsch, sie einmal persönlich kennen zu lernen. Ich verehre ihre Werke sehr, vor allem ihre wunderbaren Märchen”, sagte ich schmeichlerisch, schon fast auf etwas übertriebene Art und Weise, wie mir aber erst hinterher klar werden sollte.
Spencer jedoch nickte nur bescheiden. “Nun gut...”
 
Eine gute Beschreibung von Spencer, ein anschaulicher Dialog ;). Mit 37 ist Spencer allerdings auch wirklich ziemlich jung - ich hätte ihn mir etwas älter gedacht, wenn er schon so berühmt ist...
 
Der Teil war echt gut! Die Beschreibung von Spencer hast du sehr gut hingekriegt, aber ich fand auch, dass er etwas zu jung ist.
Mach supi schnell weida!
 
thx^^
und weiter...!

(was spencers alter betrifft: später wird mal noch ein detailierterer lebenslauf folgen, dann ist es bestimmt nachvollziehbar^^)

----------------------------------------------------------------------

“Vermutlich möchten sie zu aller erst einmal meine Töchter kennen lernen?”, fragte er mich daraufhin.
“Mit Vergnügen!”, sprach ich, ohne mir aber besondere Begeisterung anmerken zu lassen. - In Wirklichkeit geschah es, dass mein Herz augenblicklich zu pochen begann, in der freudigen Erwartung nun endlich auch den beiden anderen Mädchen zu begegnen. Dann würde sich auch herausstellen, ob ich mit meiner kühnen Vermutung im Recht war, mit der Vermutung, dass auch jenes Fräulein, welches mir in der einen Nacht begegnet war, eine von Spencers Töchtern sei.
Zuerst deutete er auf Secret, welche nah bei ihm stand: “Das ist die älteste von ihnen, Secret ist ihr Name.”
Ich nickte. “Ja, ich hatte bereits das Vergnügen.”
“Umso besser. Als nächstes meine Jüngste...”, begann Sir Spencer, woraufhin er ins Innere des Stalls rief: “Silence! - Komm doch bitte einmal her! Ich möchte dich gern einem Gast vorstellen.”
“Was tut sie denn im Stall?”, erkundigte sich Maximilian.
“Ach...! Ich glaube ich habe bisher ganz versäumt es dir zu sagen. Gewissermaßen als Willkommensgeschenk habe ich für Silence ein Pony gekauft.”
“Oh! Hat sie es denn schon lieb gewonnen?”
“Ach, du glaubst mir gar nicht, wie gern sie es hat!”, sagte Sir Spencer, selbst sichtlich erfreut darüber.
“Und der Name? Hat sich Silence schon einen überlegt?”
“Nein, leider bisher noch nicht... Sie möchte wohl so lange warten, bis sie einen Namen hat, den sie wirklich als ‘perfekt’ betrachtet.”
“Natürlich! Warum auch sollte man das Mädchen drängen?”, meinte Maximilian.
“Ganz richtig. - Silence! Wann kommst du endlich?”, rief Spencer dann noch ein weiteres mal.
Einen Augenblick später kam sie jedoch schon aus dem Dunkel des Stalles heraus. Wie süß und geheimnisvoll sie doch aussah - mehr noch als in meinen seltsam blassen Erinnerungen. Anfangs war ihr Blick ganz leer, doch in jenem Moment als sie mich erneut erblickte, wich diese Leere ganz einem noch seltsameren Ausdruck irgendwo zwischen großem Glück und noch viel größerer Trauer.
“Guten Morgen”, sagte sie nur und ich grüßte ebenso zurück.
“Also das ist Silence”, sagte daraufhin Sir Spencer.
“Schön dich kennen zu lernen!”, sprach ich. Ich glaubte, es sei besser, nicht zu sagen, dass ich dem Mädchen bereits einmal begegnet.
“Und dies ist Herr Mann”, fuhr Spencer alsbald fort. “Ein guter Freund Herrn Lindners und von Berufswegen Maler. Er wollte uns gern einmal einen Besuch abstatten.”
Silence nickte nur kaum merklich und stumm, deutete bereits an, wieder gehen zu wollen. Doch da wendete sich Maximilian ihr zu: “Ich hörte, du weist noch gar nicht, wie du dein Pony nennen willst?”
Silence schüttelte den Kopf.
“Ich bin sicher dir fällt schon bald etwas ein. Gefällt es dir denn mittlerweile in Kühnhaide? Oder vermisst du das Meer?”
“Nein, daran lag mir nie sehr viel”, begann sie in dem, von ihr gewohnten, ruhigen Tonfall. Doch dann wurden ihre Worte kraftvoll und laut. “Wie denn auch? Wie?!”, fragte sie.
Nicht nur ich, auch Maximilian war überrascht davon. Eine Weile lang blieb es still. Gerade schien es ganz so, als wolle Sir Spencer sie irgendwie beruhigen oder dergleichen, da fuhr sie in sanften Tonfall fort: “Aber hier mag ich es sehr. Es ist schön warm, die Sonne scheint, Vögel zwitschern und Wind rauscht durch die Bäume, der Mond geht auf - und wieder unter, das Wasser im See ist erfrischend kühl und am Himmel ziehen die Wolken vorbei, formen wunderschöne Bilder. Ich glaube, es gefällt mir hier.”
Max lächelte. “Das ist schön. Und mach dir keine Sorgen, auch ich musste mich anfangs erst an die neue Umgebung gewöhnen.”
Silence Antlitz blieb ausdruckslos, einmal nur sah sie noch kurz zu mir herüber, dann lief sie wieder weg. Kurz blieb das Mädchen aber noch stehen, währenddessen sie, ohne sich noch einmal zu uns herum zu drehen, sagte: “Jetzt weis ich, wie der Name sein soll.” Eine kurze Pause folgte. “Emptiness.”
“Emptiness... die Leere. Nun gut”, sagte Spencer. Unterdessen war Silence schon wieder im Stall verschwunden.

------------------------------------------------------
 
... ich hatte mich schon gefreut und mir gedacht, vllt lernen wir endlich Snow kennen... naja, vllt beim nächsten mal... was mich gewundert hat ist, dass Silence so ausfallend geworden ist... auf jeden fall toll, weiter ^^
 
Der Teil hat mir wieder sehr gut gefallen - Silence war sehr mysteriös... Und der Name ihres Ponys sehr passend. Leere und Stille... *g* Warum sie wohl das mehr nicht mag? Sie wirkte irgendwie sehr bitter in dem Teil - fast zu bitter für ihr junges Alter...
 
Der Teil war echt gut! Silence war wirklich heute noch geheimnisvoller als sonst und der Name für das Pony ist echt cool! :)
 
sylvio schrieb:
und zum auftritt von snow: ich kann schon soviel sagen, der wird atemberaubend! (hoffe ich zumindest) für mich ganz klar eine der schönsten szenen in der ganzen geschichte

Na, da bin ich ja mal gespannt *g*

Die Teile fand ich allesamt wieder gut, wobei die Gartenbeschreibung sehr nichtssagend war, schön kann vieles sein *g*
nunja, dafür war der jüngste um so schöner und ich hoffe doch, dass das niveau nicht sinken wird. ^^
 
Die beiden Teile waren sehr schön. Ich fand Soencer auch etwas jung, zumal er ja schon "schwarz-graues" Haar hat, aber nun gut. Silence "Ausbruch" fand ich recht gelungen, nur dass sie danach so ausschweifend die neue Heimat lobt, fand ich seltsam, immerhin ist sie doch sonst eher schweigsam (wie der Name schon sagt).
BTW: Du hast im letzten Teil die Anrede "Sie" zweimal klein geschrieben!
 
ich lass jetzt mal die erklärung, warum es so lang gedauert hat...., sondern mache lieber gleich weiter^^

------------------------------------------------------------------

“Secret, hast du Shadow irgendwo gesehen?”, fragte er anschließend.
“Nein. Ich glaube sogar, sie ist noch nicht einmal aufgewacht.”
“Sie schläft noch immer?” Spencer seufzte. “Es tut mir leid”, sagte er dann zu mir, “aber offenbar werden sie ihre Bekanntschaft jetzt doch nicht mehr machen können.”
“Das ist zwar schade”, dies der wahre Teil meiner Antwort darauf, nachfolgend der gelogene, “allerdings wirklich nicht schlimm. Machen sie sich meinetwegen bitte keine Umstände!”
Spencer nickte bejahend. “Doch auch meine vierte Tochter werde ich ihnen nicht vorstellen können”, fuhr er fort. “Sie ist nämlich momentan auf Reisen.”
“Verstehe...”, sagte ich ein wenig enttäuscht, sollte ich an jenem Morgen doch scheinbar weder Snow noch Shadow begegnen können. Die einzige Sache, welche diese Enttäuschung in wirklich großem Maße linderte, war ganz einfach die, dass ich sowohl Silence, als auch Secret erneut getroffen hatte und Letztere sogar noch bei mir war. Und zwar sollte sie das auch weiterhin bleiben, denn kurz darauf sagte Sir Spencer: “Secret?”
“Ja?”, fragte sie.
“Warum führst du den Herrn nicht ein wenig herum, währenddessen ich mich mit Maximilian unterhalte? Sicherlich interessiert er sich auch für meine Gemäldesammlung. - Oder wie denken Sie, Herr Mann?”
“Mit Vergnügen!”, antwortete ich.
“Wenn das so ist...”, begann Secret, “Kommen sie doch bitte mit!”
Sie führte mich nun durch den vom Eingang des Anwesens aus links neben dem Hauptgebäude liegenden Teil des Grundstücks und dann weiter bis hinter das Haus, wo sich das Anwesen noch bis weit in die Ferne fortsetzte, genauer erst nach einigen hundert Metern von einem Wald begrenzt wurde. Doch auch dieser, oder wohl viel eher Teile davon, schienen noch zum Grundstück zu gehören, denn irgendeine Begrenzung war nirgends zu entdecken und die schon angesprochene, hohe Hecke die sonst den Garten umzäunte verlor sich irgendwo im Wald. Ansonsten war der Bereich zwischen dem Haus und dem Wald geprägt von großen Feldern, welche abgesehen von ein paar wenigen Bauwerken, zum Beispiel einem wunderschönen Brunnen, fast vollständig leer waren. Nur wenige Bäume säumten die Landschaft, ausgenommen ein kleines Wäldchen, welches sich ungefähr in der Mitte dieses Bereiches befand und allem Anschein nach künstlich angelegt worden war.
“So treffen wir uns also wieder”, sagte ich nach einer Weile.
Secret lächelte. “Ja, damals glaubte ich noch, sie seien nur auf der Durchreise.”
“Mitnichten. Ich habe durchaus vor, noch einige Wochen lang zu bleiben.”
In Wahrheit wäre ich am liebsten nie wieder gegangen, wollte gern ewig bei dem Mädchen bleiben, welches nun erstmals so dicht neben mir lief. Selbst dann wenn die Zeit still stehen würde, dann wenn Hundert und wieder Hundert Jahre vergehen würden, würde ich ihrer Anmut und ihrer Pracht wohl nie müde werden. Immer wieder wollte ich das reizende Blinzeln ihrer Augen bewundern und eben sooft ihre Lippen, all die Worte, die sie sagte zu einem Klange formend, der lieblicher war als jeder anderer Ton, den ich auf dieser ehemals großen, doch nun in meinem Geiste auf das Mädchen reduziert zusammengeschrumpften, Welt zuvor gehört. Schon damals, als ich sie überhaupt erst wenige Minuten lang gesehen, konnte und wollte ich mir kein Leben mehr vorstellen, ohne den Anblick ihrer blassen, sommersprossigen Wangen und ohne den Momenten in denen sie einfach nur mit der feuchten Zunge über ihre Lippen strich.
Viele Menschen hatte ich mit meinen dreiundzwanzig Lebensjahren schon auf dieser Welt gesehen, doch niemand von ihnen war wie Secret. Zweimal schon glaubte ich, wirklich und über alles in jemanden verliebt zu sein, zweimal glaubte ich, dass ich für jemanden alles tun würde. Wie oft dankte ich Gott dafür, dass er mir besagtes möglich gemacht...? - Und das obwohl beide Liebschaften letztendlich unglücklich verliefen. Wie gesagt, ich hatte gedacht, ich wäre verliebt und ich würde Gefühle hegen, die nicht noch mehr zu steigern waren, - doch was waren diese längst vergangenen Gefühle verglichen mit denen, die ich nun für Secret empfand?
Nichts.
Und deshalb stand zu jenem Zeitpunkt bereits fest, dass ich auf jeden Fall noch sehr viel länger in diesem Ort zu bleiben gedachte.

-------------------------
 
Wieder ein sehr schöner Teil. Und eine tolle Beschreibung der Gefühle des Erzählers - aber eines wundert mich: Im Prolog hieß es doch "Snow, die ich liebte" und jetzt redet er davon, in Secret verliebt zu sein? Ich nehme mal an, dass sich das noch lösen wird...
 
Wow! Super Teil! Du hast das Grundstück wieder prima beschrieben und die Gefühle für Secret sind echt gut rübergekommen!!!
Schreib BALD weiter!
 
ich kann mich dem was Shan'xara sagt nur anschließen, wobei ich es wirklich schade finde, das Snow noch nicht vorgekommen ist, vor allem weil er sagt, dass er sie lieben wird... naja, aber wir werden sie ja noch kennenlernen, also WEITER!!!
 
Gut. Allerdings fällt mir doch zunehmend das kleingeschriebene "Sie" auf... solltest du das nächste Mal bitte richtig machen. Ansonsten hab ich aber nicht viel zu meckern, v.a. die (Gefühls-)Beschreibungen waren gelungen.
 
dein post kam ja gerade noch so vor meinem neuen^^ somit hab ich besagtes auch im neuesten teil noch vor dem posten korrigiert... also zumindest hoffe ich mal, dass er jetzt in dieser hinsicht fehlerlos ist

ansonsten thx@all für die commies und hier gehts auch gleich weiter^^

ach noch @shanxara: ja, das stimmt schon. und durchaus hätte ich auch das in secret verliebt sein so in klammern schreiben können wie ich es bei snow und silence getan habe. und auch bei shadow hätte ich etwas ähnliches hinschreiben können. doch wären diese beiden ergänzungen viel, viel unbedeutender gewesen,als die, welche ich hingeschrieben habe^^ wird sich später, teilweise sehr viel später allerdings, noch zeigen

-------------------------------------------------------------------------

Nur wenig später gelangten wir zu einer großen Terrasse, welche sich an einen Wintergarten an der hinteren Seite des Hauses (der Südseite) anschloss. Dort blieb Secret stehen und fragte: “Möchten Sie sich die Gemäldesammlung meines Vaters nun ansehen?”
“Ja, sehr gern”, antwortete dich.
Daraufhin schlug sie vor: “Dann gehen wir am besten hier durch den Wintergarten, denn so brauchen wir nicht wieder rings um das Gebäude zu laufen.”
Ich stimmte nickend zu und so gingen wir über die Terrasse und betraten dann mittels des Wintergartens das Gebäude. Dieses war im Übrigen gar nicht so derartig groß, wie ich es von der Straße aus gesehen vermutet hatte. Selbstverständlich waren seine Ausmaße ganz beträchtlich, nicht größer allerdings als bei einigen anderen Herrenhäusern welche ich zuvor gesehen. Der Grund, warum mir dieses hier anfangs so gigantisch vorkam, mochte wohl der gewesen sein, dass der lange, schnurgerade Weg, welcher vom Eingangstor bis zum Hause hinführte, ganz den Eindruck erweckte, als sei dieses viel weiter entfernt als es tatsächlich der Fall war. Doch von derartigen Dingen, von solchen Spielchen mit der Sinneswahrnehmung, erzählte ich ihnen ja bereits.
Im Inneren des Hauses angelangt, folgte nach dem Wintergarten zu aller erst ein dunkler Gang, welcher die meisten Zimmer des Erdgeschosses miteinander verband. Da er komplett fensterlos war, musste Secret erst das Licht einschalten, bevor sie mich in den Raum führte, welcher dem Wintergarten direkt gegenüber lag. “Bitte, treten Sie doch ein!”, sagte sie.
Den Grundriss des nun folgenden Zimmers stellen sie sich am besten als Quadrat vor, von dessen unterer, linker Ecke allerdings eine bogenförmige Begrenzungslinie zur Mitte der rechten Seite der Figur führt. Diese bogenförmige Außenwand war fast vollständig mit großen Fenstern ausgefüllt, gleiches galt im Übrigen auch für die darüber liegenden Zimmer und ebenfalls für das gespiegelte Gegenstück in Form des Ostflügels des Gebäudes. Aufgrund dieser großen Fensterfront waren die nach Norden ausgerichteten Räume (also auch der, welchen ich gerade betreten hatte) somit nur wenig dunkler als all die anderen, welche kleinere und nicht so viele Fenster besaßen.
Abgesehen von dieser Tatsache war das Zimmer jedoch vollkommen beherrscht von vier gigantischen Landschaftsbildern, welche sich an den beiden Innenwänden befanden. Außerdem hingen unter jedem von ihnen noch weitere, kleinere Gemälde, welche aber allem Anschein nach nichts mit dem dazugehörigen, großen Bild gemein hatten und auch sich selbst in keiner Weise ähnelten.
Auf den ersten Blick glaubte ich, die großen Gemälde würden einfach eine bestimmte Landschaft zu allen vier Jahreszeiten darstellen, was sich aber schnell als Irrtum entpuppte, denn ein Herbstbild fehlte völlig. Die Darstellung der gezeigten Landschaft war auf allen vier Bildern beeindruckend realistisch und detailverliebt, die Gegend selbst ganz malerisch.
Das von links aus betrachtet erste Bild, zeigte einen wunderschönen, hellen Sommertag, wahrscheinlich im Juni. Auf dem weiten Feld im Vordergrund des Bildes wuchsen unzählige, bunte Blumen und nicht weit in der Ferne war ein kleiner, kristallklarer See auf dessen Oberfläche sich das warme Licht der Mittagssonne spiegelte. Er war gesäumt von vielen Bäumen, deren Zweige sich leicht in einer sanften Brise neigten und ich glaubte beinahe hören zu können, wie die Vögel zwitscherten und die Blätter leise rauschten.
Bei Betrachtung des zweiten Bildes jedoch hörte ich nur eifriges Grillengezirpe und ganz leis’ das Plätschern eines bescheidenen Bächleins, welches den See mit Wasser versorgte. Alle anderen Geräusche schienen gemeinsam mit der langsam untergehenden Sonne zu verstummten, deren Licht den Himmel nun blutrot färbte und ebenso das Wasser im See. Noch immer lag die Schwüle eines heißen Augusttages über dem Land und lies nur einen ganz verschwommenen Blick auf die weit entfernten Berge am Horizont zu, welche aber ohnehin längst von Dunkelheit verschleiert waren.
Vollkommen Nacht war es aber erst auf dem dritten Gemälde; doch nun nicht mehr zur Zeit des Sommers, sondern irgendwann im Winter. Das Feld war jetzt von Schnee bedeckt, der See und das Bächlein zugefroren und die Bäume nicht mehr als schaurige Silhouetten im Licht eines sichelförmigen Mondes. Und jenes Licht war genauso warm wie auch kalt...
Was würde mit dem einsamen Wanderer geschehen, der darunter spazieren ginge? - Er würde wohl unmerklich geblendet und verführt und nicht mehr wissen was um ihn geschieht... würde Tod und Leben vergessen, das Licht nicht mehr sehen, doch auch nicht die Schwärze, nur noch den Mond dort oben am Himmel und am Morgen schon läge er darnieder am Boden!

---------------------------------------------------------------
 
Eine schöne Beschreibung des Hauses, ein wenig verwirrend vielleicht. Allerdings frage ich mich jetzt doch, warum du das vierte Bild ausgelassen hast - und ob zwischen den 4 Bildern und den 4 Töchtern irgendein Zusammenhang besteht... ;)
 
Zurück
Oben Unten