Was ist die Matrix?

Mika-chan`

Member
Wieso brauchst du eine Beschreibung von dem, was gut ist? Jeder Mensch kann Gut von Böse unterscheiden und zwar deshalb, weil unsere ersten Eltern, Adam und Eva von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen haben. Diese Fähigkeit haben sie an uns, ihre Nachkommen weitervererbt.
Ich brauche keine Beschreibung. Die Begriffe gut und schlecht sind so allgemein, dass die nur sehr schwer beschrieben werden können. Aber sie sind uns, in gewisser Weise, in fleisch und Blut übergegangen. Jeder, der handeln, sprechen oder denken kann, der weiß in etwa, wie das, was er da tut, gut getan wird, sonst ist er nicht autonom und hat keine Kontrolle über seien Entscheidungen und Handlungen. <- das ist sozusagen die Kurzfassung meiner Einsicht in das Gute. Diese kann ich anderen vorführen und erklären. Diese können sie vielleicht verstehen, sich meine Argumentation selbst vorführen.

Deine Erklärung, über Adam und Eva, mag vielleicht eine Metapher sein. Eine Erklärung ist es nur für diejenigen, welche sich schon zur Bibel und zu Gott bekannt haben. Und selbst dann bleibt es eine sehr schwache Erklärung. Baum der Erkenntnis? Was soll das denn sein? Vielleicht sagt euch Mormonen dieser Hinweis mehr als mir, vielleicht ist man in eurer Gemeinschaft damit zufrieden. Die Frage ist, warum ich es einsehen soll. Warum soll jemand, der nicht glaubt, glauben? Warum soll ich mich irgendeinem Gott zuwenden, den ich nicht als meinen erkannt habe? Warum repräsentieren die Mormonen die unverfälschte Lehre?


Jeder Mensch hat die Freiheit, entweder das Gute oder das Böse zu wählen. Diese Entscheidungsfreiheit ist Gott heilig. Er untergräbt sie niemals. Auch zwingt er niemanden, gut zu sein. Zwang ist die Methode des Widersachers.

Ich würde gerne früher wählen. Ich will will selbst entscheiden können, ob Gottes Gesetze für mich gelten. Nicht nur, ob ich sie befolge, sondern ob sie in irgendeiner Weise für mein Handeln und Denken eine Rolle spielen. Ich würde "gut" und "böse" gerne mit anderem Inhalt füllen als Gott es tut. Ist das erlaubt?

Jeder Mensch hat natürlich das Recht, nach seinen eigenen Gesetzen zu handeln. Ob er damit weit kommt, ist eine andere Frage. Wenn meine eigenen Gesetze denen meines Landes zuwieder sind, angenommen, ich würde Stehlen ganz in Ordnung finden, dann lande ich früher oder später im Gefängnis. Und so ist es auch mit Gottes Gesetzen. Wenn wir nicht nach ihnen leben, gelangen wir auch nicht in Gottes Gegenwart, nach der Auferstehung. Wir leben dann woanders, da, wo Gott nicht hin kommt.
Meine Gesetze, damit meinte ich, dass ich meine Gesetze als Vernunftwesen befolge, nicht irgendwelche beliebigen Festlegungen, die mir gerade einfallen. Diese Gesetze entsprechen größtenteils den Gesetzen meines Landes, welches sicher zum Teil mein selbst ausmacht. Diese Gesetze würden wahrscheinlich auch meinem Glauben entsprechen, wenn ich einen hätte. Aber ich habe keinen, habe keine Religion, in welcher ich mich wieder finden kann. Warum sollte ich diesen Schritt tun? Warum mich irgendwelchen Geboten, Vorstellungen und Gesetzen unetrwerfen, die von außen an mich herangetragen werden? Diesen Schritt kann ich nie aus Überzeugung tun. Mir begegnen dabei nur Dogmen und Gebote, fremde Gebote. So gesehen kann ich mich nicht einmal freiwillig einem Gott zu wenden, es wäre nur ein Akt der Willkür, eine Laune. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich dazu getrieben hätte. Ist es das, was Gott will?

Ich bin auch jemand, der nur befolgt, was er einsieht. Aber Gottes Gesetze sehe ich ein und deshalb habe ich beschlossen, sie freiwillig zu befolgen. Ich habe nämlich vor, nach der Auferstehung in Gottes Gegenwart zu leben.
Ich sehe sie nicht ein und zwar gerade darum, weil sie mir als Gottes Gesetze präsentiert werden. Warum hat er sie so festgelegt, wie sie geschrieben stehen? Die Standartbegründung dafür (ich weiß nicht, ob das bei den Mormonen auch so ist) lautet: Weil Gott es so will, seine Wege sind unergründlich. Um sie zu meinen Gesetzen zu machen, muss mir aber Einsicht gewährt werden. Dort, wo ich mich nicht richtig zurechtifnden kann, dort bin ich am wenigsten ich selbst als autonomes Wesen.

Ich weiß nicht, ob nach dem Tod noch etwas kommt. Jedenfalls lebe ich nicht danach. Ich bin in dieser Hinsicht völlig ohne Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, Absolution und Paradies, aber kein bißchen verzweifelt. In das Jenseits, das Leben nach dem Tod, dorthin reicht mein Denken nicht, dort habe ich nichts verloren. Das einzige, was ich tun kann, ist ein gutes Leben zu führen und es so weit wie möglich zu meinem Leben zu machen, d.h. mich um Überzeugung bemühen und danach Handeln.

Es gibt außer der Bibel noch eine andere Heilige Schrift: Das Buch Mormon. Darin gibt es eine Schriftstelle (Moroni 10:4), die besagt, dass wir im Herzen über das Gelesene nachdenken sollen und dann Gott fragen, ob es wahr ist. Es wird von uns nicht verlangt, kritiklos zu glauben.
Das ist hört sich nach einer guten Stelle an, die meiner Forderung nach Einsicht Rechnung trägt. Doch wie geht diese Prüfung im Herzen vor sich? Woher weiß ich, dass Gott antwortet und nicht ein anderer? Ich habe noch nie mit Gott gesprochen, nur mit Menschen.

Was bedeutet es, im Herzen rein zu sein? Es bedeutet, dass man ohne Sünde ist, wie Jesus Christus. Außer ihm gibt es aber niemanden, der ohne Sünde ist, das haben wir auch von Adam und Eva geerbt. Deshalb hat Christus für uns das Sühnopfer gebracht, so dass wir, wenn wir es annehmen, wieder rein werden können. Durch die Taufe mit der richtigen Vollmacht werden unsere Sünden abgewaschen und wir sind wieder rein und heilig wie ein neugeborenes Kind. Ich habe es selbst erlebt. Das Gefühl ist herrlich, unbeschreiblich, man kann wieder ganz von vorne anfangen und versuchen, ein Leben ohne Sünde zu führen.

Lieben Gruß
Susanne Fachinger :) :) :)

Ja, wir werden immer wieder Fehler machen, egal, wie sehr wir uns bemühen. Ich glaube, das ist das, was die Kirche "Erbsünde" nennt. Aber ich übertrage niemandem pauschal die Vollmacht, meine Sünden zu vergeben. Keinem Priester, noch nicht einmal Gott selbst. Wann eine Schuld verziehen werden kann, das ist eine schwere Frage und ist von Fall zu Fall verschieden. Verzeihen kann man sich selbst, wenn man genug gelitten hat. Oder andere Personen können einem verzeihen, wenn man bei ihnen in der Schuld steht. Das ist eine Sache zwischen Menschen, nicht zwischen Menschen und einer höheren, göttlichen Macht.

Trotz unserer völlig konträren Ansichten, liebe Grüße an dich und alle anderen.
 

S.Fachinger

Uranai Baba
Die Geschichte von Adam und Eva ist keine Metapher. Sie haben tatsächlich gelebt. Ich hatte auch meine Probleme mit dieser Lehre, denn ich bin im Darvinismus aufgewachsen. Aber nachdem ich im Gebet lange darum gerungen habe, hat Gott mir eine Antwort gegeben, mit der ich leben kann. Es gibt eine Schriftstelle im Buch Mormon, wo es heißt: Adam fiel, damit Menschen sein können und Menschen sind, damit sie Freude haben können. Also von wegen "Erbsünde"! Es gibt keine Erbsünde. Es gibt nur die Fähigkeit zu sündigen, aber das ist ja gerade der Sinn der Sache. Wenn es das Böse nicht gäbe könnte niemand gut sein.

Mika-chan schrieb:
Ich würde gerne früher wählen ...

Du hast gewählt, nur, du weißt es nicht mehr. Wir haben alle schon gelebt bevor wir geboren wurden, und zwar als Geister in der Gegenwart Gottes. Dort haben wir dem Plan des Glücklichseins zugestimmt, nur deshalb sind wir hier auf der Erde. Diejenigen, die den Plan abgelehnt haben dürfen niemals einen Körper bekommen. Mehr dazu auf www.lds.org

Mika-chan schrieb:
Meine Gesetze, damit meinte ich, dass ich meine Gesetze als Vernunftwesen befolge, nicht irgendwelche beliebigen Festlegungen, die mir gerade einfallen. Diese Gesetze entsprechen größtenteils den Gesetzen meines Landes, welches sicher zum Teil mein selbst ausmacht. Diese Gesetze würden wahrscheinlich auch meinem Glauben entsprechen, wenn ich einen hätte. Aber ich habe keinen, habe keine Religion, in welcher ich mich wieder finden kann. Warum sollte ich diesen Schritt tun? Warum mich irgendwelchen Geboten, Vorstellungen und Gesetzen unetrwerfen, die von außen an mich herangetragen werden? Diesen Schritt kann ich nie aus Überzeugung tun. Mir begegnen dabei nur Dogmen und Gebote, fremde Gebote. So gesehen kann ich mich nicht einmal freiwillig einem Gott zu wenden, es wäre nur ein Akt der Willkür, eine Laune. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich dazu getrieben hätte. Ist es das, was Gott will?

Du hast einen Glauben, jeder Mensch hat einen. Und wenn er nur glaubt, dass er nicht glauben könnte :D
Du hast keine Religion, das ist etwas anderes. Und zwar weil dein Glaube besagt, dass du keine Religion brauchst. Sage niemals "nie", es gab eine Zeit, da habe ich genau so gedacht, wie du jetzt. Trotzdem bin ich heute gläubig. Der Mensch hat die Fähigkeit, sich zu entwickeln. Er kann es aber auch sein lassen. Gott will, dass wir Menschen ihn finden. Er hat uns, seine Geistkinder, hierher auf die Erde geschickt, damit wir Fortschritt machen, damit wir glücklich sind (dazu muss man das Unglück kennen) und damit wir ihm ähnlicher werden. Und das ist der Punkt. Um ihm ähnlicher zu werden, müssen wir seine Gebote befolgen, das ist ein Naturgesetz. Mit jedem Gebot ist eine Verheißung verknüpft. Zum Beispiel, wenn man seine Eltern ehrt, hat man die Chance, länger zu leben. Kannst du in der Bibel nachlesen, in den 10 Geboten.
Gott möchte nicht, dass wir kritiklos glauben, wie die katholische Kirche uns weißmachen will. Wer Gott finden will, muss sich erstmal von den Dogmen der katholischen Kirche lösen und anfangen, seinen Verstand zu gebrauchen. Als ich ein Kind war, wurde mir beigebracht, es gäbe keinen Gott. Als ich älter wurde, lernte ich immer mehr Menschen kennen, die fest an Gott glaubten - und an ein Leben nach dem Tod. Also begann ich mir zu sagen: Es kann nicht beides wahr sein. Entweder es gibt ihn oder es gibt ihn nicht. Und dann begann ich, zu suchen.

Mika-chan schrieb:
Ich sehe sie nicht ein und zwar gerade darum, weil sie mir als Gottes Gesetze präsentiert werden. Warum hat er sie so festgelegt, wie sie geschrieben stehen? Die Standartbegründung dafür (ich weiß nicht, ob das bei den Mormonen auch so ist) lautet: Weil Gott es so will, seine Wege sind unergründlich. Um sie zu meinen Gesetzen zu machen, muss mir aber Einsicht gewährt werden. Dort, wo ich mich nicht richtig zurechtifnden kann, dort bin ich am wenigsten ich selbst als autonomes Wesen.

Bei den Mormonen ist das nicht so. Gottes Wege sind nicht unergründlich, nur für die, die sie nicht ergründen wollen. Gott möchte sogar, dass wir seine Wege ergründen, deshalb hat er ja durch seinen Sohn seine Kirche wiederherstellen lassen. Wenn du Einsicht haben willst, hast du nur eine Chance: Du musst über deinen Schatten springen und zu Gott beten und ihn fragen, ob es ihn gibt. Wenn du es wirklich willst, wirst du eine Antwort bekommen. Aber denke nicht, dass es leicht ist. Manchmal muss man sehr darum ringen. Wer zu schnell aufgibt, hat keinen Erfolg. Niemand kann dir Einsicht gewähren, wenn du dich nicht selbst darum bemühst. Deshalb habe ich dir ja die Website der Kirche empfohlen. Besuche sie und studiere sie und dann bete zu Gott und frage ihn, ob es seine Kirche ist.

Mika-chan schrieb:
Ich weiß nicht, ob nach dem Tod noch etwas kommt. Jedenfalls lebe ich nicht danach. Ich bin in dieser Hinsicht völlig ohne Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, Absolution und Paradies, aber kein bißchen verzweifelt. In das Jenseits, das Leben nach dem Tod, dorthin reicht mein Denken nicht, dort habe ich nichts verloren. Das einzige, was ich tun kann, ist ein gutes Leben zu führen und es so weit wie möglich zu meinem Leben zu machen, d.h. mich um Überzeugung bemühen und danach Handeln.

Mein Denken reichte schon immer so weit. Ich bin in dem Glauben erzogen worden, dass nach dem Tod alles vorbei sei. Das hat mir so große Angst gemacht, dass ich nächtelang nicht schlafen konnte. Und da war ich klein, noch nichtmal in der Schule. Schließlich gewöhnte ich mich an diese furchtbare Aussicht und fand mich damit ab. Als ich so 18 war, begegnete ich einem Jungen, der streng katholisch war. Ich fragte ihn, ob er an ein Leben nach dem Tod glaubt. Er sagte: Ja, natürlich, das wäre ja schrecklich, wenn es das nicht gäbe. Bei mir dachte ich: Ja, das ist schrecklich.

Heute weiß ich zu 100%, dass es nach dem Tod weiter geht. Nicht nur durch die Lehre der Kirche Jesu Christi, sondern auch aus eigener Erfahrung. Und zwar durch die Tempelarbeit. Im Tempel machen wir erlösende Arbeit für unsere Verstorbenen. Und dabei können wir die Verstorbenen sehr oft spüren - und sogar manchmal, von Geist zu Geist, mit ihnen reden.
Du wirst vielleicht anfangen, dir darüber Gedanken zu machen, wenn ein Mensch stirbt, den du sehr liebst. Den meisten Menschen geht das so, dass sie spätestens dann anfangen, sich Gedanken über das Jenseits zu machen.

Mit Gott zu sprechen kann man lernen. Ich habe es auch gelernt, also kannst du das auch. Voraussetzung dafür ist wie immer: Du musst es wirklich wollen. Der Kontakt zu Gott ist telepatisch. Wir sprechen ein Gebet und die Antwort kommt als Gedankenstimme in unseren Kopf. Was wir nicht tun dürfen ist, diese Gedanken als Einbildung abzutun. Es erfordert einige Übung und auch Mut, um auszuprobieren ob das funktioniert, was die Gedankenstimme uns sagt. Man kann es mit kleinen Dingen probieren. Wenn die funktionieren, entwickelt man Mut es auch mit größeren Dingen zu probieren. So kann man im Sprechen mit Gott immer besser werden, solange bis das Vertrauen groß genug ist, auch in Lebenswichtigen Entscheidungen Gott zu Rate zu ziehen.

Wir machen immer wieder Fehler, das ist eben menschlich. Ich habe nach meiner Taufe auch wieder Fehler gemacht. Aber dafür gibt es das Abendmahl, das wir jede Woche zu uns nehmen. Deshalb ist die Abendmahlsversammlung so wichtig. Bevor wir Sonntags zur Versammlung gehen, überdenken wir die letzte Woche, und wenn wir gesündigt haben, bitten wir den Herrn um Vergebung. Manchmal ist es auch nötig, die Menschen, die wir verletzt haben, um Vergebung zu bitten. Wenn wir dann vom Abendmahl nehmen, sind uns die Sünden der letzten Woche vergeben. Wir brauchen keine Beichte und keinen "Beichtvater", der sich vor uns hinter einem Gitter versteckt. Beim Abendmahl erneuern wir unser Taufbündnis. Wenn wir schwere Übertretungen begangen haben, angenommen, wir hätten gestohlen oder so etwas, sind wir nicht würdig für das Abendmahl. Dann müssen wir zu unserem Bischof gehen und "beichten", damit er uns bei der Umkehr helfen kann. Der Bischof versteckt sich aber nicht hinter einem Gitter, sondern man setzt sich mit ihm zusammen in sein Büro und führt ein Gespräch unter 4 Augen. Der Bischof hat Schweigepflicht, man kann also sicher sein, dass das Gesagte vertraulich behandelt wird. Der Bischof wird demjenigen dann Auflagen geben, zum Beispiel, das Gestohlene zurück zu geben und dann kann man wieder am Abendmahl teilnehmen und Vergebung für diese Sünde erlangen. Aber kleinere Sünden, wie zum Beispiel wütend werden oder jemanden beleidigen kann man mit dem Herrn direkt ausmachen. Das finde ich so gut an dieser Kirche. Jedes Mitglied ist mündig, man wird nicht von den Priestertumsführern gegängelt wie bei den Katholiken.

Ich liebe es, mit dir zu diskutieren, gerade weil wir so unterschiedliche Ansichten haben. Das macht die Diskussion interessant. Ich empfehle dir wirklich, besuche mal die Website der Kirche - es lohnt sich.

Lieben Gruß
Susanne
 

Mika-chan`

Member
Die Geschichte von Adam und Eva ist keine Metapher. Sie haben tatsächlich gelebt. Ich hatte auch meine Probleme mit dieser Lehre, denn ich bin im Darvinismus aufgewachsen. Aber nachdem ich im Gebet lange darum gerungen habe, hat Gott mir eine Antwort gegeben, mit der ich leben kann. Es gibt eine Schriftstelle im Buch Mormon, wo es heißt: Adam fiel, damit Menschen sein können und Menschen sind, damit sie Freude haben können. Also von wegen "Erbsünde"! Es gibt keine Erbsünde. Es gibt nur die Fähigkeit zu sündigen, aber das ist ja gerade der Sinn der Sache. Wenn es das Böse nicht gäbe könnte niemand gut sein.
Zu Adam und Eva:
Wenn es keine Metapher ist, dann bleibt mir immer noch verschlossen, was dadurch gewonnen sein soll, dass es keine Metapher ist. Was, außer, dass Gott den Menschen erschaffen hat, steckt noch dahinter?

Zur Erbsünde: Wenn "Erbsünde" bedeuten soll, dass dem Mensch das Böse eingepflanzt ist, dann gibt es keine Erbsünde. Dennoch treffen wir alle immer wieder auf Situationen, in welchem wir nicht wissen, was wir tun sollen. Jeder kennt solche Zwickmühlen, welche keine wirklich gute Wahl lassen. Das liegt nicht nur daran, dass wir ab und zu schwach sind oder unachtsam, sondern einfach am Mangel an Alternativen. Deshalb wird jeder manchmal etwas tun müssen, was er selbst nicht für gut hält, sondern höchstens für das Bestmögliche. Das meinte ich mit Erbsünde.


Du hast gewählt, nur, du weißt es nicht mehr. Wir haben alle schon gelebt bevor wir geboren wurden, und zwar als Geister in der Gegenwart Gottes. Dort haben wir dem Plan des Glücklichseins zugestimmt, nur deshalb sind wir hier auf der Erde. Diejenigen, die den Plan abgelehnt haben dürfen niemals einen Körper bekommen. Mehr dazu auf www.lds.org
Das ist bloße Behauptung. ... und selbst wenn dem so wäre, dann könnte man mich nicht auf diese Wahl festnageln, da mir nicht einsichtig gemacht werden könnte, dass ich gewählt habe.


Du hast einen Glauben, jeder Mensch hat einen. Und wenn er nur glaubt, dass er nicht glauben könnte :D
Du hast keine Religion, das ist etwas anderes. Und zwar weil dein Glaube besagt, dass du keine Religion brauchst. Sage niemals "nie", es gab eine Zeit, da habe ich genau so gedacht, wie du jetzt. Trotzdem bin ich heute gläubig. Der Mensch hat die Fähigkeit, sich zu entwickeln. Er kann es aber auch sein lassen.
Ja, jeder Mensch hat einen, da stimme ich zu. Aber dort, wo ich "nur" glaube, bin ich weniger zu hause, als dort, wo ich Wissen und Können habe. Deswegen kann mein Ziel nicht sein, gläubig zu werden, sondern Wissen zu erhalten. Wenn ich nur glauben wollte und damit zufrieden wäre, dann wäre das so, als würde ich in voller Absicht vor der Warheit stehen bleiben.

Gott will, dass wir Menschen ihn finden. Er hat uns, seine Geistkinder, hierher auf die Erde geschickt, damit wir Fortschritt machen, damit wir glücklich sind (dazu muss man das Unglück kennen) und damit wir ihm ähnlicher werden. Und das ist der Punkt. Um ihm ähnlicher zu werden, müssen wir seine Gebote befolgen, das ist ein Naturgesetz. Mit jedem Gebot ist eine Verheißung verknüpft. Zum Beispiel, wenn man seine Eltern ehrt, hat man die Chance, länger zu leben. Kannst du in der Bibel nachlesen, in den 10 Geboten.
Gott möchte nicht, dass wir kritiklos glauben, wie die katholische Kirche uns weißmachen will. Wer Gott finden will, muss sich erstmal von den Dogmen der katholischen Kirche lösen und anfangen, seinen Verstand zu gebrauchen. Als ich ein Kind war, wurde mir beigebracht, es gäbe keinen Gott. Als ich älter wurde, lernte ich immer mehr Menschen kennen, die fest an Gott glaubten - und an ein Leben nach dem Tod. Also begann ich mir zu sagen: Es kann nicht beides wahr sein. Entweder es gibt ihn oder es gibt ihn nicht. Und dann begann ich, zu suchen.


Bei den Mormonen ist das nicht so. Gottes Wege sind nicht unergründlich, nur für die, die sie nicht ergründen wollen. Gott möchte sogar, dass wir seine Wege ergründen, deshalb hat er ja durch seinen Sohn seine Kirche wiederherstellen lassen. Wenn du Einsicht haben willst, hast du nur eine Chance: Du musst über deinen Schatten springen und zu Gott beten und ihn fragen, ob es ihn gibt. Wenn du es wirklich willst, wirst du eine Antwort bekommen. Aber denke nicht, dass es leicht ist. Manchmal muss man sehr darum ringen. Wer zu schnell aufgibt, hat keinen Erfolg. Niemand kann dir Einsicht gewähren, wenn du dich nicht selbst darum bemühst. Deshalb habe ich dir ja die Website der Kirche empfohlen. Besuche sie und studiere sie und dann bete zu Gott und frage ihn, ob es seine Kirche ist.



Mein Denken reichte schon immer so weit. Ich bin in dem Glauben erzogen worden, dass nach dem Tod alles vorbei sei. Das hat mir so große Angst gemacht, dass ich nächtelang nicht schlafen konnte. Und da war ich klein, noch nichtmal in der Schule. Schließlich gewöhnte ich mich an diese furchtbare Aussicht und fand mich damit ab. Als ich so 18 war, begegnete ich einem Jungen, der streng katholisch war. Ich fragte ihn, ob er an ein Leben nach dem Tod glaubt. Er sagte: Ja, natürlich, das wäre ja schrecklich, wenn es das nicht gäbe. Bei mir dachte ich: Ja, das ist schrecklich.

Heute weiß ich zu 100%, dass es nach dem Tod weiter geht. Nicht nur durch die Lehre der Kirche Jesu Christi, sondern auch aus eigener Erfahrung. Und zwar durch die Tempelarbeit. Im Tempel machen wir erlösende Arbeit für unsere Verstorbenen. Und dabei können wir die Verstorbenen sehr oft spüren - und sogar manchmal, von Geist zu Geist, mit ihnen reden.
Du wirst vielleicht anfangen, dir darüber Gedanken zu machen, wenn ein Mensch stirbt, den du sehr liebst. Den meisten Menschen geht das so, dass sie spätestens dann anfangen, sich Gedanken über das Jenseits zu machen.

Mit Gott zu sprechen kann man lernen. Ich habe es auch gelernt, also kannst du das auch. Voraussetzung dafür ist wie immer: Du musst es wirklich wollen. Der Kontakt zu Gott ist telepatisch. Wir sprechen ein Gebet und die Antwort kommt als Gedankenstimme in unseren Kopf. Was wir nicht tun dürfen ist, diese Gedanken als Einbildung abzutun. Es erfordert einige Übung und auch Mut, um auszuprobieren ob das funktioniert, was die Gedankenstimme uns sagt. Man kann es mit kleinen Dingen probieren. Wenn die funktionieren, entwickelt man Mut es auch mit größeren Dingen zu probieren. So kann man im Sprechen mit Gott immer besser werden, solange bis das Vertrauen groß genug ist, auch in Lebenswichtigen Entscheidungen Gott zu Rate zu ziehen.

Ich glaube nicht, dass das gute Leben heute noch in einer Gemeinschaft zu finden ist, welche sich in gewissem Sinne von der Welt außenherum isoliert und ihren Glauben oder ihre Kirche als die wahre Kirche bezeichnet. Die Welt ist zu groß, zu vernetzt geworden. Ich verstehe, dass es verlockend ist, in einer Gemeinschaft zu leben, welche die gleichen Werte vertritt. In gewisser Weise ist es dort leichter, ein gutes Leben zu führen. Andererseits bedeutet es auch, der Welt den Rücken zuzukehren.

Wir machen immer wieder Fehler, das ist eben menschlich. Ich habe nach meiner Taufe auch wieder Fehler gemacht. Aber dafür gibt es das Abendmahl, das wir jede Woche zu uns nehmen. Deshalb ist die Abendmahlsversammlung so wichtig. Bevor wir Sonntags zur Versammlung gehen, überdenken wir die letzte Woche, und wenn wir gesündigt haben, bitten wir den Herrn um Vergebung. Manchmal ist es auch nötig, die Menschen, die wir verletzt haben, um Vergebung zu bitten. Wenn wir dann vom Abendmahl nehmen, sind uns die Sünden der letzten Woche vergeben. Wir brauchen keine Beichte und keinen "Beichtvater", der sich vor uns hinter einem Gitter versteckt. Beim Abendmahl erneuern wir unser Taufbündnis. Wenn wir schwere Übertretungen begangen haben, angenommen, wir hätten gestohlen oder so etwas, sind wir nicht würdig für das Abendmahl. Dann müssen wir zu unserem Bischof gehen und "beichten", damit er uns bei der Umkehr helfen kann. Der Bischof versteckt sich aber nicht hinter einem Gitter, sondern man setzt sich mit ihm zusammen in sein Büro und führt ein Gespräch unter 4 Augen. Der Bischof hat Schweigepflicht, man kann also sicher sein, dass das Gesagte vertraulich behandelt wird. Der Bischof wird demjenigen dann Auflagen geben, zum Beispiel, das Gestohlene zurück zu geben und dann kann man wieder am Abendmahl teilnehmen und Vergebung für diese Sünde erlangen. Aber kleinere Sünden, wie zum Beispiel wütend werden oder jemanden beleidigen kann man mit dem Herrn direkt ausmachen. Das finde ich so gut an dieser Kirche. Jedes Mitglied ist mündig, man wird nicht von den Priestertumsführern gegängelt wie bei den Katholiken.
Wie du sagst, Fehler werden wir immer machen. Deshalb ist eine Praxis des Verzeihens notwendig. Diese ist, das sehe ich genauso, in der katholischen Kirche alles andere als optimal geregelt. Aber für mich ist es sozusagen nur "Beiwerk," ob ich einen Bischof, Gott, eine Geißel, was auch immer zur Verfügung habe. Wichtig ist nur, dass es möglich ist, Schuld auszugleichen, ehrlich zu bereuen, dass einem verziehen werden kann und dass man sich selbst verzeihen kann.

Ich liebe es, mit dir zu diskutieren, gerade weil wir so unterschiedliche Ansichten haben. Das macht die Diskussion interessant. Ich empfehle dir wirklich, besuche mal die Website der Kirche - es lohnt sich.
Lieben Gruß
Susanne

Ich diskutiere auch gerne mit Dir, finde es gleichzeitig schade, dass von allen, die hier mitgwschreiben haben, nur wir beide übrig sind. Früher ging es hier richtig zur Sache ^^ Aber was soll ich sagen... ich selbst schaue hier nur alle paar Monate vorbei und finde meistens nicht genug Zeit um angemessene Antworten zu schreiben.

Beste Grüße,
Mika-chan
 

S.Fachinger

Uranai Baba
Was damit gewonnen ist, dass Adam und Eva unsere ersten Eltern sind? Wir sind im Ebenbild Gottes erschaffen. Also wir stammen nicht vom Affen ab, oder von sonst einem Tier, wie das ja heutzutage in der Schule gelehrt wird.
Das bedeutet, dass wir göttliches Potential haben, also werden können, wie Gott - wenn wir es richtig anstellen.

Erbsünde, wie die katholische Kirche es versteht, bedeutet ja, dass man Neugeborene unbedingt taufen muss, sonst kommen sie in die Hölle, wenn sie sterben.
Das ist der größte Blödsinn, denn kleine Kinder können ja noch nicht sündigen - wozu brauchen sie also die Taufe? In der Kirche Jesu Christi der HLT wird gelehrt, dass kleine Kinder errettet sind. Sie brauchen keine Taufe bis sie 8 Jahre alt sind. Sollten sie vorher sterben, kommen sie gewissermaßen gratis in den Himmel, um es mal salopp auszudrücken.

Das, was du mit Erbsünde meinst, ist ja etwas ganz anderes und hat auch nichts mit der Taufe zu tun. Es stimmt, dass wir manchmal nur zwischen zwei Übeln wählen können und dann versuchen, das geringere zu wählen. Da stimme ich dir voll und ganz zu.

Behauptungen sind dazu da, nachgeprüft zu werden. :)

Glaube ist immer die Vorraussetzung, um Wissen und Können zu erlangen. Wissen und Können erlangt man meistens durch irgend einen Lehrer, und dem muss man glauben damit man das ausprobiert, was er sagt. Wenn es dann funktioniert hat man Wissen, dann braucht man nicht mehr zu glauben....
Also ich bleibe nicht vor der Wahrheit stehen, sondern ich versuche, sie zu finden. Und auf diese Weise habe ich herausgefunden, dass es Gott tatsächlich gibt, also das weiß ich und brauche es nicht mehr zu glauben. Das ist es aber, was im allgemeinen als „gläubig“ bezeichnet wird.

Der Welt den Rücken zukehren - genau das ist es, was man tun muss, wenn man Gott näher kommen will. Allerdings sollen wir in der Welt leben aber nicht mit der Welt. So lehrt es unser Prophet. Die Welt ist so schlecht und gottlos geworden. Aber es gibt viele gute Menschen in der Welt, das übersieht man leicht, wenn man sich nur innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft aufhält. Ich versuche immer tolerant zu sein und das Gute in jedem zu sehen. Allerdings tolleriere ich nicht die Sünde. Auch bei mir selbst nicht. ( Wenn es mir mal wieder passiert ist, dass ich etwas verkehrt gemacht habe.) Wie heißt es doch so schön? Der Herr liebt den Sünder aber nicht die Sünde.
Dass zu trennen ist gar nicht leicht.

Es ist wichtig, dass einem verziehen werden kann, wenn man etwas verkehrt gemacht hat und es dann bereut. Ebenso wichtig ist es, dass man sich selbst und auch ANDEREN verzeihen kann.

Ja, es ist schade, dass hier nicht mehr so viel los ist. Umso dankbarer bin ich für deine Antwort.
Es ist richtig, dass man auch ohne Kirche ein guter Mensch sein kann. Will man aber wie Gott werden, braucht man Jesus Christus und seine wiederhergestellte Kirche.

Hast du schon mal die Website besucht?
Lieben Gruß
Susanne
 
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