Sailor Moon Saturn Saga

Dein Leben war bis vor zwei Wochen war dein Leben nicht sehr emotional.

... hö? Also das nenn ich mal nen interessanten Satz... wirklich

Seitdem wir in dem Club waren schüttest du mich mit immer intensiveren Gefühlen zu, dass es mir zu viel wird.

Komma

Du hast ja selbst gesagt, dass du wissen willst, was mit mir passiert, wenn Maza weg ist.

hm... wirklich, schönes Kürzel ^___^

Wenn du dich umbringst verliert der Silberkristall seine Wirkung, hast du vorhin selbst gesagt.

Komma

Heute hab ich mir mal ein paar Stellen rausgesucht, nachdem man sonst kaum etwas findet... sind auch nur kleine Sachen *zwinker*

Aber jetzt zum Inhalt, was willst du von mir hören? Ich kann nichts anderes sagen, als das, was ich auch die letzten Mal gesagt habe. Es war wirklich toll, ich weiß nicht warum, aber gerade bei dir macht es mir Spaß die Dialoge zu lesen. Schwer zu erklären, aber sie sind oftmals nicht so wie bei anderen, so abgeharkt und fertig... deine sind einfach... interessant und lustig.

Na, was hast du denn da gemacht? hm? Mistress Nine, scheint wohl eine komplette Typveränderung durchgemacht zu haben, was? Aber mal lustig, ne andere Seite vor ihr zu sehen, ich weiß zwar nicht wie du darauf gekommen bist, aber irgendwie... ja, es war cool. Haben miteinander geredet wie zwei Freundinnen, okay, ist eigentlich eher erstaunlich. Aber auch nicht ganz abwägig.

Ja, also, hm... jetzt kann ich eigentlich nur noch sagen, das ich gespannt darauf bin, wie Hotura nach der Kleidungsberatung von Rinoa ausschaut... *lach* hoffentlich nicht wie so´n Zirkusclown xD Und mal sehen, was so passiert, wenn die kleine Mazaru besucht.
 
Ich habe keine Ahnung wo du die Fehler gefunden hast :D ABer egal, danke für deinen Comment und na ja... Ich hoffe der nächste teil befriedigt dich von der Länge her. :D

Viel Spaß.

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Es dauerte über eine Stunde, bis Hotaru fertig angezogen war. Zuerst wollte Rinoa sie in eine weiße Bluse stecken, durch die man ihren BH völlig erkennen konnte. Die Schwarzhaarige verweigerte dies und auch fast sämtliche folgenden Vorschläge. Am Ende trug sie einen langen schwarzen Rock und die schwarze Bluse, mit dem Schwur von Rinoa, sie das nächste Mal zu einer Shoppingtour mitzunehmen, die Hotaru so verabscheute.
“Du sollest mal alles aus deinem Schrank rausschmeißen, was du nicht mehr anziehst. Wenn ich mich richtig erinnere, hattest du die Bluse schon im Mad Madders an.”
“Und wo ist das Problem dabei?”
“Das du dich zu sehr auf ein paar Klamotten versteifst. So haust du ihn nicht vom Hocker. Und außerdem: Warum immer schwarz? Man könnte glauben, du bist eine von diesen Gothictanten.”
“Ich mag nun mal Schwarz.”
“Aber wieso?”
Hotaru seufzte und lächelte ihre Freundin an. “Weißt du warum ich dich so gern habe?”
“Nein, wieso?”
“Weil du in manchen Punkten das perfekte Gegenteil von mir bist. Und jetzt komm, wir sind schon spät dran.”
Es war eine Premiere für die Beiden, dass sie unter Zeitdruck standen. Noch nie hatten sie zur U-Bahnstation hetzen müssen, obwohl sie ganz genau wussten, dass sie zu spät kommen würden. Das ihnen eine Bahn direkt vor der Nase weg fuhr, half ihnen auch nicht sehr. Während der zehn Minuten Wartezeit, krittelte Rinoa trotz Hotarus Ansage immer noch an ihrem Farbgeschmack herum.
In der Bahn war es dann das gleiche Prozedere wie immer, nur dass die Schwarzhaarige des öfteren ihren Einsatz verpasste. Sie war einfach zu sehr in Gedanken versunken. Es gab für sie keinen richtigen Grund, warum Mistress Nine nett zu ihr sein sollte, oder hatte sie sich durch die Jahre der Koexistenz wirklich verändert und es war nur ein Versuch der Einschüchterung gewesen, als sie wieder ihren Plan angesprochen hatte?
“Hallo, Erde an unsere kleine Träumerin! Sag mal, wo bist du schon wieder?”
“Ach, keine Ahnung. Entschuldige, was hattest du gesagt?”
“Ich hatte dich nur gefragt, wo wir die Jungs und Kathlyn treffen?”
“Sie wollten an der Station warten, damit wir gemeinsam die Wohnung suchen können. Das hast du mir doch vorhin erzählt, oder hat mir das eine kleine Stimme in meinem Kopf zugeflüstert?”, entgegnete Hotaru.
“An manchen Tagen würde ich dir das sogar glauben, so abwesend wie du manchmal bist.”
“Du scheinst irgendwie mies drauf zu sein.”
“Na ja, mich wurmt immer noch diese ganze Sache in der Schule. So ein Massenmobbing habe ich noch nie erlebt.”
“Sag jetzt bitte nicht, dass es dich stört. Das würde klingen, als wenn du dich schämst, mit uns zusammen zu sein, nur weil irgendwelche dummen Puten eifersüchtig auf uns sind.”
“Das ist es nicht, aber du kennst mich doch. Ich brauche Auskünfte. Klatsch und Tratsch und solche Sachen. So langsam nervt es Totoru nämlich, dass er mir ständig erzählen muss, wie er mit Kathlyn zusammen gekommen ist.”
“Du bist in diesem Punkt aber auch unausstehlich.”, grinste Hotaru. “Aber sie es mal so: Uns kannst du wenigstens vertrauen.”
“Ja, schon. Aber ich brauche mehr.”
“Erwarte bloß nicht, dass ich Verständnis für dich auf bringe, wenn du uns sitzen lassen willst.”
“Ach man. Ich wusste genau, dass du das falsch verstehst. Ihr seid doch meine besten Freunde und die Anderen können mich mal.”
Hotaru grinste ihre Freundin an. “Ich wollte bloß genau das von dir hören. Ich weiß doch, dass dir die Anderen irgendwo egal sind, so lange du uns hast.”
Auch Rinoa lächelte nun. “Du hast mich also in eine Falle gelockt?”
“So könnte man es ausdrücken.”
“Ich wusste, dass die Jahre mit mir nicht spurlos an dir vorbei gegangen sind. Aber mal was anderes: Wie lange brauchen wir noch?”
“Circa 15 Minuten.”
“Darf ich dich fragen, was du dir von diesem Abend versprichst?” Rinoa lächelte und hatte versucht so beiläufig wie möglich zu klingen.
“Was soll ich groß erwarten? Wir werden in seiner Wohnung sitzen und miteinander reden. Es wird ein netter Abend.”
“Das meinte ich gar nicht. Wie soll es heute Abend mit dir und Mazaru weiter gehen? Willst du ihn küssen?”
Hotaru schoss die Röte ins Gesicht und trotzdem hing sie dem Gedanken kurz nach. Wieder entbrannte dieses Verlangen, dass sie schon in ihrem Zimmer heimgesucht hatte. Mit aller Kraft kämpfte sie dagegen an und antwortete ihrer blonden Freundin: “Ich wüsste nicht, warum ich dir, selbst wenn es so wäre, so etwas erzählen sollte. Du gehst doch damit gleich bei den Anderen hausieren.”
“Wie kommst du darauf?”
“Na ja, ich kenne dich nun schon ein paar Jahre.”
“Also was ist nun? Wirst du ihn küssen?”
“Rinoa!”, sagte sie aufgebracht, doch das grinsende Gesicht ihrer Freundin verriet ihr, dass es nur eine kleine Rache wegen ihrer Falle war. Sie seufzte. “Ich habe nicht vor, ihn heute Abend zu küssen. Wir kennen uns doch erst seit zwei Wochen und außerdem ist er nur ein guter Freund.”, ergänzte sie schnell und wurde puterrot.
“Also wenn ich dich in einem Monat nochmal frage, dann sagst du mir, dass du ihn küssen willst?”
“Ähm... Ich weiß nicht. Könnte aber möglich sein. Außerdem, wer sagt denn, dass er das will?”
“Ach Hotaru, in manchen Punkten bist du wirklich blind. Obwohl selbst Blinde sehen, wie er dich anhimmelt, obwohl du da auch nicht besser bist.” Die Blonde äffte sie nach, wie sie ihn in den Pausen, wenn er sich mit den anderen unterhielt anschmachtete. Hotaru lachte, als sie eine Grimasse zog.
“Beruhig dich Rinoa, bei dir ist mal wohl mal wieder etwas durchgebrannt.”, erwiderte sie lächelnd und froh, dass Rinoa schmunzelte. Die Blonde hatte ihre Rache und war nun zufrieden gestellt. Für die restliche Zeit redeten sie über belanglosere Themen. Im U-Bahnhof brauchten sie nicht lange, um Totoru, Mirouke und Kathlyn zu finden, was sie von Mazarus Wohnung nicht behaupten konnten. Hotaru hatte den Zettel von Mirouke in der Hand, den er ihr von einer Woche gegeben hatte. Ungefähr 15 weitere Minuten irrten sie um den Block herum, bis Mirouke das richtige Straßenschild entdeckte.
Vor dem Haupteingang zu Mazarus Wohnung stand ein Umzugswagen, in den immer wieder Gestalten einstiegen und vollbepackt heraus kamen. Einer von ihnen war Mazaru, der ein schwarzes T-Shirt und eine dunkelblaue Baggy Pants trug. Seine langen Haare hingen glatt herunter.
“Da seid ihr ja endlich.”, sagte er zur Begrüßung, nachdem er einem Möbelpacker ein Paket in die Hände gedrückt hatte.
“Bekommst du noch Zeug geliefert?”, fragte Totoru grinsend.
“Nein, aber neben mir zieht jemand ein und ich stand gerade untätig hier rum, nachdem ich einkaufen war.”
“Da hast du ihm einfach geholfen?” Mirouke sah ihn verwundert an.
“Sicher, warum auch nicht?”
Ein junger Mann, er war ungefähr Mitte zwanzig, kam aus dem Möbelwagen. Er hatte langes braunes Haar, das er sich zusammen gebunden hatte. Es war zwar schon stockfinster, aber er hatte eine Sonnenbrille aufgesetzt. “Dank dir, Mazaru.”
“Kein Problem, Masato. Immerhin dürften jetzt noch paar deiner Sachen heil sein.”
Der Mann namens Masato lachte. Hotaru zog die Augenbrauen zusammen. Erst vor Kurzem hatte sie den Namen Masato gehört und worum auch immer es sich dabei gehandelt hatte, das Gesicht dieses Mannes alarmierte etwas in ihr. Sie spürte, dass auch Mistress Nine beunruhigt war, jedoch ebenfalls keine Ahnung hatte, warum sie solche Angst bekam. Es war wie eine fest verschlossene Tür in ihrem Gedächtnis, vor der die Beiden standen und egal was sie versuchten, es gelang ihnen nicht diese Tür aufzubrechen. Was die Schwarzhaarige besonders beunruhigte, war Mistress Nines Reaktion. Warum sollte ausgerechnet sie Angst vor einem Menschen haben? Es gäbe nur einen Grund: Er müsste wissen, dass die Beiden miteinander verbunden waren. Hotaru verfluchte ihr Kurzzeitgedächtnis und war kurz davor sich selbst mit schlimmen Schimpfwörtern zu betiteln, als Kathlyn ihr die Hand auf die Schulter legte. “Was ist los?”
“Ach... nichts. Schon in Ordnung.”
“Also Masato, wenn ich dir noch bei irgendwas helfen soll, komm morgen einfach rüber. Von mir aus, kannst du dich uns heute Abend auch anschließen.”
“Nein, nein. Ich gehör in mein Bett, das ich noch aufbauen muss. Also, schönen Abend euch noch.”
Er verabschiedete sich und nahm ein letztes Paket auf die Arme. Mazaru ging zu seinem Auto und nahm ein paar Tüten heraus. Er drückte Totoru noch einen Kasten Bier in die Hand und zusammen spazierten sie in Mazarus Wohnung im zweiten Stock.
“Sagt mal...”, sprach er in die Runde. “Hat keiner von euch Schlafsäcke dabei?”
“Nein, wieso?”, erwiderte Totoru, der den Kasten neben der Couch im Wohnzimmer abgestellt hatte.
“Na ja, ich bin davon ausgegangen, dass ihr alle hier schlafen werdet. Es ist bei uns unüblich, spät in der Nacht noch nach Hause zu fahren. Liegt aber eher daran, dass wir alle mindestens zehn Kilometer auseinander wohnen und wir immer zu besoffen sind. In Tokio ist das Problem wahrscheinlich geringer.”, sagte er und kratze sich verlegen am Hinterkopf.
“Irgendwann kommen wir dich echt mal besuchen.”
“Tut das bloß nicht, Mirouke. In diesem Haus leben mehr Menschen als in den meisten Dörfern. Und dann muss man immer noch über einen Kilometer zurücklegen um ins nächste Mininest zu kommen.” Alle lachten. “Na ja, egal. Ich hoffe, ihr mögt alle Pizza.”
Die Anderen sahen sich verwirrt an, bis Mazaru auf die Tüten deutete. “Ich habe verdammt viele Zutaten gekauft, damit wir eine schön Große hinkriegen und für jeden Geschmack was dabei ist. Also los, versauen wir meine Küche.”
Diese war zum Glück groß genug für sechs Personen. Bevor aber die Arbeit losgehen konnte, stießen die Freunde auf einen vergnüglichen Abend an. Schon nach zehn Minuten sah die Küche aus wie Schlachtfeld. Totoru und Mirouke wunderten sich lauthals, in welche Unkosten Mazaru sich für den Kauf der Zutaten gestürzt hatte, der aber bloß lächelnd abwinkte. Hotarus Empfinden für Glück und Freude war nach kurzer Zeit schon so übersättigt, dass es für sechs Jahre gereicht hätte. Das Grinsen der Schwarzhaarigen ging von einem Ohr zum Andern und sie lachte viel, während sie mit Rinoa den Teig bearbeitete. Die Anderen vergewaltigten indes sämtliche Zutaten mit Messern und anderen Küchenutensilien, die auch kurzfristig umfunktioniert wurden. Der Gastgeber hatte sich ihr gegenüber an den großen Tisch gesetzt und zerstückelte Peperoni, während ihm der Stiel einer Kostprobe zwischen den Lippen hing. Die Mädchen hatten sehr viel Spaß, als sie den Teig kneteten und Totoru hätte seinen Freund Mirouke fast abgestochen, als der ihn versehentlich anstieß und dabei Würfelschinken im ganzen Raum verteil wurde.
Am Ende saßen die Sechs um Mazarus Tisch im Wohnzimmer herum. Er und Hotaru hatten die große Couch für sich eingenommen, Kathlyn und Totoru saßen auf der Kleinen, während Mirouke und Rinoa es sich in den weichen Sesseln gemütlich machten. Es waren äußerst eigenwillige Kreationen zu Stande gekommen. Mirouke gefiel besonders der Abschnitt Thunfisch-Morzarellakäse und Totoru zog den schwarzen Peter. Das Stück, welches mit einer verbotenen und fast lebensgefährlichen Anzahl an Peperonistücken belegt war.
Als alle Mägen bis zum Anschlag gefüllt waren und die Küche aussah wie nach der Apokalypse, verteilte Mazaru für alle einen Becher Kräuterlikör, womit das Fressgelage offiziell beendet und der gemütliche Teil eingeläutet wurde. Die Freunde leerten Flasche um Flasche, erzählten Anekdoten und lachten. Hotarus Grinsen war zu einem befriedigten Lächeln geworden, während sie sich glücklich die Zeit nahm und das Zimmer betrachtete. Die Wohnung war groß für einen Alleinstehenden. Sämtliche Wände waren mit Postern von Animes und Musikgruppen, Fotos und anderen Erinnerungsstücken beklebt, wie Weihnachts- und Geburtstagskarten. Zufrieden sah sie auf Fotos von Mazarus Freunden aus seiner Heimat und dachte daran, diese Leute vielleicht einmal kennen zu lernen. Mazaru schilderte ihnen einige Entstehungsgeschichten dazu. Sie wusste nicht, ob sie die Einzige war, die eine Spur Heimweh aus seiner Stimme heraus hörte. Als die Anderen kurz in Gesprächen untereinander vertieft waren, fragte sie ihn danach.
“Ach... Na ja, irgendwie vermiss ich die Leute schon. Ich will gar nicht daran denken, dass ich noch ein Jahr ohne sie in der Schule sein muss, bevor ich dann studieren gehe und die Wenigsten noch wieder sehen werde. Aber gute Freundschaften halten das aus.”
Das Lächeln verschwand aus Hotarus Gesicht. Zum ersten Mal hatte er es ausgesprochen. Er würde wieder zurück gehen, nachdem das Jahr hier beendet wäre. Zurück nach Deutschland, wo es keine gemeinsame Zukunft der Beiden gab. Sie verspürte einen tiefen Drang, ihn festzuhalten, ihn nicht gehen zu lassen, da hatte er schon den Arm um sie gelegt und sie an sich gedrückt. “So wie unsere.”, ergänzte er lächelnd.
Ihr Herz machte einen Hüpfer. “Glaubst du, dass es für uns eine Zukunft gibt?”
“Na klar. So bald ich die Fotos von hier richtig entwickeln wurden, werdet ihr auch an meiner Wand hängen. Und von dir mache ich mir sogar einen Schrein.”
Hotarus Lächeln kehrte zurück und sie drückte sich noch fester an ihn.
“Sag mal Maza. Wie kannst du dir eigentlich diese Wohnung leisten? Beste Wohngegend und dann noch so eine riesige Wohnung für dich allein. Wie schaffst du das?”
“Ach, ich hatte genug gespart. Außerdem überweist die Hälfte der Miete meine Mutter, die ich jetzt seit vier Jahren nicht mehr gesehen habe. Das Einzige was sie zu Gesicht bekommt sind Rechnungen.”
Mazaru stand kurz auf und wechselte von CD auf das Musikarchiv seines Laptops.
Es wurde später und später, während sie mittlerweile zu Whisky übergegangen waren. Hotaru fühlte schon lange eine Wärme, die sich in ihrem Körper entfaltete. Mittlerweile lag sie, wie auch Kathlyn bei Totoru, mit dem Kopf auf Mazarus Schoß und kämpfte gegen die Müdigkeit an. Mazarus rechte Hand lag auf ihrem Bauch und ihre beiden Gliedmaßen hielten sie fest bei sich. Es war Mitternacht, doch sie realisierte ihre Umwelt kaum. Die Wärme und das Glück bei Mazaru zu sein hielten sie gefangen, während die anderen immer noch munter miteinander redeten. Totoru wurde gerade zum wiederholten Male von Rinoa gezwungen, zu erklären, wie er und Kathlyn ein Paar geworden waren. Die Schwarzhaarige sah in Mazarus Gesicht, das einen bedrückten Eindruck vermittelte.
“Was ist los? Du siehst traurig aus.”, fragte sie ihn.
“Ach... Es ist nichts.”
“Du hast doch was.”
“Ich find es nur schade, dass ich nur dieses Jahr hier bin. Ich werde euch alle vermissen.”
“Mich auch?”, fragte sie schüchtern.
Er lächelte. “Dich mehr als alle andern zusammen.” Sanft strich er ihr über die Wange. Dann bat er sie aufzustehen und verschwand in seinem Schlafzimmer.
“Was ist mit ihm?”, fragte Rinoa.
“Nichts. Er sagt, er wird uns vermissen.”
“Warum denkt ihr jetzt schon an den Abschied? Bis dahin sind es noch gut acht Monate.”
“Schon richtig Kathlyn. Aber wir kommen uns ja immer näher. Der Tag seiner Abreise wird grausig.” Sie legte sich auf die Couch, schloss die Augen und seufzte.
“Mach dir keine Gedanken, Hotaru. Es wird schon alles gut gehen.”
“Ja du hast wahrscheinlich Recht.” Während sie lag, machte sich ein dumpfes Gefühl in ihrem Kopf breit. Übelkeit kroch in ihren Magen, gerade noch konnte sie ein Würgen erfolgreich abwehren. Blitzartig stand sie auf. “Entschuldigt mich.”, brachte sie hervor, bevor sie auf die Toilette rannte. Sie spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht und ihr Magen beruhigte sich ein wenig. Ihr war klar, dass es nicht am Alkohol lag. Schmerzen krochen in ihre Glieder. Schwer atmend musste sie sich auf das Waschbecken stützen. “Mistress, du falsche Schlange. Was tust du mir an?” Die Worte ließen sich nur schwer formen, auch wenn sie sie nur dachte. Die Schwarzhaarige wusste ganz genau, dass die Andere es hören konnte.
“Sorry Kleines, aber ich bin das nicht.”
“Red keinen Scheiß. Das ist einer der Anfälle aus meinem früheren Leben.”
“Ich weiß, aber ich habe damit nichts zu tun. Wie auch? Die Anfälle wurden durch die außerirdischen Implantate ausgelöst.”
“Aber die habe ich nicht mehr.”, stieß sie nun laut hervor. Ihr Kopf explodierte fast, ihre Knie wurden weich. Hotaru sackte ein, stieß dabei mit der Stirn gegen das Waschbecken.
Aus Kiljan brach ein lautes Jubeln heraus. “Tamara, beweg deinen Arsch hierher.”
“Was ist denn los?”, fragte die Rothaarige, die aus der Küche gestürzt kam.
“Saturn nibbelt gerade ab. Sie schreit rum und bricht zusammen.”
“Wie kommt’s?” Sie setzte sich mit ihrem Rotweinglas auf die Couch und lächelte fast genau so breit, wie ihr Bruder.
“Keine Ahnung, wahrscheinlich hat es was mit dieser Mistress Nine zu tun, von der sie die ganze Zeit faselt. So langsam glaube ich wirklich, dass sie eine gespaltene Persönlichkeit hat, nach dem ewig langen Selbstgespräch vorhin.”
“Vielleicht ist aber auch irgendetwas bei ihr, was nur sie sehen kann.”
“Ist ja auch egal. Meine Fresse, hast du gesehen, wie sie gerade gegen das Waschbecken geknallt ist? Das gibt ‘ne Beule, aber eine ganz Große.”, gluckste er lachend.
“Was zum Teufel ist hier los?”, fragte sie sich, doch die Schmerzen, die sich auf ihren gesamten Körper ausgebreitet hatten, wurden stärker und stärker und ließen keine Gedanken mehr zu. Tränen blendeten sie. Sie hielt die Schmerzen nicht mehr aus und schrie. Ihre Augen spielten ihr einen Streich, sie sah die Implantate auf ihren Armen und schrie nur noch lauter. Chaotische Gedanken schossen ihr durch den Kopf, Gedanken, die nicht sie, sondern Mistress Nine gedacht hatte, als sie ihren Körper übernommen hatte, doch deren Stimme schrie fast genauso laut, wie sie selbst. Hotarus Gedanken waren immer noch gelähmt, sie konnte kaum realisieren, wo sie war. Der Schmerz wurde zu groß, ihr Gehirn schaltete sich in dem Moment komplett ab, als Mazaru die Tür aufriss und sie in seine Arme nahm.
Es wurde besser. Er nahm sie hoch und trug sie in das Schlafzimmer. Hotaru atmete immer noch schwer, aber Mazarus Hand in ihrer, beruhigte sie sehr. “Alles in Ordnung?”, fragte er sie.
“Es geht. Mach dir keine Sorgen. Ich vertrag anscheinend keinen Whisky.”
“Ich mach dir einen Tee, der wird deinen Magen beruhigen. Aber am besten wäre Schlaf. Vor allem auch wegen deinem Kopf. Den musst du dir stark gestoßen haben.”
“Mach dir keine Umstände. Ich werde einfach nach Hause gehen.”
“Red keinen Schwachsinn. Du bleibst schön da liegen. Du kannst höchstens noch aussuchen, ob du den Tee noch willst, oder ob du gleich pennst.”
“Nein, danke. Ich werde einfach meine Augen schließen und versuchen dieses Wummern in meinem Kopf zu ignorieren.”
“So ist gut. Brauchst du vielleicht noch einen Eisbeutel?”
“Nein, danke. Es geht schon.”
Er lächelte, beugte sich über sie und küsste ihre Stirn. Danach ging er zu seinem Schrank und legte eine Boxershorts und ein weites T-Shirt heraus. “Wenn du willst, kannst du das hier anziehen. Ist bestimmt bequemer als in dem Zeug.”
Er warf es ihr auf das Bett und ging dann zur Tür. Als er die Hand an der Klinke hatte, fragte sie ihn: “Ähm... Maza?”
“Brauchst du noch etwas?”
“Nein, aber ist es wirklich OK, wenn ich in deinem Bett schlafe?”
“Klar, wo soll das Problem sein?”
“Na ja... wo schläfst du denn?”
“Das Bett ist wohl groß genug, oder? Mach dich einfach nur nicht zu breit, ja?” Er zwinkerte ihr lächelnd zu und verließ das Zimmer.
Hotarus Herz hämmerte. “Erst der Anfall und jetzt das. Mit ihm in seinem Bett schlafen.”, dachte sie. Wieder zogen die Schmetterlinge in ihrem Magen Bahnen. Aber zu erst wollte sie etwas klären, wo sie in diesem Moment wieder einigermaßen klar denken konnte. Sie knipste die Nachttischlampe an und sah in den Spiegel neben dem Schrank.
“Mistress, schwöre mir, bei allem was dir heilig ist, dass du nichts mit diesem Anfall zu tun hast.”
“Von mir aus schwöre ich es dir. Ich habe wirklich keine Ahnung, was mit dir los ist.” Nur langsam erschien Mistress Nine auf der spiegelnden Oberfläche. “Wenn es dich tröstet, du bist nicht die Einzige, die angegriffen wurde.”
“Wie bitte?”, flüsterte sie.
“Na ja, dein Anfall ist auf mich übergesprungen.” Erst jetzt erkannte Hotaru, dass ihre Erzfeindin schwer atmete und bleich aussah. “Glaub mir, dass du so etwas dreimal am Tag durch machen musstest, tut mir gerade wahnsinnig leid.”
“Irgendwas stinkt hier.”, grummelte Hotaru. “Zu erst dachte ich, dass es einer deiner Angriffe gewesen wäre, aber es war anders. Normalerweise machten sich die Anfälle zu erst auf die Lunge bemerkbar. Das Atmen wurde immer schwerer und dann kamen erst die Schmerzen.” Gedankenabwesend zog sie sich Mazarus Klamotten an. “Das Ding gerade eben drückte mir aber erst auf den Magen, als wäre es wegen dem Alkohol.”
“Und wenn ich es gewesen wäre, dann würde ich mich damit ja nicht selbst angreifen, oder?”
“Richtig. Also könnte man davon ausgehen, dass wir einen gemeinsamen Feind haben.”
“Aber woher sollte er von mir wissen? Außerdem müsste er auch in deinem Körper sitzen und glaub mir, darauf pass ich schon auf. Oder gibt es eine Macht, die jemanden so angreifen kann?”
Einige Sekunden starrte Hotaru auf den Spiegel, dann versuchte sie aufzustehen, jedoch zitterten ihre Beine bedenklich. “So eine Scheiße!”, brach es aus ihr heraus, bevor sie sich wieder hinlegte.
“Beruhig dich. Wir haben heute genug Kräfte verbraucht. Leg dich lieber hin und schlaf. Den Kopf können wir uns auch morgen noch zerbrechen, wenn du zu Hause bist.”
“Du hast Recht. Und Morgen gehe ich zu Amy und lass mich untersuchen. Ich will wissen, was das war.”
Sie ließ sich wieder auf die weiche Mattratze fallen und schloss die Augen.
“Hotaru, ich war es wirklich nicht.”
“Ich weiß Mistress, ich weiß.”
“Ich wollte es dir nur sagen, bevor du gleich Besuch bekommst.”
“Alles in Ordnung mit ihr?”, fragte Kathlyn ängstlich Mazaru, als dieser aus dem Schlafzimmer kam.
“Ja, ja. Es war nur der Whisky.” Er ließ sie auf die große Couch fallen, kippte sich ein wenig des braunen Getränks in sein Glas. Er nahm einen Schluck und betrachtete die ängstlichen Gesichter. Hotarus Anfall hatte bei ihren Freunden einen Schock ausgelöst, den sie so schnell nicht verarbeiten konnten.
“Es ist spät.”, sagte er schließlich, ohne jegliche Hoffnung, dass sie sich an diesem Abend beruhigen würden. “Vielleicht sollten wir alle schlafen gehen.”
“Ja, wäre wohl besser.”, kam es von Kathlyn, die sich nach Mazarus Auskunft einigermaßen gefasst hatte.
“Mazaru? Können wir noch schnell zu ihr?”, fragte Mirouke.
“Klar, wenn ihr wollt. Aber seid leise, vielleicht schläft sie schon.”
“Alles klar.”
“Ich gehe in der Zeit ins Bad.”, sagte Kathlyn, die die vier Freunde erst untereinander reden lassen wollte. Der Hausherr drehte sich in dieser Zeit eine Zigarette und ging auf den Balkon. Während er sich auf das Geländer lehnte und ab und zu an seiner Kippe zog, dachte er über den Vorfall nach. Es war eine dunkle Macht gewesen, die Hotaru auszustrahlen schien. Noch böser als die Aura, die sie im Mad Madders gezeigt hatte, wobei diese ihm jetzt nahezu heilig erschien. Immerhin hatte sie ihn damals gerettet, egal ob es freiwillig oder unabsichtlich passiert war. Er massierte mit der linken Hand seine Schläfe und strich sich dann ein paar Haare aus dem Gesicht. “Verdammte Scheiße! Was ist mit dieser Göre? Und warum hatte ich schon wieder ein riesiges Deja-Vu, als ich sie ins Bett gelegt hatte?”, flüsterte er resignierend vor sich hin.
Mazaru verzweifelte. Jedes Mal, als er dachte, alles verstanden und verarbeitet zu haben, warf ausgerechnet sie ihm ein neues Rätsel vor die Füße. Mazaru schüttelte den Kopf. “Sicherlich weiß sie selbst nicht einmal, wie ihr geschieht.”
Nur bei einer Sache war er sich nach ihrem Anfall sicher. Hotaru war der Grund seiner Reise. Wegen ihr hatte er seit Jahren einen wiederkehrenden Traum, der ihm befiel nach Tokio zu reisen, um dort jemanden zu erledigen. Nach der Nacht im Mad Madders war er zutiefst schockiert gewesen und hatte sich gefragt, warum gerade sie sein Ziel sein musste. Seit einigen Minuten kannte er den Grund. Mazaru wusste, dass wenn Hotarus Kräfte außer Kontrolle geraten würden, sie damit die Menschheit auslöschen konnte. Irgend jemand musste spätestens dann gegen sie antreten, aber wenn man sie vorher aus dem Verkehr ziehen würde, bräuchte niemand Angst zu haben. “Wenn es nur nicht die Gefahr geben würde, dass sie Sailor Saturn sein könnte.”, seufzte er vor sich hin.
Mazarus Gedanken konzentrierten sich auf diesen Strohhalm. Die Senshies würden nicht zu lassen, dass jemand solche Anschuldigungen gegen ihre Kameradin erhebt, bis es zu spät wäre. Zwar konnte er die Macht Sailor Moons nicht einschätzen, aber er glaubte nicht, dass sie diesem geballtem Bösen etwas entgegenzusetzen hätte. Aber vielleicht wurde Hotarus sich der Gefahr doch bewusst und unter der Voraussetzung, dass sie Sailor Saturn wäre, hätte sie den Senshies Bericht erstattet. Über ihren Zustand und auch über ihn. Er hatte schon einen Feind in dieser Stadt und er brauchte nicht auch noch die Sailor Kriegerinnen gegen sich. Der eine Feind war stark genug, indem er diese Monster erschuf und es schaffte, Mazaru das Ganze anzuhängen. Immerhin hatten sie in den letzten zwei Wochen Ruhe gegeben, was für ihn auch an der Tatsache lag, dass er ihnen keine Möglichkeit gegeben hatte. Eine Woche lang hatte er stur in seiner Wohnung ausgeharen und in der anderen war er entweder mit Hotaru unterwegs oder aber in seinen vier Wänden gewesen. Ansonsten war er in diesem Zeitraum höchsten für ein paar Minuten zum Einkaufen auf der anderen Straßenseite gewesen.
“Alles in Ordnung mit dir?”, fragte Kathlyn, als sie gerade die Balkontür schloss und ihn aus seinen Gedanken riss.
“Hm? Ja, klar. Ich find’s bloß schade, dass dieser Abend so enden muss.”
“Ja, stimmt schon. Wäre schon witziger gewesen, wenn einfach alle besoffen eingeschlafen wären.” Sie kicherte und auch er schaffte es ein Lächeln aufzusetzen.
“Wie auch immer. Sind die Anderen noch bei Hotaru?”
“Sieht so aus. Tja...”
“Was ist denn los?”
“Ach, keine Ahnung. Wir sind anscheinend noch nicht ganz in der Gruppe aufgenommen, oder?”
“Wie kommst du denn darauf?”, fragte er verwundert.
“Manchmal kommt es mir nur so vor, als würde sich alles um Hotaru drehen.”
“Mach dir mal keine Sorgen. So schlimm ist es schon nicht. Na ja, so wie ich von Totoru erfahren habe, ist sie nun mal das Sorgenkind der Gruppe. Nach so einem Anfall ist es doch ganz normal, dass man sich um seine Freundin kümmert, oder?”
“Siehst du das wirklich so? Fühlst du dich nicht manchmal ausgeschlossen?”
“Ich wüsste nicht warum. Es braucht immer ein wenig Zeit, bis man vollkommen integriert ist, und wir sind erst seit einer Woche in dieser Gruppe. Ich finde, dafür sind wir schon sehr weit in der Gruppenentwicklung.”
“Das klingt so, als wenn du so etwas schon öfter durch gemacht hast.”
“Es kommt immer wieder vor, dass man in bestehende Gruppen stößt. In manchen Fällen dauert es Jahre, bis man sich richtig wohl fühlt. Kann es aber nicht vielleicht auch sein, dass du ein wenig eifersüchtig auf Hotaru bist?”
Es belustigte ihn, dass Kathlyn knallrot wurde und verlegen abwinkte. “Nein. Na ja, vielleicht ein bisschen. Für Totoru gibt es ja kaum ein anderes Gesprächsthema.”
“Alles, was ich dir dazu sagen kann, ist, dass du ihm Zeit geben solltest und du lieber mit ihm, als mit mir, darüber reden solltest. Totoru scheint ein Mensch zu sein, der sich erst umgewöhnen muss. Lange Zeit machte er sich nur über Hotaru Sorgen, aber das wird sich ändern, jetzt wo du in seinem Leben bist.” Er nahm einen letzten Zug von der Zigarette und drückte sie dann im Aschenbecher aus.
“Ey echt, manchmal klingst du wie ein alter weiser Mann.”
“Wenn man aus einer Gegend kommt, wo die Meisten deiner Freunde keine anderen Probleme haben, als Alkohol oder die Liebe, und du eh immer der Mensch bist, der immer zuhört, dann lernt man, damit umzugehen. Ich hab solche Situationen schon öfter beobachtet.”
“Also glaubst du nicht, dass Toto am Ende in Hotaru verliebt ist?”, fragte sie halb ängstlich, halb neugierig.
“Nein, da hab mal keine Angst. Aber wenn dich das nicht beruhigt, dann solltest du wirklich mit ihm reden und ihm sagen, wie du dich fühlst.”
“Scheiß Standardphrasen.”
“Ich weiß, aber meistens ist das wirklich das Beste.” Er lächelte sie aufmunternd an. “Ich werd mich dann mal um eure Betten kümmern. Mal sehen, ob ich genug Decken und Kissen habe.”
Fünf Minuten später hatte er im Wohnzimmer alles zurecht geschoben, die Sofas ausgeklappt und am Ende vier Decken und Kissen gefunden. Kathlyn fragte ihn, wozu er so viele herum zu liegen hatte.
“Damit Leute wie du sich darüber wundern können.”, gab er grinsend zurück und setzte sich dann in den Sessel, um sich noch ein wenig Whisky in ein Glas zu füllen. Als er gerade zum Trinken ansetzte, kamen die Anderen aus dem Schlafzimmer. “Wie geht’s ihr?”
“Gut, wie es aussieht. Jetzt schläft sie ganz fest.”, antwortete Rinoa.
“Umso besser. Ihr solltet euch auch hin legen. Und am besten sagt ihr mir jetzt, wenn ihr noch etwas brauchen solltet.”
“Eine Zahnbürste wäre nicht schlecht. Ich spür jetzt schon den Pelz auf meiner Zunge.”, sagte Mirouke und das Eis schmolz durch das riesige Gelächter. Danach setzten sich die Anderen irgendwo hin und man redete noch ein wenig. Totoru und Mazaru tranken die letzten zwei Bier, während die Blonde langsam einschlief.
“Immerhin hat Rinoa entschieden, wo ihr schlafen werdet.”, gluckste Mazaru, dem es ganz gelegen kam, sich noch mit ihnen zu unterhalten. So wurde er von seinen Problemen abgelenkt, die er zu solch später Stunde eh nicht lösen konnte. “Ist wahrscheinlich eh besser, dass Mirouke und Rinoa sich nicht die ganze Nacht berühren müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass er ansonsten morgen früh zwei blaue Augen hat. Aber ich werde jetzt auch schlafen gehen. Gute Nacht euch allen.”
Sie verabschiedeten ihn und er ging in das Schlafzimmer. Seufzend lehnte er sich an die Tür und beobachtete die schlafende Hotaru im schwachen Licht, dass von den Straßenlaternen herein schien. “Ich könnte ihnen morgen etwas vorlügen und sie wegschicken.” Er spielte mit etwas in seiner Hosentasche. “Dann lass ich sie im Laufe der nächsten Nacht verschwinden. Selbst wenn mir irgend jemand auf die Schliche kommt, kann ich wenigstens ruhig schlafen. Der Rest ist ja egal.” Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich, seine Augen strahlten eine eisige Kälte aus. Aus der Hosentasche zog er ein Klappmesser. “Ich bin eh nicht hier, um Freundschaften zu schließen oder mich zu verlieben. Pech für sie.” Er holte die Klinge heraus und trat einen Schritt auf das Bett zu.
Hotaru stöhnte und drehte sich hin und her, als würde sie schlecht träumen. Die Spitze des Messers und ihre Kehle trennten nur wenige Zentimeter. “Wo bin ich?”, flüsterte se leise, ohne die Augen zu öffnen.
“Sie redet im Schlaf?”, fragte er sich und zog das Messer zurück. Neugierig lauschte er, ob noch mehr kommen würde.
“Wer bist du? Was soll ich tun? Wonach? Bitte sag es mir.” Eine Sekunde später setzte sie sich erschrocken auf. Mazaru steckte geistesgegenwärtig das Messer weg und sah sie entgeistert an, fing sich jedoch schnell und fragte sie: “Alles in Ordnung? Hattest du einen Alptraum?”
“Hm? Ach, nein. Nichts besonderes. Ich leg mich am besten wieder hin.”
“Ja, tu das. Ich komme auch gleich.”
Schnell verließ er den Raum in Richtung Bad. Er wusch sich das Gesicht mit eiskaltem Wasser und betrachtete sich im Spiegel. “Was für ein Scheißspiel geht hier ab? Sieht echt so aus, als würde sie den gleichen Traum wie ich haben. Oder zumindest einen, wo sie das gleiche sagt, wie ich in fast jeder beschissenen Nacht. Das kann doch nicht sein. Was ist sie?” Er drehte sich um und starrte auf die verschlossene Tür. “Sieht so aus, als wäre sie doch nicht mein Ziel. Ich sollte wachsam sein.” Er zog das Messer aus seiner Tasche und sah es lange an. Wut baute sich in ihm auf. Wut auf diesen Traum, Wut auf sich selbst. “Fast hätte ich mal wieder unschuldiges Blut vergossen.”, flüsterte er verärgert vor sich hin und feuerte das Messer in den Abfalleimer. “Was zur Hölle soll ich bloß tun?”, fragte er sich verzweifelt und wartete auf ein Zeichen oder einen Einfall. Eine Antwort kam nicht, weshalb er sich entschloss, die Sache für diesen Abend in Ruhe zu lassen.
Er ging zurück ins Schlafzimmer und betrachtete wieder den schlafenden Körper. Er kniete sich an den Bettrand und strich ihr zärtlich ein paar Haare aus dem Gesicht, die sich gelöst hatten. “Wer bist du bloß? Bist du die Prinzessin oder doch das Böse? Ganz normal bist du auf jeden Fall nicht.” Er stützte seinen Kopf auf seine freie Hand. Irgendwann seufzte er: “Ich sollte erstmal aufhören, mich selbst zu belügen.”
Er stand auf, zog sich seine Hose und seine Socken aus und legte sich auf die andere Seite des Bettes. Kaum hatte er sich halbwegs gemütlich positioniert, drehte sich Hotaru in seine Richtung. “Maza? Bist du das?”
“Ja, keine Sorge. Entschuldige, dass ich dich geweckt habe.”
“Hast du nicht. Ich kann im Moment nicht einschlafen.”
“Beruhige dich. Ich halte jetzt die bösen Träume von dir fern.”
“Danke.”, flüsterte sie und lächelte. Nach einer kurzen Pause sagte sie noch: “Tut mir leid, dass es so enden musste.”
“Ach Quatsch. Ist doch OK. Nicht jeder verträgt Alkohol und Whisky ist besonders hart.”
“Du hast wohl Recht. Trotzdem hätte der Abend anders laufen sollen.”
“Wie denn?” Lächelnd drehte er sich auf die Seite und sah in ihr Gesicht. In ihm entbrannte ein Wunsch auf, aber er wollte sich nicht seinen Gefühlen hingeben. Trotzdem legte er langsam seine Hand auf ihre Seite.
“Hm... keine Ahnung.” Sie rutschte näher zu ihm. “Es war ja sehr schön bisher.”
“Ja, das war es.” Seine Hand fuhr mittlerweile über ihren Rücken und drückte sie noch ein Stück näher an sich. Auch ihre freie Hand legte sich um ihn.
“Was wohl passiert wäre, wenn ich nicht zusammen gebrochen wäre?”, seufzte sie und drückte ihren Kopf an seine Brust.
“Wer weiß das schon? Es ist passiert und nun auch egal. Ich bin bloß froh, dass es dir wieder gut geht.”
“Hast du das eigentlich vorhin ernst gemeint?”, fragte sie nach einer Pause.
“Was meinst du?”
“Das du mich mehr als alle anderen vermissen wirst und das unsere Freundschaft halten kann?”
“Klar.”, antwortete er lächelnd. Schlagartig drückte sie sich an ihn. Mazaru hörte, wie sie schluchzte. “Hey, was ist denn?”
“Nichts. Ich bin nur glücklich, das ist alles. So glücklich, dass es fast schon weh tut.” Mazaru streichelte ihren Hinterkopf und lächelte. Für einen kurzen Moment griff ihr Glück auf ihn über, aber ein Bild, dass sich plötzlich auf seine Augen brannte, schockierte ihn. Er hatte es getan, das Messer in ihren Körper gedrückt und ihn aufgeschlitzt. Ohne Reue stand er über sie gebeugt und lachte. Verzweifelt schüttelte er den Kopf und versuchte, dieses Horrorszenario wieder los zu werden. Da schoss ihm durch den Kopf, dass er es wirklich beinahe getan hätte. Er drückte Hotaru fester an sich, um sich zu vergewissern, dass sie noch in seinem Bett lag, noch am Leben war.
“Ich will nicht, dass du zurück gehst.”, sagte sie schluchzend.
“Lass uns jetzt nicht darüber reden.”, flüsterte er. “Bis dahin ist es noch lange hin und ich will mir jetzt noch keine Gedanken darüber machen.”
Sie lehnte ihren Kopf nach hinten und sah in seine Augen. “Du hast Recht. Tut mir leid, du denkst bestimmt, dass ich ein kleines Kind bin.”
“Wie kommst du darauf?”, fragte er, lehnte seine Stirn an ihre und streichelte ihre Wange.
“Ich heul hier die ganze Zeit rum und na ja...”
“Und warum sollte ich so etwas denken? Ist doch OK.”
“Wirklich?”
“Sicher. Ist doch normal.” Sie sahen sich in die Augen. Mazaru lächelte. Selbst in der Dunkelheit leuchteten ihre Augen mit diesem purpurnen Schein. In beiden entbrannte gleichzeitig ein Feuer des Verlangens. Sie wollten sich berühren, sich küssen, die Welt um sich herum vergessen und das Glück, dass sie empfanden mit niemanden außer dem Anderen teilen. Langsam näherten sich ihre Lippen. Hotaru konnte seinen heißem Atem spüren. Kurz bevor sie sich berührten, durchzuckte etwas Mazarus Körper. Bilder, als wären sie aus einer anderen Zeit schossen durch seinen Kopf. Sailor Saturn auf einem Thron, Mazaru in einer Rüstung an ihrer Seite. Ein Kampf, Blut, Leichen. Saturns Gestalt, die symbolisch ihre Sichel über einen Palast schwang, der darauf in Flammen aufging.
Die Beiden sprengten auseinander und sahen sich an. Sofort wusste er, dass sie es auch gesehen haben muss, aber keiner von ihnen wollte etwas sagen. Schnell drückten sie sich wieder aneinander. “Alles in Ordnung?”, fragte Mazaru mit einem gespielten beiläufigen Unterton.
“Ja, klar. Aber ich bin müde.”
“Ja, wir sollten wirklich langsam schlafen.”
Er legte sich auf seinen Rücken, konnte aber nicht anders, als Hotaru zu sich zu holen. Dankbar legte sie den Kopf auf seine Brust, während er ihren Rücken streichelte. Es vergingen ein paar Minuten und Hotaru war fast im Reich der Träume gelandet, als ein lautes Klatschen die Wohnung erzittern ließ. Blitzschnell richtete sie sich auf.
“Was war das?”
“Autsch!”, hörten sie Miroukes Stimme.
“Ich hab ihn ja gewarnt, dass er ruhig liegen sollte.”, gluckste Mazaru.
 
du weißt ja eig schon wie ich darüber denke. ^^
einfach nur genial, ich wünschte ich könnte auch sowas zustande bringen.
ich finds einfach nur toll wie du es schaffst alles so realistisch zu schildern, dass man sich in die gesamte situation hineinversetzen kann.
also kurz und knapp: weiter so, ich freu mich auf den nächsten teil *hug*
 
Natürlich weißt du wo ich die gefunden hab... ^___^

Schon nach zehn Minuten sah die Küche aus wie Schlachtfeld.
... wie ein Schlachtfeld.

“Lass uns jetzt darüber reden.”,
... uns jetzt nicht darüber...

Du hast es aber auch mit dem Wörter vergessen, was? Ich hatte eigentlich noch ne Stelle, aber die finde ich leider nicht mehr wieder, naja, ist eigentlich dein Glück *lach* Naja, aber was sind schon zwei drei Fehler in diesem Teil? - Nichts...

Das ist diesmal wirklich nen tolles Kapi gewesen, okay, waren die Anderen davor auch, aber ich weiß nicht, dieser Zusammenbruch Hotarus und die Gedanken und Zweifel von Mazaru waren echt genial... aber das er die Kleine töten wollte, ne ne... mein Herz wäre mir beinahe in die Hose gerutscht.^^

Allerdings, das beide diese Vision hatten, als sie sich küssten, hm... das lässt einem schon zu denken übrig, wäre das nicht gewesen, hätte ich beinahe gedacht das als nächstes ein Lemon kommt, schade ;_;

Aber was solls dafür war das Ende viel geiler... ^__^ Wenn die Männer eben nicht hören wollen *sich kringel vor lachen*... müssen sie eben fühlen...^^
 
Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber dafür ist dieser Teil auch richtig schön lang.

Ich hab es einfach nicht geschafft, was anständiges zusammen zu kriegen, aber mittlerweile "flutscht" es wieder :D

Also ein neuer Tag, ein neues Ereignis, viel Spaß damit und danke für die Comments. ^^

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Am nächsten Morgen lachten sie über Miroukes immer noch hochrote Wange. Hotaru war wieder topfit und die Welt schien wieder völlig in Ordnung zu sein. Mazaru hatte sich, bevor alle anderen wach geworden waren, aus Hotarus Griff entwunden und hatte Brötchen und, was Totoru als Geschenk Gottes bezeichnete, billige Zahnbürsten für all seine Gäste gekauft. Nach dem ausgiebigem Frühstück, war auch die Zeit des Abschieds gekommen.
“Bist du dir auch sicher, dass wir dir nicht bei der Küche helfen sollen?”, fragte Kathlyn, nachdem sie sich fertig gemacht hatten.
“Das ist noch gar nichts. Bei mir zu Hause sah es normalerweise schlimmer aus.”
“OK, wenn du das sagst. Wir sehen uns Montag, ja?”
“Klar. Als dann.” Mazaru umarmte die Mädchen und schüttelte Totoru und Mirouke die Hand.
Die Wege der Freunde trennten sich an der U-Bahnstation. “Tja, Jungs. Wir sehen uns. Bis dann.”
Die große Abschiedsparade begann. Rinoa war sehr erstaunt, dass auch Hotaru sich von ihr verabschiedete. “Ich hab heute noch etwas vor. Tut mir leid, aber das ist mir erst vorhin eingefallen.”
“Wo willst du denn hin?”
“Ich muss jemanden besuchen.”
“Aber... Ich wollte doch noch wissen, was heute Nacht zwischen dir und Mazaru passiert ist.”
Hotaru lächelte und umarmte sie noch einmal, bevor sie auf dem Absatz kehrt machte und die Station verließ. Hotaru wusste, dass Amy nicht allzu weit von Mazaru entfernt wohnte. Sie kramte in ihrer Handtasche und fand ihr Handy. Sie wählte die Nummer der angehenden Medizinerin.
“Ja?”, fragte sie verschlafen.
“Guten Morgen, Amy. Entschuldige, dass ich dich geweckt habe.”
“Schon OK. Was gibt es denn?”, fragte sie mit einem herzhaften Gähnen.
“Ich muss dringend mit dir reden. Mit dir allein, keine der Anderen darf es erfahren.”
“Ist was passiert?”
“Es würde am Telefon zu lange dauern. Darf ich zu dir kommen?”
“Ähm... ja, in Ordnung. Wie lange brauchst du ungefähr?”
“Vielleicht zehn Minuten.”
“Bis dahin habe ich zumindest einen Kaffee aufgebrüht. Also dann, ich erwarte dich. Aber ich warne dich, ich hab noch Besuch.”
“Ist mir egal, wenn ich mit dir allein reden kann.”
Zehn Minuten später drückte sie auf die Klingel eines Wohnblocks mit der Aufschrift “Mitzuno”. “Ja?”, kam es aus der Gegensprechanlage.
“Ich bin’s.”
“Komm hoch.”
Die Tür zu Amys Wohnung im dritten Stock stand einen Spalt weit offen. “Nun komm schon, Ryo. Ich hab Besuch, komm schon.”, hörte sie Amys fröhliche Stimme.
“Warum musst du so früh Besuch zu lassen?”
“Es ist wichtig. Du kannst dir ja vorstellen, worum es geht.”
“Ja, OK. Also gut.”
“Hallo? Amy? Ich kann auch später wieder kommen, wenn du noch keine Zeit hast.”
“Nein, nein. Ist schon in Ordnung. Komm rein.”
Hotaru beschlich ein Gefühl des Unwohlseins, als sie sich die Schuhe auszog, die Wohnung betrat und die Tür hinter sich schloss. Auch dass sie wusste, wer sich noch in dieser Wohnung aufhielt, half ihr nicht. Ryo Urawa war Amys erste große Liebe gewesen, der dritte Teufel, hochbegabt in der Schule und mit übersinnlichen Kräften gesegnet. Auch wenn die Teufel sieben Jahre zuvor erweckt und vernichtet worden waren, Ryo zeigte immer noch hellseherische Fähigkeiten.
Amy tat diese Beziehung sichtlich gut, wobei sie ihr Ziel, eine große Ärztin zu werden, nie aus den Augen verlor, während Ryo sie mit all seinen Kräften unterstützte. Auch in Amys anderem Leben, war er einer der Wenigen, die die wahre Identität der Senshies kannte. Makoto hatte eine Beziehung mit Asanuma eingegangen und ihn über alles aufgeklärt, während Rey es ihrem Yuichiro nie anvertraut hatte. Von den inneren Senshies hatte es nur Minako noch nicht zu einer festen Beziehung gebracht und Setsuna spielte jedem vor, dass sie keinen Mann wolle.
“Hotaru? Setz dich doch schon mal in die Küche. Wir kommen gleich.”
“Ist gut.”, antwortete die Schwarzhaarige und ging durch den langen Flur. Die Küche war hauptsächlich in weiß und himmelblau eingerichtet. Hotaru lächelte bei dem Gedanken, dass alle Kriegerinnen nie von ihrem Farbstil abwichen. Sie wusste, dass die vorherrschende Farbe in Makotos Wohnung kräftiges Grün war, was von ihren unzähligen Pflanzen ausging.
Fünf Minuten später stieß Amy zu ihr. Ryo verabschiedete sich höflich und gab seiner Freundin einen Abschiedskuss. Sailor Merkur goss zwei Tassen mit Kaffee voll und setzte sich Hotaru gegenüber.
“Tut mir wirklich leid, dass ich euch gestört habe.”
“Du musst dich wirklich nicht entschuldigen. Eigentlich hätten wir schon vor einer Stunde aufstehen sollen. Am Montag schreibe ich einen Test und du kennst mich.”
“Ja. Aber es war doch bestimmt schöner, mit Ryo zusammen zu sein, oder?”
“Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir gestern Abend Zeit gehabt hätten, aber na ja. Erst mussten wir ja die ganze Zeit euch beobachten und dann hatte es auch noch eine Monstermeldung gegeben, die sich als Unsinn erwiesen hat.”
“Warum habt ihr mir nicht Bescheid gesagt?”
“Reg dich nicht auf. Wir wollten dich nicht von Mazaru wegreißen, zumindest der Hauptteil von uns. Es sah so süß aus, wie du auf seinem Schoß gelegen hast.” Hotaru merkte, wie knallrot sie wurde. “Zwar wäre Haruka fast ausgerastet, aber Michiru hat sie zurück gehalten.”
“Oh mein Gott.” Hotaru vergrub das Gesicht in ihren Händen. “Ward ihr alle da?”
“Natürlich. Wir wollten sicher gehen, dass ihr auch wirklich sicher seid. Bis ungefähr um 0 Uhr die Monstermeldung kam. Aber genug jetzt. Was wolltest du mit mir bereden?”
Hotaru klärte sie über den restlichen Abend auf. Die Andere hörte sich alles ohne jegliche Regung an, nippte nur ein paar Mal an ihrem Kaffee.
“Das ist schlecht.”, sagte sie, nachdem Hotaru ihr Anliegen vorgetragen hatte. “Aber du bist sicher, dass es keiner deiner früheren Anfälle war?”
“Ja, ganz sicher. Es war ein anderes Gefühl. Außerdem sind Mistress Nine und die Death Buster-Implantate nicht mehr da. Die Anfälle wurden, so weit ich weiß, wegen Aktivität des Silberkristalls und des Heiligen Grals ausgelöst, aber in diesem Leben hatte ich noch keine weiteren Probleme damit. Deswegen bin ich zu dir gekommen. Als angehende Ärztin müsstest du mir doch weiterhelfen können, oder?”
“Danke, dass du so viel von meinen Fähigkeiten hälst, aber ich glaube, es wäre besser, wenn ich dich zu meiner Mutter schicke. Und ich bin mir sicher, dass wir es den Anderen sagen sollten.”
“Bitte nicht, Amy. Es sind eh schon so schwere Zeiten und ich will nicht, dass sich jetzt noch alle um mich Sorgen machen.”
“Ich denke nicht, dass ich sehr viel tun kann. Sicherlich kann ich dich untersuchen, was ich eigentlich noch nicht dürfte, aber ich weiß nicht, ob ich irgendetwas finden würde. Ehrlich gesagt, bürdest du mir damit sehr viel auf, vielleicht zu viel.”
“Bitte Amy. Du weißt, dass ich nicht der Mensch bin, der allen von seinen Problemen erzählt. Es war schon schwierig genug, mich hierfür zu entscheiden.”
“Ich mach dir einen Vorschlag: Ich untersuche dich und wenn wir was finden, was nicht da sein dürfte und für das ich keine halbwegs natürliche Erklärung finde, werden wir es den Anderen mitteilen. Aber wenn du nur ein wenig kränkelst, dann schick ich dich einfach zu meiner Mutter, die das Ganze offiziell machen darf. Einverstanden?”
“Wenn du mir nur noch erklärst, was du nicht halbwegs natürlich erklären kannst, OK.” Hotaru lächelte zaghaft. Amy hatte nicht danach geklungen, als wäre sie zu Scherzen aufgelegt gewesen.
“Pass auf, Hotaru. Es ist keine unbeschwerte Zeit mehr, auch wenn wir alle uns den Zustand der letzten fünf Jahre zurückwünschen, aber sie kommen vielleicht nie wieder zurück. Wir alle hatten doch gedacht, dass es nichts schlimmeres geben kann als Galaxia und das Chaos. Aber wieder wurden wir angegriffen, schlimmer als je zuvor.”
“Ich weiß, Amy. Bisher waren wir machtlos, bei beiden Angriffen.”
“Es geht nicht nur darum. Du weißt, dass Usagi schon den Thron bestiegen haben sollte, aber es deutet sich nichts davon an. Im Moment scheint es wahrscheinlicher zu sein, dass wir umgebracht werden. Wir wissen noch gar nichts von unseren Gegnern, es zeichnet sich bisher nur eine hohe Opferquote ab.” Sie seufzte. “Was ich sagen will, ist, dass die letzten zwei Wochen vielleicht die Ruhe vor dem Sturm waren. Ich kann mir vorstellen, dass sie ihre Strategie geändert haben und nun vielleicht uns Senshies direkt angreifen wollen. Dein Anfall gestern könnte von ihnen provoziert worden sein, oder sie wollen dich vernichten, in dem sie deinen Körper zerstören, was ich persönlich aus zwei Gründen sehr erschreckend finden würde. Erstens: Sie wissen, dass du Saturn bist und wenn sie das wissen, kennen sie uns besser als jeder andere Gegner. Zweitens: Wenn sie über eine solche Macht besitzen, uns so angreifen zu können, dass uns unsere Kristalle nicht beschützen können, dann heißt es gute Nacht.”
“Gäbe es nicht auch die Variante, dass ich einfach keinen Whisky vertrage?”, Hotaru sah ihre Freundin flehend an. Sie bettelte nach einer Antwort, die nicht alle in noch größere Aufruhr versetzen würde.
“Hoffen wir, dass es nur das ist. Ein Problem ist natürlich, dass du gestern getrunken hast und bestimmt Restalkohol in deinem Blut hast. Dir welches abzunehmen würde also rein gar nichts bringen.”
“Und was machen wir dann?”
“Ich werde erstmal alle anderen Untersuchungen vornehmen. Wenn wir nichts finden, sollten wir uns übermorgen noch einmal treffen. Aber ich geh jetzt erst einmal duschen. Danach fahren wir zu meiner Mutter und ich untersuche dich. Hoffentlich wissen wir dann mehr.”
Sie waren bis zum späten Nachmittag in dem Krankenhaus, in dem Amys Mutter arbeitete, fanden jedoch nichts. Beide wussten nicht, was sie von der Diagnose “Kerngesund” halten sollten, aber nachdem Amy sogar ihre Mutter zu Rate gezogen hatte, die auch nichts finden konnte, blieb ihnen nur das abgemachte Treffen am Montag Nachmittag.
Vor dem Krankenhaus verabschiedeten sich die Beiden. Die Sonne war gerade dabei, hinter den Hochhäusern der Stadt zu verschwinden. “Ich danke dir, dass du dir die Zeit für mich genommen hast.”
“Keine Ursache. Irgendwie beruhigt es mich, dass du nichts hast.”
“Mich auch, aber lass es trotzdem unser Geheimnis bleiben, ja?”
“Ich stehe unter Schweigepflicht, so lange du nichts hast.”, erwiderte Amy und zwinkerte ihr zu. “Wir sehen uns dann am Montag. Pass auf dich auf.”
“Du auch. Ciao.” Sie umarmten sich kurz, bevor Hotaru sich auf den Weg zur U-Bahnstation machte. Im Zug saß sie still und geistesabwesend da und dachte über Amys Worte nach. Zwar waren einige ihrer Nerven beruhigt, dafür aber noch mehr auf Alarmbereitschaft. Hatten ihre Gegner wirklich versucht, ihren Körper zu zerstören? Während der gesamten Fahrt kam sie auf keine Antwort. Kurz vor ihrer Villa verdrängte sie diese Gedanken. Sie wollte den Anderen keinen Grund zur Beunruhigung geben, jedoch versuchte sie vergeblich eine fröhliche Miene aufzusetzen, bevor sie das Haus betrat. Die Erinnerung an Amys Worte stachen tief in ihre Seele. Zu diesem Zeitpunkt waren es nicht die Gedanken zu ihrem Anfall gewesen, sondern dass Haruka fast ausgerastet wäre. Hotaru verspürte einen leichten Anflug von Angst. Wie sollte sie ihrer Vaterfigur gegenüber treten?
Sie öffnete die Tür nur zögernd. Kurzzeitig spähte sie in das hell erleuchtete Wohnzimmer, wo aber niemand saß. Schnell schloss sie die Tür hinter sich und wollte eigentlich auf Zehenspitzen in ihr Zimmer schleichen, besann sich aber und sagte: “Hallo. Ich bin wieder da. Tut mir leid, dass es so spät geworden ist.”
“Oh, hallo Hotaru. Wie geht’s dir?”, hörte sie Michirus Stimme aus der Küche.
“Ganz gut und euch?”, sie hing ihren Mantel an den Kleiderhaken und zog sich die Schuhe aus.
“Wir sind alle müde.”
“Wurde es gestern spät?”, fragte sie auf dem Weg zur Küche.
“Na ja. Ist ja egal. Hattest du einen schönen Abend?”
“Als wenn ihr das nicht ganz genau wüsstet.”, flüsterte die Schwarzhaarige, sagte dann aber: “Ja, es war in Ordnung.”
“Wo warst du denn noch so lange?”, fragte Michiru und sah ihre Ziehtochter, die sich an den Türrahmen lehnte, lächelnd an.
“Noch in der Stadt.”
“Ganz allein? Rinoa ist doch schon seit dem frühen Nachmittag zu Hause. Wir haben sie zufällig gesehen, als wir vom Einkaufen wiedergekommen sind.”
“Ich wollte ein wenig nachdenken.”
“Worüber denn?”
“Ach, dies und das. Nichts besonderes.”
“Bist du zu irgendwelchen Antworten gekommen?”
“Nein, leider nicht.”, seufzte Hotaru und betrachtete ihr gegenüber. Selbst bei solch natürlichen Tätigkeiten, wie den Geschirrspüler ausräumen, strahlte Michiru eine unglaubliche Schönheit und Ruhe aus.
“Mach dir nichts draus, das wird schon.”, sagte diese glucksend.
“Was meinst du?”
“Du hast dir doch sicherlich Gedanken über Mazaru gemacht, oder?”
“Ähm... Du hast mich erwischt.”, log sie und errötete deswegen leicht und nicht, wie Michiru annahm, wegen ihrer Gefühle.
“Denk, daran, dass du ihn noch nicht lange kennst. Auch bei Haruka und mir ging das nicht innerhalb von zwei Wochen.”
“Wenn du das sagst. Apropos, wo sind Haruka und Setsuna?”
“Setsuna ist in ihrem Zimmer. Keine Ahnung, was mit ihr ist. Seit diesen Angriffen ist sie irgendwie komisch. Und Haruka fährt gerade herum.”
“Das macht sie doch meistens, wenn sie sauer ist, oder nachdenken will.”
“Du kennst sie doch. Haruka hat ein Problem mit Veränderungen, du weißt, wie stur sie ist. Tief in ihrem Inneren, weiß sie auch, dass dieser Junge nichts mit diesen Angriffen zu tun hat.”
“Aber was hat sie denn? Warum will sie mich nicht in seiner Nähe sehen?”
“Hotaru, verstehst du es wirklich nicht? Sie hat dich großgezogen, so gut sie konnte und meistens sieht sie in dir noch das Baby, dass wir damals aufgenommen hatten und keine fast erwachsene Frau, die beginnt ihr eigenes Leben zu leben. Sie ist mit sich uneins.”
“Wie meinst du das?”
Michiru trocknete sich die Hände und dachte lange über ihre Antwort nach. “Versteh doch, dieser Junge hat etwas in dir ausgelöst, was sie am liebsten nie in dir gesehen hätte. Du hast dich verliebt und das bedeutet für sie, dich irgendwann zu verlieren. Während wir drei wahrscheinlich hier zusammen leben werden, bis wir alt und grau sind, wirst du irgendwann dein eigenes Leben in Angriff nehmen. Deine erste Liebe macht ihr das irgendwie bewusst, aber wahrhaben beziehungsweise realisieren will sie es nicht.”
“Meinst du wirklich, dass wir Kriegerinnen noch eine Zukunft haben? Klar, wir werden irgendwann den Feind besiegt haben, aber Usagi wird hoffentlich bald den Thron besteigen. Haben wir dann noch normale Leben?”
Michiru seufzte, ging zu der Schwarzhaarigen herüber und legte ihr beide Hände auf die Schulter. “Hotaru, du weißt, dass unsere Zukunft ungewiss ist. Besonders die von uns beiden und Haruka. Erinnerst du dich an Chibi-Usas Aussagen über die Zukunft?”
“Was meinst du genau?”, fragte sie verunsichert.
“Im Gegensatz zu allen anderen, kennen wir unseren Platz nicht. Usagi und Mamoru auf dem Thron, die vier Kriegrinnen an ihrer Seite. Setsuna wird ihren Platz an der Pforte zu Raum und Zeit einnehmen. Aber erinnerst du dich an ein Wort über uns?”
“Nein.”
“Du weißt, dass wir eines der schwersten Lose tragen. Unsere Aufgabe war und ist es Eindringlinge fernzuhalten, aber dies machten wir im Silberjahrtausend nicht von der Erde aus. Setsuna, Haruka und ich mussten damals mit ansehen, wie Sailor Saturn den Untergang besiegelt hat...” Hotaru fielen die Bilder aus der letzten Nacht wieder ein. Mazaru an ihrer Seite, während sie das Silberreich verdammte. Kurz machte sie den Mund auf, um ihrer Ziehmutter davon zu berichten, brach es aber sofort ab. Sie wollte nicht der Bote noch merkwürdigerer Nachrichten sein, so lange sie keine Ahnung hatte, was es zu bedeuten hatte. “Bisher dachten wir, dass es mit dem Chaos beendet gewesen wäre und das unsere Aufgabe erfüllt wäre, aber du siehst ja, was die Realität ist. Wir sind wieder in einem Kampf auf Leben und Tod und dieses Mal scheinen wir keine Chance zu haben. Aber wenn wir diesen Feind besiegt haben, könnte unsere Aufgabe endgültig erledigt sein.”
“Was wird dann mit uns geschehen?”, fragte sie, ohne sich sicher zu sein, ob sie die Antwort wirklich hören wollte.
“Keine Ahnung. Es kann sein, dass wir aufhören zu existieren, zumindest als Sailor Krieger. Vielleicht gehen wir aber auch zurück zu unseren alten Posten, sobald Usagi Königin ist, oder vielleicht...” Michiru brachte den Satz nicht zu Ende. Mit Tränen in den Augen wandte sie sich von ihrer Tochter ab, die aber genau wusste, was sie sagen wollte.
“Es könnte sein, dass wir diesen Kampf nicht überleben und deswegen nicht in Chibi-Usas Zukunft vorhanden sind.” Eine Kälte zog durch ihren Körper. Ihr Gesichtsausdruck wurde steinhart. Beide waren in eine Art Starre gefallen, die sie einige Sekunden festhielt, bis sich plötzlich Michirus Kommunikator meldete.
“Ja?”
“Ein Angriff auf dem Jubanfriedhof.”, meldete sich Harukas Stimme.
“Wir sind sofort da. Halt durch.” Michiru wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht und sah Hotaru noch einmal eindringlich an. “Sag ihr bitte nichts davon, ja? Es würde Haruka nur noch mehr fertig machen, wenn sie wüsste, was ich mir für grausame Gedanken mache.”
“Ist gut. Ich werde auch versuchen, nicht mehr daran zu denken.”
“Danke. Setsuna, beeil dich, es gibt einen Angriff.” Michiru eilte aus der Küche und rief noch lange nach ihrer Mitbewohnerin. Hotaru aber blieb regungslos in der Küche stehen. Sie war sich sicher, dass sie Michiru nicht begleiten durfte. “Setsuna, jetzt komm endlich. Ach, verdammt. Hotaru, wo bleibst du denn?”
Verwirrt lehnte sie sich nach vorn und sah die Grünhaarige an. “Ich soll mitkommen?”
“Natürlich. Es wäre Quatsch, wenn du nicht kämpfen solltest, besonders da Setsuna anscheinend ausfällt. Los, verwandle dich und dann teleportieren wir uns zum Friedhof.”
“OK.” Hotaru strahlte. Michiru hatte es geschafft, ihr neues Selbstvertrauen zu geben. Das Gefühl des Unnützseins, dass sie immer wieder beschlich, sobald sie in das Haus trat, verschwand, als sie die Verkleidung Hotaru Tomoe ablegte und die Uniform ihren Körper bedeckte.
Ein paar Sekunden später fanden sich die Beiden auf dem Friedhof wieder, wo direkt neben ihnen ein Grabstein zerbarst, als er von Harukas Energieball getroffen wurde.
“Uranus, alles klar?”, fragte Michiru und stürzte zu ihrer Partnerin.
Hotaru blickte um sich, um den Gegner ausfindig zu machen. Das Monster war ungefähr zwanzig Meter von ihr entfernt und kämpfte gegen einen jungen Mann. “Was sucht er hier?” Sie stürzte zu den Kämpfenden und griff das Monster mit ihrer Sense an, der das Monster mit einem gewaltigem Sprung in die Luft ausweichen konnte.
“Na, Prinzessin? Aufgewacht?”, fragte Mazaru sie, als er sie erkannte.
“Lange nicht gesehen.”
“Wenn du zwei Wochen als lang identifizierst, dann ja.” Er lächelte und sah in ihre Augen. Wieder dachte er daran, dass die Kriegerin vor ihm auch Hotaru sein konnte, aber selbst wenn, es machte ihm irgendwie Spaß eine der Senshies zu triezen. “Hälst du diesmal länger durch?”
“Schaffst du es, deinen Arm diesmal heil zu lassen?”, gab sie gekonnt zurück, wurde aber in diesem Moment von ihm zu Boden gerissen. Sie hatte ihre Deckung außer Acht gelassen und das Monster hätte ihr beinah einen Tritt gegen die Schläfe verpasst, wäre Mazaru nicht geistesgegenwärtig gewesen. Sie schlitterten über den nassen Rasen und er knallte mit der rechten Schulter gegen einen Grabstein.
“Sieht nicht so aus.”, sagte er lächelnd und hielt sie sich.
“Dann bleib hier sitzen.” Ohne zu wissen, was sie tat, drückte sie ihm einen Kuss auf die Wange und startete zu dem Monster. Es war ein Zombie, dem im Mad Madders nicht unähnlich, aber anscheinend in Kraft und Schnelligkeit noch weit überlegen. Wieder verfehlte sie ihn mit der Sense, was er ausnutzte um ihr sein Knie in den Magen zu rammen. Sailor Saturn schnappte nach Luft und fast hätte ein weiterer Schlag sie erwischt, doch Uranus und Neptun stürzten sich gleichzeitig gegen das Vieh und schickten es mit einem doppeltem Kick auf den Boden.
Mazaru beobachtete das Treiben in aller Gelassenheit. Er dachte nicht einmal darüber nach, warum Saturn ihn geküsst hatte, sondern sah sich einfach nur lächelnd den Kampf der Senshies an. Er war sich sicher, dass diese Drei keine Chance gegen das Monster hatten, wenn sie nicht alle Kräfte mobilisieren würden. Auch mit seiner Hilfe würde es kaum ausreichen. Der Schmerz in seiner Schulter wurde langsam stärker, aber er spürte, dass es nur eine Prellung war. Zwar konnte er den Arm an diesem Abend vergessen, jedoch tatenlos zu sehen wollte er auch nicht, wie drei Kriegerinnen vor seiner Nase starben. Uranus wurde mit einem Schlag weggeschleudert, während die Andere versuchte, ihn mit einer Wasserattacke aufzuhalten. Wie schon in dem Club verzerrte sich das Gesicht des Zombies zu einem immer größeren Grinsen, wenn eine unnütze Attacke auf ihn gestartet wurde. Seinen Kopf als Hammer missbrauchend, schlug er gegen Neptuns Stirn, die benommen einsackte und danach wie ein Fußball behandelt wurde. Die gewaltige Kraft des Monsters schleuderte sie durch die Luft, bis sie unsanft von einem steinernen Kreuz abgefangen wurde. Saturn kniete immer noch auf dem Boden und kämpfte um Sauerstoff.
Grinsend stand er auf. “Was soll’s? Wenn ich tot bin, muss ich mir immerhin keine Gedanken mehr über irgendwelche Träume machen.”, flüsterte er vergnügt vor sich hin und schritt langsam auf den Zombie zu, bis er plötzlich an seinem Bein festgehalten wurde.
“Tu das nicht. Du wirst bloß sterben.”, flehte Saturn ihn an und zog sich langsam an ihm hoch. “Bitte, tu das nicht.”, sagte sie noch einmal, als sie aufrecht stand und ihm in die Augen sah.
“Es ist egal, Saturn. Besser ich, als ihr.” Er legte die Hand auf ihre Brosche. “Eure Kristalle müssen hell leuchten. Wenn ich drauf gehe, tut das niemandem weh. Bei euch wäre das schon anders.” Mit aller Kraft drückte er gegen die Brosche und Hotaru somit von sich weg, die wieder zu Boden krachte. Dann rannte er auf das Monster zu.
Blitzschnell wich er einem Faustschlag aus, wirbelte um ihn herum, harkte seinen funktionierenden Arm unter den Linken seines Gegners und schleuderte ihn über seinen Rücken auf den Boden. Sofort sprang er ein paar Meter nach hinten, um Sicherheitsabstand zu schaffen und wartete, bis das Vieh wieder aufgestanden war. Dann setzte er einen Tritt voll gegen das Kinn, der seinen Gegner ein Stück in die Luft hob, wo er mit aller Kraft in der linken Faust in den Magen des Monsters schlug. Für kurze Zeit sah es aus, als hätte er sich einen Vorteil herausgearbeitet, doch der Andere sprang grinsend wieder auf und rannte auf ihn zu, wo Mazaru ihn mit einem Rückwärtssalto erwartete und ihn mit beiden Fußspitzen wieder am Kinn traf.
Das Monster stand wieder auf, griff aber nicht wieder an. Es sah aus, als würde das Monster nachdenken, was es als Nächstes tun sollte. Mazaru grinste, streckte den linken Arm aus und winkte seinen Gegner mit den Worten “Just bring it!” heran. Doch bevor einer der Beiden eine weitere Attacke starten konnte, zischte ein Pfeil aus Feuer an Mazarus Kopf vorbei und durchlöcherte das Monster. Der Schwarzhaarige drehte sich um und erkannte einen Bogen aus Flammen, der das argwöhnische Gesicht Sailor Mars erhellte.
“Geh aus dem Weg!”, schrie sie ihn an, bevor sie den zweiten Pfeil abfeuerte. Mazaru, der gerade noch zur Seite springen konnte, sah nicht, ob sie traf oder nicht, aber ein Schrei des Monsters verriet ihm alles. Plötzlich bemerkte er einen Windzug und er registrierte, dass Sailor Jupiter an ihm vorbei rannte und dem Monster einen Donnerschock aus geringster Entfernung verpasste. Auch Sailor Saturn hatte ihre Kräfte zurück erlangt und griff erneut den Zombie an, diesmal mit mehr Erfolg.
“Wo sind die Uranus und Neptun?”, fragte Sailor Mars Mazaru, die sich mit gespanntem Bogen neben ihm stellte.
“Die müssen hier irgendwo rumliegen.”
“Du verschwindest jetzt auch besser.”
“Ihr könnt meine Hilfe gebrauchen.”, sagte er und schon drang ein Schrei von Jupiter an ihre Ohren. Mit einer Hand hielt der Zombie ihre Kehle fest umschlossen und hob sie in die Luft, mit der Anderen wehrte er die Befreiungsversuche von Hotaru ab. “Siehst du, was ich meine? Lenk ihn ab.”
Sie sah ihn kurz an, bevor sie nickte und er auf das Monster zu rannte. Mars zielte mit ihren Pfeilen auf den Kopf ihres Gegners, der sie aber abfangen konnte. Mazaru nutzte dies aus und trat ihm voll in die Seite. Erst in diesem Moment bemerkte er Saturns Sense, die sich nur wenige Millimeter neben seinem Fuß in den Körper des Monsters gebohrt hatte, das dadurch Sailor Jupiter frei ließ, die sofort von Uranus weggezogen wurde. Diese zog sofort ihr Schwert und rammte es in die andere Seite.
Zeitgleich schnappten sich Uranus und Mazaru jeweils einen Arm. “Saturn, dein Einsatz.”, brüllte die Braunhaarige. Die Angesprochene nickte, zog ihre Sense heraus und rannte vor das Monster. Sie sprang in die Luft, drehte ihre Waffe ein paar Mal mit den Händen und hieb dann mit aller Kraft den Feind entzwei. Blut spritzte Mazaru und Uranus ins Gesicht. Alle anwesende Senshies kamen näher. Mars stützte Neptun, die sich beim Aufprall am Rücken verletzt hatte. Der Körper des Zombies zersetzte sich langsam und der junge Mann warf den Arm, den er immer noch in der Hand hielt mit einem angewiderten Gesicht zu Boden.
“Wo sind Sailor Moon, Venus und Merkur?”, fragte Saturn langsam.
“Keine Ahnung. Wir waren nicht zusammen. Und wo ist Pluto?”, erwiderte Mars. Saturn wollte gerade antworten, doch Uranus schnitt ihr das Wort ab. Sie hatte ihr Schwert aufgehoben und es mit einem Blick des Hasses auf Mazaru gerichtet, während sie sagte: “Seid ruhig!”
“Uranus, was hast du?”, fragte Jupiter, doch die hörte sie nicht. Aggressiv starrte sie Mazaru an, der den Blick mit einem verwirrtem, aber auch belustigtem Ausdruck erwiderte.
“Ich weiß nicht, was passiert ist, aber das Opfer hat sich während eines Gespräches mit diesem Jungen verwandelt. Du sagst mir jetzt sofort, wer du bist und was du in Tokio suchst, oder du lernst mich und mein Schwert kennen.”
“Du weißt doch schon alles über mich, oder? So lange, wie du schon hinter mir her spionierst. Du hast doch bloß auf den Moment gewartet, bis sich wieder ein Monster in meiner Nähe zeigt. Du verfolgst mich schon, seitdem ich meine Wohnung verlassen habe und auch gestern Nacht hast du die ganze Zeit in der Nähe meiner Wohnung herum gelungert. Sag mir, warum ihr so schnell verschwunden ward, so kurz nach Mitternacht?”
“Du hast uns also bemerkt? Noch ein Grund mehr, warum du kein normaler Jugendlicher sein kannst. Also sprich jetzt, oder...”
“Oder was?”, fragte Mazaru höhnisch. Er hatte, was er wollte. Uranus war stocksauer und griff ihn mit dem Schwert an. Mit einem Lächeln, das die größte Ruhe ausstrahlte, wich er all ihren Angriffen aus, ohne aber einen Konter zu setzen. Saturn stürzte sich zwischen die Beiden und fing einen Angriff ihrer Sichel ab.
“Geh mir aus dem Weg!”, brüllte Sailor Uranus erbost.
“Vergiss es. Uranus, du begehst einen Fehler.” Saturn war nicht bestürzt oder ängstlich, feste Entschlossenheit versteinerte ihr Gesicht. Sie war bereit, es gegen ihre Vaterfigur aufzunehmen, wenn diese nicht aufhören sollte. Auf der anderen Seite wussten die anderen Kriegerinnen nicht, was sie tun sollten. Verwirrt starrten sie die Drei an. Jede von ihnen hatte geahnt, dass Haruka so etwas veranstalten würde, bis sie einen kleinen Beweis hatte, jedoch war dieser Beweis größer, als sie erwartet hatten.
“Uranus.”, fing Saturn wieder an. “Warum hätte er dann gegen dieses Monster kämpfen sollen?”
“Er hat uns doch schon die Antwort geliefert. Er wusste doch, dass ich in der Nähe bin. Er treibt sein krankes Spiel mit uns. Und jetzt geh mir aus dem Weg.” Sie stieß ihre Ziehtochter von sich, sprang in die Luft und versuchte so einen Schwerthieb anzubringen. Mazaru wich wieder aus und fing die daraufhin herannahende Faust mit seinem linken Arm ab.
“Bist du echt so stur? Glaubst du wirklich, dass ich um die halbe Welt reise, nur um euch auszulöschen?”
“Unsere Gegner sind schon aus anderen Ecken des Universums gekommen, da ist die halbe Welt kein Problem.” Sie stieß ihr Knie nach oben, um Mazarus Magen zu erwischen, doch der war schneller. Immer noch Uranus Hand festhaltend sprang er in die Luft über seine verwirrte Gegnerin, landete und schleuderte sie über seine Schulter. Mit dem Kopf voran schlitterte sie über den nassen Rassen, bis ein weiterer Grabstein sie abrupt stoppte.
“Donnerschlag, flieg!”
“Neptun, flieg!”
Beide Attacken waren auf ihn gerichtet. Saturn schrie wieder, dass die Kämpfenden aufhören sollten, wurde aber von Sailor Mars aufgehalten, so dass sie nicht ins Geschehen eingreifen konnte. Doch Mazaru brauchte keine Hilfe. Blitzschnell wich er den Spezialangriffen der Senshies aus, ließ es jedoch abermals, eine eigene Attacke zu starten. Selbst Hotaru stutzte und konnte sich nicht erklären, woher Mazaru eine solch übermenschliche Schnelligkeit hatte.
Uranus hatte sich wieder aufgerichtet. Schwer atmend hatte sie den Kopf nach unten gesenkt. Mazaru, der auf dem Boden kniete, nachdem er einem weiteren Donnerschlag ausgewichen war, und auch die anderen Kriegerinnen sahen zu ihr. Hotaru starrte sie an und fragte sich, was die Andere vor hatte. “Wenn du uns nicht bekämpfen willst, was suchst du dann in Tokio?”
“Ich bin bloß ein Austauschschüler. Mehr nicht.”
“Dann beantworte uns, warum du gegen die Monster kämpfst.”, schrie Jupiter.
“Warum denn nicht? Seid ihr neidisch, dass ich ein wenig Ruhm einheimse? Sorry, aber deswegen mach ich es nicht.”
“Warum denn dann?”
“Ich will, übrigens genau wie ihr, die Menschen in dieser Scheißstadt beschützen. Wenn ihr unbedingt wollt, dann verzieh ich mich ab jetzt, sobald ihr auftaucht.”
“Halt die Klappe.”, brüllte Uranus. Sie starrte ihn mittlerweile mit glasigen Augen an. Wieder hatte sie ihr Schwert auf ihn gerichtet. “Verschwinde und komm uns nie wieder unter die Augen, wenn du bloß ein Austauschschüler bist. Falls ich dich noch einmal in der Nähe eines Monsters sehe, werde ich dich töten.”
Mazaru grinste. “Du willst mich töten? Du hast es noch nicht einmal geschafft, mich irgendwie zu treffen.”
Das Feuer in den Augen Uranus wurde neu entfacht. “Willst du es auf drauf anlegen?”
“Och nö.”, sagte er lachend und stand auf. “Heute nicht mehr. Aber es macht Spaß mit dir zu kämpfen, vielleicht ein Andermal. Hab heute keine Lust mehr. Als dann, viel Spaß mit dieser Paranoiden.” Er drehte sich um, wank mit der linken Hand den Senshies zu und ging.
“Verarsch uns nicht!”, brüllte Uranus ihm hinterher. “Ich meine es ernst.”
“Ja, klar. Ich übrigens auch.”, erwiderte er glucksend. Die Kriegerinnen sahen ihm nach. Haruka bebte vor Zorn. Plötzlich rannte sie los, hob ihr Schwert in die Luft und schleuderte ihre tödliche Attacke auf Mazaru.
“Maza, duck dich!”, platzte es aus Hotaru hervor. Der Energiestoß kam ihm immer näher. Kurz bevor sie ihn erreichte, blendete ein gleißend weißes Licht die Kriegerinnen. Nur mit Mühe konnten sie die Augen öffnen, um nachzusehen, ob Uranus Angriff den jungen Mann getroffen hatte. Das weiße Licht ging von ihm aus. Es schien ihnen, als würde er eine blau-schwarze Rüstung tragen. Die Attacke hatte er mit einem langen, sehr edel aussehenden Schwert abgeblockt. Seine Augen funkelten böse, als er über seine Schulter zu Uranus sah. Sowohl die Aura, als auch das Licht, verschwanden, während er sagte: “Jemanden hinterrücks angreifen. Ich dachte die Senshies hätten Ehrgefühl. Na ja, anscheinend irrt sich die Welt auch in diesem Punkt. Adios.” Sofort rannte er los und verschwand im Schutz der Finsternis.
Alle anwesenden Sailor Kriegerinnen sahen ihm verwundert hinterher. “OK.”, fing Jupiter an. “Wenn ich eure Gesichter richtig deute, dann hab ich keine Halluzinationen. Was war das?”
“Keine Ahnung, Jupiter.”, stammelte Sailor Mars. “Uranus, ist mit dir alles in Ordnung?”
Doch Die antwortete nicht. Schwer atmend starrte sie mit aufgerissenen Augen auf die Stelle, wo Mazaru noch kurz vorher stand, sah dabei aber nicht so aus, als hätte sie realisiert, was passiert war. Auch Michiru hatte einen glasigen Blick. Als die Braunhaarige sich wieder fing, blickte schnell sie zu ihrer Lebensgefährtin und nickte ihr zu. Wie von der Tarantel gestochen rannten die Beiden los. Dabei ließen sie sich keineswegs von den verwirrten Rufen ihrer Freunde irritieren. Erst als plötzlich etwas die Luft zerschnitt und nur wenige Millimeter an ihren Ohren vorbei zischte, blieben sie stehen. Vor ihnen steckte auf einmal eine rote Rose im Boden.
“Lasst ihn für heute Abend in Ruhe.”, sagte eine ihnen bekannte männliche Stimme.
“Du kommst spät, Mamoru. Und wo ist Usagi?”, fragte Rey.
“Es geht ihr nicht sehr gut. Sie liegt im Bett und hat Fieber. Uranus, Neptun, ich soll euch von ihr sagen, dass ihr diesen Jungen in Ruhe lassen sollt.”
Hotaru seufzte, als sie diese Worte hörte. Ein riesiger Stein fiel ihr vom Herzen.
“Gut, für heute belassen wir es. Aber dieser Kerl wird nichts Gutes für uns bringen. Wir sollten ihn meiden, wenn wir ihn schon nicht vernichten wollen.”, sagte Uranus.
“Das heißt nicht, dass sich jeder von uns daran halten muss.”, ergänzte Michiru. “Jedem steht frei, in welcher Beziehung er zu Mazaru steht.” Hotaru, Rey und Makoto sahen sie verwirrt an, doch Uranus tobte plötzlich vor Wut.
“Was soll das, Michiru? Fällst du mir jetzt auch in den Rücken?”
“Haruka, nein. Ich meine nur, dass man es erwachsenen Personen nicht verbieten kann, mit wem sie Umgang haben.”
“Wir sind aber noch nicht alle erwachsen.”
“Doch sind wir, Haruka. Auch Hotaru. Sie ist erwachsener, als jede andere 17-Jährige auf diesem Planeten.”
“Erzähl nicht solche Scheiße! Sie ist noch ein Kind.”
“Nein, Haruka. Das ist sie nicht.”, erwiderte Michiru leise, aber eindringlich. “Aber das willst du nicht wahrhaben.”
Sailor Uranus starrte sie stocksauer an, bis sie ihren Blick auf Hotaru fallen ließ. “Da hast du ja, was du wolltest.”, brüllte sie und machte auf dem Absatz kehrt. Niemand hielt sie auf dem Weg in die Dunkelheit auf. Alle Augen waren jetzt auf Michiru gerichtet, die ihrer Freundin unsicher hinterher sah. Hotaru glaubte Tränen auf ihrer Wange zu sehen, doch als die Grünhaarige sich ihr zu wandte, sah sie so stark, schön, entschlossen und anmutig wie immer aus. “Komm Hotaru, wir gehen nach Hause. Sie reagiert sich schon wieder ab.”
“Ja, OK. Bis dann Rey und Mako. Grüß bitte Usagi, ja Mamoru.” Auch Michiru verabschiedete sich schnell, sie verwandelten sich zurück und traten den Heimmarsch an.
Eine Ewigkeit gingen sie stumm durch die Straßen. Hotaru sah immer wieder zu ihrer Ziehmutter auf, die zwar nachdenklich, aber ansonsten wie immer aussah. Hotaru bewunderte ihre innerliche Stärke. Michiru war eine Frau, der man nicht sofort jede Gefühlsregung ansah. Hotaru war sich sicher, dass sie schon in Tränen ausgebrochen wäre, hätte sie an ihrer Stelle diesen Streit mit Haruka gehabt. Genauso sicher war sie sich aber auch, dass die Situation nicht so spurlos an Michiru vorbei ging, wie diese es im Moment verkaufen wollte.
“Michiru, ich wollte nicht, dass ihr euch wegen mir streitet.”, flüsterte die Schwarzhaarige.
“Ich weiß, Liebes. Es ist auch nicht deine Schuld. Bitte, lass uns jetzt nicht mehr darüber reden. Wollen wir nicht lieber noch etwas essen gehen? Du müsstest doch ziemlich hungrig sein.”
“Es geht. Wir können auch zu Hause etwas essen.”
“Um ehrlich zu sein, ich aber nicht.”, sagte sie lächelnd. “Außerdem habe ich nicht die geringste Ahnung, wo wir sind und wie wir nach Hause kommen. Ich war ewig nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.” Verwirrt sah sie sich um und hielt sich dabei ihren lauthals schreienden Bauch.
Hotaru lächelte. “Ist das dein Ernst? Na gut. Worauf hast du Lust?”
“Keine Ahnung, ist mir eigentlich egal.”
“Dann könnten wir einfach eine Nuddelsuppe essen. Hier um die Ecke ist ein toller kleiner Laden.”
“Du kennst dich hier aus?”, fragte Michiru sie verwundert.
“Natürlich. Meine Schule ist nicht weit weg, zwei Kilometer weiter ist das Crown Game Center, wenn man die Abkürzungen kennt und na ja, der Mad Madders war auch nicht weit weg von hier.”
“War das dieser Club?” Hotaru nickte. “Na gut, dann führ mich mal zu diesem tollen kleinen Laden.”
Es dauerte nicht lang, bis sie dort angekommen waren. Michiru sah sich etwas verwundert um, jedoch gefiel ihr die Atmosphäre des Geschäfts sehr. Der Besitzer des Ladens erkannte die große Michiru Kaio sofort und bot ihr an, das Essen nicht bezahlen zu müssen, was sie jedoch ablehnte. Nachdem sich plötzlich alle Anwesenden als große Fans ihrer Stücke zu erkennen gegeben hatten, seufzte sie und erhob die Stimme. “Es freut mich sehr, dass sie alle meine Musik mögen. Jedoch bin ich heute nicht zu einer Autogrammstunde hierher gekommen, sondern weil ich mit meiner Adoptivtochter einen ruhigen Abend verbringen wollte. Sie werden daher entschuldigen, dass ich heute für sie kein offenes Ohr haben werde. Seien sie also bitte nicht böse.”
Enttäuscht aber halbwegs verständnisvoll setzten sich die Gäste wieder und Hotaru konnte die Bewunderung für ihre Ziehmutter kaum verbergen. Es schien ihr egal zu sein, dass sämtliche Boulevardblätter in der nächsten Zeit nur noch über die neu aufgetauchte Adoptivtochter der noch so jungen Michiru Kaio berichten würden. Erst als Michiru sie ansprach, was sie denn gern essen wollte, wurde ihr Verstand zurück gesendet.
Am Tisch sagte die Schwarzhaarige: “Wahnsinn, wie du deine Fans im Griff hast.”
“Das ist doch kein Problem. Aber hör mal, Hotaru: Ich möchte mich bei dir entschuldigen, nicht nur in meinem, sondern auch in Harukas und Setsunas Namen.”
“Aber... wofür denn?”, fragte sie verwundert.
“Dafür, dass wir uns in den letzten fünf Jahren kaum um dich gekümmert haben. Ich habe heute bemerkt, dass wir kein bisschen Teil an deinem Leben haben.”
“Das stimmt doch gar nicht. Wir... wir sehen uns doch jeden Tag und... und...”
“Das ist nicht die ganze Wahrheit, oder? Normalerweise sehen wir uns eigentlich wochenlang nicht. Haruka und ich sind immer zusammen, entweder in meinem Namen oder in ihrem. Setsuna kümmert sich mehr um ihre Forschungen als um dich.” Sie seufzt. “Ich bin richtig froh, dass du in den letzten Jahren ein normales Leben führen konntest und Freunde gefunden hast. Rinoa, Totoru und Mirouke... ja, auch Mazaru muss man danken, dass sie dich wie ein normales Mädchen behandeln.”
“Ihr habt mir das doch auch geschenkt.”
“Aber nicht so. Gerade kommt es mir so vor, als wenn wir unsere Pflichten als Adoptiveltern mit der Vernichtung des Chaos abgelegt hätten.”
“Das stimmt doch gar nicht.”, sagte Hotaru verlegen.
“Schön, dass du es so siehst.” Es folgte eine lange Pause. Hotaru wurde von einem unbehaglichem Gefühl beherrscht und aus irgendwelchen Gründen hatte sie Angst, dass der Streit mit Haruka Michiru doch zu sehr mitgenommen hatte. Jedoch besann die Grünhaarige sich. “Wenn wir diese Monster besiegt haben, werden wir mehr Zeit mit einander verbringen. Versprochen!”
Hotaru lächelte kurz auf und sah dann in Richtung Tresen. Ihr brannte eine Frage auf den Lippen, jedoch traute sie sich nicht, Michiru darauf anzusprechen. Es würde noch einmal die Geschehnisse des Abends aufwühlen, wozu sie sich nicht in der Lage fühlte. Jedoch nahm Michiru ihr diese Bürde ab. “Nein.”
“Wie bitte?”
“Nein, ich glaube auch jetzt nicht, dass Mazaru schuldig ist.”
“Aber warum wollten Haruka und du ihm unbedingt nachrennen? Ich verstehe es nicht.”
“Zerbreche dir nicht den Kopf. Ja, ich hatte mich kurz von Haruka mitreißen lassen, aber das heißt nicht, dass ich ihn verfolgen werde. Tu mir aber bitte einen Gefallen.”
“Das wäre? Soll ich ihn weiter beschatten?”
“Ganz genau. Weniger weil er schuldig sein könnte, sondern um auf ihn aufzupassen. Er ist so schon ein außergewöhnlicher Junge, aber stell dir vor, er wird zum Opfer. Wahrscheinlich könnte nicht einmal Usagi ihn schlagen.” Hotaru starrte in das Gesicht ihres Gegenübers. Sie konnte erkennen, dass Michiru nach den richtigen Worten suchte, um ihr etwas zu erklären. Nach einem Seufzer sagte die Grünhaarige: “Außerdem habe ich keine Ahnung, was Haruka vor hat.”
“Das ist nicht dein Ernst.”, platzte es lauthals aus ihr heraus. “Sie wird doch nicht...”
“Hotaru! Beruhige dich! Ich hatte dir doch schon gesagt, dass ich keine Ahnung über all ihrer Aktivitäten habe. Sie hat mir ja auch verschwiegen, dass sie ihn den heute ganzen Tag beschattet.”
“Du meinst also, im Notfall muss ich ihn vor Haruka beschützen?”, fragte sie vorsichtig, nicht wissend, was sie hören wollte. In ihrer Brust wurde eine gewaltige Schlacht entfacht. Ihre Gefühle zu Haruka und ihren Pflichten als Sailor Saturn zogen aus zu einem gewalttätigem und blutigem Krieg gegen diese herrlichen Empfindungen der Zuneigung für Mazaru.
“Es ist nicht schwer. Immerhin hattest du es schon einmal geschafft.”
“Na ja, dass war eher Zufall. Es kam einfach aus dem Bauch heraus.”
“Vielleicht sollten wir alle öfter auf unseren Bauch und unser Herz hören, als auf den Verstand.” Michiru lächelte sie an. “Aber genug jetzt. Wir sind spät dran. Ich denke zwar nicht, dass Haruka schon zu Hause ist, aber ich mache mir Sorgen um Setsuna.”
“Was ist eigentlich mit ihr?”
“Das ist eines der Rätsel, dass wir in der nächsten Zeit lösen müssen. Meiner Meinung nach ist es auf keinen Fall etwas Gutes.”
 
also langsam wird mazaru mir unheimlich... aber die sprüche und das ganze drum und dran mit haruka und michiru sind super :biggthump

du hast dich einfach selbst übertroffen ^^
hoffentlich dauerts das nächste mal nicht ganz so lang, du weißt ja wie ungeduldig ich bin.

tja, auch wenns mir schwer fällt, nicht zu meckern, es gibt einfach nichts auszusetzen :kiss: (oder vll doch zu wenig tote ^^)
 
So hier ein neuer Teil der dafür aber schön lang ist... hab das 50000 Zeichenlimit gesprengt. :D

Auf jeden Fall ist er stinklangweilig, ich brauchte ihn aber um ein paar Sachen aufzubauen.

Wer erkennt, wen Mazaru unter'n Tisch getrunken hat, bekommt 'nen Punkt. :D

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4. Kapitel
Naru spazierte in aller Ruhe durch den Park der Verhängnis, wie sie selbst das Stück Grün innerhalb dieser riesigen Stadt nannte. Jedesmal schossen die Bilder dieser Nacht in ihr hoch. Masato Sanjoin, der vor ihrem Fenster stand und ihr zum ersten Mal die Wahrheit erzählte, dass er eigentlich Neflite hieß und einer, wie er es nannte, teuflischen Organisation angehörte, dort aber mehr oder weniger wegen ihr aussteigen wollte, um sich Sailor Moon anzuschließen. Er wollte von ihr wissen, wer Sailor Moon war. Damals hatte sie den Verdacht von heute nicht gehabt, wie auch, dachte sie sich immer wieder. Sämtliche ihrer Gedanken drehten sich damals um diesen Mann, den sie vor den Senshies beschützt hatte, obwohl Sailor Moons Mondstein sie hätte durchbohren können. Im Laufe der Jahre hatte sie immer wieder darüber nachgedacht, warum sie ihn gerettet hatte. Sie wusste, dass sie bloß der Lockvogel für ihn gewesen war, als diese drei Monster sie entführt hatten. Dieser sehr feminin aussehende Kerl wollte nur den Stein, sie glaubte, dass er schwarzer Kristall genannt wurde, von Neflite und hatte ihn dafür umbringen lassen.
Schuldgefühle deswegen plagten sie immer noch, Schuldgefühle, mit denen sie einfach nicht zurecht kam. Wenn sie sich nicht entführen lassen hätte, jedoch, was hätte sie damals tun sollen? Naru war sich der Sache bewusst, dass sie einen Kampf mit den Monstern damals nicht eine Sekunde lang überlebt hätte und eigentlich hatte sie auch nie daran gedacht, dass er wirklich zu ihrer Rettung kommen würde. Er hatte ja gesagt, dass er selbst nicht wusste, warum er es getan hatte. An diesem Baum, wo die Monster sie gefunden hatten. Zu diesem Baum spazierte Naru mehrmals in der Woche und brachte, wenn es denn nötig war einen Strauß Rosen mit, den sie in den Schatten des riesigen Gewächses legte. Immer noch betete sie für den Mann, dessen Seele laut den Sailor Senshies so schwarz wie die Nacht gewesen war, doch Naru glaubte daran immer noch nicht. “Wieso hättest du mich dann retten sollen?”, flüsterte sie wieder vor sich hin, als sie vor dem Baum stand.
“Naru?”, hörte sie plötzlich eine Stimme hinter sich. Schnell wischte sich die Brünette ein paar Tränen von der Wange, die sie jedes Mal an dieser Stelle heimsuchten und drehte sich um. Hotaru und zwei ihrer Freunde winkten ihr freundlich zu. Naru wusste, wer ihre Begleiter waren. Zu ihrer linken stand der großgewachsene Schwarzhaarige, wegen dem Naru ihre neue Freundin überhaupt erst kennen gelernt hatte, und auf der anderen Seite Mirouke. Sie hatte Hotaru in den vergangenen zwei Wochen des öfteren getroffen, wobei sie außer beim ersten Mal immer in Begleitung gewesen war. So hatte sie sich selbst ein Bild von dem äußerst charmanten jungen Mann machen können und war dabei der Erkenntnis gekommen, dass dieser Kerl der perfekte Schwiegersohn war.
“Alles in Ordnung, Naru?”, fragte die Schwarzhaarige noch einmal.
“Ja, ja. Keine Sorge. Wie geht’s euch?”
“Ganz gut und dir?”
“Wie gesagt, es ist alles in Ordnung. Nun, ich muss dann auch weiter, ich treffe mich heute mit meiner Mutter.”
“Ah, viel Spaß dabei, Naru.”
“Danke, euch auch. Bis dann.”
Sie hatte sich schon umgedreht und die ersten Schritte getan, als Mazaru sie noch einmal rief.
“Hey, hast du heute Abend schon etwas vor?”
“Ich? Na ja, ich weiß nicht, wie lange das bei meiner Mutter dauern wird, aber wahrscheinlich nicht bis spät in die Nacht hinein. Wieso fragst du?”
“Na ja, wir treffen uns heute Abend wieder bei mir, also wir drei und dann noch Kathlyn, Totoru und Rinoa. Aber erstens würde ich, und ich glaube, ich bin da nicht der Einzige, dich auch gerne einladen und zweitens wären wir ansonsten eine ungerade Zahl, weil mein Nachbar wahrscheinlich auch noch kommt.”
“Was wäre so schlimm daran?”, fragte Naru verdutzt.
“Weil eine ungerade Anzahl von Menschen, von denen sich die Meisten untereinander kennen, immer dumm ist. Sieh es so, bei einer gerade Zahl finden sich immer Zwei, die sich miteinander unterhalten können, was bei einer ungerade Zahl nicht der Fall ist. Das schlimmste wäre einfach, wenn sich jemand so sehr ausgeschlossen fühlt, dass er vielleicht noch beleidigt abhaut.”
“Ah, ich versteh schon.”
“Also, kommst du?”, fragte Hotaru nun mit funkelnden Augen.
“Na ja, wenn es so wichtig ist, eine gerade Anzahl Menschen zu haben, dann ja.”, sagte sie mit einem Augenzwinkern.
“Sehr schön.” Mazaru gab ihr lächelnd eine Uhrzeit und eine Wegbeschreibung, ausgehend von der U-Bahnstation, und dann trennten sich ihre Wege. Auf dem Weg zum Juweliergeschäft ihrer Mutter ließ Naru Osaka noch einmal die letzten zwei Wochen Revue passieren. Sie hatte sich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt, wie zu den Zeitpunkten, in denen Hotaru in ihrer Nähe war. Wieder dachte sie an eine mögliche Verbindung, zu Usagi, die, wie all ihre Freundinnen, ihr eine gewisse innere Ruhe gaben. Sieben Jahre lang war Naru frustriert und depressiv gewesen, hatte auch daran gedacht, sich das Leben zu nehmen, doch in den fast sechs Wochen, die sie Hotaru kannte und Usagi in ihr Leben zurück gekehrt war, ging es ihr besser denn je. Sie hatte keine Ahnung, wie Usagi, Hotaru oder ihre Freundinnen, es jedesmal schafften, sie zu beruhigen und ihr neuen Lebenswillen zu geben, wenn sie nur in der Nähe waren. Sie hatte sich einige Male mit Usagi in dieser Zeit verabredet, wobei sie meist in Erinnerungen schwelgten und zusammen rätselten, was ihre ehemaligen Klassenkameraden zur Zeit machten. Einmal hatten sie sich in Narus Wohnung zusammen mit Umino getroffen, der ihnen ausgelassen von seinem Physikstudium erzählte. Naru und Usagi staunten nicht schlecht, als Umino ihnen bei dieser Gelegenheit eine Einladung für seine Hochzeit in die Hand drückte. Selbst als Umino schon längst verschwunden war, sahen sich die Beiden die Einladungen immer noch perplex an.
“Damit bist du die Letzte von uns, Naru.”
“Tja, was soll’s. Aber ich freu mich für ihn, wo er doch so lange in dich verschossen war.”
“Und dann in dich. Was ist damals eigentlich passiert? Ihr wart doch eigentlich eine Ewigkeit zusammen.”
“Na ja, wie man’s nimmt. Ich habe irgendwann eingesehen, dass ich nicht nur ihn, sondern auch mich immer belogen hatte. Ich war einfach noch nicht über jemand anderes hinweg.”
Usagi nickte in diesem Moment bloß, hatte sie doch keine andere Antwort erwartet, als diese. Sie wusste nicht, wie viel Naru dachte, dass sie darüber noch wusste. Die Braunhaarige war eigentlich schon gewappnet, wieder in Selbstmitleid zu zerfließen, aber Usagis Nähe verhinderte dies und so blieb der Abend fröhlich und endete nicht damit, dass Naru sich irgendwann in ihr Bett legte, anfing zu weinen und sich wünschte zu sterben.
Ein anderes Mal hatte sie sich mit der Blonden im Crown Café verabredet, wo die Beiden Hotaru mit ihren Freunden traf. Naru hatte sie schon einmal in dieser Konstellation getroffen, doch da war sie allein durch die Straßen gezogen und hatte sich aus Langeweile Hotarus Verein angeschlossen. Sie erinnerte sich, dass Usagi sich sehr für Mazaru zu interessieren schien und hatte sich auch dafür eine Erklärung zurecht gelegt. Usagi kannte sicherlich Hotarus Eltern und erstattete ihnen bestimmt Bericht über Alles, was sie von Mazaru in Erfahrung bringen konnte, falls sie nach dem Stress überhaupt noch etwas behalten hatte.
Aus irgendwelchen Gründen lächelte Naru, obwohl es nichts zu lächeln gegeben hatte. Der Nachmittag hatte im Chaos geendet. Eine Kollegin Unazukis, Motokis Schwester, und ein Gast hatten sich in Monster verwandelt. Der Körper der jungen Frau zerplatzte einfach und heraus kam einer dieser Zombies, von denen in letzter Zeit so oft berichtet wurde. Naru hatte in den letzten drei Wochen verstärkt von zum Glück erfolgreichen Kämpfen der Senshies gegen eben diese Monster gehört, war aber zum Glück nur zweimal dabei gewesen. Auf jeden Fall wäre Unazuki ein Opfer des Zombies geworden, wenn Mazaru sich nicht geistesgegenwärtig gegen den Zombie geschmissen und die unter Schock stehende Unazuki nicht weggezogen hätte. Die Menge im Crown Café brach schnell in einer Panik aus und Naru verlor in der Hektik Hotaru und Usagi aus den Augen. Die Brünette half zusammen mit Mirouke und Totoru, die einen erstaunlich kühlen Kopf behalten hatten, der Menge zu einer weitesgehend unfallfreien Flucht, wobei es auch Verluste zu vermelden gab. Der Gast, der sich in eines dieser Käfermonster verwandelte, brachte mit seinen Fangzähnen, die ihm wuchsen, mehrere in Panik geratene Menschen um und fraß diese teilweise auf. Der Zombie wurde von Mazaru beschäftigt. Naru und Totoru waren die Letzten gewesen, die aus dem Café geflohen waren, wobei sie im Herausgehen das Auftauchen von Sailor Moon und Sailor Saturn bemerkten.
“Die kommen ja mal wieder goldrichtig.”, sagte Totoru. “Aber erzähl Mirouke davon nichts. Der will ansonsten bloß wieder da rein.”
Naru hatte Totoru zu den Anderen begleitet. Sie hatte erwartet, Usagi bei Hotaru und ihren Freunden anzutreffen, jedoch waren die Beiden nicht mit herausgekommen. Als kurze Zeit später Sailor Uranus, Venus und Merkur auftauchten, kam Mazaru aus dem Gebäude. Eine Platzwunde zierte seine Stirn, jedoch schien es ihm egal zu sein, als Rinoa heulend auf ihn zu kam und ihm mitteilte, dass Hotaru noch dort drin war.
“Macht euch keine Sorgen.”, hatte Naru die Freunde der Schwarzhaarigen besänftigt. “Die Sailor Kriegerinnen sind ja da.”
“Naru hat Recht und der Zombie ist ja schon erledigt.”
“Seht ihr. Die Senshies machen das schon. Aber deine Platzwunde muss behandelt werden.”
“Lass mal, Naru. Das Notfallkommando hat auch so schon genug zu tun.”
Doch Mazarus, wenn auch übel aussehende, dennoch nicht gravierende Wunde, war es nicht gewesen, warum Naru sie beschwichtigt hatte. Nein, sie wusste es, wenn auch erst seit diesem Tag, sieben Jahre nach Sailor Moons erstem Auftritt, damals im Osa P. Juweliergeschäft. Immer wieder war Naru in Bedrängnis geraten und immer wieder war Usagi in ihrer Nähe gewesen. Gerade an diesen Tagen war Sailor Moon immer zu ihrer Rettung geeilt. An dem Tag, als Usagi zufällig im Osa P. war und Sailor Moon den Einbrecher gefangen hatte, an dem Tag an dem sie Usagi wegen Neflite angerufen hatte, an diesem Tag im Crown Café. Für Naru gab es keine Zweifel mehr, Usagi war Sailor Moon und ihre engsten Freunde die anderen Senshies und auch, dass Usagi und Hotaru vor den anderen Kriegerinnen herauskamen, konnte ihre Gedanken nicht mehr entkräften.
Die Brünette hatte diesen Gedanken unausgesprochen gelassen, auch bei späteren Treffen mit der Blonden oder Hotaru. Der einzige Mensch, mit dem sie darüber sprach war Neflite. Sie hatte sich daran erinnert, dass Neflite kurz bevor er starb gesagt hatte, dass Sailor Moons wahres Ich unerkannt bleiben würde. Er hatte es gewusst, doch zu ihrem Bedauern, konnte er es ihr nicht mehr bestätigen.
Als sie das zweite Mal einen Angriff miterlebt hatte, hielt sie sofort ihre Augen offen. Wenn sie auch nur eine von Usagis Freunden entdeckt hätte, die verschwand, worauf kurz danach eine der Senshies aufgetreten wäre, hätte sie sich sicher sein können. Aber es war nicht so. Der Einzige, der sich gegen die zwei Zombies stellte war wieder einmal Mazaru gewesen, doch den hatte sie vorher nicht gesehen. Es war in einem Buchladen an einem Bahnhof gewesen, an dem Naru jeden Tag vorbei ging. An diesem Tag wollte sie sich eigentlich nur eine Zeitschrift kaufen, als in der anderen Ecke des Geschäfts wieder zwei Menschen zerfielen und diese Monster hervorkamen. An diesem Tag wusste Naru nicht, was sie von den Taten des jungen Mannes halten sollte. Ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit griff er diese Monster an und erledigte eins davon, bevor die Senshies überhaupt auftauchen konnten, indem er mit aller Kraft eine Eisenstange durch den Körper des Viehs trieb. Bei dem hartem Kampf blieb er wie durch ein Wunder unverletzt, was nicht unbedingt an Sailor Uranus lag, deren Attacke nur knapp an Mazaru vorbei raste. Naru hatte die ganze Zeit in einer Ecke Deckung gesucht und wurde erst von Mazaru raus gezogen.
“Warum hilfst du ihr nicht? Die Kraft hast du doch dazu.”, hatte sie ihn gefragt, worauf er nur lächelte.
“Wenn es eine der anderen Kriegerinnen gewesen wäre, wär’s kein Problem gewesen. Aber du hast doch gesehen, dass sie eher auf mich als auf das Monster gezielt hatte.”
Einige Tage darauf hatte sie einer von Mirouke beiläufig gegebenen Aussage entnommen, dass diese Monster immer auftauchten, wo Mazaru gerade in der Nähe war, und dadurch konnte sie sich erklären, warum Usagi so ein großes Interesse an dem jungen Mann gezeigt hatte. Für die Senshies war er ein Verdächtiger, auch wenn er gegen die Monster mit allen Mitteln kämpfte.
Ihre Füße hatten sie mittlerweile vor den Laden ihrer Mutter getragen. Seufzend schloss sie ihre Gedanken ab und setzte ihr fröhlichstes Gesicht auf zu dem sie im Moment in der Lage war. Ihre Mutter nörgelte für sie zu oft, dass sie lieber wieder das glückliche Mädchen aus der achten Klasse sein sollte. Es war ihr unverständlich, wie sich ihre Tochter so verändern konnte, aber Naru wusste ganz genau, warum sie nicht mit sämtlichen ihrer Probleme zu ihrer Mutter ging, geschweige denn ihr niemals erzählt hatte, dass sie sich mit 14 Jahren in einen mindestens zehn Jahre älteren Mann verliebt hatte und diesem immer noch nachtrauerte.
Als die Tür aufging flogen ihr allerlei Stimmen zu. Eine Menge Frauen aller Altersklassen drängten sich zu einem engen Kreis zusammen, in dessen Mitte ein junger Mann mit langen braunen Haaren stand. Irgendetwas an diesem Kerl löste in Naru ein gewaltiges Zittern aus, obwohl sie ihn nur von hinten sah. Mit diesem blauen Sakko und den offenen Haaren sah er aus wie Neflite, aber Naru schüttelte den Kopf. “Das ist nun wirklich unmöglich.”, flüsterte sie und suchte ihre Mutter, die sie hinten im Lager fand. Zusammen betraten sie die Wohnung und redeten über vieles und doch nichts, wie Naru fand. Sie erzählte ihrer Mutter, dass sie Sailor Moon wieder gesehen hatte und von Umino, dass er heiraten wolle.
Nachdem sie sich verabschiedet hatten und Naru die Treppe heruntergegangen war, erhoffte sie sich noch einen Blick auf den jungen Mann. Ihre Mutter hatte ihr beiläufig erwähnt, dass er sozusagen ein Praktikum bei ihr absolvierte, jedoch wurde Narus Fragen, wie er denn hieße völlig ignoriert und ihre Mutter schwärmte von den Verkaufskünsten des Mannes und seiner akribischen Arbeit bis manchmal spät in die Nacht hinein. Aber an diesem Tag traf sie ihn nicht mehr im Laden an. Wieder seufzte sie und machte sich ein wenig zu früh, wie sie mit einem Blick auf ihre Uhr feststellte, auf dem Weg zu Mazaru.
“Was war denn mit Naru los?”, fragte Mirouke die anderen Beiden auf dem Weg zu Mazarus Audi.
“Woher sollen wir das wissen?”, erwiderte Mazaru. “Da musst du schon sie fragen.”
“Weißt du etwas, Hotaru? Es sah aus, als wenn sie an dem Baum geweint hätte.”
“Na ja. Ich weiß es von Usagi. An diesem Baum ist ihre erste große Liebe gestorben... In ihren Armen.”
“Wie denn das?”
“Pass auf, Mirouke. Naru spricht ungern darüber und ich weiß nicht, wie viel ich euch darüber erzählen darf. Ich will nicht, dass irgend jemand auf die Idee kommt, die darauf anzusprechen.”
“Ist ja in Ordnung.”, erwiderte Mirouke etwas beleidigt. “Du brauchst mich nicht gleich so anzufahren.”
“Entschuldige bitte. Ich bin heute nicht so gut drauf. Es gab Stress in der Familie.” Dies stimmte zwar, aber nicht so, wie Mirouke interpretierte, der dachte, dass es Probleme wegen Hotarus fast schon ständiger Abwesenheit gab. Die Stimmung in der weißen Villa war tatsächlich so angespannt, dass Hotaru ihre Zeit lieber im Hauptquartier verbrachte, wenn keiner ihrer Freunde Zeit für sie hatte. Setsuna ging es immer schlechter, psychisch wie physisch. Immerhin sprang sie nicht mehr wie eine Irre durch das Gebäude, aber der neue Zustand war nicht besser. Das einzige Lebenszeichen, dass Sailor Pluto noch von sich gab, waren Krämpfe, die ihren gesamten Körper durchzuckten und darauffolgendes Erbrechen. Da feste Nahrung in diesem Fastkoma nicht in Frage kam, war es nichts weiteres als Galle und immer öfter Blut, was sie hoch würgte. Die Senshies teilten mittlerweile einstimmig den Verdacht, dass Setsunas Zustand definitiv mit der neuen Bedrohung zusammenhing.
Auch das Verhältnis der anderen Drei Bewohner zueinander war angespannt. Hotaru hatte ihren Traum jetzt fast täglich, was bedeutete, dass sie mitten in der Nacht aufwachte. Dann hörte sie Haruka und Michiru immer wieder aufgeregt diskutieren, doch sie war es leid, diese Gespräche zu belauschen. Wenn die Probleme etwas wichtiges wären, hätten die Beiden den anderen Kriegerinnen, oder zumindest ihr etwas davon erzählt. Da Hotaru zu dieser Zeit selbst Probleme mit Mistress Nine hatte, war sie nicht darauf erpicht, noch von anderen zwischenmenschlichen Problemen zu hören. Mistress war ihr unheimlich geworden. Wechsellaunig, wie Hotaru es am Anfang beschrieben hätte, war es schon nicht mehr, es sah eher nach einer multiplen Persönlichkeit aus. Elf Tage vor diesem Freitag hatte Hotaru zum ersten Mal richtig Angst bekommen. Nicht vor diesem Geist in ihrem Körper, sondern um ihn. Während Hotaru den Anfall gut weggesteckt hatte, auch Amys spätere Untersuchungen hatten nichts ergeben, war Mistress Nine stark geschwächt worden. Ständig klagte sie über Schmerzen und schlief eigentlich die ganze Zeit. In den wenigen Momenten, in denen sie wach war, schockierte sie Hotaru mit ihrer absolut bösen Seite, die selbst der damaligen Königin der Death Busters Angst gemacht hätte. Völlig offen sprach sie darüber, Hotaru zu übernehmen und mit ihrem Körper die anderen Kriegerinnen und die ganze Menschheit auszurotten, jedoch nicht so beiläufig, wie sie es früher getan hatte, sondern fest entschlossen und absolut überzeugend. Beim ersten Mal war Hotaru völlig perplex gewesen und hatte ihr Spiegelbild angestarrt, selbst als Mistress schon längst verschwunden war.
Immer wenige Stunden danach, wurde sie von der anderen Mistress überrascht, die nach jedem Auftauchen der Bösen etwas schwächer zu sein schien. Hotaru erklärte ihr, was passiert war, aber Mistress erinnerte sich an nichts. Nach dem ersten Mal eben elf Tagen zuvor rätselten die Beiden lange, was mit Mistress los sei, fanden aber keine Antwort, nur einen Grund. Es musste an dem Anfall in Mazarus Wohnung liegen, aber sie kamen bei der Frage, was diesen Anfall produziert hatte, auf keinen grünen Zweig.
Die meiste Zeit, die Hotaru nicht in der Villa oder im Hauptquartier verbrachte, trieb sie sich mit Mazaru und ihren Freunden herum, doch der Schwarzhaarige war seit dem Tag im Café sehr still und nachdenklich geworden. Hotaru befürchtete, dass er langsam ahnen könnte, dass sie Sailor Saturn war, und doch war es ihr egal. Sie fand, dass eigentlich nichts besseres geschehen konnte, als dass er es heraus fand. Zwei Tage nach dem Kampf machte er in seiner Wohnung eine Andeutung. “Es ist schon komisch.”, hatte er zu ihr gesagt. “Ich war definitiv allein mit den Monstern und dann tauchen Saturn und Moon einfach auf. Sie sind hundertprozentig nicht von draußen gekommen.”
Hotaru wusste von Rinoa, dass Mazaru so still wurde, nachdem er von der Blonden erfahren hatte, dass sie noch im Café sein musste. Sie hatte ihn immer wieder gefragt, was mit ihm los sei, bekam aber immer wieder die gleiche Antwort. “Nichts, was soll schon los sein?” Doch sie spürte es, Mazaru war ihrem Geheimnis nah. Wenn er es auch nicht wissen konnte, vermutete er es allemal. Sie hatte schon vor diesem Kampf überlegt es ihm anzuvertrauen. Es sollten keine Geheimnisse zischen den Beiden sein, jedoch können manche Sachen nicht einfach so jemand anderem mitgeteilt werden.
Außerdem gab es für sie in gewissermaßen einen Trost für Mazarus Wortkargheit. Ihre Beziehung, auch wenn Hotaru es vor Rinoa noch nicht so nennen durfte, schritt voran. Zu einem ersten Kuss, Rinoas Hauptkriterium, hatte es aber noch nicht gereicht. Dafür hielten sie in fast jedem Moment Händchen und kuschelten sich dicht beieinander. Wenn sie allein bei Mazaru waren und sie auf ihren Kopf auf seinen Schoss gelegt hatte, fühlte sich Hotaru zu dieser Zeit am wohlsten. Bei ihm war sie nicht Sailor Saturn oder irgendwer anderes. Sie war sie selbst, eine über beide Ohren verliebte Hotaru Tomoe. In ihrer trauten Zweisamkeit, gab es Stunden in denen sie Mazaru beobachtete, der, immer wenn er es bemerkte, anfing zu lächeln.
In dieser Woche aber, war Mazaru noch nachdenklicher als vorher geworden. Sie hatte aufgegeben, ihn zu fragen, was los sei, erstens weil er eh keine Antwort gab, zweitens weil sie befürchtete, ihn zu nerven und ihn damit zu vergraulen. So saßen sie meist eng beieinander, schwiegen sich aber an, aber die spontan vergebenen Einladungen an Naru und Masato, den sie in letzter Zeit häufiger gesehen hatte, nahm sie als eine Verbesserung von Mazarus Lage. In seiner Wohnung angekommen, machten sich die drei daran die Einkäufe zu verstauen. Es war kurz nach halb sieben und die Sonne fast komplett untergegangen. Während sich Mazaru duschte, kümmerten sich Mirouke und sie um das Abendessen. Dabei fand sie einen Briefumschlag in aquamarin. Hotaru dachte sich nichts dabei, bis Mirouke ihn näher betrachtete und erstaunt den Absender laut vorlas. Michiru Kaio. Hotaru starrte ihn verwirrt an. “Ist ziemlich unhöflich, die Post anderer zu durchsuchen.”, sagte Mazaru grinsend. Er trocknete noch mit einem Handtuch seine Haare und nahm den Brief in die Hand.
“Du hast nie erzählt, dass du Michiru Kaio kennst.”, sagte Mirouke ein wenig säuerlich.
“Du bist heute ziemlich empfindlich. Ich hab nie so etwas erzählt, weil ich sie nicht kenne. Ich weiß auch nicht, was das soll. Ja, ihre Musik ist ganz gut, aber ich bin in keinen Fanclub oder so. Am Montag hab ich den Brief hier bekommen.”
“Und? Was steht drin?”, fragte Hotaru.
“Ich hab von ihr eine Konzertkarte geschenkt bekommen, mit VIP-Pass. Nach dem Konzert soll ich in ihre Garderobe kommen.”
Hotaru hatte keine Ahnung, was ihre Ziehmutter von ihrem Freund wollte. Am liebsten hätte sie sich sofort bei Mazaru entschuldigt und wäre nach Hause gestürmt um nachzufragen.
“Eigentlich wollte ich schon zurück schreiben, ob ich nicht noch fünf weitere Karten haben kann.”, sagte Mazaru. “Wenn schon ein Promi Kontakt zu mir haben will, kann auch etwas für meine Freunde raus springen, oder? Aber dann hab ich mir überlegt, dass das schon ziemlich dreist gewesen wäre.”
“Hast du dafür dieses weiße Hemd gekauft?”, fragte Mirouke grinsend.
“Klar, oder denkst du ich geh da in meinen normalen Klamotten hin? Und Anzüge ziehe ich sowieso nicht an. Der wäre teurer gewesen als dieses Hemd. Außerdem hab ich ‘ne Allergie gegen Anzüge. Ich kann auch Tuxedo Mask nicht verstehen, wie dumm muss man sein, um so zu kämpfen. Wobei, die Sailor Kriegerinnen in ihren Miniröcken sind auch nicht viel besser dran, oder Hotaru.”
Sie grinste bei der Aussage und wurde von ihren Überlegungen weggerissen. Sie konnte Michiru auch am nächsten Tag noch fragen.
“Hast Recht.”, antwortete sie. “Aber was denkst du, warum Mirouke so auf Sailor Moon steht?”
Es dauerte nicht mehr lang, bis erst Masato und dann Totoru, Kathlyn und Rinoa vor der Tür standen. Mazaru verteilte, nachdem er alle begrüßt hatte, die Getränke. Alles deutete wieder auf eine feuchtfröhliche Runde hin, was Masato zu einem Kopfschütteln bewegte. “Wenn ich damals so viel gesoffen hätte, hätte ich meinen Abschluss nie geschafft.”
“Das sind ja Ausnahmen.”, rechtfertigte Mazaru grinsend die Runde.
“Die Ausnahmen wovon?”
“Von der Woche. Wir feiern ja von Sonntag bis Donnerstag nicht.”
“Habt ihr eigentlich bemerkt, dass Kensuke und Toji am Montag immer noch kreidebleich waren und am Montag keine lauten Geräusche abkonnten.”, fragte Rinoa.
“Hatten wir die nicht am Freitag getroffen?”
“Eben Kathlyn, aber Mazaru hat die so untern Tisch getrunken, dass sie sich das ganze Wochenende nicht bewegen konnten.”
“Ich hab sie gewarnt. Dabei bin ich noch nicht mal im Training.”
“Wie würde das denn aussehen?”, fragte Hotaru etwas zögerlich. Keiner in der Runde wusste, ob er die Antwort hören wollte.
“Eine Flasche Whisky ohne Wirkung.” Mazaru grinste. “Aber ich kann ja nicht trainieren, da Whisky von euch ja keiner mehr anrühren will.”, sagte er und drückte sanft Hotarus Hand, worauf sie lächelte.
“Du kannst dich ja am Dienstag austoben.”, sagte sie und lehnte sich an ihn.
“Klar. Ich kann mir ja auch so viel vom edelsten Champagner leisten. Aber vielleicht schmuggle ich ‘nen Flachmann mit rein und werde dann Fräulein Superviolinistin erstmal schön zu pöbeln.” Hotaru konnte bei dieser Aussage kein Lachen unterdrücken, so gut gefiel ihr die Vorstellung. Sie hielt es nicht für erwähnenswert, dass sie mit Michiru unter einem Dach lebte. Die Einzige, die es wusste war Rinoa, doch von der hatte sie sich kurz nachdem sie kennenlernten ein Versprechen ab gerungen. Damals hatte Hotaru nur nicht gewollt, dass alle sie für ein verwöhntes Kind reicher Eltern hielten und deswegen sollte Rinoa es niemanden erzählen. Es war ein Wunder, dass die Blondine sich überhaupt so lange daran gehalten hatte, wo doch Geheimnisse ansonsten bei ihr nie lange Welche blieben, dass aber selbst Totoru und Mirouke keine Ahnung hatten, war sicherlich beachtlich. Hotaru hatte ihre Freunde zwar schon mehrmals zu sich nach Hause eingeladen, aber zu diesen Zeiten waren alle drei nie im Haus gewesen, was keine Absicht der Schwarzhaarigen gewesen war, sondern einfach immer Zufälle, wobei sie seitdem schon Spitzen über sich ergehen lassen musste, dass sie ein verwöhntes Kind wäre, aber es war trotzdem nicht so schlimm, als würde jeder in der Schule wissen, dass ihre Eltern zwei internationale Superstars waren.
“Sag mal Maza, wann essen wir denn? Ich hab mich schon den ganzen Tag darauf gefreut.”, fragte Totoru.
“Gleich. Wir warten nur noch auf Naru. Wir haben sie zufällig getroffen und ich hab sie eingeladen.” Es klingelte. “Da ist er wieder!”, grinste Mazaru.
“Was?”, fragte Rinoa.
“Der Teufel.”
“Welcher Teufel?”
“Von Dem man spricht.” Er strubbelte durch ihre Haare und ging zur Tür. Es vergingen mehrere Sekunden, bis Hotaru Narus Stimme hören konnte. Zu ihrem Vergnügen hörte Naru sich fröhlich an, so sprang sie auf und stellte sich im Flur neben ihren Freund. Lächelnd sah sie die Brünette an, die ein wenig schnaufend die letzten Treppen erklomm.
“Kauft euch Fahrstühle.”, sagte sie lächelnd.
“Ach wozu? Treppensteigen hält fit.”
“Wenn du meinst.” Sie hielt sich die stechende Seite, umarmte dann Hotaru und gab Mazaru die Hand. “Bin ich die Letzte?”
“Ja, aber mach dir nichts draus. Da du so außer Atem bist, bekommst du als Erste was zu essen. Nun komm aber erstmal rein.”
“Wie großzügig. Du wirst mal der perfekte Gastgeber.”
“Oh, Gott bewahre. Höchstens wenn du meinst, dass ich meine Gäste perfekt abfüllen kann. Wenn wir schon bei dem Thema sind: Wein oder Bier?”
“Wein, bitte.”
“Setz dich einfach wo Platz ist, ich hol dir was zu trinken.”
Narus Körper erholte sie sich, während sie zusammen mit Hotaru noch im Flur stand. Die Schwarzhaarige musterte ihre Freundin einige Zeit, bis diese es bemerkte und lächelnd sagte: “Mir geht’s gut, keine Sorge. Ihr habt mich nur in einem beschissenen Moment gesehen. Weißt du Bescheid darüber?”
“So ziemlich. Alles was ich von dir wusste, plus ein wenig von Usagi. Aber egal, wir sind heute wegen guter Laune hier.”
“So kenn ich dich ja gar nicht. Aber es freut mich, dass es auch so eine Hotaru Tomoe gibt.”
“Na dann, komm rein.”, sagte sie darauf lächelnd.
“Weißt du, Hotaru. Als du zusammen mit Mazaru an der Tür standst, saht ihr aus wie ein richtiges Liebes...” Narus Satz brach einfach ab. Sie hatte sich, während sie sprach, einen Überblick über die Runde verschaffen wollen, doch ihr Blick blieb bei der zweiten Person hängen. Dieses Sakko, diese Haare, das war der Mann, den sie ein paar Stunden zuvor im Laden ihrer Mutter gesehen hatte. Jetzt wo sie ihn ganz sehen konnte und er langsam den Kopf in ihre Richtung drehte, traf sie ein Blitz unglaublicher Intensität. Der Anblick dieses ihr nur allzu bekannten Gesichtes lähmte und schockierte sie und machte sie dennoch überglücklich. “Aber das kann doch nicht wahr sein.”, flüsterte sie vor sich hin. “Er kann es nicht sein, aber er sieht haargenau so aus wie er.”
Masato ging es ähnlich, jedoch hatte er Naru noch nie zuvor gesehen und doch kam es ihm vor, als würde er diese junge Frau schon eine Ewigkeit kennen. Sofort stand er auf und ging die paar Schritte zu ihr und Hotaru herüber. Die Schwarzhaarige sah ihre Freundin verwirrt an und wedelte mit der Hand vor Narus Gesicht rum, was aber keinen Erfolg brachte. “Hallo, Erde an Naru. Was wolltest du sagen?”
Doch die Angesprochene ignorierte sie. Als sie realisierte, dass der Mann vor ihr stand und ihr lächelnd die Hand entgegen hielt, drohte ihr Herz vor Glück und Erregung zu explodieren. “Hallo.”, sagte er. “Ich bin Masato Sanjoin.”
“Das kann nicht sein.”, brüllte Narus Verstand, doch über ihre Lippen kamen die Worte: “Sehr angenehm. Mein Name ist Naru Osaka.”
Hotaru erlitt indes einen Schock. Völlig perplex sah sie zwischen Masato, Mazarus Nachbar, den sie in der letzten Zeit so häufig gesehen hatte, und ihrer Freundin hin und her und hätte sich am liebsten mit der flachen Hand gegen die Stirn geklatscht, dass sie diese Ähnlichkeit nicht sofort erkannt hatte. Sie erinnerte sich, dass sie bei ihrem ersten Treffen mit ihm krampfhaft überlegt hatte, wo sie ihn schon einmal gesehen hatte. Einmal war er ihr und den anderen Senshies als Geist erschienen und dann hatte sie ihn doch erst in Narus Wohnung gesehen, auf dem Foto, dass Usagis Vater bei dem Maskenball geschossen hatte. Wie Narus Verstand schrie auch ihrer: “Das kann doch nicht wahr sein!”
“Sieht aber ganz so aus.”, meldete sich Mistress Nine in ihrem Kopf.
“Aber... Wie zur Hölle? Es ist nicht möglich, dass Masato Neflite ist.”
“Gerade du sprichst über unmögliche Wiedergeburten und dann auch noch mit mir?” Mistress Stimme klang amüsiert, wenn auch über diese Erkenntnis erschrocken. “Du solltest es sofort Usagi melden.”
“Du hast Recht.”
Hotaru entschuldigte sich mit immer noch verwirrter Stimme bei Totoru, der sie gerufen hatte, und schritt schnell in Richtung Badezimmer. Sofort verschloss sie die Tür hinter sich und kramte ihren Kommunikator aus ihrer Hosentasche hervor. “Usagi? Usagi, melde dich. Ich habe hier ein großes Problem.”
“Worum geht’s denn?”, meldete sich die müde klingende Blondine. Als sie jedoch Hotarus bleiches und verwirrtes Gesicht erblickte, sah sie ihre Kollegin mütterlich an. “Was ist denn passiert?”
“Also... Ich bin gerade bei Mazaru.”
“Und? Was ist denn dabei?”
“Nichts Usagi, beziehungsweise Einiges. Naru ist auch hier und...” Hotaru stoppte, fing den Satz noch einmal an, brach es dann aber völlig ab.
“Hotaru, ist mit dir alles in Ordnung?”
“Mit mir schon, aber...” Sie schloss die Tür auf und spähte um die Ecke. Masato und Naru hatten sich mittlerweile gesetzt und waren in einem angeregten Gespräch vertieft.
“Hotaru, was ist denn passiert?” In diesem Moment klang die Stimme der Blonden ängstlich.
Hotaru atmete tief durch, bevor sie einen neuen Versuch startete. “Also es ist so: Wie gesagt, ich bin bei Maza und Naru ist auch hier. Na ja...” Noch einmal spähte sie um die Ecke, schloss dann schnell wieder die Tür und sperrte ab. “Naru unterhält sich mit jemandem. Sie scheint sich auf den ersten Blick verliebt zu haben, wie man auch immer das mit dem ersten Blick interpretiert.”
“Du sprichst in Rätseln. Ist doch schön, wenn Naru weg von Neflite kommt.”
“Da ist das Problem.”, seufzte sie. “Der Kerl, mit dem sie spricht, ist Masato Sanjoin.”
“Wie war das?” Usagi starrte mit aufgerissenen Augen auf den Kommunikator. “Verarsch mich nicht, Hotaru.”
“Was ist denn los, Usa-ko?”, fragte Mamoru, der von seinen Büchern aufgesehen hatte, bekam jedoch keine Antwort.
“Ich mein, es ist doch kein Problem, wenn er so heißt. Ein Zufall, wenn auch ein Merkwürdiger.”, versuchte sie sich mehr selbst als Hotaru zu beschwichtigen.
“Du verstehst nicht, Usagi. Dieser Mann, Masato gleicht Neflite, als wären sie eineiige Zwillinge. Ich bin so blöd, warum habe ich das nicht gleich erkannt?”
“Mach dir nichts draus, Kleines. Es ist nicht dein Fehler. Aber...” Usagi stockte. Sorgenvoll und mit Tränen in den glasigen Augen sah sie sich im Zimmer um. Mamoru war mittlerweile aufgestanden und hatte mit einem fragendem Blick den Arm um seine Frau gelegt. “Sie können doch nicht zurück sein, oder?”
“Wovon redest du Usa-ko?”, fragte Mamoru verwirrt.
“Sag du es mir, Usagi.”, konterte indes Hotaru. “Das Königreich des Dunkeln zurück gekehrt?”, schoss es jetzt auch durch ihren Kopf, der mittlerweile schmerzte und der Schmerz weitete sich auf ihren Magen aus. Bei diesem Gedanken wurde Hotaru schlecht und ein Brechreiz attackierte sie, konnte ihn aber noch abwehren.
“Wir...”, fing Usagi stotternd an. “Ich werde mich heute noch mit den anderen Kriegerinnen treffen. Du bleibst an Ort und Stelle und beobachtest die Situation. Melde dich, sobald sich irgendetwas merkwürdiges passiert. Vielleicht kannst du ihn auch in ein Gespräch verwickeln. Wenn es Neflite ist, eine Wiedergeburt von ihm, die sich an die Kämpfe erinnern kann oder irgendetwas Ähnliches, dann weiß er, dass ich Sailor Moon bin, verstehst du?”
“Ja, ich habe verstanden.”
“Morgen um zehn im Hikawatempel. Dann berichtest du uns alles, was ansonsten noch passiert.”
“Ist in Ordnung.”
“Wir setzen alle Mittel in Bewegung, wenn sie zurück gekehrt sind, dann können sie sich auf etwas gefasst machen. Dieses Mal sind wir die, die zu erst zu schlagen. Bis dann.”
“Gut.”, antwortete Hotaru. “Bye.”
Die Schwarzhaarige setzte sich zitternd auf den Rand der Badewanne. So verwirrt, deprimiert und entschlossen zu gleich hatte sie ihre Anführerin noch nie gesehen und doch konnte sie sämtliche Gefühle nach vollziehen. In der Zeit der Death Busters, als sie selbst zum ersten Mal erweckt worden war, hatte sie gelitten. Aus den Erzählungen der inneren Kriegerinnen wusste sie, dass diese damals das Gleiche durchgemacht hatten. Usagi hatte all ihre Freunde sterben sehen, musste Mamoru selbst umbringen, um dann gegen die Beryl-Metallia Fusion zu sterben. Die Sache mit Neflite und Naru war nur ein Beispiel, bei denen Usagi, Amy und Rey, die damals dabei gewesen waren, betreten zu Boden blickten und sich am liebsten in Schweigen hüllten. Sie seufzte und wischte sich eine Träne von der Wange. Einen weiteren Feind, und besonders ein wiederbelebtes Königreich des Dunklen, würden die Kriegerinnen und besonders die Prinzessin vielleicht körperlich überstehen, jedoch wären ihre Seelen zu zerrüttet.
“Hotaru? Alles klar?”, hörte sie Mazarus Stimme von der anderen Seite der Tür. “Es gibt Essen.”
“Ja, ich komme schon.”
Während des ganzen Abends blieb Hotaru mehr oder weniger still und beobachtete Naru und Masato. Es gab keine erwähnenswerten Situationen, Masato verwandelte sich nicht urplötzlich in Neflite um sie anzugreifen. Nein, Hotaru wurde sich immer sicherer, dass, auch wenn er unter Umständen eine Wiedergeburt des Generals war, er keinerlei Erinnerungen mehr an die Ereignisse vor sieben Jahren hatte. Im Gegenteil, dieser Mann strahlte für sie eine ungeheuer beruhigende Wärme aus und seine Augen waren warmherzig. Nur eines war sicher, er hatte sich auf den ersten Blick in Naru Osaka verliebt, der es kaum besser ging und die das Gleiche wie Hotaru empfand. Narus Gespür für diese Menschen wurde ein wenig durcheinander gebracht. Immerhin kannte sie solch warme Auren, wie sie es nannte, nur von Usagi und ihren Freunden und nun waren in diesem Raum gleich drei dieser außergewöhnlichen Personen. Neben Hotaru, bei der ihr die Verbindung zu Usagi und auch der Grund dafür klar war, erhellten auch Masato und Mazaru ihr Gemüt. Für sie standen an diesem Abend zwei Sachen fest: Erstens fühlte sie sich so gut wie noch nie in ihrem Leben und zweitens war der Mann, der ihrer ersten Liebe so ähnlich sah nicht nur eine billige Kopie, sondern ein in allen Punkten perfekter Neflite. Sie hatte Recht behalten, er war es, den sie bei im Laden ihrer Mutter gesehen hatte. Er arbeitete dort als Weiterbildung zu seinem Studium, da er sich auf Juwelen und Edelsteine spezialisierte. Was Naru als herrlichen Wink des Schicksals empfand, war, dass Masatos Lieblingsstein ein Nephrit war, was auch die Schwarzhaarige irgendwo amüsant fand, wie aber auch als erschreckenden Hinweis auf Masatos wahre Identität, wobei anscheinend Hotaru und Naru die Einzigen im Raum waren, die einen möglichen Zusammenhang zwischen dem sympathischen jungen Mann und einem der vier Generäle des dunklen Königreichs erkannten.
Hotaru blickte bei diesem Gedanken auf die Anderen im Raum. Sie glaubte nicht, dass ihre Freunde irgendeine Ahnung von den Kämpfen der Senshies hatten, nicht einmal Mirouke, der zwar seit Sailor Moons erstem Auftritt ein fanatischer Fan war, jedoch sicherlich nichts über die Gegner wusste. Mazaru sicherlich nicht, hatte er nicht einmal gesagt, dass er zwar von den Senshies gehört hatte, aber es immer für eine Show gehalten hatte? Als er es erzählte, musste er lachen, war er doch ein Bestandteil der Senshies geworden, oder wie er es grinsend ausdrückte: “Ein unerwünschter Pickel, der ihnen die Arbeit wegnimmt.”
Jedoch, als sie ihren Freund, der neben ihr saß, ansah, war auch er wieder in Gedanken versunken. Anscheinend tat er so, als würde er einer Diskussion zwischen den Anderen lauschen, sein Blick aber war starr auf Masato gerichtet. Hotaru stutzte. Spürte er vielleicht auch Masatos Aura, was wahrscheinlich war, da er Haruka immer spüren konnte, wenn sie in der Nähe war, oder wusste er irgendetwas von dem, was hinter seinem Nachbar steckte? Die Schwarzhaarige schüttelte den Kopf und erinnerte sich daran, dass nicht einmal sie sicher sein konnte, auch wenn die Indizien sich häuften. Seufzend stand er auf, nahm sich eine Bierflasche und ging auf den Balkon. Er konnte es sich nicht erklären, was er gesehen hatte. Die ganze Zeit hatte er neben Hotaru gesessen und ihr seine üblichen Zärtlichkeiten geschenkt. Sanft hatte er ihr Bein gestreichelt und war dabei auf ihre Brosche in ihrer Hosentasche gestoßen. “Warum trägst du sie nicht?”, fragte er sie.
“Keine Ahnung. Ich trag sie generell nicht oft, hab sie aber immer dabei. Komisch, oder?”
“Nein, das nicht.” Sie hatte die Brosche aus der Tasche gezogen und ihm zögernd in die Hand gegeben. Er konnte sich nicht helfen, irgendwo hatte er diese Brosche schon einmal gesehen. Diese Herzform erinnerte ihn an die Kristalle der Senshies, doch Hotaru hatte auf seine Frage hin geantwortet: “Stimmt schon, meine Mutter hat sie danach machen lassen.” Jedoch spürte er noch etwas Anderes. Diese Brosche war keine einfache Nachahmung der Kristalle. “Ich spüre, dass es einer der Kristalle ist, was endlich ein handfester Beweis ist. Aber ich will das nicht wahrhaben.”, flüsterte er auf dem Balkon vor sich hin, als er an seiner Zigarette zog. “Aber was waren das für Bilder? Jetzt nicht nur diese Träume von mir in dieser beschissenen Rüstung, nein jetzt auch wieder Bilder, die ich nicht interpretieren kann. Naru muss damals erst 14 oder so gewesen sein.” Er seufzte und rief sich seinen zweiten Traum in Erinnerung, der ihn seit dem Kampf auf dem Friedhof immer wieder heimsuchte. Alles war in einem warmen Licht getaucht und er rannte auf der Suche nach der Prinzessin, die er laut seinem anderem Traum finden sollte, in dieser Rüstung herum. Sämtliche andere Menschen waren verzerrt und nur schemenhaft zu erkennen, jedoch sprach er mit ihnen und er wusste, dass ihm einige der Stimmen, die ihm antworteten, mit Sicherheit bekannt waren. Mazaru schlug gegen das Geländer, als er über das Ende des Traumes sinnierte. Jedes Mal erfuhr er von einer der bekannten Stimmen, wo sich die Prinzessin aufhielt. Jedes Mal riss er eine doppelte, sehr edel aussehende Holztür auf und blickte auf ein wunderschönes Kleid. Kurz bevor seine Augen zum Gesicht der Prinzessin wanderten, wachte er jedes Mal auf.
“Tja, aber mit der Erkenntnis heute.”, seufzte er und schüttelte den Kopf. Wieder schloss er die Augen und versuchte sich an die Bilder zu erinnern, die er von Masato und Naru gesehen hatte. Er sah Ausschnitte von Kämpfen zwischen seinem Nachbar und Sailor Moon, wobei er eine dunkle Uniform trug. Mazaru sah ihn zusammen mit Naru auf einem Maskenball, er in einem Tuxedo Mask Kostüm, wie er ihren schlafen Körper mit der einen Hand fest hielt und sich in der Anderen ein riesiger Ball aus, und für Mazaru klang es selbst unglaubwürdig, Narus Energie sammelte. Er hatte gesehen, wie Naru Masato vor den Sailor Kriegerinnen unter Einsatz ihres Lebens beschützte und wie er sie vor irgendwelchen Monstern gerettet hatte, die ihn danach umbrachten und er in Narus Armen starb. Er sah durch das Fenster düster auf Masato und Naru. “Sie scheinen sich heute zum erstem Mal zu begegnen, und doch sind sie völlig miteinander vertraut. Aber bei diesen Bildern war Naru nur knapp ein Teenager, während er keinen Tag älter zu sein scheint. Außerdem ist er laut diesen Bildern tot, also, warum sitzt er in meinem Wohnzimmer?” Mazaru massierte sich die Schläfe und drehte sich wieder um. Eine ganze Weile starrte er in Richtung Himmel, wobei er an die Einladung von Michiru Kaio dachte. “Noch ein Rätsel, aber das wird sich ja hoffentlich Dienstag lösen. Vielleicht puzzelt sich dann alles zusammen.”
“Alles klar?”, fragte Kathlyn hinter ihm.
“Natürlich, warum auch nicht?”
“Vielleicht weil du schon seit geraumer Zeit kein Wort mehr gesagt hast und du mittlerweile seit über einer halben Stunde hier draußen in der Kälte stehst.”
“So lange schon? Na ja, ich hab über etwas nachgedacht.”
“Darf man fragen, über was?”
“Kannst du, aber über nichts besonderes. Ich hab mich nur überlegt, ob ich über Weihnachten nach Hause fliege.”
“Oh. Hast du nicht erzählt, dass du Familienfeiern nicht ausstehen kannst?”
“Wer sagt denn, dass ich zu meiner Familie will? Nein, es geht mir um meine Freunde. Martin, Henny und na ja. Zwei Wochen werden wohl auch genügen, dass ich Reckenthin für ein weiteres halbes Jahr den Rücken zu kehren kann.”
“Schade eigentlich. Ich hab von Toto schon mitbekommen, dass die vier Weihnachten eigentlich immer zusammen verbringen.”
“Keine heile Familiewelt?”
“Na ja, wie man’s nimmt. Totoru und Mirouke haben nicht so einen guten Kontakt zu ihren Eltern. Rinoa würde wohl losheulen, bis sie ihren Willen bekommt, und Hotarus Eltern sind Weihnachten wohl nie da.”
“Hm...”, kam es als Antwort von ihm.
“Hat es irgendwelche Gründe, dass du nach Hause willst?”
“Keine Besonderen. Es ist nur... Ich hatte bloß daran gedacht, dass es für euch gefährlich sein könnte, wenn ich noch länger hier bleibe Und ich denke, dass eine Freundin meine Hilfe bräuchte.”, was nicht einmal gelogen war. Tatsächlich hatte er für sich festgestellt, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis man versuchen würde, seine neuen Freunde in solche Monster zu verwandeln. Auch der zweite Teil seiner Aussage entsprach der Wahrheit. Tatsächlich hatte er am Sonntag zuvor mit Angel, einer seiner besten Freundinnen, geredet und sie schien Probleme zu haben.
“Ja, aber deine Freunde hier brauchen auch deine Hilfe, weil du diese Monster anziehst. Zwar klingt das etwas paradox, aber keine Sorge, so lange du und die Senshies da seid, sind wir in Sicherheit. Denk lieber mal darüber nach, ob du deine Freunde dort alleine beschützen kannst.”
Verdutzt sah er Kathlyn in ihre Augen. Sie hatte vollkommen Recht. Dass er zurück nach Deutschland ginge, bedeutete nicht, dass ihn auch diese Monster in Ruhe lassen würden. Vielleicht war er ein Puzzelteil, dass die Senshies brauchten um an die Drahtzieher heranzukommen. Und ohne die Kriegerinnen für Liebe und Gerechtigkeit würde es für ihn schwierig werden, sich gegen die Zombies und Insekten behaupten zu können.
“Stimmt.”, sagte er gequält. “Ohne die Kriegerinnen wäre ich wahrscheinlich schon draufgegangen.”
“Na ja, das wollte ich damit nun nicht sagen, aber... Eine nette Formulierung fällt mir nicht ein.”
“Muss dir auch nicht, leider Gottes ist es ja die Wahrheit. Wie auch immer, lass uns wieder rein gehen, wenn du nicht noch irgendetwas auf dem Herzen hast.” Doch da nicht mehr von Totorus Freundin kam, öffnete Mazaru lächelnd die Balkontür. Im Wohnzimmer hatte sich nicht viel verändert, Masato und Naru himmelten sich immer noch gegenseitig an, wobei er wieder an Narus verweintes Gesicht erinnert wurde, dass er in diesen Bildern gesehen hatte. Die Anderen waren weiterhin in einem Gespräch vertieft, nur Hotaru starrte die Beiden etwas verwirrt an und sah missmutig drein, als Kathlyn sanft seinen Arm streichelte und er sie daraufhin anlächelte. Der Blick der Schwarzhaarigen wanderte zum Freund der Cheerleaderin, der davon jedoch nichts mitbekam und erst aufsah, als sie sich auf seinen Schoß setzte. Mazaru setzte sich indes wieder neben sie und nahm ihre Hand.
“Du warst aber lange weg.”, sagte sie und lehnte ihren Kopf an seine Schulter, wobei sie darauf achtete, ihre brünette Freundin und Mazarus Nachbar immer noch beobachten zu können.
“Ich brauchte ein wenig frische Luft.” Mit seinem Feuerzeug öffnete er eine weitere Bierflasche.
“Und was wollte Kathy?”
“Nur sehen, wie es mir geht. Du bist ja nicht raus gekommen.”, antwortete er augenzwinkernd.
“Nichts besonderes?”
“Nein, nichts. Wirklich nicht.”, sagte er noch einmal bekräftigend und Hotaru vertraute ihm.
Es wurde immer später, doch Hotaru, zwar immer enger an ihren Freund gekuschelt, führte weiterhin die von Usagi ihr mitgeteilte Aufgabe aus, obwohl es ihr langsam langweilig wurde. Narus und Masatos Gespräch verlief sich mittlerweile in kleine Neckereien und Hotaru glaubte zu erkennen, dass die Beiden schon ihre Hände aufeinander gelegt hatten. Noch vor einigen Stunden hätte sie sich für die Brünette gefreut, doch unter diesen Umständen, beobachtete sie es mit leichtem Misstrauen. Sie fand, dass Mazaru sich nach seinem Gespräch mit Kathlyn wieder gefangen hatte, obwohl sie auch bemerkte, dass in den Pausen zwischen seinen Sätzen seine Augen immer noch zu Masato huschten. Sie fragte sich schon, warum, jedoch schien er ansonsten wieder völlig normal zu sein.
Sie schloss die Augen und drückte sich enger an Mazarus Arm, den sie eng umschlungen fest hielt. Lächelnd half sie nebenbei, Mazarus Duel Monsters Karten zu spielen. Mit seinem freiem Arm hielt er die Karten und zeigte mit seiner Nase auf diese, die Hotaru auf das Spielfeld legen sollte. Sie hatte keine große Ahnung von dem Spiel, doch nach Mazarus kurzer Anweisung am Anfang, was sie auf seine Körpersprache hin zu tun hatte, konnte sie ihm einigermaßen helfen. Das neue Pärchen merkte davon kaum noch etwas, doch Rinoa hatte Totoru, Kathlyn und Mirouke nur ganz schief angesehen, als sie von dem Spiel anfingen und sich über die letzte Weltmeisterschaft unterhielten. Mazaru hatte sich vor Lachen geschüttelt, als er Rinoas Blick auffing, nachdem er seinen beindruckenden Kartenstapel aus dem Schlafzimmer geholt hatte. Den größten Schock hatte der Blonden jedoch Kathlyn verpasst, als diese sofort die Karten nahm und sich einen Stapel zurecht legte, obwohl Totoru und Mirouke nur knapp hinter der Cheerleaderin landeten, da diese aus ihren Rucksäcken ihre eigenen Karten holten. Als Kathlyn fertig war einigten sie sich auf ein “Fatal 4 Way”-Match, wie Mazaru es nannte.
Masato und Naru standen nach einer halben Stunde offener Schlagabtausch der Spielenden auf und verabschiedeten sich von ihnen. Hotaru sprang auf und fing Naru ab, während Masato aus seiner Wohnung seinen Autoschlüssel holte. Naru schwebte auf einer rosenroten Wolke, von der Hotaru sie einfach nicht runterholen wollte, geschweige denn, dass Naru die Wolke in irgendeiner Weise hätte verlassen wollen.
 
hey! endlich mal wieder was neues von dir ^^
keine kritikpunkte, wie immer toll geschrieben und nie unrealistisch.
was soll ich sagen: weiter so! :D
 
Fortsetzung von dem da drüber. :D

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“Naru...”, fing sie langsam an.
“Hotaru, bitte. Ich weiß, glaube ich, schon was du sagen willst, aber mach dir keine Sorgen.”
“Ich meine ja nur, ich wollte dir nur sagen, dass du vorsichtig sein sollst.”
“Bin ich, glaube mir, aber dieser Mann ist einfach perfekt und das sage ich nicht nur weil er Neflite so ähnlich sieht. Du weißt ja von dem Foto in meinem Zimmer wie er aussieht.”
“Ja und ich weiß auch alles, was Usagi davon noch weiß, und glaube mir das ist ‘ne ziemlich große Menge.”
“Wie auch immer. Ich werde nichts überstürzen, glaube mir. Nur... Er macht mich so glücklich.”
“Verständlich, aber Naru, er kann nicht Neflite sein.”
“Oh ja, gerade das ist mir bewusst.”, beendete sie lächelnd das Gespräch. Sie umarmte ihre Freundin noch einmal und hauchte ihr ein “Danke sehr!” zu, bevor sie Masatos Hand annahm, der sie zu seinem Wagen führte. Die Schwarzhaarige meldete sich anschließend bei Usagi, bei der im Hintergrund viele Stimmen durcheinander flogen.
“Ja?”, meldete sie sich müde. Sie sehr gestresst aus.
“Ich wollte bloß melden, dass sie weg sind, es gibt ansonsten nichts zu berichten, außer, dass sie sich definitiv in einander verliebt haben.”
“Gut, wie gesagt, morgen um zehn Uhr im Hikawatempel.”
“Ich werde da sein.” Sie wartete noch lauschend, bis die Stimmen und Schritte der Beiden verklungen waren und ging dann zurück in die Wohnung, die sie schnurstraks durchquerte und dabei nur mitbekam, dass Mazaru mit seinem “blauäugigen weißen Drachen” ein Monster Totorus vernichtete, wobei er tatkräftige Unterstützung von einem Fallenvernichter Kathlyns bekam. Sie registrierte kaum, was im Wohnzimmer vor sich ging, zielstrebig marschierte sie auf den Balkon, von wo aus sie eine genaue Aussicht auf die Turteltäubchen hatte. Masatos Wagen war ein roter Sportwagen, dem von Haruka nicht unähnlich. Wie ein Gentleman hielt er ihr die Tür auf, wofür Naru sich mit einer Verbeugung bedankte. Ganz kurz spürte sie bei Naru eine gewisse Unsicherheit, doch die verfiel sehr schnell, als Masato sich lächelnd zu ihr beugte. Naru küsste den Mann, den sie erst vor wenigen Stunden kennen gelernt hatte, lang und leidenschaftlich. Irgendwie beunruhigte dies die Beobachterin. Hotaru bekam Angst um ihre Freundin, die sich trotz ihrer Worte Hals über Kopf in etwas stürzte, wobei sie nach Hotarus Meinung nur verlieren konnte. “Dieser Mann ist zum Glück nicht Neflite, zumindest noch nicht.”, flüsterte Hotaru vor sich hin und sah dem wegfahrenden Wagen noch eine ganze Weile nach, obwohl er schon längst nicht mehr zusehen war.
Sie legte die Arme auf das Geländer und stützte ihren Kopf darauf. Wie schon Mazaru einige Zeit zuvor dachte sie über die Ereignisse des Abends nach und bekam die neue Situation nicht in den Kopf. Sie war sich sicher, dass Masato eine Reinkarnation von Neflite war, was dies zu bedeuten hatte, war der Kriegerin des Todes und der Wiedergeburt schleierhaft, genau wie sie bei der Frage, was Mazaru so bedrückte, keine Antwort bekam. “Na ja, aber er hat sich ja gefasst, nachdem er mit Kathlyn geredet hatte. Worüber auch immer.”, seufzte sie nachträglich und schloss die Augen. “Und was will Mama Michiru bloß von Mazaru. Ich weiß absolut nicht, was das werden soll. Sie wird doch nicht erst mit Mazaru über etwas reden wollen, bevor sie uns Anderen etwas davon erzählt? Wie ich die Beiden kenne, könnte es auch sein, dass sie Mazaru angreifen und ausschalten wollen. Vielleicht sollte ich lieber gleich zum Hikawatempel gehen und bei ihnen nachfragen. Die da drin scheinen sich heute auch ohne mich prächtig zu amüsieren.”
“Sag das bloß nicht.”, flüsterte Mazarus Stimme ihr ins Ohr, worauf sie sich erschrocken umdrehte. “Was machst du hier draußen?”
“Ein wenig frische Luft schnappen.”, gab sie knapp zurück.
“Nicht Masato und Naru beobachten? Glaubst du etwa, ich bemerke nicht, dass sie den ganzen Abend anstarrst? Aber ich kann mir schon vorstellen warum.”
Die Röte, die ihr bei seiner ersten Frage ins Gesicht geschossen war, verschwand sofort wieder. “Was meinst du damit?”, fragte sie zögernd.
“Na ja. Ich glaube nicht wirklich an Liebe auf den ersten Blick, doch die Beiden schienen ja wie vom Blitz getroffen. Aber irgendwie glaube ich, dass da mehr da hinter steckt, ungefähr so wie bei dir?”
“Was? Was willst du mir damit sagen?”
“Bist du Sailor Saturn?”
“Nein, bin ich nicht.”, konterte sie sofort. Sie hatte diese Situation schon häufiger durchdacht, wobei sie eigentlich als Antwort verlegen nicken wollte, doch nun, als der Zeitpunkt gekommen war, konnte sie es ihm einfach nicht verraten.
“Sicher? Na ja, selbst wenn es so wäre, würdest du mir es bestimmt nicht sagen, oder?”
“Vertraust du mir etwa nicht?”
“Doch, schon, aber es gibt auch Indizien, dass du es bist, was aber auch bedeutet, dass Usagi Sailor Moon wäre, was wiederum erklären würde, warum Naru vor ungefähr sieben Jahren so oft von der Kriegerin gerettet wurde.”
Hotaru musste ihr gesamtes schauspielerisches Können aufbieten um glaubhaft zu bleiben. So sah sie ihn verwirrt an und fragte ihn: “Was für Indizien meinst du denn?”
“Na ja, eigentlich ist sind es nur drei Fakten, die ich mir nicht erklären kann, wobei zwei Sachen ziemlich gravierend für meine Vermutungen sind. Erstens sind da diese Gefühle, die Sailor Saturn für mich hegt, was ja bedeuten muss, dass sie mich kennt. Als Beweis dafür nehme ich einfach mal den Kuss auf die Wange, den sie mir auf dem Friedhof gegeben hatte. Und zweitens, na ja, ist da die Sache im Crown Café. Ich weiß ganz genau, dass es völlig leer war und nur ich mit den beiden Monstern da drin war und ich bin erst abgehauen, als Sailor Moon und Sailor Saturn aufgetreten sind. Doch ihr, also du und Usagi, wart nicht draußen, was bedeutet, dass ihr euch versteckt haben müsst um euch zu verwandeln, um den Monstern dann in den Arsch zu treten.
Außerdem strahlt deine Brosche genau ihre Energie aus und das ist der Grund, warum ich dir diese Frage heute einfach stellen muss.”
“Also, wenn ich nicht genau wüsste, dass ich nicht...”, und sie betonte das Wort mit so viel Nachdruck, wie sie bei einem unterdrücktem Kichern reinlegen konnte. “...dass ich nicht Sailor Saturn bin, würde ich es dir sofort abkaufen. Du bist echt gut darin, andere Menschen von etwas zu überzeugen, oder?”
“Ich bin kein großer Rhetoriker, aber ich entnehme deinen Worten, dass du meine Frage jetzt verstehen kannst, oder?”
“Schon irgendwie, aber wie gesagt, du bist auf dem Holzweg mein Süßer.” Sie tippte ihm dabei auf die Brust.
“Umso besser.” Er nahm sie in seine Arme und drückte sie an sich. “Umso besser.”, flüsterte er noch einmal.
“Was wäre eigentlich, wenn ich Saturn wäre?”
“Keine Ahnung. Wahrscheinlich hätte ich noch mehr Angst um dich, weil du dich genau wie ich laufend in Kämpfe mit irgendwelchen Monstern stürzt. Dabei hättest du dann aber noch Superkräfte, die ich nicht habe.”
“Also verstehst du auch, dass ich es nicht gut finde, dass du immer gegen diese Monster kämpfst?”
“Vollkommen, aber ich habe dir auch schon einmal erklärt, dass ich es nicht zulassen kann, dass Menschen in Gefahr geraten, nur weil die Senshies länger brauchen. Immerhin finde ich es ganz gut, dass Uranus mich nicht mehr den ganzen Tag beschattet.”
Kathlyn klopfte an der Balkontür und signalisierte ihnen, dass sie wieder reinkommen sollten.
“Hattet ihr das Spiel eigentlich beendet?”
“Ja, und sie hatte Mirouke noch besiegt, was bedeutet, dass ich jetzt gegen sie und Mirouke gegen Totoru antreten wird, dann erst die Verlierer gegeneinander und dann die Gewinner.”
“Ihr spielt also so wie beim Battle-City Turnier?”
“Du kennst dich mit Yu Gi Oh aus?”
“Nein, nicht wirklich, aber von manchem bekommt man in der Schule einfach zu viel mit.”
“Ah ja. Nun, wie auch immer. Auf jeden Fall solltest du auch noch den Rest des Abend hier bleiben, damit Rinoa keinen Nervenzusammenbruch erleidet.”
“Ist in Ordnung. Ich wüsste ja eh nicht, wo ich hingehen soll. Aber morgen früh um zehn habe ich einen Termin.”
“Dann stell dich entweder darauf ein, zusammen mit Rinoa in meinem Bett zu schlafen, oder aber morgen völlig übermüdet zu deinem Termin zu kommen.”, antwortete er lächelnd.
Doch Mazaru hatte sich verschätzt. Rinoa hatte sich schon sehr für das Spiel begeistern können, während die Anderen noch bei ihrem Viererduell gewesen waren und wider der Erwartung aller verstand sie es relativ schnell und rettete Mirouke, der einen Moment lang bei dem Duell gegen Totoru nicht aufgepasst hatte, das Leben, indem sie für ihn eine Falle aktivierte, die er längst vergessen hatte, trotzdem gewann Totoru das Duel knapp mit zweihundert Lebenspunkten. Das Duell zwischen Mazaru und Kathlyn dauerte eine Ewigkeit und leerte die Kartenstapel der Beiden sehr am Ende hatte Mazaru noch vier, Kathlyn noch sechs Karten. Doch Mazarus verhängnisvolles Grinsen kündigte das Ende an. Kathlyn besaß auf ihrem Feld nur ein normales Monster mit 1900 Angriffspunkten, dass der Fusion aus Mazarus drei “blauäugigen weißen Drachen” nicht standhalten konnte. Hotaru jedoch amüsierte sich köstlich über die Gesichter, derer, die mit dem Spiel etwas mehr anfangen konnten.
“Wie zum Geier hast du es geschafft die drei Weißen bis zum Schluss zu behalten?”
“Mein Geheimnis, aber wenn ihr vorhin aufgepasst hättet, dann hättet ihr gewusst, dass mein Deck eigentlich Kaibas sehr ähnlich ist, was mich scheiße viel Geld gekostet hat, um an den Ultradrachen ranzukommen. Aber genug mit der Theorie, weiter mit der Praxis.”
Die weiteren zwei Spiele dauerten noch bis zum Morgengrauen, was aber keinen der Anwesenden störte. Die Schwarzhaarige amüsierte sich über die Anderen, während alle von ihnen noch gemütlich tranken, redeten und alle einen wunderschönen Abend hatten, wobei Totoru sich später noch dafür bedankte, einen Ultradrachen aus der Nähe gesehen zu haben. Durch den mangelnden Schlaf waren alle um neun Uhr noch mehr oder weniger angetrunken, jedoch war somit das Frühstück witziger, als jede andere Mahlzeit, die Hotaru je zu sich genommen hatte. Eine viertel Stunde nach Neun, war Hotaru die Erste, die sich von ihnen verabschiedete. Mazaru hatte sich dazu breitschlagen lassen, Rinoa das Spiel im Laufe des Tages bis ins letzte Detail zu erklären, wobei die Anderen tatkräftige Unterstützung leisten wollten. Mazaru war der Letzte, von dem sich die Schwarzhaarige verabschiedete. Seufzend stand er zwischen Tür und Angel, während er darauf wartete, dass Hotaru sich die Schuhe anzog.
“Wie lange, meinst du, wird dein Termin dauern?”
“Weiß ich nicht. Wahrscheinlich komme ich da den ganzen Tag nicht weg.”
“Arbeitest du etwa?”
“Nun ja, sowas in der Art. Ich helfe einer Freundin in ihrem Tempel.”
“Schade, ich hatte gehofft, dich heute noch wieder zu sehen.”
“Ich melde mich bei dir, wenn ich früh genug wegkomme, ja?”
“Gerne, dann machen wir mal einen Abend nur für uns.”, sagte er, worauf sie strahlte, ihn im Überschwall der Gefühle an den Hals sprang und ihm einen sanften, leichten Kuss auf dem Mund gab. Sie betete inständig, dass die Senshies, früh wieder auseinander gehen würden, sie sich für ein paar Stunden auf’s Ohr legen könnte, um dann einen Abend mit Mazaru zu genießen.
 
Ich liebe Absprachen. :D

Viel Persönliches Leid, noch mehr Langeweile XD

Viel Spaß damit.

Zeichenlimit gesprengt *sfz* :D

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So begann ihr Samstag mit einer ihr ewiglang erscheinenenden Bahnfahrt in die andere Seite der Stadt, wobei die Freude über Mazarus Angebot ihr immer noch deutlich ins Gesicht geschrieben stand. Ein ganzer Abend nur mit ihm, bei dem er auch noch hoffentlich anhaltende gute Laune hatte und so war, wie sie ihn kennen gelernt hatte. Hotaru kam sich merkwürdig vor, wie sie mit einem Lächeln, dass von einem Ohrläppchen zum Anderen ging immer noch seufzen konnte. “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.”, flüsterte sie leise vor sich hin und rekapitulierte noch einmal den gestrigen Abend, um jeden ihrer Schritte und Sätze im Hikawatempel im Voraus planen zu können. Sie dachte nicht, dass sie dazu kommen würde, dort Michiru nach der Einladung zu fragen, was wahrscheinlich auch ganz gut war. In Hotarus Kopf hatten sich zwei Möglichkeiten gefestigt. Entweder plante Michiru etwas zusammen mit Haruka, oder aber ihre Lebensgefährtin wusste davon überhaupt nichts, was nicht nur bei den inneren Senshies komplizierte Fragen aufwerfen würde. Die Schwarzhaarige hatte sich entschlossen, die Kriegerin des Neptun unter vier Augen danach zu fragen, da, unter der Voraussetzung, dass Haruka nichts davon wusste, solch eine schwerwiegende Sache die Beziehung der Beiden vielleicht zum Tode verurteilen würde.
Ihre Gedanken wanderten weiter zum Aufeinander treffen von Naru und Masato. Es hatte sie beruhigt, Masatos Wagen direkt vor Mazarus schwarzem Audi zu sehen, was zumindest bedeutete, dass er nicht in der ersten Nacht bei oder vielleicht sogar mit ihr geschlafen hatte, ansonsten wäre er nach Hotarus Vorstellung noch nicht zurück gewesen. Die Schwarzhaarige würde ihren Gefährtinnen einen Bericht erstatten, den die sich schon in der U-Bahn überlegte. “Sie haben sich in einander verliebt und den ganzen Abend mit einander geredet. Er hat sie nach Hause gefahren und das scheint es auch schon gewesen zu sein.”
Den Rest der Fahrt überlegte sie, ob sie den Kriegerinnen von Mazarus Kombinationsgabe erzählen sollte. Immerhin war es ziemlich gravierend für den weiteren Umgang der Senshies mit dem jungen Mann und kurzzeitig verschwand ihr Lächeln, als sie sich Harukas Reaktion vorstellte. Sie würde ihr wieder verbieten wollen, sich mit dem Jungen weiterhin zu treffen, andererseits hatte sie Michiru auf ihrer Seite und auch Usagi würde immer noch wollen, dass sie ihn und auch seinen Nachbar, wenn sie ihn treffen sollte, überwachte. Die beste Anweisung, die sie sich in diesem Zusammenhang vorstellen konnte, war, dass sie sich, wenn sie bei Auftritten der Monster in Mazarus Nähe war, nur noch im absolutem Notfall verwandeln sollte, womit sie definitiv leben konnte, wenn man ihr dafür seine Nähe nicht verbot.
Die elektronisch verzerrte Stimme nannte die nächste Haltestation und Hotaru stand von ihrem Sitzplatz auf und drängte sich durch die überfüllte U-Bahn in Richtung nächste Tür. Eine viertel Stunde Busfahrt später, erklomm sie die Treppen zum Tempelgelände. Der Himmel ließ nichts Gutes für den Tag erwarten, so grau und trist, hatte Hotaru ihn schon lange nicht mehr wahrgenommen. Doch sie ließ sich keineswegs davon stören, was man von den anderen Kriegerinnen und besonders von Usagi nicht behaupten konnte. Für ihren Charakter besonders untypisch schmetterte sie allen, die in Rey Zimmer saßen ein lautes und fröhliches “Guten Morgen!” entgegen, wobei sich ihr Gesichtsausdruck noch während der Worte verhärtete. Mamoru hatte sein übliches Pokerface aufgesetzt, man konnte ihm wie immer keinerlei Gefühle ansehen, dafür aber seiner Frau. Usagi sah noch müder und gestresster, als am Abend zuvor aus und schien innerlich wegen irgendetwas zu schreien. Tränen rollten in Sturzbächen ihren Wangen herunter. Auch die Anderen schienen geschockt zu sein, wobei sich die Schwarzhaarige nicht erklären konnte, was nun wieder vorgefallen war. Als sie sich im Raum umsah, erkannte sie, dass weder Haruka, noch Michiru im Raum waren.
“Wo sind denn meine Eltern?”, fragte sie zögernd, worauf Usagis Heulkrampf sich noch steigerte und sie mit schnellen Schritten den Raum verließ und Mamoru ihr hinterher stürmte.
“Was ist denn passiert?”
“Das fragst du lieber deine ehrenwerten Eltern.”, antwortete Makoto ein wenig spöttisch, während sie sich aufsetzte. “Du scheinst es ja anscheinend noch nicht zu wissen.”
“Was weiß ich noch nicht?”, fragte sie wieder, in diesem Moment völlig perplex, doch keine der Senshies schien ihr eine Antwort darauf geben zu wollen.
“Wir werden auf unsere Planeten gehen.”, antwortete Harukas Stimme von der Seite. Erschrocken drehte sich ihre Ziehtochter um. Ihr Lächeln war gänzlich verschwunden.
“Aber... Aber ihr könnt doch nicht... Ihr wisst doch noch ganz genau, was das letzte Mal passiert ist.” Der Schock kroch tief in sie, während sie sich fragte, ob Haruka und Michiru je aus der Geschichte lernten. Vor fünf Jahren beim Kampf gegen Galaxia, wollten sie die anrückende Gefahr von ihren Planeten aus aufhalten, doch Galaxia raubte ihnen so in Rekordzeit die Sternenkristalle. “Was ist, wenn ihr wieder einfach überrollt werdet, jetzt wo schon Mama Setsuna aus dem Verkehr gezogen ist. Genau, was soll aus Setsuna werden?”
“Sie wird hier bleiben.”, mischte Rey sich mit einem verbitterten Unterton ein.
“Hotaru, versteh doch! Haruka und ich, wir spüren, dass dies noch nicht alles ist. Die richtige Gefahr kommt erst noch aus den Tiefen des Universums auf uns zu.”
“Aber ihr könnt nicht immer alles alleine regeln. Bleibt hier, zusammen haben wir noch jede Situation bewältigt bekommen. Ihr wisst ganz genau, was passiert ist, als wir uns das letzte Mal getrennt haben.” Sie spürte, dass ihre Worte jeden im Raum trafen, genau wie sie aber auch bemerkte, dass sie keine Wirkung bei den Beiden erzielte.
“Beruhige dich, Kleines. Wir wissen, wie gefährlich ein erneuter Alleingang von uns sein kann, aber wir müssen es tun. Unsere Planeten rufen uns und warnen uns vor dieser Gefahr.”
“Das ist Scheiße, Haruka! Wenn ihr geht, gehe ich auch.”
“Nein!”, schoss es sofort aus beiden heraus. “Du musst die Prinzessin mit deinem Leben hier auf der Erde beschützen, falls wir scheitern sollten.”
“Was ihr sicherlich tun werdet, wenn ihr auf dieses Selbstmordkommando geht. Diese Monster sind schon gefährlicher, als Galaxia es je war und wir konnten dagegen nichts ausrichten. Was wollt ihr beide denn gegen den Oberbösen ausrichten?”
“Es nützt nichts, Hotaru.”, widersprach ihr nun Usagi, die sich einigermaßen gefasst zusammen mit Mamoru zurück ins Zimmer traute. “Wir haben diese Argumente auch schon gebracht, aber du weißt ja, wie stur die Beiden sind. Es hat keinen Sinn, also erzähl uns lieber, was du gestern Abend beobachtet hast.” Usagi ließ sich im Schneidersitz an Reys Tisch nieder und vermied entschieden jeglichen Blickkontakt mit der Kriegerin des Windes und der tiefen Meere. So einfach, wie Hotaru es sich noch während der Bahnfahrt ausgedacht hatte, war es nun nicht mehr. Nur stotternd brachte sie die paar Sätze hervor, die sie sich ausgedacht hatte und endete mit einem lautem Seufzer.
“Dann muss ich dir auch noch erzählen, dass Naru mich angerufen hatte.” Die Blondine besann sich und starrte auf die Zimmerdecke. “Ich hab mich gefühlt, als wäre die Zeit sieben Jahre zurück gedreht worden. Naru klang so fasziniert von dem Mann und war ganz euphorisiert. Nun, sie hat mir erzählt, dass sie sich am Auto geküsst haben und wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie mit ihm geschlafen, doch er war ganz Gentleman und hatte gemeint, dass sich das für die erste Nacht nicht ziemt. Dann hat er sie heute zu einem Ausflug ins Einkaufszentrum und zu einem Schokoladeneisbecher eingeladen. Und ich werde heute noch mit ihm reden.”
“Was hast du vor?”, platzte es aus Hotaru raus.
“Nachdem wir jetzt deinem Bericht gehört haben und du dir ziemlich sicher bist, dass es eine Inkarnation Neflites ist, werde ich gleich losgehen und ihn im Osa-P. aufsuchen.”
“Du willst dir dein eigenes Bild machen? Meinst du nicht, dass es zu gefährlich ist? Vielleicht wird er durch den Kontakt mit Sailor Moon erweckt?”
“Was nicht unbedingt bedeuten muss, dass er dann böse ist. Das letzte Mal, als sie uns als Geister erschienen, haben sie uns geholfen, aber das ist erst einmal egal. Ich muss es riskieren, um sicher zu gehen.” Sie seufzte und sah auf die Uhr. “Ich weiß, dass er sich mit Naru um 14 Uhr im Laden verabredet hat, also werde ich lieber sofort los. Ihr wartet am besten hier auf mich, damit ihr danach wisst, was ich weiß.”
Alle nickten, außer Hotaru. Sie hatte noch nicht verdaut, dass ihre Zieheltern sie alleine lassen würden, aber sie musste Usagi noch dringend etwas Anderes sagen. Wenn die Beiden weggehen würden, war es eh egal. “Verbieten könnten sie mir dann eh nichts mehr.”, murmelte sie grimmig vor sich hin. “Warte noch, ich muss euch noch etwas sagen.” Alle Blicke waren nun wieder auf die Schwarzhaarige gerichtet. “Mazaru vermutet stark, dass ich Sailor Saturn bin, wobei ich ihn gestern noch einmal vom Gegenteil überzeugen konnte. Aber er meinte, wenn ich Saturn bin, dann ist Usagi Sailor Moon.” Die aufgerissenen Augen und insbesondere Harukas Gesichtsausdruck bestätigten sie in ihrer Vermutung, doch Usagi plötzliches Lächeln verunsicherte sie.
“Ich hab ja gesagt, dass der Junge nicht dumm ist, aber darüber unterhalten wir uns nachher. Ich muss los.”
Sie zog ihren Mantel an und verabschiedete sich von ihnen. Sobald sie aus dem Haus war, fing Haruka sofort an, mit der Schwarzhaarigen zu diskutieren, was den inneren Kriegerinnen bald peinlich wurde. Sie konnten nicht verstehen, dass Haruka nicht erschrocken von der neuen Situation war, sondern Hotaru sofort wieder wie ein Kleinkind behandelte.
Die Blonde hatte panische Ängste. Die momentane Situation zerrte mehr an ihren Nerven, als sie es vor den Anderen je zugegeben hätte. Ihre Unfähigkeit die Menschen Tokios zu beschützen war nur eins von vielen Problemen, denen sie sich im Moment zu stellen hatte. Usagi seufzte. Ihr Glück hatte des öfteren sie verlassen. Früher war immer durch mehr oder weniger dumme Zufälle eine der Kriegerinnen in der Nähe gewesen, um den Kampf gegen das Monster aufzunehmen, doch da das normale Leben der Senshies tot war, wie es ihr erschien, waren sie nicht in diesem Buchladen gewesen, oder in dem Park, wo sie nur mehrere aufgespießte Leichen gefunden hatten. Das war eine der anderen Sachen, die sie bedrückte. Früher waren die Menschen zwar gefährdet, doch die Younmas, Druidos oder Daimons hatten nie sofort getötet. Sie hatten immer genug Zeit gehabt, die Monster zu vernichten. Das, was sie zu dieser Zeit alle drei Tage durchmachen mussten, war gefährlicher als all ihre abschließenden Kämpfe zusammen. Wenn mehrere dieser Monster an verschiedenen Orten auftauchen würden, wären sie geliefert.
Was sie ärgerte waren diese dämlichen Kritiker, die wie Pilze aus den Boden schossen. Zwar gab es von allen Seiten immer noch Glückwünsche und Danksagungen, dass sie sich den Monstern erfolgreich entgegen stellten, doch die Zahl derer, die sich über die hohe Opferquote beklagten, wurde immer größer. Meist schnaubte sie verächtlich, wenn Luna oder irgendeine der Anderen ihr wieder einen Zeitungsartikel unter die Nase hielten, in dem ein renommierter Gesellschaftskritiker die Fähigkeiten der Senshies in Frage stellte. Selbst ihre Eltern machten ihr das Leben mit negativen Aussagen über Sailor Moons Arbeit schwer. Als Antwort gab sie dann immer nur, dass Sailor Moon eben auch ihre Grenzen hat und, obwohl sie immer alles versuchte um den Bewohnern der Stadt zu helfen, nicht immer sofort an Ort und Stelle sein konnte.
Leidenschaftlich sehnte sie sich nach der Zeit ohne diese Monster, als sie vor ihren Freunden das unbekümmerte, etwas naive, kindliche Etwas sein konnte, obwohl sie sich sicher war, dass ihre Freundinnen ihre innerliche Veränderungen bemerkt hatten. Sie war neidisch auf das Leben der Anderen, neidisch auf ihre verwirklichten Träume, doch in der letzten Zeit hatte sie bemerkt, dass sich die Anderen ihre normalen Leben viel stärker zurück wünschten als sie selbst. Sie hatten durch die neue Bedrohung so viel mehr aufgeben müssen, als Usagi es je gekonnt hätte. Sie hatte nur ihr Literaturstudium zurückgelassen, was sie eh nur noch aus Liebe zu Mamoru weiterführte. Am Anfang schien es ihr auch noch Spaß zu machen, doch so viel Lesen und über Inhalte diskutieren lag der Blondine einfach nicht. In einer fest verschlossenen Schublade in ihrer Wohnung lagen immer noch Skizzen und Entwürfe für einen Manga, der teilweise mehr als autobiographisch war, die sie vor zwei Jahren begonnen hatte, als Mamoru im Prüfungsstress gewesen war. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war sie sogar immer besser geworden und niemand hätte je gedacht, dass diese Sachen von ihr waren. “Doch damit ist es jetzt auch Essig.”, seufzte sie verbittert, als sie in die U-Bahn einstieg.
Usagis Gedanken wanderten wieder zu den Kämpfen. Seitdem sie Mazaru privat im Crown Café getroffen hatte, war sie sich sicher, dass er damit nichts zu tun hatte, auch wenn Haruka immer noch erpicht darauf war, ihn am liebsten auszuschalten. Ganz im Gegenteil, sie war sich bewusst, dass, wenn er nicht wäre, in den Zeitungen wesentlich mehr Todesanzeigen gestanden hätten, worunter auch Unazuki gewesen wäre. Seine blitzschnelle Reaktion verriet ihr, dass er etwas Besonderes war und Hotarus letzte Nachricht verwunderte sie kein bisschen. Ihr war es eh immer schleierhaft gewesen, wieso niemand sie erkannt hatte und ein junger Mann mit ziemlich beeindruckender Intelligenz konnte sich nach den Ereignissen im Café schnell alles zusammen reimen. Nur eines störte sie immer noch gewaltig: Irgend jemand neben Haruka wollte ihn loswerden. Daher war sie ganz froh, dass zumindest eine Kriegerin fast immer in seiner Nähe war und wenn sie einen Einfluss auf Hotarus und Mazarus Unterhaltung gehabt hätte, wüsste der junge Mann von der Identität aller Senshies. Sie war immer noch ein offener Mensch und fühlte sich noch einmal ein wenig in die Zeit Galaxias zurück versetzt. “Was wohl gewesen wäre, wenn die Starlights und wir uns von vornherein vertraut hätten?” Diese Frage hatte sie sich in stillen Momenten oft gestellt.
In dieser schweren Zeit gab es nicht viel, was Usagi Halt gab. Sie dankte Hotaru immer noch fast jede Nacht, dass sie Naru zurück in ihr Leben gebracht hatte, was aber auch bedeutete, dass Naru wieder in größerer Gefahr schwebte. “Und jetzt auch noch Neflite...”, sagte sie kopfschüttelnd. Hotarus Hiobsbotschaft war nicht gerade das Beste für ihre Laune und schon gar nicht für die momentane Situation gewesen, zu sehr befürchtete sie ein erneutes Erstarken der alten Feinde. Als sie wegen Apsu noch einmal gegen die bis dahin besiegten Feinde antreten musste, war es schon schwer gewesen, aber ein vielleicht noch stärkeres Dunkles Königreich würde Usagi seelisch nicht überstehen und doch nahm sie sich fest vor, die aktive Haltung einzunehmen. Sie würde alles daran legen Neflite aus diesem Mann herauszuholen und ihn notfalls zu vernichten, wenn er ihr feindlich gesinnt war. Usagi hoffte zwar um Narus Willen nicht, dass dies geschehen würde, war aber auf Alles vorbereitet. Wenn Neflite feindlich wäre, würde sie die Arbeit notfalls allein übernehmen, während die Anderen sich um die Monster kümmerten, denn eine Sache war Usagi aufgefallen. Im Gegenteil zu früher, wo sie die Monster vernichten oder zurück in Menschen verwandeln musste, hatte jede Kriegerin schon mindestens einen Zombie oder ein Insekt allein erledigt, wobei die Führenden Haruka und Hotaru waren.
Aber allein diese Bedrohung stresste die Senshies schon sehr, doch innerlich spürte sie, dass es neben den Monstern und vielleicht dem Königreich des Dunklen es noch eine weitere Gefahr gab. Eine stetig näher kommende Bedrohung, die aber definitiv nicht der Grund war, dass Uranus und Neptun auf ihre Planeten wollten. Usagi spürte schon seit langer Zeit noch etwas und hatte nur ihre schwarze Katze eingeweiht. Noch vor vier Monaten hatten die Beiden etliche Stunden im Hauptquartier verbracht und versucht den Grund für Usagis Unbehagen zu finden, doch diese bedrohliche, immer näher kommende Energie, die ihr irgendwoher bekannt vor kam, schien keinen Ursprung zu besitzen, was die Kriegerin veranlasste, es zu ihrem Geheimnis zu machen. Am Anfang von Setsunas Krankheit hatte sie es damit in Verbindung bringen wollen, doch der Vergleich hielt ihrem Gespür nicht stand.
Was die Blonde richtig strapazierte, waren nicht die Kritiker, Neflites Auftauchen, Setsuna oder Mazaru, sondern Mamorus eigentümliches Verhalten. Zeitweise fühlte sie sich in die Zeit des Black Moon Clans zurückversetzt, doch damals war wenigstens Chibi-Usa an ihrer Seite gewesen. Im Moment wünschte sich Sailor Moon lieber, dass Mamoru wieder nach Amerika ging, dann würde sie seine depressive Stimmung nicht die ganze Zeit ertragen müssen. Dass er ihr vorhin im Hikawatempel hinterher gerannt war, grenzte laut der Blonden fast an ein Wunder. Bevor alles angefangen hatte, war er so ein wundervoller Mensch gewesen, doch nun saß er immer nur deprimiert auf seinem Teil der Couch und schien seinen Gedanken nach zu hängen. Teilweise kam es ihr so vor, als würde er sie angewidert ansehen, wie eine Küchenschabe, die er zertreten wollte, doch immer wieder schüttelte sie den Kopf und versuchte sich ihm wieder körperlich zu nähern. Wie sehr hatte sie es früher geliebt seinen Körper zu spüren, doch das war passé. Er berührte sie nicht einmal mehr, geschweige denn küsste sie. An den ersten Tagen hatte sie noch geglaubt, dass er sich nicht wohl fühlte und deswegen den obligatorischen Gute Nacht Kuss vergessen hatte, aber es vergingen drei Tage, an denen nichts passierte und sie versuchte mit allen Mittel, die ihr als Frau zur Verfügung standen, ihn zumindest zu einem Kuss zu bewegen, doch ihn schienen all ihre Versuche völlig kalt zu lassen. Usagi sehnte sich nach etwas Liebe, wenn sie schon keine Versuche mehr unternahmen, Chibi-Usa zu zeugen. Auch von dieser Sache wusste nur Luna, die sie natürlich, wie sie es interpretierte, damit aufzog. Dabei war die schwarze Katze die Einzige ihrer Vertrauten, die den Hauch einer Ahnung hatte, wie sehr sie sich verändert hatte und was in ihr vorging.
“Bist du dir wirklich sicher, dass du es tun willst?”, fragte eine ihr bekannte Stimme. Der Straßenabschnitt, auf dem sie sich in diesem Moment befand, war wie ausgestorben, was wohl an dem schlechten Wetter lag. Es war ein Tag, an dem man nur darauf wartete, dass die Wolken brachen und sich ein starker Regenguss über die Stadt ergoss. Die schwarze Katze war ihr bis dort hin unbemerkt gefolgt.
“Hast du einen besseren Vorschlag, Luna?”, fragte sie, ohne ihre Beraterin anzusehen.
“Usagi, ich weiß, dass es dir momentan nicht gut geht, aber das kann gefährlich werden.”
“Selbst wenn, es ist nur Neflite, den schaffe ich schon. Und dann wären wir definitiv sicher, dass eine Gefahr besteht.”
“Aber Usagi...”, flüsterte Luna.
“Mach dir keine Sorgen, Luna. Ich bin heute mehr als Usagi Tsukino hier und weniger als Sailor Moon. Mir geht es hauptsächlich um Naru.”
“Das ist gelogen, Usagi.”
“Nein ist es nicht. Zumindest nicht komplett. Und jetzt sei still, wir sind gleich da. Wenn er sich auf ein Gespräch einlässt, werde ich mit ihm rauskommen.” Die Katze tat, was ihr befohlen wurde. Während die Blondine mit mehr oder weniger sicherem Schritt das Juweliergeschäft betrat, wartete Luna einige Meter vor der Tür entfernt. Sie wusste, dass sie sich um ihre baldige Königin keine Sorgen zu machen brauchte, dafür war Usagi viel zu stark geworden, was nicht nur die Kräfte Sailor Moons anbelangte. Usagi versteinerter Blick, ihre trotz des unguten Gefühls stattliche Haltung. Eines war für Luna sicher, dies war der letzte Kampf Sailor Moons. Vorausgesetzt sie überlebten, dann stand Usagis Krönung zur Neo-Queen Serenity bevor. Vorausgesetzt.
Osa-P. war menschenleer. Usagi wäre es vorgekommen, als wäre der Laden ausgestorben, wenn aus dem Lagerraum keine vor sich hin murmelnde Stimme an ihr Ohr gedrungen wäre, die nachdem das klingelnde Geräusch der Tür ertönt war, immer näher kam. Usagis Nerven waren angespannt, laut Narus Aussage konnte es nur Masato Sanjoin sein, der auf sie zu kam. Als er den öffentlichen Teil des Gebäudes betrat, war Usagi sprachlos. Wenn sie nicht darauf vorbereitet gewesen wäre, hätte der Blitz, der sie bei seinem Anblick traf, vermutlich in eine Ohnmacht geschickt. Nachdem sie sich einigermaßen von dem Anblick des jungen Mannes erholt hatte, ging sie tief in sich und versuchte sich auf seine Ausstrahlung zu konzentrieren. Am Ende war sie sich gewiss, dass dieser Mann Neflite sein musste, wenn auch dieses Alter Ego noch nicht erweckt war. Usagi seufzte und überlegte, ob sich dieser Mann erneut gegen sie und die Kriegerinnen stellen würde.
“Hallo, verehrte Dame. Mein Name ist Masato Sanjoin. Womit kann ich dienen?”
“Guten Tag, Herr Sanjoin, mein Name ist Usagi Tsukino. Ich bin eine Freundin von Naru.” Sie beobachtete, dass Masato bei ihrem Namen stutzte, jedoch sofort wieder ein Lächeln aufsetzte.
“Usagi Tsukino?”, fragte er noch einmal. “Ich habe schon einiges von ihnen gehört. Was führt sie zu mir?”
“Ich wollte mich mit ihnen unterhalten. Hauptsächlich wegen Naru.”, antwortete sie ihm und fügte für sich im Stillen hinzu: “Stimmt ja auch.”
“Das ist im Moment ein wenig schwierig.” Er wank sie zu sich heran. Langsam ging Usagi in Richtung Theke. “Naru wollte nämlich nicht, dass ihre Mutter schon etwas davon erfährt.”, flüsterte er ihr zu.
“Mir wäre es auch lieber, wenn wir uns draußen irgendwo unterhalten würden.”, gab sie in der gleichen Lautstärke zurück, worauf er nickte und sich umdrehte. Er öffnete die Tür zum Wohnbereich und schrie: “Frau Osaka. Ich habe noch etwas vergessen. Ich bin in einer halben Stunde wieder da.”
“Ist in Ordnung, mein Junge. Ich bin gleich unten, geh du nur ruhig schon.”
Usagi lächelte. So unbedarft konnte auch nur Narus Mutter sein, ihren Laden voll sündhaft teuren Juwelen auch nur für ein paar Sekunden unbeaufsichtigt zu lassen. Masato hingegen nickte, schritt schnell zum Lager, um sich seine Jacke anzuziehen. Die Beiden verließen das Geschäft, was Luna auf den Plan rief, die Usagi miauend in die Arme sprang. Masato stutzte wieder, während er die Blonde mit ihrer Katze beobachtete. Er war sich sicher, diese junge Frau vor langer Zeit schon einmal gesehen zu haben. “Schon komisch.”, dachte er sich. “Bei Naru war es mir gestern genauso ergangen. Aber sie hier... ist irgendwie anders. Ich weiß ganz genau, dass ich diese Kraft, die von ihr ausgeht, irgendwoher kenne.”
“Ist irgendetwas, Herr Sanjoin?”, fragte Usagi, als sie seinen verdutzten Blick bemerkte.
“Sagen sie, Fräulein Tsukino: Sie kommen mir sehr bekannt vor, sind wir uns schon einmal begegnet?”
“Mag sein, vielleicht in einem früheren Leben?”
Usagis Gegenfrage erzielte die Wirkung, die sich die Blonde gewünscht hatte. Wie vom Donner gerührt starrte Masato sie nun an. Es war nicht so, dass er Wiedergeburt oder Ähnliches seinen Glauben schenkte, doch trotzdem war diese junge Frau die Dritte innerhalb eines halben Tages, die dieses Wort in seiner Gegenwart gebrauchte. Am vorherigen Abend auf Mazarus Couch war es ihm selbst durch den Kopf geschossen, so vertraut war Naru ihm gewesen, dass er kurzzeitig sämtliche Logik über Bord geschmissen hatte und der Gedanke aufflammte, dass er seine neue Freundin aus einem früheren Leben kannte. Naru selbst hatte auf seine Frage hin, ob er ihr auch so bekannt vorkam, fast die gleiche Wendung wie Usagi gebraucht. Langsam zweifelte er an seinem Verstand.
“Kommen sie, Herr Sanjoin?”
“Sicher.”, stotterte er und beeilte sich zu der Blondine aufzuschließen.
Einige Minuten später saßen sie bei einem Kaffee in einem kleinen Lokal, in dem Usagi früher oft mit Naru gesessen hatte.
“Also Herr Sanjoin, sie meinten, sie haben schon viel von mir gehört? Ich hoffe doch, dass es nur Gutes gewesen ist.”
“Natürlich, Naru spricht in den höchsten Tönen von ihnen.”
“Sie haben Naru gestern kennen gelernt, nicht wahr?”
“Zumindest offiziell. Dabei ist es wie bei ihnen. Es ist, als würde ich Naru schon jahrelang kennen, wobei Naru mir um einiges vertrauter ist. Bei ihnen ist es, sagen wir mal, “nur” das Gefühl, aber wissen tue ich von ihnen gar nichts.”
“Sind sie sich da sicher?” Usagi lächelte geheimnisvoll. Bisher verlief das Gespräch so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Immer weiter nachhaken, das war ihr Motto für dieses Gespräch.
“Ziemlich.”, sagte er etwas überheblich und öffnete den Mund um noch etwas zu sagen, blieb aber doch still. Ein tief in seinem Unterbewusstsein verankertes Wissen versuchte sich zu lösen, ausgelöst von dem Kontakt mit dieser jungen Frau, die ihm gegenüber saß und nur geheimnisvoll wissend lächelte. Masato schüttelte den Kopf und klemmte bei geschlossenen Augen mit Daumen und Zeigefinger seinen Nasenrücken ein. Verzweifelt versuchte er das Pochen in seinem Hinterkopf loszuwerden, oder zumindest zu ignorieren, was aber beides nicht gelang. Er öffnete seine Augen und sah sein Gegenüber verwirrt an und erschrak heftig bei dem Anblick, wonach er seine Augen wieder schloss. “Wer ist diese junge Frau? Sie sah gerade aus wie Sailor Moon.”, dachte er sich und entschloss sich zu einem weiteren Versuch. Langsam öffnete er die Lider wieder, doch vor ihm saß nicht die uniformierte Kriegerin, sondern eine junge Frau, eine Freundin von Naru. Und doch fragte er zögernd: “Wer sind sie?”
Luna beobachtete das ganze mit Unbehagen. Masato führte sich eigenartig vor und Usagi stachelte ihn nur noch an. Langsam befürchtete die schwarze Katze, dass ihr Schützling Neflite gerade zu aus ihrem Gegenüber beschwören wollte. “Usagi!”, flüsterte sie. “Hör auf, bevor noch ein Unglück geschieht!” Doch die Blonde hörte nicht auf diese Worte. Sie ging auf’s Ganze, immerhin konnte sie dabei nichts verlieren. Sie saß zwar mit Neflite an einem Tisch, doch schien er nicht böse zu sein, zumindest hoffte sie das. “Usagi Tsukino. Das wissen sie doch mittlerweile.”
Masatos Gedächtnis überschlug sich. Dieses verschüttete Wissen, dass schon bei seinem Gespräch mit Naru ein wenig näher ans Tageslicht gerückt war, wurde nun von dieser jungen Frau weiter hervor getragen. “Usagi Tsukino?”, fragte er sich. “Dieser Name... Naru Osaka... Irgendetwas stimmt da doch nicht.” Plötzlich schossen Bilder in ihm hoch, Bilder von einer jungen Naru und einer jungen Usagi Tsukino. Bilder von ihm in einer Uniform, Bilder, wie er in dieser Uniform gegen Sailor Moon kämpfte und Naru ihn vor dem sicheren Tod beschützte.
Schweiß perlte auf seiner Stirn. Ruckartig stand er auf. “Entschuldigen sie, Fräulein Tsukino. Ich... ich muss zurück zur Arbeit.” Er schnappte sich seinen Mantel und flüchtete ohne sich noch einmal zu der Blondine umzudrehen. Usagi nippte genüsslich an ihrem Kaffee. Sie war mit sich zufrieden, konnte sie sich sicher sein, dass dieser Kerl die Inkarnation Neflites ist, sich aber irgendetwas gegen die aufkeimenden Erinnerungen stellte. Vielleicht hatte sie damals am Nordpol nicht nur sich selbst, Mamoru und den inneren Senshies ein neues Leben geschenkt, sondern auch die vier Generäle gereinigt und in ein unbeschwertes Leben geschickt.
Nachdem sie ihre Tasse geleert hatte, bezahlte sie ihren und Masatos unberührten Kaffee und verließ tänzelnd das Gebäude. Wenigstens etwas hatte sie heute erreicht, was sie den Anderen per Handy mitteilte. Hinter Reys Stimme hörte sie nur ein betretenes Schweigen.
“Was ist denn bei euch los?”
“Haruka ist leicht ausfallend geworden, nachdem Hotaru uns eröffnet hatte, dass Mazaru sie zu einem Abend für die Beiden alleine eingeladen hat. Hotaru hat sich irgendwo auf dem Tempelgelände versteckt und weint sich wahrscheinlich die Augen aus. Michiru sucht sie gerade, weshalb Haruka extrem beleidigt abgezogen ist. Ach und Mamoru ist auch verschwunden.”, fasste Rey kurz zusammen.
Irgendetwas irritierte Usagi und es waren nicht die Streitigkeiten zwischen Haruka und Michiru, die sie verunsicherten. Vielmehr kam es ihr merkwürdig vor, dass das Verschwinden ihres Ehemannes sie nicht im Geringsten störte. So konnte sie beruhigt zum Hikawatempel zurückkehren, ohne dann seinen angewiderten Blick sehen zu müssen.
Die Wogen im Tempel hatten sich wieder einigermaßen geglättet, was nur bedeutete, dass Haruka zur Hassperson Nummer Eins bei allen Senshies außer Michiru aufgestiegen war. Hotaru sah völlig verheult aus und Michiru versuchte alle und besonders ihre Tochter, deren Kopf auf ihrem Schoss gebettet war, während sie sanft ihre Wange streichelte, zu beschwichtigen, dass ihre Freundin es nicht so gemeint hätte. Usagi glaubte mehr oder weniger auch nicht daran, dass Haruka wegen der möglichen Feindschaft von Mazarus Seite in letzter Zeit unausstehlich war, der Kriegerin des Windes ging es ausschließlich um ihre Adoptivtochter und die Angst, diese gerade an einen Mann verlieren zu können, doch Usagi zuckte nur mit den Achseln und sagte den Anderen, dass Haruka sich schon wieder einkriegen wird.
“Wenn wir sie nochmal lebend zu Gesicht bekommen.”, flüsterte Makoto verbittert und wich Michirus Blick darauf entschieden aus.
“Das wird schon, Mako-chan.”, erwiderte Usagi und versuchte dabei besonders sich selbst zu überzeugen. Bevor sie sich zum Gespräch mit Neflite aufgemacht hatte, war immerhin sie diejenige gewesen, die am härtesten von diesem irrwitzigen Plan getroffen wurde.
“Was hast du herausgefunden?”, fragte Amy.
“Gut, dass du fragst. Der Typ ist definitiv Neflites Wiedergeburt und Neflite, oder zumindest dessen Erinnerungen, stecken tief in ihm drin.”
“Usagi hat ziemlich darin gestochert.”, führte Luna weiter.
“Und was ist dabei raus gekommen?”, fragte nun Minako.
“Nicht viel, bevor seine Erinnerungen richtig zum Vorschein kommen konnten, hat er sich verzogen. Aber ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass Neflite diesmal nicht böse ist.”
“Wenn man sich die letzten Stunden in seinem letzten Leben ansieht, ist das definitiv auch kein Wunder.”, gab Amy dazu und seufzte. “Immerhin hatte er sich da schon in Naru verknallt und sie deswegen auch gerettet.”
“Wir sollten uns trotzdem nicht zu sicher sein. Wir wissen doch, dass es immer anders kommt, als wir es erwarten.”
“Richtig Makoto. Ich denke, wir sollten auf jeden Fall die Augen offen halten.”
“Wonach Usagi?”, fragte Rey verwundert. “Wir sind doch schon die ganze Zeit auf Alarmbereitschaft.”
“Frag doch nicht so etwas, Rey. Nach den anderen Generälen natürlich. Wenn Neflite wieder geboren wurde, dann sicherlich auch Jedite, Zoisite und Kunzite. Mamorus komplette Bodyguardmannschaft.”
Es traf die inneren Kriegerinnen wie ein Schlag ins Gesicht, dass es nicht Amy war, die diesen Gedanken zu erst bekam, sondern ausgerechnet die bisher so tollpatschige Usagi. Erst jetzt bemerkte die Runde um Prinzessin Serenity, dass diese sich sehr viel mehr verändert hatte, als sie je erwartet hatten.
“Was ist eigentlich mit Mamoru und dir?”, fragte Minako vorsichtig. “Er war die ganze Zeit so still. Habt ihr etwa Probleme?”
“Nur, dass ich immer noch nicht schwanger bin, wobei das im Moment wahrlich sogar noch gut ist. Stellt euch mal vor, ich würde mit einem riesigen Bauch gegen diese Monster kämpfen müssen, oder die Sorgen, die ich hätte, wenn Chibi-Usa schon geboren wäre.” Usagi lächelte, doch niemand, nicht einmal sie selbst, kaufte ihr diese Worte ab. “In Wahrheit spricht er nicht mehr mit mir, rührt mich nicht mehr an. Manchmal kommt es mir so vor, als realisiere er gar nicht, dass ich noch da bin und wenn er es bemerkt, sieht er mich irgendwie an, als wäre ich etwas Ekliges.” Usagi seufzte laut. “Ich glaube, er liebt mich nicht mehr und betrügt mich vielleicht sogar. Immer wenn ich ihn frage, was mit ihm los ist, bekomme ich keine Antwort.”
“Ach Usagi. Mamoru betrügt dich auf keinen Fall.”, widersprach Minako sofort. “Vielleicht haben die wiederholten Versuche dich zu schwängern einen bleibenden Schaden angerichtet oder ihn völlig ausgelaugt, dass er jetzt erstmal ‘n Weilchen braucht um da unten alles wieder in Ordnung zu bringen.”
Sämtliche Anwesende warfen halb entgeisterte, halb belustigte Blicke zu der selbsternannten Liebesgöttin, die unter den Blicken immer kleiner wurde. Hotaru sah zu ihrer Ziehmutter, die freundlich nickte, worauf sich die Beiden auf den Weg zur Villa machten, nachdem Michiru sich noch vielmals bei Rey bedankte, dass sie sich um Setsuna kümmerte.
“Mach dir keinen Kopf, Usagi. Mamoru war schon des öfteren merkwürdig drauf, hat sich doch aber bisher immer gefangen.”, sagte Makoto.
“Eben, denk daran, was wir damals gedacht hatten, als Fiore aufgetaucht ist.”, fügte Rey hinzu und ließ ihren Blick zu Amy wandern, die darauf knallrot wurde.
“Danke, Freundinnen.”, sagte Usagi lächelnd.
Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis Sailor Neptun zusammen mit ihrer immer noch von Harukas Worten verletzten Adoptivtochter in der weißen Villa angekommen war. Ihre Lebensgefährtin war noch nicht zurückgekehrt. “Idiotin.”, flüsterte Michiru. “Dabei weiß sie doch ganz genau, dass dieses ewige Herumfahren ihr auch nicht helfen wird.”
“Mama Michiru?”, hörte sie Hotarus Stimme. “Du hast kein Problem, wenn ich heute Abend zu Mazaru gehe, oder?”
“Nein, aber du musst mir was versprechen.” Hotaru stutzte. “Tue bitte nichts nur um Haruka zu verletzen, OK?”
Die Schwarzhaarige lächelte verlegen, wusste sie doch ganz genau, auf was Grünhaarige anspielte.
“Nein, werde ich nicht. Wenn du mich suchst, ich bin in meinem Zimmer.”
Michiru sah ihrer Kleinen, die sich halbwegs beruhigt hatte, hinterher, wie sie die Treppe hoch stolzierte. Es freute sie, dass Hotaru immer noch das Leben einer normalen Jugendlichen leben konnte. Ein Leben, dass ihr und Haruka seit Jahren verwehrt geblieben war und Setsuna nicht einmal im Ansatz kennen gelernt hatte. “Setsuna...”, flüsterte sie und Tränen schossen in ihre Augen. Sie versuchte noch dagegen anzukämpfen, was aber lediglich ein verzweifelter Versuch blieb. Michiru Kaio weinte und hätte sich am liebsten auf den Boden fallen lassen um laut los zu schreien, doch Hotarus Anwesenheit hinderte sie daran. Ihre Adoptivtochter sollte nicht mitbekommen, wie es wirklich um sie stand. Die Verzweiflung wegen ihrer gefallenen Gefährtin zerrte sehr an sie und die wiederholten Streitigkeiten mit Haruka trieben sie an den Rand des Wahnsinns, dabei war sie doch diejenige, die immer das größte Maß an Würde ausgestrahlt hatte.
Nachdem sie sich einigermaßen beruhigt hatte, marschierte sie auf wackligen Beinen in die Küche, wo sie sich eine Tasse aus einem Schrank nahm und sich dann verwirrt, weil die Kaffeedose nicht an ihrem angestammten Platz zu stehen schien, nach eben jener umsah. Dem Wahnsinn schon sehr nah, blickte sie noch einmal in den Schrank und fand die Dose doch genau da, wo sie immer stand. “Michiru, beruhige dich. Es wird alles gut. Haruka und ich werden die Bedrohung in Weltall aufhalten und dann werden wir wieder in Ruhe leben können. Auch Setsuna wird es wieder besser gehen.”, flüsterte sie vor sich hin während sie die Dose öffnete und den über alle Maße gefüllten Kaffeelöffel in die Hand nahm und zur Kaffeemaschine führen wollte. Es schien jedoch, als wolle ihre Hand ihr nicht mehr gehorchen, so sehr zitterte sie und verstreute die zermahlenen Bohnen auf dem Küchenregal, wonach sie den Löffel verzweifelt auf den Boden schmiss.
Blitzschnell drehte sie sich um, sauber machen konnte sie auch am Abend noch. Haruka würde sie eh bis zu ihrer Abreise nicht mehr an sehen, nicht nachdem sie Hotaru erlaubt hatte zu ihm zu gehen. In Windeseile rannte sie die Treppe hoch, zwei Stufen auf einmal nehmend. Durch die nächste Tür und dann wollte sie sich in ihrem Bett verkriechen. Doch kurz bevor sie die Türklinke in die Hand nahm, hielt sie inne. Sie sah eine Tür weiter und wieder übermannte sie der Schmerz, eine gute Freundin wohl für immer verloren zu haben. Kurz lauschte sie den Geräuschen aus Hotarus Zimmer, die sich duschte. Michiru wusste nicht, warum sie auf Zehenspitzen zu der anderen Tür ging, aber es erschien ihr sicherer. Sie wollte Hotaru nicht auf sich aufmerksam machen, wie sie verheult durch ihr eigenes Haus schlich. Ihre Kleine hatte schon weißgott genug mit Haruka zu tun, da musste sie sich nicht auch noch Sorgen um die Grünhaarige machen. So lautlos wie möglich öffnete sie die Tür zu Setsunas Zimmer.
Ihre Hand legte den Lichtschalter um und sofort stachen ihr die blutroten Flecken im Teppich neben dem Bett auf. Auch das Laken und die Bettwäsche sollten ihrer Ansicht dringend gewechselt werden, damit Setsuna, wenn ihre Krankheit besiegt wäre, ein sauberes Zimmer vorfand, also machte sie sich mit immer noch zittrigen Händen daran, dass Bett abzuziehen. Kurze Zeit später war zumindest das Bett frisch bezogen, doch der Fleck im Teppich grinste sie beinah schadenfroh an. Michiru seufzte. Dieses getrocknete Blut schien fast zu leben, als wäre er nur dort, damit sie Setsunas Schmerzen fühlen konnte. “Verdammt!”, flüsterte sie und schon wieder quollen Tränen aus ihren Augen. “Was für eine Macht ist das, die eine Sailor Kriegerin so zusetzen kann?” Erst nachdem sie sich beruhigt hatte, stahl sie sich aus dem Raum und ging in das Schlafzimmer von Haruka und ihr. Auch dieses sah trostlos aus.
Michiru fühlte sich nicht mehr wohl, egal wo sie in dieser Stadt war. Nicht, dass sie die Menschen im Stich lassen wollte, aber der neue Kampf forderte zu viele Opfer und durch Hotarus Heranwachsen zu einer jungen Frau litt die Beziehung zu Haruka so sehr, dass es Michiru fast zerriss, wobei sie aber intelligent und besonnen genug war, um niemanden daran die Schuld zu geben. Sie genoss keinen Moment mehr, nicht in der Villa, nicht in dem Café, in dem sie sich früher fast jeden Tag mit ihrer Lebensgefährtin aufhielt und auch nirgendwo anders. Der einzige Gedanke, der sie von absoluter Verzweiflung abhielt, war die Hoffnung auf eine friedliche Zeit, wenn die Bedrohung abgewehrt war. Sie war bereit, alles dafür zu tun und Opfer in Kauf zu nehmen, auch wenn die anderen Senshies ihre und Harukas Vorgehensweise missbilligten. Ihre Planeten schrieen gerade zu nach den Beiden und sie mussten einfach Folge leisten. Nachdenklich betrachtete sie ihre Violine. Sie hatte neben den Diskusionen mit Haruka lange über den geplanten Schritt nachgedacht. Mazaru musste einfach einen Teil der Wahrheit erfahren.
Michiru war sich einigermaßen sicher, dass er ein Schlüssel zum Sieg war, nicht umsonst kreuzten sich seine Wege mit denen der Monster. Er hatte eine Macht in sich, die durch die wiederholten Kämpfe oder der Nähe zu Hotaru und den Senshies langsam wachgerüttelt wurde, wie auch gewisse Erinnerungen in ihrem Unterbewusstsein. Sie glaubte sich zu erinnern, dass die äußeren Kriegerinnen nicht allein auf ihren Planeten gelebt hatten. Ihre Paläste und Kommandozentralen mussten von irgendwem erbaut worden sein, vielleicht hatte hinter jede von ihnen ein eigenes Volk gestanden, die den Prinzessinnen der Planeten treu untergeben waren. “Was wäre, wenn Mazaru ein wiedergeborener Vertrauter Sailor Saturns ist?” Das war es, was sie am Dienstagabend heraus finden wollte.
 
@blackrose Danke :D

So, dann haben wir hier auch noch den nächsten Teil. Endlich mal wieder 'n Fight und 'ne böse Haruka. :D

Ach und ich will Kritik!!!

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Mazaru seufzte, während er Rinoa und die Anderen beobachtete. “Wozu hab ich mich da bloß breit schlagen lassen?”, fragte er sich grinsend, als Kathlyn ihn von sich weg schubste und sagte: “Du kriegst meine neuen Karten erst bei unserem nächsten Duell zu sehen.”
Bis zum frühen Nachmittag hatten sie in seiner Wohnung gesessen und gespielt, so dass es ihm schon längst zu den Ohren raus hing, doch Rinoa hatte darauf bestanden, zusammen mit ihren “Experten” in einen Cardshop zu gehen, um mehr, als es ihrem Portemonnaie gut getan hätte, für eigene Karten auszugeben. Zwar ließ auch er sich nicht lumpen, sein letzter Kauf lag schon einige Monate zurück, doch er hatte nicht erwartet, über drei Stunden in einem Geschäft zu stehen und dass die Anderen noch planten, einen weiteren aufzusuchen. Da die Wolken nicht wie erwartet einen deftigen Regenguss von sich gaben, sondern auflockerten, hatten sich mehr Menschen nach draußen getraut und spazierten durch die Einkaufsgasse.
“Hey Maza, zieh dir das rein!”, die Blonde wedelte einige Sekunden mit drei Karten vor seinen etwas verschleierten Augen, was er nicht einmal registrierte, worauf sie etwas beleidigt von seinem Desinteresse sich wieder zu Totoru gesellte. Seine Gedanken hingen einer starken Energie nach, die er vor einigen Stunden aus dem Stadtinneren wahrgenommen hatte. Zu dieser Zeit hatte er noch mit den Anderen in seiner Wohnung gesessen, als von irgendwoher sich eine seinem Empfinden nach gewaltige Energie verbreitet hatte. Sie hatte ihm einen Stich gegeben und er hatte einige Sekunden gebraucht, um sich wieder zu beruhigen. Sie hatte zwar nicht an die Kräfte der Senshies heran gereicht, jedoch war es eine der stärksten Kräfte gewesen, die er je gespürt hatte. Er seufzte, schüttelte kurz den Kopf, um diesen wieder frei zu bekommen, und sah dann zurück zu seinen Freunden. “Endlich!”, flüsterte er lächelnd. Nach einer, wie es ihm erschien, Ewigkeit, hatte Rinoa in diesem Laden genug gestöbert.
“Das war der Erste.”, sagte sie triumphierend.
“Will die wirklich noch in einen anderen Laden?”, fragte er halb verzweifelt, halb belustigt, obwohl er die Antwort längst kannte.
“Klar doch, irgend jemand muss dich doch besiegen können, wenn es schon diese Monster nicht tun.”
“Also, wenn ich mit diesen beschissenen Karten um mein Leben spielen müsste, hätte ich heute auch so viel wie du ausgegeben. Da ich aber kein bescheuertes 3D-Puzzle um meinen Hals zu hängen habe, ist das wohl nicht nötig.”, erwiderte er achselzuckend, worauf alle, ausgenommen die Blondine, lachten.
Kurze Zeit später bekam er den Ellbogen von Mirouke sanft in die Seite gestoßen. “Hey, ist das nicht Tamara?”
Mazaru kramte in seinen Erinnerungen, während sein Blick Miroukes Finger folgte, der auf eine junge Frau mit roten langen Haaren und einem jungen Mann in einem Ledermantel deutete. Einige Sekunden verstrichen, bis ihm einfiel, dass das die junge Frau gewesen war, die er bei seiner Rückkehr in die Schule fast überfahren hätte. Der Typ neben ihr musste entweder ihr Bruder oder ihr Freund sein. Tatsächlich schmiegte sie sich so zärtlich an ihn, dass Mazaru eher das Zweite vermutete. “Ja, ist sie.”, antwortete er seinem schwarzhaarigen Freund. “Aber woher weißt du, wie sie heißt?”
“Sie geht in unsere Klasse.”, antwortete Rinoa für ihn. “Und das daneben ist Kiljan, ihr Bruder. Er geht doch in deine Parallelklasse.”
“Wirklich?”, fragte Mazaru verwirrt. Irgendetwas kam ihm merkwürdig vor. Seitdem er sie fast überfahren hatte, hatte er sie nicht mehr wieder gesehen und auch ihr Bruder war ihm nicht vertraut. Doch er hob wieder die Schultern und sagte sich im Stillen, dass das wohl daran liegen würde, dass er sich nie direkt auf dem Schulhof aufhielt. Doch sein Blick blieb auf dem missmutigen Gesichtsausdruck Kiljans hängen, der sich anscheinend bei seiner Schwester über irgendetwas beschwerte.
“Was machen wir hier eigentlich?”, fragte er sie.
“Meine Fresse, jetzt sei ruhig! Wir können nicht die ganze Zeit in unserer Bude versauern. Außerdem schau dir mal an, wen wir da haben.” Sie nickte mit dem Kopf in die Richtung von Hotarus Freunden.
“Das ist ja der ganze Verein.”, flüsterte er grinsend. “Aber das hätten wir durch unseren Spiegel auch gewusst. Hier draußen haben wir aber keine Ahnung, wo sich diese Saturnschlampe aufhält.”
“Ist doch egal oder willst du heute wieder jemanden umbringen?”
“Wie wäre es mit diesem Mazaru?”
“Ist das dein Ernst? Wenn wir ihn nicht mehr haben, können wir es niemanden mehr anhängen.”
“Ach, komm! Du lebst in der Vergangenheit. Wie kannst du noch denken, dass wir auch noch den Hauch einer Chance haben, ihm irgendetwas anzuheften, nachdem die sich heute wieder getroffen haben und der Kerl so in Schutz genommen wurde?”
“Na ja, wir müssen nur Uranus einen Beweis liefern, damit die ihn auseinander nimmt. Übrigens schleicht sie auch wieder hier rum und spioniert ihm nach. Wenn er uns eine gute Gelegenheit bietet, sorgen wir für ein wenig Chaos. Ein Zombie von mir und von dir noch ‘nen Käfer und schon ist die Sache geritzt.”
“Einverstanden, Schwesterherz.”, antwortete er grinsend. “Wie wär’s, wenn du einen Zombie aus dem Typen im Sportanzug machst und ich die blonde Tussi verwandle?”
“Das wär Quatsch, warum sollte er seine eigenen Leute angreifen. Lieber ein Stückchen weiter weg von ihnen, damit Uranus auch die richtige Fährte bekommt.”
Mazarus Augen waren immer noch starr auf Kiljan gerichtet, während dessen Gesicht nun fröhlich grinste. “Irgendwas ist an den Gestalten merkwürdig.”, flüsterte er vor sich hin.
“Übrigens werden wir gleich mit ihnen Kontakt aufnehmen.”, erklärte ihm Totoru gelangweilt. Auch ihm stanken diese Beiden aus unerfindlichen Gründen.
“Warum?”, fragte Mazaru überrascht.
“Rate doch mal. Rinoa ist scharf auf den Kerl. Seitdem sie dich nicht mehr haben kann, nimmt sie Jeden.”, antwortete er und bekam dafür eine gewaltige Kopfnuss von Rinoa, worauf Kathlyn und Mirouke lachten.
Tatsächlich schlugen die Fünf den Weg zu dem Geschwisterpaar ein, damit Rinoa, die natürlich vorher ihre Tüte voll Duel Monsters Karten, Mazaru in die Hand gedrückt hatte, um vor ihrem neuen Angebeteten nicht als Freak da zu stehen, woran Mirouke und Totoru schon seit einer Ewigkeit zu gerne arbeiteten, sich Kiljan sofort an den Hals schmeißen konnte, was wiederum seiner Schwester Tamara nicht gerade imponierte, die dafür jedoch von Mazaru eine spitze Aussage entgegengeworfen bekam. Grinsend fragte er sie: “Na, findest du mittlerweile den Weg zur Schule oder rennst du immer noch wahllos vor irgendwelche Autos, damit sie dich hinfahren?”
Sie lächelte und bekam ein Funkeln in ihren Augen. “Es geht, es geht. Und bei dir?”
“Muss ja.”, antwortete er und musterte Kiljan dann misstrauisch, der schon am Tag des Fastunfalls Mazaru am liebsten in einen Käfer verwandelt hätte und Mazaru mit einer lodernden Flamme in den Augen ebenfalls misstrauisch betrachtete.
“Das ist also dein Bruder, ja?”, fragte Mazaru.
“Hast du ein Problem damit?”, erwiderte dieser.
“Hab ich nicht gesagt.” Er wurde sich immer sicherer, mit diesen Beiden oder auf jeden Fall mit ihm stimmte etwas nicht. Mazaru glaubte eine schwarze Aura von ihm ausgehend zu spüren, die so schwarz war, wie er sie nur selten gespürt hatte. Tatsächlich kam es ihm vor, als würde sie denen der Insekten bis auf’s Kleinste gleichen. Totoru und Mirouke schluckten bei dem Anblick von Mazarus Gesichtsausdruck. Darin war kein Funken Gutmütigkeit, sondern nur Aggression, seine Hand ballte er schon langsam zur Faust. Alle bekamen ein wenig Angst vor ihren Freund. Auch sie spürten die Spannung, die zwischen den Beiden lag, obwohl sie sich Mazarus Aussage nach noch nie gesehen, geschweige denn gesprochen hatten.
“Na, na! Wer wird denn gleich so aggressiv werden.”, sagte Kathlyn freundlich, die sich als Erstes gefangen hatte, und klopfte Mazaru auf die Schulter, wodurch er zurück auf den Boden geholt wurde. Unbemerkt von allen hatte sich Tamara indes wieder bei ihrem Bruder eingeharkt.
“Wir gehen dann wohl besser.”, sagte sie grinsend und zog ihren Bruder mit sich. Die Anderen außer Mazaru drehten sich um und sahen ihnen nach. Der Schwarzhaarige schloss die Augen und atmete tief durch, bevor er zu seinen Freunden sagte: “Kommt, lasst uns weiter.”
“Maza, was war denn das?”, fragte Kathlyn verwundert und übertönte damit die Wehklagen Rinoas, dass sie bei Kiljan sicherlich unten durch war.
“Keine Ahnung. Der Typ ist merkwürdig. Irgendwie hat mich seine Ausstrahlung an diese Monster erinnert, aber sicherlich bloß, weil er mir so unsympathisch war.”
“Bist du dir sicher?”, fragte Totoru darauf.
“Klar, was soll’s denn sonst gewesen sein?”
“Du bist eben doch noch nicht lange genug hier, um das zu wissen.”, seufzte Mirouke und selbst Rinoa nickte darauf.
“Klärt ihr mich bald mal auf?”
“Wenn du glaubst, dass es eine Verbindung zwischen den Monstern und Kiljan gibt, solltest du es den Sailor Senshies stecken.”
“Klar doch, Mirouke. Wenn die mich nicht am liebsten auseinander nehmen würden, wäre das kein Problem.”, antwortete er und lachte bei dem Gedanken, sich mit Sailor Uranus an einen Tisch zu setzen, laut auf. Mit geschlossenen Augen und weiterhin lachend machte er noch ein paar Schritte, bevor er auf der mittlerweile leicht überfüllten Straße mit einer blonden Frau zusammen stieß und sich sofort bei ihr entschuldigend daran machte, ihr beim Aufheben ihrer Sachen zu machen. Er lächelte die Frau an, die sich höflich bei ihm bedankte. Doch plötzlich zuckte sie zusammen und fing an zu schreien. Mazaru spürte sofort wieder die Energie, die er zuvor von Kiljan aus gespürt hatte und sah sich nach dem Schwarzhaarigen um, fand ihn jedoch nirgends. Totoru hatte sich währenddessen zu der Frau gebeugt und sie angesprochen. “Was fehlt ihnen?”
“Verzieht euch!”, schrie Mazaru, als er Beulen auf ihrem Rücken erkennen konnte. Sofort stieß er sich vom Boden ab und riss Totoru zur Seite, bevor dieser von drei vor Blut der Frau triefenden Gliedmaßen, die ihr aus dem Rücken sprossen, aufgespießt werden konnte. Mirouke hatte sich schützend vor Kathlyn und Rinoa aufgebaut.
“Verpisst euch!”, zischte Mazaru, während er das aus dem Frauenkörper steigende Monster beobachtete. Sechs stachelartige Gliedmaßen, die den Körper langsam in die Luft stemmten, von jedem von ihnen tropfte Blut. Der Körper schien auf extremste Art und Weise gedehnt zu werden. Zu erst riss der Kopf einfach ab und lies sie einen Blick auf den Kopf des Insektenmonsters werfen. Der Frauenkopf hingegen flog geradezu auf Rinoa zu, die mit aller Kraft einen Brechreiz unterdrückte. Der Kopf war glänzend schwarz wie auch die Beine. Die schwarzen Knopfaugen waren auf Mazaru gerichtet und klackerte bedrohlich mit zangenartigen Greifarmen. Als der Rest des Körpers auseinander gerissen wurde, war es um Rinoa geschehen. Das Blut und Innereien spritzen in alle Richtungen, während Mazaru mit Schrecken erkannte, dass es sich bei dem neuen Körper um einen festen Panzer handelte.
Kathlyn wimmerte, während sie sich Spritzer der roten Flüssigkeit aus dem Gesicht wischte. Für Mazaru zählte erst einmal nur eine Sache: Er wollte seine Freunde in Sicherheit wiegen. Das Viech immer noch nicht aus den Augen lassend schrie er ihnen zu: “Haut endlich ab!”
“Dieses Mal lassen wir dich aber nicht hier!”, brüllte Totoru zurück.
“Ich komme nach, sobald die Senshies hier sind. Und jetzt verpisst euch endlich!” Er sah kurzzeitig zu Totoru, der darauf erschrak. Mazarus Ausdruck war absolut kalt und berechnend. Ohne zu wissen, was er tat, nickte er und sammelte seine Freunde ein. Mazaru hingegen stand dem Monster Auge in Auge gegenüber und errechnete seine Chancen. Die Straße war sehr eng und auch wenn sich schon ein Kreis um ihn und das Monster gebildet hatte, war eine Flucht an das Monster vorbei nicht möglich. Da riss ein Schrei ihn aus seine Gedanken, der keine fünfzig Meter von ihm entfernt aus der Richtung, in die sich seine Freunde einen Weg durch die dicht zusammengerückten Menschenmassen schlagen wollten. Totoru war der Erste, der realisierte, warum sich die herumstehenden Menschen nicht weiter bewegen konnten. Ein geldsammelnder Obdachloser krümmte sich voll Schmerzen auf den Boden und auch sein Rücken zerriss. Aus seinem Körper stieg jedoch kein weiteres Insekt, sondern einer dieser Zombies. Alle Menschen, die noch nicht in Panik geraten waren, konnten ihren Verstand nicht mehr benutzen und rannten wild schreiend durch die Gegend. Mirouke beobachtete, wie ein Mädchen bewusstlos zu Boden fiel. Er wollte sich schon zu ihr stürzen und ihr hochhelfen, doch die durch einander rennenden Menschen behinderten seine Rettungsaktion. Bald gab er auf, sich durch die panische Masse durch schlagen zu wollen. Starr vor Enttäuschung wäre er fast ein Opfer des Zombies geworden, doch Sailor Uranus erwischte das Monster vorher mit ihrem Energieball. Rinoa zog ihren Freund indes auf die Füße und verbarrikadierte sich mit ihm in einem der Geschäfte.
Sailor Uranus stellte sich mit gezücktem Schwert dem Zombie entgegen, der sie hämisch angrinste. Den anderen Kriegerinnen hatte sie noch nicht Bericht erstattet, mit diesem Zombie wäre sie ihrer Meinung nach schon selbst fertig geworden. Sie griff an, doch ihr Schwert fand das Ziel nicht. Blitzschnell wich er aus und erwischte sie mit seinem Ellbogen an der Seite, was sie einige Meter weit schleuderte und ihr einen harten Aufprall bescherte. Doch sie stand wieder auf und versuchte es erneut mit ihrer Energieattacke, welche der Zombie jedoch mit einer Handbewegung in den Himmel schickte.
Mazaru taxierte das Monster vor ihm immer noch, bis es diesem zu viel wurde. Mit einem Satz war es bei ihm und griff mit seiner Greifzange nach ihm, welcher er aber mit einem Rückwärtssalto ausweichen konnte. Dem heran fliegenden Bein fing er mit einem Kick ab, dann rannte er nach vorne und schlug zwei mal schnell gegen den Kopf, was aber keine Wirkung hatte. Ruckartig bewegte es den Schädel und Mazaru bekam die Zange in die Seite, weshalb er zu Boden geschleudert wurde. Das Monster erhob in dieser Zeit das vorderste Gliedmaßenpaar und versuchte in einem atemberaubenden Tempo auf Mazaru einzustechen. Es war ein Wunder, dass er von dieser Aktion unverletzt blieb, jedoch wurde er an eine Wand gedrängt und nur in dem er den Kopf einzog konnte er den noch einmal anstürmenden Stacheln ausweichen. Grinsend rannte er zwischen den beiden in der Wand steckenden Extremitäten auf den Kopf zu, wich der Greifzange aus, in dem er darunter hindurch glitt und setzte einige gezielte Schläge auf den Unterleib des Käfers, der nicht gepanzert war, doch abscheulich grün schimmerte. Dort, wo er auf das Monster einschlug, bildete sich schnell ein grüner Tropfen, der sich bei einem weiteren Schlag mit dem linken Arm um diesen schloss, worauf Mazaru einen absurd riesigen Schmerz spürte. “Säure!”, ächzte er und rollte sich zur Seite weg. Seine Haut rauchte und kribbelte. Das Monster hatte sich währenddessen von der Wand befreit, indem es sie völlig eingerissen hatte. Mazaru hörte einige verzweifelte Schreie aus dem Geschäft und er wusste, dass die herabstürzenden Trümmer einige Menschenleben gekostet hatten. Seine nächste Aktion galt einem unschuldigen Getränkeautomaten, den er mit einem gewaltigen Kick öffnete und die Säure mit einer heraus gefallenen Wasserflasche so gut wie möglich abwusch. Seine Haut war stark angegriffen und der Arm schmerzte immer noch, doch er starrte schon wieder auf das Monster, dass sich, nachdem es diese grüne Substanz in seine Richtung gespuckt hatte, auf interessantere Dinge stürzte: Schaulustige Passanten, die einfach nicht verschwinden wollten.
Haruka hatte nach dem nächsten missglücktem “World Shaking” sich wieder auf einen Nahkampf eingelassen und drei oder vier sehr harte Treffer gelandet, doch auch diese hatten dem Monster nichts ausgemacht, dabei hätten sie einem normalen Menschen das Genick wahrscheinlich mehrfach gebrochen. Als Antwort hatte der Zombie ihr lediglich einen Schlag in die Magenkuhle gegeben, der sie einige Meter in die Luft schleuderte, und sie dann mit einem harten Tritt an eine Wand geschleudert, wo sie paar Sekunden regungslos liegen blieb. Der Zombie grinste und raste dann auf die Menschmasse zu, die zwischen den Kampfplätzen eingekeilt war und sich nicht in eines der Geschäfte retten konnte. Während Sailor Uranus sich benommen aufrappelte, riss das Monster einem Mann im Anzug beide Arme ab, nur um ihm dann noch das Genick zu brechen, ihm den Kopf abzureißen und diesen lachend in die Menge zu werfen. Einem Mann, der bis dahin noch nicht ganz den Verstand verloren hatte, spießte er ohne hinzusehen mit seinem rechten Arm auf und schleuderte den toten Körper durch eine Schaufensterscheibe des Ladens, in den sich Rinoa und die Anderen verkrochen hatten. Totoru drückte sich mit seinem Körper schützend auf seine Freunde, doch zu seinem Glück verfehlten ihn die großen Scherben. Mirouke und Kathlyn zogen ihn weiter nach hinten, denn das Monster machte Anstalten, nachdem es tropfendes Blut aus einem weiteren abgerissenen Kopf in seinen Mund aufgenommen hatte, sich auf die neue Öffnung zuzubewegen, was Sailor Uranus aber mit einer erneuten Schlagsalve verhinderte. “Du wirst mich nicht auch noch verarschen!”, brüllte sie ihm in aller Wut entgegen und schlug mit voller Kraft gegen die Stirn des Zombies.
“Eine Sache ist aber merkwürdig.”, sagte Mirouke mit zusammen gezogenen Augenbrauen, während die Mädchen dem Anderen die feinen Glassplitter mit Rinoas Notfallpinzette aus dem Rücken zogen.
“Was meinst du? Das uns Monster angreifen, Die Senshies oder das Mazaru einfach sein Leben riskieren muss?”
“Wo sind die anderen Kriegerinnen?”
Rinoa blickte verdutzt auf ihre Uhr. “Du hast Recht. Der Kampf dauert schon eine viertel Stunde und nur eine Kriegerin. Wo sind die Anderen?” Es beunruhigte sie. Zum Einen, weil Mazaru dadurch länger um sein Leben kämpfte, zum Anderen, weil die Senshies sich nie so sehr verspäteten.
Mazarus spürte seinen linken Arm kaum noch. Nicht nur, dass dieses Monster dieses Sekret an seinem Bauch absonderte, nein, der Getränkeautomat, der ihm den Arm noch gerettet hatte, war mittlerweile ein dickflüssiger Fleck auf dem Bürgersteig. Er war dem Geschoss Säure gerade so ausgewichen, doch dabei zu Boden geknallt. Noch während er sich aufrappelte, sprang das Monster auf die Menschen, die um es herum standen, zu. Zwei durchbohrte es gleich bei der Landung mit seinen stachelartigen Beinen, einen anderen zerquetschte es mit dem Körper, unter dem es nun blutrot schimmerte. Mit dem Kopf schleuderte es einige Menschen weg, bis es eine Frau mittleren Alters in die Greifzähne bekam und mit aller Kraft zu drückte. Mazaru rannte wutentbrannt los, als er den Schmerz der weiblichen Gestalt hörte, kam aber zu spät. Es knackte einige Male und aus all ihren Körperöffnungen quoll Blut, während dort, wo das Monster zugepackt hatte, der Körper nur noch wenige Zentimeter dick war. Ein unüberhörbares Klackern der Greifzähne später schoss Blut in alle Richtungen, da der Körper auseinander gerissen war.
Voller Hass schwang Haruka sich erneut in den Kampf. Der Zombie wich jedem ihrer Schläge aus, doch seine trafen und brachten immer ein wenig Platz zwischen die beiden Kontrahenten. Doch das Feuer im Inneren der Windkriegerin ließ keine Schmerzen zu, dazu war seit letzter Nacht zu viel passiert. Sie wusste nicht, warum sie Mazaru gegenüber, der, wie sie wusste, nur wenige Meter von ihr entfernt gegen das Insektenmonster verbissen kämpfte, solche Gefühle des Hasses entgegen brachte, doch dass er ihre Tochter verführte, konnte sie einfach nicht zu lassen. Sie musste es verhindern und wenn sie ihn dafür ins Krankenhaus bringen musste. Wieder wich sie einem Schlag aus und versuchte einen Tritt anzubringen, doch ihr Fuß landete in der Hand des Monsters, das sie so hoch ziehen konnte. Mit der anderen Hand griff es nach ihrer Kehle und zog an beiden Seiten. Als Rinoa dies erkannte, konnte sie einen spitzen Schrei nicht verhindern.
Der Schrei Rinoas drang bis an Mazarus Ohr, der verwirrt an das Monster vorbei blickte, die Blonde aber nirgends erkennen konnte. Er geriet in Panik. Seine Freunde waren in Gefahr, doch er musste sich ja schützend vor den versprengten Rest der panischen Menge aufstellen. “Hilfe!”, hörte er in diesem Moment auch Miroukes verzweifelte Stimme, was irgendetwas in ihm auslöste. Eine gewaltige Kraft erfüllte seinen Körper. Seine Klamotten verschwanden in einem hell weißen Glühen. Durch die gewaltige Kraft schloss er die Augen und das grelle weiße Licht schloss ihn ein. Das Insekt wagte einen Angriff in das Licht und stach mit seinem Bein zu, dass von etwas abgetrennt wurde und einige Meter zur Seite schlidderte. Das Licht verschwand und ließ Mazaru wieder zum Vorschein kommen, dessen Körper von der Rüstung bedeckt war. Er bewegte sich zu schnell für die Augen des Monsters und trennte einen weiteren Arm ab. Wutentbrannt spuckte das Monster um sich, traf aber niemanden mit den Säuregeschossen. Mazarus Augen waren völlig kalt, als er das Schwert erhob und den finalen Angriff startete. “Schwert des Todes!”, brüllte er und verschwand wieder und tauchte kurz darauf hinter dem Insekt wieder auf, das in zwei Teile zerfiel und unter zischenden Geräuschen schmolz. Bald sah es so aus wie der Getränkeautomat.
Sailor Uranus war immer noch von dem grellen Licht und den Schmerzen des reißenden Körpers geblendet, doch auf einmal hörte der Zombie auf an ihr zu zerren. Sie öffnete die Augen und starrte auf ein grellweißes Schwert, dass Mazaru an die Kehle des Zombies hielt. “Lass sie los!”, brüllte er, ließ ihm aber dazu nicht einmal die Chance. Uranus Gesicht wurde mit Spritzern übersäht, als sie zu Boden fiel. Die Kraft sich irgendwie abzufangen hatte sie nicht mehr und so sah sie keuchend und auf dem Boden liegend zu Mazaru hoch, der, nachdem er sich vergewissert hatte, dass es seinen Freunden gut ging, sich nach Kiljan umsah. Der Schwarzhaarige wusste, dass dieser Kerl etwas damit zu tun hatte, jedoch verspürte er nicht den geringsten Drang, Sailor Uranus etwas davon zu erzählen. Er steckte sein Schwert in die Scheide und drehte sich von der Kriegerin weg, doch diese griff nach seinem Bein. Mit eiskaltem Blick sah er zu ihr herunter. “Was willst du?”
“Warum hast du mich gerettet? Ich hätte das auch allein geschafft!”
“Ja, klar. Aber das haben wir beide schon mehr als einmal durch gekaut. Lass mich in Ruhe und ich lass dich in Ruhe, einverstanden?”
Uranus hatte es mittlerweile geschafft aufzustehen. Ihr Blick war nicht minder kalt. “Wer bist du und woher hast du diese Kraft? Sag es mir, ansonsten...” Sie zog ihr Schwert.
“Ich heiße Mazaru Briefs und woher ich diese Kraft habe, weiß ich immer noch nicht. Aber ich weiß, dass sie mir zweimal den Arsch gerettet hat, einmal vor dir und vorhin. Also, was willst du noch?”
Die Antwort erübrigte sich, indem Uranus das Schwert hob und auf ihn zeigte. Mazaru war kurz davor, es ihr gleich zu tun, doch da streifte etwas scharfes seine rechte Hand. Mazaru sah sich nicht einmal um, er wusste, dass eine Rose im Boden steckte. “Hört auf, ihr beide!”, sagte Tuxedo Mask, der auf einer Bank stand. Mazaru bemerkte, dass Uranus ihn genauso böse anfunkelte, wie Mazaru einige Sekunden zuvor. “Uranus! Du weißt, dass dieser Junge nichts damit zu tun hat.”
“Das ist mir egal, Tuxedo Mask.”
“Der Prinzessin aber nicht. Unsere Gemeinschaft ist schon am auseinander brechen und dann willst du noch einen unschuldigen Angreifen? Ich bitte dich, lass es.”
“Wie ihr wünscht, Hoheit.”, erwiderte Uranus mit so viel Spott, wie sie aufbringen konnte. Sie steckte ihr Schwert weg und ging gerade aus an Mazaru vorbei. Mazaru ließ sie nicht aus seinen Augen, atmete aber erleichtert aus, als sie einige Meter von ihm entfernt war. Beruhigt wollte er sich bei dem Frackträger bedanken, doch auch dieser war schon verschwunden. “Wieder überlebt.”, flüsterte er seufzend vor sich hin und dann verließen ihn seine Kräfte. Die Rüstung wurde gegen seine normalen Sachen ausgetauscht und er fiel entkräftet auf die Knie, worauf seine Freunde zu ihm stürzten. Rinoa und Kathlyn umarmten ihn und er grinste über Totorus neues Hemd, dass er vom Besitzer das halb zerstörten Ladens für seinen Heldenmut geschenkt bekommen hatte. Sein überall zerrissener Pullover hatte er um den Arm gewickelt, der noch ein wenig stärker blutete, doch auch er grinste.
“Sag mal, was ist das für eine Rüstung gewesen?”, fragte Mirouke mit höchst interessiertem Blick.
“Keinen Blassen, aber Scheiß drauf! Sie hat mir und der Oberzicke heute das Leben gerettet, also bedanken wir uns dafür. Ich gehe jetzt nach Hause, ich hab keine Lust mehr, noch nach irgendwelchen verschissenen Monsterkarten zu suchen.”, erwiderte er grinsend und ließ sich von Mirouke hoch ziehen. Die Anderen nickten und begleiteten ihren Freund um ihre restlichen Sachen von ihm zu holen. Während Rinoa und Mirouke sich sofort verabschiedeten, verarztete Kathlyn ihren Freund und Mazaru noch, was dessen Erste Hilfe Kasten fast völlig leerte.
 
puh, das war ja mal spannung pur ^^
den kampf hast du mal wieder richtig gut beschrieben und es macht irgendwie spaß, den persönlichen kampf zwischen haruka und mazaru mitzuverfolgen.
hoffe, der nächste teil kommt demnächst irgendwann.
weiter so ^^
 
Wie? Geht noch nicht weiter? Bitte, bitte mehr davon!!
So, mal zur konstruktiven Kritik^^ *hüstel* Also, außer das du recht häufig, die blonde, die grünhaarige etc benutzt und man sich ein bisschen an deinen schreibstil gewöhnen muss, finde ich die FF bis jetzt sehr gut. Teilweise sehr gute Dialoge ausgearbeitet und man kann sich sehr gut in die Senshis reinversetzen. Im letzten Teil hat mir Hotaru ein wenig gefehlt, aber ich hoffe das kommt noch^^

Wann geht es denn weiter?? *bettel* Bitte mehr davon!!!

Gruß Saphira
 
Hi, hier nach Umzug und anfänglichem Zivistress endlich ein neuer Tel. Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber hoffentlich währt es gut :D

@blackrose Danke, ;) Als wenn ich nicht genau wüsste, was du davon hälst. Aber mach weiter so.

@Saphira So ist halt mein Schreibstil, aber ich denke, dass geht noch, oder? Hier gibts jetzt etwas mehr Hotaru... Ach und meine Dialoge kommen immer aus dem Bauch heraus :D

PS. Der nächste Teil ist auch schon in der Endphase, aber da ich heute Hansa Rostock anfeuern muss, nicht vor Mittwoch :D
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5. Kapitel
Hotaru hämmerte auf ihren Wecker, als dieser sie aus ihrem erholsamen, traumlosen Schlaf riss. Dieses Mal ließen ihre Träume sie in Ruhe, sowohl der Alte, der sie vor der Bedrohung gewarnt hatte, als auch der Neue, in dem sie als Prinzessin betitelt mit mehreren ihr bekannten Stimmen sprach, wobei sie die Körper dazu nicht erkennen konnte, bis sie sich in einem weißen Raum befand, dessen Eingangstür plötzlich aufgerissen wurde. Sie glaubte fest daran, die auftretende Person zu kennen, doch bevor ein Blickkontakt hergestellt werden konnte, wachte sie jedes Mal auf. Es war wieder ein Traum, den sie wahr nahm, als wäre sie an ihren Lieblingskinoplatz gefesselt. Zum ersten Mal war dieser Traum bei ihr vor drei Wochen aufgetaucht, in der Nacht, als Mazaru auf einmal in diese Rüstung getaucht wurde.
Als der Wecker endlich verstummt war, drehte sie sich auf die andere Seite und dachte nach, warum dieses Gerät der Hölle sie um 18 Uhr wecken sollte. Plötzlich schlug sie die Decke weg und sprang auf, als sie sich erinnerte und das Grinsen in ihr Gesicht zurück kehrte. Sie würde den Abend mit Mazaru verbringen und niemand konnte sie daran hindern. Stumm entschuldigte sie sich bei dem geschundenen Wecker und stolzierte fröhlich pfeifend ins Badezimmer um sich frisch zu machen und ihr Standard-Make-Up aufzulegen. Zurück in ihrem Zimmer warf sie einen Blick auf Mistress Nine, die ihren Blick erwiderte. Sie sah kränklich aus, was für ein Hotaru ein Zeichen war, dass sie normal war.
“Geht’s dir gut?”, fragte sie.
“Nicht wirklich. Ich werde immer schwächer und das obwohl ich auf einem guten Weg zu meiner alten Stärke war.”
“Na ja, du bist nur so schwach, wenn du normal mit mir sprichst und nicht gerade einen deiner “Ich bring euch alle um!” Anfälle hast. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass du in der anderen Form stärker bist, als je zuvor.”
“Ich weiß wirklich nicht, ob mir diese Einschätzung gefallen soll.”, murmelte die Frau mit dem schwarzen Stern auf der Stirn.
“Ich weiß, dass es mir nicht gefällt. Hör mal Mistress: So komisch es auch klingen mag, du bist eine Freundin geworden. Zwar erst, seitdem Mazaru hier ist, aber was soll’s? Deine Krankheit beziehungsweise gespaltene Persönlichkeit passt mir überhaupt nicht.”
“Ich kann doch auch nichts dafür. Wenn ich wüsste, was diese Anfälle hervor ruft, dann...”
“Was dann? Würdest du es ausschalten?”
“Ich nicht. Dazu bin ich nicht in der Verfassung, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass du es tun würdest.”
“Ach ja?”, fragte Hotaru zurück, während sie mit dem Kopf in ihrem Schrank hing. Sie erwartete von Mistress keine Antwort, da diese für sie klar auf der Hand lag. Ja, sie würde etwas dagegen unternehmen, sowohl wegen ihrer Verantwortung als Sailor Kriegerin, die nicht zulassen könnte, dass eine böse Mistress Nine wieder auf ersteht, als auch wegen der aufgebauten Freundschaft zu der Königen des Tao-Systems.
“Siehst du, du würdest. Es bedeutet mir sehr viel, Hotaru.”
“Ja, ja.”, erwiderte sie lächelnd und schlüpfte in ein schwarzes Top.
Kurze Zeit später verließ sie die weiße Villa, nachdem sie sich von Michiru verabschiedet hatte, die, einigermaßen gefasst, Hotaru ein Lächeln schenkte, während sie im Wohnzimmer auf der Couch lag und las. Mistress Nines Worte klangen immer noch nach, so dass Hotaru keine andere Wahl hatte, als darüber nachzudenken. Sicherlich bedeutete ihr die ruhige Mistress Nine mittlerweile auch sehr viel, aber zum wiederholten Mal wurde Hotaru eine Frage gestellt: “Wäre es nicht besser, sie ganz verschwinden zu lassen?”
Sie wusste, dass die Andere ihren Gedankengang mitbekam, aber Mistress wusste auch, dass es für Hotaru sicherlich das Beste gewesen wäre, wenn sie niemals zurück gekehrt wäre. Doch dann schüttelte Sailor Saturn den Kopf, um diesen wieder frei zu bekommen. An diesem Tag wollte sie einen Abend mit Mazaru genießen und sich keine Gedanken über die Bedrohungen in ihrem Leben machen. An diesem Abend wollte sie ein ganz normales, verliebtes Mädchen sein.
Wie so oft kam es anders, als sie es sich vorgestellt hatte. Als Mazaru ihr zwar mit einem fröhlichem Grinsen, aber mit verbundenem Arm die Tür öffnete, erschrak sie heftig. “Was ist passiert?”, fragte sie, nachdem sie auch die immer noch anwesenden Totoru und Kathlyn begrüßt hatte.
“Was glaubst du wohl?”, erwiderte Mazaru grinsend. “Das, was mir jeden zweiten Tag hier passiert. Dieses Mal waren es jedoch gleich zwei.”
Hotaru stockte der Atem, was bei dem Bericht der Drei nicht besser wurde. Als er schließlich bei der erneuten Konfrontation mit Sailor Uranus angekommen war, stieg ihr die Zornesröte ins Gesicht. Am liebsten hätte sie sofort ihren Kommunikator in die Hand genommen und Haruka angeschrieen, doch sie spürte, dass Mazaru sie genau beobachtete.
“Das ist ja schrecklich.”, stotterte sie am Ende zusammen, wobei das Stottern nicht einmal gespielt war. Totoru hatte am Ende mit grimmigem Gesichtsausdruck die Zahl der Opfer grob überschlagen.
“Es hilft nichts.”, sagte Mazaru abschließend. “Ich bin am Ende froh, dass es niemanden von uns erwischt hat. Wobei Uranus mir höchstwahrscheinlich den Kopf abgerissen hätte, wenn der olle Frackträger nicht aufgetaucht wäre.” Er kicherte. “Ich kann es immer noch nicht verstehen, wieso sich jemand so ein Kampfkostüm ausdenkt.” Danach verließen Kathlyn und Totoru die Wohnung, während Mazaru sich kurz von der Schwarzhaarigen verabschiedete, um noch ein paar Sachen im Supermarkt auf der anderen Straßenseite zu besorgen. Hotaru nutzte die paar freien Minuten und griff schnaubend ihre umgebaute Armbanduhr aus ihrer Tasche.
“Haruka!”, brüllte sie in as Mikrofon. “Wo steckst du?”
“Was ist denn passiert?”, antwortete zu erst Minakos Stimme. “Wenn du Haruka sprechen willst, wieso funkst du uns alle an?”
“Weil wieder Monster aufgetaucht sind und sie uns verdammt nochmal nicht Bescheid gesagt hast.”
“Was hast du gesagt?”, hörte sie nun alle Stimmen mehr oder weniger im Chor, außer Haruka, die es anscheinend nicht für nötig hielt, sich dem Verhör zu stellen. “Woher weißt du das?”, ergriff Usagi das Wort.
“Ratet doch mal! Mazaru war natürlich wieder dabei. Sie haben die Monster besiegt, wobei eigentlich hat Mazaru das alleine geschafft und sie damit sogar gerettet, aber sie hat natürlich wieder nichts Besseres zu tun, als ihn anzugreifen. Mamoru war übrigens auch dabei und hat Mazaru mehr oder weniger geholfen.”
Hotaru hörte ein Klirren, was ihrer Meinung nach von Usagis Seite kam, die irgendetwas fallen gelassen hatte. “Mamoru?”, fragte sie verwirrt.
“Ja, Mamoru, oder rennt noch jemand in Anzug und Zylinder rum und wirft Rosen?”, erwiderte die Schwarzhaarige sarkastisch.
“Deswegen ist er erst so spät nach Hause gekommen.”, flüsterte Usagi noch, bevor man ein Knacken hörte. Sie hatte sich aus der Konversation ausgeschaltet. Dafür ergriff Michiru jetzt das Wort. “Wie kommt es, dass keine von uns davon etwas gehört hat?”
“Was weiß ich denn? Wir sind einfach nicht in der Lage, diese Bedrohung aufzuhalten. Immerhin sind laut Totoru über fünfzig Menschen gestorben.”
Den Anderen stockte der Atem, genau wie ihr einige Minuten zuvor, als ihre Freunde mit ihrem Bericht geendet hatten. “Was sollen wir jetzt machen?”, stammelte Rey, die sich am schnellsten einigermaßen gefangen hatte.
“Hotaru bleibt wo sie ist. Lass dir nicht deinen Abend verderben und kümmere dich lieber um deinen Freund.”, antwortete Michiru mit zitternder Stimme, doch Hotaru konnte spüren, dass ihre Ziehmutter lächelte. “Und ich werde Haruka suchen.”, fügte sie noch dazu.
“Sollen wir dir helfen?”, fragte Amy.
“Nein, bloß nicht. Verzeiht bitte, aber ich habe schon keine Ahnung, wie sie auf mich reagieren wird, dann solltet ihr euch lieber nicht blicken lassen. Außerdem kenne ich sie zu gut. Ich bin mir ziemlich sicher, wo ich sie finden kann. Seid lieber in Alarmbereitschaft, wobei ja laut unserer Erfahrung, nichts passieren wird, so lange Mazaru zu Hause ist.” Danach verabschiedete auch sie sich mit einem Knacken.
“Vielleicht hat Haruka ja doch Recht und er spielt uns was vor.”, sagte Makoto ziemlich leise, und doch konnten alle diese Worte verstehen. “Nein, bestimmt nicht. Er ist ein guter Junge und hat zum Beispiel Naru und seine Freunde schon mehrmals beschützt. Irgend jemand will ihm etwas anhängen, da können wir uns sicher sein.”, erwiderte sie ziemlich schnell ihre eigenen Worte.
“Richtig. Vielleicht hat er sogar eine Ahnung, wer. Hotaru, frag ihn doch vielleicht mal.”, ergänzte Rey.
“Wieso? Wie kommt ihr darauf, dass er, wenn er etwas wüsste, gerade mir davon erzählen würde? Immerhin glaubt er immer noch, dass ich Sailor Saturn bin, so wie er mich vorhin die ganze Zeit beobachtet hat.”
“Er vertraut dir.”, sagten die inneren Senshies im Chor, dann musste Hotaru ihren Kommunikator schnell wegstecken, weil sie hörte, dass die Wohnungstür aufgestoßen wurde.
“Na? Alles klar?”, fragte er grinsend.
“Natürlich.”, erwiderte sie, als sie aufstand, um ihm beim Schleppen der Tüten und Verstauen des Inhalts derer zu helfen. “Und bei dir?”
“So gut wie es jemanden gehen kann, der sich in fünf Wochen drei Mal irgendeinen Arm verletzt.” Er hob seine Schultern und setzte ein Gesicht auf, als wenn ihn die Verletzung keineswegs stören würde, doch als sie gemeinsam auf der großen Couch saßen, fiel ihm doch etwas ein. “Nur Kippen drehen fällt mir ein wenig schwer.”
Hotaru sah ihn erstaunt an. “Also wenn das dein einziges Problem ist, dann ist dir echt nicht mehr zu helfen. Wenn ich mir drei Mal den Arm verletzen würde, würde ich mir Gedanken machen.”
“Kommt jetzt wieder eine “Warum kämpfst du eigentlich gegen diese Monster?”-Diskussion?”, fragte er grinsend, als er es doch geschafft hatte, sich die filterlose Zigarette in den Mund schob und anzündete. “Ich will dich daran erinnern, dass mich die Anderen, von den Senshies will ich gar nicht reden, schon genug mit dieser Frage genervt haben und eigentlich warst du immer dabei.”
“Na ja, nicht bei deinen Gesprächen mit den Senshies, aber ich wollte damit gar nicht anfangen.”
“Ach so? Was für Gedanken würdest du dir denn machen?”
“Nun, mich würde interessieren, wer die Macht hat, Menschen in solche abscheuliche und grausame Monster zu verwandeln.”
Mazaru musste nach ihrem Satz auflachen. “Glaubst du ernsthaft, dass ich das nicht wissen will? Wenn ich auch nur den kleinsten Verdacht hätte, würde ich sogar damit zu den Senshies rennen und dann Uranus an der Nase fassen, frei nach dem Motto: “Ällabätsch! Ich hab’s dir ja gesagt”.” Dabei zog er eine feixende Fratze auf und Hotaru lachte. “Nur leider habe ich keine Ahnung, wer dahinter steckt.”, seufzte er und beobachtete dabei ihre Reaktion. Für Mazaru gab es immer noch genug Beweise und Indizien für Hotarus mögliches Doppelleben. Gerade deswegen musste er ihr nicht auf die Nase binden, dass womöglich Kiljan dahinter steckte. Zwar würde er die Sailor Kriegerinnen sein Wissen kund tun, doch erst, wenn es keine Zweifel mehr für ihn gäbe.
“Schade eigentlich.”, antwortete sie unschuldig auf seine Worte. “Erstens würde es den Senshies helfen und na ja zweitens würde ich Uranus Reaktion darauf zu gerne sehen.”
Nun lachte Mazaru wieder, bevor er sagte: “Wahrscheinlich würde sie mich trotzdem in Stücke reißen wollen.”
“Ja, wahrscheinlich.” Hotarus Gedanken wanderten wieder zu ihrer Vaterfigur. Langsam aber sicher zerbrach das Vertrauen in sie völlig, nicht weil sie so versessen darauf war, Mazaru zusammenzuschlagen, sondern weil sie ihr und den Anderen nichts von den Monstern berichtet hatte. Wären alle Kriegerinnen am Kampfplatz gewesen, wäre die Opferzahl sicher nicht so hoch gewesen. Sie schüttelte kaum merklich den Kopf, doch Mazaru Augen waren immer noch auf sie gerichtet. “Ist wirklich alles in Ordnung?”
“Ja, klar, was soll schon sein?”
Mazaru wollte gerade antworten, doch das verhinderte sein Laptop mit einem Kampfschrei, der eine eingegangene Nachricht per MSN über die Musik hinweg spielte. Er lächelte, als er den Nickname las und zog das Gerät näher zu sich. “Dich stört es doch nicht, oder?”, fragte er die Andere noch.
“Nein, nein. Du freust dich doch bestimmt über jeden Kontakt mit deinen Freunden.”
“Schon, aber ich werde versuchen, mich kurz zu halten.”
“Mach dir keine Umstände.”, erwiderte sie lächelnd und betrachtete die lateinischen Buchstaben, die sie vom Englischunterricht her kannte, als Mazaru anfing zu tippen und eine leichte Verwunderung machte sich in ihr breit. Es war ihr bis zu diesem Zeitpunkt nie richtig in den Sinn gekommen, dass Mazaru Japanisch nur als Fremdsprache gelernt hatte und das auch noch freiwillig, obwohl er seiner Aussage nach mit seinen Pflichtfremdsprachen nicht sehr viel am Hut hatte. Japanisch konnte er jedoch fast besser als sie. Ihr Betrachten wandelte sich langsam in ein Starren, als sie bemerkte, dass sie kein Einziges der deutschen Worte verstand.

Henzah: Morgen.
Mazaru: Na ja, ist es hier nicht mehr XD Aber trotzdem hi.
Mazaru: Wie geht’s dir?
Henzah: Beschissen.
Mazaru: Why?
Henzah: Komm gerade aus dem Krankenhaus. War die ganze Nacht da.
Mazaru: Ist was passiert?
Henzah: Na ja... Monster...
Mazaru: Wie bitte? Was für Monster?

Hotarus Blick wanderte zu seinem Gesicht, als sie merkte, dass seine Finger anfingen zu zittern. Seine Augen war glasig und voller Entsetzen, bis er den Kopf schüttelte, der danach eine eisige Kälte ausstrahlte. Wenn Blicke töten könnten, dann wäre der Laptop in diesem Moment explodiert.

Henzah: *seufz* Ich wusste, ich hätte es dir nicht sagen sollen...
Mazaru: Wie bitte? Mir nichts sagen, wie kommst du auf diese Schnapsidee?

Hotaru erschrak ein wenig, als er grimmig lachte. Noch immer verstand sie kein Wort und wollte ihm eine Frage stellen, doch noch als sie den Mund zaghaft öffnete, legte er sich den Finger auf die Lippen und machte ihr klar, dass sie ruhig sein sollte. Irgendwie schien sie zu ahnen, dass etwas in seiner Heimat passiert war, er jedoch noch keine Ahnung hatte, was.

Henzah: Wir wollen nicht, dass du wegen uns zurück kommst. Es ist ja nichts passiert.
Mazaru: Henny, was glaubst du, mit wem du hier sprichst? Weil nichts passiert ist, warst du die ganze Nacht im Krankenhaus?
Henzah: Schon gut, es tut mir leid. Also... Caro Wo ist tot. Sie hat sich in so einen Zombie verwandelt, von denen du erzählt hast.

Mazaru stockte der Atem. Er konnte es nicht fassen, was suchten diese Monster in seiner Heimat. “Mazaru?”, hörte er Hotarus zögerliche Stimme. “Was ist passiert?” Doch er konnte nicht antworten. Den letzten Rest seiner Fassung musste er auf das Tippen konzentrieren.

Mazaru: Hat der Zombie irgendwen gekillt?
Henzah: Nein, es gab nur Verletzte.
Mazaru: Wo und wann war es?
Henzah: *seufz* Gestern in der Schule. 4. Stunde.
Mazaru: Krieg ich einen Bericht?
Henzah: Bio, Caro schreit und windet sich. Dann bricht dieses... Etwas aus ihr heraus und greift Frau Rath und ‘n paar Schüler an. Ich glaube, Georg hat den Alarmknopf gedrückt. Wir sind alle raus gerannt, doch das Ding war schneller und hat viele verletzt. Ich weiß nicht, wer die aus den unteren Klassen alles waren, aber das Krankenhaus war zumindest heute Nacht überbelegt. Die leichtesten Fälle, wurden gleich nach Hause geschickt, während die schwersten nach Perleberg, Wittenberge und Wittstock gebracht wurden. Ich war die ganze Nacht bei Willy, Andi und Caro Lu, die in ein Zimmer gesperrt wurden, doch allen geht es so weit gut.
Henzah: Außer Netti, die war einem Nervenzusammenbruch nah...
Mazaru: Wer noch aus unserem Jahrgang?
Henzah: Das sind zu viele, um sie jetzt alle aufzuzählen, Sorry, aber dafür hab ich nicht die Kraft.
Mazaru: Lebt das Vieh noch?
Henzah: Nein. Die Bullen haben es abgeschossen. Es war eklig... Die ersten Kugeln hat es irgendwie abgelenkt und Steffi und Funk haben sie abbekommen... Keine Sorge, ist nicht lebensgefährlich, waren nur in ihre Arme. Aber das war noch nicht das Ende.
Mazaru: Was noch?

Hotaru hatte mittlerweile Angst vor dem Blick ihres Freundes.

Henzah: Ich hab bloß ‘ne kleine Schramme am linken Arm und blieb wie gesagt bei den anderen. Am Abend scheint aber noch so ein Käfermonster aufgetaucht zu sein.
Mazaru: Wo?
Henzah: Punkerpark. Von denen, die ich kenne, waren es Berty und Uppi und noch ein paar weitere. Kann dir bloß nicht allzu viel erzählen, da die mir keine Antwort geben wollten oder konnten. Die Gebrüder Ubländer liegen beide im Koma.

Die Schwarzhaarige spürte, dass etwas in dem jungen Mann zusammen brach. Er sprang wutentbrannt auf, rannte durch das Zimmer und prügelte seine Emotionen durch seine Faust mit aller Kraft gegen eine Wand. “Mazaru, was ist denn los? Kann ich dir helfen?”, fragte sie ihn verzweifelt, nachdem sie erkannte, dass er mit Tränen rang. Mit nassglänzenden Augen sah er zu ihr und realisierte, dass er nicht allein in diesem Raum gewesen war. Er hatte Hotaru mit seinem Gefühlsausbruch einen verdammten Schrecken eingejagt. Kurz überlegte er, was er sagen sollte und entschied sich gegen die Worte: “Sorry, es ist alles in Ordnung.” Statt dessen seufzte er und sagte: “Ich erkläre es dir gleich, warte kurz.” Dann setzte er sich wieder an den Laptop.

Mazaru: Ich verabschiede mich erstmal... Du hörst von mir...
Henzah: Mazaru, was hast du vor?
Mazaru: Weiß ich noch nicht... Aber halt mich bitte auf dem Laufenden, was Monsterangriffe bei euch und den Zustand der Anderen betrifft. *knuddel* Grüß die Anderen und Bis dann...
Henzah: Bye...

Dann kappte er mit einem Knopfdruck die Funkverbindung des Laptops mit der W-LAN Station und ließ sich nach hinten fallen. Auf weitere Gespräche per Chatprogramm hatte er an diesem Tag keine Lust mehr, fehlte ihm nach dieser Nachricht jegliche Motivation auf ein Gespräch mit seinem Gegenüber, das ihn mit erwartungsvollen Augen ansah. “Monster.”, sagte er deswegen einfach und massierte sich seine Schläfen.
“Wovon redest du?”
“Monster. Sie sind in meiner Heimat aufgetaucht, aber ich habe keine Ahnung, wieso. Zwei Stück in der Prignitz, in einer Kleinstadt wie Pritzwalk und zwar genau da, wo ich mich zu diesen Zeitpunkten recht wahrscheinlich aufgehalten hätte.”
Wie auch ihm einige Minuten zuvor stockte Hotaru der Atem. “Weißt du, was das bedeutet?”, fragte er sie, worauf sie nur den Kopf schütteln konnte.
“Sie sind doch hinter mir her und nicht hinter den Senshies.”, brummte er und stand ruckartig auf. Irgendwie musste er seine Gedanken zumindest ein wenig betäuben. Es fiel ihm schwer, klare Gedanken zu fassen, und er wusste, dass sich das den Abend über nicht bessern würde, wenn er sich trotzdem sein Hirn zerbrach. Den einzigen Weg, den er zur Verhinderung eines Migräneanfalls am nächsten Tag, sah, beinhaltete einen groben Einschnitt in seine Alkoholvorräte. “Zwar gibt das morgen früh eine andere Kopfschmerzattacke, aber dann kann ich morgen wenigstens auch nicht klar denken.”, dachte er sich und machte sich auf in die Küche.
Hotaru hatte bei seinen Worten leicht genickt. “Ja, das ist schon möglich, vielleicht hast du sie aber zur Weißblut getrieben und du bist mittlerweile auf einer gleichen Stufe mit den Senshies.”, hatte sie zu ihm gesagt, als er aufstand und in der Küche verschwand. Auch sie erhob sich und ging ihm langsam hinterher. “Mazaru? Sind etwa ein paar deiner Freunde...”
“Nein, zwar sind so gut wie alle verletzt, doch noch hat es niemanden erwischt. Na ja, außer meinem Kindergartenverein, der im Koma liegt.”
Hotaru verstand und nickte ein wenig erleichtert. Mazaru hatte ihr und ihren Freunden genug von den Brüdern erzählt, die ungleicher nicht sein konnten und die er kannte, seitdem er in den Kindergarten gegangen war. Selbst sie war sich schon absolut sicher gewesen, dass sie zumindest Robert, den Jüngeren der Beiden gemocht hätte, spätestens wenn sie durch die Straßen Tokios gezogen wären und er seine Witze gerissen hätte. Sie sah ihm in die Augen und bemerkte, dass ein Blick über die Fotogalerie an seinen Wänden huschte.
“Geht’s dir einigermaßen gut?”
“Den Umständen entsprechend.”, erwiderte er postwendend und legte die frisch geöffnete Bierflasche an seine Lippen.
“Ich weiß nicht, ob Alkohol jetzt das Richtige ist...”, sagte sie ein wenig verlegen und wollte ihm schon fast die Flasche abnehmen, doch er zog die Hand zurück und funkelte sie etwas böse an.
“Ich finde, dass es genau das Richtige ist.”, gab er trocken zurück und leerte die Flasche in zwei weiteren schnellen Zügen. “Zumindest, wenn du willst, dass ich morgen noch da bin.”
“Wie meinst du das?”
“So, wie ich es gesagt habe. Wenn ich mich heute besaufe, dann kann ich nicht mehr in einer Kurzschlussaktion nach Hause fahren, was du bestimmt nicht wollen würdest, oder?” Er öffnete die zweite Flasche.
“Nein, das nicht, aber...” Sie wollte nicht, dass er sich sinnlos besäuft.
“Außerdem kann ich eh keinen klaren Gedanken fassen. Wenn ich nüchtern wäre, würde ich das aber den ganzen Abend über versuchen. So oder so, wahrscheinlich wäre es besser, wenn wir unseren Abend verschieben.”
Die Schwarzhaarige stutzte. “Du willst, dass ich gehe?”
“Es wäre das Beste für dich, denn so wie ich nachher aussehen werde, willst du mich nicht sehen.”
“Nein!”, brach es aus ihr hervor. Erst jetzt schaffte er es wieder, sich auch mit seinen Augen auf die junge Frau zu konzentrieren. “Ich werde nicht gehen! Ich... Ich kann dich doch jetzt nicht alleine lassen.”
Mazaru machte den Mund auf, um etwas zu erwidern, doch als sich plötzlich ihre Arme um seinen Körper schlossen, sackte sein Inneres zusammen und er ergab sich ihr. In seinen Gedanken versunken legte er seine freie Hand auf ihren Hinterkopf und drückte ihn an seine Brust. Dann zuckten weitere Bilder vor seinen Augen auf. Bilder, die er nicht im geringsten mit den Bisherigen, seinen Träumen und seinen anderen Erfahrungen in Verbindung bringen konnte. Er und die Gebrüder Ubländer in einem mittelalterlichen Dorf, sie waren nicht älter als fünf, er und Hendrike, wie sie gelangweilt in einem Unterrichtsraum saßen. Er mit all seinen Freunden, wie sie eine edel aussehende Kutsche umzingelten, aus der eine wunderschöne junge Frau in einem violetten Kleid stieg, dessen Gesicht er wieder nicht erkennen konnte. Er in dieser Rüstung, umringt von seinen Freunden, die ihm Glückwünsche zuzusprechen schienen. So schnell, wie sie gekommen waren, verzogen sich die Bilder auch wieder. Zurück in der Realität, sackte nun auch sein Äußeres zusammen, so dass Hotaru einige Mühe hatte, ihn in einer Standposition halten zu können.
“Alles in Ordnung?”, fragte sie.
“Was? Ja, es geht schon.”, antwortete er und schob sie ein wenig von sich, um in ihre Augen sehen zu können. Langsam ließ sie ab von ihm und er nutzte die Zeit um die Flasche auf den Küchentisch zu stellen. Er rieb sich die Augen und schaffte es ein Lächeln aufzusetzen. “Hakuna Matata!”
“Was bitte?”
“Hakuna Matata!”, sagte er, als würde jeder, der diesen Spruch nicht kannte, von einem anderen Stern kommen. “Du weißt doch: “Hakuna Matata! Man muss die Vergangenheit hinter sich lassen.” Zumindest heute werde ich mich daran halten.”
Hotaru lächelte bei diesem Satz. “Als wenn es für eine Sailor Kriegerin so einfach wäre, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen.”, murmelte sie vor sich hin, so dass er es nicht hören konnte. “Klingt nett, aber woher ist das?”
In diesem Moment weiteten sich Mazarus Augen so weit es ging. “Sag nicht, dass du Hakuna Matata nicht kennst...?” Verlegen schüttelte sie den Kopf, doch ihre Verlegenheit wechselte in Verwirrung, als er anfing zu lachen.
“Sorry, aber bevor Willy dich killt, wenn du mich mal besuchen solltest, sollte ich dir den Film zeigen. Auch wenn’s Disney ist.”, sagte er leicht grinsend und legte den Arm um sie, um sie zurück ins Wohnzimmer zu führen. “Ich hoffe nur, dass du Englisch zu Genüge verstehst. Ich kann ja, neben englischen Ton auch noch die Untertitel einschalten.”
“Sag mir doch erst einmal, wovon du überhaupt redest.”
“Disney’s “Der König Der Löwen”. Ein Muss für jeden Fan animierter Bilderfolge und wie gesagt, Willy würde dich killen, wenn du ihn nicht kennen würdest. Außerdem ist es für’s Erste genug Ablenkung, dass ich mich nicht in mein Auto setzte.”
Hotaru war vollends verwirrt, als ihr Gastgeber die DVD in den Player schob und ihr die ersten Töne des “Circle Of Life” in voller Lautstärke entgegen donnerten. Doch nach und nach zauberte der Film ein Lächeln auf ihr Gesicht, was beim Song von Timon und Pumbaa seinen absoluten Höchststand erreichte, was auch teils daran lag, dass Mazaru lautstark mitsingen konnte. Still mahnte sie sich, sich wieder mehr Filme anzusehen, wobei dies wahrscheinlich kein schweres Unterfangen war, als Mazaru ihr danach seine “Privatvideothek” zeigte.
“Du bist kein großer Filmfan, oder?”, fragte er sie am Ende der DVD.
“Na ja, ich komme einfach selten dazu, mir was anzusehen.”
“Hast du einen Lieblingsfilm?”
“Ich glaube, König der Löwen steht im Moment an der Spitze. Und bei dir?”
“Frag nicht, ansonsten schlafen wir heute nicht mehr.”, erwiderte er grinsend und drehte sich eine Zigarette.
“Stört mich nicht.”
“Hm... Also ich hab fünf absolute Lieblingsfilme. Platz 4 und 5 belegen dabei deutsche Produktionen, daher fallen sie raus, weil ich keine englische Synchronisation auf der DVD habe. Ich glaube, nicht mal englische Untertitel. Also, bist du bereit für meine absolute Top 3?”
“Immer doch.”, gab sie lächelnd zurück.
Hotaru realisierte noch nicht, dass sie sich auf einen sechs Stunden langen Filmmarathon auf Englisch einließ. Mazaru erklärte ihr, dass auf dem zweiten Platz eigentlich zwei Filme standen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, dennoch beide Filme einfach toll waren. Er hielt beide DVD’s hinter seinem Rücken und Hotaru sollte auswählen. Sie entschied sich für seine linke Hand, in der er, seiner Aussage nach, das Drama hielt und er ihr dankte, dass sie die Reihenfolge so ausgewählt hatte. Am Ende wusste sie genau, was er damit meinte. “Lilja 4-Ever” schockte sie auf einer Art und Weise, was kein Film bisher bei ihr geschafft hatte. Sie dankte allen Göttern, an deren Namen sie sich in diesem Moment erinnern konnte, dass sie solch ein Leben nicht durch machen musste.
Jedoch wurden ihren Gedanken über Menschenhandel und Prostitution beim nächsten Film einfach pulverisiert. Irgendwie musste sie bei “Die fabelhafte Welt der Amelie” an die frühe Usagi denken, auch wenn ihre Anführerin bei weitem nicht so extrem in einer Traumwelt gelebt hatte. Doch sie hatte die gleiche Ansicht wie Mazaru auf die beiden Filme. Amelie und Lilja waren auf dem gleichen Level, wenn auch nicht zu vergleichen.
Die Verzauberung, die der französische Film auf sie gelegt hatte, wurde von dem letzten Film des Abends noch um ein Vielfaches erhöht. Die Lebensgeschichte des “Forrest Gump” bewegte sie sehr. Seit der Mitte von Amelie hatte sie ihren Kopf wieder auf seinen Schoß gelegt, doch wegen des Gesprächs über den Laptop suchten ihre Augen immer wieder Mazarus Gesicht auf. Zu ihrer Beruhigung hatte er sich entspannt und “Hakuna Matata” angewendet zumindest bis zu ihrem Abschied, würde er sich keine Gedanken mehr machen, dafür bewegten ihn die Filme in ihren Augen zu sehr, auch wenn er sie auswendig kannte.
Nach dem letzten Film unterhielten sie sich noch eine ganze Weile, hauptsächlich über die Emotionen, die “Lilja 4-Ever” aufwarf, dann gingen sie schlafen. Hotaru war davon ausgegangen, auf der ausgezogenen Couch zu übernachten, doch Mazaru lächelte bei ihrer Frage nach Kopfkissen und Decke nur, nahm ihre Hand und zog sie mit in sein Schlafzimmer. In dieser Nacht schliefen beide traumlos.
In ihren Augen schien der Schwarzhaarige den Bericht seiner Freundin gut verarbeitet zu haben. Zumindest ließ er sich am nächsten Morgen kaum etwas anmerken, als sie ihn in der Küche fand, wohin sie der Duft frischen Kaffees und Rühreis geführt hatte. Das heiße Getränk weckte ihre Lebensgeister völlig und schon verfluchte sie die Anweisungen Usagis, die sie heute Mittag ins Hauptquartier zwangen. Wie sonst auch, sollte sie zusammen mit den Katzen Wache über die Stadt halten und den Senshies melden, so bald sich etwas tat. Warum die Katzen gestern versagt hatten, wusste sie nicht, doch sie schwor sich nachzufragen.
“Was ist dein Plan für heute?”, fragte er sie, als sie das Frühstück beendet hatten und er eine rauchte.
“Ich muss ein paar Sachen erledigen. Und deiner?”
“Ausruhen. Vielleicht mich noch einmal mit meinen Leuten in Verbindung setzen. Ich muss wissen, ob es Angel gut geht.”
“Von ihr weißt du nichts?”
“Nein und du weißt, dass sie mein Sorgenkind ist.” Hotaru nickte. Er hatte nur ihr von Angel erzählt, dass Mädchen, dass in den letzten Monaten bei ihm gewohnt hatte. Er hatte sie vor ihrem Vater gerettet, der sie geschlagen und missbraucht hatte. Zusammen mit den Gebrüdern Ubländer, einigen anderen seiner Freunde und dem Jugendamt, hatte er sie aus dieser Hölle herausgeholt. Hotaru wusste, dass er sie nur schweren Herzens zurück gelassen hatte. “Eigentlich sollte sie bei Uppi unterkommen, doch Henny hatte nichts gesagt. Außerdem erwarte ich eigentlich, dass der Club auch noch angegriffen wird, wenn es nicht schon passiert ist.”
“Bestimmt geht es ihr gut.”, versuchte sie ihn aufzumuntern, was Mazaru zumindest zu einem Lächeln bewegte.
“Sicherlich hast du Recht.”
Kurze Zeit später verabschiedeten sie sich an seiner Haustür. Es hatte sie ein wenig überrumpelt, als Mazaru nach sie nach der Standardumarmung noch einmal zu sich zog, sie lang und innig umarmte und ihr einen Kuss auf die Stirn gab. “Danke, dass du gestern hier warst.”, flüsterte er ihr zärtlich ins Ohr, was in ihr ein leichtes Schaudern auslöste.
“Nichts zu danken, dafür sind Freunde da.”
Er lächelte und nickte. “Du bist aber die Beste.”, sagte er zwinkernd und küsste sie noch ein weiteres Mal, diesmal auf die Wange, die Hotaru noch sanft brannte und kribbelte, als sie im Hauptquartier angekommen war.
Bis zum späten Nachmittag dachte Mazaru über die neusten Ereignisse nach. Auch wenn es in Deutschland mitten in der Nacht war, alle halbe Stunde versuchte er, seine ehemalige Mitbewohnerin anzurufen. Das Handy war jedoch ausgeschaltet und in ihm breitete sich ein unbehagliches Gefühl aus. Doch dann holte sein neu gekauftes japanisches Mobiltelefon ihn in sein neues Leben zurück, als es ihm eine SMS ankündigte.
“Hey Maza. Ich würde mich gern mit dir treffen und mit dir über etwas reden. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht, aber bitte, versuch es einzurichten. Kathlyn.”
Er seufzte, konnte er sich doch genau denken, worum sich dieses Gespräch drehen würde, dennoch wusste er, dass es ihm nur gut tun könnte, heute noch unter Menschen zu sein, die er gern hatte, worunter Kathlyn definitiv fiel. Er schrieb zurück: “Wann und wo?”
Dann lehnte er sich zurück und legte sich wieder eins seiner T-Shirts über die Augen. Sonnenlicht war bisher an diesem Tag nahezu tödlich für ihn gewesen, doch natürlich musste er es überwinden, wenn er sich mit Totorus Freundin traf. “Jubanpark um 18.30?”
“Ich werde am Nordeingang sein. Bis dann.” Mazaru seufzte. Richtige Motivation spürte er nicht, doch Kathlyn war seine Freundin und er musste ihr helfen. Es war immer so gewesen, dass seine Freunde in ihm ihren Psychiater fanden und er spielte diese Rolle immer gern.
“Einmal benutze ich diese verfluchte U-Bahn und dann komme ich zu spät.”, fluchte er leise vor sich hin und war kurz davor ernsthaften Schaden anzurichten, da verkündete die elektronisch verzerrte Stimme die Station, zu der er wollte. Wenige Meter brauchte er um zum Eingang zu gelangen, wo die Cheerleaderin mit den Füßen auf dem Boden scharrend wartete.
“Alles in Ordnung?”, fragte er sie vom Weitem.
Sie kam ihm entgegen und drückte sich an ihn. “Danke, dass du Zeit für mich gefunden hast.”
“Keine Ursache, auch wenn ich mir schon denken kann, worum es geht.”
“Ist ja auch nicht schwer, oder?”
Er drehte sich eine Zigarette. Als er fertig war und sie sich in den Mund schob, bot er seiner Freundin an, sich bei ihm einzuharken. “Dann schieß mal los.”
 
danke, danke. ich werde es versuchen ^^
war mal wieder n super teil. gut geschrieben und teilweise ziemlich belustigend, wenn man den großteil der personen, die du einbaust, persönlich kennt ^^.
hoffe, der nächste teil kommt schnell und mach einfach nur weiter so
 
Huhu,

*applaus* es geht endlich mal wieder weiter :) Und ich fand den Teil mal wieder recht schön und auch angenehm zu lesen. Aber, du hast dir ein echt doofes Ende ausgesucht *empört ist*
Ich hoffe, dass es am Mittwoch weitergeht, bin echt gespannt, was Kathlyn ihm zu sagen hat. *neugier*

Was ich aber sagen muss, die Kommunikation zwischen den Senshis fand ich persönlich nicht so gut. Ebenso wie es ein wenig ungläubig ist, dass Maza nichts von ihrer Unterhaltung mitbekommen hat. Weil Stimmen hört man ja auch durch eine geschlossene Tür. Und da er ja eh vermutet, dass sie Sailor Saturn ist, fand ich das ein wenig blau-äugig. Aber okay, jeder hat seine eigene Ideen ;)

Ich freu mich auf Mittwoch :)

gruß Saphira
 
Hey MC SummerSault,

die FF gefällt mir sehr gut!

Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, wenn es geht bitte noch länger ^^, nein scherz ^^. *sabber*

Gruß MSSJSon-Goku
 
Hi neuer Teil, alt bekanntes. :D

Sorry, dass es doch fast 2 Wochen gedauert hat... aber dafür ist es auch wieder recht lang....

Viel Spaß

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Doch sie blieb erst einmal stumm, was Mazaru nicht wunderte. Zwar hatte sich Kathlyn nicht das erste Mal an ihn gewandt, doch am Anfang gab es immer erst großes Schweigen. Er seufzte und stellte deswegen die naheliegende Frage mit einem einzigem Wort. “Totoru?”
Sie nickte, wie er es erwartet hatte. “Soll ich dir alles aus der Nase ziehen? Immerhin hast du mich aus meiner Wohnung raus geholt.”
“Sorry, ich weiß, dass es nicht richtig ist, jetzt zu schweigen.”
“Dann alles zurück auf Anfang. Licht aus, Spot an. Dann schieß mal los.”
“Es ist immer noch so schlimm. Wenn er über Hotaru redet, klingt er, als wäre sie seine Göttin. Wenn er doch über mich so reden würde.”
“Aber trotzdem ist er mit dir zusammen.”
“Mittlerweile glaube ich, dass das nur der Fall ist, weil er Hotaru nie haben konnte, geschweige denn haben wird.”
“Du meinst, du bist nur die Notfalllösung?”
Wieder folgte ein Schweigen. Mazaru sah gewissermaßen durch ihren Kopf hindurch und sah die Zahnräder rattern. “Das klingt irgendwie zu hart, aber trotzdem stimmt es irgendwie. Wenn du wüsstest, wie erleichtert er wieder von ihr gesprochen hatte, nachdem er sie gestern gesehen hatte, wie schön es ist, dass es ihr gut geht und so weiter.”
“Was hat er dann gemacht?”
“Wir sind...”, sie errötete leicht und drehte den Kopf von ihm weg. “Wir sind bei ihm gewesen und haben na ja... Wir haben miteinander geschlafen, aber es hat wirklich nur noch gefehlt, dass er ihren Namen stöhnt.”
Mazaru lächelte sie an. “Denkst du das wirklich? Meinst du echt, dass er sich selbst so blamieren würde?”
“Ich finde eher, dass er mich blamiert, in dem er mich als Fickschlitten benutzt, immer wenn er sich eine Überdosis Hotaru Tomoe reingepumpt hat.” Sie riss sich von ihm los und trat mit voller Kraft gegen eine unschuldige Parkbank. “Ach verdammt!”, schrie sie und musste sich setzen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sie sich den geschundenen Fuß.
“Kathy... Du siehst es ziemlich extrem...”
“Aber was soll ich denn machen?”, fiel sie ihm ins Wort. Tränen liefen in Sturzbächen über ihren Wangen und Mazaru war sich sicher, dass es nichts mit den Schmerzen zu tun hatte, die die unnachgiebige Bank verursacht hatte.
“Wenn es dir nicht gefällt, beende die ganze Sache. Dann würdest du dich immerhin besser fühlen.”
“Das kann ich aber nicht. Ich liebe dieses Arschloch, das mich ausnutzt. Ich könnte ihm nie den Laufpass geben.”
“Dann sprich doch einfach mal mit ihm darüber. Da du mich wieder aufgesucht hast, hast du wohl noch nicht mit ihm darüber gesprochen.”
“Maza, ich bin doch nicht bescheuert. Wahrscheinlich würde er das Ganze noch nicht einmal abstreiten, höchstens wenn Hotaru in Hörweite wäre.”
Mazaru ging zu ihr und legte ihr beide Hände auf die Schulter. “Kathlyn, wach auf und denk nach. Du weißt, dass das Schwachsinn ist. Er liebt dich, ansonsten wäre er nicht mit dir zusammen.” Sie legte ihre Arme um ihn und zog ihn näher an sich. Er drückte ihren Kopf an seine Brust und spürte schon nach kurzer Zeit die Tränen, die immer noch ohne Unterlass flossen.
“Wen hat er gestern geschützt? Hauptsächlich dich. Dreh und wende es wie du willst, Hotaru ist seine beste Freundin und, wie ich dir schon mal gesagt habe, gerade Totorus Sorgenkind, aber dich liebt er. Und mit Verlaub, das tut er abgöttisch. Du meinst, dass du dir wünscht, dass er so über dich redet? Verdammt, das tut er doch, auch wenn er es dir nicht zeigt. In jeder freien Minute spricht er von dir, als wärst du genau seine Göttin...”
Kathlyn schnaubte verächtlich, wobei sie immer noch verheult klang. “Maza, danke, aber du musst nicht lügen, um meine Beziehung zu retten.”
“Tze.”, machte er und wank ab. “Als wenn ich das bei euch nötig hätte.”
“Dann meinst du das ernst und willst mich nicht nur aufbauen?”
“Brauch ich nicht, weil du weißt, dass es so ist”
“Sag mal, Tamara... Die Senshies glauben doch nicht mehr, dass er was mit unseren Monstern zu tun hat, oder?”
Seine Schwester erhob sich aus ihrer Liegeposition und sah ihn fragend an. Nachdem sie die Frage vollends aufgenommen hatte und anfing zu ahnen, worauf er heraus wollte, spielte sie nachdenklich mit einer ihrer roten Haarsträhnen.
“Du meinst also, wir sollten...?”
“Jo, er weiß nicht, dass Uranus in der Nähe ist, wohl aber von unserem Scharmützel in seiner Heimat um ihn loszuwerden. Da er aus irgendwelchen Gründen in Tokio bleiben will, sollten wir den Senshies etwas zum Überlegen geben, oder...”
“Oder Uranus zumindest einen Grund, ihm den Kopf abzureißen.”, vollendete sie strahlend den Satz.
“Richtig, sie ist die Einzige, die immer noch von seiner Schuld überzeugt ist. Wenn ein Monster wieder in seiner Nähe auftaucht, wird sie definitiv versuchen, ihn umzulegen.”
“Die anderen Senshies und gerade Saturn werden sich dann aber sicher sein, dass er nichts damit zu tun hat.”
“Stimmt schon, aber sie sind eh sauer auf Uranus, was sich noch erhöhen wird, wenn sie ihn wieder angreift.”
“Also tun wir es?”
“Ich mache es. Der Typ gehört mir.”, sagte er abschließend, wobei er Tamaras Augenrollen ignorierte. Er wusste, dass sein Hass auf Mazaru seine Schwester nervte, während sie den Streitpunkt eigentlich mochte. Richtig zugeben durfte sie es vor ihrem Bruder jedoch nicht. Als geringste Strafe würde er sie einfach nur zusammenschlagen, also beobachtete sie ihn nur bei seiner Tat.
Mazaru zuckte zusammen und sah sich erschrocken um, während seine Hände immer noch auf ihren Schultern ruhten. Da war sie wieder, die Energie, die er bei Kiljan gespürt hatte, die gleiche Energie, die dieses Monster geschaffen hatte, und dieses Mal lag sie direkt über ihnen. Seine Augen schlugen schlagartig auf eisige Kälte um, als er sich fragte, warum er sie dieses Mal schon vor dem eigentlichen Angriff spürte, doch Kathlyn wurde davon verunsichert. “Was hast du?”, fragte sie und er ging die Alternativen durch. Anlügen wollte er sie nicht, jedoch wollte er sie nicht ängstigen. Bevor er ihr antworten konnte, nahm die schwarze Kraft ihm die Entscheidung ab, als sie sich wie ein Adler auf ihr Opfer stürzte. “Kathlyn!”, stöhnte er, nachdem sie angefangen hatte zu schreien und ihren Körper fest zu umklammern und verlor durch den Druck der Macht sein Gleichgewicht, wodurch er auf seinen Hintern fiel. Entschlossen stand er auf und blickte auf den sich krümmenden Körper seiner neuen Freundin. “Immerhin bekomme ich eine Chance mich für letzte Woche zu revanchieren.”, dachte er grimmig und bereitete sich auf einen Kampf vor, den er definitiv gewinnen wollte. Er drehte sich von ihr weg, um dem Todeskampf nicht ansehen zu müssen und seufzte, als ihre flehenden Schreie in sein Ohr drangen. “Maza... Was passiert hier? Was ist los mit mir?”
“Du wirst sterben.”, dachte er, konnte es aber nicht aussprechen. Eine Träne rollte seine Wange herunter. Mit Kathlyn hatte er sich, Hotaru ausgenommen, am besten verstanden und irgendwas in seinem Inneren wollte sie nicht sterben lassen, nur damit er seine Rache bekam, wozu es früher oder später eh kommen würde. Außerdem wusste er, dass Hotaru und die Anderen es nicht einfach hinnehmen würden, dass er nur zugesehen hätte, wie eine Freundin von ihm einen grausamen Tod starb. Er drehte sich wieder zu ihr und sah schon die Beulen auf ihrem Rücken, die den Abschluss der Verwandlung andeuteten. Sofort stürzte er zu ihr und drückte sie an sich.
“Kämpf dagegen an, Kathlyn. Du schaffst es. Komm schon.”
Sie klammerte sich an ihn und es entfuhr ihr ein Schrei nach dem Anderen. Ihre Fingernägel krallten sich tief in seinen Rücken, während sie hyperventilierte, ihr Gesicht war von ihren Schmerzen verzerrt. Mazaru war verzweifelt, sowohl wegen der Lage Kathlyns, der er immer weiter aufmunternde Worte zuflüsterte, als auch wegen seiner Arroganz, die seine private Rache an die Feinde höher gestellt hatte, als eine seiner besten Freundinnen. Eine weitere Träne rollte seine Wange herunter, als er sich die Frage stellte, wie dämlich er eigentlich war. “Kathlyn, kämpfe! Ich bin bei dir, ich lasse dich nicht allein.” Er hatte sich an seinen Schwur erinnert, dass er sich und Angel damals gegeben hatte. So lange es in seinen Möglichkeiten stand, wollte er keinen seiner Freunde allein lassen.
Haruka hatte sich längst verwandelt und lächelte siegesgewiss. Dies war der Beweis, den sie so lange gesucht hatte. Dieser junge Mann verwandelte seine eigene Freundin in ein Monster, das war für sie sicher, weshalb sie längst allen Bericht erstattet hatte. Das Keuchen ihrer Adoptivtochter klang noch in ihren Ohren nach, aber es war ihr egal, sie hatte alles was sie wollte.
“Schreite ein, rette das Mädchen!”, waren Usagis Worte gewesen, doch das ging gegen ihre Einstellung. Sicherlich wollte sie so viele Menschen wie möglich retten, doch für ihre eigenen Ziele, war ihr schon immer jedes Mittel recht gewesen. Innerlich stellte sie sich darauf ein, eine weitere Standpauke ihrer Anführerin über sich ergehen lassen zu müssen, doch es war ihr egal, sie hatte ihren Willen. Immerhin hatte sie genug Übung darin. Sie dachte an die Zeit der Talismanjagd, bevor sie und ihre Partnerin erfahren hatten, dass sie selbst die Talismane in sich trugen. Usagis Flehen hatte sie damals schon gelernt zu ignorieren oder mit vor Sarkasmus triefenden Sprüchen zu bedenken, daher störten sie die Aussichten auf die Konsequenzen nicht im Geringsten.
Haruka lächelte in sich hinein und schüttelte den Kopf, während sie Mazaru und Kathlyn nicht aus den Augen ließ. Die Situation warf wieder eine Frage auf, die sie seit sechs Jahren nicht losgelassen hatte, eine Frage, die sich ihre Freundin ihrem Wissens nach nie gestellt hatte: Wie konnte jemand, der so viele Opfer in Kauf nahm, ein reines Herz besitzen? Eudial hatte es ihr versucht zu erklären, zumindest waren es Eudials Gedanken gewesen, doch es haperte sehr mit dem Nachvollziehen dieser abstrusen Gedanken. Vielleicht hatte sie damals ein reines Herz besessen, doch seit dem Auftauchen dieses Jungen, wurde ihr Herz in ihren Augen immer dunkler, was kein Vorwurf an sich selbst war, sondern eine reine Feststellung. Sie wusste, dass nicht einmal Michiru ihre neue Art billigte, jedoch gingen Usagis Worte ihr in letzter Zeit gegen den Strich. Sie wünschte sich nichts mehr, als das ein normales Leben einkehrte. Sie glaubte, dass sie genau davor stand, sie mussten nur noch Mazaru ausschalten, doch mit den neuen Vorfällen, wusste sie, dass ihre Theorie verworfen wurde.
Mazaru leuchtete. Es war nicht das übliche weiße grelle Licht, sondern ein warmes, schützendes Leuchten, die Farbe seiner Aura hatte sich verändert und was Haruka mehr als alles Andere verwirrte, war die Tatsache, dass nicht nur er eine Aura ausstrahlte, sondern auch Kathlyn. Das violette Glühen verdrängte die schwarze Energie völlig aus ihrem Körper und schirmte die Cheerleaderin völlig ab. Haruka stockte derweil der Atem, als sie die Ähnlichkeit zu Sailor Saturns Kräfte erkannte, aber die beiden Freunde schienen es nicht zu bemerken. Mazarus Blick war fest nach oben auf das Zentrum der Energie gerichtet, während Kathlyn sich immer noch an ihn klammerte und versuchte wieder zu Kräften zu kommen.
Mazaru lächelte, als er halbwegs realisierte, was passiert war. Kathlyn war gerettet, nicht nur seine eigene Energie hatte sie befreit, sondern ihre eigenen Kräfte hatten maßgeblich geholfen, die seiner aus Gründen, die er nicht kannte und die ihm in diesem Moment egal waren, nicht unähnlich waren. Das kurzfristige Hochgefühl verschwand jäh aus Mazarus Gefühlswelt. Die schwarze Kraft verflog nicht, sondern suchte sich plötzlich ein neues Opfer.
Kiljan wurde von dem Spiegel weggeschleudert. Tamara stürzte zu ihrem Bruder und half ihm auf die Beine. Sie war diejenige, die die alles bedeutende Frage stellte: “Was zur Hölle war das?”
“Keine Ahnung. Dieser Scheißkerl hat seine Kräfte benutzt um sie zu retten.”
“Aber es war nicht nur seine gewesen, sie scheint die gleichen Kräfte zu haben.”
“Das wäre übel, immerhin reichen der und die Senshies mir schon. Ich will gar nicht daran denken, wie viel Probleme wir kriegen, wenn es noch mehr von denen gibt. Ich schalte sie aus, ein für alle Mal.”
Sofort stellte er sich wieder vor den Spiegel und lenkte all seine vorhandene Energie in einen Mann ungefähr Mitte dreißig, der nicht einmal den Hauch einer Chance hatte, Kiljans Wut zu bekämpfen. Sein Rücken brach sofort auf und entließ einen riesigen, dunkelblau schimmernden Käfer, in dessen Front ein scharfes Horn steckte. Sofort nahm es Anlauf und rannte auf die beiden durchatmenden Freunde zu.
Mazaru reagierte blitzschnell, umklammerte seine Freundin fest an sich und sprang zur Seite, wobei das Horn nur knapp sein rechtes Bein verfehlte. Sofort sprang er wieder auf und stellte sich vor Kathlyn, die sich körperlich einigermaßen regeneriert hatte, seelisch doch für diesen Tag am Ende war. Zu seinem Glück war sein Arm wieder voll einsatzfähig. Der Käfer baute sich vor ihm auf und scharrte mit den Füßen, doch noch bevor es zu einem erneuten Angriff ansetzen konnte, wurde es von hinten getroffen, in die Luft geschleudert und flog über den verwirrten Mazaru und einer wimmernden Kathlyn hinweg. Der junge Mann drehte sich schnell um und erkannte Sailor Uranus in der Endposition ihres Energieangriffes.
Haruka keuchte auf, als sich die Energie ein anderes Opfer suchte und diesem keine Chance ließ. Einen kurzen Moment lang überfiel Ekel sie, als der Körper aufbrach, doch sie hatte schon Schlimmeres in ihrem Leben gesehen, weshalb sie es schnell wieder abschütteln konnte. Während sie im Stillen noch der Frage nachging, woher diese Kraft von Mazaru und Kathlyn stammte, rannte der Käfer auf die beiden Freunde zu. Einmal konnte Mazaru seine Freundin zur Seite reißen und dem Monster ausweichen, doch nun versperrte der Hornkäfer ihr die Sicht auf die Beiden und scharrte wieder mit den Füßen. Noch bevor es zu einer weiteren Attacke kam, sprang sie schnell nach vorn und hob ihren rechten Arm um Energie zu sammeln. “World Shaking!” Ihr Energieball traf genau, was Haruka lächeln ließ. Das Monster flog über die Anderen hinweg und schlitterte nach seinem Flug noch einige Meter, doch dafür hatte Haruka kein Auge. Mazaru starrte sie verwirrt an, was sie grinsen ließ. Sie war sich sicher, dass er sich fragte, warum gerade sie ihn rettete. Sie genoss seine Verwirrung, auch wenn sie sich langsam auflöste und er ihr lächelnd zu nickte und mit seinen Lippen das Wort “Danke” formte. Dann zog sie ihr Schwert, rannte los, an den Beiden vorbei, und schickte ihren Space Sword Blaster auf den Käfer, der Mazaru und Kathlyn schon wieder angreifen wollte.
“Warum zum Geier hilft sie uns?”, fragte er sich im Stillen, während er sie perplex anstarrte und Kathlyn, die immer noch wimmerte, schützend an sich drückte. Es gab für ihn nur zwei mögliche Erklärungen, wovon eine davon in seinen Armen lag. Sailor Uranus Hass auf ihn war zwar seiner Meinung nach riesig, aber wie es aussah, war sie ausnahmsweise Herrin ihrer Sinne und hatte ihren Angriff nur wegen Kathlyn abgefeuert. Die andere Möglichkeit war die Kraft, die nicht nur er, sondern auch seine Freundin ausgestrahlt hatte, aber darüber wollte er sich später Gedanken machen. Er lächelte die Andere an und sagte leise “Danke.”, im vollen Bewusstsein, dass sie es sicher nicht verstehen konnte. Doch plötzlich zog sie ihr Schwert, was ihn Schlucken ließ. Er hatte völlig vergessen, dass noch ein Monster hinter ihnen war, aber Uranus, als sie an ihnen vorbei sprintete und den Käfer angriff, holte ihn zurück in die Realität. Sein Blick verfinsterte sich, als ihr Angriff vom Panzer des Viehs reflektiert wurde und sie selbst voll traf. Mazaru stöhnte, als sie zurück geschleudert wurde und erst einmal regungslos liegen blieb, ihre Uniform war aufgerissen und entblößte eine tiefe Wunde.
“Kathlyn.”, sagte er, bekam jedoch keinerlei Reaktion. Die Cheerleaderin schluchzte immer noch, ihren Kopf an seine Brust gelehnt. Er wiederholte es und schüttelte sie sanft, bis er nach einigen Sekunden ihre Aufmerksamkeit hatte. “Du musst weglaufen, hörst du?”
“Warum, willst du wieder kämpfen?”
“Sieh dort hin. Uranus ist schwer verletzt, ich muss was tun. Immerhin hat sie uns heute den Arsch gerettet.”
Sie nickte. “Einverstanden, aber halt dich zurück, OK?”
“Klar, so wie immer.”, sagte er grinsend und stand auf. Sofort rannte er los und konnte gerade noch verhindern, dass die Senshie des Windes von dem Monster zertrampelt wurde, indem er sich mit aller Kraft gegen es schleuderte. Es fiel auf die Seite, rollte weiter auf den Rücken und strampelte mit den Beinen in der Luft. Mazaru kniete sich sofort zu der angeschlagenen Kriegerin herunter, die sich aufrichten wollte, dabei sprudelte ein großer Schwall Blut aus ihrer Wunde. Mit sanfter Gewalt drückte er sie wieder zu Boden und gebot ihr Liegen zu bleiben.
“Du bewegst dich keinen Zentimeter, verstanden?”, sagte er lächelnd, aber gebieterisch.
Harukas schmerzverzerrtes Gesicht entspannte sich ein wenig und versuchte sich ebenfalls an einem Lächeln. “Schaffst du das?”, keuchte sie, während sie sich die Wunde hielt. Das Blut sickerte durch ihre Finger.
“Du kennst mich doch mittlerweile. Scheiß drauf, ob ich es schaffe, so lange ich dir etwas Zeit beschaffe. Ich hoffe, dass du den Anderen wenigstens dieses Mal Bescheid gesagt hast.”
“Ja, habe ich.”
“Gut so.”, erwiderte er und musste dann einem heranfliegenden Bein ausweichen, das nur knapp neben Sailor Uranus einschlug und einen kleinen Krater hinterließ. Mazaru indes versuchte das Monster mit einem Spin Kick, in den er all seine Kraft steckte, wieder aus dem Gleichgewicht zu bringen, wobei er jedoch scheiterte. Das Ding versuchte zu kontern. Es versuchte mit dem Horn den jungen Mann aufzuspießen, doch dieser konnte jedes Mal im letzten Moment ausweichen. Sein momentanes Ziel war, das Monster von der verletzten Sailor Kriegerin zu entfernen, was ihm ganz gut gelang, da das Monster mit jedem gescheiterten Versuch wütender wurde und immer energischere Angriffe startete. Nach einigen weiteren Ausweichmanövern packte er das Horn und begann ein Kräftemessen von unmenschlichen Ausmaßen. Mazaru mobilisierte all seine Kräfte, wobei das violette Glühen wieder hervor trat. Er schaffte es, das Monster hochzuheben und über ihn herüber zu schleudern, wobei es wieder auf seinem Panzer landete. Mit den neuen Kräften, die seinen Körper durchfluteten, sprang er hoch in die Luft und landete mit dem Knie voran auf der ungepanzerten Seite des Viechs. Der Boden darunter brach stellenweise auf und es wurde ein gutes Stück in den Boden gedrückt.
Der Schwarzhaarige lächelte siegesgewiss, setzte noch zwei schnelle aber kräftige Schläge in den entblößten Unterleib des Monsters und sprang wieder nach oben, nur um nochmal darauf zu landen. Doch das Monster gab sich unbeeindruckt. Es spannte seinen rechten Flügel um sich wieder auf die Füße zu drehen, Mazaru sprang ab und beobachtete, wie es sich einen neuen Angriff zu überlegen schien. Der Junge konzentrierte sich so gut er konnte auf seine Kräfte, während er das Monster nicht aus den Augen ließ. Das Glühen wurde stärker, doch er spürte, dass diese Kraft noch nicht an sein Pensum heranreichte, wenn er in der Rüstung steckte, die er sich in diesem Moment mehr als alles Andere wünschte.
Der Käfer drehte sich von ihm weg und flog mit einem lauten Brummen in die Luft. Mazaru sprintete sofort los und versuchte mit einem überdimensionalen Sprung auf die gleiche Höhe zu kommen, wobei er jedoch scheiterte. Mit Schrecken erkannte er das Ziel seines Gegners. Es schwebte in einer gewaltigen Höhe über Sailor Uranus und zog plötzlich die Flügel ein. Mazaru rannte los, so schnell er konnte in Richtung Uranus. Gerade noch schaffte er es sie zu packen, doch das Monster war nur noch wenige Meter über ihnen.
“Mercury Aqua Rhapsody!” Der riesige Wasserstrahl drängte das Monster aus seiner Bahn und es landete einige Meter neben ihnen. Mazarus Kopf drehte sich in die Richtung, aus der die Attacke kam, und grinste die aufgetauchte Sailor Merkur an. Er dankte allen Göttern, deren Namen ihm einfielen, dass nun endlich die Unterstützung eintraf, die er und Sailor Uranus brauchten. Die Kriegerin des Wassers hetzte zu der Verletzten und nickte dem Schwarzhaarigen halb freundlich zu.
“Wie geht’s dir?”, fragte sie ihre gefallenen Kollegin.
“War schon besser.”, keuchte sie.
“Bleib liegen bis Saturn auftaucht.”
“Geht klar, kann mich eh nicht mehr bewegen.”
Mazaru hatte sich in dieser Zeit schützend vor den Beiden aufgebaut. Das Glühen war immer noch sehr stark und er war bereit, alles für die Senshies zu tun. Gerade als er einen erneuten Angriff auf die am Bodenliegende abwehren wollte, hörte er die Stimmen Sailor Jupiters und Sailor Venus brüllen “Supreme Thunder!” “Venus Love Me Chain!”
Die von der Elektroattacke verstärkte Kette raste auf den Käfer zu und durchbohrte den Käfer, der zusätzlich durch die Wucht wieder einmal zur Seite geschleudert wurde. Aus der Wunde tropfte dunkelgrünes, giftig aussehendes Blut, was auf dem Boden auftreffend anfing zu rauchen und zu zischen. Die Beiden sprangen aus ihrer Deckung zu den Anderen. Mazaru nickte ihnen lächelnd zu, doch Sailor Jupiter packte ihn am Kragen und funkelte ihn böse an. “Du warst es also doch!”, knurrte sie ihn an. Mazaru, der sie durch ihren plötzlichen Ausbruch völlig verwirrt anstarrte, dämmerte es langsam. Uranus musste die Situation vorhin, als er zögerte, sich um Kathlyn zu kümmern, falsch verstanden und falsch weitergegeben haben.
“Warte.”, stöhnte Uranus, als sie erkannte, dass ihre Gefährtin den Falschen angriff. Trotz der Proteste Merkurs setzte sie sich auf. “Er war es nicht, ich habe mich geirrt.”
Die fast schockierten Blicke von Makoto und Minako wanderten zu Haruka, bevor sie sich gegenseitig anstarrten. Auch Amy ging es nicht besser, immerhin hatte der Sturkopf Haruka Tenoh gerade einen gravierenden Fehler eingeräumt, zugunsten des jungen Mannes, den sie vorhin noch schwerwiegend beschuldigt hatte. Mazaru sah sich die Szenerie mehr oder weniger belustigt an. Bis er die Präsenz des Monsters wieder hinter sich spürte und die Kriegerinnen, die ihm am nächsten standen zu Boden riss, ansonsten hätte ein Bein des Käfers sie zu Boden geschlagen
“Könnten wir dieses Gespräch auf später vertagen?”, fragte er mit einem leicht zynischen Unterton. Das violette Glühen war noch stärker geworden, was die Neuankömmlinge erst jetzt zu bemerken schienen und auch ihnen fiel die Ähnlichkeit zu Saturn auf. Mazaru war der Erste, der wieder stand und sich dem Monster zu wand. Jupiter und Venus nickten sich zu und stellten sich neben ihn.
“Merkur, verteidige Uranus bis die Anderen kommen.”, sagte Venus und lud ihre Energie für ihren Crescent Beam auf, welcher aber nicht durch den Panzer drang. Makoto und Mazaru waren beide nach vorn geschnellt und setzten Schläge auf den Kopf des Viehs, bis Jupiter die Wunde der Feuerherzenkette entdeckte und sie mit einem Donnerschlag bearbeitete. Ein dumpfes Grollen des Schmerzes erfüllte den Park und sie wurde von dem Flügel getroffen, den das Monster abspreizte, voll getroffen und gegen einen Baum geschleudert, wo sie benommen zusammen sackte. Mazaru nutzte die offene Panzerung und setzte eine harte Kombination dort hin, bevor Sailor Venus dem Vieh ihren Crescent Beam Shower verpasste, wovon einige Strahlen es sogar durchbohrten, was das Monster aber nicht mehr als die Attacken zuvor kratzte. Sofort schloss es seine Flügel wieder, drehte sich um und stieß mit seinem Horn nach der Kriegerin der Liebe, deren linke Seite sich darauf blutrot färbte. Ihre Augen weiteten sich, während sie ihre Hand auf die riesige offene Wunde legte und zu Boden glitt. Bevor ein Bein sie zertrampeln konnte, riss Mazaru sie an sich und schleppte sie zu Merkur und Uranus. Jupiter lehnte sich immer noch benommen an ihren Baum.
Mazaru verzweifelte langsam. Nun waren vier Senshies an seiner Seite, doch nach wenigen Minuten lag eine halb bewusstlos an einem Baum und zwei waren stark verletzt. Merkur musste all ihre Kräfte und Konzentration aufbringen, um auf die Verletzten aufzupassen und er war der Einzige, der sich in dieser Runde gegen das Monster stellen konnte, doch er wusste, dass seine Kräfte nicht ausreichten, wenn sich nicht bald seine Rüstung aktivieren würde. “Leider Gottes weiß ich nicht, wie dieses Scheißding funktioniert.”, dachte er sich und übersah das herannahende Bein, das ihn voll erwischte. Er flog einige Meter durch die Luft, fing sich dann jedoch mit einem Salto ab. Er rutschte noch einige Meter, stieß sich ab und sprintete wieder nach vorn, wobei er zwei Gliedmaßen auswich und wie schon bei seinem letzten Kampf unter das Monster rutschte. Seine Kräfte stiegen explosionsartig mit jedem Schlag an und bald hatte er das Monster einige Zentimeter in die Luft gehoben, doch dann spürte er aufkommende Hitze. Schnell sah er nach links und noch bevor er von dem herannahenden Feuerball erwischt werden konnte, rollte er sich zur Seite und seufzte. Endlich war mindestens eine der anderen Senshies aufgetaucht, doch auch sie schien ihn für den Feind zu halten, aber durch seine Reflexe wurde nur der Käfer gebraten. “Hätte Uranus nicht allen Anderen mitteilen können, dass sie sich geirrt hat?”, fragte er sich grummelnd, stand aber auf und klopfte sich ab. Auch Mars funkelte ihn böse an, wurde jedoch von Sailor Moon beruhigt, die ihn zwar nicht netter ansah, ihm aber anscheinend eine letzte Chance geben wollte.
Doch kurz danach wurde Mazaru von einem blauen Energieball im Rücken getroffen. Überall auf seinem Körper bildeten sich blutende Risse, das Glühen verschwand vollkommen. Kraftlos sackte er zusammen und atmete tief durch. Das Monster nutzte die Zeit und wollte nun ihm einen todbringenden Tritt verpassen, doch es war Sailor Uranus, die ihre üble Wunde ignorierte und einen gewaltigen Angriff startete, der das Monster weit von Mazaru wegschleuderte.
Langsam schaffte Mazaru es, sich wieder aufzurappeln und Wut kochte in ihm, Wut über die Senshies, die lieber ihn anstatt das Monster angriffen, Wut auf diesen Kampf, der ihm viel zu lange dauerte, Wut, dass sich diese verfluchte Rüstung nicht zeigte. Er sah sich um und erkannte die völlig verwirrten Gesichter der neu eingetroffenen Senshies, deren Blicke sich auf Sailor Uranus hefteten. “Hat sie... hat sie ihn gerade gerettet?”, fragte Sailor Moon stotternd, worauf die Kriegerin des Feuers nur langsam nickte. Neptun starrte zu Sailor Uranus, die der Ohnmacht nahe war, während die Blonde mit der roten Schleife diesen Schritt schon hinter sich gebracht hatte. Neben Neptun, die ihn angegriffen hatte, stand eine nervöse Saturn mit ihrer Sense. Sie wurde von Sailor Merkur gerufen, um den Verletzten zu helfen. Mazaru staunte nicht schlecht, als sie die Hände auf Uranus Wunde legte, die sich unter Einfluss des heiligen Lichts, welches von Saturns Händen ausging, langsam schloss. Jupiter hatte sich nach langer Zeit auch wieder aufgerappelt.
Seine Kräfte waren langsam zurück gekehrt, im Gegensatz zu denen des Monsters, das von Mars Feuerattacke schwer beschädigt war. “Jetzt hört mir mal alle zu!”, brüllte er den Kriegerinnen zu. “Wenn Uranus wieder bei Kräften ist, wird sie euch sagen, dass sie sich geirrt hat. Ihr könnt mich von mir aus nachher verprügeln, wenn ihr dann noch Lust darauf habt. Aber könnten wir jetzt bitte endlich diesen beschissenen Käfer killen?”
Sie sahen ihn perplex an, nickten dann aber mehr oder weniger einstimmig, da Venus noch nicht wieder bei Bewusstsein war. Mars und Neptun ließen einige ihrer Attacken auf den halbverkohlten Käfer niederregnen, doch der schien eine Immunität zu entwickeln. Er sprang in die Luft und versetzte Mars einen kräftigen Tritt, dann hob es sich wieder in die Luft. “Jupiter Oak Evolution!”, brüllte die Donnerkriegerin und traf mit einigen der elektrischen Bälle erneut den Unterleib, wodurch es abstürzte. Mazaru stockte der Atem. Das Monster stürzte auf die Kriegerin des Todes und der Wiedergeburt zu, die wie festgewurzelt das Monster anstarrte, das ihr immer näher kam. Dann wurde sie zu Boden gerissen, weg von dem Einschlagspunkt des Monsters.
Mazaru spürte die brennende Kraft, während er sich in Bewegung setzte und das Glühen zurückkehrte, sein einziges Ziel vor Augen. Er musste die Kriegerin retten, seine Gesundheit war ihm egal. Er streckte die Arme aus und schloss sie um die entgeisterte Kriegerin. Sofort riss er sie zu Boden, das Monster schlug nur wenige Meter neben ihnen auf.
Hotaru wusste nicht, was geschehen war, als sie sich umdrehte und einen schnaufenden Mazaru in die Augen sah. Er hatte sie fest umschlungen und drückte sie an sich. Hotarus Herz schlug immer schneller, während sie sein Gesicht betrachtete. “Alles in Ordnung?”, fragte er sie, worauf sie nur nicken konnte. Er erhob sich und hielt ihr die Hand hin. Jetzt erkannte auch Hotaru das Glühen, doch zu einem klaren Gedanken war sie nicht fähig. Dankend nahm sie die Hand in ihre.
Die anderen Senshies und das Monster wurden von dem gleißenden violetten Licht geblendet, dass Mazaru und Hotaru eintauchte. Keine der Kriegerinnen wusste, was passiert war, doch als das Licht langsam verschwand war der Käfer entzwei geteilt. Zwischen den beiden Teilen standen Mazaru erneut in dieser Rüstung, sein Schwert in die Scheide steckend, und Sailor Saturn, die Sense der Stille in die Luft gestreckt.
“Saturn! Du musst Venus helfen!” Merkurs Stimme durchschnitt die Stille, sie klang verzweifelt. Die Schwarzhaarige schien wie in Trance zu sein, bevor sie durch den Ruf ihrer Freundin geweckt wurde. Sie sprang über einen sich langsam auflösenden Teil des Monsters hinweg. Noch immer durchflutete diese Kraft durch sie, von der sie glaubte, dass sie von Mazaru ausgegangen war und sie mit beflügelt hatte. Auch sie wusste nicht, was mit dem Käfer passiert war, doch es war ihr klar, dass sie und Mazaru ihn erlegt hatten. In dem Moment, in dem sie die Hand auf die Wunde legte, schloss diese sich sofort und Venus riss die Augen auf. Vor Kraft strotzend sprang sie auf und schrie: “Wo ist das Käfermonster? Ich werde es vernichten.”
“Venus.”, kicherte Merkur. “Es ist vorbei, du kannst dich beruhigen.”
“Oh, verdammt. Dann können uns ja Uranus und unser Gaststar erklären, was hier los war.”
“Da hast du allerdings recht.”, sagte Sailor Moon bestimmt. Langsam, da sie Mars Arm um ihre Schulter gelegt hatte und sie stützte, schritt sie auf ihre versammelte Mannschaft zu. Auch Neptun hatte sich mittlerweile zu ihnen gesellt, während Mazaru sich noch mit einem grimmigem Gesichtsausdruck den geteilten Rest des Leichnams ansah. Alle Blicke der Senshies ruhten auf Sailor Uranus, die betreten zu Boden sah.
“Was ist hier passiert?”, fragte ihre Anführerin, nachdem sie Mars auf das Gras gesetzt hatte.
Haruka seufzte, legte ihren Blick auf die Augen Sailor Moons. “Ich habe die Situation durch meine Vorurteile gegenüber Mazaru falsch eingeschätzt. Ich habe ihn wieder beschattet, weil ich einen Beweis finden wollte. Er hat sich hier mit Hotarus und seiner Freundin Kathlyn getroffen, so weit ich es verstanden habe, ging es um Totoru. Wie auch immer, die schwarze Energie legte sich über die Beiden und versuchte in Kathlyn einzudringen und sie zu verwandeln. Ich habe euch gerufen, als Mazaru sich gerade von ihr wegdrehte. Ich nahm es als den Beweis, den ich haben wollte, doch dann hat er sie in die Arme genommen und ihr wahrscheinlich gut zu geredet. Kurze Zeit später kam diese Kraft und dieses violette Glühen aus ihm und griff bald auf Kathlyn über, doch es war nicht nur seine, sondern auch ihre eigene Kraft. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Energie wurde verdrängt und griff einen Passanten an, der keine Chance hatte. Der Rest war Kampf.”
“Diese Kraft... Sie war der von Saturn nicht unähnlich.”, überlegte Sailor Merkur, worauf Hotaru für kurze Zeit der Atem wegblieb. Sie hatte es bis zu diesem Zeitpunkt nicht bemerkt, doch nun, wo sie sich auf Mazaru, der ihnen immer näher kam, konzentrierte, fiel es ihr wie Schuppen vor den Augen.
“So, was wollt ihr von mir wissen?”, fragte er grinsend. Er hatte in der Zeit, in der sich die Senshies beraten hatten, genau überlegt, was passiert war. Die Rüstung hatte sich erst durch den Kontakt mit Sailor Saturn offenbart, warum konnte er sich nicht erklären. Was ihm aber besonders an diesem Abend gefiel, war die Tatsache, dass er Sailor Uranus endlich überzeugt hatte. Sie hatte ihm mehrmals das Leben gerettet, genau wie er ihr. Während er zu den Kriegerinnen schritt, hatte er leise gelacht und den Kopf geschüttelt. “Wenn mal keiner von uns verletzt ist, könnten wir ein super Team abgeben.”, hatte er sich überlegt.
Nun stand er Sailor Moon Auge in Auge gegenüber, etwas wofür Mirouke ihn sicherlich getötet hätte, doch die Kriegerin sah ihn unentschlossen an. Sie war kurz davor ihren Mund zu öffnen, doch Mazaru hob die Hände. “Bevor du mich wieder fragst, wer ich bin und was ich hier will, sag ich’s dir gleich. Mein Name ist Mazaru Briefs und ich bin nur ein Austauschschüler, der Japan sehr interessant findet. Woher ich diese Kräfte habe, weiß ich nicht und warum ich mich gegen diese Monster stelle, liegt einfach an meiner sozialen Einstellung.”
Sailor Moon stutzte, bevor sie anfing zu lächeln. “Das ist ja schön und gut, aber eigentlich wollte ich dir bloß danken, dass du deine Freundin, Uranus und alle Anderen wieder einmal beschützt hast.”
“Nichts zu danken, aber ich habe auch eine Frage. Wie viel wisst ihr über diese Monster? Ich hab nämlich keine Ahnung, aber aus irgendwelchen Gründen, schein ich euren Gegnern ein Dorn im Auge zu sein, so dass sie sogar meine kleine Heimatstadt Pritzwalk angreifen und die Hälfte meiner Freunde im Krankenhaus liegt.”
“Mein Beileid, aber wundert dich das?”, erwiderte Jupiter. “Ich glaube nicht, auch wenn deine Unschuld bewiesen ist, dass diese Monster zufällig in deiner Gegenwart auftauchen. Beim ersten Mal hattest du Pech, dass du in der Nähe warst, wobei du sie aber wahrscheinlich zur Genüge geärgert hast, so dass sie dich loswerden wollen.”
“Möglich, aber ich vermute eher, dass sie, teilweise mit Erfolg, mir die ganze Sache anhängen wollten.” Es folgte ein betretenes Schweigen und alle Anwesenden betrachteten Sailor Uranus, die mit den Füßen auf dem Boden scharrte. Die Stille wurde von grellem Gelächter Mazarus zerschnitten. “Hey, hört auf mit dieser Grabesstimmung. Macht euch keine Sorgen, ich nehme es euch nicht übel.” Er gab Sailor Uranus einen freundlichen Klaps auf die Schulter und die Spannung entlud in einem fast einheitlichen Gelächter. Nur Hotaru war nicht zu Fröhlichkeit zu Mute.
“Mazaru, warum hast du Kathlyn nicht sofort geholfen?”
Mazaru seufzte, hatte er doch gewusst, dass diese Frage unvermeidlich gewesen war. “Zu erst wegen dem Schock, dann wegen meinem Wunsch nach Rache.”, antwortete er wahrheitsgemäß. “Ich wollte mich diesen Viechern stellen, die so viele meiner Freunde schwer verletzt hatten. Doch dann kehrte zum Glück mein Verstand zurück. Das wir es geschafft haben, grenzt an ein Wunder, aber ich bin froh, dass es funktioniert hat. Einen Wildfremden so sterben zu sehen ist schon sehr schwer, aber einen Freund das anzutun, ohne zu helfen, hätte ich mir im Nachhinein nie verzeihen können.”
“Es freut mich, dass du es noch eingesehen hast. Manchmal kommt die Erkenntnis erst spät, jede von uns kann ein Lied davon singen.” Sailor Moon lächelte ihm zu, während alle Senshies nickten.
Hotaru war in Gedanken versunken. Still fragte sie sich, wie es Kathlyn ging und wo sie war, doch dann wurde sie von zwei verschiedene Stimmen in die Realität gerissen. Mazarus stöhnte und sein Blick war versteinert und starr knapp über die Senshies gerichtet, aber es war Mistress Nine, die sie mit einem markerschütternden Schrei fast zu Tode erschrak. “Was hast du?”, sagte sie, ohne den Mund zu öffnen, doch die Andere antwortete nicht, sondern schrie immer weiter und Hotaru bemerkte schnell, worin das Problem lag. Ein gewaltiger Schmerz attackierte ihr Herz, zog es zusammen und verkrampfte es. Mazarus Hand auf ihrer Schulter half ihr in ihrer Situation nicht, die Schmerzen breiteten sich auf ihren ganzen Körper aus und sie ließen nur einen Gedanken zu: “Das ist ein Anfall wie damals.”
Mazarus Stöhnen zog die Blicke der anderen Senshies auf sich, dann fing Hotaru an zu schreien. Verwirrt sahen sie, wie Mazaru zu der Schwarzhaarigen stürzte und sie in seine Arme nahm. Sailor Mars war die Erste, die die Gefahr über ihnen erkannte. Eine schwarze Aura, jedoch nicht diejenige, die für die Monster verantwortlich war, sondern eine ihnen schon länger bekannte, wenn sie sie auch schon seit sechs Jahren nicht mehr wahrgenommen hatten. Die Energie der Dämonen, die Kraft der Death Busters fiel über sie her und lähmte sie, doch keine von ihnen schien die gleichen Schmerzen wie Hotaru zu haben. Sailor Uranus war die Einzige, die noch auf ihren Füßen stand.
Mazaru schüttelte die jüngste Kriegerin und sprach ihr tröstende Worte zu. Auch er kannte diese Kraft schon vom Mad Madders. Damals hatte aber Hotaru diese dunkle Energie verwendet, um ihn zu retten, weshalb er sich die Frage stellte, warum diese schwarze Macht sie nun angriff. Doch er kam nicht weit in seinen Überlegungen, denn er musste einem Schwertstreich ausweichen. Sofort ging er in Kampfstellung und sah sich verwirrt um. Die Einzige, die ihn hätte angreifen können, war die Kriegerin des Windes. Mazaru erkannte erst auf den zweiten Blick, dass ihre Augen jeglichen Ausdruck verloren hatten, als wäre sie ferngesteuert.
“Uranus, was hast du? Warum greifst du mich an?”, fragte er, obwohl er wusste, dass sie nicht dafür verantwortlich war. Mit einem Rückwärtssalto wich er einem weiteren Angriff aus und nickte dann grimmig. Wenn es sein musste, würde er sich verteidigen, auch wenn es nicht Uranus Schuld und Verlangen war.
“Mazaru!”, presste Neptun hervor. “Bitte, du darfst sie nicht verletzen. Sie ist nicht mehr Herrin über ihren Körper.”
Innerlich lachte er. “Als wenn ich das nicht selber wüsste.”, dachte er sich und wich einem weiteren Schlag aus, bevor er den Anderen zu nickte und in Verteidigungsstellung ging. Uranus stürmte auf ihn zu, doch er zog schnell sein Schwert. Mazaru versteifte sich aufs Parieren, auch er wollte sein Gegenüber, das ihn gerade erst von ihren Verdächtigungen frei gesprochen hatte, nicht verletzen. Doch Uranus Schläge wurden immer härter, Mazaru wich immer weiter zurück, bis ein Baum in seinem Rücken ihm den Weg versperrte. Die Kriegerin des Windes lächelte siegessicher und sprang mit erhobenen Schwert auf ihn zu. Er hechtete blitzschnell nach links, rollte sich ab, der Talisman steckte in dem Baum, doch die Senshie zog es mit Leichtigkeit heraus und drehte sich schon wieder zu ihm. Mazaru hockte auf dem Boden und überdachte kurz seine Möglichkeiten, da schickte Uranus ihren Space Sword Blaster Angriff und wieder rollte er sich zur Seite. Noch bevor er richtig stand, hatte er schon ihre Faust in seinem Magen, ihre Kraft durchdrang die Panzerung der Rüstung spielend und Mazaru rutschte keuchend einige Meter nach hinten.
Die Geschwister Kiljan und Tamara waren über das Geschehen entzückt. Auch sie hatten die schwarze Kraft gespürt und sie der Hotarus damals im Mad Madders gleichgesetzt. Aus purer Freunde, dass sie unerwartete Hilfe bekamen, hatten sie eine Flasche ihres edelsten Rotweins entkorkt. Tamara hatte zwar versucht, die Quelle dieser Energie zu finden, scheiterte jedoch. “Verdammter Spiegel.”, hatte sie geflucht und gegen den rechten Fuß getreten.
“Lass stecken, Schwester. Du weißt, dass der Spiegel nicht alles kann. Wir müssten zufällig jemanden finden, der diese Energie ausstrahlt, doch wir haben genug mit den Senshies und diesem Scheißkerl zu tun.”
“Du hast ja Recht. Aber wir kümmern uns darum, falls sie unsere Pläne durchkreuzen wollen.”
“Klar, aber jetzt setz dich und genieß die Show. Uranus hat ihn gerade voll erwischt.”
Der Schlag hatte ihm die Luft abgeschnürt und er brauchte Zeit, um wieder zu Atem zu kommen. Zu allem Überfluss ärgerte er über seine Unachtsamkeit und über seine Fehleinschätzung, Uranus Kräfte betreffend. Außerdem verstand er nicht, dass seine Rüstung den Schlag nicht abgefangen hatte. Doch sie ließ ihn nicht zu einem Ergebnis kommen, gerade noch konnte er sein Schwert zwischen seinem Gesicht und das Space Sword bringen, da flog schon Uranus rechtes Bein auf seine Schläfe zu, dass Mazaru mit seinem freien Arm abblocken konnte. Er drückte sich vom Boden ab und sprang einige Meter rückwärts, wodurch er dem nächsten Schlag auswich. Still entschuldigte er sich schon bei den Senshies. Haruka stürmte schon wieder auf ihn zu, doch diesmal war er schneller. Den Schwertstreich parierte er und dann schlug er mit seiner linken Faust mit voller Kraft zu. Der Körper der Kriegerin krümmte sich um die Faust, bevor sie zurück geschleudert wurde und Mazaru endlich die Zeit zur Regeneration bekam.
Dachte er zumindest, denn Uranus schien so voll von der schwarzen Energie zu sein, dass sie den Schmerz nicht spürte. Mazaru hatte immerhin die Zeit sich kurz umzusehen. Sie hatten sich schon ein gutes Stück von den anderen Kriegerinnen entfernt, die immer noch bewegungslos auf den Boden genagelt waren. Sailor Saturn schien die Schmerzen nicht mehr ausgehalten zu haben und durch Bewusstlosigkeit befreit zu sein. Die jungen Frauen, deren Gesichter in seine Richtung blickten, berichteten den Anderen, was passierte. Mazaru registrierte, dass Uranus ihn in Richtung Parkausgang gedrängt hatte, in dessen Richtung er weiter ausweichen musste. Er vollführte zwei Rollen rückwärts, doch schon als er den Schwung geholt hatte, hörte er zwei berüchtigte Worte.
Uranus hatte ihre Kräfte in ihrer Hand gesammelt und “World Shaking!” gebrüllt. Der Energieball jagte Mazaru hinterher, der zu viel Schwung in seinen Ausweichversuch gelegt hatte und noch bevor er wieder auf seinen Füßen landete, riss die Energie seine Rüstung an mehreren Stellen entzwei. Wie schon vorher bei Neptuns Treffer bildete sich ein Haufen Kratzer auf seiner Haut. Es brannte und er keuchte wieder. Zeit, seine Kräfte zu sammeln, hatte er jedoch wieder nicht. Seine Gegnerin sprang wieder auf ihn zu, doch Mazaru wollte sich unbedingt Zeit verschaffen. Noch während er sich erhob, drehte er sich um 180̊ und sprintete los, raus aus dem Park. Er brauchte sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass sie hinter ihm her rannte. Nach wenigen Metern schlugen ihm große Regentropfen ins Gesicht.
Er hatte keine Ahnung, wohin er rannte, doch schon als er in die kleine Gasse eingebogen war, wusste er, dass das ein Fehler gewesen war. Er landete in einem Hinterhof mit einem verwaist aussehenden Spielplatz. Die Metallstangen des Schaukelgerüst waren schon stark vom Rost zerfressen, so dass sie dem Energieangriff Uranus, den Mazaru mit einem weiteren Hechtsprung ausweichen konnte, nicht im Geringsten stand hielt. Es zerbarst und der Schwarzhaarige musste mit seinem Schwert einige Splitter abwehren. Sailor Uranus war immer noch nicht aufgewacht und wieder griff sie ihn an, doch langsam wurde es ihm zu viel. Mazaru hatte aufgegeben mitzuzählen, den wievielten Schlag er abwehrte, und setzte sein Knie in ihre Magengegend. Sie wurde in die Luft gehoben, vollführte einen Salto und ging sofort zum nächsten Angriff über, den er mit einem Faustschlag gegen ihre Schläfe unterband.
Wieder war es ohne sichtbare Wirkung, was Mazaru langsam sauer machte. Die Wut nahm Überhand, doch noch konnte er soweit voraus denken, dass er das Schwert in einer freien Sekunde zurück in die Scheide steckte. Er wusste, dass er ein höllisches Risiko einging, aber er musste seine Strategie ändern. Mit einer Körpertäuschung ließ er die Windkriegerin ins Leere laufen und verpasste ihr einen Spin Kick in den Rücken. Er setzte einige schnelle Schläge nach und sprang dann zurück, um ein wenig Abstand zu gewinnen, wobei dieser Zustand nicht lange anhielt. Die gelenkte Uranus sprang wieder nach vorn, direkt in Mazarus Arme, die er fest um sie schloss und zu drückte. Sie konnte bis auf ihren Kopf nichts bewegen, diesen jedoch setzte sie effektiv gegen seine Stirn ein. Ihm hingegen wurde es zu bunt und er schleuderte sie über sich, wobei sie sich in der Luft drehte und sich sofort wieder von der Hauswand, an der sie gelandet war, abstieß und ihn zu Boden riss. Sie saß auf ihm und hob das Schwert um mit voller Kraft zuzustoßen, doch in einem Reflex schloss Mazaru seine Hände um ihre Handgelenke und drückte mit aller Kraft dagegen.
Ihre Kraft war durch die schwarze Energie um ein Vielfaches gewachsen, langsam kam die Klinge seiner Kehle immer näher. Seine Hände verkrampften sich mit der Zeit und er war sich nicht sicher, sie je wieder heil von ihr lösen zu können. Schweiß perlte auf seiner Stirn und er suchte in seinem Inneren nach Kraftreserven, die er dringend benötigte. Im Gegensatz zu seinen schwanden ihre Kräfte kaum. “Scheiße!”, stöhnte er und dann kam ihm die rettende Idee. Er holte mit seinen Beinen Schwung, überdehnte dabei seinen Rücken, schloss seine Gliedmaßen um Sailor Uranus Hals, zog sie nach hinten und ihr Kopf krachte mit einem hässlichen Geräusch auf eine Steinplatte. Sofort sprang er auf und sah nach, wie stark sie verletzt war. Ein Ellbogen in seiner Seite beantwortete seine Frage. Sie stand wieder auf, eine hässliche Platzwunde zierte ihre Stirn.
Mazarus klatschnasse Haare hingen ihm im Gesicht herum. Verzweiflung nagte an ihm, er wollte nicht bis ans Äußerste gehen, die Platzwunde war schon mehr, als er ihr antun wollte, doch diese aufgeputschte Kriegerin wollte ihn vernichten und schien alles darauf zu setzen. Er wusste nicht warum, doch aus irgendwelchen Gründen musste er über seine Situation grinsen. Eine Stunde zuvor wäre es ihm herzlichst egal gewesen, wie übel er Sailor Uranus zugerichtet hätte, doch sie hatte es endlich eingesehen und nun kämpfte er doch mit ihr, weil sie von einer Energie gelenkt wurde, die nichts mit der der Monster zu tun hatte. “Und ich darf nicht richtig kämpfen.”, schloss er seine Gedanken grinsend ab und wich wieder aus, sprang in die Luft und traf mit seinem Hacken genau die Wunde auf ihrer Stirn. Uranus taumelte nach hinten, hielt sich kurz die Stelle und hatte dann schon wieder seine Faust im Magen. Er setzte noch einen Kick in den Rücken nach, was sie aber immer noch nicht kratzte. Uranus sammelte kurz Energie und schickte die Energieattacke ihres Schwertes auf ihn. Mazaru wich nach links aus, sprang auf sie zu und trat mit voller Kraft gegen ihre rechte Hand. Das Schwert flog im hohen Bogen durch die Luft und landete im nassen Rasen, Uranus hatte derweil mit dem Linken erneut einen Energieball aufgeladen, mit dem sie aus dieser kurzer Distanz genau seinen Magen traf. Die Rüstung brach auf und die pure Energie nahm ihm jegliche Luft.
Mazaru fühlte sich wie von einem Vorschlaghammer getroffen. Nach Sauerstoff japsend flog er nach hinten, landete unsanft und blieb benommen liegen. Sein Blick war von Schmerztränen verschleiert, wodurch er die Gestalt über ihm nur schemenhaft erkennen konnte. Doch der Schmerz, der ihn durchzuckte, war mehr als nur schemenhaft. Er wusste nicht, wie sie so schnell an ihr Schwert gekommen war, dessen Klinge ihn durchbohrt hatte. Blut sprudelte aus seinem Körper, was sein Hirn komplett ausschaltete. Trotz lautstarker Proteste seines Körpers hob er den rechten Arm und knallte seine Faust gegen ihr Kinn. Aus irgendwelchen Gründen beflügelte der Schmerz ihn, noch bevor Sailor Uranus den Kopf schütteln konnte, um diesen frei zu bekommen, hatte sie schon den nächsten Schlag an der Schläfe gespürt. Die Wunde riss ein Stück weiter auf, als er einen Salto rückwärts vollführte und er mit seinen Fußspitzen das Kinn seiner Gegnerin traf. Darauf bekam sie seinen Ellbogen in die Seite und endlich schienen auch ihre Kräfte zu schwinden, was Mazaru weiter in die Offensive gehen ließ. Er stieß sein Knie in ihren Magen, worauf sie sich krümmte, er in die Luft sprang und mit seinem Fuß in ihrem Nacken landete. Sie knallte mit dem Gesicht auf den Boden und blieb liegen, doch ihm reichte es nicht. Mit seinem Fuß drehte er sie um und ließ sich mit seinem Knie voran auf ihren Körper fallen. Mazaru prügelte in blinder Wut einige Male auf ihren Kopf ein, er holte richtig weit aus und setzte einen finalen Schlag gegen ihre linke Schläfe.
Uranus Uniform war von seinem Blut getränkt, während er auf immer noch über ihr kniete und tief durchatmete. Zwar hatte sich die Platzwunde auf ihrer Stirn weiter geöffnet, jedoch war es im Gegensatz zu seiner Verletzung nicht lebensgefährlich. Langsam und mit zitternden Beinen erhob er sich und hielt sich die Wunde, doch das Blut hörte nicht auf zu sprudeln. Die Rüstung verschwand, doch seine Klamotten waren zerrissen. An der Stelle, wo Uranus ihn mit dem World Shaking aus kürzester Distanz getroffen hatte, hing sein Shirt nur noch in Fetzen herunter und auch seine Hose war schon von Blut getränkt. An der Wand entlang tastend suchte er den Weg zurück. Zu einem Krankenhaus wollte er trotz der Wunde nicht, denn wenn er daran starb, hatte diese Qual in Tokio wenigstens ein Ende.
 
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