@Blackrose Klar versteh ich, war halt mal ein wenig mehr. ^^
@Saphira Der Kampf sollte auch ein wenig unübersichtlich sien, aber danke dafür ^^
So jetzt ein neuer teil, entschuldigt bitte die zwei Monate Wartezeit, aber ich war nicht unproduktiv, trotz einer Woche Zivilehrgang

Ich hab auch was anderes noch abgetippt, bei näheren Fragen, meldet euch und ich schick euch die Addresse mit 'ner PN. Und ich bettle um schnelle Reviews, weil der nächste Teil ist auch shcon fertig
Zu diesem: Keine Beta, deswegen wharshceinlich noch übersäht mit Fehlern, kein Kampf und nur Gelaber, hoffe euch gefällts trotzdem. Es passiert nämlich... ein Wenig ^^
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Sailor Saturn erwachte in den Armen der Kriegerin des Donners, deren Gesicht sie freundlich anlächelte, als sie die Augen aufschlug. Nach wenigen Sekunden löste sich die Ohnmacht vollkommen von ihr und sie setzte sich auf, während die Erinnerung an eine merkwürdige Sailor Uranus schnell in ihr Gehirn zurück kroch. Neben Makoto lag nur noch Minako, die das Schlimmste überstanden hatte, aber immer noch tief durchatmend auf dem Boden lag.
“Die Anderen sind nach Haruka und Mazaru suchen...”, erklärte ihr Jupiter, als sie die umherschweifenden Blick ihrer Gefährtin bemerkte und noch bevor sie etwas weiteres sagen konnte, meldete sich Michiru über den Kommunikator.
“Wir haben Uranus gefunden. Sie hat nur eine Platzwunde, Mazaru aber muss es schlimmer erwischt haben. Usagi und Amy gehen der Blutspur hinterher. Eigentlich müsste er schon zusammen gebrochen sein, so viel Blut wie er verloren hat.”
Hotaru sprang sofort auf und rannte los. Die Sorge um Mazaru war das Einzige, was ihren Kopf füllte. Noch bevor sie den Park verließ verwandelte sie sich zurück und sprintete durch den Eingang heraus, durch den Mazaru und Kathlyn den Park betreten hatten. Sie musste nicht einer Blutspur folgen, um zu wissen, dass Mazarus Blödheit ihn bestimmt nicht zu einem Arzt oder ein Krankenhaus bringen würde. Todsicher, dass er sich in seine Wohnung schleppen würde, wo er hundertprozentig sterben würde, rannte sie immer weiter. Ihr Atem ging immer schwerer und Stiche in der Seite peinigten sie, doch je länger sie brauchte, desto schlechter standen seine Überlebenschancen. Das lästige Piepen ihres Kommunikators ignorierte sie ohne jegliche Spur eines schlechten Gewissens.
Völlig außer Atem und mit heftigen Schmerzen in der Lunge und in ihrer Seite erreichte sie bald Mazarus Straße und erkannte auf dem Gehweg Reste der Blutspur, was sie erschreckte. Seine Wunden mussten enorm gewesen sein, dass sie immer noch nach dem weitem Weg bluteten und die Frage nach der Länge ihrer Ohnmacht stieg in ihr auf. Ihre letzten Kräfte mobilisierend hastete sie die Straße entlang und schaffte es nur knapp, rechtzeitig abzubiegen. Abgehetzt blieb sie vor der Tür stehen, Zeit kurz durchzuatmen hatte sie ihrer Meinung nach nicht. Ihr Finger hämmerte auf den Schalter der Klingel ein, doch niemand antwortete durch die Gegensprechanlage. “Komm schon! Melde dich!”, stöhnte sie verzweifelt und drückte den Schalter noch mehrmals.
Tränen liefen ungehemmt ihre Wangen herunter. Er hatte es wirklich bis in seine Wohnung geschafft, doch es wäre ihrer Meinung nach besser gewesen, wenn er unterwegs zusammengebrochen wäre, dann hätte sie ihn immerhin sofort ins Krankenhaus bringen lassen können. Sie klingelte immer wieder, jedoch meldete sich niemand und auch die Tür machte keine Anstalten sich zu bewegen. Hotaru war einem Nervenzusammenbruch näher denn je, sie sackte auf die Knie und hämmerte unkontrolliert mit der Faust auf die Schalter, wobei sie fast alle traf. Wimmernd formten ihre Lippen immer wieder das Wort “Idiot”, da meldete sich endlich eine Stimme. Es war nicht Mazarus, die aus der Gegensprechanlage kam, doch es war ihr egal, denn es tat sich ihr eine Chance auf, eine Größere, als sie es erwartet hatte, denn es war sein Nachbar, der sich meldete.
“Hallo? Wer ist da?”
“Masato? Masato bist du das?”, fragte sie mit schnell heraus sprudelenden Worten und weitere Tränen rannten ihre Tränen herunter.
“Hotaru? Was ist los?”
“Maza, er ist strak verletzt. Lass mich rein, bitte!”
Das Brummen klang besser als jedes anderes Geräusch, das Hotaru je wahrgenommen hatte. Sie sprang auf, stieß die Tür fast gewalttätig auf und rannte die Treppen herauf immer mindestens drei Stufen auf einmal nehmend. Masato stand mit aufgerissenen Augen zwischen Tür und Angel und starrte auf die Blutflecken auf dem Flurboden und an der Tür seines Nachbarn. Die Schwarzhaarige atmete wieder nicht durch und rannte erstmal gegen die letzte Blockade, die aber nicht nachgab. Sie taumelte ein wenig zurück und hämmerte gegen die Tür, wie vorher schon gegen die Klingelanlage. “Mazaru, mach sofort die Tür auf!”, brüllte sie die Tür an.
“Hotaru... Was ist...?”, fing Masato an, doch er schaffte es nicht, aber er hätte von der Schwarzhaarigen eh keine Antwort bekommen. Immerhin erwachte er aus seinem Wachkoma und trat neben ihr an die Tür.
“Maza, verdammt, mach die Tür auf!”
Hotarus Weinen kehrte zurück, sie sackte wieder auf die Knie und schlug mit der Faust auf den Boden, doch Masato zog sie wieder nach oben. “Geh mal kurz zur Seite.”
Hotarus Körper gehorchte ihr nicht mehr, der Brünette musste sie gegen seine Tür lehnen, damit er freie Bahn hatte. Er stellte sich so weit, wie es im engen Treppenhaus möglich war, von der Blockade weg, nahm Anlauf und wuchtete sich dagegen, doch sie entfernte sich nicht. Masato versuchte es noch einmal ohne Erfolg, doch er gab nicht auf und probierte es ein weiteres Mal.
“Verdammt!”, stöhnte plötzlich eine Stimme hinter der Tür und Hotarus Herz schlug schneller, als es gesund war.
“Maza, mach die Tür auf.”, presste sie schnell heraus und stand schon wieder bei der Tür.
“Was gibt’s denn? Ich bin müde und würde gerne schlafen.”
“Erzähl keine Scheiße!”, heulte sie. “Du bist schwer verletzt! Jetzt mach die Tür auf!”
“Sie hat Recht, Maza. Tu es, ansonsten brauchst du ‘ne Neue.”
“Wie wäre es, wenn ihr mich heute mal alle in Ruhe lasst?”, fragte er und versuchte dabei genervt zu klingen, doch Hotaru hörte nur Schmerzen heraus.
“Maza... ich bitte dich...”, schluchzte sie, doch Masato wollte nicht mehr warten.
“Ich empfehle dir von der Tür weg zu gehen, mein Freund.”, sagte er noch, doch gab ihm dazu keine Zeit. Sofort sprang er wieder auf die Tür zu, die dieses Mal brach. Mazaru konnte gerade noch die Arme hochreißen um sein Gesicht zu schützen, da stand sein Nachbar schon vor ihm. Auch die Schwarzhaarige trat durch die Trümmer und ihr stockte beim kümmerlichen Anblick ihres Freundes der Atem. Von seinem schwarzen T-Shirt tropfte immer noch der Lebenssaft, er presste seine Hand auf die Wunde und auch diese war rot.
“Was zur Hölle... macht ihr... hier?”, brachte er stoßweise hervor.
“Sei ruhig, du darfst dich nicht bewegen.”
“Hätte ich auch nicht, wenn ihr nicht gekommen wärt.”
“Lass deinen Scheißsarkasmus!”, schrie Masato ihn an und schob ihn ins Wohnzimmer, wo er ihn auf die Couch schubste.
“Masato, du kannst doch nicht...”, fing Hotaru an.
“Ja, du hast Recht. Das Einzige, was ich tun kann, ist ein Krankenwagen rufen.”
“Hey, wenn du das tust, spreche ich nie wieder ein Wort mit dir!”, presste der Schwarzhaarige hervor, worauf sie ihn entgeistert ansahen.
“Maza... du... du wirst sterben, wenn wir keinen Arzt rufen.”, schluchzte sie, doch auch dadurch änderte sich seine steinerne Mine nicht.
“Kein Arzt, kein Krankenwagen, kein gar nichts. Wenn ich heute sterben soll, dann sterbe ich eben.”
“Das kann doch nicht dein Ernst sein...? Willst du wirklich sterben?”
“Masato, anscheinend hätte ich nie hier ankommen dürfen. Verdammt nochmal, zu Hause werden meine Freunde angegriffen und werden reihenweise ins Koma geprügelt. Ich kämpfe hier jede Woche mehrmals gegen diese Scheißviecher, die Tokio heimsuchen und wozu? Nur um dann von den Sailor Kriegerinnen zusammen gedroschen zu werden. Wenn ich krepiere, ist dieser Scheiß wenigstens vorbei...”
Es klatschte gewaltig. Während seiner Rede war Hotaru aufgestanden, war zu ihm geschritten und hatte ihm eine gewaltige Ohrfeige verpasst. Masato war erschrocken ein Stück zurück gesprungen und der Geschlagene sah nur verwirrt in feuchte Augen.
“Du... du willst also wirklich lieber sterben und deine Freunde ganz im Stich lassen? So wohl deine Freunde in Deutschland als auch hier? Ich dachte, du kämpfst, um die Menschen in dieser Stadt zu beschützen? Wenn du stirbst, dann hast das wohl nicht erreicht!”
“Hotaru...”
“Nichts Hotaru! Was soll das, Maza? Glaubst du wirklich, du tust irgend jemanden damit einen Gefallen?” Weiter konnte sie nicht mehr sprechen, ihr ganzer Körper sträubte sich dagegen. Sie wand sich von ihm ab und ließ ihren Tränen freien Lauf. Masato trat zu ihr und legte ihr die Hand auf die Schulter, doch sie schüttelte ihn ab. “Mir... Mir auf jeden Fall nicht.”, schluchzte sie noch.
Masato trat von einem Fuß auf den Anderen. “Verdammt.”, brüllte er und drehte sich um. “Wenn er keinen Arzt will, hol ich zumindest Verbände.”
“Ich hab aber keine mehr, die sind gestern draufgegangen.”
“Dann hol ich was in der Apotheke um die Ecke. Bis gleich und du bleibst liegen, verstanden?”
Die Stille war für die Schwarzhaarige unerträglich, als Masato verschwunden war. Die Luft schien sämtliche Geräusche zu absorbieren, doch sie sah aus den Augenwinkeln, dass er sich aufsetzte.
“Bleib liegen!”
“Hotaru... ich...”, fing er an, doch da war sie schon wieder bei ihm und drückte ihm mehr oder weniger sanft wieder auf die Couch. Hotaru seufzte und strich mit ihrer Hand über seine Wange, worauf er sich entspannte und die Augen schloss. “Es tut mir leid.”, sagte er leise, worauf sie sogar lächeln konnte.
Sie wischte sich eine Träne von der Wange und sah ihn wieder an. Hotaru legte sich erschrocken die rechte Hand vor den Mund. Sein Kopf war zur Seite gefallen, sein Atem viel schwächer geworden. Sie schüttelte ihn an der Schulter und rief: “Maza!” Immer weiter schüttelte sie ihn, Panik übermannte sie. Sie drückte sich weinend an seinen Körper, ihre Wange wurde von mit seinem Blut beschmiert. “Mazaru, bitte nicht!”, schluchzte sie und drückte ihre Hände auf die Wunde. Mit ihrer letzten Konzentration und den letzten Kräften ließ sie ihre heilende Kräfte durch ihre Hände fahren und auf ihn über gehen. Letztendlich hörte die Wunde auf zu bluten, was aber auch daran hätte liegen können, dass kaum noch Blut in seinem Körper war, doch sie schloss sich auch ein wenig. Harukas Vermächtnis ganz zu heilen lag nicht mehr in ihren Kräften, vorher sackte sie entkräftet über ihren Freund zusammen und atmete tief durch, bevor sie sich hoch drückte und in sein schlafendes Gesicht blickte.
Bald darauf kam Masato zurück und zusammen verarzteten die Beiden den Schwarzhaarigen, der keinerlei Regung außer dem beruhigten Heben und Senken seines Brustkorbs zeigte.
“Sag mal?”, fing Masato an, als sie sich ihm gegenüber auf die Zweisitzercouch gesetzt hatte. “Sah seine Wunde vorhin nicht wesentlich schlimmer aus?”
“Keine Ahnung, ich hab nicht darauf geachtet.” Sie rieb sich die Augen. “Masato, warum...”
“Willst du mich jetzt fragen, warum er lieber sterben will, anstatt in ein Krankenhaus zu gehen? Hey, ihr kennt ihn länger als ich.”
“Auch bloß zwei Wochen.”, seufzte sie. “Aber...”
“Hotaru, das musst du ihn selbst fragen. Aber wenn es dich beruhigt, ich kann es auch nicht verstehen.”
Sie lächelte, auch wenn es ein verzweifeltes Lächeln war. “Du glaubst, dass beruhigt mich? Ich will ihn doch nur verstehen, warum er immer sagt, dass er die Menschen beschützen will, dann aber sterben will.”
“Hotaru, vielleicht... Vielleicht kämpft er ja gerade deswegen. Ich will dich nicht deprimieren, aber gab es irgendetwas in seiner Vergangenheit, was nicht so nett abgelaufen ist?”
“Nicht, dass ich wüsste. Er hat viele Freunde und eigentlich alles. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass er kein allzu schönes Verhältnis mit seinen Eltern hat.”
“Tja, wer hat das heutzutage schon.”, seufzte Masato. “Na ja, vielleicht solltest du da irgendwann mal nachfragen, wieso er anscheinend so eine Todessehnsucht hat. Aber vielleicht interpretieren wir auch einfach zu viel. Ich lass euch dann mal allein, ihr scheint es ja zu schaffen.”
“Ja, danke, Masato, dass du mir geholfen hast.”
“Keine Ursache. Was tut man nicht alles für alte Freunde.”, erwiderte er und stutzte dann selbst bei seinen Worten.
“Masato? Glaubst du an früheres Leben?”, fragte sie zögernd, worauf er grinste.
“Wenn du wüsstest, wie oft ich das in der letzten Zeit gefragt wurde. Bevor ich hierher gezogen bin definitiv nicht, aber mittlerweile... Ich hab dieses Gefühl, Naru, dich, Maza und auch diese Blonde, die mir einmal aufgelauert hat, irgendwoher zu kennen. Keine Ahnung, woran das liegt, aber was soll’s.”
“Ich glaube daran und vor allem glaube ich daran, dass sich die Menschen immer wieder finden.”
“Na dann müsst ihr beide euch ja wahnsinnig geliebt haben.”, sagte er zwinkernd und sie errötete. “Ich wünsch dir was.”
“Ja, ich dir auch. Grüß Naru.”
“Mach ich. Ich komme morgen früh noch einmal nach euch sehen. Adios.” Hotaru seufzte, da kam Masato noch einmal zurück. “Ach und... Die Tür repariere ich morgen.”
Sie musste lächeln, als sein Kopf wieder verschwand. Langsam hob sie die Beine und streckte sich auf der kleinen Couch. Sie sah sich in dem Zimmer um, auch hier waren Blutspritzer auf dem Boden. Sie stand auf. Eine halbe Stunde später hatte sie so gut es ging die Trümmer der zerbrochenen Tür weggeräumt und das Blut entfernt, als ihr Kommunikator sich meldete.
“Ja?”, fragte sie müde.
“Hotaru? Bist du in Ordnung?”, fragte Usagi.
“Ich schon, aber Maza ist...” Sie brach schluchzend ab.
“Nein... Er ist nicht... tot, oder?”
“Nein, so schlimm ist es nicht. Wie geht es Haruka?”
“Ihr Schädel brummt ziemlich, aber ansonsten ist sie in Ordnung. Hotaru... Seid ihr im Krankenhaus?”
“Pah, glaubst du das Ernsthaft?”, erwiderte sie fast hysterisch. “Nein, wir sind bei ihm zu Hause. Er schläft und na ja...”
“Das haben wir uns gedacht. Könntest du uns die Tür öffnen?”, fragte die Prinzessin des Mondes vorsichtig. “Amy besteht darauf, sich die Wunde anzusehen.”
“Nicht nötig, ich hab ihn mit meinen letzten Kräften halbwegs heilen können.”
“Hotaru, bitte lass uns hoch kommen, es geht um sein Leben.”, kam es nun von Amy, worauf die Tränen zurück kehrten. Verzweifelt blickte sie zu dem immer noch regungslosen Körper ihres Freundes und nickte dann, mehr für sich als für die Anderen, die sie es eh nicht sehen konnten.
“Ist gut.”, antwortete sie und schritt zu den Überresten der Tür, wo sie den Knopf drückte um die Anderen unten herein zu lassen. Sie hörte die Schritte und die leise murmelnden Stimmen aus dem Treppenhaus immer näher kommen. Sie lehnte sich an die Wand, mit dem rechten Arm ihren Körper umklammert, und bemerkte nicht einmal, dass die Anderen mit verwunderten Blicken eintraten, bis sie an eine Brust gedrückt wurde. Es war Usagi gewesen, die die Schwarzhaarige in den Arm genommen hatte und es half ihr ungemein. Tief drückte sie ihren Kopf gegen die Blonde, schlang die Arme um ihre Prinzessin und ließ alles heraus, was noch aus ihren Augen hervorquellen konnte. Usagi tätschelte ihr sanft den Kopf und flüsterte ihr aufmunternde Worte zu und auch alle Anderen außer Amy, die sich sofort auf Mazaru stürzte und ihn untersuchte, kamen zu ihnen. Sie bildeten einen Kreis um die Weinende, bis diese sich beruhigt hatte.
“Danke...”, schluchzte sie und wischte sich eine letzte Träne von der Wange.
“Wie geht es dir?”, fragte Makoto.
“Ich bin OK, aber...”
“Mach dir keine Sorgen.”, platzte Amy dazwischen. “Du hast ihn genug geheilt, dass er überleben wird. Er hat zwar noch üble Verletzungen, aber nicht lebensbedrohliches.”
Hotaru schluckte, sagen konnte sie nichts, dafür war der Kloß in ihrem Hals zu riesig, doch ihre Gesichtszüge entspannten sich, was die Blonde zu einem Lächeln bewegte, bevor sie sich ins Wohnzimmer aufmachte und sich selbst Mazaru ansah und so fachmännisch wie sie konnte sagte: “Haruka hat ihn ziemlich schlimm erwischt, sie sieht nicht so schlimm aus.”
“Wie Amy gesagt hat, er übersteht’s. Sag mal, Hotaru, was ist denn mit der Tür passiert?”, wank Minako ab.
“Masato hat sie eingetreten und uns reingelassen. Er wollte ja nicht.”, seufzte sie darauf und nickte in seine Richtung.
“Warum nicht?”
“Er ist einfach zu stur, um sich helfen zu lassen.”
“Das musst du ihm wohl noch austreiben.”, erwiderte Usagi augenzwinkernd und stand wieder auf. “Wir haben alles was wir wissen wollten. Amy hat sich ihn angesehen und uns ist jetzt sicherlich allen wohler. Hotaru, wir werden zu Haruka, sie wollte eigentlich mitkommen und sich entschuldigen, aber Michiru hat sich strikt dagegen ausgesprochen. Wir sollen ihr aber auf jeden Fall erzählen, wie es ihm geht.”
“Usagi, was ist vorhin eigentlich passiert? Warum ist Haruka so ausgerastet?”, fragte Hotaru und die Anderen senkten ihre Häupter.
“Woran kannst du dich noch erinnern?” Reys Gegenfrage war sehr langsam und vorsichtig gestellt.
“Nicht viel. Wir wurden alle von dieser negativen Energie übermannt und Haruka wurde, denke ich mal, ferngesteuert. Danach nichts mehr...”
“Du hast etwas geschrieen... Dass es ein Anfall von damals war.”, erklärte Makoto ihr.
“Ja, und diese negative Energie war die der Death Busters.” Hotaru blieb der Atem weg. Sie sah die Anderen ungläubig an, bekam jedoch keinen Augenkontakt, da die jungen Frauen entweder betreten zu Boden sahen oder sich von ihr weggedreht hatten. Ihre Beine zitterten gewaltig und gaben schnell nach, sie sackte zusammen und registrierte in ihrer Trance nicht, dass sich eine Hand auf ihre Schulter legte.
“Das... kann doch nicht sein...”, brabbelte sie vor sich hin.
“Ist es aber. Rey hat sich nicht geirrt und so wie du reagiert hast...”, erwiderte Usagi.
“Aber ich habe sie vernichtet. Ich habe Pharao 90 vernichtet und damit alle Death Busters und Dämonen vernichtet.”, schrie sie die Anderen an.
“Hast du nicht.”, meldete sich eine bedrückt wirkende Stimme in ihrem Hinterkopf.
“Hotaru, beruhige dich. Für dich ist es sicherlich schlimmer als für uns, aber ich verspreche dir, dass wir unser bestes geben werden... Für dich.”
“Usagi...” Der Kloß in ihrem Hals wurde wieder größer und schnürte die weiteren Worte ab.
“Schon gut. Du wirst sicherlich hier bleiben wollen. Das Beste für dich wäre sicherlich Schlaf. Wir besprechen die neue Situation morgen.
Die Schwarzhaarige nickte und nachdem jede anwesende Kriegerin sie an sich gedrückt hatte, verließen sie Mazarus Wohnung. Die Eingangstür fiel zu und die Faust der Mondkriegerin klatschte gegen die Hauswand. “Verdammt! Warum muss das gerade jetzt passieren?”
“Usagi, jetzt reg du dich nicht auch noch auf.”, sagte Rey genervt. “Wir werden schon rauskriegen, wer uns vorhin angegriffen hat.”
“Du hast Recht, entschuldigt bitte. Aber wir hatten gerade so ein friedliches Leben, besonders Hotaru.”
Sie sah nach oben in Richtung des Fensters, von dem sie glaubte, dass es zu Mazarus Wohnung gehörte und an dem Hotaru sich lehnte und den inneren Kriegerinnen nach sah, selbst als diese schon längst außer Sicht waren.
Hotaru hatte kein Zeitgefühl mehr, keinerlei Ahnung wie spät es war, als sich diese Stimme in ihrem Hinterkopf meldete.
“Hotaru... Ich... Ich habe nichts damit zu tun.”
Ohne Regung in ihrem Gesicht registrierte sie die Worte, überprüfte, ob Mazaru noch schlief und setzte sich in Richtung Küche in Bewegung. Sie schloss die Tür hinter sich und seufzte. “Bist du dir da wirklich sicher?” Ihre Stimme klang emotionslos.
“Ganz sicher. Ich habe nichts damit zu tun, wie auch? Du weißt doch noch, dass ich gesagt habe, dass ich weiß, dass sie tot sind. Ich dachte, ich bin die Letzte der Death Busters und ehrlich gesagt, ist selbst von mir nicht mehr viel übrig, oder? Ich meine, ich bin ein Geist, ohne eigenen Körper und von dir abhängig.” Hotaru antwortete nicht, sie drehte sich um und starrte auf die Herdplatten, wie als würde sie sich von der Anderen abwenden wollen, doch verstecken konnte sie sich nicht. “Du glaubst mir doch, oder?”, fragte Mistress Nine noch einmal, nahezu flehend.
“Was verlangst du von mir?”, entgegnete sie flüsternd. “Wir wurden angegriffen, von den Death Busters, und wie du schon gesagt hast: Du bist die Einzige, die noch übrig ist.”
“Aber...” Mistress erwiderte hastig, so wie sich eine vermeidlich Schuldige versucht herauszureden. “Aber warum sollte ich dich angreifen? Ich hätte auch keinen Sinn darin gesehen, euch Senshies zu attackieren und vor allem nicht, deinen Freund dahinten durch Uranus Hand umzubringen. Außerdem hättest du es gemerkt, wenn ich so etwas vorgehabt hätte.”
Hotaru wusste das Ganze, es war selbstverständlich, das wusste sie, aber Mistress Nine war die einzige Übrige der Death Busters und das machte sie sauer, auch wenn es unbegründet war. Diese feindliche Energie hatte sie überwältigt und ausgeknockt, hatte Uranus unter ihre Kontrolle gebracht und sie gegen Mazaru agieren lassen. Es war ein Wunder, dass beide es überlebt hatten, das sagte sie der Anderen auch.
“Ja, und ich bin genau so glücklich wie du darüber, aber du weißt doch, dass ich es nicht war.”
“Du hast doch Zugriff zu meinen Gedanken, oder?”, gab sie spitz zurück.
“Hotaru!”, schrie Mistress hysterisch. “Du... Ich dachte, wir sind Freunde geworden.”
“Dann sag mir, gottverdammt nochmal, wer, wieso und vor allem wie wir vorhin angegriffen wurden.”, erwiderte sie in der gleichen Lautstärke. “Wenn wir Freunde geworden sind, beantworte mir diese Frage.”
“Wenn ich es wissen würde, wüsstest du es auch...”, gab sie kleinlaut zurück.
“Ach ja? Du hast mir einmal das Leben versaut, diesmal weiß ich zumindest, dass du existierst. Vielleicht hast du einen Weg gefunden, dein Wissen vor mir zu verbergen und nutzt mich nur aus.”
“Du unterstellst mir ziemlich viel. Warum sollte ich dich belügen?”
“Du bist die intrigante Königin eines außerirdischen Volkes, die mich schon einmal unter ihre Kontrolle gebracht hat und meine Freunde töten und die ganze Menschheit vernichten wollte. Warum du mich belügen solltest? Wie wäre es, weil du einen Weg gefunden hast, dein Volk zurück zu bringen?”
“Das... ist nicht dein Ernst, oder? Ich habe keinerlei Interesse daran, diese Welt zu übernehmen und du weißt das doch...”
Hotaru schluckte schwer, sie kamen schon wieder, diese von ihr ach so verfluchten Tränen. “Klar...”, schluchzte sie und sackte dann weinend zusammen. Sie lehnte sich an den Backofen, zog die Beine an und legte den Kopf auf die Knie. “Was soll ich bloß tun?”, fragte sie sich selbst.
“Erst einmal solltest du dich beruhigen.”, schlug die ehemalige Königin vor.
“Beruhigen?”, kam es wieder hysterisch von Hotaru, doch dann registrierte sie Bedeutung des Wortes, was sie ihre Lautstärke herunterschrauben ließ. “Ich soll mich beruhigen? Meine Güte, Mistress! Glaubst du ernsthaft, dass ich mich noch beruhigen kann? Ich will diese ganze Scheiße nicht noch einmal durchleben.”
“Hotaru, mein Schatz, du vergisst etwas sehr Gravierendes.”, erwiderte Mistress verschwörerisch.
“Und das wäre?” Ihre Neugier war geweckt, zu sehr konnte sie sich das Gesicht der Anderen in ihrem Körper vorstellen.
“Denk doch mal nach, Kleines. Ich war es definitiv nicht, also muss irgendein Death Buster noch oder wieder auf dieser Welt sein.”
“Ja, deprimier mich weiter.”, sagte die Schwarzhaarige darauf missmutig.
“Liegt nicht in meiner Absicht, aber stell dir mal vor, was mit diesem Death Buster wäre, wenn er herausfindet, dass seine Königin noch lebt, beziehungsweise diese vor ihm stehen würde. Er würde sich nicht einmal wehren, wenn du ihn vernichtest.”
“Das würde vollstes Vertrauen in dich bedeuten, dass du es nicht ausnutzen würdest und du vergisst dabei deine Stimmungsschwankungen. Im Moment bist du ziemlich fit, aber wer weiß, wie lange das andauert. Wenn wir den Übeltäter gefunden haben, könntest es auch sein, dass dein Gehirn wieder völlig ausgeschaltet ist und du mich verrätst.”
“Ja, das würde es.”, antwortete sie, dabei Hotarus Rede weitgehend ignorierend.
Sie überlegte. Mistress Worte klangen gut in ihren Ohren, fast zu gut, obwohl es das von ihr beschriebene Vertrauen voraussetzte. Aber wie sie es in ihren Gedanken drehte und wendete, Mistress war vielleicht wirklich ihre größte Waffe gegen neu aufgetauchte Dämonen. Sie hatte aber keine Ahnung, wie sie diese finden sollte.
“Sie kommen irgendwann zu uns. Ich bin mir sicher, dass ich sie erkennen kann, selbst wenn sie wie ich in menschlichen Körpern stecken. Vielleicht auch gerade deswegen.”
“Du hast Recht. Anscheinend müssen wir uns diesmal zusammenschließen und zusammen arbeiten.”
“Die großen Feinde vereinen sich. Usagi würde sich freuen.” Darauf musste die Schwarzhaarige sogar grinsen und in Gedanken schüttelten sich die Beiden die Hände. “Nun, Hotaru, es war ein anstrengender Tag. Ich ziehe mich zurück.”
“Ja, tu das...”
Hotaru stand auf, wusch sich das Gesicht und kehrte ins Wohnzimmer zurück, wo ihr Blick auf den schlafenden jungen Mann fiel. “Dir wird es noch leid tun.”, flüsterte sie, ging zu ihm herüber und rückte ihm sanft die Lippen auf die Stirn. “Einfach sterben zu wollen...” Sie setzte sich auf die kleinere Couch, legte die Beine noch und ehe sie sich versah, war sie eingeschlafen, ohne dabei von irgendwelchen Träumen geplagt zu werden.
Sonnenlicht... absolut tödliches Sonnenlicht strahlte in sein Gesicht und nervte ihn so lange, bis er nicht anders konnte, als zu versuchen sich durch Drehen dem Licht zu entfliehen, wobei Schmerzen seinen ganzen Körper wie ein Blitz durchzuckten. Schlagartig setzte er sich auf und hielt sich die Wunde mit schmerzverzerrtem Gesicht. Als er die Augen öffnete, blickte er sich orientierungslos um. Er brauchte eine Weile, bis er registrierte, dass er in seinem Wohnzimmer war und noch verwundeter war er, als er sah, dass er nicht alleine war. Während er in das schlafende Gesicht der Schwarzhaarigen blickte, schlug ihn die Erinnerung fast nieder, der Kampf gegen das Monster im Park, Kathlyns Fastverwandlung, die durchgedrehte Uranus und die Folgen ihres Kampfs. Wie er sich zurück geschleppt hat und Hotaru zusammen mit seinem Nachbar die Tür eingedroschen hat und... Er fasste sich an seine Stirn und massierte sich die Schläfen. Er hatte sich mit Hotaru gestritten, weil er keine Probleme hatte zu sterben und sie hatte ihm gehörig den Kopf gewaschen. “Was ist dann passiert?”, fragte er sich.
Es war schwarz in seinem Kopf, so sehr er sich die Schläfen rieb, sein Hirn stockte. Sein Blick schweifte wieder durchs Zimmer, blieb dann an Hotaru kleben und wie das tödliche Sonnenlicht das Zimmer bestrahlte, lichtete sich auch seine Erinnerungen. Die Schmerzen waren zu viel für ihn gewesen, sein Körper hatte es nicht mehr ausgehalten. Er blickte an seinem Körper herunter, die Verbände waren fleckig und doch schien es ihm, als wäre die Wunde schon ein Stück geheilt. So gut er konnte, wickelte er seine Verarztung von seinem Körper und stellte aus irgendwelchen Gründen erschrocken fest, dass er Recht gehabt hatte. Sofort hefteten sich seine Augen wieder an die Schwarzhaarige. Sie war als einzige im Raum gewesen, Masato hatte diese Verbände geholt und in ihm kam der alte Verdacht wieder hoch. Obwohl er mit der Ohnmacht gerungen hatte, hatte er eine heilige Macht gespürt, die Gleiche, die er im Park registriert hatte, als sich Sailor Saturn um Uranus und Venus gekümmert hatte.
Der Schwarzhaarige grinste, wenn auch grimmig. Endlich hatte er seinen Beweis, den er so lange gesucht hatte. Es war zu unwahrscheinlich, dass Sailor Saturn auf einmal herein geplatzt ist, ihn, so gut es ging, geheilt hat und dann wieder verschwunden ist. Unter Schmerzen stemmte er sich nach oben, alles, was er jetzt brauchte war ein Kaffee und eine Zigarette. Auf dem Weg schmerzte nicht nur die Wunde, Mazaru fühlte sich wie durch den Fleischwolf gedreht, dabei wusste er, dass er nach Uranus Angriffen froh sein konnte noch zu leben. Sämtliche Knochen taten ihm weh, Arme, Beine wie auch seine Augenlider waren so schwer wie blei, sein Schädel brummte, doch Koffein würde ihm schon helfen. Die Kaffeemaschine arbeitete, zu langsam für seinen Geschmack, doch der Geruch erfüllte ihn schon erst einmal zur Genüge mit Lebensgeistern und er hatte noch etwas bewirkt. Auch Hotaru regte sich, zu erst langsam, dann streckte sie sich genüsslich und gähnte herzhaft. Auch sie brauchte ein Wenig, bis sie realisierte, wo sie sich aufhielt, schaffte es jedoch schneller als er, doch ihr ängstlicher Blick zur großen Couch, belustigte ihn, wenn auch nicht sehr, aber ein Lächeln musste einfach sein. Er lehnte sich an den Türrahmen zur Küche, wo sie ihn erblickte und erst beruhigt seufzte, aber dann sofort aufsprang. “Maza, du solltest liegen bleiben.”
“Geht schon.”, wank er ab und wand sich wieder dem Geschenk Gottes der Kaffeemaschine zu. Er füllte zwei Tassen und reichte ihr Eine davon.
“Wirklich, du siehst nicht so aus, als solltest du dich bewegen.”
“Es ist schon in Ordnung, du hast ja gute Arbeit geleistet.”, sagte er mit beiläufigem Unterton, als er sich gesetzt hatte und sich eine Zigarette drehte, die er anzündete.
“Was meinst du damit?”, fragte sie zögernd, worauf er lächelte und sie mit einer hochgezogenen Augenbraue ansah.
“Du brauchst dich nicht mehr zu verstellen, ich habe es gestern noch halbwegs realisiert, dass du mich geheilt hast, Sailor Saturn.”
“Aber... Aber du warst doch bewusstlos.”, erwiderte sie perplex und wollte sich sofort dafür in den nächsten Brunnen stürzen. “Äh... ich meine, was meinst du damit?”
“Versuch’s erst gar nicht, Kleines.”, sagte er und nahm einen Schluck Kaffee. “Wie gesagt, ich habe es bemerkt, es war die gleiche Kraft, die du gestern auch bei Uranus und Venus hast wirken lassen. Und außerdem hast du dich gerade verraten. Ich war der Ohnmacht ziemlich nahe, aber es hat noch ein wenig gefehlt. Aber ich muss mich bei dir bedanken, ohne dich wäre ich wahrscheinlich draufgegangen.”
“Woher willst du wissen, dass Sailor Saturn nicht plötzlich aufgetaucht ist, dich geheilt hat und... Ach verdammt, das klingt selbst in meinen Ohren zu unglaubwürdig.”
“Danke, ich hatte nämlich selbst kurz die Idee, aber wie du schon sagtest. Na ja, was soll’s.”
Hotaru stutzte und sah ihm in die Augen, während er sich weiter auf seine Kaffeetasse konzentrierte. “Du bist nicht sauer?”
“Warum sollte ich?”, fragte er zurück, ohne sie anzusehen.
“Ich hab dich die ganze Zeit belogen und...”
“Und mir gestern den Arsch gerettet, wobei ich dir eigentlich noch dankbarer dafür bin, dass du mir den Kopf gewaschen hast.”
“Aber ich...”
“Hotaru, was willst du jetzt von mir hören? Das ich dich nicht mehr sehen will? Das ich nie wieder ein Wort mit dir reden werde? Glaub mir, das Einzige, was du von mir hörst ist, ich hab’s doch die ganze Zeit gesagt.”
“Das stimmt wohl. Du magst mich also trotzdem, obwohl ich dir etwas vorgemacht habe?”
Endlich sah er sie an, direkt in die Augen. Hotaru wollte eigentlich zurückweichen, doch er strahlte etwas Anziehendes aus. Er sah sie wirklich irritiert an, doch dann schüttelte er den Kopf und ohne eine Möglichkeit für sie zu reagieren, beugte er sich zu ihr und drückte seine Lippen auf ihre. Ihre Augen waren aufgerissen, so geschockt war sie, doch schnell wurde sie von einem wunderbarem warmem Gefühl überwältigt. Sie schloss die Augen und spürte, dass er den Arm auf ihren Nacken legte und über ihn strich. Die schwarzhaarige junge Frau empfand fast Enttäuschung als er seine Lippen von ihren löste.
“Mögen ist gar kein Ausdruck.”, sagte er lächelnd und Hotaru sackte vor Glück und Erleichterung zusammen.
“Das ist... Keine Ahnung, was das ist.”, stotterte sie zusammen.
“Ich denke mal, das wird dich gezeigt haben, wie sehr ich dich mag.”, erwiderte er augenzwinkernd.
“Schon, aber Maza, ich bitte dich, es niemanden zu erzählen. Vor allem nicht Totoru und den Anderen.”
“Wäre mir nie in den Sinn gekommen.”
“Was?” Wieder überrumpelte er sie vollkommen.
“Wäre mir nie in den Sinn gekommen. Sie sind deine besten Freunde und es ist definitiv nicht meine Aufgabe, sie darüber aufzuklären.”
“Du hast ja recht... Ich werde es ihnen irgendwann erklären, wenn alles vorbei ist.”
“Wie du meinst, Kleines. Es ist deine Entscheidung. Jetzt will ich aber erstmal einen neuen Verband.”
Mazaru stellte nicht eine einzige Frage mehr über Hotarus anderes Leben, nicht während sie den neuen Verband anlegte, nicht während des gesamten weiteren Tages. Es war eh schon Mittag und keiner von ihnen dachte daran an diesem Tag noch zur Schule zu gehen. Hotaru blieb auf sein Geheiß hin neben ihm sitzen und kuschelte sich eng an ihn. Masato und Naru erschienen am Nachmittag zum Krankenbesuch und waren von der zwischenmenschlichen Entwicklung entzückt. Masato tauschte, wie er es versprochen hatte, die lädierte Tür aus.
Auf seinen Wunsch hin konzentrierte die Schwarzhaarige noch einmal ihre Kräfte und schloss die Wunde noch ein wenig, jedoch die Wunde eines Talismans zu schließen, war selbst für sie viel zu viel. Entkräftet brach sie über ihn zusammen, worauf er die Arme um sie legte. “Schon OK.”, sagte er und strich über ihren Rücken. “Es soll einfach nicht sein.”
Mazaru dachte nicht daran, sie gehen zu lassen. Durch seine Verletzungen war sein Körper geschwächt und durch ihren Einsatz war auch sie entkräftet, weshalb er gegen 22 Uhr ihre Hand griff und eine völlig verwirrte Hotaru Tomoe in sein Schlafzimmer zog. Für sie schien eine Ewigkeit zu vergehen, während sie sich anlächelten und küssten und wieder anlächelten. Er drückte sie an sich und sie schlief an seiner Brust mit einem zu tiefst befriedigten Lächeln ein.
Als sie am nächsten Morgen aus dem Audi stiegen und händchenhaltend den Weg zu Mazarus in beschlaggenommener Bank zurücklegten, wurden sie von erstaunten Blicken ihrer Freunde empfangen. Kathlyn schmiss sich ihm sofort an den Hals und bedankte sich stürmisch für seine Unterstützung zwei Tage zuvor. Dabei drückte sie auf die Wunde, was ihn zusammenzucken ließ. Die Cheerleaderin ließ ihn sofort los und sprang zurück, wobei sie ihn fragend ansah. “Ich wurde ziemlich verletzt, aber nichts ernsthaftes.”, klärte er die Anderen auf, wobei er den Arm um Hotaru legte, was sie erröten den Blick von ihren Freunden abwenden ließ und die Unterkiefer von Totoru, Mirouke und Rinoa ins Bodenlose fallen ließ.
Mazaru lächelte verschmitzt und drückte die Schwarzhaarige näher an sich und küsste sie auf die Stirn.
“Ich glaube, ich werde ohnmächtig.”, stotterte die Blondine. “Mirouke, halt mich fest.” Sie kippte wirklich nach hinten, doch er machte keine Anstalten sich zu bewegen.
Hotaru wollte sofort zu ihr stürzen, doch es war schon zu spät und schnell stimmte sie in Mazarus herzhaftes Lachen ein. Selbst Rinoa lachte mit, während sie sich aufrappelte. “Wann habt ihr es endlich gebacken bekommen?”, fragte sie, nachdem sie sich beruhigt hatte.
“Gestern.”, seufzte er darauf und ließ sich auf die Bank fallen.
Rinoa wartete einige Sekunden, doch auch Hotaru setzte sich glücklich lächelnd ohne ein weiteres Wort von sich zu geben. “Wie gestern? Ist das alles?”
“Ja.”, kam es von beiden gleichzeitig.
“Also, wenn die Beiden etwas gemeinsam haben, dann ist es sicherlich den Hass auf deine elendige Neugierde.”, schlussfolgerte Totoru grinsend und wuchtete sich neben Mazaru. Seine Freundin setzte sich auf seinen Schoß, Mirouke im Schneidersitz vor die Bank.
“Ich sehe es schon kommen, dass unsere Gruppe auseinanderbricht.”, wimmerte Rinoa theatralisch. “Zwei Pärchen... das kann doch nicht gut gehen.”
“Ach wieso?”, erwiderte Mazaru. “Du und Mirouke geben bestimmt auch ein super Paar ab, dann kannst du wenigstens nicht mehr über uns meckern.”
“Du spinnst wohl?”, regte sie sich auf und die Schwarzhaarige bemerkte ein träumerisches Lächeln in Miroukes Gesicht. Die Schulklingel rettete ihren Freund vor Rinoa, die drauf und dran wahr, seine Wunde zu knuffen.
Mazaru kehrte allein in seine Wohnung zurück. Eigentlich hatte er erwartet, während der Schule von einem weiteren Monster angegriffen zu werden, doch es kam nichts und der Schmerzhafteste an diesem Tag war der Abschied von Hotaru, der wesentlich länger dauerte als früher. Doch als er den Briefkasten öffnete, wurde seine gesamte Konzentration auf den folgenden Abend gerichtet. Den weißen Umschlag, der keinen Absender hatte, riss er noch auf den Treppenstufen auf. “Denk an unser Rendez-Vous.” war in der gleichen schönen Schrift wie schon die Einladung auf dem weißen kleinen Zettel geschrieben.
“Keine Sorge, Miss Kaio, ich habe ja heute nichts Besseres vor, als eine angebliche Menschenfeindin, die zufälligerweise die beste Violinistin der Welt ist, zu treffen.”, flüsterte er vor sich hin.
“Du scheinst ja wieder richtig fit zu sein.” Mazaru sah auf und erkannte einen fröhlich lächelnden Masato, der sich an seine Tür lehnte.
“Na ja, es geht. Du kannst dir ja vorstellen, wie es ist, so durchbohrt zu werden.”
“Mehr oder weniger, aber man muss davon absehen, dass du wohl der einzige Mensch bist, der so etwas überlebt.”
“So?”, erwiderte er grinsend und fügte hinzu: “Ich hab eben noch nicht vor zu sterben.”
“Das hat sich vorgestern Abend aber ganz anders angehört.”
“Glaub mir, wenn du so den Kopf gewaschen bekommst, dann ändert sich deine Einstellung.”
“Besonders wenn es von der Freundin kommt?”, erwiderte der Brünette.
“Teilgrund. Hauptsache ist aber, dass sie Recht hatte. Ich hätte nicht nur fast meine Freunde hier im Stich gelassen, sondern auch meine Heimat und mein ganzes Leben.”
“Du glaubst, dass du noch zurück gehst?”
“Was meinst du damit?”, fragte er zögernd.
“Keine Ahnung... Hab ich was gesagt?”
“Masato? Spürst du etwas?”
“Nicht mehr als sonst auch. Ich denke, dass wir uns in irgendetwas verstrickt haben, wo wir nicht einfach wieder herauskommen.”
“Du meinst deine verschwommenen Erinnerungen, von denen du mir letzte Woche erzählt hast, und meine mögliche Verbindung zu den Senshies?”
“Weißt du noch was Anderes?”
“Tja, das wird sich heute Abend herausstellen.” Er wedelte mit dem Zettel vor Masatos Nase herum.
“Rendez-Vous? Was hält Hotaru davon?”
“Wahrscheinlich nicht allzu viel und damit genau so viel wie ich. Wie war deine Theorie über die Einladung?”
“Sie hat einen Bericht über den jungen Mann gesehen, der ständig gegen die Monster kämpft und den Senshies die Arbeit wegnimmt, und ist scharf auf dich. Ich meine, welche Frau würde dich schon von der Bettkante stoßen? Wobei sie sicherlich eine Granate ist und sicher sauer wird, wenn jemand sie verschmäht. Aber wer würde sie schon verschmähen?”
“Diese Einstellung, mein Freund, wird Naru bestimmt sehr gefallen.”
“Na ja, wir beide sind ja Ausnahmen.”
“Ganz richtig, ich aber nicht nur wegen Hotaru, sondern weil ich kein Stück daran glaube.”
“Erinnere dich an meine Worte, wenn sie dich bittet, ihr den Reißverschluss ihres Kleides zu öffnen. Und erzähl mir nachher wie es war, wenn du wieder da bist. Falls du dann noch in der Lage bist, deine Zunge zu etwas wie Sprechen zu benutzen.”
“Du bist ein riesengroßer Trottel, Masato.”, erwiderte Mazaru grinsend auf die anrüchigen Andeutungen seines Nachbars. Nach einer verabschiedenden Geste schloss er seine Wohnungstür auf, seine Tasche schmiss er in die sofort in die Ecke. Er ging direkt ins Badezimmer, entkleidete sich und betrachtete die Wunde, die mit erstaunlicher Geschwindigkeit abheilte, was nicht an Hotarus Einsatz lag, wie er verwundert feststellte. Tags zuvor war sie seiner Meinung nach wesentlich größer gewesen, doch er zuckte nur mit den Achseln und stellte sich unter die Dusche. Danach verband er sich selbst so gut es ging neu, bürstete sich die langen Haare und begann seine übliche Konzertvorbereitungen. Er dunkelte den ganzen Raum ab, legte eine CD des Musikacts in seine Anlage und lauschte den Klängen, bis es an der Zeit war, aufzubrechen. Er steckte sein Portemonnaie in seine Tasche, ging in die Küche und steckte sich den Briefumschlag mit der Karte und dem VIP-Pass in seine Brusttasche des neuen weißen Hemdes. Ein letzter Blick in den Spiegel folgte und er musste grinsen. “Was auch immer du von mir willst, Michiru Kaio, Lets Fetz.”
Er griff sich seinen Autoschlüssel und tänzelte die Treppen herunter. Am Anfang, als er die Karte bekommen hatte, hatte er lange überlegt, ob es sicher sei, zu so einer Großveranstaltung zu gehen. Wenn sich dort jemand in ein Monster verwandeln würde, könnte er in der Massenpanik sicherlich nicht alle Menschen beschützen. Aber die Neugierde siegte, die Frage, was diese Frau gerade von ihm wollte, war für ihn einfach zu wichtig. Innerlich nagte sein schlechtes Gewissen an ihm, dass seine Freunde in Deutschland im Krankenhaus lagen und er in ein Konzert ging.