[Aeruin RPG] Hauptthread

Antheon

Cometh the Hour
Marcus & Fate: Der Park vor Marcus' Wohnung

Marcus wich dem Apfel aus, trat ihn mit der Schuhspitze ein wenig weg und nahm dann Aiolos auf den Arm und behielt ihn gut im Auge, versuchte selber, auf Geräusche in seiner Umgebung zu achten. "Verzeih, wenn ich keinen Hunger auf Äpfel habe. Ich habe gut gefrühstückt. Außerdem habe ich ein wenig Angst, dass ich nach einem Bissen mit einem Filmriss und Kopfschmerzen aufwache. Das passiert mir momentan öfter." Fate schien nicht darauf zu reagieren, ließ sich vom Ast fallen und hob den weggetretenen Apfel auf. Sie inspizierte ihn nachdenklich. "Halt, nein! Eigentlich ist mir das nur heute passiert. Und ich habe nur eine Erklärung." Sein Blick wurde vorwurfsvoll. "Meine Wohnung hättest du auch einfacher verlassen können. War ich so langweilig?" Marcus grinste kurz, schüttelte dann jedoch den Kopf und sein Blick war ernst geworden. "Ist meine Wohnung jetzt voller Überwachungsgeräte? Warum das alles? Dass du nicht direkt böswillig gegen mich gehandelt hast, ist mir schon klar. Sonst wäre ich wohl nicht mehr aufgewacht. Oder nicht in meiner Wohnung. Was hat es dir dann gebracht?" Er sah sie forschend an. Fate jedoch nickte nur lächelnd und biss dann wieder in den Apfel. "Du solltest Essen nicht einfach so wegwerfen! Nur weil du gut gefrühstückt hast, heißt es nicht, dass niemand diesen Apfel will", tadelte sie ihn mit vollem Mund, ohne ihn dabei anzusehen. Nachdem sie den Bissen runtergeschluckt hatte, betrachtete sie den Apfel in ihren Händen wieder nachdenklich. "Wenn wir beide doch nicht an einem Strang ziehen wollen, dann musst du es nur sagen. Dann verpisst sich der dumme Marcus eben. Und das ist dann kein Davonlaufen. Stürmen in eine andere Richtung nannte ich es gestern, oder?" Er seufzte, leckte sich etwas nervös über die Oberlippe. "Und was ist hier eigentlich passiert? Stundenlang im Unterholz getobt? Ich dachte, aus dem Alter sind wir beide raus. Oder aber... ein Kampf. Gegen wen?" Er schmunzelte, doch seine Augen wirken ernst, verletzt. "Ich weiß, ich bin ein neugieriger Quälgeist. Aber wenn man Antworten haben will, muss man eben fragen. Wenn man keine Antworten bekommt, hat man eben Pech gehabt. Ich will dich ja auch nicht vom Klettern abhalten. Bin gleich wieder weg..." Nun war es seine Kindheitsfreundin, die seufzte. "Genau darum geht es mir. Antworten sind wichtig, doch glaubst du nicht auch, dass du gestern ein wenig überfordert warst? Zu viele Enthüllungen an einem Abend sind nicht gut für das Köpfchen." Sie lächelte ihn an und klopfte gegen ihren Schädel. Sie blickte kurz gen Himmel, ehe sie den Boden zu betrachten schien, während sie weiterhin in der Hocke verblieb. "Ich beschatte dich nicht, ich beschütze dich nur vor dir selbst. Gestern Nacht waren eine Handvoll Assassinen auf dem Weg zu deiner Wohnung." Marcus hielt inne, dann schüttelte er den Kopf. "Was sollten sie denn von m-" Fate unterbrach ihn mit dem Wink ihrer Hand. "Sie waren nicht hinter dir her ..." Mit diesen Worten berührte sie den Boden und schloss die Augen.

"Ich rufe die Leere, Finsternis, Mutter der Nacht: Verschlinge die Schöpfung, zähme die Realität! Die fünf Verse der Einheit, die fünfzehn Räume der Ewigkeit und die Stille des Anbeginns verschließen sich der Wirklichkeit. Höret nur was ungesagt! Sehet nur was ungesehn!

Kantate des Chaos #031: Refugium"


Kaum hatte sie diese seltsamen Worte ausgesprochen, verlor sich die Welt in Dunkelheit. Als Marcus die Augen wieder öffnete, befanden sie sich noch immer im Wald, doch wirkte die Umgebung, als hätte man in einem Bildbearbeitungsprogramm die Farben invertiert. Nur er, Aiolos und Fate blieben normal. "Hier können wir reden." Das Mädchen seufzte erneut un betrachtete ihn mit einem leicht traurigen Blick. "Wie du selbst gesagt hast, weißt du nicht, was in all den Jahren geschehen ist. Ich fand es nicht richtig, dich damit zusätzlich zu belasten. Zumindest nicht gestern ... Aber als ich die Ankunft der Assassinen wahrnahm, musste ich handeln. Und ich glaube kaum, dass du still zu Hause sitzen geblieben wärst, wenn ich dir gesagt hätte, dass ich mich mal eben schnell um ein paar Attentäter kümmere." Sie erhob sich, ließ Marcus jedoch nicht aus den Augen. "Du bist nicht der einzige mit mysteriösen Fähigkeiten. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen, aber wenn du eine Hexe bist, bin ich wohl eine Magierin." Sie klatschte einmal in die Hände und die seltsame Barriere fiel in sich zusammen. Marcus wollte noch weitere Fragen stellen, doch Fate lächelte ihn zuckersüß an. "Ich glaube, wir haben jetzt ein Meeting." Kein weiteres Wort fiel mehr auf dem Weg zum Jack of All Trades.




Marcus & Fate: Das Jack of All Trades

Das gewaltige Hochhaus hatte sich nicht verändert, was ja auch seltsam gewesen wäre - immerhin war er erst gestern dort gewesen. Noch immer war in dem Gebäude keine einzige Menschenseele zu finden, nur Lakar schien dort zu sein. Der Aviati stand wie schon Stunden zuvor am Fenster und betrachtete die wunderschöne Landschaft. "Marcus. Fate. Ich habe Euch erwartet", sagte er unnötigerweise und als Marcus einmal blinzelte, befanden sie sich in einem gewaltigen Tempelkomplex. Zumindest wirkte die Halle, in der sie sich nun befanden, so. Seltsame Glyphen zierten die Wände und Sandsack-artige Steine mit Dornen befanden sich hier und dort. "Zuerst", begann der Aviati und betrachtete Marcus, "sollten wir uns um Deine Wunden kümmern." Er schritt auf ihn zu, doch Fate rieb sich bereits die Hände. "Ich mach das." Lakar blieb stehen und schenkte dem Jungen ein süffisantes Lächeln. Wie es scheint, hat die junge Dame bereits mit Dir gesprochen. Marcus zuckte kurz zusammen, als er die Stimme direkt in seinem Kopf vernahm, während Lakars Lippen die ganze Zeit über geschlossen blieben. Der Aviati legte seinen rechten Zeigefinger an die Lippen und deutete dann auf den Ring, den er dem Jungen in der Nacht zuvor gegeben hatte. Manchmal ist es besser, wenn Männer unter sich sein können. Oh, das könnte jetzt etwas schmerzen ... Aus den Augenwinkeln sah Marcus seine Kindheitsfreundin, deren Handflächen in blaues Feuer getaucht waren. Mit dem Wink seiner linken Hand verschwand Marcus' Hemd und dann legte Fate auch schon ihre Hände an seinem Rücken. Ein sengender Schmerz fuhr ihm durch Mark und Bein, es fühlte sich an, als führte sie flüssiges Metall in seine Wirbelsäule ein. Als schmolz er regelrecht. Fate murmelte etwas in einer Sprache, die Marcus noch nie vernommen hatte, und doch fühlte es sich bekannt an. "Du hast eine besondere Gabe, mein Junge", sprach Lakar und setzte sich vor Marcus auf einen steinern Thron, der vorher noch nicht da gewesen war, "Nur wenige verfügen über die Fähigkeit, das Kronosfeld anzuzapfen. Doch die Zeit ist ein gefährliches Spielzeug." Er nahm Marcus' rechte Hand und drückte sie. Obwohl er kaum etwas spürte, gab sie mit einem knackenden Geräusch nach. "Es ist nicht einfach nur ein Feld, eine Blase, die Dich umgibt. Es durchdringt Dich und alle Materie. Glaubst Du etwa, das ganze Universum würde sich langsamer bewegen, wenn Du die Zeit krümmst? Du veränderst nur den Fluss in Deiner direkten Umgebung. Wenn Du Dich also schnell bewegst, beschleunigst Du nur den Fluss der Zeit innerhalb Deines eigenen Körpers. Und dieser hat Grenzen. Deine Muskeln, Sehnen, Knochen und Nerven haben allesamt eine Grenze und reißen, brechen und zerbersten an dem Druck, der auf ihnen lastet. So gesehen grenzt es an ein Wunder, dass es Dir selbst noch nicht aufgefallen ist. Du verdankst es nur Deinen hochregenerativen Zellen, dass Dein Körper intakt ist. Sie heilen Dich bislang schneller als Du Dich verletzt. Genau dies machen wir uns jetzt zunutze." Der Schmerz nahm langsam ab und wurde von einem Kribbeln abgelöst, das nun durch seinen Körper fuhr. Dann brach Fate hinter ihm zusammen. Ihr Gesicht war schweißgebadet und ihr Atem ging schwach. Marcus konnte sich jedoch noch nicht bewegen, sah lediglich über die Augenwinkel in ihr blasses Gesicht.

Keine Sorge, sie wird schon wieder. Sie hat lediglich einen Teil ihrer Macht auf Dich übertragen. Lakar hielt plötzlich einen Spiegel in der Hand, der Marcus aber seine Rückseite zeigte. Ein seltsam spiralförmiges Tattoo war auf seinem linken Schulterblatt zu erkennen. Ehrlich gesagt, ist Deine Gabe auch ein Fluch. Du wirst nicht so lange leben, wie die anderen Hexen und je öfter Du Deine Fähigkeit anwendest, desto kürzer wird Deine Lebensspanne. Ich habe Kinder gesehen, die bei ihrer Geburt zu Asche zerfielen, da sie die Macht des Kronosfeldes nicht beherrschen konnten. Deine Regenerationsfähigkeiten sind jedoch außergewöhnlich. Ich kenne nicht viele Leute in den Chroniken der Götter, die über ein solches Potential verfügten. Sicher, dass Dein Vater Dich nicht 'verbessert' hat? Wie auch immer, Deine Kräfte sind noch nicht ausgereift und somit auch Deine Selbstheilung nicht. Fates Siegel ermöglicht es Dir jedoch, vollen Zugriff darauf zu haben, damit wir trainieren können. Denn trainieren werden wir müssen und viel Zeit bleibt uns nicht ... Lakars Miene verdüsterte sich und er erhob sich aus seinem Thron. Marcus konnte sich langsam wieder bewegen und merkte, dass die gebrochene Hand wieder verheilt war. Der Aviati reichte ihm die Hand und half ihm auf. Als der Junge aus eigener Kraft stehen konnte, wandte sich sein Gastgeber wieder dem Fenster zu. "Was würdest Du tun, wenn ich Dir sage, dass eine Frau auf dem Weg hierher ist und alles Leben, das sie auf ihrer Reise kreuzt, zerstört? Selen ist eine furchterregende Frau. Sie hat Ylesia bereits erreicht und wird in etwa einem Monat hier sein. Und wenn sie erst einmal hier ist, wird alles, was Du liebst und teuer hältst, vernichtet werden. Hexen, Menschen ... das alles kümmert Selen nicht. Sie ist wahnsinnig. Und mächtig. Mächtig genug, um mich zu töten, sollte ich mich ihr in den Weg stellen. Und das muss ich." Er lächelte schwach und drehte sich wieder zu Marcus um. Fate stöhnte leise als hätte sie einen Kater. "Wir dürfen nicht ...", murmelte sie, "... der Pfeiler der Schöpfung ..."




Kalina & Nathan: Auf dem Weg nach Hause

Sharon streckte ihm die Zunge heraus, entgegnete frech: "Du und ich zerschunden, du am Boden und ich bereit, dich noch mehr zu verprügeln. Erinnert dich das an was?" Nathan lachte schallend und legte einen Arm um ihre Schulter, die aufgeregten Blicke und Tuscheleien nicht einmal registrierend. "Du und ich unter der Dusche. Du mit einem Hauch von Nichts und ich mit ... weniger. Wie ist es damit?", murmelte er mit einem kecken Grinsen. "War Marcus in der Schule?" Auf Nathans Kopfschütteln hin seufzte Sharon. "Wie schätzt du ihn ein? Fängt er sich wieder? Oder sehen wir ihn nie wieder?" Nathan brummte nachdenklich, während er sich am imaginären Bart kratzte. Nach einer Weile schüttelte er einfach den Kopf. "Schwer zu sagen. Er ist jemand, der selbst noch auf der Suche nach dem eigenen Ich zu sein scheint. Er könnte schon morgen wieder in der Schule sein oder Varath verlassen haben. Aber ich will ihn nicht abschreiben. Ich glaube, dass er einfach nur ein wenig Zeit für sich braucht. Zeit, damit klarzukommen und sich seiner Kräfte - und der damit verbundenen Verantwortung bewusst wird. Ich werde ihn aber demnächst einmal besuchen gehen. Vielleicht redet er ja mit mir über seine Probleme." Nathan blickte kurz zu Sharon, dann lächelte er schwach, während er die Augen wieder nach vorne richtete. "Du scheinst heute sehr gute Laune zu haben. Sag bloß, das Mädchen macht mir Konkurrenz! Bist ihr ja sogar in die Schule nachgelaufen." Er legte absichtlich einen gekränkt klingenden Tonfall ein, aber es war zu offensichtlich, dass er sie einfach ein wenig aufzog. Wenn sie eine Freundin gefunden hatte, war das großartig. Und falls es mehr war, dann hatte er kein Recht, sich einzumischen. Sharon riss ihn aus seinem Gedankengang: "Du sag mal ... Was ist, wenn Marcus gerade bei Kalina ist. Möglich wäre es ja. Nicht, das wir da reinplatzen. Die beiden wären ja schon ein süßes Paar. Da möchte ich nicht zwischen funken..." Sie machte eine Pause. "Das ist ziemlich kompliziert, oder? Freundschaften... trotz Unterschiede."

Nathan legte den Kopf in den Nacken, dann nickte er kurz. "Das könnte natürlich sein. Dann gibt es jetzt eine Planänderung! Komm!" Mit diesen Worten packte er sie an der Hand und lief los. Sharon wusste nicht, wohin er sie hinbringen wollte, doch nach und nach kamen ihr die schicken Gebäude bekannt vor und ehe sie sich versah, standen sie wieder vor dem Luxushotel, dessen Penthouse in die Luft flog. Sie gingen zur Rezeption und fanden dort Nina, die sie mit einem Nicken begrüßte. Nathan lehnte sich an das Pult und lächelte schwach. "Gibst du mir bitte den Schlüssel, Nina?" Diese schüttelte jedoch den Kopf: "Du weißt genau, dass dort oben noch Bauarbeiten fällig sind. Ich hatte Mühe, den Laden nicht schließen zu müssen." Nun schüttelte auch Nate den Kopf und hielt ihr seine Handfläche hin. "Den anderen Schlüssel, Nina." Die Aviati schenkte ihm einen leicht überraschten Blick, dann nahm sie einen Schlüssel und reichte ihn dem Jungen. Dieser lächelte nur schwach und zog Sharon leicht hinter sich her. Sie stiegen in den Aufzug, doch diesmal ging es abwärts. Im dritten Untergeschoss blieb der Lift stehen und brachte einen schwach beleuchteten Gang zum Vorschein. Es gab nur eine Tür am Ende des Ganges, eine alte Holztüre, die morsch wirkte. Nate öffnete die Türe mit dem Schlüssel und trat in die Dunkelheit, Sharon immer noch im Schlepptau. Er ließ sie los und schloss die Türe hinter sich. Es war nun stockfinster. Ehe Sharon jedoch etwas sagen konnte, legte Nathan einen Schalter um und die Beleuchtung sprang an. Sie befanden sich in einem weiten Flur mit Holzfußboden und Holzmöbeln. Es wirkte alles ein wenig rustikal wie aus jener Zeit lange vor dem Nebel. Auf einer Stufe lagen Hausschuhe in verschiedenen Größen bereit. Nate legte seinen Rucksack neben eine Kommode, dann schnappte er sich ein paar Hausschuhe und betrat das Innere. Hinter der nächsten Türe befand sich ein riesiges Wohnzimmer, das offen in alle anderen Räume zu führen schien. Auch hier beherrschte das Holz die Räumlichkeiten und es stellte sich die Frage, wie teuer das alles bloß sein musste. Zu Sharons Verblüffung schien die Wohnung sogar über einen Kamin zu verfügen. Überall befanden sich kleine Pokale oder Medaillen und auch Fotos waren zu sehen. Sharon betrachtete eines genauer und erkannte das Mädchen aus dem Foto wieder, das Nathan huckepack trug. Sie lachten beide. Als sie ins Wohnzimmer traten, fand Sharon sogar einen alten Flügel und ein paar weitere Instrumente in einer Ecke stehen. Nathan setzte sich auf die große Couch und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. "Das war einmal unser Apartment. Ist schon lange her, seit hier ein Mädchen war", murmelte er und lächelte schwach, "Dabei hatten wir doch ausgemacht, dass wir das nächste Mal zu dir gehen. Aber ich dachte mir, vielleicht möchtest du ein paar Kleider ausprobieren. Diese Reika wird es sicher gut finden", neckte er sie.




Kalina & Kevin: Kalinas Wohnung

"Wie kommst du auf einen 'Er', der nicht will, dass ich unglücklich bin", fragte Kevin und wusch sich nun die Haare. "Ja, ein paar Probleme habe ich", gestand er, "Ich mache mir über Tomo Sorgen, will es meinen Pflegeeltern Recht machen und außerdem sind da noch die Kleinigkeiten des Älterwerdens. Aber das ist vergleichsweise uninteressant." Kevin griff nach einer Bürste und schrubbte sich den Rücken, hatte die Augen geschlossen. "Ich wollte nicht starren", murmelte er leise. "Aber diese Narben lassen auch irgendwie auf Probleme schließen. Wo lernt man, so zu kämpfen? Leon war auch nicht schlecht, aber du... Deine Verletzungen lassen auf eine außergewöhnliche Vergangenheit schließen. Aber auch mir steht es nicht zu, nachzuhaken. Doch ich schätze, vielleicht hast du auch eine Last zu tragen. In der Ruine, als du von deinem Bruder sprachst, hattest du Tränen in den Augen. Die Sache mit dem Kosmos und den unendlich vielen Schichten unterschiedlicher Frequenz hat mir auch Tomo erzählt. Dieses Hologramm war sehr faszinierend. Ich frage mich, ob uns da etwas entgangen ist. Leider ist das nicht gerade die Gegend, wo man mal eben vorbei schauen kann..." Kalina lächelte die ganze Zeit über, während sie ihm lauschte. Sie legte den Kopf in den Nacken und damit auf den Rand der Wanne. Ihr schulterlanges, brünettes Haar versank im Wasser der Badewanne und ihre grünen Augen starrten zur Decke. "Wenn ich dich ansehe, dann ist mir, als sehe ich eine ganze Gruppe an unterschiedlichen Leuten. Kleine Mädchen ... große Jungs ... und ein Mann mit breiten Schultern. Ein Mann, der viel zu tragen hat, und in dessen Schatten du stehst." Auf seine Bemerkung bezüglich der Narben, schloss sie die Lider. "Hm ... das war vor langer Zeit. Wusstest du, dass ich von Adel bin? Doch leider war ich schon in jungen Jahren sehr bettlägerig und schwach. Mein Vater duldete keine Ausreden und zwang mich in meine Rolle. Es gab Tage, da spürte ich rein gar nichts mehr ... und Tage, da fühlte ich alle Schmerzen der Einsamkeit. Es war ein fürchterliches Leben, doch ich konnte ihm nicht entkommen." Nun lächelte sie schwach, während die Erinnerungen in ihrem Kopf wieder lebendig wurden. "Es war mein Bruder, der mir die Freiheit schenkte. Seinetwegen wurden wir ausgestoßen, doch ich bereute nichts. Wir hatten einander und das war mehr als ich mir je erträumt hatte. Mein Bruder tat alles für mich, er war da, wenn ich ihn brauchte. Er lehrte mich, gegen meine Krankheit anzukämpfen und mich zu verteidigen." Kalina sah Kevin in die Augen und lächelte. "Die Narben erinnern mich daran, dass nichts unmöglich ist und man alles erreichen kann, wenn man es nur versucht und man jemanden zur Seite hat, der einen versteht und akzeptiert." Bei der Erwähnung Tomos wurde ihr Blick nachdenklich, gedankenverloren. "Sie ist ein seltsames Mädchen. Sie wirkt so hilflos und verzweifelt. Ihre Augen schreien förmlich nach Hilfe, auch wenn ihr Gebahren das Gegenteil zu zeigen scheint. Aber ich glaube, sie fürchtet sich vor uns. Du aber scheinst dich mit ihr angefreundet zu haben. Vielleicht gelingt es dir ja, sie wiederzufinden, wenn du noch einmal dorthingehst. Vielleicht wartet sie dort auf dich." Sie lächelte und wuschelte ihm erneut durchs Haar, ehe sie sich erhob. "Du wirst sie sicher wiederfinden. Du musst nur daran glauben." Mit diesen Worten wandte sie sich ab und wollte aus dem Badebereich gehen, als sie an einem Schwamm ausrutschte und nach gewaltigem Krach auf dem Boden liegen blieb.

"Autsch, hihi."




Reika & William: Arcana High, Klasse 2D

Reika hatte gesagt, dass er sie nach dem Unterricht aufsuchen sollte. Klasse 2D. Vor dieser befand sich William nun und trat ein. Das Mädchen saß auf der Fensterbank und betrachtete den Vorhof der Schule nachdenklich. Auf sein Auftreten schien sie nicht zu reagieren, daher räusperte er sich. Noch immer regte sie sich nicht, doch zumindest schien sie nun zum Reden zumute. "Ah, der Kendo-Anwärter. Diesmal keine Lust in mich hineinzurennen?", fragte sie angriffslustig, ehe sie sich mit Schwung vom Fensterbrett löste. "Schon einmal ein solches Training absolviert? Was ist deine Motivation?" Sie nahm ihr Holzschwert von einem der Tische und schulterte es. Sie blutete noch immer am Unterschenkel und die Wunde sah aus, als würde sie sich bald entzünden, wenn sie sich nicht darum kümmerte. Doch sie schien es nicht einmal zu bemerken oder sie ignorierte es einfach. Es war nicht leicht, das aus ihrem Gesicht rauszulesen. Es war generell schwer, aus diesem Mädchen schlau zu werden, denn bis auf die Tatsache, dass sie leichte Aggressionsbewältigungsprobleme besaß, war es echt schwer, etwas aus ihren Augen oder ihrer Mimik abzulesen. Das konnte ja noch heiter werden!




Karya & Selen: Arhath, Ylesia

Arhath war einst eine imposante Festung gewesen. Allen widrigen Gesetzen zum Trotz ragte die Stadt wie ein Mahnmal gen Himmel, das daran erinnerte, dass Hexen nicht allmächtig waren. Arhath war ein Bollwerk der Menschen, eine der letzten Zufluchten für Hexenhasser. Eine Stadt, die nun in Flammen stand. Menschen hingen an Pfählen aufgespießt, lagen verbrannt in Fenstern oder waren nur noch in Einzelteilen zu finden. Der Junge hatte Glück, man hatte ihn noch nicht gefunden. Doch wohin? Auf einem Haufen aus Leichen saß eine junge Frau. Sie schien nicht älter als dreißig zu sein, doch der Blick aus ihren roten Augen durchstreifte die Jahrtausende. Selens Kleid war wie die Stadt selbst in Rot und Schwarz gehalten, ihr alabasterfarbenes Haar wehte sacht in der Brise, als sie die rote Flüssigkeit genüsslich aus dem Weinglas trank. Dem Jungen wurde übel, doch er musste leise sein. Er biss sich in den Finger, etwas Blut benetzte seine Lippen. "Wie sieht es aus, Karya?", fragte Selen mit melodiöser Stimme und die Angesprochene trat einen Schritt vor. "Bei gleichbleibendem Tempo erreichen wir den Pfeiler in knapp vier Wochen Standardzeit. Bisher gab es kaum Widerstand, von den Verrätern keine Spur." Sie trat wieder einen Schritt zurück, während Selen ein Auge aus dem Glas fischte und es sich in den Mund schob. "Ausgezeichnet. Wenn wir den Pfeiler erst einmal zerstört haben, ist die Neue Welt nicht mehr fern." Sie ergriff den wuchtigen Zweihänder neben ihr, der sie locker überragte und schleifte ihn über den Boden. Blaue Funken sprühten auf und verschlangen was von der Stadt übrig geblieben war. "Karya, ich will, dass du nach Varath aufbrichst und die Lage erkundest. Stifte ruhig etwas Unruhe, aber lass die Verräter nicht wissen, dass du in meinem Namen handelst." Diese nickte kurz, dann war sie verschwunden. Selen grinste, dann fuhr sie herum und spießte den Jungen mit der Klinge auf. Er war sofort tot. Blut tropfte auf sie herab und sie leckte sich erwartungsvoll die Oberlippe, dann hob sie den Zweihänder in die Höhe und betrachtete ihre Mannen. "Denkt daran: Keine Schwäche! Keine Furcht! Keine Gnade!"

Mit diesen Worten entstand ein Feuersturm, der die gesamte Stadt einhüllte. Kaum war er verschwunden, war von Selen, ihren Kriegern oder der Leiche nichts mehr zu sehen.
 

Azazel

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Marcus & Fate: Der Park vor Marcus' Wohnung

"Du solltest Essen nicht einfach so wegwerfen! Nur weil du gut gefrühstückt hast, heißt es nicht, dass niemand diesen Apfel will", tadelte sie ihn mit vollem Mund, ohne ihn dabei anzusehen. Nachdem sie den Bissen runtergeschluckt hatte, betrachtete sie den Apfel in ihren Händen wieder nachdenklich. Ihre ausweichende Art reizte Marcus enorm. "Hätte ja sein können, dass ich nach einem Bissen gleich wieder umkippe", entgegnete er bissig. "Oder dass mir der Apfel mit einer Rauchwolke ins Gesicht explodiert, damit du das Weite suchén kannst. Wobei eine Rauchwolke dann wohl noch das geringste mögliche Übel wäre." Nachdem er mit seiner Schimpftirade fertig war, war es seine Kindheitsfreundin, die seufzte. "Genau darum geht es mir. Antworten sind wichtig, doch glaubst du nicht auch, dass du gestern ein wenig überfordert warst? Zu viele Enthüllungen an einem Abend sind nicht gut für das Köpfchen." Sie lächelte ihn an und klopfte gegen ihren Schädel. "Was denn für Enthüllungen?", wollte Marcus wissen. "Du hättest trotzdem einfach gehen können, ohne..." Doch dann erklärte Fate, dass sie ihn nicht beschattete, sondern beschützt hatte. "Gestern Nacht waren eine Handvoll Assassinen auf dem Weg zu deiner Wohnung." Marcus hielt inne, dann schüttelte er den Kopf. "Was sollten sie denn von m-" Fate unterbrach ihn mit dem Wink ihrer Hand. "Sie waren nicht hinter dir her ..." Mit diesen Worten berührte sie den Boden und schloss die Augen.

"Ich rufe die Leere, Finsternis, Mutter der Nacht: Verschlinge die Schöpfung, zähme die Realität! Die fünf Verse der Einheit, die fünfzehn Räume der Ewigkeit und die Stille des Anbeginns verschließen sich der Wirklichkeit. Höret nur was ungesagt! Sehet nur was ungesehn!

Kantate des Chaos #031: Refugium"


Kaum hatte sie diese seltsamen Worte ausgesprochen, verlor sich die Welt in Dunkelheit. Als Marcus die Augen wieder öffnete, befanden sie sich noch immer im Wald, doch wirkte die Umgebung, als hätte man in einem Bildbearbeitungsprogramm die Farben invertiert. Nur er, Aiolos und Fate blieben normal. "Hier können wir reden." Das Mädchen seufzte erneut un betrachtete ihn mit einem leicht traurigen Blick. "Wie du selbst gesagt hast, weißt du nicht, was in all den Jahren geschehen ist. Ich fand es nicht richtig, dich damit zusätzlich zu belasten. Zumindest nicht gestern ... Aber als ich die Ankunft der Assassinen wahrnahm, musste ich handeln. Und ich glaube kaum, dass du still zu Hause sitzen geblieben wärst, wenn ich dir gesagt hätte, dass ich mich mal eben schnell um ein paar Attentäter kümmere." Sie erhob sich, ließ Marcus jedoch nicht aus den Augen. "Du bist nicht der einzige mit mysteriösen Fähigkeiten. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen, aber wenn du eine Hexe bist, bin ich wohl eine Magierin." Sie klatschte einmal in die Hände und die seltsame Barriere fiel in sich zusammen. Marcus wollte noch weitere Fragen stellen, doch Fate lächelte ihn zuckersüß an. "Ich glaube, wir haben jetzt ein Meeting." Kein weiteres Wort fiel mehr auf dem Weg zum Jack of All Trades. Doch Marcus Blick verriet Fate, dass die Unterhaltung aufgeschoben, aber nicht aufgehoben war. Er hatte noch einige Fragen und die Entschlossenheit in seinem Gesicht wankte so wenig wie der Wolkenkratzer, dem sie sich näherten.

Marcus & Fate: Das Jack of All Trades

Wie es scheint, hat die junge Dame bereits mit Dir gesprochen. Marcus zuckte kurz zusammen, als er die Stimme direkt in seinem Kopf vernahm, während Lakars Lippen die ganze Zeit über geschlossen blieben. Der Aviati legte seinen rechten Zeigefinger an die Lippen und deutete dann auf den Ring, den er dem Jungen in der Nacht zuvor gegeben hatte. Manchmal ist es besser, wenn Männer unter sich sein können. Oh, das könnte jetzt etwas schmerzen ... Aus den Augenwinkeln sah Marcus seine Kindheitsfreundin, deren Handflächen in blaues Feuer getaucht waren. Mit dem Wink seiner linken Hand verschwand Marcus' Hemd und dann legte Fate auch schon ihre Hände an seinem Rücken. Ein sengender Schmerz fuhr ihm durch Mark und Bein, es fühlte sich an, als führte sie flüssiges Metall in seine Wirbelsäule ein. Als schmolz er regelrecht. Fate murmelte etwas in einer Sprache, die Marcus noch nie vernommen hatte, und doch fühlte es sich bekannt an. "Du hast eine besondere Gabe, mein Junge", sprach Lakar und setzte sich vor Marcus auf einen steinern Thron, der vorher noch nicht da gewesen war, "Nur wenige verfügen über die Fähigkeit, das Kronosfeld anzuzapfen. Doch die Zeit ist ein gefährliches Spielzeug." Er nahm Marcus' rechte Hand und drückte sie. Obwohl er kaum etwas spürte, gab sie mit einem knackenden Geräusch nach. "Es ist nicht einfach nur ein Feld, eine Blase, die Dich umgibt. Es durchdringt Dich und alle Materie. Glaubst Du etwa, das ganze Universum würde sich langsamer bewegen, wenn Du die Zeit krümmst? Du veränderst nur den Fluss in Deiner direkten Umgebung. Wenn Du Dich also schnell bewegst, beschleunigst Du nur den Fluss der Zeit innerhalb Deines eigenen Körpers. Und dieser hat Grenzen. Deine Muskeln, Sehnen, Knochen und Nerven haben allesamt eine Grenze und reißen, brechen und zerbersten an dem Druck, der auf ihnen lastet. So gesehen grenzt es an ein Wunder, dass es Dir selbst noch nicht aufgefallen ist. Du verdankst es nur Deinen hochregenerativen Zellen, dass Dein Körper intakt ist. Sie heilen Dich bislang schneller als Du Dich verletzt. Genau dies machen wir uns jetzt zunutze."

Marcus war erstaunt. Hatte er den Sprung vom Balkon also garnicht überstanden, weil er die Zeit beeinflusst hatte? Hatte sich sein Körper so extrem schnell regeneriert? Er würde da wirklich einige Experimente machen müssen. Lakar schien zumindest eine Ahnung von seinen Möglichkeiten zu haben und deshalb hörte Marcus ihm gut zu. Der Schmerz nahm langsam ab und wurde von einem Kribbeln abgelöst, das nun durch seinen Körper fuhr. Dann brach Fate hinter ihm zusammen. Ihr Gesicht war schweißgebadet und ihr Atem ging schwach. Marcus konnte sich jedoch noch nicht bewegen, sah lediglich über die Augenwinkel in ihr blasses Gesicht. Ging es ihr gut? Also hatte sie ihn mit ihrer Magie geheilt. Und noch dazu schien Lakar Bescheid zu wissen, was ihre Kräfte betraf.

Keine Sorge, sie wird schon wieder. Sie hat lediglich einen Teil ihrer Macht auf Dich übertragen. Lakar hielt plötzlich einen Spiegel in der Hand, der Marcus aber seine Rückseite zeigte. Ein seltsam spiralförmiges Tattoo war auf seinem linken Schulterblatt zu erkennen. Ehrlich gesagt, ist Deine Gabe auch ein Fluch. Du wirst nicht so lange leben, wie die anderen Hexen und je öfter Du Deine Fähigkeit anwendest, desto kürzer wird Deine Lebensspanne. Ich habe Kinder gesehen, die bei ihrer Geburt zu Asche zerfielen, da sie die Macht des Kronosfeldes nicht beherrschen konnten. Deine Regenerationsfähigkeiten sind jedoch außergewöhnlich. Ich kenne nicht viele Leute in den Chroniken der Götter, die über ein solches Potential verfügten. Sicher, dass Dein Vater Dich nicht 'verbessert' hat? Wie auch immer, Deine Kräfte sind noch nicht ausgereift und somit auch Deine Selbstheilung nicht. Fates Siegel ermöglicht es Dir jedoch, vollen Zugriff darauf zu haben, damit wir trainieren können. Denn trainieren werden wir müssen und viel Zeit bleibt uns nicht ... Lakars Miene verdüsterte sich und er erhob sich aus seinem Thron. Marcus konnte sich langsam wieder bewegen und merkte, dass die gebrochene Hand wieder verheilt war. Der Aviati reichte ihm die Hand und half ihm auf. Als der Junge aus eigener Kraft stehen konnte, wandte sich sein Gastgeber wieder dem Fenster zu. "Was würdest Du tun, wenn ich Dir sage, dass eine Frau auf dem Weg hierher ist und alles Leben, das sie auf ihrer Reise kreuzt, zerstört? Selen ist eine furchterregende Frau. Sie hat Ylesia bereits erreicht und wird in etwa einem Monat hier sein. Und wenn sie erst einmal hier ist, wird alles, was Du liebst und teuer hältst, vernichtet werden. Hexen, Menschen ... das alles kümmert Selen nicht. Sie ist wahnsinnig. Und mächtig. Mächtig genug, um mich zu töten, sollte ich mich ihr in den Weg stellen. Und das muss ich." Er lächelte schwach und drehte sich wieder zu Marcus um. Fate stöhnte leise als hätte sie einen Kater. "Wir dürfen nicht ...", murmelte sie, "... der Pfeiler der Schöpfung ..."

"Interessant", entgegnete Marcus. "Sie scheinen diese Selen also zu kennen. Zuerst würde ich Sie um alle verfügbaren Informationen bitten, die Sie über diese Frau haben. Was hat sie für Fähigkeiten? Was sind ihre Motive? Wenn Sie sie für so mächtig halten, stellt sich die Frage, wie ich kleine Made da denn helfen kann..." Er schmunzelte, atmete dann aber tief durch. "Natürlich würde ich den Monat gut nutzen. Trainieren, so gut es geht. Möglicherweise können wir Selen abfangen, dorthin lotsen, wo wir sie gerne hätten. Vielleicht ein verlassener Teil der Stadt. Außerhalb. Möglicherweise könnten wir auch das Militär dahin locken. Vielleicht können die uns unfreiwilligerweise helfen, diese Dame zu erledigen. " Er sah fragend zu Fate. "Was dürfen wir nicht?" Er verstand sie nicht so recht. Aber sie war zu erschöpft. Später würde er sich ausgiebig mit ihr unterhalten. Marcus' Blick wanderte wieder zu Lakar. "Wie gesagt: Informationen, Training und gute Planung sind da wohl äußerst wichtig. Ich habe nicht vor, die Schule zu schwänzen, aber gern werde ich meine Freizeit nutzen, mich auf Selen's Ankunft vorzubereiten." Er seufzte. "Ich nehme nicht an, dass man mit ihr reden kann? Auf einen Kampf verzichten kann? Wenn nicht, dann sollten Sie auch ein paar ihrer Freunde zu sich rufen. Sicher haben Sie ein riesiges Netzwerk und mächtige Verbündete. Aber kommen wir doch einfach mal dazu, was ich denn tun könnte. Trainieren, natürlich. Wie?"

Reika & William: Arcana High, Klasse 2D

"Ah, der Kendo-Anwärter. Diesmal keine Lust in mich hineinzurennen?", fragte sie angriffslustig, ehe sie sich mit Schwung vom Fensterbrett löste. "Schon einmal ein solches Training absolviert? Was ist deine Motivation?" Sie nahm ihr Holzschwert von einem der Tische und schulterte es. Sie blutete noch immer am Unterschenkel und die Wunde sah aus, als würde sie sich bald entzünden, wenn sie sich nicht darum kümmerte. Doch sie schien es nicht einmal zu bemerken oder sie ignorierte es einfach. Es war nicht leicht, das aus ihrem Gesicht rauszulesen. Es war generell schwer, aus diesem Mädchen schlau zu werden, denn bis auf die Tatsache, dass sie leichte Aggressionsbewältigungsprobleme besaß, war es echt schwer, etwas aus ihren Augen oder ihrer Mimik abzulesen. Das konnte ja noch heiter werden! "Meine Motivation?", wiederholte William und dachte nach. "Ich bin ein wenig gehandicapt. Ich habe Asthma." Er zuckte mit den Schultern. "Als Kind hat man mir immer gesagt, was ich alles nicht tun kann. Irgendwann hatte ich die Nase voll. Ich trainiere schon seit einer ganzen Weile Do. Waffenloser Nahkampf. Ich dachte, Kendo wäre eine neue Herausforderung. Für meinen Körper, meine Willenskraft, meine Lunge. Ich finde, ein fitter Verstand und ein fitter Körper gehören einfach zusammen. Ich mag Grenzen haben, ja... aber die will ich selber erreichen und sie mir nicht vorschreiben lassen." Er sah auf ihre Wunde. "Du blutest... Du solltest das mal behandeln lassen."
 

Graufuchs

Instrument of Destruction
Sharon & Nathan: Auf dem Weg nach Hause

"Du und ich unter der Dusche. Du mit einem Hauch von Nichts und ich mit ... weniger. Wie ist es damit?", murmelte er mit einem kecken Grinsen, das ihm Sharon am Liebsten vom Gesicht gewischt hätte. Natürlich wollte Nate sie nur aufziehen. "Ich hab einen Fehler gemacht, okay? Halt mir das bitte nicht ewig vor!" Das Thema schien nun beendet und Nate antwortete auf ihre Frage: "Schwer zu sagen. Er ist jemand, der selbst noch auf der Suche nach dem eigenen Ich zu sein scheint. Er könnte schon morgen wieder in der Schule sein oder Varath verlassen haben. Aber ich will ihn nicht abschreiben. Ich glaube, dass er einfach nur ein wenig Zeit für sich braucht. Zeit, damit klarzukommen und sich seiner Kräfte - und der damit verbundenen Verantwortung bewusst wird. Ich werde ihn aber demnächst einmal besuchen gehen. Vielleicht redet er ja mit mir über seine Probleme." Sharon nickte zustimmend und lächelte. "Kann gut sein. Mal schauen, was draus wird. Vielleicht kommt alles ja von alleine wieder in Ordnung." Nathan blickte kurz zu Sharon, dann lächelte er schwach, während er die Augen wieder nach vorne richtete. "Du scheinst heute sehr gute Laune zu haben. Sag bloß, das Mädchen macht mir Konkurrenz! Bist ihr ja sogar in die Schule nachgelaufen." Er legte absichtlich einen gekränkt klingenden Tonfall ein, aber es war zu offensichtlich, dass er sie einfach ein wenig aufzog. Sharon wurde ein wenig rot. Konnte Nate etwa durch Wände sehen? "Du hast eine Freundin und außerdem kein Interesse an mir", antwortete Sharon und grinste, "Ich möchte dich nicht noch einmal zur Untreue verleiten. Außerdem wissen Frauen am Besten, was Frauen gefällt. Außerdem ist sie wirklich nett." Bei ihrem Einwand, Marcus könne ja bei Kalina sein, legte Nathan den Kopf in den Nacken.

"Das könnte natürlich sein. Dann gibt es jetzt eine Planänderung! Komm!" Mit diesen Worten packte er sie an der Hand und lief los. Sharon wusste nicht, wohin er sie hinbringen wollte, doch nach und nach kamen ihr die schicken Gebäude bekannt vor und ehe sie sich versah, standen sie wieder vor dem Luxushotel, dessen Penthouse in die Luft flog. Sie gingen zur Rezeption und fanden dort Nina, die sie mit einem Nicken begrüßte. Nathan lehnte sich an das Pult und lächelte schwach. "Gibst du mir bitte den Schlüssel, Nina?" Diese schüttelte jedoch den Kopf: "Du weißt genau, dass dort oben noch Bauarbeiten fällig sind. Ich hatte Mühe, den Laden nicht schließen zu müssen." Nun schüttelte auch Nate den Kopf und hielt ihr seine Handfläche hin. "Den anderen Schlüssel, Nina." Die Aviati schenkte ihm einen leicht überraschten Blick, dann nahm sie einen Schlüssel und reichte ihn dem Jungen. Dieser lächelte nur schwach und zog Sharon leicht hinter sich her. Sie stiegen in den Aufzug, doch diesmal ging es abwärts. Im dritten Untergeschoss blieb der Lift stehen und brachte einen schwach beleuchteten Gang zum Vorschein. Es gab nur eine Tür am Ende des Ganges, eine alte Holztüre, die morsch wirkte. Nate öffnete die Türe mit dem Schlüssel und trat in die Dunkelheit, Sharon immer noch im Schlepptau. Er ließ sie los und schloss die Türe hinter sich. Es war nun stockfinster. Ehe Sharon jedoch etwas sagen konnte, legte Nathan einen Schalter um und die Beleuchtung sprang an.

Sie befanden sich in einem weiten Flur mit Holzfußboden und Holzmöbeln. Es wirkte alles ein wenig rustikal wie aus jener Zeit lange vor dem Nebel. Auf einer Stufe lagen Hausschuhe in verschiedenen Größen bereit. Nate legte seinen Rucksack neben eine Kommode, dann schnappte er sich ein paar Hausschuhe und betrat das Innere. Sharon tat es ihm gleich, suchte sich Hausschuhe in ihrer Größe und folgte ihm. Hinter der nächsten Türe befand sich ein riesiges Wohnzimmer, das offen in alle anderen Räume zu führen schien. Auch hier beherrschte das Holz die Räumlichkeiten und es stellte sich die Frage, wie teuer das alles bloß sein musste. Zu Sharons Verblüffung schien die Wohnung sogar über einen Kamin zu verfügen. Überall befanden sich kleine Pokale oder Medaillen und auch Fotos waren zu sehen. Sharon betrachtete eines genauer und erkannte das Mädchen aus dem Foto wieder, das Nathan huckepack trug. Sie lachten beide. Als sie ins Wohnzimmer traten, fand Sharon sogar einen alten Flügel und ein paar weitere Instrumente in einer Ecke stehen. Nathan setzte sich auf die große Couch und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. "Das war einmal unser Apartment. Ist schon lange her, seit hier ein Mädchen war", murmelte er und lächelte schwach, "Dabei hatten wir doch ausgemacht, dass wir das nächste Mal zu dir gehen. Aber ich dachte mir, vielleicht möchtest du ein paar Kleider ausprobieren. Diese Reika wird es sicher gut finden", neckte er sie.

"Mag sein, aber ich fände es irgendwie falsch, Kleider zu tragen, die… jemand anderes vermissen könnte." Sharon kratzte sich etwas verlegen am Kopf. "Ich will jetzt auch nicht neugierig herum fragen, Nate. Eine Beziehung, in der man den Partner irgendwie nie sieht klingt für mich nicht wirklich schön und glücklich. Es kommt mir irgendwie so vor, als würdest du dir unnötig nur selber weh tun. Als solltest du los lassen. ." Sie hatte die Worte kaum ausgesprochen, da musste sie den Kopf schütteln. Als wäre loszulassen so einfach. "Oder von ihr wenigstens Klarheit verlangen. Möglicherweise kommt sie dann wieder öfter hier her... Aber das geht mich nichts an, entschuldige bitte... Hier unten ist es wirklich wunderschön. Wesentlich besser als die Verstecke, die ich mir so zugelegt habe." Sie verzog das Gesicht. Normalerweise sollte sie sich demnächst mal wieder bei ihrer Arbeit melden. Wenn ihre Einkommensquelle versiegte, würde es unschön werden. "Wie kam es eigentlich, dass du Mina und Nina kennen lerntest? Sie sind so nett und bodenständig – meistens. Und sie wirken so mächtig. Wie…" Sie wollte fragen: Wie lernt man solche Freunde kennen. Doch dann musste sie an Nathans Kräfte denken, die er bei der Militärbasis zur Schau gestellt hatte. Und sie selber hatte auch unglaubliches Potential, das wusste sie. Einen Moment lang dachte sie an die wunderbaren Dinge, die sie tun könnte. Dann allerdings musste sie an die Nacht in der Kaserne denken und schauderte.

Kalina & Kevin: Kalinas Wohnung

Kalina lächelte die ganze Zeit über, während sie ihm lauschte. Sie legte den Kopf in den Nacken und damit auf den Rand der Wanne. Ihr schulterlanges, brünettes Haar versank im Wasser der Badewanne und ihre grünen Augen starrten zur Decke. "Wenn ich dich ansehe, dann ist mir, als sehe ich eine ganze Gruppe an unterschiedlichen Leuten. Kleine Mädchen ... große Jungs ... und ein Mann mit breiten Schultern. Ein Mann, der viel zu tragen hat, und in dessen Schatten du stehst." Kevin musste sich bei ihren Worten fragen, ob sie Gedanken lesen konnte. Dann allerdings schob er schmollend die Unterlippe vor. "Ich bin definitiv ein Junge und sollte dich nicht an kleine Mädchen erinnern. Komm ja nicht auf die Idee, mir ein Kleidchen zu bringen..." Er schmunzelte, doch dann atmete er tief durch. "Ich habe ein Vorbild. Einen Traum. Ich weiß natürlich, dass ich ein eigenständiges Individuum bin und ich will auch keine Kopie von 'ihm' werden, doch hatte auch er einen Traum. Diesen möchte ich verwirklichen. Auch wenn die Herangehensweise da unterschiedlich ist. Ja, das kann eine Last sein. Aber... Ich bin noch jung. Ich habe noch viel Zeit, meine Träume zu verwirklichen und meine Ziele zu erreichen." Er strahlte bei diesen Worte über das ganze Gesicht und tauchte noch einmal unter. Als Kevin wieder auftauchte, erzählte Kalina von sich.

"Hm ... das war vor langer Zeit. Wusstest du, dass ich von Adel bin? Doch leider war ich schon in jungen Jahren sehr bettlägerig und schwach. Mein Vater duldete keine Ausreden und zwang mich in meine Rolle. Es gab Tage, da spürte ich rein gar nichts mehr ... und Tage, da fühlte ich alle Schmerzen der Einsamkeit. Es war ein fürchterliches Leben, doch ich konnte ihm nicht entkommen." Nun lächelte sie schwach, während die Erinnerungen in ihrem Kopf wieder lebendig wurden. "Es war mein Bruder, der mir die Freiheit schenkte. Seinetwegen wurden wir ausgestoßen, doch ich bereute nichts. Wir hatten einander und das war mehr als ich mir je erträumt hatte. Mein Bruder tat alles für mich, er war da, wenn ich ihn brauchte. Er lehrte mich, gegen meine Krankheit anzukämpfen und mich zu verteidigen." Kalina sah Kevin in die Augen und lächelte. "Die Narben erinnern mich daran, dass nichts unmöglich ist und man alles erreichen kann, wenn man es nur versucht und man jemanden zur Seite hat, der einen versteht und akzeptiert." Bei der Erwähnung Tomos wurde ihr Blick nachdenklich, gedankenverloren. "Sie ist ein seltsames Mädchen. Sie wirkt so hilflos und verzweifelt."

"Ihre Augen schreien förmlich nach Hilfe, auch wenn ihr Gebahren das Gegenteil zu zeigen scheint. Aber ich glaube, sie fürchtet sich vor uns. Du aber scheinst dich mit ihr angefreundet zu haben. Vielleicht gelingt es dir ja, sie wiederzufinden, wenn du noch einmal dorthingehst. Vielleicht wartet sie dort auf dich." Sie lächelte und wuschelte ihm erneut durchs Haar, ehe sie sich erhob. "Du wirst sie sicher wiederfinden. Du musst nur daran glauben." Mit diesen Worten wandte sie sich ab und wollte aus dem Badebereich gehen, als sie an einem Schwamm ausrutschte und nach gewaltigem Krach auf dem Boden liegen blieb. "Autsch, hihi." Kevin starrte sie einen Moment an, dann grinste er breit. "Du bist eine sehr interessante Person, Kalina. Und sehr, sehr nett. Nun, manche Dinge mögen unmöglich sein. Manches kann man vielleicht nicht erreichen. Aber man sollte immer sein Bestes geben und sich so schnell nicht entmutigen lassen. Freunde sind dabei unglaublich hilfreich. Es freut mich, dass es dir scheinbar gut geht." Er lächelte sanft. "Nun sollte ich mich aber abtrocknen, anziehen und mich erstmal bei meinen Pflegeeltern melden. Dann schau ich mal, ob ich nicht doch noch einmal nach Tomo suche...Und dir schulde ich definitiv etwas, Kalina."
 

Dhan

Temptation...
Karya: ???

Ein leises Knacken war zu hören, als Karya die Flasche öffnete und sich ein goldgelbes Getränk einschenkte. Sie sah noch einmal auf das Etikett und analysierte die Honigwaben und -bienen darauf. War es wirklich das, was sie glaubte? Die Zeichen konnte sie nicht entziffern, vermutete aber, dass es eine Schrift war. Lesen hatte sie nie gelernt.

Endlich nahm sie einen Schluck. Der Geschmack war süßlich, dennoch der Alkohol präsent. Es war anders als erwartet und kam ihr trotzdem irgendwie bekannt vor.

Gedankenverloren nahm sie einen weiteren Schluck und noch einen, um den Geschmack besser zu deuten. Ehe sie sich versah war das Glas leer. Karya befand es für gut, lehnte sich vor und schenkte nach.
 

Antheon

Cometh the Hour
Sharon & Nathan: ???

"Mag sein, aber ich fände es irgendwie falsch, Kleider zu tragen, die… jemand anderes vermissen könnte." Sharon kratzte sich etwas verlegen am Kopf. "Ich will jetzt auch nicht neugierig herum fragen, Nate. Eine Beziehung, in der man den Partner irgendwie nie sieht klingt für mich nicht wirklich schön und glücklich. Es kommt mir irgendwie so vor, als würdest du dir unnötig nur selber weh tun. Als solltest du los lassen. ." Sie hatte die Worte kaum ausgesprochen, da musste sie den Kopf schütteln. Als wäre loszulassen so einfach. "Oder von ihr wenigstens Klarheit verlangen. Möglicherweise kommt sie dann wieder öfter hier her... Aber das geht mich nichts an, entschuldige bitte... Hier unten ist es wirklich wunderschön. Wesentlich besser als die Verstecke, die ich mir so zugelegt habe." Sie verzog das Gesicht. Normalerweise sollte sie sich demnächst mal wieder bei ihrer Arbeit melden. Wenn ihre Einkommensquelle versiegte, würde es unschön werden. "Wie kam es eigentlich, dass du Mina und Nina kennen lerntest? Sie sind so nett und bodenständig – meistens. Und sie wirken so mächtig. Wie…" Sie wollte fragen: Wie lernt man solche Freunde kennen. Doch dann musste sie an Nathans Kräfte denken, die er bei der Militärbasis zur Schau gestellt hatte. Und sie selber hatte auch unglaubliches Potential, das wusste sie. Einen Moment lang dachte sie an die wunderbaren Dinge, die sie tun könnte. Dann allerdings musste sie an die Nacht in der Kaserne denken und schauderte.

Nathan schwieg bei diesen Worten nachdenklich und schien einen imaginären Fleck an der Wand zu fixieren. "Du weißt wirklich, wie man die Stimmung ruiniert ...", murmelte er mit einem Lächeln, doch es erreichte seine noch immer leicht rötlich gefärbten Bernsteinaugen nicht. Er schien in Gedanken versunken, während er die verschränkten Finger fester aneinander drückte. "Ich hatte nicht vor, dich mit meiner Vergangenheit zu belasten, aber ich habe das Gefühl, dass du nicht eher Ruhe gibst, bis ich dich eingeweiht habe." Dieses Lächeln wirkte belustigt und traurig zugleich. Er wollte anscheinend wirklich nicht darüber reden. Nathan erhob sich und nahm Sharon bei der Hand als er mit ihr wieder die Wohnung verließ. Als sie an Nina vorbeigingen, war es fast so, als könnte Sharon Sorge in ihrem Blick erkennen. Sie nahmen den Bus und fuhren in Richtung Südwesten.




Reika & William: Arcana High, Klasse 2D

"Meine Motivation?", wiederholte William und dachte nach. "Ich bin ein wenig gehandicapt. Ich habe Asthma." Er zuckte mit den Schultern. "Als Kind hat man mir immer gesagt, was ich alles nicht tun kann. Irgendwann hatte ich die Nase voll. Ich trainiere schon seit einer ganzen Weile Do. Waffenloser Nahkampf. Ich dachte, Kendo wäre eine neue Herausforderung. Für meinen Körper, meine Willenskraft, meine Lunge. Ich finde, ein fitter Verstand und ein fitter Körper gehören einfach zusammen. Ich mag Grenzen haben, ja... aber die will ich selber erreichen und sie mir nicht vorschreiben lassen." Er sah auf ihre Wunde. "Du blutest... Du solltest das mal behandeln lassen." Sie hatte seine Worte mit einem kecken Grinsen quittiert, als er aber ihre Wunde ansprach, zog sie die Augenbrauen hoch. Es bedurfte einer Handbewegung, um festzustellen, dass er recht hatte. "Das passiert immer wieder", erwiderte sie murmelnd und reichte ihm mit der Linken das Holzschwert, "Kannst du das mal kurz halten?" Es war nicht wirklich eine Frage, denn sie drückte die Waffe fest an seinen Torso, sodass ihm letztlich nichts anderes übrig blieb. Als sie das Bokutō losließ, erfuhr Williams Körper einen Ruck gen Boden. Er verdankte es seiner Ausbildung, dass er die Waffe nicht einfach fallen ließ, sondern sich stattdessen mit beiden Händen daran klammerte. Wie konnte das Mädchen vor ihm bloß so eine Waffe führen, geschweige denn einhändig? Sie musste mindestens zwanzig Kilogramm wiegen. Mindestens ... Reika hatte in der Zwischenzeit die Wunde gesäubert und desinfiziert, ehe sie ein Pflaster auftrug und William das Schwert wieder entriss. Sie grinste angriffslustig. "Deine Einstellung gefällt mir, kannst morgen beginnen. Wir trainieren bei Sonnenaufgang im Dōjō, sei pünktlich. Wenn du weder Shinai noch Bokutō haben solltest, werde ich dir eines besorgen." Mit diesen Worten packte sie ihre Tasche und verließ das Klassenzimmer. Kurz blieb sie jedoch stehen und lächelte ihn an, kein Anflug der Ironie oder Gehässigkeit in ihrer Stimme.

"Willkommen im Club!"




Leon: Leons Wohnung

"Leon, ich habe eine Aufgabe für dich. Vor etwa zwei Stunden hat eine junge Frau Varath betreten. Sie nennt sich Karya und führt nichts Gutes im Schilde. Willst du nicht so nett sein und ihr bessere Manieren beibringen? Küsschen, Küsschen, Bob." Leon würgte. Gut, den letzten Satz hatte er einfach mal so angehängt, aber es fehlte seiner Meinung nach nicht viel, und es wäre so auf seinem Laptop gestanden. Die Mail enthielt Fotos und ein paar Infos, wo er sie auffinden konnte: Pubs. Was war sie? Eine Säuferin? Leon seufzte. Varath hatte acht Millionen Einwohner. Das konnte ja nur schief gehen ...




Kalina & Kevin: Kalinas Wohnung

"Ich habe ein Vorbild. Einen Traum. Ich weiß natürlich, dass ich ein eigenständiges Individuum bin und ich will auch keine Kopie von 'ihm' werden, doch hatte auch er einen Traum. Diesen möchte ich verwirklichen. Auch wenn die Herangehensweise da unterschiedlich ist. Ja, das kann eine Last sein. Aber... Ich bin noch jung. Ich habe noch viel Zeit, meine Träume zu verwirklichen und meine Ziele zu erreichen." Er strahlte bei diesen Worte über das ganze Gesicht. Kalina schwieg lächelnd und behielt es sich vor, seine Aussage nicht zu kommentieren.

"Du bist eine sehr interessante Person, Kalina. Und sehr, sehr nett. Nun, manche Dinge mögen unmöglich sein. Manches kann man vielleicht nicht erreichen. Aber man sollte immer sein Bestes geben und sich so schnell nicht entmutigen lassen. Freunde sind dabei unglaublich hilfreich. Es freut mich, dass es dir scheinbar gut geht." Er lächelte sanft. "Nun sollte ich mich aber abtrocknen, anziehen und mich erstmal bei meinen Pflegeeltern melden. Dann schau ich mal, ob ich nicht doch noch einmal nach Tomo suche... Und dir schulde ich definitiv etwas, Kalina."Während er hinausging und sich bei seinen Pflegeeltern meldete, ließ Kalina das Wasser ab und trocknete den Boden mit einem Tuch ab. Das Lächeln auf ihrem Antlitz war ein schmaler Strich geworden, als sie mit leeren Ausdruck in den Augen auf die Pfütze vor ihr starrte. "Du schuldest mir gar nichts ..."




Marcus & Fate: Das Jack of All Trades

"Interessant", entgegnete Marcus. "Sie scheinen diese Selen also zu kennen. Zuerst würde ich Sie um alle verfügbaren Informationen bitten, die Sie über diese Frau haben. Was hat sie für Fähigkeiten? Was sind ihre Motive? Wenn Sie sie für so mächtig halten, stellt sich die Frage, wie ich kleine Made da denn helfen kann..." Er schmunzelte, atmete dann aber tief durch. "Natürlich würde ich den Monat gut nutzen. Trainieren, so gut es geht. Möglicherweise können wir Selen abfangen, dorthin lotsen, wo wir sie gerne hätten. Vielleicht ein verlassener Teil der Stadt. Außerhalb. Möglicherweise könnten wir auch das Militär dahin locken. Vielleicht können die uns unfreiwilligerweise helfen, diese Dame zu erledigen. " Er sah fragend zu Fate. "Was dürfen wir nicht?" Er verstand sie nicht so recht. Aber sie war zu erschöpft. Später würde er sich ausgiebig mit ihr unterhalten. Marcus' Blick wanderte wieder zu Lakar. "Wie gesagt: Informationen, Training und gute Planung sind da wohl äußerst wichtig. Ich habe nicht vor, die Schule zu schwänzen, aber gern werde ich meine Freizeit nutzen, mich auf Selen's Ankunft vorzubereiten." Er seufzte. "Ich nehme nicht an, dass man mit ihr reden kann? Auf einen Kampf verzichten kann? Wenn nicht, dann sollten Sie auch ein paar ihrer Freunde zu sich rufen. Sicher haben Sie ein riesiges Netzwerk und mächtige Verbündete. Aber kommen wir doch einfach mal dazu, was ich denn tun könnte. Trainieren, natürlich. Wie?" Lakar schmunzelte. "Das Ende der Welt könnte uns bevorstehen, aber Du möchtest nicht die Schule schwänzen? Du gefällst mir, Junge! Interessante Zeiten erwarten uns." Er betrachtete die Sonne am Horizont. "Vor etwa zweitausend Jahren, als noch magische Völker die Lande durchstreiften, gab es eine kleine Gruppe von Individuen. Ein jeder kannte sie, ein jeder fürchtete sie, ein jeder ehrte sie: Die Götter. Angeführt von Aiôn waren sie um Gleichgewicht in dieser Welt bemüht. Selen war damals eine von ihnen, Asthema, die Göttin der Heimatlosen und des Krieges. Sie war eine mächtige und weise Führerin, die für ihre Güte den Opfern und ihrer Erbarmungslosigkeit den Kriegern gegenüber bekannt war." Eine Wolke verdeckte das Licht der Sonne und ließ Schatten auf Lakars Gesicht tanzen.

"Eines Tages erklärte Aiôn seinen Brüdern und Schwestern den Krieg. Der Zweite Krieg der Götter hatte begonnen. Tausende fielen, darunter auch Asthemas Geliebter. Der Verlust blendete sie, schürte den Hass in ihr und ließ nichts von ihrer Güte übrig. Ihre Rache kannte kein Ende, sie wollte ein Paradies der Auserwählten gründen, in der schwache Kreaturen wie die Menschen keinen Platz gefunden hätten. Ehe sie ihr Werk vollenden und die Welt in Chaos stürzen konnte, gelang es mir, sie in einen zweitausend Jahre währenden Schlaf zu schicken. Nun ist sie zurück und sinnt noch immer Rache. Sie kommt hierher, denn hier hat alles seinen Anfang genommen. Als Göttin gebietet sie über erstaunliche Fähigkeiten. Ihr Zweihänder, Celesta, kann jedes Wesen mit einem Hieb töten. Sie ist versiert in den Dunklen Künsten der Arkanalogie, doch ihre schrecklichste und gleichwohl mächtigste Waffe ist ihr Wirklichkeitsfeld. Wenn Du mir gut zugehört hast, weißt Du, dass mein Realitätskrümmung dazu dient, die Realität nach meinem Willen zu biegen. Das Jack of All Trades, das gesamte Stadtviertel ist nicht das, was Du siehst. Ich kann Dich in den Feuern der Niederen Höllen brennen lassen, kann Dich in ein endloses Loch fallen lassen. Selen hingegen ... trägt nicht umsonst den Namen Ewige Armee." Er lächelte schwach, dann setzte er sich wieder in seinen Thron. Fate war in der Zwischenzeit schon wieder auf den Beinen, immer noch etwas wackelig aber ihr ging es soweit gut. Auch Marcus konnte sich wieder bewegen und noch nie hatte er sich im Leben so leicht angefühlt. Als wöge er nur so viel wie eine Feder. "Selen mag keine gewöhnliche Vaishara sein, aber das bin ich auch nicht. Und auch wir haben eine Armee. Mit Dir an der Spitze. Ihr Wirklichkeitsfeld hat nämlich ein Problem: Um es aufrecht zu erhalten, muss einer ihrer Krieger ein Artefakt bei sich tragen. Dieses lässt sich orten. Wenn es zerstört wird, fällt auch ihr Zauber. Doch wer hat schon die Zeit, eine Nadel im Heuhaufen zu suchen? Wer ist schon schnell genug, um es lebend rein und wieder raus zu schaffen?" Lakar lächelte süffisant und winkte sie nun weg. "Fate wird Dich bis auf Weiteres unterrichten. Ich werde mich Deiner annehmen, sobald Du dafür bereit bist. Wahrscheinlich bin ich gar der schlechtere Mentor." Mit diesen Worten befanden sich beide wieder in Marcus Wohnung, so wie letzte Nacht. Lakar indes seufzte auf und erhob sich aus seinem Thron.

"So viel zu tun ...", murmelte er, "Und so wenig Zeit ..."




Sharon & Nathan: Südwestfriedhof

Es dauerte nicht lange, bis Sharon erkannte, was ihr Reiseziel war: Der Südwestfriedhof von Varath. Ein ungutes Gefühl beschlich sie, doch sie behielt es vorerst für sich. Nathan hatte während der gesamten Fahrt geschwiegen. Am Friedhof angekommen, ging er zu einem kleinen Blumenladen bei Tor 2 und besorgte sich eine einzelne weiße Rose und eine leere Gießkanne. "Ich war wohl schon länger nicht mehr hier ...", murmelte er und schritt durch den Torbogen. Nathans Gang war gleichmäßig, er hielt nicht einmal inne. Der Südwestfriedhof war bekannt für seine simplen und eintönigen Grabsteine. Hier glich eine Reihe der anderen. Dennoch marschierte er durch die Verzweigungen des Friedhofs, ohne einmal nachzudenken. "Bevor ich dir unsere Geschichte erzählen kann, musst du jemanden treffen. Es ist einfach so, glaube mir", wisperte er, doch er versuchte gar nicht erst, Überzeugung in seine Stimme zu legen. Auf einmal wurde Nathan langsamer. Bei Reihe 76, Gruppe 31 machte er Halt und bog ein. Sein Ziel schien Grab Nummer Zwölf zu sein, welches sich an einem kleinen Hügel befand, der von einer kniehohen Mauer umzäunt wurde. Der weiße Stein war nicht so alt, aber es fiel dennoch schwer die Lettern darin zu entziffern. "Ich war wohl schon länger nicht mehr hier ...", wiederholte Nathan und strich über den Stein, ehe er an einen nahe gelegenen Brunnen ging, um die Gießkanne aufzufüllen. Sharon blieb indes wie versteinert stehen und betrachtete das Grab. Es stand wirklich nur das Nötigste darauf, doch das reichte ihr bereits.

NATHANIEL REED
1952 - 1977
 

Graufuchs

Instrument of Destruction
Sharon & Nathan: ???

Nathan schwieg bei diesen Worten nachdenklich und schien einen imaginären Fleck an der Wand zu fixieren. "Du weißt wirklich, wie man die Stimmung ruiniert ...", murmelte er mit einem Lächeln, doch es erreichte seine noch immer leicht rötlich gefärbten Bernsteinaugen nicht. Das bemerkte Sharon natürlich und sie lächelte gequält. "Sorry...", gab sie nur von sich, wusste nicht so recht, was sie sonst hätte sagen sollen. Er schien in Gedanken versunken, während er die verschränkten Finger fester aneinander drückte. "Ich hatte nicht vor, dich mit meiner Vergangenheit zu belasten, aber ich habe das Gefühl, dass du nicht eher Ruhe gibst, bis ich dich eingeweiht habe." Dieses Lächeln wirkte belustigt und traurig zugleich. Er wollte anscheinend wirklich nicht darüber reden. Nathan erhob sich und nahm Sharon bei der Hand als er mit ihr wieder die Wohnung verließ. Als sie an Nina vorbeigingen, war es fast so, als könnte Sharon Sorge in ihrem Blick erkennen. Sie nahmen den Bus und fuhren in Richtung Südwesten. Sharon schwieg, hin- und her gerissen zwischen dem Wunsch, einfach bei der nächsten Station auszusteigen und weiter zu fahren. Ja, sie wollte mehr über Nate erfahren, doch wollte sie ihn auch nicht nerven oder quälen mit ihrer Fragerei.

Kalina & Kevin: Kalinas Wohnung

"Du bist eine sehr interessante Person, Kalina. Und sehr, sehr nett. Nun, manche Dinge mögen unmöglich sein. Manches kann man vielleicht nicht erreichen. Aber man sollte immer sein Bestes geben und sich so schnell nicht entmutigen lassen. Freunde sind dabei unglaublich hilfreich. Es freut mich, dass es dir scheinbar gut geht." Er lächelte sanft. "Nun sollte ich mich aber abtrocknen, anziehen und mich erstmal bei meinen Pflegeeltern melden. Dann schau ich mal, ob ich nicht doch noch einmal nach Tomo suche... Und dir schulde ich definitiv etwas, Kalina."Während er hinausging und sich bei seinen Pflegeeltern meldete, ließ Kalina das Wasser ab und trocknete den Boden mit einem Tuch ab. Das Lächeln auf ihrem Antlitz war ein schmaler Strich geworden, als sie mit leeren Ausdruck in den Augen auf die Pfütze vor ihr starrte. "Du schuldest mir gar nichts ..."

Kevin rief bei sich zuhause an, brauchte durchaus eine Weile, um seinen Eltern zu versichern, dass es ihm gut ginge und er nun nach hause kommen würde. Anschließend rief er sich ein Taxi, weil er zu faul zum Laufen war und außerdem die zuletzt gewählte Nummer überschreiben wollte. "Trotzdem danke", sagteer zu Kalina und lächelte sie an. "Wir sehen uns in der Schule. Ich halte dich auf dem Laufenden, wenn ich etwas heraus finde... Kann aber etwas dauern." Mit diesen Worten ging er nach draussen, stieg ins Taxi und ließ sich nach hause bringen.

Sharon & Nathan: Südwestfriedhof

Es dauerte nicht lange, bis Sharon erkannte, was ihr Reiseziel war: Der Südwestfriedhof von Varath. Ein ungutes Gefühl beschlich sie, doch sie behielt es vorerst für sich. Nathan hatte während der gesamten Fahrt geschwiegen. Am Friedhof angekommen, ging er zu einem kleinen Blumenladen bei Tor 2 und besorgte sich eine einzelne weiße Rose und eine leere Gießkanne. "Ich war wohl schon länger nicht mehr hier ...", murmelte er und schritt durch den Torbogen. Nathans Gang war gleichmäßig, er hielt nicht einmal inne. Der Südwestfriedhof war bekannt für seine simplen und eintönigen Grabsteine. Hier glich eine Reihe der anderen. Dennoch marschierte er durch die Verzweigungen des Friedhofs, ohne einmal nachzudenken. "Bevor ich dir unsere Geschichte erzählen kann, musst du jemanden treffen. Es ist einfach so, glaube mir", wisperte er, doch er versuchte gar nicht erst, Überzeugung in seine Stimme zu legen. Auf einmal wurde Nathan langsamer. Bei Reihe 76, Gruppe 31 machte er Halt und bog ein. Sein Ziel schien Grab Nummer Zwölf zu sein, welches sich an einem kleinen Hügel befand, der von einer kniehohen Mauer umzäunt wurde. Der weiße Stein war nicht so alt, aber es fiel dennoch schwer die Lettern darin zu entziffern. "Ich war wohl schon länger nicht mehr hier ...", wiederholte Nathan und strich über den Stein, ehe er an einen nahe gelegenen Brunnen ging, um die Gießkanne aufzufüllen. Sharon blieb indes wie versteinert stehen und betrachtete das Grab. Es stand wirklich nur das Nötigste darauf, doch das reichte ihr bereits.

NATHANIEL REED
1952 - 1977

Sharon sah entsetzt zwischen Nate und dem Grabstein hin- und her. Das war nun wirklich extrem verwirrend. Was sollte das? "Glaubt deine Freundin, du wärst tot? Hast du... gewissen Leuten deinen Tod vorgegaukelt, um neu anzufangen?" Doch warum sollte er sein eigenes, leeres Grab besuchen? Er schien wohl lange nicht mehr hier gewesen zu sein, doch Sharon würde diesen Ort an seiner Stelle wohl niemals besuchen. "Ich hätte nicht fragen sollen... Es tut mir leid, Nathan. Wollte dich nicht nerven und so... Lass uns gehen ja? Ich will auch nie wieder etwas wissen, werde dich nie wieder fragen..."
 

Antheon

Cometh the Hour
Sharon & Nathan: Südwestfriedhof

Sharon sah entsetzt zwischen Nate und dem Grabstein hin- und her. Das war nun wirklich extrem verwirrend. Was sollte das? "Glaubt deine Freundin, du wärst tot? Hast du... gewissen Leuten deinen Tod vorgegaukelt, um neu anzufangen?" Doch warum sollte er sein eigenes, leeres Grab besuchen? Er schien wohl lange nicht mehr hier gewesen zu sein, doch Sharon würde diesen Ort an seiner Stelle wohl niemals besuchen. "Ich hätte nicht fragen sollen... Es tut mir leid, Nathan. Wollte dich nicht nerven und so... Lass uns gehen ja? Ich will auch nie wieder etwas wissen, werde dich nie wieder fragen..."

Nathan kam mit der Gießkanne zurück und begann, das Grab zu gießen. Bei ihren Fragen lächelte er schwach. "Du erinnerst dich doch noch an den Hinterhalt, von dem ich dir erzählt habe. Das war vor fünf Jahren im Sommer 1977, kurz nach dem Massaker von Tarisia. Ai konnte die Wucht der Explosion mithilfe ihres Kraftfeldes stoppen, doch war sie den Flammen hilflos ausgeliefert." Er stellte die Kanne ab und ging in die Hocke, betrachtete den Stein nachdenklich, ehe er Sharon ansah. In diesen orangeroten Augen schien das Feuer von damals noch immer zu brennen. Fast war ihr gar als könnte sie das Knistern vernehmen. "Es war die Hölle auf Erden und ich verdankte es dem reinen Zufall, dass ich sie retten konnte. Kurze Zeit später erlag ich meinen Verbrennungen." Er hielt inne. "Als sich die Welt um mich herum in Dunkelheit verlor, vernahm ich Minas Stimme. Mithilfe ihrer Kraft rekonstruierte sie sowohl meinen Körper als auch Geist."

Diese erinnerte sich an etwas aus beinahe vergessenen Zeiten. Als Zoe, Marcus und sie mit Travia in Richtung der Kaserne fuhren und Kontakt zu Nates Vater hatten.
"Lasst mich euch einen gut gemeinten Rat geben: Bleibt fern von dem Jungen, den ihr als 'Nathan Reed' kennt, wenn ihr euch keine Probleme einhandeln wollt."

"Hier liegen die Überreste des anderen ... des echten Nathaniel Reed. Und mit ihm ist auch alles andere gestorben. Ich hatte nichts - nichts, das mir gehörte. Ich war eine leere Hülle." Er erhob sich und ging auf Sharon zu. "Ich floh, rannte weg und startete ein neues Leben. Ich hatte vor, alleine bis in alle Ewigkeit zu bleiben. Ich hatte vor, nicht noch einmal etwas zu verlieren. Doch dann traf ich Lia und alles kam anders." Als er erkannte wie aufgebracht Sharon war, blieb er stehen. Er seufzte leise. "Ich weiß, dies kommt alles plötzlich und ist unglaublich. Es tut mir leid, dass ich dir einen Schrecken eingejagt habe. Darum wollte ich es für mich behalten. Es tut mir leid ..." Es begann, leicht zu regnen und der Wind wurde stärker. Nathan machte jedoch keine Anstalten zu gehen, er blickte Sharon tief in die Augen, bereit zu akzeptieren, was auch immer ihn erwartete.


Ich weiß nicht, ob du noch einmal mit Kevin posten möchtest oder ich eine Überleitung schreiben soll. Lass es mich bitte wissen, sollte Letzteres zutreffen ...
 
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