Sailor Moon Saturn Saga

na das war ja mal ein ziemlich dramatisches ende. ^^
ich geh doch mal stark davon aus, dass er irgendwie überlebt.
der teil hat mir super gefallen, wobei es im kampf manchmal ein wenig zu viel des guten war (so ausweichen, schläge, etc., hoffe du verstehst, was ich mein).
aber nicht so wichtig. freu mich schon auf den nächsten teil.
 
Huhu,

also spannend war das ganze ja mal auf jeden Fall! Aber... ich muss ja immer ein wenig zu meckern haben ;)

Teilweise fiel es mir sehr schwer zu folgen, von wem die Rede war. Am Anfang hast du irgendwie arg hin und her gewechselt und das hat mich ziemlich verwirrt. Was mir noch aufgefallen ist, vielleicht magst du mal schauen das du Absätze besser einarbeitest. Du hast zwar Absätze drin, aber teilweise eher an doofen Stellen und manchmal nicht, wo man sich denkt, eigentlich könnte dort ein Absatz hin.

Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass es diesmal nicht soo ewig lange dauert, bis du einen neuen Teil reinstellst, ich bin schon gespannt, wie er überlebt und was mit Saturn ist... ^^
 
@Blackrose Klar versteh ich, war halt mal ein wenig mehr. ^^

@Saphira Der Kampf sollte auch ein wenig unübersichtlich sien, aber danke dafür ^^

So jetzt ein neuer teil, entschuldigt bitte die zwei Monate Wartezeit, aber ich war nicht unproduktiv, trotz einer Woche Zivilehrgang :D Ich hab auch was anderes noch abgetippt, bei näheren Fragen, meldet euch und ich schick euch die Addresse mit 'ner PN. Und ich bettle um schnelle Reviews, weil der nächste Teil ist auch shcon fertig :D

Zu diesem: Keine Beta, deswegen wharshceinlich noch übersäht mit Fehlern, kein Kampf und nur Gelaber, hoffe euch gefällts trotzdem. Es passiert nämlich... ein Wenig ^^

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Sailor Saturn erwachte in den Armen der Kriegerin des Donners, deren Gesicht sie freundlich anlächelte, als sie die Augen aufschlug. Nach wenigen Sekunden löste sich die Ohnmacht vollkommen von ihr und sie setzte sich auf, während die Erinnerung an eine merkwürdige Sailor Uranus schnell in ihr Gehirn zurück kroch. Neben Makoto lag nur noch Minako, die das Schlimmste überstanden hatte, aber immer noch tief durchatmend auf dem Boden lag.
“Die Anderen sind nach Haruka und Mazaru suchen...”, erklärte ihr Jupiter, als sie die umherschweifenden Blick ihrer Gefährtin bemerkte und noch bevor sie etwas weiteres sagen konnte, meldete sich Michiru über den Kommunikator.
“Wir haben Uranus gefunden. Sie hat nur eine Platzwunde, Mazaru aber muss es schlimmer erwischt haben. Usagi und Amy gehen der Blutspur hinterher. Eigentlich müsste er schon zusammen gebrochen sein, so viel Blut wie er verloren hat.”
Hotaru sprang sofort auf und rannte los. Die Sorge um Mazaru war das Einzige, was ihren Kopf füllte. Noch bevor sie den Park verließ verwandelte sie sich zurück und sprintete durch den Eingang heraus, durch den Mazaru und Kathlyn den Park betreten hatten. Sie musste nicht einer Blutspur folgen, um zu wissen, dass Mazarus Blödheit ihn bestimmt nicht zu einem Arzt oder ein Krankenhaus bringen würde. Todsicher, dass er sich in seine Wohnung schleppen würde, wo er hundertprozentig sterben würde, rannte sie immer weiter. Ihr Atem ging immer schwerer und Stiche in der Seite peinigten sie, doch je länger sie brauchte, desto schlechter standen seine Überlebenschancen. Das lästige Piepen ihres Kommunikators ignorierte sie ohne jegliche Spur eines schlechten Gewissens.
Völlig außer Atem und mit heftigen Schmerzen in der Lunge und in ihrer Seite erreichte sie bald Mazarus Straße und erkannte auf dem Gehweg Reste der Blutspur, was sie erschreckte. Seine Wunden mussten enorm gewesen sein, dass sie immer noch nach dem weitem Weg bluteten und die Frage nach der Länge ihrer Ohnmacht stieg in ihr auf. Ihre letzten Kräfte mobilisierend hastete sie die Straße entlang und schaffte es nur knapp, rechtzeitig abzubiegen. Abgehetzt blieb sie vor der Tür stehen, Zeit kurz durchzuatmen hatte sie ihrer Meinung nach nicht. Ihr Finger hämmerte auf den Schalter der Klingel ein, doch niemand antwortete durch die Gegensprechanlage. “Komm schon! Melde dich!”, stöhnte sie verzweifelt und drückte den Schalter noch mehrmals.
Tränen liefen ungehemmt ihre Wangen herunter. Er hatte es wirklich bis in seine Wohnung geschafft, doch es wäre ihrer Meinung nach besser gewesen, wenn er unterwegs zusammengebrochen wäre, dann hätte sie ihn immerhin sofort ins Krankenhaus bringen lassen können. Sie klingelte immer wieder, jedoch meldete sich niemand und auch die Tür machte keine Anstalten sich zu bewegen. Hotaru war einem Nervenzusammenbruch näher denn je, sie sackte auf die Knie und hämmerte unkontrolliert mit der Faust auf die Schalter, wobei sie fast alle traf. Wimmernd formten ihre Lippen immer wieder das Wort “Idiot”, da meldete sich endlich eine Stimme. Es war nicht Mazarus, die aus der Gegensprechanlage kam, doch es war ihr egal, denn es tat sich ihr eine Chance auf, eine Größere, als sie es erwartet hatte, denn es war sein Nachbar, der sich meldete.
“Hallo? Wer ist da?”
“Masato? Masato bist du das?”, fragte sie mit schnell heraus sprudelenden Worten und weitere Tränen rannten ihre Tränen herunter.
“Hotaru? Was ist los?”
“Maza, er ist strak verletzt. Lass mich rein, bitte!”
Das Brummen klang besser als jedes anderes Geräusch, das Hotaru je wahrgenommen hatte. Sie sprang auf, stieß die Tür fast gewalttätig auf und rannte die Treppen herauf immer mindestens drei Stufen auf einmal nehmend. Masato stand mit aufgerissenen Augen zwischen Tür und Angel und starrte auf die Blutflecken auf dem Flurboden und an der Tür seines Nachbarn. Die Schwarzhaarige atmete wieder nicht durch und rannte erstmal gegen die letzte Blockade, die aber nicht nachgab. Sie taumelte ein wenig zurück und hämmerte gegen die Tür, wie vorher schon gegen die Klingelanlage. “Mazaru, mach sofort die Tür auf!”, brüllte sie die Tür an.
“Hotaru... Was ist...?”, fing Masato an, doch er schaffte es nicht, aber er hätte von der Schwarzhaarigen eh keine Antwort bekommen. Immerhin erwachte er aus seinem Wachkoma und trat neben ihr an die Tür.
“Maza, verdammt, mach die Tür auf!”
Hotarus Weinen kehrte zurück, sie sackte wieder auf die Knie und schlug mit der Faust auf den Boden, doch Masato zog sie wieder nach oben. “Geh mal kurz zur Seite.”
Hotarus Körper gehorchte ihr nicht mehr, der Brünette musste sie gegen seine Tür lehnen, damit er freie Bahn hatte. Er stellte sich so weit, wie es im engen Treppenhaus möglich war, von der Blockade weg, nahm Anlauf und wuchtete sich dagegen, doch sie entfernte sich nicht. Masato versuchte es noch einmal ohne Erfolg, doch er gab nicht auf und probierte es ein weiteres Mal.
“Verdammt!”, stöhnte plötzlich eine Stimme hinter der Tür und Hotarus Herz schlug schneller, als es gesund war.
“Maza, mach die Tür auf.”, presste sie schnell heraus und stand schon wieder bei der Tür.
“Was gibt’s denn? Ich bin müde und würde gerne schlafen.”
“Erzähl keine Scheiße!”, heulte sie. “Du bist schwer verletzt! Jetzt mach die Tür auf!”
“Sie hat Recht, Maza. Tu es, ansonsten brauchst du ‘ne Neue.”
“Wie wäre es, wenn ihr mich heute mal alle in Ruhe lasst?”, fragte er und versuchte dabei genervt zu klingen, doch Hotaru hörte nur Schmerzen heraus.
“Maza... ich bitte dich...”, schluchzte sie, doch Masato wollte nicht mehr warten.
“Ich empfehle dir von der Tür weg zu gehen, mein Freund.”, sagte er noch, doch gab ihm dazu keine Zeit. Sofort sprang er wieder auf die Tür zu, die dieses Mal brach. Mazaru konnte gerade noch die Arme hochreißen um sein Gesicht zu schützen, da stand sein Nachbar schon vor ihm. Auch die Schwarzhaarige trat durch die Trümmer und ihr stockte beim kümmerlichen Anblick ihres Freundes der Atem. Von seinem schwarzen T-Shirt tropfte immer noch der Lebenssaft, er presste seine Hand auf die Wunde und auch diese war rot.
“Was zur Hölle... macht ihr... hier?”, brachte er stoßweise hervor.
“Sei ruhig, du darfst dich nicht bewegen.”
“Hätte ich auch nicht, wenn ihr nicht gekommen wärt.”
“Lass deinen Scheißsarkasmus!”, schrie Masato ihn an und schob ihn ins Wohnzimmer, wo er ihn auf die Couch schubste.
“Masato, du kannst doch nicht...”, fing Hotaru an.
“Ja, du hast Recht. Das Einzige, was ich tun kann, ist ein Krankenwagen rufen.”
“Hey, wenn du das tust, spreche ich nie wieder ein Wort mit dir!”, presste der Schwarzhaarige hervor, worauf sie ihn entgeistert ansahen.
“Maza... du... du wirst sterben, wenn wir keinen Arzt rufen.”, schluchzte sie, doch auch dadurch änderte sich seine steinerne Mine nicht.
“Kein Arzt, kein Krankenwagen, kein gar nichts. Wenn ich heute sterben soll, dann sterbe ich eben.”
“Das kann doch nicht dein Ernst sein...? Willst du wirklich sterben?”
“Masato, anscheinend hätte ich nie hier ankommen dürfen. Verdammt nochmal, zu Hause werden meine Freunde angegriffen und werden reihenweise ins Koma geprügelt. Ich kämpfe hier jede Woche mehrmals gegen diese Scheißviecher, die Tokio heimsuchen und wozu? Nur um dann von den Sailor Kriegerinnen zusammen gedroschen zu werden. Wenn ich krepiere, ist dieser Scheiß wenigstens vorbei...”
Es klatschte gewaltig. Während seiner Rede war Hotaru aufgestanden, war zu ihm geschritten und hatte ihm eine gewaltige Ohrfeige verpasst. Masato war erschrocken ein Stück zurück gesprungen und der Geschlagene sah nur verwirrt in feuchte Augen.
“Du... du willst also wirklich lieber sterben und deine Freunde ganz im Stich lassen? So wohl deine Freunde in Deutschland als auch hier? Ich dachte, du kämpfst, um die Menschen in dieser Stadt zu beschützen? Wenn du stirbst, dann hast das wohl nicht erreicht!”
“Hotaru...”
“Nichts Hotaru! Was soll das, Maza? Glaubst du wirklich, du tust irgend jemanden damit einen Gefallen?” Weiter konnte sie nicht mehr sprechen, ihr ganzer Körper sträubte sich dagegen. Sie wand sich von ihm ab und ließ ihren Tränen freien Lauf. Masato trat zu ihr und legte ihr die Hand auf die Schulter, doch sie schüttelte ihn ab. “Mir... Mir auf jeden Fall nicht.”, schluchzte sie noch.
Masato trat von einem Fuß auf den Anderen. “Verdammt.”, brüllte er und drehte sich um. “Wenn er keinen Arzt will, hol ich zumindest Verbände.”
“Ich hab aber keine mehr, die sind gestern draufgegangen.”
“Dann hol ich was in der Apotheke um die Ecke. Bis gleich und du bleibst liegen, verstanden?”
Die Stille war für die Schwarzhaarige unerträglich, als Masato verschwunden war. Die Luft schien sämtliche Geräusche zu absorbieren, doch sie sah aus den Augenwinkeln, dass er sich aufsetzte.
“Bleib liegen!”
“Hotaru... ich...”, fing er an, doch da war sie schon wieder bei ihm und drückte ihm mehr oder weniger sanft wieder auf die Couch. Hotaru seufzte und strich mit ihrer Hand über seine Wange, worauf er sich entspannte und die Augen schloss. “Es tut mir leid.”, sagte er leise, worauf sie sogar lächeln konnte.
Sie wischte sich eine Träne von der Wange und sah ihn wieder an. Hotaru legte sich erschrocken die rechte Hand vor den Mund. Sein Kopf war zur Seite gefallen, sein Atem viel schwächer geworden. Sie schüttelte ihn an der Schulter und rief: “Maza!” Immer weiter schüttelte sie ihn, Panik übermannte sie. Sie drückte sich weinend an seinen Körper, ihre Wange wurde von mit seinem Blut beschmiert. “Mazaru, bitte nicht!”, schluchzte sie und drückte ihre Hände auf die Wunde. Mit ihrer letzten Konzentration und den letzten Kräften ließ sie ihre heilende Kräfte durch ihre Hände fahren und auf ihn über gehen. Letztendlich hörte die Wunde auf zu bluten, was aber auch daran hätte liegen können, dass kaum noch Blut in seinem Körper war, doch sie schloss sich auch ein wenig. Harukas Vermächtnis ganz zu heilen lag nicht mehr in ihren Kräften, vorher sackte sie entkräftet über ihren Freund zusammen und atmete tief durch, bevor sie sich hoch drückte und in sein schlafendes Gesicht blickte.
Bald darauf kam Masato zurück und zusammen verarzteten die Beiden den Schwarzhaarigen, der keinerlei Regung außer dem beruhigten Heben und Senken seines Brustkorbs zeigte.
“Sag mal?”, fing Masato an, als sie sich ihm gegenüber auf die Zweisitzercouch gesetzt hatte. “Sah seine Wunde vorhin nicht wesentlich schlimmer aus?”
“Keine Ahnung, ich hab nicht darauf geachtet.” Sie rieb sich die Augen. “Masato, warum...”
“Willst du mich jetzt fragen, warum er lieber sterben will, anstatt in ein Krankenhaus zu gehen? Hey, ihr kennt ihn länger als ich.”
“Auch bloß zwei Wochen.”, seufzte sie. “Aber...”
“Hotaru, das musst du ihn selbst fragen. Aber wenn es dich beruhigt, ich kann es auch nicht verstehen.”
Sie lächelte, auch wenn es ein verzweifeltes Lächeln war. “Du glaubst, dass beruhigt mich? Ich will ihn doch nur verstehen, warum er immer sagt, dass er die Menschen beschützen will, dann aber sterben will.”
“Hotaru, vielleicht... Vielleicht kämpft er ja gerade deswegen. Ich will dich nicht deprimieren, aber gab es irgendetwas in seiner Vergangenheit, was nicht so nett abgelaufen ist?”
“Nicht, dass ich wüsste. Er hat viele Freunde und eigentlich alles. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass er kein allzu schönes Verhältnis mit seinen Eltern hat.”
“Tja, wer hat das heutzutage schon.”, seufzte Masato. “Na ja, vielleicht solltest du da irgendwann mal nachfragen, wieso er anscheinend so eine Todessehnsucht hat. Aber vielleicht interpretieren wir auch einfach zu viel. Ich lass euch dann mal allein, ihr scheint es ja zu schaffen.”
“Ja, danke, Masato, dass du mir geholfen hast.”
“Keine Ursache. Was tut man nicht alles für alte Freunde.”, erwiderte er und stutzte dann selbst bei seinen Worten.
“Masato? Glaubst du an früheres Leben?”, fragte sie zögernd, worauf er grinste.
“Wenn du wüsstest, wie oft ich das in der letzten Zeit gefragt wurde. Bevor ich hierher gezogen bin definitiv nicht, aber mittlerweile... Ich hab dieses Gefühl, Naru, dich, Maza und auch diese Blonde, die mir einmal aufgelauert hat, irgendwoher zu kennen. Keine Ahnung, woran das liegt, aber was soll’s.”
“Ich glaube daran und vor allem glaube ich daran, dass sich die Menschen immer wieder finden.”
“Na dann müsst ihr beide euch ja wahnsinnig geliebt haben.”, sagte er zwinkernd und sie errötete. “Ich wünsch dir was.”
“Ja, ich dir auch. Grüß Naru.”
“Mach ich. Ich komme morgen früh noch einmal nach euch sehen. Adios.” Hotaru seufzte, da kam Masato noch einmal zurück. “Ach und... Die Tür repariere ich morgen.”
Sie musste lächeln, als sein Kopf wieder verschwand. Langsam hob sie die Beine und streckte sich auf der kleinen Couch. Sie sah sich in dem Zimmer um, auch hier waren Blutspritzer auf dem Boden. Sie stand auf. Eine halbe Stunde später hatte sie so gut es ging die Trümmer der zerbrochenen Tür weggeräumt und das Blut entfernt, als ihr Kommunikator sich meldete.
“Ja?”, fragte sie müde.
“Hotaru? Bist du in Ordnung?”, fragte Usagi.
“Ich schon, aber Maza ist...” Sie brach schluchzend ab.
“Nein... Er ist nicht... tot, oder?”
“Nein, so schlimm ist es nicht. Wie geht es Haruka?”
“Ihr Schädel brummt ziemlich, aber ansonsten ist sie in Ordnung. Hotaru... Seid ihr im Krankenhaus?”
“Pah, glaubst du das Ernsthaft?”, erwiderte sie fast hysterisch. “Nein, wir sind bei ihm zu Hause. Er schläft und na ja...”
“Das haben wir uns gedacht. Könntest du uns die Tür öffnen?”, fragte die Prinzessin des Mondes vorsichtig. “Amy besteht darauf, sich die Wunde anzusehen.”
“Nicht nötig, ich hab ihn mit meinen letzten Kräften halbwegs heilen können.”
“Hotaru, bitte lass uns hoch kommen, es geht um sein Leben.”, kam es nun von Amy, worauf die Tränen zurück kehrten. Verzweifelt blickte sie zu dem immer noch regungslosen Körper ihres Freundes und nickte dann, mehr für sich als für die Anderen, die sie es eh nicht sehen konnten.
“Ist gut.”, antwortete sie und schritt zu den Überresten der Tür, wo sie den Knopf drückte um die Anderen unten herein zu lassen. Sie hörte die Schritte und die leise murmelnden Stimmen aus dem Treppenhaus immer näher kommen. Sie lehnte sich an die Wand, mit dem rechten Arm ihren Körper umklammert, und bemerkte nicht einmal, dass die Anderen mit verwunderten Blicken eintraten, bis sie an eine Brust gedrückt wurde. Es war Usagi gewesen, die die Schwarzhaarige in den Arm genommen hatte und es half ihr ungemein. Tief drückte sie ihren Kopf gegen die Blonde, schlang die Arme um ihre Prinzessin und ließ alles heraus, was noch aus ihren Augen hervorquellen konnte. Usagi tätschelte ihr sanft den Kopf und flüsterte ihr aufmunternde Worte zu und auch alle Anderen außer Amy, die sich sofort auf Mazaru stürzte und ihn untersuchte, kamen zu ihnen. Sie bildeten einen Kreis um die Weinende, bis diese sich beruhigt hatte.
“Danke...”, schluchzte sie und wischte sich eine letzte Träne von der Wange.
“Wie geht es dir?”, fragte Makoto.
“Ich bin OK, aber...”
“Mach dir keine Sorgen.”, platzte Amy dazwischen. “Du hast ihn genug geheilt, dass er überleben wird. Er hat zwar noch üble Verletzungen, aber nicht lebensbedrohliches.”
Hotaru schluckte, sagen konnte sie nichts, dafür war der Kloß in ihrem Hals zu riesig, doch ihre Gesichtszüge entspannten sich, was die Blonde zu einem Lächeln bewegte, bevor sie sich ins Wohnzimmer aufmachte und sich selbst Mazaru ansah und so fachmännisch wie sie konnte sagte: “Haruka hat ihn ziemlich schlimm erwischt, sie sieht nicht so schlimm aus.”
“Wie Amy gesagt hat, er übersteht’s. Sag mal, Hotaru, was ist denn mit der Tür passiert?”, wank Minako ab.
“Masato hat sie eingetreten und uns reingelassen. Er wollte ja nicht.”, seufzte sie darauf und nickte in seine Richtung.
“Warum nicht?”
“Er ist einfach zu stur, um sich helfen zu lassen.”
“Das musst du ihm wohl noch austreiben.”, erwiderte Usagi augenzwinkernd und stand wieder auf. “Wir haben alles was wir wissen wollten. Amy hat sich ihn angesehen und uns ist jetzt sicherlich allen wohler. Hotaru, wir werden zu Haruka, sie wollte eigentlich mitkommen und sich entschuldigen, aber Michiru hat sich strikt dagegen ausgesprochen. Wir sollen ihr aber auf jeden Fall erzählen, wie es ihm geht.”
“Usagi, was ist vorhin eigentlich passiert? Warum ist Haruka so ausgerastet?”, fragte Hotaru und die Anderen senkten ihre Häupter.
“Woran kannst du dich noch erinnern?” Reys Gegenfrage war sehr langsam und vorsichtig gestellt.
“Nicht viel. Wir wurden alle von dieser negativen Energie übermannt und Haruka wurde, denke ich mal, ferngesteuert. Danach nichts mehr...”
“Du hast etwas geschrieen... Dass es ein Anfall von damals war.”, erklärte Makoto ihr.
“Ja, und diese negative Energie war die der Death Busters.” Hotaru blieb der Atem weg. Sie sah die Anderen ungläubig an, bekam jedoch keinen Augenkontakt, da die jungen Frauen entweder betreten zu Boden sahen oder sich von ihr weggedreht hatten. Ihre Beine zitterten gewaltig und gaben schnell nach, sie sackte zusammen und registrierte in ihrer Trance nicht, dass sich eine Hand auf ihre Schulter legte.
“Das... kann doch nicht sein...”, brabbelte sie vor sich hin.
“Ist es aber. Rey hat sich nicht geirrt und so wie du reagiert hast...”, erwiderte Usagi.
“Aber ich habe sie vernichtet. Ich habe Pharao 90 vernichtet und damit alle Death Busters und Dämonen vernichtet.”, schrie sie die Anderen an.
“Hast du nicht.”, meldete sich eine bedrückt wirkende Stimme in ihrem Hinterkopf.
“Hotaru, beruhige dich. Für dich ist es sicherlich schlimmer als für uns, aber ich verspreche dir, dass wir unser bestes geben werden... Für dich.”
“Usagi...” Der Kloß in ihrem Hals wurde wieder größer und schnürte die weiteren Worte ab.
“Schon gut. Du wirst sicherlich hier bleiben wollen. Das Beste für dich wäre sicherlich Schlaf. Wir besprechen die neue Situation morgen.
Die Schwarzhaarige nickte und nachdem jede anwesende Kriegerin sie an sich gedrückt hatte, verließen sie Mazarus Wohnung. Die Eingangstür fiel zu und die Faust der Mondkriegerin klatschte gegen die Hauswand. “Verdammt! Warum muss das gerade jetzt passieren?”
“Usagi, jetzt reg du dich nicht auch noch auf.”, sagte Rey genervt. “Wir werden schon rauskriegen, wer uns vorhin angegriffen hat.”
“Du hast Recht, entschuldigt bitte. Aber wir hatten gerade so ein friedliches Leben, besonders Hotaru.”
Sie sah nach oben in Richtung des Fensters, von dem sie glaubte, dass es zu Mazarus Wohnung gehörte und an dem Hotaru sich lehnte und den inneren Kriegerinnen nach sah, selbst als diese schon längst außer Sicht waren.
Hotaru hatte kein Zeitgefühl mehr, keinerlei Ahnung wie spät es war, als sich diese Stimme in ihrem Hinterkopf meldete.
“Hotaru... Ich... Ich habe nichts damit zu tun.”
Ohne Regung in ihrem Gesicht registrierte sie die Worte, überprüfte, ob Mazaru noch schlief und setzte sich in Richtung Küche in Bewegung. Sie schloss die Tür hinter sich und seufzte. “Bist du dir da wirklich sicher?” Ihre Stimme klang emotionslos.
“Ganz sicher. Ich habe nichts damit zu tun, wie auch? Du weißt doch noch, dass ich gesagt habe, dass ich weiß, dass sie tot sind. Ich dachte, ich bin die Letzte der Death Busters und ehrlich gesagt, ist selbst von mir nicht mehr viel übrig, oder? Ich meine, ich bin ein Geist, ohne eigenen Körper und von dir abhängig.” Hotaru antwortete nicht, sie drehte sich um und starrte auf die Herdplatten, wie als würde sie sich von der Anderen abwenden wollen, doch verstecken konnte sie sich nicht. “Du glaubst mir doch, oder?”, fragte Mistress Nine noch einmal, nahezu flehend.
“Was verlangst du von mir?”, entgegnete sie flüsternd. “Wir wurden angegriffen, von den Death Busters, und wie du schon gesagt hast: Du bist die Einzige, die noch übrig ist.”
“Aber...” Mistress erwiderte hastig, so wie sich eine vermeidlich Schuldige versucht herauszureden. “Aber warum sollte ich dich angreifen? Ich hätte auch keinen Sinn darin gesehen, euch Senshies zu attackieren und vor allem nicht, deinen Freund dahinten durch Uranus Hand umzubringen. Außerdem hättest du es gemerkt, wenn ich so etwas vorgehabt hätte.”
Hotaru wusste das Ganze, es war selbstverständlich, das wusste sie, aber Mistress Nine war die einzige Übrige der Death Busters und das machte sie sauer, auch wenn es unbegründet war. Diese feindliche Energie hatte sie überwältigt und ausgeknockt, hatte Uranus unter ihre Kontrolle gebracht und sie gegen Mazaru agieren lassen. Es war ein Wunder, dass beide es überlebt hatten, das sagte sie der Anderen auch.
“Ja, und ich bin genau so glücklich wie du darüber, aber du weißt doch, dass ich es nicht war.”
“Du hast doch Zugriff zu meinen Gedanken, oder?”, gab sie spitz zurück.
“Hotaru!”, schrie Mistress hysterisch. “Du... Ich dachte, wir sind Freunde geworden.”
“Dann sag mir, gottverdammt nochmal, wer, wieso und vor allem wie wir vorhin angegriffen wurden.”, erwiderte sie in der gleichen Lautstärke. “Wenn wir Freunde geworden sind, beantworte mir diese Frage.”
“Wenn ich es wissen würde, wüsstest du es auch...”, gab sie kleinlaut zurück.
“Ach ja? Du hast mir einmal das Leben versaut, diesmal weiß ich zumindest, dass du existierst. Vielleicht hast du einen Weg gefunden, dein Wissen vor mir zu verbergen und nutzt mich nur aus.”
“Du unterstellst mir ziemlich viel. Warum sollte ich dich belügen?”
“Du bist die intrigante Königin eines außerirdischen Volkes, die mich schon einmal unter ihre Kontrolle gebracht hat und meine Freunde töten und die ganze Menschheit vernichten wollte. Warum du mich belügen solltest? Wie wäre es, weil du einen Weg gefunden hast, dein Volk zurück zu bringen?”
“Das... ist nicht dein Ernst, oder? Ich habe keinerlei Interesse daran, diese Welt zu übernehmen und du weißt das doch...”
Hotaru schluckte schwer, sie kamen schon wieder, diese von ihr ach so verfluchten Tränen. “Klar...”, schluchzte sie und sackte dann weinend zusammen. Sie lehnte sich an den Backofen, zog die Beine an und legte den Kopf auf die Knie. “Was soll ich bloß tun?”, fragte sie sich selbst.
“Erst einmal solltest du dich beruhigen.”, schlug die ehemalige Königin vor.
“Beruhigen?”, kam es wieder hysterisch von Hotaru, doch dann registrierte sie Bedeutung des Wortes, was sie ihre Lautstärke herunterschrauben ließ. “Ich soll mich beruhigen? Meine Güte, Mistress! Glaubst du ernsthaft, dass ich mich noch beruhigen kann? Ich will diese ganze Scheiße nicht noch einmal durchleben.”
“Hotaru, mein Schatz, du vergisst etwas sehr Gravierendes.”, erwiderte Mistress verschwörerisch.
“Und das wäre?” Ihre Neugier war geweckt, zu sehr konnte sie sich das Gesicht der Anderen in ihrem Körper vorstellen.
“Denk doch mal nach, Kleines. Ich war es definitiv nicht, also muss irgendein Death Buster noch oder wieder auf dieser Welt sein.”
“Ja, deprimier mich weiter.”, sagte die Schwarzhaarige darauf missmutig.
“Liegt nicht in meiner Absicht, aber stell dir mal vor, was mit diesem Death Buster wäre, wenn er herausfindet, dass seine Königin noch lebt, beziehungsweise diese vor ihm stehen würde. Er würde sich nicht einmal wehren, wenn du ihn vernichtest.”
“Das würde vollstes Vertrauen in dich bedeuten, dass du es nicht ausnutzen würdest und du vergisst dabei deine Stimmungsschwankungen. Im Moment bist du ziemlich fit, aber wer weiß, wie lange das andauert. Wenn wir den Übeltäter gefunden haben, könntest es auch sein, dass dein Gehirn wieder völlig ausgeschaltet ist und du mich verrätst.”
“Ja, das würde es.”, antwortete sie, dabei Hotarus Rede weitgehend ignorierend.
Sie überlegte. Mistress Worte klangen gut in ihren Ohren, fast zu gut, obwohl es das von ihr beschriebene Vertrauen voraussetzte. Aber wie sie es in ihren Gedanken drehte und wendete, Mistress war vielleicht wirklich ihre größte Waffe gegen neu aufgetauchte Dämonen. Sie hatte aber keine Ahnung, wie sie diese finden sollte.
“Sie kommen irgendwann zu uns. Ich bin mir sicher, dass ich sie erkennen kann, selbst wenn sie wie ich in menschlichen Körpern stecken. Vielleicht auch gerade deswegen.”
“Du hast Recht. Anscheinend müssen wir uns diesmal zusammenschließen und zusammen arbeiten.”
“Die großen Feinde vereinen sich. Usagi würde sich freuen.” Darauf musste die Schwarzhaarige sogar grinsen und in Gedanken schüttelten sich die Beiden die Hände. “Nun, Hotaru, es war ein anstrengender Tag. Ich ziehe mich zurück.”
“Ja, tu das...”
Hotaru stand auf, wusch sich das Gesicht und kehrte ins Wohnzimmer zurück, wo ihr Blick auf den schlafenden jungen Mann fiel. “Dir wird es noch leid tun.”, flüsterte sie, ging zu ihm herüber und rückte ihm sanft die Lippen auf die Stirn. “Einfach sterben zu wollen...” Sie setzte sich auf die kleinere Couch, legte die Beine noch und ehe sie sich versah, war sie eingeschlafen, ohne dabei von irgendwelchen Träumen geplagt zu werden.
Sonnenlicht... absolut tödliches Sonnenlicht strahlte in sein Gesicht und nervte ihn so lange, bis er nicht anders konnte, als zu versuchen sich durch Drehen dem Licht zu entfliehen, wobei Schmerzen seinen ganzen Körper wie ein Blitz durchzuckten. Schlagartig setzte er sich auf und hielt sich die Wunde mit schmerzverzerrtem Gesicht. Als er die Augen öffnete, blickte er sich orientierungslos um. Er brauchte eine Weile, bis er registrierte, dass er in seinem Wohnzimmer war und noch verwundeter war er, als er sah, dass er nicht alleine war. Während er in das schlafende Gesicht der Schwarzhaarigen blickte, schlug ihn die Erinnerung fast nieder, der Kampf gegen das Monster im Park, Kathlyns Fastverwandlung, die durchgedrehte Uranus und die Folgen ihres Kampfs. Wie er sich zurück geschleppt hat und Hotaru zusammen mit seinem Nachbar die Tür eingedroschen hat und... Er fasste sich an seine Stirn und massierte sich die Schläfen. Er hatte sich mit Hotaru gestritten, weil er keine Probleme hatte zu sterben und sie hatte ihm gehörig den Kopf gewaschen. “Was ist dann passiert?”, fragte er sich.
Es war schwarz in seinem Kopf, so sehr er sich die Schläfen rieb, sein Hirn stockte. Sein Blick schweifte wieder durchs Zimmer, blieb dann an Hotaru kleben und wie das tödliche Sonnenlicht das Zimmer bestrahlte, lichtete sich auch seine Erinnerungen. Die Schmerzen waren zu viel für ihn gewesen, sein Körper hatte es nicht mehr ausgehalten. Er blickte an seinem Körper herunter, die Verbände waren fleckig und doch schien es ihm, als wäre die Wunde schon ein Stück geheilt. So gut er konnte, wickelte er seine Verarztung von seinem Körper und stellte aus irgendwelchen Gründen erschrocken fest, dass er Recht gehabt hatte. Sofort hefteten sich seine Augen wieder an die Schwarzhaarige. Sie war als einzige im Raum gewesen, Masato hatte diese Verbände geholt und in ihm kam der alte Verdacht wieder hoch. Obwohl er mit der Ohnmacht gerungen hatte, hatte er eine heilige Macht gespürt, die Gleiche, die er im Park registriert hatte, als sich Sailor Saturn um Uranus und Venus gekümmert hatte.
Der Schwarzhaarige grinste, wenn auch grimmig. Endlich hatte er seinen Beweis, den er so lange gesucht hatte. Es war zu unwahrscheinlich, dass Sailor Saturn auf einmal herein geplatzt ist, ihn, so gut es ging, geheilt hat und dann wieder verschwunden ist. Unter Schmerzen stemmte er sich nach oben, alles, was er jetzt brauchte war ein Kaffee und eine Zigarette. Auf dem Weg schmerzte nicht nur die Wunde, Mazaru fühlte sich wie durch den Fleischwolf gedreht, dabei wusste er, dass er nach Uranus Angriffen froh sein konnte noch zu leben. Sämtliche Knochen taten ihm weh, Arme, Beine wie auch seine Augenlider waren so schwer wie blei, sein Schädel brummte, doch Koffein würde ihm schon helfen. Die Kaffeemaschine arbeitete, zu langsam für seinen Geschmack, doch der Geruch erfüllte ihn schon erst einmal zur Genüge mit Lebensgeistern und er hatte noch etwas bewirkt. Auch Hotaru regte sich, zu erst langsam, dann streckte sie sich genüsslich und gähnte herzhaft. Auch sie brauchte ein Wenig, bis sie realisierte, wo sie sich aufhielt, schaffte es jedoch schneller als er, doch ihr ängstlicher Blick zur großen Couch, belustigte ihn, wenn auch nicht sehr, aber ein Lächeln musste einfach sein. Er lehnte sich an den Türrahmen zur Küche, wo sie ihn erblickte und erst beruhigt seufzte, aber dann sofort aufsprang. “Maza, du solltest liegen bleiben.”
“Geht schon.”, wank er ab und wand sich wieder dem Geschenk Gottes der Kaffeemaschine zu. Er füllte zwei Tassen und reichte ihr Eine davon.
“Wirklich, du siehst nicht so aus, als solltest du dich bewegen.”
“Es ist schon in Ordnung, du hast ja gute Arbeit geleistet.”, sagte er mit beiläufigem Unterton, als er sich gesetzt hatte und sich eine Zigarette drehte, die er anzündete.
“Was meinst du damit?”, fragte sie zögernd, worauf er lächelte und sie mit einer hochgezogenen Augenbraue ansah.
“Du brauchst dich nicht mehr zu verstellen, ich habe es gestern noch halbwegs realisiert, dass du mich geheilt hast, Sailor Saturn.”
“Aber... Aber du warst doch bewusstlos.”, erwiderte sie perplex und wollte sich sofort dafür in den nächsten Brunnen stürzen. “Äh... ich meine, was meinst du damit?”
“Versuch’s erst gar nicht, Kleines.”, sagte er und nahm einen Schluck Kaffee. “Wie gesagt, ich habe es bemerkt, es war die gleiche Kraft, die du gestern auch bei Uranus und Venus hast wirken lassen. Und außerdem hast du dich gerade verraten. Ich war der Ohnmacht ziemlich nahe, aber es hat noch ein wenig gefehlt. Aber ich muss mich bei dir bedanken, ohne dich wäre ich wahrscheinlich draufgegangen.”
“Woher willst du wissen, dass Sailor Saturn nicht plötzlich aufgetaucht ist, dich geheilt hat und... Ach verdammt, das klingt selbst in meinen Ohren zu unglaubwürdig.”
“Danke, ich hatte nämlich selbst kurz die Idee, aber wie du schon sagtest. Na ja, was soll’s.”
Hotaru stutzte und sah ihm in die Augen, während er sich weiter auf seine Kaffeetasse konzentrierte. “Du bist nicht sauer?”
“Warum sollte ich?”, fragte er zurück, ohne sie anzusehen.
“Ich hab dich die ganze Zeit belogen und...”
“Und mir gestern den Arsch gerettet, wobei ich dir eigentlich noch dankbarer dafür bin, dass du mir den Kopf gewaschen hast.”
“Aber ich...”
“Hotaru, was willst du jetzt von mir hören? Das ich dich nicht mehr sehen will? Das ich nie wieder ein Wort mit dir reden werde? Glaub mir, das Einzige, was du von mir hörst ist, ich hab’s doch die ganze Zeit gesagt.”
“Das stimmt wohl. Du magst mich also trotzdem, obwohl ich dir etwas vorgemacht habe?”
Endlich sah er sie an, direkt in die Augen. Hotaru wollte eigentlich zurückweichen, doch er strahlte etwas Anziehendes aus. Er sah sie wirklich irritiert an, doch dann schüttelte er den Kopf und ohne eine Möglichkeit für sie zu reagieren, beugte er sich zu ihr und drückte seine Lippen auf ihre. Ihre Augen waren aufgerissen, so geschockt war sie, doch schnell wurde sie von einem wunderbarem warmem Gefühl überwältigt. Sie schloss die Augen und spürte, dass er den Arm auf ihren Nacken legte und über ihn strich. Die schwarzhaarige junge Frau empfand fast Enttäuschung als er seine Lippen von ihren löste.
“Mögen ist gar kein Ausdruck.”, sagte er lächelnd und Hotaru sackte vor Glück und Erleichterung zusammen.
“Das ist... Keine Ahnung, was das ist.”, stotterte sie zusammen.
“Ich denke mal, das wird dich gezeigt haben, wie sehr ich dich mag.”, erwiderte er augenzwinkernd.
“Schon, aber Maza, ich bitte dich, es niemanden zu erzählen. Vor allem nicht Totoru und den Anderen.”
“Wäre mir nie in den Sinn gekommen.”
“Was?” Wieder überrumpelte er sie vollkommen.
“Wäre mir nie in den Sinn gekommen. Sie sind deine besten Freunde und es ist definitiv nicht meine Aufgabe, sie darüber aufzuklären.”
“Du hast ja recht... Ich werde es ihnen irgendwann erklären, wenn alles vorbei ist.”
“Wie du meinst, Kleines. Es ist deine Entscheidung. Jetzt will ich aber erstmal einen neuen Verband.”
Mazaru stellte nicht eine einzige Frage mehr über Hotarus anderes Leben, nicht während sie den neuen Verband anlegte, nicht während des gesamten weiteren Tages. Es war eh schon Mittag und keiner von ihnen dachte daran an diesem Tag noch zur Schule zu gehen. Hotaru blieb auf sein Geheiß hin neben ihm sitzen und kuschelte sich eng an ihn. Masato und Naru erschienen am Nachmittag zum Krankenbesuch und waren von der zwischenmenschlichen Entwicklung entzückt. Masato tauschte, wie er es versprochen hatte, die lädierte Tür aus.
Auf seinen Wunsch hin konzentrierte die Schwarzhaarige noch einmal ihre Kräfte und schloss die Wunde noch ein wenig, jedoch die Wunde eines Talismans zu schließen, war selbst für sie viel zu viel. Entkräftet brach sie über ihn zusammen, worauf er die Arme um sie legte. “Schon OK.”, sagte er und strich über ihren Rücken. “Es soll einfach nicht sein.”
Mazaru dachte nicht daran, sie gehen zu lassen. Durch seine Verletzungen war sein Körper geschwächt und durch ihren Einsatz war auch sie entkräftet, weshalb er gegen 22 Uhr ihre Hand griff und eine völlig verwirrte Hotaru Tomoe in sein Schlafzimmer zog. Für sie schien eine Ewigkeit zu vergehen, während sie sich anlächelten und küssten und wieder anlächelten. Er drückte sie an sich und sie schlief an seiner Brust mit einem zu tiefst befriedigten Lächeln ein.
Als sie am nächsten Morgen aus dem Audi stiegen und händchenhaltend den Weg zu Mazarus in beschlaggenommener Bank zurücklegten, wurden sie von erstaunten Blicken ihrer Freunde empfangen. Kathlyn schmiss sich ihm sofort an den Hals und bedankte sich stürmisch für seine Unterstützung zwei Tage zuvor. Dabei drückte sie auf die Wunde, was ihn zusammenzucken ließ. Die Cheerleaderin ließ ihn sofort los und sprang zurück, wobei sie ihn fragend ansah. “Ich wurde ziemlich verletzt, aber nichts ernsthaftes.”, klärte er die Anderen auf, wobei er den Arm um Hotaru legte, was sie erröten den Blick von ihren Freunden abwenden ließ und die Unterkiefer von Totoru, Mirouke und Rinoa ins Bodenlose fallen ließ.
Mazaru lächelte verschmitzt und drückte die Schwarzhaarige näher an sich und küsste sie auf die Stirn.
“Ich glaube, ich werde ohnmächtig.”, stotterte die Blondine. “Mirouke, halt mich fest.” Sie kippte wirklich nach hinten, doch er machte keine Anstalten sich zu bewegen.
Hotaru wollte sofort zu ihr stürzen, doch es war schon zu spät und schnell stimmte sie in Mazarus herzhaftes Lachen ein. Selbst Rinoa lachte mit, während sie sich aufrappelte. “Wann habt ihr es endlich gebacken bekommen?”, fragte sie, nachdem sie sich beruhigt hatte.
“Gestern.”, seufzte er darauf und ließ sich auf die Bank fallen.
Rinoa wartete einige Sekunden, doch auch Hotaru setzte sich glücklich lächelnd ohne ein weiteres Wort von sich zu geben. “Wie gestern? Ist das alles?”
“Ja.”, kam es von beiden gleichzeitig.
“Also, wenn die Beiden etwas gemeinsam haben, dann ist es sicherlich den Hass auf deine elendige Neugierde.”, schlussfolgerte Totoru grinsend und wuchtete sich neben Mazaru. Seine Freundin setzte sich auf seinen Schoß, Mirouke im Schneidersitz vor die Bank.
“Ich sehe es schon kommen, dass unsere Gruppe auseinanderbricht.”, wimmerte Rinoa theatralisch. “Zwei Pärchen... das kann doch nicht gut gehen.”
“Ach wieso?”, erwiderte Mazaru. “Du und Mirouke geben bestimmt auch ein super Paar ab, dann kannst du wenigstens nicht mehr über uns meckern.”
“Du spinnst wohl?”, regte sie sich auf und die Schwarzhaarige bemerkte ein träumerisches Lächeln in Miroukes Gesicht. Die Schulklingel rettete ihren Freund vor Rinoa, die drauf und dran wahr, seine Wunde zu knuffen.
Mazaru kehrte allein in seine Wohnung zurück. Eigentlich hatte er erwartet, während der Schule von einem weiteren Monster angegriffen zu werden, doch es kam nichts und der Schmerzhafteste an diesem Tag war der Abschied von Hotaru, der wesentlich länger dauerte als früher. Doch als er den Briefkasten öffnete, wurde seine gesamte Konzentration auf den folgenden Abend gerichtet. Den weißen Umschlag, der keinen Absender hatte, riss er noch auf den Treppenstufen auf. “Denk an unser Rendez-Vous.” war in der gleichen schönen Schrift wie schon die Einladung auf dem weißen kleinen Zettel geschrieben.
“Keine Sorge, Miss Kaio, ich habe ja heute nichts Besseres vor, als eine angebliche Menschenfeindin, die zufälligerweise die beste Violinistin der Welt ist, zu treffen.”, flüsterte er vor sich hin.
“Du scheinst ja wieder richtig fit zu sein.” Mazaru sah auf und erkannte einen fröhlich lächelnden Masato, der sich an seine Tür lehnte.
“Na ja, es geht. Du kannst dir ja vorstellen, wie es ist, so durchbohrt zu werden.”
“Mehr oder weniger, aber man muss davon absehen, dass du wohl der einzige Mensch bist, der so etwas überlebt.”
“So?”, erwiderte er grinsend und fügte hinzu: “Ich hab eben noch nicht vor zu sterben.”
“Das hat sich vorgestern Abend aber ganz anders angehört.”
“Glaub mir, wenn du so den Kopf gewaschen bekommst, dann ändert sich deine Einstellung.”
“Besonders wenn es von der Freundin kommt?”, erwiderte der Brünette.
“Teilgrund. Hauptsache ist aber, dass sie Recht hatte. Ich hätte nicht nur fast meine Freunde hier im Stich gelassen, sondern auch meine Heimat und mein ganzes Leben.”
“Du glaubst, dass du noch zurück gehst?”
“Was meinst du damit?”, fragte er zögernd.
“Keine Ahnung... Hab ich was gesagt?”
“Masato? Spürst du etwas?”
“Nicht mehr als sonst auch. Ich denke, dass wir uns in irgendetwas verstrickt haben, wo wir nicht einfach wieder herauskommen.”
“Du meinst deine verschwommenen Erinnerungen, von denen du mir letzte Woche erzählt hast, und meine mögliche Verbindung zu den Senshies?”
“Weißt du noch was Anderes?”
“Tja, das wird sich heute Abend herausstellen.” Er wedelte mit dem Zettel vor Masatos Nase herum.
“Rendez-Vous? Was hält Hotaru davon?”
“Wahrscheinlich nicht allzu viel und damit genau so viel wie ich. Wie war deine Theorie über die Einladung?”
“Sie hat einen Bericht über den jungen Mann gesehen, der ständig gegen die Monster kämpft und den Senshies die Arbeit wegnimmt, und ist scharf auf dich. Ich meine, welche Frau würde dich schon von der Bettkante stoßen? Wobei sie sicherlich eine Granate ist und sicher sauer wird, wenn jemand sie verschmäht. Aber wer würde sie schon verschmähen?”
“Diese Einstellung, mein Freund, wird Naru bestimmt sehr gefallen.”
“Na ja, wir beide sind ja Ausnahmen.”
“Ganz richtig, ich aber nicht nur wegen Hotaru, sondern weil ich kein Stück daran glaube.”
“Erinnere dich an meine Worte, wenn sie dich bittet, ihr den Reißverschluss ihres Kleides zu öffnen. Und erzähl mir nachher wie es war, wenn du wieder da bist. Falls du dann noch in der Lage bist, deine Zunge zu etwas wie Sprechen zu benutzen.”
“Du bist ein riesengroßer Trottel, Masato.”, erwiderte Mazaru grinsend auf die anrüchigen Andeutungen seines Nachbars. Nach einer verabschiedenden Geste schloss er seine Wohnungstür auf, seine Tasche schmiss er in die sofort in die Ecke. Er ging direkt ins Badezimmer, entkleidete sich und betrachtete die Wunde, die mit erstaunlicher Geschwindigkeit abheilte, was nicht an Hotarus Einsatz lag, wie er verwundert feststellte. Tags zuvor war sie seiner Meinung nach wesentlich größer gewesen, doch er zuckte nur mit den Achseln und stellte sich unter die Dusche. Danach verband er sich selbst so gut es ging neu, bürstete sich die langen Haare und begann seine übliche Konzertvorbereitungen. Er dunkelte den ganzen Raum ab, legte eine CD des Musikacts in seine Anlage und lauschte den Klängen, bis es an der Zeit war, aufzubrechen. Er steckte sein Portemonnaie in seine Tasche, ging in die Küche und steckte sich den Briefumschlag mit der Karte und dem VIP-Pass in seine Brusttasche des neuen weißen Hemdes. Ein letzter Blick in den Spiegel folgte und er musste grinsen. “Was auch immer du von mir willst, Michiru Kaio, Lets Fetz.”
Er griff sich seinen Autoschlüssel und tänzelte die Treppen herunter. Am Anfang, als er die Karte bekommen hatte, hatte er lange überlegt, ob es sicher sei, zu so einer Großveranstaltung zu gehen. Wenn sich dort jemand in ein Monster verwandeln würde, könnte er in der Massenpanik sicherlich nicht alle Menschen beschützen. Aber die Neugierde siegte, die Frage, was diese Frau gerade von ihm wollte, war für ihn einfach zu wichtig. Innerlich nagte sein schlechtes Gewissen an ihm, dass seine Freunde in Deutschland im Krankenhaus lagen und er in ein Konzert ging.
 
Hallo

Endlich *freudensprung mach* Es geht weiter *weiter tanz* Hast dir ja wirklich viel Zeit gelassen... Hatte die Hoffnung auf eine Fortsetzung schon fast aufgegeben... Danke für einen neuen Teil *verbeug*

Aber ein wenig Kritik soll ja sein ^^"
Ich muss gestehen, dass ich die Szene mit den Senshis in der Wohnung von Maza blöd fand. Irgendwie nicht richtig beschrieben... Hm schwer zu beschreiben... Ich fand sie nicht so toll...
Ansonsten hab ich keine Fehler gefunden, außer einer kleinen Wiederholung von zwei Wörtern. Aber das fand ich jetzt nicht so schlimm.
Ich hätte gerne mehr, viel mehr ^^ und öfter bitte... Nicht so lange auf die Folter spannen, bitte :)

lg Saphira
 
Na endlich hast dus mal hingekriegt. ^^
Ja, wie immer sehr sehr gut. Aber der Herr will ja kritisiert werden.

Erstmal muss ich mich Saphira anschließen: Die Szene mit den Senshies. Sie ist meiner Meinung nach zwar schon gut beschrieben, nur irgendwie wirkt es unrealistisch, dass da auf einmal wirklich ALLE da sind, obwohl nur 2 ein richtige Bedeutung haben.

Desweiteren wie immer die Rechtschreibung. (Anm.: Vielleicht hättest du doch lieber noch etwas gewartet, bis ich die überarbeitet hätte ;) )
Zum einen die Kommas, die du scheinbar beliebig setzt, wos dir grad in den Sinn kommt, und dass du Wörter trennst, die zusammengehören. Aber das ist ja nicht so schlimm. Kennst mich ja ^^

Hier mal 2 Stellen, die ich irgendwie amüsant fand:

"weitere Tränen rannten ihre Tränen herunter."
sehr interessant, Tränen die über Tränen rinnen. Kannst du mir das mal zeigen? ^^

"seine Tasche schmiss er in die sofort in die Ecke."
Typischer Fall von Ich-schreib-mal-noch-was-hin-ohne-das-andere-zu-löschen.

Aber, wie gesagt, nichts Schwerwiegendes, freu mich auf den nächsten Teil. ^^
 
Das kommt davon, wenn man sich das nicht mehr durchliest, aber ihr wollt ja immer so schnell neue Teile :D Wenn mein Hirn arbeitet, ist es eh unkontrolierbar, da kommen solche Fehler nun mal zu Stande :D Tut mir echt leid

Aber schön, dass es euch trotzdem im großen und ganzen Gefallen hat. Hier der nächste Teil und es geht weiter mit dem Schwachsinn :D Der nächste Teil dürfte spätestens in zwei Wochen fertig sein, aber ich will mich nicht festlegen, also wie immer ohne Gewähr :D

Viel Spaß euch beiden

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Einige Zeit später fand er einen Parkplatz in der Nähe des riesigen Theaterhauses, in dem Miss Kaio an diesem Abend auftrat. Die Menschenmassen, die sich davor drängten, waren ihm fast zu viel, aber als er einen nahezu leeren Stand mit dem Aufdruck “VIP-Eingang” erblickte, musste er fast lächeln. Obwohl Menschenmassen nichts für ihn waren, genoss er eigentlich immer das Anstehen und das Warten, doch da er diesmal alleine war, störte es ihn nicht, es dieses Mal zu entgehen. Er schlenderte zu dem Stand, hinter dem nicht die üblichen Einlasser, sondern die großspurigen Anzugträger standen, die ihn fragend ansahen. Ihr scheinbarer Anführer sprach ihn an, noch bevor er den Mund öffnen konnte. “Entschuldigen sie, aber sie müssen sich dort anstellen.”
Mazaru grinste und sah spielerisch an sich herunter. Schwarzes T-Shirt, darüber das weiße Hemd, natürlich aufgeknöpft. “Ich denke mal, die Baggy Pants stört sie?”, erwiderte er und zog den Briefumschlag mit Karte und Pass aus der Tasche, womit er vor dessen Nase herum wedelte. “Persönliche Einladung.”, gab er noch mit gewisser Genugtuung dazu.
“Willkommen, Mister Briefs. Ich führe sie in die VIP-Lounge.”
“Nein danke. Ich habe zwar diese Karte, aber wenn ich schon aussehe wie der Pöbel, dann geselle ich mich doch auch zu dem Gesocks. Ich melde mich dann, wenn ich so weit bin.”, erwiderte er und ließ ihn dann einfach stehen. Sofort ging er zur Bar, bestellte dort ein Bier und sah sich im Foyer um. Grinsend stellte er fest, dass er wirklich der Einzige ohne Anzug war. Sämtliche weibliche Wesen waren in eleganten Ballkleidern gekleidet, er wurde von vielen schief angesehen, worüber er sich innerlich königlich amüsierte. Er setzte sich auf einen Hocker und lauschte den Gesprächen in seiner Umgebung, die sich hauptsächlich um ein mögliches Gastspiel Haruka Tenohs drehten. Warum manche Menschen immer noch glaubten, dass Michirus Kaios Lebensgefährtin männlich war, konnte er sich nicht erklären, da es doch selbst in Deutschland durch die Medien ging, dass selbst er es mitbekommen hatte, obwohl er die Klatschpresse einfach verabscheute, dass der berühmte Formel 1-Pilot Haruka Tenoh eine Frau war. Die Fans waren verwirrt, er hatte es mit einem “Aha” zu den Akten gelegt, ihr Pressesprecher hatte dazu nur belustigt gesagt: “Niemand hat je behauptet, dass Haruka ein Mann wäre, oder?”
Auch ihre sexuelle Neigung hatte Mazaru nur wenig interessiert, irgendwie war es für ihn logisch, dass die Violinistin, von der man sagte, dass sie Menschen hast, keine “normale” Beziehung führen würde. Doch ihn interessierte in diesem Moment das Geplapper wenig, er wollte nur wissen, was die Kaio von ihm wollte.
Er trank sein Bierglas aus, bestellte sich ein Weiteres, als eine Durchsage folgte, dass das Konzert in zehn Minuten beginnen würde. Seufzend, weil er zu keiner Antwort kam, stand er auf, nahm sein Glas mit und ging zurück zu dem großspurigen Anzugträger am Eingang des Theaterhauses, der ihn darauf schleimig begrüßte.
“Lass stecken, bring mich einfach nur zu meinem Platz.”, seufzte er und wank ab.
“Wie sie wünschen. Folgen sie mir bitte.”
Die Bühne war noch unbeleuchtet, im Gegensatz zum Saal, in dem reger Betrieb herrschte. Er wurde in eine Privatlounge geführt, ein einzelner großer Sessel, von dem er besten Blick auf die Bühne hatte. Fast wäre er begeistert gewesen, wenn er sich hätte vorstellen können, Konzertfeeling in dieser abgeschotteten Zone zu bekommen.
“Kann ich noch etwas für sie tun?”
“Verschwinden wäre am besten.”, gab er zurück, worauf der Andere ihn zwar erbost anstarrte, jedoch tat, was man ihm befahl.
Gelangweilt nippte er an seinem Bier, wie er es geahnt hatte, Vorfreude wollte sich bei ihm nicht einstellen, wofür es mehrere Faktoren gab. Erstens saß er abgeschottet von der Masse, allein, zweitens interessierte ihn die Musik nicht allzu sehr und drittens war er nur hier, weil die Künstlerin es gewünscht hatte und nicht, weil er es wollte. Dennoch spannte sich sein Körper, als das Licht ausging und sich nach wenigen Sekunden ein Spot auf die Bühne richtete, in dem eben jene Künstlerin in einem luftigen aquamarinfarbenen Kleid stand, während hinter ihr ein schwerer Vorhang durch die Zugluft zitterte. Sofort fing sie an, ein klassisches Stück zu spielen, was die Spannung bei ihm sofort löste. Mazaru lehnte sich zurück und ließ sich berieseln, wobei sich schnell bei ihm ein gewisses Maß Langeweile einstellte. Das Stück dauerte ihm zu lange, trotzdem stimmte er in den Applaus mit ein.
“Vielen Dank. Ich wünsche ihnen einen wunderschönen guten Abend. Hat ihnen das erste Stück gefallen?” Tosender Applaus von allen außer Mazaru, der stutzte und verwirrt vor sich hin flüsterte: “Das wirkt nicht wie jemand, der Menschen eigentlich verabscheut.”
“Ich hoffe für sie, dass sie sich nicht allzu sehr auf Klassik eingestellt haben. Ich wünsche ihnen viel Spaß mit mir.”
Der Vorhang hinter ihr wurde aufgezogen, Licht flutete die Bühne und erhellte nun auch ein Schlagzeug, ein Keyboard und einen jungen Mann mit noch längeren Haaren als Mazaru, der den Gurt einer Bassgitarre um den Hals trug. Der Blick des Schwarzhaarigen haftete auf der Violinistin. Für einen kurzen Moment wurde er erwidert, dann zählte der Schlagzeuger ein und die Kaio fing wieder an zu spielen, worauf Mazaru sich grinsend nach vorn beugte. Er kannte die Melodie sehr gut, war sie doch von einer seiner Lieblingsband. Wie treffend Michiru Kaio den Song “Hey Man (now you’ re really living)” von Marc Everett beziehungsweise seiner Band Eels auf ihrem Instrument interpretierte, haute ihn fast von den Socken. Am Ende war er der Erste und Lauteste, der applaudierte. Irgendwie verwunderte es ihn, dass Michirus Set eigentlich nur aus Lieblingsliedern von ihm aus allen Epochen und Stilrichtungen bestand, doch war er von seinem am Anfang so vermissten Konzertfeeling bald so überwältigt, dass sein Hirn so leergefegt wie nach seinem bisher einzigen Goethes Erben Konzerts war, wobei er sich eigentlich für diesen Vergleich strafen wollte. Doch als sie sogar die ersten Töne von “Sitz der Gnade” anspielte wusste er, dass sie den ganzen Abend geplant hatte und sie keine Mühen gescheut hatte, um so viel wie möglich über seinen Musikgeschmack herauszufinden. Und es funktionierte. Den Text des Songs auf den Lippen genoss er das Konzert in vollen Zügen und tat ihr damit den Gefallen.
Mittlerweile verstand er, warum Michiru Kaio als die beste Violinistin der Welt galt. Was auch immer sie mit ihrem Instrument anfasste, es wurde zu Gold, musikalisch wie wahrscheinlich auch finanziell. Ihre Interpretationen von den Liedern, die er so liebte, waren schlichtweg genial und in seinem Hirn formte sich ein Bild von Oswald Henke und Mindy Kumbalek, wie sie bei einem Konzert sich entschuldigten, dass nicht ihre langjährige Gastviolinistin Susanne Reinhardt an diesem Abend spielen würde, sondern die weltberühmte Michiru Kaio. Mit einem Grinsen konnte er Oswald Henkes Gesicht bei “Märchenprinzen” in die Richtung der Japanerin vor seinem geistigen Auge sehen, doch dann schüttelte er den Kopf und mahnte sich, seine Gedanken im Zaum zu halten. Als nächstes spielte die Grünhaarige etwas Selbstkomponiertes. Es war ein schneller Song mit einer sehr eingängigen Melodie, von der er völlig begeistert war.
“Vielen Dank.”, sagte die Künstlerin nach dem tosendem Applaus. “Ich hoffe, es hat euch gefallen. Schönen Abend noch.” Lächelnd und winkend verschwanden sie und ihre Gastmusiker von der Bühne und die Menge, die den Tausch von Klassik zu Pop/Rock sehr gut aufgenommen hatte, startete sofort markerschütternde Rufe nach einer Zugabe. Die Kaio ließ sich eine ganze Weile feiern, bis sie und ihr Gefolge lächelnd zurückkehrten und sie sich verbeugte. “Danke sehr, vielen Dank. Ihr seid ein großartiges Publikum. Für alle Klassikfreunde kommt jetzt noch etwas.”
Sie spielte etwas schnelles und wenn es auch klassisch war, so war ihre Show faszinierend. Der in dieser Zeit arbeitslose Keyboarder warf ihr eine Zitrone zu, die sie spielend mit der Violine auffing und einen grandiosen Tanz mit ihr aufführte, indem sie die Frucht auf dem Instrument balancierte, sie damit empor schleuderte, wieder auffing und sich um die eigene Achse drehte. Dies eigentümliche Ritual endete nach guten vier Minuten indem sie die Frucht noch einmal hoch warf, sich mit ausgestreckten Armen verbeugte und das gelbe Ding in ihrer freien Hand landete.
“Zum Abschluss, ja, es ist definitiv das Letzte. Ein besonderer Song: “The Same Deep Water As You”.”
Mazaru traute seinen Ohren kaum, doch das markante Regenprasseln als Liedintro erklang wirklich, dann setzte das Keyboard ein und auch sie fing an den langsamen Track zu spielen. Neun Minuten und 52 Sekunden traurige Verabschiedung später stand Mazaru auf und bejubelte die Grünhaarige und ihre Gastmusiker, worauf der Rest des Saals einstimmte. Michiru Kaio nahm ihre Musiker an die Hand und verbeugte sich vor der tosenden Masse und Mazaru, der sich lächelnd ein wenig über die Ballustrade lehnte, zeigte mit beiden Daumen nach oben. Die Kaio bemerkte dies und lächelte, wonach sie sich endgültig von der Bühne verabschiedete. Der Schwarzhaarige blieb noch eine ganze Weile sitzen, im Gegensatz zu dem restlichem Publikum, das schnell aus der Halle quoll. Am Ende war er fast der Letzte, dann überraschte ihn der Anzugträger, der ihn auf die Schulter tippte.
“Verzeihen sie, aber Miss Kaio würde sie jetzt empfangen.”
“Ja, ja, schon gut. Führen sie mich hin.”, seufzte er und drückte sich nach oben. Der Andere führte ihn durch die Gänge und die Treppen herunter, Mazaru hatte sich nicht vorgestellt, dass dieses Theaterhaus solch verwinkelte Kellergänge besaß, aber irgendwann blieb der Kerl abrupt stehen, drehte sich um und verbeugte sich, worauf der Schwarzhaarige erneut seufzte. “Hab ich nicht schon mal erwähnt, dass du das lassen sollst? Du kannst dann verschwinden.”
“Aber ich muss sie doch anmelden...”, erwiderte er und ging schon zur Tür.
“Sehe ich so aus, als könnte ich nicht selbst an eine Tür klopfen?”
Der Andere öffnete den Mund für Gegenworten, doch Mazarus genervtes Gesicht ließ ihn stumm bleiben, worauf er sich mit einer Verbeugung verabschiedete. Dieser sah ihm nach, bis er um die Ecke verschwand, außer Sichtweite gelang und Mazaru schüttelte belustigt den Kopf. Dann klopfte er an die Tür und sprach: “Hi, Mazaru Briefs hier. Sie wollten mich sprechen.”
“Ah, Mazaru, kommen sie doch rein. Die Tür ist offen.”
Er tat, was sie ihm gesagt hatte. Langsam öffnete er die Tür und blickte sich um. Es war völlig anders, als er erwartet hatte, die Garderobe war sehr schlicht eingerichtet, auch den Stern an der Tür, den er schon in seinen Gedanken gesehen hatte, fehlte und nichts glich dem, was einem weltbekanntem Star gebührte, geschweige dem, was Manche forderten. Doch die Violinistin fehlte, aber Mazaru erblickte eine Tür, aus der Geräusche von laufendem Wasser kamen. “Bin ich zu früh?”, fragte er und lehnte sich an den Türrahmen.
“Nein, ich komme gleich. Setzen sie sich doch so lange auf die Couch oder bedienen sie sich an den Getränken. Oder beides.”
Der Schwarzhaarige sah sich um und erblickte einen Tisch vollgestellt mit Getränken, die er gern zu sich nahm. Wie sie es ihm vorgeschlagen hatte, öffnete er sich eine Bierflasche und füllte eines der herumstehenden Gläser mit Scotch Whisky, bevor er sich auf die Couch wuchtete. Michiru kam bald aus dem Nachbarzimmer, sie trocknete sich die Haare, hatte aber immer noch ihr Kleid an, worauf er sie verwirrt ansah. “Haare waschen doch dabei das Kleid nicht ausziehen?”
“Ich wollte sie damit überraschen. Und? Gefällt es ihnen?”
Mazaru grinste. Der Anblick der Kaio in diesem Kleid und mit den triefenden Haaren sprach ihn wirklich sehr an. “Oder mögen sie das Kleid nicht?”, fragte die Andere, drehte sich um, worauf ihn der Reißverschluss anlächelte. Sie drehte ihren Kopf und lächelte verführerisch. “Wollen sie mehr helfen es auszuziehen?”
Mazarus Gedanken wanderten kurz mit etwas Schrecken und auch einer kurzen Überlegung über das Angebot zu seinem Gespräch mit seinem Nachbarn. “Nein, danke. Ich denke nicht, dass ihre Freundin das gern sehen würde.”
“Sie ist doch nicht hier, oder? Wir sind ganz allein und ungestört.”
“Es tut mir in der Seele weh, aber ich finde, es gibt wichtigere Sachen. Zum Beispiel, warum ich hier bin.”
“Eigentlich weil sie mir beim Umziehen helfen sollen. Sie wollen wirklich nicht?”
“Nein, danke.”, antwortete er grinsend aber mit Nachdruck.
Michiru ließ ihre Haare fallen und drehte sich ihm wieder zu, wobei sie eine dermaßen zufriedene Aura ausstrahlte, so dass er sich nur entspannen konnte. “Schade eigentlich, sie sehen doch sehr gut aus.”
“Vielen Dank, sie aber auch. Nun, warum bin ich hier?”
“Habe ich ihnen diese Frage nicht schon beantwortet?”, entgegnete sie, nachdem sie sich ein Glas mit Wein gefüllt und sich gesetzt hatte. “Nein, Spaß beiseite. Ich wollte sie kennen lernen.”
“Warum?”, fragte er sofort.
“Nun klingen sie doch nicht so, als wenn ihnen das Ganze keinen Spaß machen würde.”
“Na ja, ich wundere mich nur. Ein Weltstar lädt einen unbedeutenden Schüler zu ihrem Konzert ein und setzt ihn sogar auf eine VIP-Loge. Dazu kommt noch, dass sie mich sogar persönlich kennen lernen wollen. Entschuldigen sie bitte, aber ich finde es doch sehr merkwürdig.”
“Ich finde, zumindest in Tokio haben sie im Moment doch einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht.”
“Wirklich? Mir kreischt niemand hinterher.”
“Das kommt noch, vielleicht am Ende ihres Schuljahres. Sie können dem Ganzen denn entfliehen, indem sie wieder nach Deutschland zurückkehren, vorausgesetzt, sie kehren zurück...” Sie stützte ihren linken Ellbogen auf die übereinander geschlagenen Beine und stützte den Kopf darauf. In der rechten Hand schwenkte sie das Weinglas.
“Meinen sie, falls ich überlebe?”, fragte er zurück.
“Nein, ich meine ihre privaten Umstände. Und auch ein wenig die Kämpfe, aber eher den Ausgang des Ganzen.”
“Wissen sie etwas darüber?”
“Nicht viel mehr als sie. Schwarze Mächte, die Menschen in Monster verwandeln. Ziemlich blutrünstig. Ach und sie tauchen immer wieder in ihrer Nähe auf. Ich bewundere, dass sie bisher alles gemeistert haben.”
“Bin ich deswegen hier?”
“Auch. Hauptsächlich habe ich sie aus Dank eingeladen, weil sie die Menschen dieser, wie sagen sie immer, Scheißstadt beschützen. Ich wollte ihnen deswegen einen schönen Abend bereiten.”
“Das ist ihnen sichtlich gelungen, aber haben sie dafür nicht ein wenig viel auf sich genommen? Sie haben ziemlich viel spioniert, meinen Musikgeschmack, meinen Trinkgewohnheiten... Nur den Typen hätten sie sich klemmen können.”
“Ach wieso? Der war doch süß, oder? So arbeitswütig.”
“Und vor allem verdammt nervig. Also, wie haben sie es geschafft, so mir so gut nachzuspionieren?”
“Ich bitte sie, Mazaru. Ich habe es nicht nötig zu spionieren.”
“Und wie sind sie dann an diese Informationen gekommen?”
“Der Wille kann Berge versetzen, Mazaru. Ich wollte sie unbedingt kennen lernen.”, antwortete sie lächelnd und geheimnisvoll.
“Irgendwie drehen wir uns im Kreis, Michiru. Wenn ich sie jetzt frage, warum sie mich kennen lernen wollten, antworten sie mir, dass sie mich wegen meinen Kämpfen bewundern.”
“Gut erkannt.”, konterte sie und fing an zu kichern. “Fällt ihnen dann gar nichts ein, woher ich es wissen könnte?”
“Sie observieren mich, weil sie mir diese Monster auf den Hals schicken und ich ihnen so auf den Nerv gehe, dass sie mich jetzt selbst aus dem Weg räumen wollen?”
“Fast Mazaru, aber nicht ganz.”
“Schade, na dann. Sagen wollen sie es mir eh nicht, oder?”, fragte er und beugte sich nach vorn.
“Ich lasse die Menschen gern ein wenig schmoren. Vielleicht erlangen sie ja während unseres Gesprächs ja die Erkenntnis.”, sagte sie und griff nach seiner vorgestreckten Hand. Es durchzuckte ihn und ein altbekanntes Gefühl stellte sich in ihm ein. Mal wieder zog eine Diashow vor seinen Augen entlang und zeigte ihm Bilder, wieder er in seiner Rüstung, wie er einen quadratischen Tisch beobachtete an dessen Seiten der äußeren Kriegerinnen saßen, er zusammen Sailor Saturn, beobachtet von Uranus und Neptun, wobei ihn erstere ernst und misstrauisch ansah, er mit Uranus Rücken an Rücken, umzingelt von unzähligen Feinden.
Dann verschwand Michirus Hand von seiner und der Bildersturm brach ab. Mazarus Körper wuchtete sich zurück in die Couch und auch die Kaio hörte er tief atmen. Erst einmal nahm er einen Schluck von seinem Bier und schüttete sich auch den Rest seinen Whiskys in seinen Rachen. Darauf, dieses Mal sein Gegenüber nicht darauf anzusprechen, wie er es bei Hotaru oder Neflite und Naru gemacht hatte, legte er nicht viel Wert, also sagte er unverblümt: “Dieses Mal brauchen sie gar nicht so zu tun, als wüssten sie nichts, Michiru. Das würde nichts bringen, also: Was zur Hölle haben diese Bilder zu bedeuten.”
“Wenn ich das wüsste, Mazaru, würde ich es ihnen sagen. Aber sie klingen, als wenn sie diese Situationen schon kennen würden.”, stellte sie mit genug Verwunderung fest, so dass er seufzte und das Gespräch endlich auf interessante Dinge lenkte.
“Drei Mal bisher, zwei Mal bei einer Freundin und einmal bei meinem Nachbarn. Alles Menschen, die ich erst seit zwei Monaten kenne, aber ich habe in diesen Bildern auch schon meine Freunde aus Deutschland gesehen, was jedoch völlig unnormal ist, da wir nie an irgendeinem Mittelalterrollenspiel teilgenommen haben. Außerdem sind die Senshies erst seit zwei Monaten Teil meines Lebens und warum zum Geier sehen diese Auslöser das Gleiche wie ich?”
“War es immer so?”
“Nein, bei meinem Nachbar nicht, da habe ich aber auch nicht mich gesehen.”
“Ihr Nachbar ist Masato Sanjoin, nicht wahr?”
Mazaru stutzte. “Und sie sagen, sie spionieren mir nicht nach?”
“Ich gebe zu, das war gelogen. Aber nochmal zu den Bildern über Masato: Sie haben sicherlich ihn, eine junge Naru Osaka und Sailor Moon, Merkur und Mars gesehen oder? Wie Masato gestorben ist.”
“Woher...”, stotterte er. “Woher, verdammte Scheiße nochmal, wissen sie das?”
“So wie das gesehen haben, hat es sich vor sieben Jahren in einem Park hier in Tokio zu getragen. Masato Sanjoin war einer der vier Generäle des Dark Kingdoms und ein Feind der Sailor Kriegerinnen, bis er sich in Naru Osaka verliebte und sogar sein Leben einsetzte um sie zu retten.”
Mazaru schloss bei ihren Worten und massierte sich die Schläfen. “Das ist doch verrückt!”, stöhnte er leise. “Wollen sie mir jetzt erzählen, dass Masato eine Reinkarnation ist?”
“Hast du eine bessere Erklärung?”, erwiderte Michiru, sämtliche Höflichkeit über Bord werfend. “Schon allein, dass er zurück ins Osa-P gekehrt ist um dort Edelsteine zu erforschen, dass er sich erneut in Naru verliebt und dass er sich erneut Masato Sanjoin nennt, den gleichen Namen, wie vor sieben Jahren, es passt alles zusammen.”
“In diesen Bildern war er genauso alt, wie er heute ist. Wenn es eine Wiedergeburt war, müsste er nicht erst sieben Jahre alt sein?”
“Diese Gedanken können trügen, wie bei Hotaru...”, seufzte sie, brach mit einem entsetzten Blick ihre Worte ab und hielt sich den Mund zu.
Mazarus Stirn zierten unzählige Furchen der Verwirrung, wobei es ihn einerseits belustigte, Michiru Kaio wahrscheinlich als erster Mensch auf der ganzen Welt so verlegen zu sehen, doch ihr abgebrochener Satz ließ ihn endlich ahnen, woher sie diese ganzen Informationen über ihn bekommen hatte. “Woher kennst du Hotaru Tomoe?”
“Wo... Wovon redest du? Ich kenne keine...”
“Lügnerin.”, seufzte er. “Du weißt durch Hotaru so viel über mich. Das mit dem Scotch, meine Musik, das Alles hat Hotaru dir erzählt.”
“Vor sechs Jahren ist ein Mädchen namens Hotaru Tomoe in den Trümmern der Mugen Infinity Schule gestorben. Einen Tag später wurde in die Klinik in der Hotarus Vater Souichi Tomoe lag ein Baby zu ihm gebracht, ein kleines Mädchen, ebenfalls mit dem Namen Hotaru Tomoe. Ihr Vater jedoch war kaum in der Lage, sich um das Mädchen zu kümmern, also wurde diese Hotaru adoptiert von mir und Haruka Tenoh.”
Mazaru nickte, langsam dämmerte es ihm. Der Grund, warum er von dieser Frau eingeladen wurde, der Grund für ihr Wissen über Masato, alles hatte irgendetwas mit Hotarus Doppelleben zu tun. “Nach deinen Worten ist meine Freundin gerade mal sechs Jahre alt, aber sie ist Siebzehn. Du erzählst mir doch was vom Bären.”
“Nein, das, was ich dir erzählt habe, ist alles wahr.”
“Aber wieso weiß niemand, dass ihr Hotarus Eltern seid?”
“Wieso? Es wissen doch alle in ihrer Schule, nur sie redet mit niemanden darüber. Warum, fragst du wohl lieber sie.”
“Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Ganze mit Hotarus zweiter Identität als Sailor Saturn zu tun hat.”, grummelte er, worauf die Andere ihn völlig perplex anstarrte, jedoch schnell die Fassung wieder erlang.
“Du weißt davon? Dann gibt es ja keinen Grund mehr, das Versteckspiel weiter zu führen.” Sie stand auf und nahm eine herzförmige Brosche aus einer Handtasche auf dem Tisch, die Mazaru mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete.
“Irgendwie schwant mir, was jetzt passieren wird.”, grummelte er vor sich hin und es fielen ihm die metaphorischen Schuppen von den Augen.
Michiru streckte die rechte Hand, in der sie die Brosche hielt, in die Luft und sagte klar und deutlich: “Macht des Neptunkristalls, verwandle mich.” Ein aquamarines Leuchten hüllte den Weltstar ein und einige Sekunden später stand sie in neuem Outfit vor ihm. “Angelockt von der neuen Zeit, jetzt in dieser Welt, Sailor Neptun.”
Mazaru konzentrierte sich erstmal unbeeindruckt auf seine Bierflasche, die er leerte und eine Weitere öffnete, bevor er mit einem Grinsen sagte: “Müssen die Sprüche eigentlich sein?”
“Nein, aber es steigert doch die Dramatik, oder?”
“Na ja, das mit dem Anlocken vielleicht, aber dieser Verwandlungsspruch?”
“Hat’s dir etwa nicht gefallen?”, fragte sie gespielt beleidigt und wickelte eine lose Haarsträhne um den linken Zeigefinger.
“Wenn du meine Meinung hören willst, ihr solltet immer einen tragbaren CD-Player dabei haben um diesen Song vor deiner ersten Verabschiedung zu spielen.”
Michiru kicherte und nickte. “Ja, und dabei streut immer jemand Kirschblüten durch die Gegend.”
“Find ich gut, doch, find ich richtig gut.”, überlegte er. “Aber ich denke mal, ich bin nicht hier, um über euer Gimmick zu sprechen, oder?”
“Nein, eher nicht. Seit wann weißt du von Hotarus zweiter Identität?”
“Als ich aus meinem Halbkoma am Montag aufgewacht bin. Hotaru hat mich Sonntag geheilt, zumindest hat sie es versucht, und ich habe es halbwegs mitbekommen. Diese heilige Energie, die sie auf mich hat wirken lassen, war die gleiche, die sie bei Uranus im Park benutzt hat. Nur leider...” Er zog seine Oberbekleidung ein Stück nach oben, um ihr einen Blick auf die Verbände zu gewähren. “...ist es ihr anscheinend nicht möglich, Wunden durch eure Waffen vollständig zu heilen.”
“Wurdest du von Uranus Schwert getroffen?”
“Getroffen, durchbohrt, wo ist der Unterschied? Fakt ist, dass ich ihre Identität kenne und dies auch gar nicht so schlecht ist.”, fügte er flüsternd hinzu.”
“Ihr seid zusammen?”, schlussfolgerte die Andere dank ihrem messerscharfem Gehör und schlug die Beine übereinander.
“Ähm...”, fing er an und wurde, obwohl er alles versuchte um dagegen anzukämpfen, rot. “Weiß nicht ob man das so nennen kann. Ich denke mal, wir sind auf einem gutem Weg dorthin.”
“Wieder etwas, was ich Uranus verschweigen werde.”, seufzte sie. “Sie hat gerade eingesehen, dass du nicht der Feind bist, also setzte ich ihr Halbvertrauen lieber nicht aufs Spiel.”, murmelte sie, als wäre sie allein.
“Willst du mir damit irgendwie offenbaren, dass Uranus unter Umständen Haruka Tenoh ist?”, fragte er grinsend und legte sämtliche Betonung in “unter Umständen”.
“Ist das nicht offensichtlich? Aber sie hätte eh keine Zeit, dich dafür noch zur Brust zu nehmen.”
“Lass mich raten, wir nähern uns endlich dem wirklichem Grund meines Hierseins?”
“Richtig, aber dazu muss ich dich erst einmal um absolute Verschwiegenheit bitten. Kein Wort über dieses Treffen zu niemandem, gerade nicht zu Hotaru. Du musst dich drauf einrichten, dass sie Fragen stellen wird.”
“Sicherlich, denn sie weiß ja, dass ich heute Abend hier bin. Aber ich werde da schon rauskommen.”
“Gut, denn niemand darf von diesem Abend wissen. Ich habe es auch Uranus nicht erzählt, also musst auch du erstmal schweigen.”
“Wie gesagt, geht klar. Jetzt spuck schon aus, worum es hier geht. Du hast ja wirklich alles getan, um mich milde zu stimmen.”
“Ich will dich um etwas bitten, etwas ziemlich Konkretes. Du musst wissen, Uranus und ich werden auf unsere Planeten zurück kehren und zwar noch heute Nacht.”
“Warum? Ihr werdet hier gebraucht, immerhin wäre ich am Sonntag draufgegangen, wenn Uranus mich nicht gerettet hätte.”
“Wir tuen dies, weil wir glauben, so mehr über die Bedrohung zu erfahren. Uranus und ich spüren, dass die eigentliche Gefahr noch auf dem Weg hierher ist.”
“Ist das dein Ernst?”, fragte er erstaunt. “Diese beschissenen Monster sind doch schon schlimm genug.”
“Ja, du hast ja Recht, aber unsere Vergangenheit hat uns gelehrt, dass sich die wirklichen Gegner immer erst später auftauchen. Dem wollen wir vorbeugen.”
“Indem ihr einen auf One Man Show macht, während wir es kaum schaffen eines der Viecher allein zu erlegen? Also Michiru, es tut mir leid, aber das ist Wahnsinn.”
“Möglich, aber was sollen wir tun? Die Aufgabe der äußeren Senshies ist es, Feinde außerhalb des Sonnensystems sofort abzufangen.”
“Warte mal, gehört Saturn nicht auch zu euch “Äußeren”? Müsste sie dann nicht eigentlich mit euch mit?”
“Aber Hotaru ist nicht bereit zu so etwas. Besonders nicht seitdem es dich in ihrem Leben gibt, was uns zu meinen Wunsch bringt. Durch die Bilder bin ich mir sicher, dass du eine Verbindung mit unserer Vergangenheit hast. Du hast mir sogar Dinge gezeigt, an die ich mich nicht einmal erinnern kann und seitdem glaube ich, dass wir noch nicht unsere gesamte Vergangenheit kennen.”
“Stop, Auszeit, nochmal von vorn! Willst du mir sagen, dass ich schon einmal gelebt habe? Zusammen mit euch?”
“Ja, das denke ich. Du bist mit Hotaru verbunden, wie es ansonsten nur Prinzessin Serenity und Prinz Endymion sind, also muss es so sein. Deswegen musst du dich in unserer Abwesenheit speziell um Hotaru kümmern und auch unsere Aufgabe, so weit es dir möglich ist, weiter führen und Sailor Moon beschützen.”
“Sehe ich so aus, als wenn ich nichts besseres zu tun hätte?”
“Nein, tust du nicht.”, erwiderte sie unverblümt.
Mazaru lehnte sich zurück und schloss die Augen. Seine Gedanken überschlugen sich und er bemerkte, dass sie Recht hatte. Er hatte nichts besseres zu tun und außerdem würde er es eh tun. Im Notfall würde er sein Leben geben, wenn er damit Hotaru helfen oder eine der Kriegerinnen retten könnte. Doch er wollte eine Gegenleistung dafür. “Dann musst du mir erklären, was damals mit Masato passiert ist und was das für eine Energie war, die euch Sonntagabend lahmgelegt hat. Und was es mit dieser Geschichte um Hotarus Wiedergeburt auf sich hat. Ihre Erklärungen vorhin waren doch etwas dürftig.”
“Einverstanden, unter der Bedingung, dass sie Masato nicht damit konfrontieren. Wir wissen nicht, warum er wiedergeboren wurde, ob er erwachen soll und wenn, auf welcher Seite er dann stehen wird. Masato war wie gesagt einer der vier Generäle des Dunklen Königreichs, doch das war nicht immer so...”
Am Ende der Berichte rauchte dem Schwarzhaarigem der Kopf. Vollgestopft mit einem vollständigem Bericht über zwei Gegner der Sailor Senshies, trank er seine mittlerweile vierte Bierflasche aus. Michiru saß seelenruhig in ihrem Sessel, während sie den Bericht abschloss und ihn erst einmal verarbeiten ließ.
“Ich hätte nicht fragen sollen.”, seufzte er.
“Ich glaube, es ist besser so. Du verstehst jetzt, dass du deinen Nachbar nicht darauf ansprechen solltest?”
“Völlig. Genauso wenig, wie ich Hotaru von selbst auf diese Scheiße ansprechen werde.”
“Sie wird es dir danken. Also, würdest du mir den Gefallen tun und dieses Gespräch heute als unser Geheimnis betrachten und mir meinen Wunsch erfüllen?”
“Geht klar. So lange ich nicht draufgehe, werde ich mein Bestes tun.”
“Dein Bestes reicht hoffentlich. Wenn Haruka und ich scheitern, dann...”
“Nun bleib mal ganz ruhig. Wenn du Angst hast, dann verteidige den Planeten doch hier.”
“Nein, das geht leider nicht. Der Plan ist unumstößlich.”, erwiderte sie und sah auf die Uhr. “Und ich muss jetzt los, ansonsten reißt sie mir den Arsch auf.”
“Solch ungehobelte Worte von einer edlen Violinistin?”, gab er grinsend zurück. “Soll ich dich fahren?”
“Du solltest lieber die U-Bahn nehmen, bei dem ganzen Bier.”
“Wäre wohl besser.”, nickte er zustimmend. “Also, ich wünsche euch viel Glück bei eurem Unterfangen.”
“Das können wir wahrscheinlich gebrauchen. Nun denn, Mazaru. Kümmere dich gut um Hotaru, ja?”
“Mach ich und tut ihr der Kleinen den Gefallen und kommt heil zurück.”
“Wir versuchen’s.” Sie streckte ihm die Hand entgegen, die er mit seiner umschloss und sie schüttelte, dann ging sie zur Tür und hielt sie ihm auf.
“Wir sehen uns wieder.”, sagte sie noch, als er sich mit einer Verbeugung verabschiedete.
“Natürlich, ich will ja irgendwann eine Versöhnungsfeier mit Haruka.”
“Dann musst du Hotaru zu ihrer absoluten Zufriedenheit beschützen.”
“Pah. Wenn’s weiter nichts ist. Also, Adios Michiru.”
Michiru sah ihm noch eine ganze Weile nach, auch als er schon längst aus ihrem Sichtfeld verschwunden war, bevor sie die Tür langsam schloss. Sie dachte nicht über die möglichen Konsequenten, die auf sie zu kommen konnten, wenn Haruka oder Usagi von dem Gespräch erfahren würden. Hotaru würde in ihren Augen nichts dagegen einzuwenden haben, da sie selbst keine von ihnen über die Aufdeckung ihrer Identität berichtet hatte. Michiru sammelte ihre Energie und trieb ihren Körper mit gestärkten Fähigkeiten durch das Kellergewölbe nach draußen und weiter mit langen weiten Sprüngen in Richtung Jubanpark, wo die versammelte Mannschaft auf sie wartete. Usagi und die Anderen sahen missmutig drein, als sie sich neben Uranus stellte und sich entschuldigend verbeugte. “Es tut mir leid, die Fans waren ziemlich aufdringlich heute Abend.”
“Schon gut, Michiru. Es geht ja noch zeitmäßig.”, erwiderte die verwandelte Haruka.
“Seid ihr euch wirklich sicher?”, fragte Rey. “Ihr müsst nicht gehen.”
“Ach kommt.”, stöhnte Haruka verärgert. “Wie oft haben wir das jetzt schon durchgekaut?”
“Bitte, Haruka... Ihr wärt hier doch viel effektiver...”, fing Usagi an, doch ein vollkommen erzürnter Blick ließ sie verstummen.
Michiru wandte sich von der Diskussion ab und betrachtete ihre Adoptivtochter, die es als einzige schaffte, ihre Gesichtszüge völlig ausdruckslos aussehen zu lassen, doch sie wusste genau, dass es in ihrem Inneren brodelte. Wie sie den rechten Arm um sich geschlungen hatte, wie sie es nicht schaffte ihre Zieheltern anzusehen, all das verriet Michiru, dass ihre Kleine kurz davor war in Tränen auszubrechen. Dabei musste sie an Mazarus Versprechen denken und an sein rotes Gesicht nach ihrer Frage, ob die Beiden zusammen wären.
“Entschuldigt bitte nochmal. Komm bitte kurz mit, Hotaru.” Sie ging zu ihr herüber und legte ihr die Hand auf die Schulter, wobei sie einen sanften Druck ausübte um die Schwarzhaarige von den Anderen zu entfernen.
“Was... Was gibt es noch?”, fragte diese und wand sich wieder ab, weg von Michirus Augen.
“Ich wollte mich von dir verabschieden und dir noch etwas auf den Weg geben.”
“Was denn? Sei vorsichtig? Pass auf dich auf?”, fragte sie spöttisch, doch ihre Ziehmutter hörte nur den deprimierten Unterton.
“Halte dich an deinen Freund.” Augenkontakt, sofort als sie es ausgesprochen hatte. Michiru lächelte warm, als sie das wässrige Paar Augen vor sich sah und schlang die Arme um Hotaru. “Du hast wirklich einen guten Geschmack.”
“Worüber habt ihr gesprochen?”
“Dies und das. Ich wollte ihn nur kennen lernen, aber bitte verrat den Anderen nichts von dem Gespräch. Es würde zu viel aufwühlen und es würden sicherlich ein paar Fragen zu viel geben.”, fügte sie augenzwinkernd dazu.
“Ich verspreche es, wenn du schwörst, Haruka nichts von... na ja, du weißt schon, zu erzählen.”
“Ich habe nicht die geringste Ahnung, wovon du sprichst.”, erwiderte sie augenzwinkernd.
Hotaru drückte sich ganz fest ihre Ziehmutter, was diese ihr gleichtat. Dann drückten sie zärtlich ihre Stirnen gegeneinander, bis Harukas Stimme die Stille durchschnitt. “Wo zum Geier bleibt ihr denn? Michiru, wir müssen los.”
Doch Hotaru dachte nicht daran sie gehen zu lassen. Ihre Hände krallten sich in Michirus Rücken, die völlig überrascht zusammenzuckte, jedoch schnell die Arme wieder um sie legte, als sie das Schluchzen der Schwarzhaarigen bemerkte. “Bitte, Mama Michiru, ihr dürft nicht gehen. Bitte, ich flehe dich an. Denk doch an Setsuna.”
“Schatz... Hotaru, wir haben das Ganze doch schon tausendmal besprochen. Wir werden die Feinde aufhalten und kommen dann zurück.”
“Das habt ihr vor fünf Jahren schon mal gesagt.”, konterte sie verbittert. “Und wir alle wissen, was dann passiert ist.”
“Aber so weit wird es dieses Mal nicht kommen. Wenn die Gefahr für uns zu groß wird, kommen wir sofort zurück, das schwöre ich dir.”
“Wirklich?”, schluchzte Hotaru erneut.
“Wirklich.”, gab sie mit dem mütterlichstem Lächeln zurück, dass sie aufbringen konnte.
“Mein Gott, Michiru! Jetzt komm doch endlich.”, brüllte Haruka und man hörte Schritte auf sie zu kommen. Als sie den Busch umrundet hatte, sah sie in die beiden Gesichter, die ihr vollkommende Unbekümmertheit verrieten. “Können wir jetzt endlich los?”, fragte sie genervt.
“Ja, ich verabschiede mich nur noch von den Anderen.”, erwiderte ihre Lebensgefährtin und die Drei gingen zurück zu den Anderen, dabei lag Michirus Hand immer noch auf der Schulter der Schwarzhaarigen, die sich in die Reihen der inneren Kriegerinnen gesellte. Das Pärchen stellte sich ihnen Gegenüber. “Die Zeit ist gekommen.”, sagte Uranus.
“Das Hauptquartier ist rund um die Uhr besetzt, um mit euch Kontakt zu halten. Wir sind ständig mit euch verbunden.”, erklärte Usagi.
“Wir sind bald zurück.”
“Hoffentlich Michiru...”, erwiderte Amy.
“Verlasst euch auf uns. Bis dann.”, sagte Haruka noch und schon nahmen sie sich an der Hand und waren in einem Lichtstrahl verschwunden. Hotaru konnte ihre Tränen kaum noch zurück halten, als sie in Richtung Himmel starrte, im Gegensatz zu Usagi, die auf die Knie sank und Mamoru abwehrte, der sie hochziehen wollte. Sie schlug mit beiden Fäusten auf den Boden und schrie sich die Seele aus dem Leib: “Sie sind weg... Sie sind weg...”
 
Huhu

*Tränchen wegwisch* Ich kann mir Usagi gerade so richtig gut vorstellen... und Hotaru auch *schnüff*
Hättest du nicht noch ein wenig weiter schreiben können? Das ist voll die doofe Stelle um uns jetzt zwei Wochen sitzen zu lassen *find*

Aber ansonsten hast du kleine Fehler eingebaut, aber ich denke, das liegt an der fehlenden Überarbeitung, richtig? Ich fand den Teil mal wieder sehr nett und endlich ist ein kleines Geheimnis gelüftet ^^
Ich hätte übrigens nicht damit gerechnet, dass Michiru Hotaru etwas von dem Gespräch sagt. Aber nette Sache, auf jeden Fall :)

Muss das wirklich 2 Wochen oder länger dauern, bis ein neuer Teil rauskommt? Schreib doch bitte bitte schneller weiter... Ich bin soo neugierig ^^"

lg Saphira
 
sehr interessantzer teil. das gespräch zwischen mazaru und michiru fand ich sehr gut. auch sonst hast du es sehr gut geschilder, vor allem die verabschiedung mit usagi-typischem schlusssatz.

kritik: ziemlich viele fehler, hier mal die "größten"

“Wollen sie mehr helfen es auszuziehen?”
o.O?

Also, wie haben sie es geschafft, so mir so gut nachzuspionieren?”
wortwiederholung...

Vielleicht erlangen sie ja während unseres Gesprächs ja die Erkenntnis.
wortwiederholung. ^^

“So wie das gesehen haben, hat es sich vor sieben Jahren in einem Park hier in Tokio zu getragen."
irgendwie fehlt da was

Mazaru schloss bei ihren Worten und massierte sich die Schläfen.
er schloss?

unsere Vergangenheit hat uns gelehrt, dass sich die wirklichen Gegner immer erst später auftauchen.
sich auftauchen ist ne interessante worterschaffung ^^

Hotaru drückte sich ganz fest ihre Ziehmutter
fehlt auch wieder was

“Wirklich.”, gab sie mit dem mütterlichstem Lächeln zurück, dass sie aufbringen konnte.
hihi, son bischen grammatik-geplapper kann ja nicht stören ;) hier der satz, wie er richtig sein müsste:
"Wirklich.", gab sie mit dem mütterlichsteN Lächeln zurück, daS sie aufbringen konnte.

aber bei so viel text kann das ja passieren. bin gespannt, ob du wirklich "nur" 2 wochen bis zu nächsten teil benötigst. freu mich jedenfalls schon drauf.
 
Blah ^^ (Für die Übersetzung ist Blackrose verantwortlich :D)

Alptraum, das war das einzige Wort, das Hotaru als Beschreibung des zweiten Tages nach dem Abschied ihrer Zieheltern einfiel, denn wieder gab es einen Angriff, wieder gab es Tote und lebensbedrohlich Verletzte, darunter einige, die Hotaru sogar flüchtig kannte und jedes Opfer hatte sie zumindest einmal gesehen. Fünfundzwanzig junge Menschen, drei Lehrer und der Hausmeister, der versuchte, sich mit einem Spaten gegen die grinsenden Bastarde, wie Mazaru die zwei Zombies später bezeichnet hatte, zu verteidigen, dabei jedoch kläglich gescheitert war, Hotarus engste Freunde und die über hundert Leichtverletzten waren nicht in dieser Zählung. Totoru und Mirouke hatten nur kleinere Schnittwunden durch umherfliegende Glassplitter abbekommen, doch Rinoa und die Anderen wunderten sich, dass der schwarzhaarige Mazaru nicht auf einer Barre mit einem Tuch über dem Körper vom Schulhof gebracht wurde.
Die Zombies waren in unterschiedlichen Klassenzimmern aufgetaucht und Mazaru, Hotaru und Kathlyn waren sofort zusammengezuckt, als sie es gespürt hatten, während ersterer sofort aufgesprungen und aus seinem Raum gerannt war, gegen den Strom flüchtender Schüler, von denen einige schon leicht verletzt waren, ankämpfend, bis dieser abriss und Mazaru vor dem Raum stand, in dem ein Zombie gerade dabei war, einem Dreizehnjährigen, der sich unter den Qualen die Seele aus dem Leib schrie, den rechten Arm abzureißen, der als blutiger Stumpf auf dem Boden landete. Als sich der Zombie an dem anderen Arm zu schaffen machte, schritt Mazaru mit einem gewaltigen Tritt ein, worauf das Monster von seinem Opfer abließ und sich auf den Schwarzhaarigen konzentrierte, der einem Vorstoß auswich und ihn dann aus dem zweiten Stock aus dem Fenster tackelte. Dabei hatte der Zombie die härtere Landung, da Mazaru auf ihm landete und ihm sein Knie in den Oberkörper bohrte, wonach er aber nur aufstand und den Schwarzhaarigen angrinste, als hätte er keinen Angriff abbekommen, der jedem Menschen die Wirbelsäule gebrochen hätte. Es entbrannte ein verbitterter Kampf zwischen den Beiden, wobei Mazarus Wunde von der Prügelei mit Uranus durch den Aufprall und dem Kampf wieder aufbrach und sich unzählige weitere Cuts und Blessuren da zufügten. Weitere Tote konnte der junge Mann dieses Mal nicht verhindern, durch seine starken Schmerzen brauchte er immer längere Regenerationsphasen, die der Zombie ausnutzte um sich in die Menge zu werfen, wobei es zu der Begegnung mit dem Hausmeister kam. Erst Sailor Moon, die mit ihrem gesamtem auf der Erde anwesenden Verein auftauchte, konnte dem Treiben ein Ende setzen und das Monster eliminieren.
Hotaru hatte ganz andere Probleme in ihrer Geschichtsstunde, denn der zweite Zombie entstieg ihrem Geschichtslehrer und wuchtete sich sofort in ihre Richtung, doch Totoru reagierte blitzschnell und riss sie zu Boden, wo sie sich verstecken wollte, um sich zu verwandeln, wenn der Raum sich geleert hatte, doch ihre Freunde zogen sie weg von dem Vieh und raus aus dem Raum. Aus dem Fenster des Flurs sahen sie den Kampf ihres Freundes und Hotaru schluckte schwer, denn sie wusste, dass er stark geschwächt war, doch da flog ein abgerissener Kopf durch die Scheibe in der Tür ihres Klassenzimmers, wodurch Splitter die schützend erhobenen Arme der Jungs zerschnitten. Schreie flogen durch die Gegend wie auch Blut und Körperteile, Rinoa packte ihre Freundin an der Hand und zog sie mit sich nach draußen, wo sie Kathlyn trafen, deren Gesicht blutverschmiert war, jedoch war es nicht ihr Lebenssaft gewesen. Mittlerweile waren die Senshies eingetroffen und hatten den ersten Zombie vernichtet, doch der Zweite war dumm genug, ihnen zu folgen, wo er sofort von einem Feuerangriff empfangen wurde, wonach Sailor Moon auch ihn mit Leichtigkeit ausradierte.
Hotaru hetzte sofort zu ihrem Freund, der sich lächelnd aber völlig entkräftet an einen Baum lehnte und sich eine Zigarette drehte. Auf ihre Frage nach seinem Befinden, wank er nur ab und zündete sich die Kippe an und nickte. Die Kriegerinnen nickten Hotaru kaum merklich zu und verschwanden unter durch die Situation verhaltenem Applaus und ihr Platz wurde von mehreren Krankenwagen eingenommen.
“Willst du wieder auf stur schalten?”, fragte Hotaru den Anderen spitz.
“Nein, aber glaub mir eine Sache: Hier gibt es einige, die die Sanitäter wesentlich dringender brauchen.”
“Da hat er Recht, Hotaru. Hast du den Jungen mit dem abgerissenem Arm gesehen?”, fragte Totoru angewidert.
“Wenn ich nicht gewesen wäre, hätte er den Anderen auch noch verloren.”, grummelte Mazaru und drückte sich unter Schmerzen nach oben. “Ich hau ab. Wollt ihr mitkommen?”
“Wird das nicht ein wenig eng in deinem Wagen?”
“Was denn? Hotaru vorn, Kathlyn auf deinen Schoß und Mirouke und Rinoa daneben, oder meine Lieblingsvariante: Rinoa in den Kofferraum.”
Mirouke lachte darüber noch eine ganze Weile, jedoch lehnten die Vier ab. Nur Hotaru begleitete ihn in seine Wohnung, wo sie sich um eine Kanne Kaffee kümmerte, während er sich auf der Couch liegend einen Beutel Eiswürfel auf die Stirn gepackt hatte. Das Mädchen stellte die Kanne und zwei Tassen auf den Tisch, goss diese voll und kniete sich dann vor ihm nieder, wobei sie seine Hand in ihre nahm und sie sanft drücke. “Hast du wirklich nichts?”
“Außer verdammten Kopfschmerzen geht es mir wirklich gut. Tja, irgendwie hat Uranus heute gefehlt.”
“Sie hat es doch eingesehen...”, erwiderte die Schwarzhaarige kleinlaut.
“Ja schon, aber trotzdem wäre sie wahrscheinlich wieder als Erste dort gewesen und hätte Schlimmeres verhindert. Aber warum hast du dich eigentlich nicht verwandelt?”
“Die Anderen haben mir keine Chance gelassen, es tut mir leid.”
“Ich mach dir doch keine Vorwürfe, Hase. Musst dich ja nicht auch noch verprügeln lassen.”
“Wäre mir aber lieber gewesen, wenn du schon so einstecken musst.”
Er schnappte sich den Eiswürfelbeutel und hob ihn ein paar Zentimeter in die Luft um ihr in die Augen zu sehen. “Lieber nicht. Mein Gesicht verträgt dieses Veilchen, aber bei deinem blassem Gesicht wäre das nicht gut.”, grinste er und strich ihr über die Wange.
“Vielen Dank.” Sie schob die Hand mit dem Beutel von seinem Gesicht und küsste den Bluterguss, wobei er zusammenzuckte, aber lächelte. Sie wollte gerade ihre Lippen auf seine legen, da piepte ihr Kommunikator. Sie rollte genervt mit den Augen, ging jedoch trotzdem ran, nachdem sie ihm gebot, ruhig zu sein.
“Ja?”
“Komm sofort ins Hauptquartier, wir haben was zu bereden.”, erklang Usagis Stimme erregt.
“Was gibt es denn?”
“Wir wissen es nicht, komm bitte sofort her.”
“In Ordnung.”, erwiderte sie seufzend und klappte die umgebaute Armbanduhr zu. “Du hast es gehört, ich muss los.”
“Schon OK. Ich bin hier, wenn du mich brauchst.”
“Danke.”, sagte sie lächelnd, nahm sich ihre Tasche und beugte sich zu ihm herunter um ihn zu küssen.
“Bis dann.”, sagte danach er augenzwinkernd und sah ihr nach, wie sie nahezu tanzend den Raum verließ und als er die Haustür zufallen hörte, fiel der Eisbeutel wieder auf sein Gesicht.
Hotarus Gesicht wurde während des gesamten Weges von einem herzlichem Lächeln verzaubert, trotz der Brutalität und der Grausamkeit, die sie an diesem Tag erlebt hatte. Sie plante schon nach dem Bericht, den sie glaubte abliefern zu müssen, sofort zurück zu Mazaru zu fahren und dort weiter zu machen, wo sie gestört worden waren. Bei dem Gedanken daran errötete sie und schüttelte peinlich berührt den Kopf. “Nein, nein, nein...”, flüsterte sie vor sich hin. “Wir sind nicht einmal richtig zusammen, glaube ich zumindest. Da kann ich doch nicht an so etwas denken.” Doch trotzdem ließen sich die Gedanken nicht von ihr aus ihrem Kopf verbannen, was auch dieses Grinsen auf ihrem Gesicht nicht verschwinden ließ. Mit diesem Lächeln stieg sie aus dem Linienbus vor dem Crown Game Center und betrat die Spielhalle, wo sie Motoki suchte. Dieser stützte sich mit den Ellbogen auf der Theke und hatte den Kopf in den Händen vergraben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste Sailor Saturn, dass etwas nicht stimmte, vorhin hatte sie ja kaum Usagis Worte realisiert, geschweige denn die Stimmung, die sie verbreitete, doch durch Motokis Haltung sprang sie die schlechte Vorahnung an. Er bemerkte nicht, dass sie vor ihm stand, also zupfte sie vorsichtig an seinem Ärmel, worauf er aufsah. “Oh, Hotaru. Ich bring dich runter.”
“Was ist passiert?”, fragte sie langsam.
“Das... das kann ich dir nicht sagen.”, stotterte er zusammen und schüttelte den Kopf. Dann legte er über der Theke den Arm um sie und führte sie zu der Tür, die ins Hauptquartier führte. Motoki begleitete sie nicht wie sonst die Treppe herunter, er blieb vor ihr stehen und nickte ihr zu. Alles in ihr sträubte sich dagegen die erste Stufe zu nehmen, lange sah sie sich den Gang, den sie unzählige Male herunter gegangen war, genau an.
“Nun geh schon.”, seufzte er. “Die Anderen warten schon.”
In ihrem Kopf schrie es “Ich will nicht!” doch Motoki drückte sie mehr oder weniger sanft auf die erste Stufe und ihr blieb nichts anderes übrig auch den Rest hinabzusteigen. Vor der nächsten schweren Tür blieb sie wieder stehen und die schreiende Stimme in ihrem Kopf wurde immer lauter. Sie seufzte. “Schon komisch...”, flüsterte sie vor sich hin. “Vor zehn Minuten war ich noch so glücklich und jetzt will ich nicht einmal meine Freunde sehen.” Sie sah auf und atmete noch einmal tief durch, bevor sie mit so viel Selbstvertrauen, wie sie aufbringen konnte, die Klinke herunterdrückte und die Tür auf stieß. Was sie vorhin bei Motoki gefühlt hatte, hatte sie schon zu Genüge deprimiert, doch die Stimmung in der Kommandozentrale war in der denkbar schlechtesten Verfassung. Die Gesichter von fünf jungen Frauen, einem Mann und zwei Katzen drehten sich ihr zu und spätestens bei Usagis verheultem Gesicht schwante Hotaru, was passiert sein musste.
“Was ist mit Haruka und Michiru passiert?”, fragte sie gerade heraus, worauf Usagi vom nächsten Heulkrampf überwältigt wurde und alle Anderen betreten zu Boden sahen. Von der Blonden hörte Hotaru die wimmernde Worte: “Ich habe es gewusst, dass das passiert...”
Hotaru wusste genau, was diese Worte bedeuteten, ihre Beine fingen an zu zittern, jemand schlug mit einem Hammer von innen gegen ihren Schädel. Ihre linke Hand suchte etwas, wo sie sich aufstützen konnte, fand die heran geeilte Makoto, die den Arm um ihre Schulter legte und sie zu einem Stuhl schleppte. Rey rückte ihren Stuhl näher zu der Anderen und legte ihre Hand tröstend auf die zitternde Hand Hotarus, die noch einmal fragte, was passiert war.
“Wir wissen es nicht genau.”, fing der weiße Kater an zu erklären, doch Usagi sprang plötzlich auf, immer noch liefen die Tränen über ihre Wangen.
“Was heißt das, wir wissen es nicht genau? Erzähl keinen Mist Artemis, es ist genau wie vor fünf Jahren, als sie gegen Galaxia gefallen sind.”
Hotarus Augen weiteten sich, obwohl sie es gewusst hatte, ganz genau gewusst hatte. “Du... du kannst sie nicht mehr spüren?”, fragte sie ihre Anführerin, die als Antwort nur einen weiteren verheulten Aufschrei von sich gab.
“Wir haben alles aufgezeichnet, Hotaru.”, fing Luna wieder an. “Und wir wollen, dass du es dir anhörst.”
Wieder diese brüllende Stimme in ihrem Kopf, die “Nein!” schrie, doch Luna machte sich schon an dem Hauptrechner zu schaffen und drückte abschließend die Enter-Taste, worauf die Stimmen ihrer Eltern und der Katzen aus den Boxen erklangen.
“Wir sind auf Neptun angekommen.”, sagte Uranus.
“Irgendwas Merkwürdiges?”
“Nein, Artemis. Bis hierhin nicht.”, erwiderte Michiru.
“Wartet mal, der Computer zeigt irgendwas an.”
“Was ist denn, Haruka?” Michirus Stimme klang angespannt.
“Pluto, irgendetwas stimmt nicht mit ihm.”
“Was denn?”, fragte nun Luna.
“Er... er hat sich seit... seit dem 24. September... nicht mehr bewegt.”
“Bitte was?”, fragten Michiru und die Katzen gleichzeitig.
“Ich übertrage euch die Daten, dann könnt ihr euch selbst davon überzeugen.”
“Seit dem vierundzwanzigsten ging es doch so rapide mit Setsuna bergab...”, hörte die Schwarzhaarige Michiru grübeln.
“Irgendetwas ist da draußen.”, grummelte Uranus. “Diese Daten können nicht stimmen.”
“Aber sie sagen eindeutig aus, dass der Planet seit diesem Tag still steht.”, erwiderte Artemis.
“Uranus... Schau mal nach draußen.”, stotterte Michiru.
“Was hast du denn?”
“Laut dem Computer müsste Pluto genau dort sein. Aber... er ist nicht dort.”
“Du... du hast Recht...” Hotaru lauschte gespannt, was danach passiert war, doch sie hörte nur die schweren Atemzüge und die schnellen Schritte der Beiden. “Er ist nirgends.”, führte Uranus weiter.
“Aber... das kann doch nicht sein.” Hotaru sah zu Artemis, der wieder den Kopf schüttelte, als er seine Worte erneut hörte.
“Wir sehen uns das genauer an.”, sagte Haruka bestimmend. “Benachrichtigt ihr die Anderen.”
“Sie kämpfen gerade, aber macht euch auf den Weg. Wenn es Probleme gibt, kommt zurück.”
“Ja, ja, Luna. Macht euch keine Sorgen.”
Es folgte eine ganze Weile Stille, in der die schwarze Katze das Wort an Hotaru richtete. “Wie du weißt, ist das das Einzige, was sie bisher entdeckt haben. Der Rest des Sonnensystems ist friedlich, zumindest bis jetzt.”
“Ja, aber was ist dann passiert?”
“Das kommt gleich.”, sagte Artemis noch, da erklang schon wieder Harukas Stimme.
“Hier... hier ist ein unglaubliches starkes negatives Kraftfeld. Es zieht sich über das gesamte Sonnensystem und grenzt Pluto vollkommen aus.”, stotterte sie zusammen.
“Wahrscheinlich wird die Planetenenergie vollkommen abgeblockt und deswegen geht es Setsuna so mies.”
“Wir nähern uns der Energie.”
Plötzliches Knacken und Rauschen, die Worte wurden verschluckt, ein Schmerzensschrei von Michiru, Bruchstücke von Uranus Angriffssprüchen, die Silben “Ha” und “Mi”, dann undurchdringliche Stille.
“Um 14.34 Uhr brach der Kontakt zu den Beiden vollkommen ab und genau in diesem Moment spürte Usagi auch ihre Präsenz nicht mehr.”, sagte Artemis noch. “Aber wir haben noch etwas über dieses Kraftfeld herausgefunden.”
“Es bewegt sich weiter, beziehungsweise es zieht sich zusammen... um die Erde, auch wenn es sehr langsam ist.”
“Das kann bedeuten, dass es dir bald genau so ergehen könnte wie Setsuna.”, beendete Artemis die Erklärung, doch Hotaru hörte nicht zu. Setsuna war ernsthaft krank und Haruka und Michiru vermutlich tot, ihre Eltern, die Menschen, die ihr in den letzten fünf Jahren ein Dach über ihren Kopf gegeben haben, konnten nicht mehr für sie da sein. Auf diese Erkenntnis folgten nur bittere Tränen, die in Sturzbächen ihren Wangen herunter flossen und keiner der Anwesenden startete auch nur einen Versuch, das Mädchen zu trösten. Usagi klammerte sich so fest sie konnte an ihren Mamoru, auch Amy und Minako konnten ihre Tränen nicht mehr zurück halten, Rey kämpfte verzweifelt dagegen an und Makotos Gesichtsausdruck war vollkommen leer gefegt.
Hotarus Hände verkrampften sich, während sie diese zu Fäusten geballt hatte. Sämtliches Glücksgefühl, dass sie vorhin noch empfunden hatte, war Verbitterung gewichen, die ihren ganzen Körper und ihren Geist eingenommen hatte. Sie sah den Raum nicht mehr, die Tränen hatten ihr den Blick verschleiert. Sie sprang auf und rannte los, raus aus dem Hauptquartier, weg von den schlechten Nachrichten. Die Treppe herauf, durch die Spielhalle, wo sich haufenweise Gesichter in ihre Richtung drehten und der weinenden Schwarzhaarigen nachsahen, darunter auch Motoki, der seine Schwester Unazuki aus dem benachbarten Café rief und sich die Schürze vom Körper riss, nachdem er bemerkt hatte, dass keine der anderen Senshies ihr hinterher kam. Sofort startete er ihr hinterher und hatte bald durch seine größeren Schritte zu der immer noch laufenden Hotaru aufgeschlossen. Er griff nach ihrer Schulter und riss sie herum, wonach er ein verheultes Gesicht betrachten musste, dass ihn wimmernd ansah.
“Motoki...”, schluchzte sie und fiel ihm verzweifelt um den Hals.
“Ich weiß... Auch wenn es für mich bei weitem nicht so schlimm ist.”, sagte er und legte seine Arme um sie um sie tröstend an sich zu drücken.
Ihre Tränen benetzten sein Hemd, während er immer wieder beruhigende Worte auf sie niederregnen ließ. Irgendwann ließ sich Makoto blicken, auch sie hatte wohl den Kampf gegen die Tränen verloren, doch sie nickte Motoki so selbstbewusst, wie sie konnte, zu, worauf er Hotaru an die Brünette übergab.
“Danke, dass du sie aufgehalten hast.”
“Aufgehalten ist blöd ausgedrückt, Mako. Ich wollte sie nur trösten, immerhin bin ich doch einer von euch.”
“Ja, du hast Recht. Wie gesagt, Danke.”
“Keine Ursache... Ich muss wieder zur Arbeit und es irgendwann noch Unazuki erzählen.” Er seufzte schwer. “Also, bis dann...”, sagte er und verabschiedete sich mit einem gequälten Lächeln von den Beiden.
“Die Anderen sind nach Hause. Keiner von ihnen hat noch Lust viel zu bereden.”
“Ich hab kein zu Hause mehr...”, erwiderte Hotaru verbittert.
“Du kannst ein für’s Erste bei mir wohnen. Oder bei Rey... Wir würden dich alle aufnehmen, das weißt du doch.”
“Nein, ich...”
“Hotaru, keine falsche Bescheidenheit. Du würdest keinen von uns nicht stören.”
“Ich kann nicht zu Rey, da ist auch Setsuna und... nein, das kann ich im Moment nicht. Amy wird sich bestimmt in ihre Bücher flüchten und Usagi war vorhin schon...”
“Bleiben immer noch Minako und ich.”
“Nein, es tut mir leid. Ich müsste die ganze Zeit an...” Wieder diese verdammten Tränen, die in ihr hochschossen.
“Willst du etwa zurück in die Villa?”, fragte Makoto ungläubig, doch da war es um die Schwarzhaarige geschehen. Sofort drückte sie die Kleinere an sich und entschuldigte sich bei ihr.
“Sorry, Mako, aber ich... ich will allein sein.”, sagte sie, drehte sich um und rannte wieder los. Makoto streckte den Arm nach ihr aus, erwischte sie jedoch nicht mehr, besann sich aber darauf, ihr nicht hinterher zu laufen.
“Früher...”, flüsterte sie und senkte den Kopf. “Früher hätten wir uns nie zu so einem Zeitpunkt getrennt... Die Gemeinschaft der Senshies gibt es wohl nur noch im Kampf.”
Hotaru ging nur noch langsam und ziellos durch die Straßen, die Seitenstiche waren zu stark geworden, als dass sie noch hätte weiterlaufen können. Antrieb hatte sie eh keinen mehr, doch trotzdem wandelte sie durch die Straßen und dachte an ihre Zieheltern, wobei die Tränen immer wieder zurückkehrten. Ein paar Mal hatte Mistress versucht, sie zu beruhigen, doch Hotaru ignorierte sie. Die Schwarzhaarige wusste nicht, wie lange sie schon wanderte, doch es war schon so spät, dass die Straßenlaternen aufflackerten, was Hotaru zum ersten Mal nach Stunden aufblicken lies und sie erkannte im Dämmerlicht der Lampen ein Schild. “Infinity-See” stand darauf und die Schwarzhaarige musste ein wenig lächeln, während sich vor ihr der kreisrunde Krater, vollgeflossen mit dem Wasser aus der Tokioer Bucht, erstreckte. Niemand hatte sich darum gekümmert, den Krater wieder aufzuschütten und bebaubar zu machen, nachdem der Infinitykomplex bei ihrem Kampf gegen den Pharao der Death Busters in die Luft geflogen war und diesen See hinterlassen hatte. Zumindest wurden die Trümmer weggeräumt, doch von den drei Poldern wollte danach kaum noch jemand was wissen. Die Leute hatten Angst, seitdem der Kampf beendet gewesen war, genau wie sich auch rund um den Bereich des TV-Senders, in dem Galaxia ihr Hauptquartier eingerichtet hatte, niemand mehr zu leben traute. Einige Wenige hatten dort Geschäfte aufgebaut, doch die Besitzer wechselten ständig und keiner der Läden hatte die fünf Jahre überlebt.
Das Mädchen kniete sich hin und kreiste mit der rechten Hand im Wasser und massierte sich mit der Linken die Schläfe auf der gleichen Seite. An diesem Ort hatte alles angefangen, unter der Infinityschule, in den Laboren ihres Vaters, wo sie von ihm so missbraucht wurde. “Nein, nicht von ihm... Von Germatoid, von den Death Busters.”, flüsterte sie vor sich hin. Sie zog die Hand aus dem Wasser, die jetzt mehr vor Kälte zitterte. “Und an diesem Ort wurde ich zur Sailor Kriegerin, obwohl Haruka und Michiru das verhindern wollten.” Sie sah es wieder vor sich, Mistress Nine in ihrer Gestalt, wie sie Usagi den Silberkristall und den Heiligen Gral abnehmen wollte und diese sich trotzdem schützend zwischen ihr und den Beiden gestellt hat. Usagi hatte alles getan, um sie zu schützen, wie es nach ihrer Wiedergeburt auch Setsuna, Haruka und Michiru getan haben.
“Hotaru?”, erklang Mistress Nines Stimme, doch sie ignorierte es, wie die ganze Zeit schon. Sie hatte keine Lust, sich in diesem Moment mit ihrer ehemaligen Erzfeindin zu unterhalten. Sie wollte mit niemanden sprechen, doch wieder erklang die Stimme in ihrem Kopf. “Hotaru, bitte hör mir zu.”
Ignoranz, sie hatte es so oft durchgezogen, doch trotzdem fragte sie sich, warum Mistress ihr so penetrant auf die Nerven ging. Wieder steckte sie die Hand ins Wasser und zog ihre Kreise, wobei wieder Erinnerungen in ihr aufkamen. In ihrem früherem Leben war sie dank des Daimoneis nicht in der Lage gewesen, zu schwimmen oder einen anderen Sport zu betreiben. Auch wenn sie ohne ihre von Saturn verstärkten Kräfte nicht unbedingt sportlich war, sie erinnerte sich genau, wie sie sich bei ihrem ersten Schwimmbadbesuch nach dem Kampf gegen Galaxia zum ersten Mal bewusst schwimmen war oder beim Sportfest, wo sie nicht sonderlich gut abgeschnitten hatte, aber immerhin hatte sie daran teilgenommen ohne zusammenzubrechen.
“Hotaru...!” Sie zog die Hand wieder aus dem Wasser und setzte sich richtig hin. Die Knie zog sie an und schlang die Arme um sie, den Kopf stützte sie darauf. Alle Drei hatten ihr alle Freiheiten gelassen, die sie brauchte. Wie sie sich gefreut hatten, als sie das erste Mal von Rinoa erzählt hatte, genau wie später bei den Jungs. Mazaru hatte sie ja nie erwähnen dürfen. “Wie Haruka wohl reagieren würde...”, flüsterte sie und wieder kam die Verbitterung.
“Hotaru, verdammt nochmal! Pass auf!”, schrie Mistress absolut verängstigt und endlich hörte sie darauf.
“Was meinst...?”, fing sie an zu sagen, doch da fiel ihr ein junger Mann, ihrer ersten Schätzung nach nur wenig älter als sie, auf. Sie stand langsam auf und musterte ihn misstrauisch. Ihre linke Hand wanderte in ihre Tasche, wo sie die Brosche aufbewahrte.
“Hallo, Hotaru Tomoe.”
“Hallo. Wer bist du?”
“Dein Diener, Königin.” Bevor Hotaru etwas auf diese Anrede erwidern konnte, schnippte er mit den Fingern und jemand packte sie von hinten, der ihr ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase hielt, das mit Betäubungsmittel getränkt war. Sie versuchte noch, die Verwandlungsformel zu denken, doch ihr Hirn schaltete schneller ab, obwohl Mistress sie versuchte mit lauten Schreien wachzuhalten.
Mazaru schreckte aus seinem Dämmerschlaf auf, irgendetwas hatte ihm einen Stich ins Herz versetzt. Er brauchte einen kurzen Moment, bis er erkannte, dass er immer noch auf seiner Couch lag, der triefende Beutel lag auf seinem Schoß, die Eiswürfel darin waren längst geschmolzen, doch das interessierte ihn wenig. Sein Mund war trocken, sein Kopf schmerzte und er wusste, dass irgendetwas mit Hotaru passiert war. Sein Handy bestätigte diese Vermutung, als dieses einen wilden Tanz auf dem Tisch hinlegte, doch er schnappte es sich sofort und drückte den grünen Knopf.
“Ja?”
“Maza, ich glaube das irgendetwas mit Hotaru passiert ist.”, brabbelte Kathlyn aufgeregt.
“Willkommen im Club...”, seufzte er.
“Weißt du, wo sie steckt? Ich habe gerade versucht bei ihr anzurufen, aber das Handy ist aus, und es ist, so weit ich weiß, nie aus, auch wenn nur wir und ihre Eltern dort anrufen.”
“Nicht bei mir. Vielleicht ist sie zu Hause?”
“Warum habe ich dann so ein ungutes Gefühl...? Außerdem gefällt es mir gar nicht, dass du das Gleiche fühlst. Du hast meistens mit so etwas Recht.”
“Ist Toto bei dir?”
“Nein, er ist zu Hause. Soll ich bei ihm nachfragen?”
“Ja, tu das und wenn sie nicht bei ihm ist, frag auch noch Mirouke. Ich schick Rinoa zu ihr nach Hause.”
“Ja, gute Idee... Aber Maza, was machen wir, wenn sie nicht dort ist?”
“Dann warten wir bis morgen, ob sie zu Schule kommt.”
“Hälst du es so lange aus?”
“Keine Ahnung, werden wir sehen.”
“OK... Bis später.”
Er grunzte eine Verabschiedung und legte auf, nur um gleich die nächste Nummer zu wählen.
“Hi, Maza. Was verschafft mir die Ehre, dass du mich anrufst?”
“Klappe halten und zuhören, klar? Hast du mitbekommen, ob Hotaru nach Hause gekommen ist?”
“Nein, wieso? Ich dachte, sie wäre bei dir?”
“War sie auch, aber sie musste dringend irgendwo hin. Das ist nun aber schon ein paar Stunden her und sie wollte sich bei mir melden.”
“Macht sie bestimmt noch, mach dir doch nicht unnötig Sorgen.”
“Ich glaube, dass sie nicht unnötig sind. Tu mir bitte den Gefallen und beweg deinen Arsch rüber zu ihr.”
“Maza, es ist dunkel und ich hab keine Lust.”
“Rinoa, verdammt nochmal, es ist mir wichtig.”, schrie er durch das Telefon.
“Ist ja gut. Ich mach mich auf den Weg.”, seufzte sie. “Ich rufe dich dann an.”
“Danke. Bis nachher.”
Sein Handy flog durch die Luft auf das andere Sofa, er setzte sich richtig hin und massierte sich die Schläfen. Diese Sache gefiel ihm nicht, dieser kurze Stich, den er gespürt hatte, bedeutete nichts Gutes und er gestand sich ein, dass ihm noch weniger gefiel, dass Kathlyn es auch gespürt hatte. Seit dem Kampf im Park, wo sie auch eine Kraft gezeigt hatte, die der Seinen nicht unähnlich war, hatte sich etwas in Totorus Freundin verändert, ihre Bindung zur Schwarzhaarigen war in den letzten Tagen wesentlich intensiver geworden, er hatte keine Ahnung wieso. Mazaru schüttelte den Kopf, stand auf und bereitete sich in der Küche einen Pfefferminztee zu, den er immer trank, wenn sein Schädel brummte und er kein Bier wollte. Langsam schlurfte er zurück ins Wohnzimmer, wuchtete sich auf die Couch, nachdem er die Tasse abgestellt hatte und schaltete den Fernseher an.
Sämtliche Nachrichten verrieten ihm nichts über eine schwarzhaarige Siebzehnjährige, da klingelte sein Handy wieder.
“Hast du was herausgefunden, Kathy?”
“Nein, die Beiden haben sie auch zu letzt in der Schule gesehen. Was ist mit Blondy?”
“Sie müsste sich gleich bei mir melden. Ich hab sie überredet, zu ihr herüber zu gehen.”
“Dann leg ich wohl besser auf. Schreib mir nachher ‘ne SMS, ja?”
“Mach ich. Wir beraten morgen weiter.”
“Ja, ciao.”
Noch während er auflegte, formte sich in seinem Kopf das Wort “Verdammt”. Langsam befürchtete er, dass ein weiteres Monster aufgetaucht war und sie schwer verletzt worden war, aber diesen Gedanken verwarf er schnell. Die Fernsehsender haben über jeden einzelnen Angriff bis ins kleinste Detail berichtet, das hätte er mittlerweile mitbekommen. Bevor er etwas Weiteres denken konnte, meldete sich erneut sein Telefon.
“So Maza, jetzt bin ich hier rüber gewandert und hier ist niemand.”
“Warum sollte sie auch allein dort wohnen...”, murmelte er vor sich hin.
“Ich hab keine Ahnung, wo ihre Eltern sind, also, kann ich jetzt nach Hause?”
“Haruka und Michiru sind außer Haus... Ja, du kannst gehen. Entschuldige bitte, dass ich dich belästigt habe. Wir sehen uns morgen.”
“Du weißt von Haruka und Michiru? Ein Wunder ist geschehen. Na dann, viel Spaß noch. Und nochmal, mach dir keine Sorgen, sie wird schon zur Schule kommen.”
Mazaru war nicht davon beruhigt und auch der heiße Tee verfehlte seine Wirkung, genau wie auch das spätere Bier. Im Bett lag er lange Zeit wach, sein Schlaf war unruhig, wenn er überhaupt davon übermannt wurde. Am nächsten Morgen fühlte er sich wie gerädert, seine Muskeln schmerzten von dem Kampf am Tag zuvor, sein Auge war doch zu geschwollen und Müdigkeit regierte sein Hirn, doch noch nie in seinem Leben verspürte er so sehr den Drang, zur Schule zu gehen. An seiner Bank angekommen, drehte er sich dank zitternder Hände nur mühsam eine Zigarette, die er sich in den Mund steckte und daran dachte, dass er normalerweise der Letzte an der Bank war, doch heute war noch niemand der Anderen zu sehen. Unruhig sah er sich nach ihnen um, strich sich ein paar lose Haare nach hinten und zog an der Zigarette. Kaum hatte er sie weg geschnippt, griff er erneut in seiner Tasche und zog die Tabaktüte hervor. Bevor er die nächste Kippe fertig gestellt hatte, packte ihn eine Hand an der Schulter, worauf er zusammenzuckte und sich erschrocken umdrehte.
“Morgen, Maza.”, begrüßte ihn Totoru freundlich.
“Morgen...”
“Wozu die Sonnebrille? Ich meine, die Wolken lassen gerade so viel Sonnenlicht durch, dass die Straßenlaternen nicht angehen.”, fragte er, worauf der Schwarzhaarige diese kurz abnahm, um Totoru einen Blick auf der blaue Auge zu gewähren.
“Sieht übel aus.”
“Die Augenringe machen das Ganze noch übler.”
“Wahrscheinlich hast du genau so wenig geschlafen wie Kathy.”, murmelte er und wuchtete sich neben den Anderen. “Sie hat mich heute Morgen gegen 4.30 Uhr angerufen und nochmal noch gefragt. Wenn du aber so müde und schreckhaft bist, dann ist Hotaru wohl noch nicht wieder aufgetaucht.” Mazaru schüttelte bedrückt den Kopf, worauf Totoru seufzte und auf seine Armbanduhr sah. “Wenn sie noch nach Hause gekommen ist, dann müsste sie gleich zusammen mit Rinoa ankommen.”
“Wo ist eigentlich Mirouke? Normalerweise kommt ihr doch zusammen.”
“Der Kerl kauft gerade sämtliche Zeitungen, die er findet. Du glaubst gar nicht, wie übel es ihm geht.”
“Oh doch...”, erwiderte Mazaru und zündete sich endlich die Zigarette an.
“Ist dir aufgefallen, dass sich heute niemand einen Dreck um dich schert? Beim letzten Mal warst du noch der Held der Schule.”
“Weißt du eigentlich, wie scheißegal mir das ist?”, fragte Mazaru erbost, beruhigte sich doch schnell wieder. “Totoru, mir geht es beschissen und es hat ausnahmsweise mal nichts mit irgendwelchen Monstern zu tun. Wenn Hotaru etwas passiert ist, dann...”
“Maza... Mir geht es genau so.”, erwiderte er vollkommen aufrichtig, was sein Tonfall verriet. “Ich... Man, Scheiße! Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich mit dieser Situation umgehen soll.”
“Ich auch nicht.”, gab eine Stimme hinter ihnen zu. “Sie war auch heute Morgen nicht zu Hause und ihr Handy ist aus.”
“Rinoa...”, kam es von Mazaru, der sich erwartungsvoll in ihre Richtung gedreht hatte, jedoch bedrückt den Kopf senkte. “Fuck! Wo steckt sie bloß?”
“In der Zeitung steht nichts, rein gar nichts.”, gab Mirouke enttäuscht von sich, als er nahe genug war und er schmiss sämtliche Blätter in den Mülleimer.
“Du kannst die doch nicht so schnell durch gelesen haben...?”, fragte Totoru verwirrt. “Vielleicht ist es nur eine Minianzeige, in der etwas steht.”
“Du müsstest mich doch mittlerweile so gut kennen, dass du wissen solltest, dass ich das kann. Glaub mir, in sämtlichen Zeitungen steht gar nichts.”
Mazaru stand auf und atmete tief durch, bevor er sich ohne Vorwarnung umdrehte und den Fuß gegen die Holzlatten der Bank prügelte, die deswegen brachen und er ein Loch hinterließ, das nur wenig von Totorus Körper entfernt war, der entgeistert die Bruchstelle anstarrte. Rinoa sah ihn mitleidig an und ging zu ihm, um ihn in den Arm zu nehmen und ihn zu beruhigen, doch er wich ihren Gliedmaßen aus und entschuldigte sich bei den Anderen. “Sorry, aber...”
“Du musst dich nicht entschuldigen, Maza.”, grummelte Mirouke. “Wir würden alle gern auf irgendetwas eintreten.”
Mazaru massierte sich die Schläfen, danach sah er sich nochmal und hoffte, dass er das Mädchen irgendwo erblicken konnte, doch die Einzige, die er erkannte, war Kathlyn, die müde in ihre Richtung schlurfte. Die Cheerleaderin hatte wohl kein Auge in dieser Nacht zu gemacht. Als sie erkannte, dass Hotaru nicht bei der Gruppe war, blieb sie stehen und schüttelte ungläubig den Kopf. Totoru ging zu seiner Freundin, umarmte sie und führte zu den Anderen.
“Sie ist nicht da?”, flüsterte sie schluchzend.
“Nein, oder siehst du sie hier?”, erwiderte Mazaru wieder lauter, als er wollte, womit er das Mädchen völlig verschreckte.
“Mazaru! Beruhige dich endlich! Wir können auch nichts dafür.”, erwiderte Totoru mit einem Funkeln in den Augen.
“Er hat Recht, Maza.”, fügte Rinoa dazu. “Wir alle wollen wissen, wo Hotaru steckt.”
Die Schulglocke verhinderte eine weitere aufbrausende Antwort des jungen Mannes, zu der er schon angesetzt hatte, doch Mazaru beruhigte sich und entschuldigte sich bei seinen Freunden. In ihrer Gruppe marschierten sie in das Schulgebäude, doch keiner von ihnen konnte sich auf den Unterricht konzentrieren, der eh dank des Vorfalls am vorherigen Tag kaum stattfand. Ein paar Lehrer versuchten den Schülern etwas beizubringen, doch jeder von ihnen hatte einen schwer verletzten oder toten Freund zu beklagen. Mazaru, dessen Gedanken sich nur um die Schwarzhaarige drehten, bemerkte nicht, dass er die ganze Zeit von Kiljan beobachtet wurde, der als Einziger in der Schule eine völlig desinteressierte Mine aufgesetzt hatte, obwohl es ihn sehr interessierte, wie es Hotarus Freunden erging. Er hatte mit seiner Schwester durch den Spiegel alles am vorherigen Tag beobachtet, wodurch die Beiden die Einzigen waren, die genau wussten, wo Hotaru Tomoe steckte.
Nach der Schule, die wesentlich früher als geplant beendet war, sammelte Mazaru seine Freunde in sein Auto und stundenlang fuhren sie durch die Stadt und hielten nach Hotaru Ausschau. Zwei Pausen legten sie ein, eine im Osa-P Juweliergeschäft, wo sie bei Masato nachfragten und ihn in Kenntnis setzten. Sofort bot er seine Hilfe an, beendete seinen Dienst und holte Naru ab, um mit ihr zusammen die Stadt zu durchkämmen und Mazaru bittete ihn, dass Naru diese Usagi benachrichtigen würde.
“Hoffentlich nehmen sie das nicht zu wörtlich.”, versuchte Mirouke zu scherzen und erreichte damit sogar ein mildes Lächeln bei Mazaru.
“Glaub mir, weder Spaceballs noch irgendetwas Anderes von Mel Brooks hat hier jetzt irgendetwas zu suchen.”, erwiderte er trotzdem und mahnte ihn, wieder auf die Straße zu achten.
Der zweite Stop führte sie ins Crown Game Center und Café, wo sie einen Kaffee tranken und den Laden durchforsteten. Insgeheim hoffte Mazaru Motoki oder zumindest Unazuki zu treffen, da die Beiden Freunde der Schwarzhaarigen waren. Seit der Offenbarung, dass Hotaru Sailor Saturn war, hatte er in stillen Momenten immer wieder überlegt, wie er im Notfall Kontakt zu den Senshies aufnehmen konnte und da er immer noch glaubte, dass Usagi Sailor Moon sei, wollte er alle Hebel in Bewegung setzen, damit diese von Hotarus Verschwinden erfuhr.
“Wenn sie es noch nicht weiß...”, flüsterte er unbemerkt vor sich hin. Im Crown hinterließ er für beide Geschwister Furuhata eine Nachricht, dass er Hotaru suchte. “Wenn sie halbwegs clever sind, dann fragen sie Usagi nach ihr.”
Die Suche blieb ergebnislos. Bis spät in die Nacht suchten sie ihre Freundin ohne Ergebnisse. Die Stimmung war unter dem absoluten Nullpunkt, als Mazaru enttäuscht die Suche abbrach und die Anderen nach Hause brachte, als letztes Rinoa, die ihn während der gesamten Fahrt in das Randviertel mitleidig ansah. Sie legte die Hand auf seine, mit der er fest die Gangschaltung umklammert hielt, und versuchte ein aufmunterndes Lächeln, während sie sagte: “Hey, wir finden sie schon. Mach dir keine Sorgen.”
“Den Spruch hast du gestern schon gerissen...”, gab er missgelaunt zurück, worauf sie die Hand wegnahm und halbbeleidigt die Arme vor der Brust verschränkte. Mazaru strich sich die Haare nach hinten und schüttelte den Kopf. “Es tut mir leid, ich war heute echt nicht fair zu euch. Ihr tut alles, um mich aufzuheitern und ich schmettere alles ab.”
“Schon OK, du bist ihr Freund und von uns aus irgendwelchen Gründen am meisten getroffen. Na ja, eigentlich labere ich schon wieder Mist, der Grund liegt ja auf der Hand.”
“Ach, und das wäre?”
“Du bist tief mit ihr verbunden. Sie ist dein Schicksal, das spüre ich, als würdet ihr euch aus ihrem früheren Leben kennen.” Darauf musste Mazaru sogar ein Kichern unterdrücken, was ihm gerade noch gelang, bevor sie es bemerken konnte.
Einige Minuten später hielt er vor dem Einfamilienhaus, in dem Rinoa wohnte. Er seufzte und sah dann in ihre Augen. “Ich versteh gar nicht, was mit mir los ist...”
“Du bist verliebt, Junge.” Sie umarmte ihn und diesmal wehrte er sich nicht. Dann öffnete sie die Tür und stieg aus. Bevor sie sie zuschlagen konnte, lehnte sie sich noch einmal herein und sagte: “Wir finden sie. Du wirst sehen.”
“Ja, danke...” Dann flog die Tür zu.
Mazaru sah der Blonden mit leerem Blick nach, auch als sie schon lange in dem Haus verschwunden war und sich ihre Silhouette durch ein beleuchtetes Fenster abzeichnete. Sie hatte sich auf ihr Fensterbrett gesetzt und kämpfte verzweifelt gegen die Tränen, während sie durch die Gardinen nach unten spähte. Mazaru lehnte seinen Kopf gegen das Lenkrad, Goethes Erben drang aus den Lautsprechern und er verzweifelte still. Langsam blickte er auf und sein Kopf drehte sich nach links, dorthin wo die weiße Villa sich undeutlich abzeichnete. “Du musst dich um Hotaru kümmern.”, klang Michirus Stimme in seinem Kopf.
Mazaru verzog das Gesicht. Drei Tage waren gerade mal vergangen und er hatte dieses Versprechen schon gebrochen. Doch er wollte alles tun, damit Hotaru zumindest heil wiederkehren konnte. Entschlossen startete er den Wagen und fuhr die wenigen Meter zur Villa, stieg dort aus und ging zur Haustür. Er erinnerte sich, wie er Hotaru an ihrem ersten gemeinsamen Abend im Mad Madders zu dieser Tür brachte und sie ihm einen Kuss auf die Wange gegeben hatte. “Und du bist ein sehr wichtiger Mensch...”, hatte sie ihm gesagt und war dann dahinter verschwunden.
Er stand lange vor der Tür, bis er einmal kurz durchatmete und nach der Türklinke griff, ohne zu erwarten, dass sie sich öffnete. Es entlockte ihm ein erstauntes Stöhnen, als sie es doch tat und langsam setzte er den rechten Fuß in das Gebäude. “Hallo?”, sagte er ein wenig verunsichert. Michiru hatte nichts von weiteren Personen unter diesem Dach erwähnt und das Haus hatte von außen auch nicht ausgesehen, als wäre jemand dort, aber die aufgeschlossene Tür mahnte ihn zur Vorsicht. Angespannt lauschte er weiter, doch er hörte niemanden, Licht wollte er doch keines anschalten. Also ging er noch einmal nach draußen zu seinem Auto und griff sich eine Taschenlampe aus dem Kofferraum, mit der drinnen wenigstens einen kleinen Lichtstrahl durch das Haus schweifen lassen konnte. Mit diesem Lichtstrahl leuchtete er sich einen Weg durch den Flur, sah in die einzelnen Räume des Erdgeschosses und blieb dann in dem sehr geräumigen Wohnzimmer hängen.
Das rote Lämpchen des Anrufbeantworters blinkte auf, sein Display zeigte “01" an und Mazarus Herz schlug schneller. Zum ersten Mal festigte sich der Gedanke, dass Hotaru Opfer eines Entführers geworden war, der Michiru und Haruka um einige Milliarden Yen erleichtern wollte. Sofort hastete er dorthin, stieß dabei mit dem Schienbein gegen ein Sofa, ließ sich aber nicht davon beirren und rannte weiter. Atemlos drückte er den Abspielknopf und lauschte der elektronischen Stimme: “Sie haben eine neue Nachricht.”
“Komm schon, blödes Ding!”, sagte er genervt, als sich eine tiefe Bassstimme meldete, von der Mazaru sich gern vorstellte, das sie zu einem Entführer gehörte.

Fortsetzung folgt (Bedankt euch beim Zeichenlimit)
 
Was? Wie? Wo? Schon vorbei? Och nöö... Hättest du nicht noch wenigstens die Stimme beschreiben können und was sie sagt? *grummel* Jetzt bin ich erst recht total neugierig, wie es weiter geht *hmpf*

Ansonsten, kleine Fehler, aber nichts gravierendes. Zwischendurch hast du mal den Satzbau durchgeschüttelt, aber ich fand das nicht arg schlimm.

Am besten setzt du dich direkt wieder hin und schreibst weiter :) Vielleicht kannst du ja dann auch ein wenig häufiger die Teile posten... ^^

lg und in spannender Erwartung
Saphira
 
@saphira: ich glaub, das mit dem häufiger posten könnte in nächster zeit ein wenig kompliziert werden. zum einen fährt der kerl in urlaub und geht auf wacken.
übrigens liest er gerade harry potter... (ich denke, du weißt, was das bedeutet ^^)
dennoch hoffe ich, dass er wenigstens das telefonat noch postet.

und nun zum autor: was für eine übersetzung?? o.O

naja, ich leg dann mal einfach wieder los:

“Bis dann.”, sagte danach er augenzwinkernd
- von saphira angesprochener durchgeschütteler satzbau.

“Du kannst ein für’s Erste bei mir wohnen.
höh?

Du würdest keinen von uns nicht stören.
*lach* was so viel heißt wie dass sie jede stört. gut gemacht!

danach sah er sich nochmal und hoffte,
aha ^^

aber weniger als beim letzten mal und auch der kampf war nicht wieder zu sehr detailiert gewesen. ziemlich deprimierender teil, zumindest auf mich hat er so gewirkt. (obwohl ich bei spaceballs doch lachen musste).
du hast an einer fiesen stelle aufgehört und eigentlich bin ich mir todsicher, dass das doch von vornherein geplant war, an dieser stelle schluss zu machen, um spannung aufzubauen.

freue mich auf die fortsetzung. ^^
 
War nicht geplant deswegen jetzt noch schnell der Rest :D

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“Hallo Michiru, ich habe schlechte Nachrichten für dich.”
“Treffer!”, grummelte er und ballte schon die Hand zur Faust, während die Stimme nach einer Pause weiter sprach.
“Das Release in den USA war nicht so gut, es ist nur auf Platz 37 in die Charts eingestiegen. Anscheinend muss auch ein Weltstar ein wenig Werbung machen, aber mach dir keine Sorgen. Ich hab schon alles in die Wege geleitet und spätestens in zwei Wochen haben wir Platz 1, das kannst du mir glauben. Ich ruf dich in den nächsten Tagen nochmal an. Ach, entschuldige bitte, dass ich dich in deinem Urlaub störe.”
Mazaru betrachtete den Anrufbeantworter im Strahl der Taschenlampe ungläubig, plötzlich brannte bei ihm die Sicherung durch. Er griff sich die Maschine, schleuderte sie mit aller Gewalt durch das Zimmer und betrachtete immer noch die zwei roten Nullen, die bis zu dem Zeitpunkt leuchteten, an dem er auf die Maschine trat. Als sein Wutanfall beendet war, lag der Anrufbeantworter in seinen Einzelteilen auf dem Boden. Tränen rannen seinen Wangen herunter, Tränen, die er selbst von sich nicht kannte. Wahrscheinlich hatten sie alle Recht, alle die sagten, dass er und Hotaru zusammen gehörten und dass er tief mit ihr verbunden war. Langsam sank er auf den Boden und setzte sich im Schneidersitz hin, bis die Tränen versiegten und er sich wieder beruhigt hatte.
Eine Autotür wurde zugeschlagen, Mazaru horchte auf, noch eine. Er lauschte angestrengt, hörte zwei Stimme, die ihm bekannt vorkamen, doch keine von ihnen gehörte Haruka, Michiru oder Hotaru. Schnell schaltete er die Taschenlampe ab und suchte in der Dunkelheit nach einem Ausweg, den er in der Treppe nach oben sah. Er flüchtete aufwärts, immer zwei bis drei Stufen auf einmal nehmend, da ging schon die Tür auf, eine Hand schlug auf den Lichtschalter und Mazaru konnte noch einen Blick auf einen blonden Kopf mit zwei Zöpfen erhaschen, bevor er sich in eines der Zimmer stahl.
“Hotaru, gottverdammt komm raus, wenn du da bist!”, schrie Usagi.
“Usa-ko, meinst du nicht, sie hätte sich bei deinen Anrufen gemeldet, wenn sie hier wäre?”, fragte Mamoru.
“Nein, denke ich nicht. Ihre Eltern sind vermutlich tot, du kennst das Gefühl, wolltest du damals mit jemanden reden?”
“Nicht bis ich Fiore kennen gelernt habe...”, gab er kleinlaut zu. “Aber da wäre noch das andere Problem.”
“Hotaru ist nicht tot!”, schrie sie. “Ihre Kräfte sind die Einzigen, die mit meinen vergleichbar sind und ich kann mir vorstellen, dass sie es schafft ihre Aura zu unterdrücken, weil sie sich völlig in sich zurückzieht.”
“Beruhige dich, Usa-ko. Ich habe ja nicht gesagt, dass sie tot ist. Aber du spürst sie nicht mehr, genau wie Uranus und Neptun, was bisher immer hieß, dass die jeweilige Kriegerin gestorben sein muss. Was willst du jetzt tun?”
“Ich finde sie, weil sie nicht tot ist...” Irgendetwas versetzte ihr einen Stich, sie sank auf die Knie und presste sich mit der rechten Hand gegen die Brust. Mamoru stürzte zu ihr, packte sie an den Schultern, schüttelte sie verzweifelt und brüllte ihren Kosenamen.
“Wo steckst du Hotaru? Du kannst doch nicht auch noch gestorben sein...”, schluchze sie. Langsam beruhigte sich ihr Körper, schwer atmend ließ sie sich von ihm hochziehen und klammerte sich an ihn. Die Sturzbäche aus ihren Augen flossen auf sein Hemd, er drückte ihren Kopf an seine Brust.
“Was hast du gespürt?”
“Ihre Kraft, nur ein kurzes Aufleuchten und jetzt ist sie vollends verschwunden.”
Mazaru saß mit aufgerissenen Augen an der Tür gelehnt. “Tot?”, brabbelte er perplex vor sich hin. Er hatte gesagt, dass wenn sie eine der Kriegerinnen nicht mehr spürt, ist diese Kriegerin tot, da war bei Mazaru alles durchgebrannt und kurzzeitig war sogar die Rüstung an seinem Körper aufgeblitzt. Er drückte sich nach oben, torkelte gegen eine Wand, wobei er den Lichtschalter erwischte. Warmes und beruhigendes Licht, dass aber auf ihn keine Wirkung zeigte, erhellte das Zimmer und der Schwarzhaarige wusste, dass er in Hotarus Zimmer stand. Anscheinend hatte sie, nachdem sie das erste Mal bei ihm gewesen war, angefangen ihr Zimmer mit Fotos zu dekorieren, wobei sie noch nicht weit gekommen war und die Überzahl noch auf ihrem Schreibtisch verstreut lag. Mit einem kurzen Blick registrierte er, dass die ältesten Fotos maximal sechs Jahre alt waren und Hotaru und ein kleines Mädchen mit pinken Haaren und der gleichen Frisur wie Sailor Moon zeigte, das generell sehr große Ähnlichkeiten mit der Kriegerin des Mondes aufwies.
Doch das Alles interessierte ihn wenig. Als er seinen Körper halbwegs unter Kontrolle hatte, drehte er sich um, riss die Tür auf und rannte auf das Geländer zu. “Sie ist nicht tot!”, schrie er nach unten, worauf die anderen Beiden aufsahen.
“Was suchst du denn hier?”, fragte der Kerl.
“Mamoru, lass ihn. Du bist sicherlich auch auf der Suche nach Hotaru, oder?”
“Richtig, Usagi. Bist du von allein hier, oder hast du meine Nachrichten bekommen?”, fragte er, während er langsam die Treppen herunter ging.
“So wohl, als auch.”, gab sie zu. “Seit gestern Abend kann ich...”
“Usa-ko!”, mahnte der Andere, doch Mazaru wank sofort ab.
“Ich habe genug gehört und in den letzten Tagen genug erfahren um zu wissen, dass sie Sailor Moon ist und damit dürftest dieser Kerl im Anzug sein, Tuxedo Mask, oder so? Und wenn ich noch was sagen darf, du brauchst dringend ein neues Image.”, sagte er, worauf ihn Mamoru verwirrt ansah und Usagi kicherte.
“Hör nicht darauf, Mamoru. Du hast Stil in deinem Anzug. Aber Mazaru, warum bist du hier?”
“Ich bin den ganzen Tag mit meinen Freunden durch die Gegend gefahren und habe nach der Kleinen Ausschau gehalten, leider ohne Erfolg. Dann habe ich Rinoa nach Hause gefahren und wenn ich schon mal hier war...”
“Irgendetwas gefunden?”
“Außer euch nichts.”, sagte er traurig und schüttelte den Kopf.
“Schade... Und was ist mit dem Anrufbeantworter passiert?”
“Ähm... frag lieber nicht. Ist das eigentlich wahr? Du kannst die Drei nicht mehr spüren?”
“Nein, auch wenn das nichts zu bedeuten hat.”, versuchte sie zu beschwichtigten, ohne viel Erfolg.
“Verdammt Usagi! Bist du dir sicher?”
“Ja, zumindest was Hotaru betrifft... Was Uranus und Neptun angeht... na ja, konzentrieren wir uns auf, wie sagtest du, die Kleine. Hast du wirklich keine Ahnung?”
“Wir haben alles abgesucht, wo wir sie vermutet haben.”
“Wir auch.”
“Vielleicht will sie nicht gefunden werden.”, grummelte Mamoru, worauf ihn zwei Augenpaare böse anfunkelten und er lieber verstummte.
“Ich glaube eher, dass sie entführt worden ist.”, erwiderte Mazaru.
“Hoffentlich nicht, wer sollte sie denn entführen?”
“Nun Usagi, wie wäre es mit unseren Feinden? Sowohl die, die die Monster schicken, als auch die, die Uranus auf mich gehetzt und euch lahmgelegt haben?”
“Ich weiß nicht, ob ich es gut finden soll, dass du von unseren Feinden sprichst...”, sagte sie leise. “Immerhin sind es eigentlich die Gegner von uns Senshies.”
“Hotarus Feinde sind auch meine Feinde und außerdem: Wer wird denn immer angegriffen?”
“Ja, ja, wenn du das sagst... Aber wie sollten sie herausgefunden haben, dass Hotaru Sailor Saturn ist?”
“Ich habe es auch herausgefunden... Mein Gott, ich weiß auch, dass du Sailor Moon bist, also können sie es durch einfache Beobachtung wissen.”
“Gut, OK. Aber wie sollen wir sie dann finden, wenn sie Hotaru nicht schon...” Der Satz brach ab, Usagi wurde bewusst, was sie fast gesagt hätte, sie hielt sich mit der Hand den Mund zu.
“Ich glaube nicht, dass sie umgebracht wurde. So viel, wie ich bisher über eure Geschichte erfahren habe, bist du die Anführerin und hast irgendetwas, was die Gegner haben wollen. Wahrscheinlich wollen sie durch Hotaru an dich herankommen, egal wie sie es anstellen.”
“Was meinst du?”
“Du machst deiner Haarfarbe echt alle Ehre.”, erwiderte er, worauf Mamoru sich aufplusterte, jedoch reichte ein Blick zu seiner Frau, die den Anderen mit großen Augen fragend ansah und er musste lachen, worauf der Blick der Blonden zu ihm wanderte. “Es gibt die Möglichkeit, dass sie warten, bis du und die Anderen auftaucht...”
“Dann hätten sie uns eine Botschaft hinterlassen.”, konterte Mamoru.
“Vielleicht kommt Die noch, aber es kann auch sein, dass sie die Kleine foltern und versuchen, alles über euch heraus zu finden und wenn Hotaru gebrochen ist euch anzugreifen.”
“Das ist nicht dein Ernst?”, fragte Usagi perplex. “Wie kommst du auf so etwas?”
“Ist sie wirklich eure Anführerin?”, entgegnete Mazaru in Richtung Mamoru, der darauf nur resignierend nickte.
“Wie auch immer... Das bedeutet aber, dass wir sie so schnell wie möglich finden müssen.”
“Sag mal, hörst du mir überhaupt zu? Sie wollen wahrscheinlich dich, also solltest du dich nicht noch extra in Gefahr begeben...”
“Ja, ja, wenn ich jeden Mal einen Yen dafür bekommen hätte. Aber du sagst es doch selbst: Es ist wahrscheinlich, also kann es auch nicht sein. Aber es hätte nur Vorteile, wenn wir sie finden, dann finden wir, wie du sagst, vielleicht auch unsere Feinde und können sie ausschalten.”
“Du lässt dir das nicht ausreden, oder?”, fragte er seufzend.
“Nein, ich war schon immer irgendwie stur... Manchmal zumindest. Und soweit ich weiß, bist du genauso...”
“Klingt nicht sehr konsequent.”, erwiderte er und Mamoru fing anzulachen.
“Oh doch, wenn es um ihre Freunde geht, kann sie gar nichts aufhalten.”
“Na dann ist ja alles in Ordnung.”, gluckste Mazaru.
“Sag mal, Mazaru. Können wir in Kontakt bleiben? Die Monster tauchen ja immer in deiner Nähe auf und da Hotaru und Uranus im Moment nicht da sind... Es wäre definitiv besser für alle.”
“Besonders, wenn ich etwas über Hotaru heraus finde?”
“Dir entgeht gar nichts, also was sagst du dazu?”
“Wahrscheinlich muss ich darüber aber Stillschweigen bewahren?”, fragte er und bekam darauf zwei energische Nicken als Antwort. “Schade eigentlich. Mirouke würde wahrscheinlich alles für mich tun, wenn ich ihm das erzähle.”
“Wer ist Mirouke?”, fragte sie stirnrunzelnd.
“Du kennst ihn. Er ist einer von unseren Freunden. Beim ersten Kampf in der Schule hast du ihm einen Handkuss zu geworfen. Danach war mit ihm tagelang nichts anzufangen gewesen.”
“Das ist ja süß. Vielleicht sollte es dir ihm gegenüber mal einfach raus rutschen?”
“Nein, lieber nicht. Dann komm ich mal wieder in Erklärungsnot. Wie hast du dir das überhaupt vorgestellt?”
“Ich geb dir meine Handynummer, wie denn sonst? Du hast doch ein Handy, oder?”
“Ja, gerade so.”, grinste er und reichte es ihr, worauf sie ihm die Nummer einspeicherte und er sich dem Anderen zuwendete. “Sag mal, sprichst du eigentlich immer so wenig?”
“Findest du, dass ich noch etwas beizutragen hätte?”, erwiderte er lächelnd. “Aber eine Frage hätte ich doch noch: Findest du den Anzug wirklich so schrecklich?”
“Ich will dich nicht in eine Krise reißen, also halte ich in diesem Moment mal lieber meine Klappe.”
“So fertig. Also Maza, wir melden uns, so bald wir etwas heraus gefunden haben.”
“Einverstanden, wenn dir so viel daran liegt.”
“Tut es. Hotaru ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben.”
“Da haben wir ja etwas gemeinsam. Ich werde jetzt gehen. Einen schönen Abend noch.”, sagte er, wank ihnen zu und verlies danach die Villa.
“Bist du dir sicher, dass es das Richtige war, ihn einzuspannen?”
“Ja, Mamoru, vollkommen sicher. Er ist der Mensch mit der tiefsten Bindung zu Hotaru, woran auch immer es liegen mag.”
 
loool
weshalb warst du heut früh im internet? ^^

also gut, interessante botschaft auf dem ab. ^^ und dass die beiden dann auftauchen war für mich zumindest gar nicht zu erwarten gewesen.
nettes gespräch, du hast usagi mal wieder in ein richtig tolles licht gestellt. (wahrscheinlich aber auch das richtige)
auch hier haben sich wieder ein paar kleine fehler eingeschlichen, aber ich bin jetzt zu faul, um die noch groß zu kommentieren. freu mich wie immer auf den nächsten teil.

PS: erste XD
 
*hmpf* Dann mal eben Zweite, macht auch nichts ^^

Der Teil war kurz, aber sehr nett geschrieben. Anders als ich gedacht hätte... ^^" Aber so ist es ja meistens.

Sag mal, mich würde ja nebenbei noch interessieren was zwischen Mamoru und Usagi passiert ist, da war doch irgendwas nicht so wie es sollte, oder? Ich bin doch soo neugierig :D

Aber war schön, so schnell einen, wenn auch kurzen aber immerhin neuen Teil, lesen zu können =)

Magst du nicht noch einen Teil kurz vor Wacken posten? Biiitteee......

lg Saphira
 
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