Sailor Moon Saturn Saga

Einen wunderschönen guten Tag. Ich habe mich mal an eine Sailor Moon FF gesetzt. Dies ist der Teil zum antesten. Um Kommentare wird gebeten :D

Eigentlich sollte der Teil nicht mehr verändert werden, wenn doch, dann werde ich es melden. Viel Spaß jetzt :D

Autor: Ich...
Titel: Provisorischer Sailor Moon Saturn Saga
Teile: Es gibt mehrere...
Genre: Mixed
Serie: Sailor Moon Fanfiction
Pairing: Hotaru und na ja... wär blöd wenn's jetzt schon verrate, oder?
Disclaimer: Sailor Moon Charas © Naoko Tekeuchi, Andere by Me

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Prolog
“Prinzessin.”, rief sie eine ihr vertraute Stimme. Langsam wurde sie aus ihrem Schlaf gerissen und zum wiederholten Male fand sie sich in einer Art schwarzem Nichts wieder.
“Wo bin ich?”, fragte sie automatisch. Ihr Unterbewusstsein spielte ihr wieder den gleichen Streich. Schon als sie das erste Mal dort erwachte, kam es ihr nicht wie ein Traum vor. Es war eher, als würde sie an einem Kinositz gefesselt sein. Unbeweglich sah sie sich den Streifen an. Mittlerweile konnte sie mitsprechen.
“Prinzessin. Ich muss euch warnen.”, sagte die Stimme und in Gedanken lächelnd sprach sie jedes einzelne Wort mit. Wie gern hätte sie die Stimme angeschrieen, dass sie kein Mensch ist, der sich Wiederholungen im Fernsehen ansieht, wenn sie einen guten Film schon am Abend zuvor gesehen hatte. Sie wusste nicht mehr, wie oft sie diesen Traum schon gehabt hatte. Sie ärgerte sich über sich selbst, als ihre Lippen die Worte: “Wer bist du?” formten.
“Prinzessin. Ihr müsst euch wappnen. Gefahr kommt auf das Königspaar und auf die Kriegerinnen zu.”
“Was soll ich tun?” Wie so oft richtete sie ihre Konzentration wieder auf diesen Film. Jedes Mal erhoffte sie sich, etwas mehr zu verstehen und wenn es auch nur eine Silbe wäre, die ihr ein weiteres Puzzleteil schenken würde.
“Ihr wisst es Prinzessin. Begebt euch auf die Suche.”
“Wonach? Bitte sag es mir.”
“Sucht die...”
Das Mädchen schreckte hoch. Ihr grauer Pyjama klebte an ihrem Oberkörper. “Verdammt!” Sie schlug mit der Faust auf ihre Matratze. “Wieder nichts.”
Sie war kein Mädchen von großem Frohsinn und hatte außer ihren drei Erziehungsberichtigten nicht viel woran sie sich halten konnte. Zu viel Druck lastete auf ihren Schultern und auch Blut klebte an den Händen der 17-Jährigen. Immer noch fühlte sie sich schuldig für die Sache vor fünf Jahren. Als sie, ihre Zieheltern und ihre einzigen Freunde, wobei sie den Ausdruck sehr selten für diese Menschen verwendete, fast gestorben wären.
Sie seufzte, knipste ihre Nachttischlampe an und wühlte in der Schublade, bis sie ihre herzförmige Brosche fand.
Sie war ein wenig eingestaubt und schon tat es ihr fast leid, sie so schlecht gepflegt zu haben. “Andererseits,”, sagte sie sich und lächelte dabei ein wenig “ist es nicht schlimm, sie so lange nicht mehr benutzt zu haben.” Wieder seufzte sie, legte die Brosche zurück in die Schublade und kramte nach Taschentüchern.
Dort fand sie keine und auch in ihrer Schultasche fand sie nur eine leere Packung. Systematisch ging sie alle möglichen Orte in ihrem Zimmer durch, wo sie welche hätte finden können, doch das System, dass sie sich in ihrem Geist aufgebaut hatte, wurde durch das äußerliche Chaos ihres Zimmers leicht pulverisiert. Natürlich war ihr bewusst, dass sie mal wieder aufräumen müsste, aber da sich ihr Zimmer und auch sie sich in einem Stadium des Umbruches befand, war dafür keine Zeit. Sie lächelte bei dem Gedanken, dass sie sich zu einer jungen Frau entwickelte. Immerhin hätte dies eigentlich nie passieren dürfen. Sie dürfte nicht einmal leben, zumindest nicht mit ihrem Wissen.
Aber sie trotzte allen Gefahren und lebte nun ein ganz normales Leben. “Aber wie normal ist es, wenn man innerhalb eines halben Jahres von einem Neugeborenen zu einer 12-Jährigen heranwächst?”, fragte sie sich selbst. Traurig schüttelte sie den Kopf und ging in Richtung Badezimmer, um sich eine neue Packung Papiertaschentücher zu nehmen und sich den Schweiß, der nach ihrem Erwachen schon getrocknet war, vom Gesicht zu spülen. Sie hörte unten die Tür zu fallen und die Stimme ihrer Eltern.
“Ein anstrengender Tag.”
“Hey, seit wann beschwerst du dich, wenn deine Fans dir aus der Hand fressen?”
“Mir? Oh Haruka. Alle Frauen, die meine Konzerte besuchen sind doch nur hinter dir her. Du hättest ihre Gesichter sehen müssen, als du nach dem zweiten Lied von der Bühne verschwandst.”
“Hattet ihr einen schönen Abend?”, fragte sie vom Geländer auf ihre Erzieherinnen herabblickend.
“Hotaru? Es ist halb zwei Uhr morgens. Warum bist du noch nicht im Bett?”, fragte die Größere mit kurzen hellbraunen Haaren.
“Ich bin nur kurz aufgewacht, Papa Haruka. Keine Sorge.”
“Hattest du wieder diesen Traum?”, fragte die mit langen türkisen Haaren. Trotz des langen Zusammenlebens hatte sie immer noch nicht herausgefunden, wie viel Michiru Kaio, die berühmte Violinistin, für diese Färbung ausgab.
“Ja, Mama Michiru.”
“Irgendetwas Neues?”, fragte Haruka.
“Nein, nichts. Ich werde jetzt wieder ins Bett gehen. Gute Nacht euch beiden.”
“Gute Nacht, Hotaru.”
“Und träum was Schönes.”
“Danke, Papa Haruka.” Sie ging zurück in ihr Zimmer und tat, wozu sie die Taschentücher geholt hatte. Ans Weiterschlafen vergeudete sie in diesem Moment keinen Gedanken. Der beiläufige und abwertende Tonfall Harukas hatten alles in ihr aufgewühlt.
“Warum nimmt diese Warnung keiner mehr ernst? Als dieser blöde Traum vor fast zwei Jahren das erste Mal auftauchte, wurden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um etwas herauszufinden. Niemanden scheint es noch zu interessieren.”, flüsterte sie gekränkt vor sich hin. Sie öffnete ihr Fenster und setzte sich auf das Fensterbrett. “OK, es ist immer noch nichts passiert und wir haben keine weiteren Hinweise auf eine Bedrohung gefunden. Die Drei waren ja sogar in ihren Palästen.”
Sie umschlang mit den Armen ihre Beine und legte den Kopf auf die Knie. Sie sah hinaus auf Tokio, die Stadt, die sie so oft beschützt hatte. “Von der Villa aus hat man einen schönen Blick auf Tokio.” Sie seufzte wieder. “Hoffentlich bleibt die Stadt so schön.” Danach ließ sie ihr Blick wieder durch ihr Zimmer schweifen und blieb an den letzten Erinnerungen ihrer Kindheit hängen. Den pinken Plüschhasen, den sie von ihrer besten Freundin geschenkt bekommen hatte. Wie sehr wünschte sie sich, dass Chibi-Usa noch einmal zurückkehren würde. Ihre ruhelosen Gedanken huschten zu dem, was die inneren Kriegerinnen ihr über die Zukunft mitgeteilt hatten. Mit 21 sollte Usagi ihre Tochter gebären und den Thron Kristalltokios besteigen. Fünf Jahre waren seit Galaxias Angriff vergangen, Usagi hatte Geburtstag, aber immer noch deutete nichts auf eine Schwangerschaft hin. Von einer Thronbesteigung ganz zu schweigen.
Hotaru bekam ein mulmiges Gefühl in ihrem Magen. Sie war sich sicher, dass die Zukunft verändert worden war, ob nun der Black Moon Clan sein Ziel ein wenig erreicht hatte, oder ob es an ihren späteren Gegnern lag, oder... “Was wäre, wenn diese Veränderung schon Teil einer neuen Bedrohung ist?” Dann schüttelte sie den Kopf und war über sich selbst verärgert. Auch diesen Gedanken hatte sie schon so oft gedacht, sogar den Anderen davon erzählt, aber weder Amy, noch Setsuna hatten etwas finden können. Selbst Rey spürte keine Gefahr. Irgendwann hatte sie Usagi einmal auf ihre Gedanken über die Verzögerung angesprochen.
“Keine Angst, Hotaru.”, hatte sie gesagt. “Mamoru und ich werden schon früh genug unser Kind bekommen. Wir fühlen uns nur noch nicht in der Lage dazu.”
“Aber wenn König Endymion euch gesagt hatte...”
“Wahrscheinlich ist das Raum-Zeit-Gefüge durcheinander geraten, ja. Aber es gibt keinen Grund zur Sorge.”
Damit war das Gespräch der Beiden beendet gewesen und in Hotaru krochen die Gefühle des Unverständnisses und des Alleinseins hoch, die sie auch an diesem Abend gefangen hielten. Ein straffer Wind zog durch das Fenster und zog ein Frösteln durch ihren Körper. Zitternd stand sie vom Fensterbrett auf und schloss es. Gemächlich durchschritt sie ihr Zimmer und blieb vor dem Spiegel hängen. Penibel genau betrachtete sie sich darin, tastete ihren Körper ab. Sie schluckte. Sie wusste ganz genau, was ihr Spiegelbild ihr zeigen würde, wenn sie den Ärmel des Pyjamas hoch krempeln würde. Sie tat es trotzdem, ohne aber auf den Spiegel zu sehen. Sie strich über ihren Arm und Beklemmung wuchs in ihr. Sollte sie es wirklich tun?
Langsam, unentschlossen blickte sie auf und obwohl sie dieses Geheimnis schon seit dem Ende des Chaos mit sich herum schleppte, erschrak sie wieder. An diese Sache konnte sie sich einfach nicht gewöhnen. Im Spiegelbild war ihr Arm anders. Zu sehen waren die Stellen, an denen ihr Vater Doktor Souichi Tomoe außerirdische Zellen eingepflanzt hatte, um sie zu einem Übermenschen zu machen. Außerdem hatte er ihr ein Daimonei eingepflanzt und sie damit theoretisch getötet. All das hatte sie erst mit ihrem Wiedererwachen als Sailor Saturn erfahren, wobei sie selbst und die anderen Kriegerinnen nach ihrem Erwachen sicher gewesen waren, dass sie vollständig von Mistress Nine geheilt war. Die Macht des Grals, des Silberkristalls und ihre eigene als Sailor Saturn hatten ihr eine Wiedergeburt geschenkt. Aber Galaxias Ende und die Anschaffung dieses Spiegels zeigten ihr immer wieder die Stellen und rissen somit wieder die Narben aus ihrem früheren Leben auf. “Was willst du noch?”, fragte sie verzweifelt das hässlich grinsend Gesicht. Das Spiegelbild verschwamm, blieb für einige Sekunden neblig und klarte wieder auf, um Hotaru das Gesicht der dritten Person in ihrem Geist zu zeigen. Eine große Frau mit sehr langen schwarzen Haaren und einem dunkelblauen Kleid.
“Dich nur an mich erinnern.”, antwortete Mistress Nine mit einem hämischen Lächeln.
“Meinst du, dass ich dich und meine Vergangenheit je vergessen könnte? Nach allem, was ihr meinem Vater und mir angetan habt?”
“Ach armes Kind, bist du jetzt böse mit mir? Verachtest du mich jetzt?”
“So wie immer.”
“Das ist gut. Lass immer mehr Hass in dein Herz und ich kann dich wieder besitzen. Ich spüre, dass du dich allein gelassen und missachtet fühlst. Ich glaube, die Zeit ist bald reif.”
“Halt deinen Mund. Ich werde dich nie zurückkommen lassen.”
“Zurückkommen lassen?” Sie lachte los. “Ach Kind, wie oft soll ich es dir noch erklären? Trotz der Macht des Silberkristalls und des Grals lebe ich noch. Ihr konntet das Daimonei vernichten und auch unseren Körper. Aber in deiner Seele sind wir aus unergründlichen Dingen miteinander verbunden. Der einzige Weg, mich zu töten, ist dich zu töten. Aber Sailor Saturn darf nicht sterben, ansonsten hat unsere Königin ja keine Macht mehr.”
Hotaru verzog das Gesicht. Wieder einmal hatte sie vergessen, dass Mistress Nine Zugang zu ihren sämtlichen Gefühlen und ihrem Wissen hatte.
“Irgendwann wird der Hass dich kontrollieren und dann kommt meine Zeit. Mistress Nine wird zurückkehren und die Death Busters neu auferstehen lassen. Mit der Macht sämtlicher Sailor Kristalle und dem Silbermondkristall.”
“Ja, genau. Aber bis dahin, schlaf gut, ja?” Hotaru griff nach der Decke und hing sie über den Spiegel. Dann fiel sie auf ihr Bett. “Ich werde niemanden davon erzählen. Erst wenn die Gefahr zu groß wird, werde ich ihnen offenbaren, dass Mistress Nine noch da ist.”, flüsterte sie vor sich hin.
Hotaru verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Mistress Nines Worte hallten immer noch in ihren Ohren nach. Keiner von beiden wusste, wie es ihr Geist geschafft hatte, überleben zu können. Das Hotaru dadurch jedesmal an ihr früheres Leben erinnerst wurde, machte ihre Gegenwart nicht gerade einfacher. Qualvolle Erinnerungen an die chronischen Anfälle, die außerirdischen Zellen und ihr Kampf gegen die Frau im Spiegel. Ihre Mutter, die bei einem Unfall starb. Sie war sich mittlerweile sicher, dass die Death Busters schon damals ihre Finger im Spiel hatten und alles inszenierten um an ihren Vater heranzukommen und an einen Wirt für ihre Königin. Noch einmal seufzte sie. “Das mache ich in letzter Zeit auch wieder viel zu oft.”, flüsterte sie gedankenverloren. In diesem Moment veränderte sich die Anzeige ihres Digitalradioweckers auf 2.16 Uhr und sie fiel in einen unruhigen Schlaf, getränkt mit Bildern von Mistress Nine, wie sie Chibi-Usa fast getötet hätte.
 
Tagchen^^
Es ist zwar schon lang her (sehr lang xD), das ich Sailor Moon gesehen hab oder etwas damit zu tun hatte, was dementsprechend auch etwas gedauert hat, bis ich wieder wusste, wer Hotaru und die anderen beiden sind, aber dann ist es mir fast wie Schuppen von den Augen gefallen...^^
Aber gut, also der Prolog war echt spitze, besonders der Anfang hat mir gefallen, diesen Traum, mit Kino und Fernsehen zu vergleichen, war einfach fantastisch und gut beschrieben, wirklich, genauso wie das Ende, das Mistress Nine noch lebt, wow... hätte ich ja nicht gedacht... oder sowas überhaupt hier mit einzubringen, genial...
Arme Hotaru, in gewisser weise steht sie mit ihren Ängsten und Vermutungen alleine da, find ich schon traurig, aber die Zukunft scheint sich wirklich verändert zu haben, zum negativen hin, sehr, aber ich fand den Anfang schon mal nicht schlecht, der hat gerade so jemanden wie mich wieder in die Geschichte von Sailor Moon und Co zurückgeführt, und es kommt mir fast so vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ich es das letzte Mal gesehen hab...
du hast einen tollen Schreibstil und die Geschichte gefällt mir *Daumen hoch streck* also, jetzt hast du auf jedenfall eine neue Leserin^^
also dann, ich freu mich schon riesig auf den nächsten Teil, bye^^
 
Danka, Danke. Ich hoffe, dass ich deine Erwartungen halten kann (obwohl ich es bei meinem Können bezweifle...) Ok hier der nächste Teil. Es gibt ein paar Neue Charas, ich hoffe, dass sie euch gefallen.

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1. Kapitel
“Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum wir mit dem Menschen drei Stunden in der Woche haben müssen.”, sagte Totoru Kuntara, der sich neben Hotaru setzte. Es war ein warmer Septembertag, mit 23̊C fast zu warm für Mitte des Monats, aber ihnen war es egal. Die Schüler des Gymnasiums nutzen das Wetter und aalten sich in der Sonne. Selbst Hotaru, die ihren Klassenkameraden ansah und fragte: “Was meinst du? Nur weil Herr Tarakome uns für Grundschüler hält oder weil er sechs Mal die gleiche Stunde macht?”
“So ungefähr, Hotaru.”, antwortete Rinoa Asuta. “Wo ist eigentlich Mirouke?”, fragte sie den Jungen.
“Der war bestimmt wieder so blöd, als Letzter abzuhauen und bekommt wieder einen Vortrag ab.”
Die Drei saßen an ihrem Stammplatz am Rande des Schulhofes. Totoru hatte den obersten Knopf seines schwarzen Hemdes wie immer offen. Er war groß, sehr sportlich und hatte kurze Braune Haare. Rinoa hingegen war ein wenig kleiner als Hotaru, zierlich, aber sehr hübsch. Meistens band sie sich ihre langen blonde Harre zu einem einfachen Zopf zusammen. Mirouke war ein wenig kleiner als Totoru und nicht ganz so sportlich, aber durch seine halblangen schwarze Haare, die ihm ständig im Gesicht rumhingen, mochte sie ihn sehr. Außerdem war er immer noch ein großer Sailor Moon Fan. Insgesamt war Hotaru glücklich, diese drei Menschen um sich zu haben. Zwar hätte sie ihnen nie von ihren Gefühlsproblemen erzählt, aber sie halfen ihr Mistress Nine und diesen Traum zumindest für eine kleine Weile zu vergessen.
“Da kommt er ja.”, hörte sie Totoru sagen und hörte auf an der schwarzen Schleife ihrer weißen Uniform zu spielen. Hotaru drehte sich um und sah wie Mirouke heraneilte.
“Wo warst du so lange?”, fragte ihn Rinoa.
“Ich musste mir noch die Zeitung besorgen.”
“Warum?”
“Habt ihr es etwa noch nicht gehört?” Er wedelte mit der Zeitung vor Rinoas Nase herum.
“Spann uns nicht auf die Folter, Mirouke. Was gibt’s denn?”
“Sie ist zurückgekehrt. Sailor Moon hat endlich wieder einen Verbrecher gefangen.” Hotaru horchte auf.
“War sie allein?”
“Sieht wohl so aus. Keine der anderen Kriegerinnen ist auf den Bildern zu sehen.”
“Wo war es denn?”
“Seit wann bist du so interessiert an der Sache, Hotaru?”, fragte Rinoa.
“Ach, nur so. Mich wundert’s nur, dass sie nach fast drei Jahren wieder auftaucht.
“Im Osa-P Juweliergeschäft.”
“Ach na dann.”
“Was soll das nun wieder bedeuten?” Alle drei sahen sie erwartungsvoll an. Hotaru wurde rot und winkte ab.
“Nichts besonderes. Sailor Moon wurde doch das erste Mal in diesem Juweliergeschäft gesehen und hat auch immer wieder ein besonderes Auge auf den Laden gehabt.”
“Da hast du recht.”, sagte Mirouke.
“Dafür, dass du dich nicht damit auskennst, weißt du aber ziemlich genau Bescheid.”, sagte Totoru spitz.
“Welches kleine Mädchen hatte Sailor Moon nicht mal als Idol?”, antwortete Rinoa darauf.
Es klingelte und die Vier suchten den Weg zu ihrem Klassenzimmer auf. Sie saß hinter Rinoa und sah gedankenverloren aus dem Fenster, bis Rinoa ihr einen Zettel auf den Tisch warf.
“Hast du den Neuzugang schon gesehen?” Hotaru lächelte. Was Männer anbetraf, war Rinoa immer auf dem neuesten Stand. Wie oft sie versucht hatte, Hotaru mit jemanden zu verkuppeln, wusste die Schwarzhaarige schon nicht mehr.
“Nein. Hab auch kein Interesse.”, schrieb sie zurück und legte den Zettel unbemerkt in Rinoas nach hinten ausgestreckter Hand. Es dauerte nicht lange, bis eine Antwort kam.
“Ach komm schon, Hotaru. Diesmal ist es der Richtige für dich.”
“Hat das Wort “Nein” für dich keine Bedeutung?”, fragte sie spitz.
“Hotaru Tomoe. Du wirst dir diesen Jungen ansehen. Denk daran, dass ich noch etwas gut bei dir habe.”
“Seit wann?”
“Erinnere dich mal an deinen Chemievortrag, den ich dir ausgearbeitet habe.
“War das nicht eher umgekehrt?”
“Echt? Ach auch egal. Kommst du nun mit?”
“Wenn dir so viel daran liegt, ja. Aber keine Verkupplungsversuche.”
“Ja, ja.” Hotaru seufze. Sie hatte keine Lust diesen Fremden kennen zu lernen, dafür hatte sie genug eigene Probleme. Insgeheim suchte sie nach einem Ausweg, irgendetwas wie sie Rinoa abschütteln konnte.
Die Stunden bis zur Mittagspause verliefen schleppend. Ihre geistige Abwesenheit blieb ungemerkt. Niemanden schien es zu stören, dass sie die ganze Zeit auf den blauen Himmel starrte. Als es endlich klingelte, packte sie auch nur langsam ihre Sachen ein und hoffte, dass Rinoa einfach raus stürmen würde. Doch nichts dergleichen geschah, ihre blonde Freundin wartete die ganze Zeit. “Kann es los gehen?”
“Irgendwelche Ausreden wie zum Beispiel “Mir ist schlecht.” ziehen nicht, oder?”
“Kein Bisschen, Hotaru. Jetzt komm!”
Die Blonde nahm Hotaru an der Hand und zog sie raus auf den Gang, wo Mirouke und Totoru auf sie warteten. “Hey ihr Beiden...”, fing der Braunhaarige an.
“Keine Zeit. Ich muss Hotaru den neuen Typen vorstellen.”
“Jetzt wartet doch mal.” Hotaru riss sich von der Blonden los.
“Die Beiden sind unsere Freunde, vielleicht sollten wir erstmal ihnen zu hören.”
“Hotaru, solche Typen wie der sind nicht lange frei. Du kennst doch den Spruch: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.” ,oder?”
“Rinoa, nimm es mir nicht übel, aber mir ist er herzlichst egal. Was gibt es nun, Totoru?”
“Wir wollten euch fragen, was wir morgen Abend machen.”
“Welche Alternativen stehen zur Auswahl?”
““Mad Madders” Club.”, antwortete Mirouke.
“Dann wissen wir ja, was wir machen.”, drängte Rinoa.
Hotaru lächelte fröhlich und ging rückwärts, während sie zu den Jungs sagte: “Die gleiche Zeit wie immer, oder? Ich muss jetzt los, ansonsten wird Rinoa mich wahrscheinlich auffressen. Bis später.” Dabei wirbelte sie auf ihrem Absatz herum und schleuderte ihre Schultasche durch die Luft und traf mit ihr irgendein Hindernis, was ein Mensch war. Durch den Aufprall wurde sie aus dem Gleichgewicht gerissen und landete mit ihrem Hintern auf dem Boden.
“Autsch!”, sagten beide gleichzeitig.
“Nette Art jemanden an seinem ersten Tag zu begrüßen.”, sagte die männliche Stimme verärgert.
“Oh nein.”, flüsterte Hotaru. Sie wagte es kaum ihre Augen zu öffnen. Als sie es doch tat, sah einen gut aussehenden, sportlichen jungen Mann mit langen schwarzen Haaren. Nach ihrer Einschätzung war er mindestens 1 Meter 80 und somit wahrscheinlich der größte Junge der Schule. Zu allem Überfluss schien sie ihn genau an der Schläfe getroffen zu haben.
“Geht es dir gut?”, fragte er sie.
“Habe ich dich nicht an der Schläfe erwischt?”
“Ach nichts schlimmes. Erst wenn es blutet, wird’s ernsthaft. Aber ich muss sagen, du hast einen guten Schlag drauf.” Er stand auf und hielt ihr die Hand hin. Dankend ließ sie sich von ihm hoch helfen. Als erstes sah sie Rinoa mit einem Grinsen, dass Hotaru nicht entziffern konnte. “Das ist er.”, formte die Blonde mit ihren Lippen.
Dann rief sie Mirouke und Totoru hinterher, dass die Beiden warten sollten, und schloss sich ihnen an.
“Sicher, dass du dir nichts getan hast?”, fragte er nochmals.
“Ja, sicher. Ich bin Hotaru Tomoe. Freut mich sehr.”
“So lange wir uns jetzt nicht immer so begrüßen müssen, ist alles OK. Ich heiße Mazaru Briefs.”
“Du bist neu hier, oder?”
“Ja. Im letzten Jahrgang.”
“Aha.” Hotaru bekam ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Sie hatte keinerlei Erfahrung, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte und nur zwei Worte füllten ihren Kopf: “Scheiß Smalltalk.”
“Gibt es hier einen Ort, an dem man sich ungesehen zurückziehen kann?”
“Eigentlich nur vor dem Schultor.”
“Ich hab’s geahnt. Na dann, Hotaru. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, reich mir einfach die Hand, ja?”
Hotaru merkte, dass sie knallrot im Gesicht wurde. “Ja... ist OK.”
“Bis dann.”
“Wo gehst du jetzt hin?”, platzte es aus ihr heraus.
Mazaru drehte sich verwundert um. Er hatte seine Jacke aufgeknöpft und sagte: “Denk mal daran, welchen Platz du mir gerade empfohlen hast. Wenn du Angst hast mich zu fragen, ob du mitkommen darfst, dann kann ich dir ja von vorne rein sagen, dass es mir ziemlich egal ist.”
“Nach draußen müssen wir aber da lang.”
“Sicher?”, fragte er, nachdem er sich ein paar Sekunden umgesehen hatte. Hotaru musste sich ein Kichern verkneifen.
“Ja, sicher.” Hotaru nickte in die andere Richtung und zusammen spazierten sie über den Schulhof, bis zum großen steinernen Eingangstor. Rechts davon war eine Bank, auf die sie sich setzten.
“Müsstest du dich nicht normaler Weise mit Allem vertraut machen und Kontakt zu deinen Klassenkameraden suchen?”
“Sehe ich so aus, als wenn ich großartigen Kontakt zu Menschen bräuchte? Er zog dabei die rechte Augenbraue hoch. Ein Weilchen sah sie ihm zu, wie er in seiner Tasche kramte, bis er eine Packung Tabak heraus zog.
“Du rauchst?”
“Was denkst du, warum ich einen abgeschiedenen Platz suche? Das Ganze ist ja auf dem Schulhof verboten, oder?”
“Stimmt schon, aber...”
“Komm schon. Tu jetzt nicht so, als wäre rauchen das Schrecklichste auf der ganzen Welt.”
“Nein, aber ich finde es nur ungewohnt.”
“Dann geh mal nach Deutschland. Besonders in so eine Region wie die Prignitz.”
“Wieso Deutschland?”
“Ich bin dort geboren. Ich mache nur ein Austauschjahr.”
“Aber warum im letzten Jahr?”
“Weil es vorher nicht ging. Ist alles ein wenig dumm gelaufen, aber ich bin froh, dass es noch geklappt hat.”
“Wann bist du hergeflogen?”
“Gar nicht. Ich bin gefahren.”
“Wie bitte?”
“Siehst du diesen schwarzen Audi A4 dort hinten? Das ist meiner. Ich bin die ganze Strecke hergefahren. Wegen einiger Pannen kam ich erst vorgestern an.”
“Wow.”, mehr brachte Hotaru nicht raus. Sie war erstaunt über diesen jungen Mann.
“Ich hab drei Monate gebraucht. Habe aber auch an einigen Stationen halt gemacht. In Moskau hätten sie mir das Baby fast geklaut.” Er hatte die Zigarette gedreht und sich in den Mund gesteckt.
“Warst du allein?”
“Ab der Mitte von Russland. Bis dahin hatte ich noch drei Freunde dabei.”
“Ich bin nie aus Tokio rausgekommen.”
“Solltest du aber mal. Es gibt sehr viel in dieser Welt, was man sich ansehen sollte.” Er seufzte und zog an der Zigarette. Dabei rutschte ihm die Tasche herunter und entleerte sich über dem Bürgersteig.
“Ach verdammt.” Er sammelte seine Hefter und Bücher auf. Hotaru starrte währenddessen auf ein besonderes Buch. “Agatha Heik: Traumdeutungen.”
“Du interessierst dich für Träume?”
“Hm? Ach das Ding? Na ja, ein wenig. Aber das Buch ist ganz interessant. Besonders das Thema: “Wie zeichnet sich Besessenheit durch immer wiederkehrende Träume aus”.”
“Klingt interessant. Aber warum kaufst du es dir auf japanisch?”
“Nur um meine Sprachkenntnisse zu testen. Wäre doch ziemlich blöd, wenn ich nach Japan fahre, ohne ein Wort zu verstehen, oder?”
“Stimmt schon.”
“Ich kann dir das Buch ja geben, wenn ich es bis zu meiner Abreise wiederbekomme.”
“Ist das dein Ernst?”
“Klar. Aber nun los, Hotaru. Erzähl mal etwas von dir.”
“Es gibt nicht fiel, was ich dir erzählen kann. Ich bin ein ganz normales Mädchen.”
“Das ist gelogen.”
“Wie bitte?”
“Du lügst. Kein normales Mädchen hat so faszinierende Augen. Aber na ja, das ist meine Sicht der Dinge.”
Er lächelte sie an und wieder errötete sie. “Erzähl doch nicht so etwas.”, sagte sie verlegen.
“Nun sei doch nicht so.”
Aus der Ferne hörten sie die Schulglocke. Hotaru sprang auf. “Der Unterricht beginnt. Ich muss los.”
“Alles klar. Vielleicht sehen wir uns mal wieder.”
“Hast du jetzt keinen Unterricht?”
“Nö. Ich hab ‘ne Freistunde, in der ich mir die Stadt ansehen soll.”
“Ah ja. Na gut...” Sie sah sich kurzzeitig an ihm fest, dann schüttelte sie den Kopf und sagte: “Ja, gut. Dann bis später.”
Mazaru lächelte sie kurz an und nickte. “Bis dann.”, sagte er und war schnell in einem weiteren Buch versunken.
 
Sailor Moon, lang ist es her ... oO

Für einen Prolog war der Anfang schon sehr lang geraten, aber deshalb nicht weniger gut. Ich finde das du den Charakter Hotaru gut triffst, wie oben geschrieben ist es schon länger her das ich die Serie gesehen habe, trotzdem ist bei mir noch einiges hängen geblieben denke ich.^^

Die Idee mit dem Kino und dem mitverfolgen als Außenstehende des eigenen Traumes ist dir gut gelungen, nur das Ende fand ich etwas plumb, da hättest du eine andere Wortwahl treffen können. Warum nennt Hotaru Haruka eigentlich "Papa"? Das ist/war doch eine Frau wenn ich mich nicht täusche.
Die Situation vor dem Spiegel, und deine Eröffnung das Mistress Nine noch lebt war super, sehr interessant und gespickt mit einigen Hintergrundinformationen. Das Ende, also der "Tod" von Mistress Nine ist mir noch gut in Erinnerung geblieben, hatte etwas einprägendes. ^^

Beim ersten Kapitel hast du sehr gut die verschiedenen Freunde Hotarus eingeführt, auch die Unterhaltungen waren realistisch. Der Unfall, bzw. das Zusammentreffen mit Mirouke hast du Filmreif rübergebracht. XD
So wie du den Chara und auch das nachfolgende Gespräch beschrieben hast, hoffe ich doch das einiges mehr hinter diesem Jungen steckt, besonders der seltsame Zufall mit dem Traumdeutungsbuch und andere Sachen sowie Aussagen lassen auf viel hoffen. ^.^
Misslungen ist dir dabei aber irgendwie die Hintergrundgeschichte, besonders die Sache mit Deutschland, der 3 Monatigen Reise nach Japan über Russland (?) und der Tatsache das er einen A4 fährt, wobei ich den Bekanntheitsgrad in Japan bezweifel, passt für mich so gar nicht in diese Geschichte. Damit bringst du auch keinen größeren Realismus rein, sondern gleitest etwas ins Absurde ab. Vielleicht entschliesst du dich doch noch zu einer Änderung.

Soweit von mir. ^^
 
Tagchen^^
also ich weiß gar nicht, warum du so an deinem Können zweifelst, die Sorgen, die du dir machst sind völlig unberechtigt, meiner Meinung nach.
Und das zeigt ja auch das Kommi von Ying Yang, woran ich mich eigentlich nur anschließen kann, die drei, nein vier neuen Charakter hast du wunderbar in die Geschichte mit eingebracht, der Schulalltag ist auch schön beschrieben, ja ja, Zettelchen schreiben, also wirklich ;) und auch hier gehts nur um das eine - Jungs, find ich genial und dieser Mazaru hat wirklich etwas, ja ausergewöhnliches an sich, geheimnisvoll und faszinierend zugleich, aber auch die anderen hast du zu ihren eigenen Eigenschaften geführt, bestes Beispiel ist Rinoa...^^ Ansonsten hast du die Dialoge gut gestaltet, waren passend und ansonsten, naja, du hast an ein paar Stellen, kleine Rechtschriebfehler gemacht, aber über die kann man hinweg sehen, wenn man sich mal die Länge des Kapis anschaut und die Qualität davon, also allem in allem hats mir wíeder einmal prima gefallen, super gemacht *Daumen hoch streck*
also dann, bye^^
 
oh mann sailormoon.... eeeewig is das her....
das letzte was ich gelesen hab war ne verarsche von db vs sailormoon(extremst witzig :) ) und weils so lange her is... ich weiss zwar noch wer galactica is(weiss aba nimma die hintergründe und so zu der) aba wer war nohmal die nine... ich erinner mich an ein Weib in einem Spiegel aba wie die hies.. und naja die namen kann ich graaaade noch so zuordnen wobei ich mir bei ein paar auch schwer tue...
ich muss mir den ersten teil erst ma durchlesen(viel zu lang O.o aba hab nix dagegen und ich hab keine Zeit mehr) aber ich sag ma der prolog war echt spitze :)

naja freu mich auf den nächsten teil
 
Guten Morgen. Wie geht's euch?

@Ying&Yang Ja, du hast recht, dass das alles etwas unrealistisch ist. Aber Mazarus Reise wird bloß erwähnt und es wird nicht näher drauf eingegangen. Er sollte bloß auf einer anderen Weise, als mit dem Flugzeug, in Japan landen. EIn wenig der Faszination Hotarus schöpft nämlich daraus.

@Vegetagirly Danke sehr. Die kleines Rechtschreibfehler tuen mir leid. Ich werde mein bestes tun, diese immer weiter auszumerzen... Und dann kommt dieser Teil jetzt o.O

@megaman Danke :D

So jetzt kommt der nächste Teil. Warnungen im Vorraus: Ich habe keine Ahnung, ob ich den Teil die Mindestenanzahl von drei Mal durch gelesen habe um die Fehler zu killen. Na ja, viele sind's glaube ich nicht und diese meistens auch nur durch's Tippen.

Übrigens verwestliche ich die Gruppe um Hotaru ziemlich und achte auch zum Beispiel nicht darauf, dass man in Japan erst mit 21 Alkohol kaufen darf. Zum einen tue ich das, weil ich mir das nichbt vorstellen kann, zum anderen, weil es für mich wichtig war den Club mit rein zu bringen, der eigentlich in Inverness in Schottland steht, ich mich aber tierisch in das Ding verliebt habe. Denkt euch einfach es wäre ein Tokio in einer Alternativen Dimension und dass dort Regeln wie in Deutschland herrschen... *sry im Vorraus*

Der Teil ist megalang. An sich solltens zwei Teile werden, aber ich habe es verpatzt, den richtigen Punkt zu finden. So bleibt's bei dem Cliffhanger nach insgesamt 4 Seiten in Corel 9 bei Schriftgröße 10...

Nun trotzdem viel Spaß.

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Noch den ganzen Tag über wurde sie von Rinoa über Mazaru ausgefragt, doch wie es ihre Art war, sagte sie kaum etwas außer: “Wir haben uns gut unterhalten.” oder “Er ist nett.” Die Blonde platzte bald vor Neugierde und konnte nur von Totoru zurückgehalten werden, ihr nicht ins Kreuz zu springen. Hotaru Tomoe war dies aber alles egal. Den restlichen Tag lächelte sie unentwegt vor sich hin. Sie sah ihn noch einmal wieder, kurz bevor sie in den Bus stieg. Mazaru saß wieder auf dieser Bank und rauchte, was sie bei ihm aus irgendwelchen Gründen für kurze Zeit sogar als beeindruckend ansah, sich aber schnell dafür selbst rügte. Rauchen war in ihren Augen eine schlechte Angewohnheit und zeigte geistige Schwäche.
Als sie in den Bus stieg, winkte sie ihm kurz zu, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ihre Laune trübte sich ein wenig, da er es nicht sah. Wieder einmal war er in einem Buch vertieft. Gerade als der Bus abfuhr, blickte er auf und sie musste in ein tief bedrücktes und verärgertes Gesicht sehen, das sie überhaupt nicht wahrnahm.
Am nächsten Tag kam die Ernüchterung. Hotaru wollte ihre Klassenkameraden einfach sitzen lassen und stahl sich zum Schultor. Natürlich hoffte sie Mazaru dort anzutreffen, aber beim Frühstück war er nicht dort und auch in der Mittagspause ließ er sich nicht blicken. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich ein wenig niedergeschmettert zu ihren Freunden zu setzen. “Du scheinst dich in den Typen ja doch verknallt zu haben.”, sagte Rinoa in einer kurzen Pause.
“Ach quatsch. Ich habe doch gestern schon gesagt, ich finde ihn einfach nur nett.”
“Aber uns dafür sitzen lassen.” Totoru spielte vor ihr gern den Eingeschnappten. “Wahrscheinlich würdest du auch unsere Verabredung heute Abend für ihn sausen lassen.”
“Ihr seht das falsch. Euch kenne ich seit Jahren und ihr seit mir viel lieber, als jeder dahergelaufene Typ aus dem Ausland.”
“Hoffentlich...”, seufzte Totoru gespielt. “Ansonsten muss ich mich mal um ihn kümmern.”
“So weit wird es nicht kommen, Totoru.” Hotaru lächelte ihn an.
“Ach und übrigens kannst du heute noch lange nach ihm Ausschau halten.”, mischte Mirouke sich ein. “Er ist nämlich nicht in der Schule.”
“Woher weißt du das?”
“Ich habe vorhin ein Gespräch von ein paar Leuten aus seinem Jahrgang gehört. Wie es aussieht hat er heute frei bekommen, weil ein paar Lehrer aus seiner alten Schule heute nach Tokio kommen. Ist wohl Teil dieses Austauschprogramms.”
“Ach so. Na dann.”
“Damit hättest du ruhig früher rauskommen können, Mirouke. Dann würde Hotaru sich nicht den ganzen Tag schon den Kopf zerbrechen.”, sagte Totoru.
“Ihr habt doch nicht gefragt.” Es klingelte zum Unterricht.
Gegen 18.30 Uhr machte Hotaru sich fertig für den Abend. Ihre drei Erziehungsberechtigten waren aus dem Haus. Schnell war sie unter die Dusche gesprungen und die Haare geföhnt. Verzweifelt versuchte sie ihre Haare zusammen zu binden, jedoch sahen die Versuche in Verbindung mit ihrem Pony eher schlecht als recht aus, so zog sie den Zopfgummi wieder heraus und ließ sie wieder glatt herunter hängen. Sie schlüpfte in eine Schwarze Jeans und in eine schwarze Bluse, da klingelte es auch schon unten an der Tür. “Rinoa!”, flüsterte sie auf dem Weg zu Tür vor sich hin. “Kommt jedes Mal zu früh.”
Tatsächlich war es ihre Freundin, die sie wie immer eine viertel Stunde früher als verabredet abholte.
“Kann’s losgehen?”
“Einen Moment noch.” Hotaru flitzte schnell noch in ihr Zimmer und griff nach ihrer schwarzen Handtasche, in der sie ihr Notfallhandy, ihr Portemonnaie und den Haustürschlüssel verstaute. Kurzzeitig sah sie die Schublade an, in der sie ihren Kristall verstaute. “Kommst du endlich?”, hörte sie Rinoas ärgerliche Stimme von unten.
Hotaru lächelte. “Ich werde dich eh nicht brauchen.”, sagte sie sich und ging aus dem Zimmer.
Die beiden jungen Frauen hasteten zur U-Bahnstation und erwischten gerade noch die Bahn in die Innenstadt. Wie immer, wenn die Beiden zusammen mit irgendeinem öffentlichen Verkehrsmittel fuhren, unterhielt Rinoa den kompletten Zug, während Hotaru nur flüchtig dem Monolog lauschte und nur ab und zu “Ja.”, “Nein.” oder “Keine Ahnung.” sagen musste. Nach einer dreiviertel Stunde und zweimaligen Umsteigen erreichten sie ihren Bahnhof und erklommen die Stufen zur Oberwelt. Langsam spazierten sie durch die vollen Straßen bis sie zu ihrem Lieblingsclub kamen. Das Mad Madders, wovor Mirouke und Totoru schon auf sie warteten. Zusammen betraten sie den Club und suchten sofort ihren Stammplatz auf. Einen Tisch in der hintersten Ecke des Lokals, der noch ein wenig erhöht war. Von dort aus hatte man immer einen guten Blick auf die Bühne, selbst wenn der kleine Club völlig überfüllt war.
“Was wollt ihr trinken?”, fragte Mirouke.
“Ich nehme ein Bier.”, antwortete Totoru.
“Caipirinha.”, sagte die Blonde.
“Ich brauche noch nichts.”
“Hotaru, komm schon. Ich geb dir auch einen Aus. Immerhin habe ich ja noch was von meinem Geburtstag vor zwei Wochen bei euch offen.”
“Lass gut sein Mirouke.”
“Dann nimm wenigstens eine Cola, oder so.”
“Von mir aus. Bring mir ein Alster, dann habt ihr euren Willen.”
Ein paar Minuten später brachte er die Getränke. Die Vier stießen auf einen erfolgreichen Abend an und bald fing auch die erste Band des Abends an zu spielen.
Zwei Stunden später waren Rinoa, Mirouke und Totoru auf der Tanzfläche und bejubelten die Band. Hotaru nippte an ihrem Glas und dachte über Mazarus Worte nach. “Du lügst.”, flüsterte sie. “Kein normales Mädchen hat so faszinierende Augen. Aber na ja, das ist meine Sicht der Dinge.” Sie lächelte dabei. “Wenn er wüsste, was wirklich mit mir ist. Schade, dass er nur für ein Jahr in Tokio ist.”
“Denkst du schon wieder nach?”, fragte Totoru sie. “Du hast schon wieder diesen glasigen Blick drauf.”
“Was meinst du?”
“Deinen Gesichtsausdruck wenn du nachdenkst. Dabei verlierst du jeden Sinn für die Realität und bemerkst nichts mehr. So schlimm wie gestern und heute war es schon lange nicht mehr.”
“Entschuldige bitte. Ich bin im Moment wohl nicht fair zu euch.”
Er setzte sich neben sie und nahm sein Bierglas in die Hand. “Das interessiert ja erstmal gar nicht. Frag dich lieber, ob du fair zu dir selbst bist. Du hast so ein hübsches Gesicht, aber jedes Mal, wenn du nachdenkst entstellst du es völlig.”
“Ach ja? Wie denn?”
“So ungefähr.” Er schnitt eine grässliche Grimasse, was Hotaru zum Lachen brachte.
“So schrecklich sehe ich aus?”
“Noch viel schlimmer, aber jetzt ist wieder alles in Ordnung. Du solltest generell wieder mehr lachen.”
“Es gibt im Moment bloß nicht allzu viel, was ich witzig finde.”
“Woran liegt’s denn?”
“Ach Totoru, das ist uninteressant.”
“Red keinen Stuss. Du bist meine Freundin und ich möchte wissen, was dich bedrückt.”
“Es...” Hotaru stockte. Zu gern wollte sie ihm und den anderen Beiden erzählen, was in ihr vorging, von ihrer Vergangenheit erzählen. Immer wieder dachte sie, dass dieser Akt das Gefühl des Unverständnisses von ihr nehmen könnte, aber dann trat ihre pessimistische Art wieder vor. Was wäre, wenn die drei sie danach verstoßen würden? Nein, das konnte sie einfach nicht.
“Es ist nichts. Du kennst mich doch schon lange und weißt, dass ich immer über Gott und die Welt philosophiere. Dabei werde ich nun mal ein wenig melancholisch.”
“Ich will dich ja jetzt nicht vollquatschen, aber ganz glauben tue ich dir das nicht. Aber na gut. Du weißt, dass ich dich nicht bedrängen will.”
Hotaru lächelte wieder. “Es ist besser so.”, sagte sie zu sich selbst. “Aber jetzt erzähl du mal. Ich habe von Rinoa erfahren, dass du was mit dieser Kathlyn aus dem Jahrgang unter uns was hast?”
“Wieso muss die Göre über alles und jeden immer so gut Bescheid wissen? Ja, wir haben uns beim Basketballtraining kennen gelernt.”
Das Gespräch schweifte von ihr ab. Schon am Anfang jeglicher zwischenmenschlicher Beziehungen hatte Hotaru gelernt, wie sie gekonnt andere Themen anschneiden konnte. Bei Totoru war am besten, ihn ins kalte Wasser zu stoßen, obwohl es Hotaru überhaupt nicht interessierte, was für Liebesgeschichten ihre Mitmenschen durchlebten. Bald kamen auch Mirouke und Rinoa zurück und die Blonde sog jegliche Information über Totorus Beziehung auf.
Hotaru war kein Mensch, der ausgiebig feierte. Ihrer Meinung nach konnte sie kein Stück tanzen und Alkohol war bei ihr so eine Sache, aber sie sah gern anderen Menschen dabei zu. Den Rat des Braunhaarigen befolgend versuchte sie ihre Gedanken im Zaum zu halten und ihren Freunden zumindest halbwegs zuzuhören. Doch dann geschah etwas, was sie nicht erwartet hatte. Rinoa tippte sie auf einmal an und lenkte ihren Blick zur Bar. “Er ist hier.” Hotaru lächelte.
“Ich habe dir doch gesagt, dass du deine Kupplungsspiele vergessen sollst.”
“Ich will euch nicht verkuppeln, sondern dir nur sagen, dass er hier ist.” Auch Mirouke und Totoru hatten ihn mittlerweile gesehen.
“Hol ihn doch her.”, schlug der Schwarzhaarige vor.
“Ach, er will bestimmt nicht.”, entgegnete sie.
“Du weißt es nicht, wenn du es nicht probierst.”, sagte Totoru mit einem schlecht gespielten beiläufigen Unterton.
“Wollt ihr das wirklich?”
“Klar.”, kam es von der Blonden, wie aus der Pistole geschossen. “Jetzt mach schon.”
Mit sanfter Gewalt wurde Hotaru auf den Gang geschubst. Unentschlossen sah sie ihre drei Freunde an, die ihr ermutigend zu zwinkerten. Langsam drehte sie sich um und schritt auf ihn zu. “Was tue ich hier eigentlich?”, fragte sie sich. “Ich werde mich völlig blamieren und dann werde ich deswegen noch deprimiert sein.”
Trotz dieser Gedanken bewegte sie sich immer näher auf ihn zu. Es kam ihr vor, als würde sie ihren Arm in Zeitlupe ausstrecken, um ihm an die Schulter zu tippen.
“Hi Mazaru.”
“Hotaru. Hey, wie geht’s dir?”
“Ganz gut und dir?”
“Geht schon. Aber jetzt sag mal: Du gehst in so einen Club?”
“Klar. Du doch anscheinend auch.”
“Sicher, aber... Setz dich doch erstmal.”
“Gerne, aber ich hab mit ein paar Freunden einen Tisch dahinten. Möchtest du nicht zu uns kommen?”
“Warum nicht? Warte kurz, ich bestell mir nur noch was.”
Er lehnte sich an die Bar und versuchte Augenkontakt mir der Bedienung herzustellen. Hotaru indes sah sich verlegen um. Sie wusste nicht, warum sie das getan hatte, konnte ja kaum realisieren, dass sie ihn wirklich angesprochen hatte. Nach ein paar Minuten hatte er ein frisch gefülltes Bierglas in der Hand und drehte sich zu ihr um. “Wir können.”, sagte er.
Höflich stellte er sich bei allen mit einem Händedruck vor. Langsam kam er mit der Gruppe ins Gespräch, was Hotaru ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Wenn er ihre Freunde nett fand, dann konnten sie sich von nun an öfter in dieser Konstellation treffen und sie musste sich keine Sorgen um schlechte Reaktionen, insbesondere von Totoru, machen. Diese und ähnliche Gedanken schossen durch ihren Kopf, während Mazaru von seinem Leben in Deutschland erzählte. Insgeheim war sie erstaunt über sich selbst, dass sie es schaffte einen roten Gedankenfaden zu spinnen und gleichzeitig zuzuhören, was er ihnen über ein ödes Leben, in einer offiziell “unbevölkerten” Region, mitzuteilen hatte.
“Und warum wolltest du nach Japan kommen?”, fragte Mirouke.
“Ich interessiere mich für dieses Land und für die Kultur und die Geschichte und alles. Angefangen hat’s vor ein paar Jahren mit dem Manga- und Animeboom, der in Deutschland durch Sportanimes, wie Mila Superstar und Captain Tsubasa, und natürlich Dragonball Z los getreten wurde. Dadurch habe ich mich immer mehr mit Japan beschäftigt und bin schon so weit, dass ich Japanologie studieren möchte. Das ich dafür schon vorher ein Jahr hier verbringe, bot sich natürlich an. Ich habe es seit Jahren probiert, doch nun in meinem letzten Schuljahr, das laut Aussage einiger Lehrer sehr wichtig ist, hat es funktioniert. Zwar dreh ich dafür noch eine Ehrenrunde, aber ich denke, es lohnt sich.”
“Ich habe gehört, dass im Moment ein paar Lehrer von dir hier sind und du deswegen heute nicht in der Schule warst.”
“Das stimmt Mirouke. Meine Geschichtslehrerin und eine Politiklehrerin meiner Schule sind heute angekommen. Kann gut sein, dass ihr sie als Zuhörerinnen in eure Klasse bekommt. Aber na ja. Ich erzähl nicht gern von Deutschland, oder zumindest nicht gern von der Prignitz, da es eh nicht viel zu erzählen gibt. Möchte einer von euch noch etwas trinken? Ich würde eine Runde ausgeben.”
Kurz darauf ging er in Richtung Bar und auf einmal war Hotaru der Mittelpunkt ihrer Gefährten. Die wiederum sah verwirrt von einem grinsendem Gesicht ins Andere.
“Der ist echt toll.”, sagte Rinoa.
“Interessanter Mensch.”, gab Mirouke dazu.
“Da hast du dir einen tollen Kerl ausgesucht. Mit Dem wirst du glücklich.”
“Totoru!” Hotaru wurde knallrot. Schnell machte sie wieder den Mund auf und wollte etwas erwidern, doch sie war zu verlegen. Sie benötigte ein paar Sekunden, bis ein Ansatz eines vernünftigen Satzes vorhanden war. “Was soll das bedeuten?”
“Na du hast dich doch in ihn verknallt, oder?”
“Das ist gar nicht wahr, Rinoa. Ich möchte ihn nur kennen lernen.”
“Ein bisschen näher, oder?”, fragte Totoru und zwinkerte ihr zu. Wieder wusste sie nicht, was sie sagen sollte. Zu ihrem persönlichen Glück wurde ihr diese Last jedoch von den Schultern genommen. Der Schrei einer Bedienung in der Nähe der Bühne zog die Konzentration aller Anwesenden auf sich. Hotaru sah nur einen sich bildenden Kreis, doch was sich dort im Mittelpunkt abspielte, blieb ihr verborgen. Totoru, der Größte von ihnen hatte sich zusätzlich auf einen Stuhl gestellt. “Was ist los?”, fragte Rinoa begierig.
“Wenn ich’s richtig sehe, bricht dort ein Mann gerade zusammen. Seine Muskeln scheinen stark anzuschwellen, sein Shirt ist schon zerrissen.”
“Was hat das zu bedeuten?”, fragte Rinoa ihre schwarzhaarige Freundin, doch die versuchte nicht, den sich quälenden Menschen zu sehen. Vielmehr zog etwas über den Köpfen der Schaulustigen ihre Aufmerksamkeit an. Eine tief schwarze Aura, gefährlicher als das Chaos. Blitzschnell wandte sie sich ihrer Tasche zu, riss den Knopf mit ihren zitternden Fingern ab, der quer durch den Raum katapultiert wurde, und kramte nach ihrer Brosche. Wie ein Vorschlaghammer traf sie die Erinnerung und verzweifelte spürte sie, dass ihre eigenen Worte sie nun Lügen straften.
Ein Schrei einer tiefen Stimme holte sie in die Realität zurück. Sofort brach die Menge in Panik aus und rannte in Richtung Ausgang. Hotaru registrierte, dass sich die negative Aura auf den Mann konzentrierte, dessen Körper einfach aufbrach. Aus seinem offenen Rücken stieg ein blutverschmiertes Monster, eine Art Zombie, dessen Gesicht entstellt und aschfahl war, dessen überlangen und scharfen Fingernägel menschliche Haut sofort zerreißen konnte. Totoru fiel von seinem Stuhl und musste gegen einen starken Brechreiz ankämpfen. Rinoa und Mirouke waren sofort bei ihm, nur Hotaru stand völlig geistesabwesend aufrecht und starrte es an. Das Monster bewies sofort, wozu es imstande war. Es bohrte sich einfach durch den Rücken einer jungen Frau, die in ihrer Panik den Überblick verloren hatte und schreiend durch den Raum rannte. Danach feuerte es den Körper an eine Wand, wo er noch letzte Zuckungen von sich gab.
Langsam hatte sich der Raum geleert. Nur Hotaru und ihre Freunde, zwei Mädchen, die sich verstört in eine Ecke kauerten und ein junger Mann schienen die Anwesenheit des Monsters zu teilen. Dieser junge Mann wurde jedoch von zu groß ausgefallenen Portionen Arroganz und Selbstverliebtheit gesteuert, dass er Rinoa, die versuchte sich ein Bild von dem ganzen Ausmaß der Katastrophe zu machen, schon leid tat. Er trat dem Zombie entgegen und versuchte es mit einem Faustschlag niederzustrecken, aber niemand konnte realisieren, wie schnell seine Kehle in die Gefangenschaft der grauen Finger geriet.
Durch Hotarus Kopf schossen unzählige Gedanken. Die Wut über sie selbst, dass sie die Brosche trotz des Traumes zu Hause gelassen hatte, Wut über ihre Hilflosigkeit und auch Wut auf ihre Eltern, die ihr nicht glauben wollten. Verzweifelt verkroch sie sich in sich selbst und suchte nach einem Ausweg, da fegte nur weniger Zentimeter an ihrem Kopf der abgerissene Schädel des todessehnsüchtigen Mannes vorbei. Ihr geschrieener Name aus Rinoas Mund und die Blutspritzer in ihrem Gesicht holten sie endgültig zurück. Eiskalt berechnete sie ihre Chancen, den anderen Senshies alles zu melden und genug Zeit für sie und die Anderen herauszuschinden, bis diese ankamen. Tragischerweise hatte sie auch den Kommunikator vergessen, aber eine Möglichkeit kam ihr noch in den Sinn, doch dafür mussten ihre Freunde aus der Gefahrenzone.
“Raus hier!”, rief sie ihnen zu, während sie schon ihr Handy in der Hand hatte und wählte Harukas Nummer. “Nun los, verschwindet.”
“Du kommst schön mit.”, brüllte Totoru zurück.
“Ja, klar. Aber jetzt kommt.” Zusammen rannten sie zum Ausgang, wo aber wie von Zauberhand der Zombie stand und schon seine Finger nach Rinoa ausstreckte. Gleichzeitig bekam Hotaru ihre Vaterfigur an den Apparat. Nur wenige Zentimeter trennten das Monster von der Blonden, da stieß jemand mit aller Kraft das Monster zur Seite, was der Schwarzhaarigen genug Zeit gab. “Ich hab meine Brosche vergessen und hier ist ein Monster.”
“Wir sind gleich da, haltet so lange durch.”
“Leichter gesagt, als getan.”
“Du schaffst das. Bis gleich.”
Langsam rappelte sich das Monster auf, es war gegen die Wand nahe der Tür geknallt. Schmerzen schien es keine zu haben, eher schien das Gegenteil der Fall zu sein. Es verzerrte sein Gesicht noch mehr zu einem hämischen Grinsen und ließ mit einer Handbewegung die Türen zu fallen. “Wir werden sterben.”, stöhnte Mirouke.
“Halt’s Maul.”, brüllte Totoru. “Ich werde hier nicht sterben.”
“So kommen wir nicht weiter.”, mischte Mazaru sich ein. “Ich werde ihn ablenken und ihr Vier nehmt die Mädels da hinten mit und verzieht euch. Ich komme dann schnell nach.”
“Das ist Selbstmord!”, schrie Hotaru.
“Vielleicht, aber es gibt wichtigere Menschen als mich.”
Er stürmte nach vorne und knallte das Monster an die Wand. Schnell setzte er zwei Schläge ins Gesicht nach, wurde aber dann von einer übermenschlichen Kraft zurück geworfen und schlitterte ein paar Meter auf dem Boden entlang. Totoru schnappte nach Hotarus Arm und zog sie zu den Mädchen, die einem Nervenzusammenbruch nahe zu sein schienen. Der Zombie sprang auf Mazaru zu, der sich gekonnt wegrollte, aufstand und sich mit einem Barhocker bewaffnete, der ihm aber keinen Vorteil brachte. Der Feind zerschlug seine Waffe blitzschnell und packte seinen Hals. Die Schwarzhaarige hörte ihn röcheln. Mirouke hatte währenddessen all seinen Mut zusammen genommen und hetzte zur Tür, die fest verschlossen war. “Scheiße!”, platzte es aus ihm heraus und rannte zurück zu den Anderen. “Die ist zu. Was machen wir jetzt?”
“Keine Ahnung.”, erwiderte Totoru. “Vielleicht doch unser Testament aufsetzen?”
Hotaru stand derzeit festgewachsen da und beobachtete Mazarus Kampf. Es imponierte ihr, wie mutig er sich in den Kampf geworfen hatte, nur um sie zu beschützen. Doch die Tür war zu und sein Plan fehlgeschlagen. Für sie hatte er sich geopfert. Sie sah, dass das Monster immer fester zu drückte. Sie empfand es als niederschmetternd, ihm nicht helfen zu können. Ohne ihre Brosche hatte sie keine Macht, Sailor Saturn war in ihrer Schublade eingeschlossen. In diesem Club und gegen dieses Monster war sie nur Hotaru Tomoe. Ein gefährlicher Gedanke kletterte in ihr hoch. Sie wusste, sie war nicht allein in diesem Körper und sie wusste, dass diese zweite Seele Macht besaß, Macht, die Mazaru helfen könnte. “Es ist zu gefährlich, sie einzusetzen.”, sagte sie leise zu sich selbst.
“Ist es das?”, fragte die bekannte Stimme ihrer Erzfeindin.
“Ja, ist es!”
“Sicher?”
Hotarus Bewusstsein wurde in ein schwarzes Nichts gezogen, sie realisierte ihr Umfeld nicht mehr. Hier gab es nur eine weitere Person. “Du willst ihm doch helfen, oder?”, sagte Mistress Nine lächelnd.
“Sicher. Aber nicht mit deiner Hilfe.”
“Gerade eben hast du noch daran gedacht.”
“Ja, schon, aber...”
“Was aber? Du willst ihm helfen, kannst das aber nicht mit deinem kümmerlichem Körper. Deine Macht hast du zu Hause gelassen und deine Freundinnen werden nicht rechtzeitig hier sein. Sieh ihn dir doch an. Er ist gleich tot.” Mistress Nine zeigte ihr das Geschehen. Mazarus Anstrengungen wurden immer schwächer. Bald würde er aufhören zu versuchen, sich mit den Beinen zu befreien. “Lass mich ihm helfen.”, sagte sie begierig.
“Warum willst du das tun?”
“Du weißt es, oder? Es ist die einzige Chance. Wenn du mich jetzt zurückweist, ist er Schnee von gestern.”
 
ich bin sehr sehr begeistert. du schreibst wunderschön. nicht zu detailiert und sehr flüssig! genau das mag ich :)
und es ist wirklich soooooooo lange her... ich war zwar früher einer der größten sailor moon fans die es je gab ^^ aber wenn ich alles so lese... dann kann ich mich nur schwer an sachen erinnern!
mein lieblingscharakter war auch hotaru... sie ist so geheimnisvoll, ängstlich und doch sehr stark! sehr faszinierend!
die story ist auch super gelungen! obwohl ich manchmal immernoch grübeln muss xD aber das kommt schon wieder :) muss mal meine vielen (sehr viele sogar) sachen rauskramen und wiedermal durchblättern wie des damals war :)

weiter so! *thumbsup* gimme next <3
 
Juhu! oO" *unerwarteter und seltener gefühlsausbruch* XD"

Bevor ich zum positiven und überwiegenden Teil komme muss ich erst einmal das negative abhaken:
1. Leider verwirren mich die ganzen Namen etwas, obwohl du die Personen eingeführt hast, so kommt es das ich manchmal nicht weiß, wer wo was sagt und macht.
2. Es war etwas schwer zu ertragen wie du die anderen Animes in einem Satz abhandelst und in die Welt der Zeichnungen zurücktrittst, Sailor Moon aber damit ebenso einen Schubs zurück gibst. Theoretisch hättest du diese Sache als Motivationsgrund weglassen sollen, denn es nimmt etwas deinen halbwegs realistischen Anspruch.

Zum positiven:
Wie immer sehr gut geschrieben, du findest überraschend gut und passend immer den richtigen Spannungsbogen, da trifft genau die richtige Mischung Überraschung und somit unerwartetes aufeinander. Somit wird es auch einem nie langweilig den Gesprächen der Charaktere zu lauschen, da du es durch kleine Steigerungen in der Handlung aufpeppst.
Deine Vorabinfo wegen der "verwestlichung" fand ich gut, auch dass du die Hintergründe aufdeckst was dich dazu gebracht hat z.B. den Club mit reinzunehmen. Da bekommt man gleich einen anderen Bezug dazu.
Was mir noch aufgefallen ist, dass die Namen eigentlich alle aus Animes kommen, und fast keine eigene Kreation sind. XD
Die Idee mit dem Monster war auch super, sehr brutal, gut gemacht und besonders der Cliffhanger (daran hätt ich gar nicht mehr gedacht das sie ja noch Mistress Nine zur "Hilfe" nehmen kann ^^) wie Hotaru sich entscheiden wird, ist sehr spannend.

Fehler hab ich soweit auch keine finden können beim drüberlesen ... und möchte jetzt nicht die ganze FF zerlegen und die Teile kommentieren, dass würde hier zu lang werden. XD

Bis zum nächsten Teil. ^.^
 
huhu^^
O.O ui, spannend spannend, mensch musstest du ausgerechnet jetzt aufhören zu schreiben? meinetwegen hätte der Teil noch länger sein können, du hast es wirklich drauf und du weißt wie du einen Leser an deine Geschichte fesselst, das ist schon mal ganz klar, und die verschiedenen Beschreibungen und wie du die Sätze aneinander reihst, boah einfach nur der hammer, ich bin beeindruckt und diese Spannung die du miteinbringst, einfach überwältigend, mensch... ich find schon langsam keine Worte mehr, ich hätte nie gedacht das man aus Sailor Moon noch sowas geniales machen kann, du bist wirklich gut... ich zieh meinen Hut vor dir, und das mit der Länge der Teile, ich sage dir, ein Glück das du dieses Kapi nicht geteilt hättest, ich hoffe, es geht beim nächsten mal genauso weiter, wie es hier aufgehört hat, ich glaube, du und ganz besonders SM hat einen neuen Fan bekommen ;)
also dann, bye^^
 
@Y&Y Danke, danke ^^ Und das mit den Namen ist wahr ^^ Wobei Totoru eigentlich erst Toji werden sollte... Na ja ^^ Danke für die Kritik.

@VegetaGirly Danke :D Freut mich, dass ich dich so begeistern kann. Hoffentlich halte ich die Messlatte ^^

Na denn auf ein Neues. Der Kampf geht weiter und na ja, man erfährt ein wenig mehr. Hotaru lernt etwas neues kennen. :D Viel Spaß

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Hotaru schrie auf. Die Macht ihrer Feindin durchströmte und lenkte sie. Ein teuflisches Grinsen zierte ihr Gesicht, als sie den Arm ausstreckte, um Mistress Nines Energie auf den Zombie zu schleudern. Sie trennte die Arme des Feindes ab und lachte herzhaft. Mit einem weiteren schwarzen Energiestoß in den Bauch schickte sie das Monster zu Boden. Mazaru hielt sich die Kehle und kam langsam wieder zu Atem und zu Kräften. Mit der Stimme der Anderen lachte sie und sah sich um. Totoru, Mirouke und Rinoa wichen entsetzt vor ihr zurück. Die Schwarzhaarige besann sich. Sie hatte es geschafft, sie hatte Mazaru gerettet. Es gibt keinen Grund, diese schwarze Macht weiter zu nutzen. Dabei fühlte es sich so gut an.
Die Tür zerbarst. Hotaru atmete den Staub ein und wurde durch ihr eigenes Husten wieder zu sich selbst. Langsam legte sich der Staub und sie konnte drei schemenhafte Gestalten erkennen.
“Der Planet des Windes Uranus ist mein Wächter und mein Herr, ich bin Sailor Uranus.”
“Der Planet des Meeres Neptun ist mein Wächter und mein Herr, ich bin Sailor Neptun.”
“Der Stern von Raum und Zeit Pluto ist mein Wächter und mein Herr, ich bin Sailor Pluto.”
“Die Erde zu beschützen ist unsere Aufgabe und wir sind bereit!”
“Sie sind da.”, flüsterte Hotaru glücklich.
“Verschwindet von hier.”, befahl Uranus ihnen. Totoru, Mirouke und Rinoa ließen sich das nicht zweimal sagen. Totoru führte die beiden Mädchen nach draußen, Rinoa kümmerte sich um Hotaru und Mirouke half Mazaru auf die Beine. Dieser schüttelte einmal den Kopf und schien wieder völlig fit zu sein. “Pluto, schick das Feuer der Tiefe!”, hörten sie Pluto rufen.
Die Mädchen schienen in Ordnung zu sein und rannten zur nächsten U-Bahnstation.
“Steigt ein!”, rief Mazaru ihnen zu und schloss sein Auto auf.
“Da drinnen kämpfen drei Sailor Kriegerinnen. Ich will Das sehen.”, sagte Mirouke.
“Du wirst höchstens den Sensenmann sehen, wenn wir nicht bald verschwinden. Jetzt komm.”
Mit aller Kraft musste Totoru seinen Freund in den Wagen ziehen. Rinoa hatte die entkräftete Hotaru auf den Vordersitz platziert und sich schon zwischen die Jungs gezwängt, als Mazaru die Tür zu knallte und den Rückwärtsgang regelrecht rein hämmerte um auszuparken. Durch die Heckscheibe konnten sie sehen, dass irgendetwas im Gebäude explodierte und Sailor Neptun nach draußen geschleudert wurde. Mazaru prügelte den ersten Gang rein, ohne auf sein kreischendes Auto zu hören, und raste auf die Straße. Hotaru sah nach oben auf die Häuserdächer und konnte dort fünf neue Gestalten erkennen, die sich dem Kampfplatz näherten. Zufrieden lehnte sie sich zurück und entspannte ihren Körper. Ihre Aktion hatte ihren Körper völlig entkräftet.
Einige Zeit saßen alle fünf stumm da, bis Mazaru bemerkte, dass er sinnlos durch Tokio fuhr, ohne sein Ziel zu kennen. Nach kurzer Einweisung von Totoru und Mirouke, die im gleichen Wohnblock lebten, ging die Fahrt ohne Worte weiter. Durch Hotarus müden Kopf schossen wieder tausende Gedanken. “Ich kann mich nie wieder bei ihnen blicken lassen. Sie werden mich nicht mehr wollen.”, sagte sie unbemerkt zu sich. Mazaru sah indes immer wieder in den Rückspiegel und betrachtete die Gesichter der Passagiere. Mirouke starrte auf sein Hände, Totoru sah mit einem nachdenklichen Gesicht aus dem Fenster und ließ sich nicht von Rinoa stören, die sich an seine Schulter lehnte und die Augen geschlossen hatte. Er glaubte eine Träne auf ihrer Wange zu sehen.
“Hotaru?”, fragte er. Es dauerte eine Weile, bis er den Kontakt hergestellt hatte.
“Hm?”
“Im Handschubfach müsste eine Schachtel Zigaretten sein. Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mir eine herausgeben könntest.”
Zwar war sie verwirrt, warum sie angesprochen wurde, jedoch tat sie es. Mazaru lächelte zum Dank und zündete sich Eine an.
“Noch jemand? Beruhigt echt die Nerven. Totoru?”
Der Angesprochene zögerte einen Moment und seufzte dann. “Na ja, das kann ja nicht tödlicher sein als dahergelaufene Zombies, oder?”
Alle lachten. Die Anderen lehnten zwar dankend ab, aber Hotaru hatte begriffen, was Mazaru damit bezwecken wollte. Er hatte das aufgestaute Eis schmelzen lassen. Sie wusste, dass die Drei irgendwann fragen würden, was an diesem Abend passiert war, doch für den Moment fühlten sich alle besser. Sie dankte ihnen vielmals, dass sie nicht während dieser Fahrt mit ihren Fragen kamen.
“Danke Mazaru, dass du mit ihm gekämpft hast. Du hast dein Leben für uns aufs Spiel gesetzt.”, sagte Mirouke.
“Keine Ursache. Es war nur zum eigenen Schutz.”
“Wie meinst du das?”
“Nun, ich hatte mir vor einiger Zeit mal geschworen, dass ich vor Problemen nicht weglaufe und wenn der Typ kein Problem war, dann gibt es keine in dieser Welt. Aber glaubt mir, im Moment möchte ich mir darüber keine Gedanken mehr machen. Wie wäre es mit ein wenig Musik?” Mazaru schaltete das Radio ein und bemerkte, dass Hotaru ihn ansah. Sie hatte an seiner Stimme gemerkt, dass er log und dieses Horrorszenario immer wieder durchging. Sie spürte, wie sehr es ihn beschäftigte.
Der CD-Player erkannte die CD und langsam bauten sich der ersten Töne der “Disintegration Of Love” von “The Cure” auf. Mit aller Willensstärke musste sie sich zwingen, den Blick von ihm abzuwenden. Mazaru sah während der Fahrt immer wieder zu ihr herüber, was sie kaum bemerkte. Die anderen Passagiere beschäftigten sich mit sich selbst, ohne auf sie zu achten. Auch sie schienen verstanden zu haben, dass die Beiden keine Fragen mehr zu dem Thema hören wollten. Hotaru genoss die Klänge der ihr wohlbekannten Band.
Plötzlich flammte ein berauschendes Gefühl in ihr auf. Sie errötete leicht und wusste auf anhieb nicht, wie sie es definieren sollte. Wie automatisiert umschloss ihre linke Hand Mazarus, die er auf ihre gelegt hatte. Verwirrt sah sie zu ihm hoch und das Gefühl verstärkte sich tausendfach, als sie sah, wie er lächelte. Diese widerspenstigen Schmetterlinge in ihrem Magen, die scheinbar alle auf einmal aus ihren Kokons gekrochen kamen, flogen Loopings, drehten sich und vollführten einen Freudentanz. Sie konnte spüren, dass er ihr helfen wollte. Nicht helfen zu vergessen, sondern helfen, das Geschehene zu verarbeiten und damit umzugehen, nicht nur für sie sondern auch für ihre Freunde. Sie wollte irgendwann bereit sein und ihnen zumindest einen kleinen Teil erklären.
Einige Zeit später erreichten sie den Wohnblock der Jungen. Sie verabschiedeten sich mit einem Händedruck für Mazaru und einer Umarmung für Rinoa und Hotaru. “Bis Montag.”, sagte Totoru. Danach ging die Reise weiter. Rinoa machte es sich für die weitere Fahrt auf der Rückbank bequem. Als sie nach einiger Zeit vor ihrem Haus ankamen, umarmte sie die Beiden. “Wir sehen uns.”, lächelte sie.
Nach wenigen weiteren Metern hielt der schwarze Audi vor der weißen Villa. Im Erdgeschoss brannte Licht, was Hotaru sehr beruhigte. Der Kampf schien vorbei zu sein und alle wohlbehalten zurück.
Mazaru stieg mit ihr aus und brachte sie bis zur Haustür. “Geht’s dir gut?”
“Ja, es ist alles in Ordnung. Und dir? Immerhin hast du für uns gekämpft.”
“Mach dir um mich keine Sorgen. Ich bin ziemlich hart im nehmen.”
“Dann ist ja gut.” Lächelnd gab sie ihm einen Kuss auf die Wange. “Und du bist ein sehr wichtiger Mensch. Gute Nacht.” Sie öffnete die Tür und schloss sie hinter sich. Mit geschlossenen Augen lehnte sie sich an das Holz und seufzte.
“Hotaru? Bist du da?”, hörte sie Setsuna Meiohs Stimme.
“Ja, Mama Setsuna. Und ich bin unverletzt.”
“Wunderbar.” Setsuna kam aus der Küche und musterte ihre Ziehtochter. Seit langer Zeit war es das erste Mal, dass sie Hotaru umarmte. “Ich hatte schon gedacht, dir sei etwas passiert.”
“Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Wo sind Haruka und Michiru?”
“Duschen. Brauchst du irgendetwas? Du weißt, dass wir wissen müssen, was passiert ist.”
“Natürlich, Mama Setsuna, keine Sorge. Ich bin völlig OK und ein Glas Wasser kann ich mir noch selbst nehmen.” Hotaru lächelte sie an und ging in die Küche. Beim laufenden Wasserhahn wusch sie sich den Staub und das Blut aus dem Gesicht. Sie ging nach oben und schlüpfte schon in ihren Pyjama, der wesentlich bequemer war, als ihre anderen Klamotten. Erst als sie in ihrem Zimmer die Bluse betrachtete, fielen ihr auch dort die Spritzer Lebenssaft auf. Sie riskierte auch einen Blick in den Spiegel. Mistress Nine schlief tief und fest. Ihr wurde bewusst, dass niemand unbegrenzte Macht besitzt, auch diese Frau nicht. Sie schien zu viel verbraucht zu haben, um Hotarus Bewusstsein zu sich zu holen. Der kurze Kampf hatte ihr dann den Rest gegeben.
Sie hörte Haruka und Michiru das Badezimmer verlassen und machte sich selbst schnell auf den Weg ins Wohnzimmer, wo Setsuna den Kamin anheizte. “Steht uns eine lange Nacht bevor?”, fragte sie die Anderen.
“Nein.”, antwortete Michiru lächelnd. “Aber es ist doch ein wenig kühl, oder?”
“Wenn du meinst. Ihr wollt sicherlich wissen, was passiert ist, oder?”
“Nun... zu allererst wollten wir uns bei dir entschuldigen.”, fing Haruka an, was sie völlig verwirrte.
“Warum denn?”
“Das wir dir und deinem Traum nicht geglaubt haben. Es war ein Fehler von uns.”
“Nicht so schlimm, Papa. Wir machen alle Fehler. Durch dieses Monster sind wir wenigstens sicher, dass etwas passieren wird, nicht wahr?”
“Du hast Recht, Hotaru. Wir wissen jetzt, dass wir unsere Kristalle wieder bei uns tragen müssen. Aber jetzt bist du dran. Was ist in dem Club vorgefallen?”
Sie erzählte ihnen von den abendlichen Ereignissen. Nur zwei Dinge ließ sie aus: Dass Mazaru ihre Hand gehalten hatte und was sie dabei fühlte und wie immer fiel Mistress Nine aus ihren Erzählungen raus. Es war für Hotaru immer noch leichter, den Kriegerinnen keine Sorgen zu bereiten. So schwieg sie in diesem Punkt und sagte, dass Mazaru es geschafft hatte sich zu befreien.
“Wer ist dieser Junge?”, fragte Haruka.
“Ein Austauschschüler. Er ist an meiner Schule.”
“Und er hat sich einfach in den Kampf geworfen?”
“Ja, um uns zu beschützen.”
“Wow, er hat große Kraft. OK, Hotaru, wir danken dir. Es wäre wohl das Beste für uns alle, wenn wir jetzt ins Bett gehen.”
“Ja, Papa Haruka. War der Kampf sehr schwer?”
“Es ging schon, aber du hast heute genug Leichen gesehen, meine Kleine. Da müssen wir dich auch noch wild machen. Gute Nacht.”, beendete Michiru die Konversation.
Hotaru lag schon einige Minuten in ihrem Bett, als es noch einmal an ihrer Tür klopfte. “Ja?”
“Ich bin’s.” Haruka betrat langsam das Zimmer, während sie ihre Nachttischlampe anknipste. “Ich wollte mich nur noch einmal bei dir entschuldigen.”
“Ach, Papa. Das ist doch jetzt egal.”
“Nein, ist es nicht. Weißt du, Hotaru, ich fühle mich schuldig dafür, dass du deine Brosche nicht mitgenommen hast. Hätte ich dir vorgestern wirklich zu gehört, dann...” Hotaru lächelte. Sie hatte Haruka Tenoh, die berühmte Rennfahrerin und Pianistin, von der die ganze Welt glaubte, dass sie ein Mann sei, noch nie so gesehen. Mit sich selbst hadernd, unentschlossen, dem Weinen nahe. Sie nahm sie in die Arme.
“Ist schon gut. Es ist nicht dein Fehler. Hätte ich meine Träume ernst genommen, dann hätte ich den Kristall mitgenommen.”
Haruka sah ihr tief in die Augen und lächelte. “Du hast Recht. Wir machen alle Fehler. Na dann, schlaf gut.”
Sie stand auf und ging zur Tür. “Ach und dieser Junge, Mazaru hieß er?”
“Ja, was ist mit ihm?”
“Er scheint dir zu gefallen. Dieses Glänzen in deinen Augen hast du dir irgendwie von Michiru abgeschaut.” Sie zwinkerte Hotaru zu, aber wollte noch nicht gehen. Lange Zeit sah Haruka ihre Tochter an. “Sind deine Haare länger geworden? Du müsstest mal wieder zum Friseur.”
“Papa! Es war ein langer Abend.”
“Ja, richtig. Gute Nacht, Hotaru” Endlich schloss sie die Tür. Hotaru starrte noch eine ganze Weile auf die Stelle, wo noch vor kurzer Zeit Harukas Kopf gewesen war und ließ sich dann lächelnd fallen. Mit dem warmen Gefühl Mazarus Hand auf ihrer schlief sie ein.
Währenddessen kam der schwarze Audi A4 vor der Eingangstür des Wohnkomplexes, indem Mazaru zur Zeit wohnte, zum Stehen. Er presste sich in den Fahrersitz und seufzte. Immer wieder fragte er sich, was an diesem Abend bloß alles passiert sei. Lächelnd drehte er sich eine weitere Zigarette und zündete sie an. “Ich rauche in letzter Zeit viel zu viel.”, sagte er sich und stieg langsam aus. Er drückte auf den Knopf der in den Schlüssel integrierten Fernbedienung und die Zentralverriegelung schnappte zu. Sich an die Tür lehnend rauchte er die Zigarette zu Ende und mache sich bereit, die Stufen zu seiner Wohnung zu erklimmen.
In seiner Wohnung ließ er sich als erstes auf sein Bett fallen und starrte an die Decke. Mit Systematik versuchte er die letzten Ereignisse in sein bisheriges Wissen einzuordnen. Es fiel ihm schwer. Seit er sie am vorherigen Tag kennen gelernt hatte, spürte er eine Verbundenheit zu ihr. Er konnte sich nicht einmal erinnern, warum er Hotarus Hand genommen hatte. Der Blitz an Gefühlen, der ihn darauf durchströmt hatte, war ihm ebenfalls unbegreiflich. Sich an die Stirn fassend spürte er den festgetrockneten Schweiß unter seinen Fingern bröseln. Seufzend ging er sich duschen. Insgeheim hoffte er, dass er sowohl diese Gefühle, als auch die Gedanken mit abspülen konnte, doch nichts dessen gelang ihm.
Seine langen Haare hingen ihm glatt herunter, als er auf dem Balkon saß und eine weitere Zigarette rauchte. Normalerweise kamen ihm dabei immer die besten Einfälle, doch an diesem Abend ließ sein Gehirn im Stich. Immer noch nicht konnte er seine Gefühle mit seinem Wissen verbinden, es war ihm zu paradox. Er sah auf die Uhr, rechnete den Zeitunterschied aus und nahm dann sein Handy. Er wählte eine gespeicherte Nummer.
“Hi, ich bin’s. Anscheinend habe ich sie gefunden. Ja, ich hatte heute meinen ersten Kampf. So eine starke Aura kann man nicht übersehen. Sicherlich werde ich sie auslöschen. Ja, ich weiß, was mein Traum mir sagt, immerhin habe ich ihn fast jede Nacht, oder? Ansonsten läuft alles gut. Alle schlucken die Geschichte, mit dem Austauschschüler und alle glauben, dass Easy und Tschorn hier sind. Sicher. Dank dir. Wir hören uns. Bis dann.”
Er legte das Handy weg und sah noch einmal aus dem Fenster. Insgeheim bewunderte er die Leute, die er an diesem Abend gerettet hatte. Mirouke, Rinoa und Totoru schafften es ziemlich schnell, die Tatsache zu verdrängen, dass sie Menschen sterben gesehen hatten. Tote, abgerissene Köpfe. Er selbst hätte sich fast übergeben müssen. Aber immerhin war dies Tokio, eine Großstadt, völlig anders als sein 200 Einwohnerdorf. Hier waren anscheinend alle abgebrüht. Fast alle. Er glaubte, dass Hotaru hingegen sich wesentlich mehr Gedanken darüber machte.
Hotaru Tomoe. Er verzog das Gesicht, sauer über sich selbst, dass er schon wieder an sie dachte. Jedoch hatte er nach den neuesten Ereignissen wieder ordentlich Gründe gesammelt. Diese schwarze Aura war ihm erst an während des Kampfes aufgefallen, dabei hatte er sich sie so genau angesehen. Zwar wusste er schon, als sie zusammen geprallt waren, dass dieses Mädchen nicht wie alle anderen war, aber an seine Aufgabe hatte er nicht gedacht. Dass er sich zu ihr hingezogen fühlte, machte es für ihn um keinen Deut einfacher. Glück für ihn, auch sie fand irgendetwas an ihm. In seinem Hirn schmiedete er einen Plan, während Er sich auf sein Bett legte und die Augen schloss. Sofort wurde er in einen leeren Raum gezogen und empfand ein ihm bekanntes Gefühl, als wäre er an einen Kinositz gefesselt.
 
Tagchen^^
oh... wow, da ist ja wieder mal ne menge passiert, fantastisch, muss ich schon sagen, aber dieser Mazaru wird auch immer mysteriöser, irgendwie glaub ich, das ihn ein weit aus größeres Geheimnis umgibt, als wir glauben, denn irgendwie, er ruft jemanden an und sagt irgendwas, was eindeutig danach klingt, das er nicht aus dem Grund nach Tokio gekommen ist, den Hutaro erzählt hat, wenn er schon selbst Auras und so spüren kann, oh mensch, find ich echt genial, ich wüsste zu gern, was er im Schilde führt, und garantiert wäre es einfacher für ihn, wenn nicht diese Gefühle für Hutaro wären... oh man, Fragen über Fragen, la la la, aber du hast die Gefühle wie Gedanken echt super beschrieben, hat mir wirklich gefallen... und die Gespräche haben auch wieder gepasst, klasse, anders ist das gar nicht zu sagen, du bist ein super Autor und machst nur an ganz wenigen Stellen kleine Fehler, siehste zu meckern gibts immer recht wenig bei dir, also weiter so und ich bin schon jetzt gespannt, was du uns/mir beim nächsten Mal presentieren wirst ;D
bye^^
 
Hi VegetaGirly. :D Also danke für deinen Beitrag. FInd's echt schön, dass ich jemanden begeistern kann... :D Wie du merkst freue ich mir gerade ein Loch irgendwohin. Zum einen Weil ich es geschafft habe und heute 160 Sailor Moon Folgen bekomme, was mich einfach nur happy macht, zum anderen wegen einem kleinen Fehler in deinem Beitrag. :D
Du magst es vielleicht kaum glauben, aber ich bin männlich. :D Und ja auch sowas sind noch nach Jahren absolut Sailor Moon begeistert :D

Die ganze Sache läuft mir irgendwie aus dem Rahmen. Ich wollte schon längst viel weiter in der Geschichte sein, da es eigentlich nur ein Kurzprojekt werden sollt. Trotzdem hänge ich gerade bei Seite 23 bei Schriftgröße 10 und bin noch weit von einem Ergebnis entfernt. Ich habe mich wirklich getraut meine Lieblingssidestory des Animes aufzugreifen. Dazu aber mehr in zwei Teilen, also fleißig Comments geben. :D

Nun ja auf jeden Fall geht's jetzt nur für dich weiter ;) Ein neuer Tag, ein neues Ereignis. Mirouke bekommt seinen Willen :D

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2. Kapitel
Krisenstab. Hotaru hing das Wort am Montagmorgen zum Hals raus. Sämtliche Kriegerinnen, Mamoru und die beiden Katzen waren am Wochenende in ihrem Haus ein und aus gegangen, so lange man sich nicht am Hikawatempel oder in der Spielhalle herumtrieb. So hatte es Hotaru zwar geschafft, Usagi nach dem Einsatz im Osa P. Juweliergeschäft auszuquetschen, aber es war wirklich nur ein kleiner Einbrecher und sie war zufällig bei Naru Osaka gewesen.
Ein weiteres Wort, was sie nicht mehr hören konnte, war “Entschuldigung”. Alles und jeder entschuldigte sich bei ihr, weil man sie nicht ernst genommen hatte. Mittlerweile war es ihr egal geworden, ob ihr geglaubt wurde oder nicht. Sie wollte nur zurück in ihr anderes Leben, ohne Monster. Sie erinnerte sich an ein Sprichwort: “Man weiß erst, was man an Sachen schätzt, sobald man es verloren hat.”
Ihren Gedanken hoffnungslos ergeben saß sie im Schulbus. Schlaf würde sie in den nächsten Nächten kaum bekommen. Die Senshies hatten beschlossen, Tokio keinen Augenblick aus den Augen zu lassen. Die inneren Kriegerinnen mussten neben ihren Aktivitäten als Wächterinnen des Planeten auch noch ihren Arbeiten nachgehen. Selbst Usagi hatte ein sehr gutes Abitur absolviert. Niemand wusste, wie viele Nachhilfestunden sie dafür von Mamoru und Amy bekommen hatte, aber ihre Familie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber während alle ihrem Traum ein Stückchen näher gekommen waren, studierte sie Moderne Literatur und fand es langweiliger als den Tod. Sie hatte seit Jahren keinen Traum mehr, was ihr normales Leben anging. Seit Jahren musste sie sich darauf vorbereiten, einmal Königin Kristalltokios zu werden und jeder einzelne Traum war dank Luna wie eine Seifenblase zerplatzt. Amy verschrieb sich der Medizin, Rey führte den Hikawatempel, Makoto studierte Botanik und Minako war an einer Schauspielschule aufgenommen worden. Bis vor einer Woche waren auch alle damit glücklich.
Hotarus Zieheltern hingegen konnten sich leicht aus dem öffentlichen Leben zurückziehen. Für ihre Fans machte Haruka eine Pause um eine Verletzung nach einem üblen Unfall zu kurieren und Michiru nahm angeblich ein neues Album auf. Setsuna erzählte allen, dass sie zu Hause ein wichtiges Projekt am Laufen hatte, das ihre volle Konzentration forderte.
Hotaru wurde mit eingespannt, jedoch patrouillierte sie nicht jede Nacht durch die Straßen. Nein, sie hatte die wichtige Aufgabe, zusammen mit den Katzen im Hauptquartier zu sitzen und nur im absoluten Notfall auszurücken. So gefiel es ihr nicht. Wenn es eine Bedrohung gab, wollte sie auch auf dem Schlachtfeld stehen, doch die Kriegerinnen stellten sie in die Reserve. Von Michiru wurde sie an diesem Morgen bemuttert, wie noch nie. Dreimal fragte ihre Ziehmutter sie, ob sie die Brosche dabei hatte und noch öfter kam der Satz: “Wenn du etwas Merkwürdiges beobachtest, melde dich sofort bei uns.”
Sollte sie nicht das Kommando haben? Immerhin war Sailor Saturn die Anführerin der Kriegerinnen des äußeren Sternensystems. Von diesen Gedanken und dem Gefühl des Unnützseins gepeinigt stieg sie aus dem Bus, ohne Augen für ihre Umwelt zu haben. Kurz vor dem Schultor rannte sie in jemanden hinein. Der Aufprall brachte sie zum Straucheln und nur ein fester Griff um ihr Handgelenk rettete sie vor überflüssigem Kontakt mit dem Boden.
“Hatten wir uns nicht geeinigt, dass wir uns mit einem einfachen Händedruck begrüßen?” Sie sah auf und starrte in ein freundlich lächelndes Gesicht.
“Oh. Entschuldige bitte. Ich war...”
“In Gedanken versunken? Hat man gemerkt.”, sagte Mazaru grinsend. “Wie geht’s dir?”
“Na ja. Ich habe mich das ganze Wochenende eingeschlossen.”
“So wie ich. Aber kannst du mir eine Frage beantworten?”
“Welche denn?”
“Gibt es hier noch einen Club in den man gehen kann?” Sie prustete los. Diese Unbeschwert tat ihr gut, auch wenn sie sicher war, dass er absichtlich gefragt hatte, um sie aus ihren Gedanken zu holen. Es war ihr egal. Immerhin redete er nicht die ganze Zeit von dem Zombie. Zusammen spazierten sie ins Gebäude und trennten sich vor ihrem Klassenzimmer.
Ihre Freunde waren ganz normal. Sie schienen sich nicht einmal daran zu erinnern, was für Kräfte sie im Mad Madders frei gesetzt hatte. Zumindest versteckten sie es vor ihr, worüber sie sehr dankbar war. In ihrem Kopf hatte sich der Plan festgesetzt, alles aufzuklären, aber erst wenn die Bedrohung beseitigt wurde.
“Wie geht’s dir?”, fragte Totoru in der Pause.
“Ich bin froh wieder unter Menschen zu sein.”, sagte sie lächelnd.
“Wieso?”
“Das ganze Wochenende war nur noch Stress. Nach dem Ganzen: “Ich bin so froh, dass du lebst.”, dass von allen Seiten kam, war am Samstag eine Geburtstagsfeier von einer Freundin der Familie.”, log sie.
“War’s so schlimm?”
“Du kennst das doch. Das Ewige “bist du aber groß geworden” und so weiter. Manchmal führen die sich auf, als wären sie 60.”
Totoru lächelte. “Ja, du hast Recht.”
“Sag mal, Hotaru.”, mischte Rinoa sich ein. “Was ist denn noch zwischen dir und Mazaru passiert?”
“Außer, dass ich vorhin schon wieder mit ihm zusammen geprallt bin?”
“Echt? Aber das meinte ich doch gar nicht.”, erwiderte sie kopfschüttelnd. “Ich meinte Freitagabend.”
“Nichts.”, sagte sie und lehnte sich dabei zurück. Rinoa interpretierte dies nach ihrer Art.
“Komm schon.”
“Es war wirklich nichts, Rinoa. Wir haben nur noch ein wenig miteinander geredet. Aber wo ist eigentlich Mirouke?”
“Der ist ein wenig sauer auf uns.”, seufzte Totoru.
“Warum?”
“Weil sämtliche Senshies gegen den Zombie gekämpft hatten. Er macht uns dafür verantwortlich, dass er Sailor Moon nicht live sehen konnte.”
Sie sahen zu ihm herüber, wie er eingeschnappt auf seinem Stuhl saß.
“Vielleicht wäre er verletzt worden.”, sagte Hotaru darauf.
“Ja, aber mach ihm das mal klar. Er hat mich Samstagmorgen aus dem Bett geklingelt und mich angeschrieen.”
“Seine Sailor Moon-Manie nimmt langsam wieder erschreckende Ausmaße an.”, sagte Rinoa und zuckte mit der Schulter. “Kein Wunder, warum er kein Mädchen abkriegt.”
“Das tut nicht zur Sache, Rinoa.”, meinte Totoru entrüstet.
“Ist ja jetzt auch egal. Wir laden ihn einfach nachher auf eine Pizza ein.”, sagte Hotaru, die sich davon versprach, länger vom Hauptquartier weg zu bleiben. Die Anderen waren einverstanden und so war es beschlossene Sache.
Die nächste Stunde begann. Während ihre Lehrerin versuchten, ihnen die Differenzialrechnung näher zu bringen, starrte sie nur gelangweilt aus dem Fenster. Zur Mitte der Stunde machte ihr Herz einen Hüpfer. Mazaru schlürfte gelangweilt über den Schulhof. Insgeheim hoffte sie, dass er zu ihr hoch sehen würde und hielt die Hand schon bereit, um ihm zuzuwinken. Irgendeine Blondine rannte ihm hinterher und sprach ihn an. Was sie ihm zu erzählen hatte, schien auch nicht aufregend zu sein, aber er gab ihr irgendetwas und zusammen gingen sie zum Schultor. Traurig ließ sie die Hand auf den Tisch fallen, auch dass er nach rechts bog, während sie nach links ging, heiterte sie nicht auf. Sie seufzte und versuchte sich wieder auf die Tafel zu konzentrieren, blickte aber noch ein Mal zurück.
Ein weiteres Monster. Nicht so ein Zombie wie in dem Club, sondern ein Wesen, halb Mensch, halb Insekt, fiel über die Blondine her. Hotaru sprang auf. “Fräulein Zarakun.”
“Was ist, Hotaru?”
“Mit ist wirklich schlecht. Könnte ich bitte nach Hause gehen?”
“Du siehst auch richtig blass aus. Soll dich jemand begleiten?”
“Nein, bis zur Bushaltestelle schaffe ich es schon. Vielen Dank, Fräulein Zarakun.” Sie verbeugte sich leicht und stopfte dann so schnell es ging ihre Sachen in die Tasche. Totoru sah sie verwirrt an. Mit den Lippen formte sie: “Tut mir leid.” und rannte dann aus dem Klassenraum. Sofort nahm sie ihren Kommunikator.
“Was ist? Ich bin mitten in einer Vorlesung.”
“Tut mir leid, Usagi. Aber hier ist ein Monster.”
“An deiner Schule? Ich bin sofort da, Hotaru. Halte es so lange auf.”
“Klar.”
Sie war auf die Mädchentoilette im Erdgeschoss gestürmt, die zu ihrem Glück leer war. “Macht des Saturnkristalls, verwandle mich!” Noch während sie aus dem Fenster sprang wurde ihre Kleidung ausgetauscht. Die dunkelblaue Uniform mit den schwarzen Schleifen, das Diadem und ihre Waffe. Sie hastete auf das Schultor zu. Das Monster hatte die Blondine völlig zerfleischt. Die Metamorphose arbeitete noch an es. Mazaru hatte sich auf einen Kampf eingelassen und entging nur knapp einem tödlichen Schlag. Hotaru sprang in die Luft, drehte sich dabei und schwang ihre Sense und erwischte einen Arm des Monsters. Alle Beteiligten sahen nun zu ihr.
“Der Planet der Zerstörung Saturn ist mein Wächter und mein Herr, ich bin Sailor Saturn, die Kriegerin der Zerstörung und der Wiedergeburt.”
Das Monster wandte sich von Mazaru ab und wollte nun auf sie losgehen. Geschickt wich sie den einzelnen Schlägen aus. Sie kamen der Straße immer näher. Gerade noch fing sie einen Schlag mit ihrer Waffe ab und trat einen Schritt zurück. Unter ihrem Hacken fand sie keinen Boden mehr. Sailor Saturn fiel rückwärts genau auf die Straße. Ein heranfahrendes Auto konnte gerade so noch ausweichen, doch sie kam nicht schnell genug hoch. Das halbe Insekt ließ sich in dieser Zeit einen neuen Arm wachsen, der aber keine menschlichen Züge mehr hatte. Anstatt einer Hand hatte war es nun eine spitze Sichel, die auf Hotarus Körper zuflog. Sie verschränkte die Arme schützend vor ihr Gesicht, doch das Monster kam nicht zum Schlag.
Mazaru hatte sich mit aller Kraft gegen es geworfen. Es flog ein paar Meter und landete auf einem Wagen.
“Danke.”, sagte sie zu ihm und sprang sofort auf. Das Monster hatte sich auch aufgerappelt und starrte sie an. Gewaltige Schmerzen schienen durch seinen Körper zu schießen, als auf einmal zwei riesige Flügel, die denen einer Wespe glichen, aus seinem Rücken sprossen. Es hob ab und flog in Richtung Schulgebäude.
“Das Vieh will abhauen.”, sagte Mazaru.
“So weit kommt es nicht.” Hotaru rannte ihm hinterher und versuchte mit einem Sprung die gleiche Höhe zu erreichen. Vergeblich.
“Uranus flieg!” Das Monster wurde von dem Energieball getroffen und stürzte auf den Boden. Auf einmal waren sämtliche Schüler an den Fenstern. Hotaru konnte Mirouke sehen und dass er ein riesiges Grinsen im Gesicht hatte.
Sailor Uranus landete neben ihr. “Alles klar?”
“Ja.”
“Dann los!”
Sie rannten mit ihren Waffen auf das Monster zu, bekamen aber jeder einen Arm in die Magengegend. Hotaru schnappte nach Lust. Das Monster hatte definitiv eine gewaltige Kraft. Sie versuchte aufzustehen, wurde aber von einem weiteren Schlag in den Rücken getroffen, was einen harten Aufprall ihres Kopfes mit dem Betonboden zur Folge hatte. Selbst Sailor Uranus hatte der Geschwindigkeit des Monsters nicht viel entgegen zu setzen. Bald landete sie an einer Wand des Gebäudes. Gerade als es sich umdrehte, um Saturn den Rest zu geben, bekam es einen Hacken in das hässlich verzehrte Gesicht. Der Tritt von Mazaru war aber ohne großen Effekt. Dieser hatte sich schützend vor Hotaru aufgebaut, die immer noch benommen und reglos auf dem Boden lag.
Sie sahen sich in die Augen, die bei dem Monster nur noch schwarze Knöpfe waren. Zwei Fäuste flogen auf ihn zu, denen er ausweichen konnte, doch die Sichel hinterließ einen tiefen Riss in seinem linken Oberarm. Gerade wollte sie auch noch seinen Bauch aufschlitzen, da wurde das Monster von einem gewaltigem Blitz durchstoßen.
“Aufhören! Du hälst die Schüler ab, für ihr Leben zu lernen. Das werde ich nicht zulassen. Ich bin Sailor Moon und kämpfe für liebe und Gerechtigkeit. Im Namen des Mondes werde ich dich bestrafen.”
Sailor Moon und Sailor Jupiter landeten auf dem Kampfplatz. Jupiter eilte sofort zu Uranus, die ihre Kräfte regeneriert hatte. Mazaru kümmerte sich um Saturn. Das Monster brüllte und versuchte auf sie einzuschlagen, doch Sailor Moon wich den Schlägen aus und konterte mit einem Tritt.
“Da hast du, was du wolltest.”, sagte Totoru grinsend zu seinem Freund.
“Das ist das Beste, das ich je gesehen habe.”
“Nun, ich könnte mir was angenehmeres als ein Monster vorstellen, aber egal.”, erwiderte Rinoa. “Aber findet ihr nicht auch, dass Saturn gewisse Ähnlichkeit mit Hotaru hat?”
“Ach was erzählst du da? Saturn kann nie im Leben...”
“Kopf runter!”, brüllte Totoru und schmiss sich und die Anderen zu Boden. Das Monster hatte es geschafft. Eine Hand schloss sich um Sailor Moons Hals, die Andere griff nach ihrem Körper und hob sie hoch. Mit gewaltiger Anstrengung schmiss es sie in die Luft. Usagi flog genau auf das Fenster zu, an dem die drei Freunde hockten. Splitter schossen durch den Raum und hinterließen bei vielen kleinere Wunden. Sie schlitterte an die Wand und atmete tief durch.
Mirouke eilte zu ihr.
“Ist dir was passiert?”, stammelte er.
“Nein, nein. Ich bin doch Sailor Moon.” Trotzdem ließ sie sich von ihm hochziehen. “Danke.”, sagte sie noch lächelnd und warf ihm einen Handkuss zu. Mirouke starrte ihr völlig begeistert hinterher. “Der ist hinüber.”, meinte Rinoa, worauf sie und Totoru nur lachen konnten.
Auf dem Schulhof herrschte bitterer Ernst. Mazaru hatte sich Saturn auf geladen und sie aus dem Gefahrenbereich getragen. Uranus, Jupiter, und Moon kämpften weiter mit dem Monster, dass sich nicht einmal von den stärksten Attacken beeindrucken ließ.
“Kosmisches Schwert.”
“Jupiter! Macht des Donners!”
Beide Angriffe brachten keinen Erfolg. Das Monster brüllte und rannte auf sie zu. Die Drei trennten sich, das Monster verfolgte Jupiter, die sich mit einem Kick Luft verschaffen konnte. Mazaru versuchte immer noch sie aufzuwecken.
“Sailor Moon! Du bist dran!”, schrie Uranus ihr zu.
“Alles klar!” Sie nahm ihr Zepter und drehte es in der Hand. In dieser Zeit griffen Uranus und Jupiter gleichzeitig an.
“Macht des Mondlichts vernichte ihn!” Die Energiestrahlen flogen auf das Monstern zu und ein weißes Licht schloss es ein. Eine kleine Explosion später war das Monster nur noch Staub. “Wow. Das hast du ja noch nie gemacht.”, sagte Jupiter.
“Keine Ahnung, was da gerade passiert ist.”, sagte sie schulterzuckend, doch der Satz ging in tosendem Applaus unter. Die ganze Schule klatschte und bejubelte die drei Senshies. Sailor Moon kratzte sich verlegen am Hinterkopf. An den Unterricht schien niemand mehr zu denken, alle Schüler und Lehrer strömten nach draußen.
Alle wollten Sailor Moon berühren und mir ihr sprechen. Auch die anderen Senshies bekamen Glückwünsche. Mazaru saß immer noch mit Saturns Kopf auf dem Schoß in der Ecke des Schulhofes und drehte sich erleichtert eine Zigarette. Rinoa und Totoru kamen zu ihm.
“Rauchen auf dem Schulhof ist verboten.”, grinste er ihn an.
“Dann schmeißt mich doch raus.”
“Wie geht’s deinem Arm?”, fragte Rinoa.
“Der so blutet? Ganz gut soweit. Wenn ihr bitte so nett wärt und irgend jemanden auf unsere schlafende Prinzessin aufmerksam macht, wäre ich euch sehr verbunden. Der Aufprall muss verdammt hart gewesen sein.”
“Alles klar.”, sagte sie und zog ihn mit. Mazaru sah indes in den schlafenden Kopf auf seinem Schoß. Er war sich unsicher, doch diese Stimme und ihr Gesicht waren gleich. Aber das konnte nicht Hotaru Tomoe sein. Eine Sailor Kriegerin konnte keine so schwarze Aura besitzen, auch wenn sie im Moment heilig erschien. Wenn sie es war, nahm er eine dritte Aura an ihr wahr. Eine tiefschwarze, böse und zerstörerische Aura, die als ganz normales Mädchen, die sie auch bei ihrem erneuten Zusammenstoß ausstrahlte und dieses Heiligtum, was ihm irgendwoher vertraut war. Eine tiefe Verbundenheit zu diesem Wesen, aber hatte er dieses Gefühl nicht auch in Hotarus Nähe?
Ein Verlangen kroch in ihm hoch, zusammen mit dem Gefühl eines Deja-Vus. Wo hatte er schon einmal so eine Situation? Er konnte sich nicht darin erinnern.
“Wie geht’s ihr?”, fragte Sailor Uranus und riss ihn aus allen Gedanken.
“Sie wurde ausgeknockt. Ansonsten keine weitere Blessuren.”
“Und dir?”
“Gut. Alles in Ordnung.”
“Du bist ziemlich mutig.”, sagte sie, während sie Hotaru hoch hob. “Normale Menschen rennen beim Anblick eines Monsters weg.”
“Ich wurde schon zu Hause als Freak bezeichnet.”
“Hm. Also, ich würde sagen, du läufst das nächste Mal trotzdem weg. Diesmal war es nur der Arm.”
“Wenn’s passiert, passiert’s.” Er stand auf. “Nun, man sieht sich.” Er hatte keine Lust, sich von irgendwelchen Blondinen anhimmeln zu lassen. Dazu war wieder zu viel passiert und er musste alles neu überdenken.
Sailor Uranus sah ihm noch nach, bis Jupiter sie in die Realität holte und sie sich auf den Weg zum Hikawatempel machten.
 
huhu^^
O.O *rotwerd* öhm... ja, gut, dann weiß ich ja bescheid ;)
Aber mal so ne Frage, wo hab ich denn in meinem post einen Fehler gemacht, also ich kann keinen erkennen! *lach* Achwas, ich habs schnell verbessert, man ist das peinlich, oh oh... uh uh, aber das bleibt unter uns, ja?^^

Themawechsel... wow, das war ja mal wieder was, ein Kampf, total fesselnd und super gut beschrieben, und wags dich bloß nicht einfach wieder damit aufzuhören, naja jedenfalls nicht so schnell, denn das wäre echt schade... ich liebe es deine ff zu lesen, wunderbar, ein Grund ist es wahrscheinlich, das ich bis jetzt noch keine Geschichte in diese Richtung gelesen hab und schon keine, die mich sofort so in den Bann gezogen hat... okay, aber jetzt mehr zum inhaltlichen, hm... also ich kanns nur wiederholen Mazaru wird mir wirklich langsam unheimlich, erst ist das Mädchen da bei ihm, und nur fast fünf Minuten später wird sie von nem Monster angegriffen, ist das ein Zufall? hm... also ganz ehrlich, ich glaubs nicht... der hat bestimmt irgendwas damit zu tun, auch wenn ich bis jetzt noch keine Beweise dafür habe *grins* okay, wer weiß, vielleicht lieg ich auch ganz falsch, aber man kann ja Vermutungen anstellen ;D hm, ansonsten, naja, ich erzähl jedesmal irgendwas von deinen Kapis nach >.< *grrr* naja, ich hoff dich störts nicht...^^ mir fällt grad nichts mehr ein was ich sagen könnte, hm... außer, mach bloß weiter so, ich bin jetzt schon wieder tierisch auf den nächsten Teil gespannt, also dann, bis demnächst, bye^^
 
Ist nicht schlimm, kann ja passieren. Ich wette sogar, dass ich längere Haare hab als du :D

Na gut auf ein neues. EIgentlich waren das Mal zwei Teile, aber na ja. Der erste war nicht mal eine Seite lang, also hier der lange :D

Ich hab hier natürlich auch meine Lieblingssidestory aus dem Anime mit eingebaut, auch wenn es nur 11 Folgen waren. Aber ich liebte das Pairing Neflite & Naru. Na ja, also wie man's dreht und wendet, ich kam einfach nicht drum rum, als ich wusste, dass Naru dabei ist :D

Sorry, aber hier ist mal Null Action und nur Gelaber. Trotzdem viel Spaß damit :D

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Die Ratlosigkeit, die sich unter den Kriegerinnen ausbreitete, war für Hotaru kaum zu ertragen. Jeder fragte sich und die Anderen, was sie nun tuen sollten und niemand hatte eine Antwort parat. Amys Verzweiflung war so groß, dass sie ihren Minicomputer mit voller Kraft gegen die Wand hämmerte. Sie war einem Nervenzusammenbruch nah. “Tote!”, brabbelte sie vor sich hin. “Wir waren noch nie so machtlos.”
Alle sahen sie mitleidig an und gaben ihr im Stillen recht. Luna und Artemis hatten nichts herausfinden können.
“Wer auch immer dahinter steckt, sie machen ihre Sache gründlich.”, seufzte der weiße Kater.
“Ja, am besten wir loben diese Schweine noch in den Himmel.”, grollte Makoto.
Hotaru hörte nur mit halbem Ohr zu. Sie kannte diese Stimmung schon von den zwei voran gegangenen Tagen. Alle waren in sich gekehrt, keiner wusste etwas. Diese Monster waren anders als alle Vorherigen, dass war aber auch das Einzige, was sie wussten. Ratlosigkeit herrschte in ihnen.
“Wir sollten diesen Jungen überprüfen.”, sagte Haruka. “Er war bei jedem Kampf dabei. Gut möglich, dass er uns täuschen will und gegen uns, anstatt mit uns arbeitet.”
Hotaru horchte auf. “Meinte sie etwa Mazaru? Wie kommt sie auf diesen Blödsinn?”, fragte sie sich und spürte zum ersten Mal in ihrem Leben einen tiefsitzenden Groll gegen ihre Vaterfigur. “Die Anderen werden schon sagen, dass diese Idee Schwachsinn ist.”, gab sie sich selbst Mut.
“Du hast Recht.”, antwortete Usagi auf den Vorschlag. “Wir sollten wirklich alles in Betracht ziehen.”
Hotarus Augen weiteten sich. Das konnte nicht sein. Mazaru hatte ihr zweimal das Leben gerettet, wie kamen sie auf so einen Gedanken? Sie wusste nicht, was in ihr in dem Moment zerbrach, als sämtliche Senshies, Mamoru und die Katzen nickten. Hatte sich die ganze Welt gegen ihn und auch sie verschworen?
“Hotaru, du wirst das übernehmen, zumindest in der Schule. Wir würden zu sehr auffallen, wenn wir dort jeden Tag herumschleichen würden.”, sagte ihre Anführerin.
Ohne das sie es bemerkt hatte, stand sie auf und funkelte Usagi und Haruka zornig an, doch sie brachte keinen Ton heraus.
“Was ist los, Hotaru?”, fragte Rey.
“Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass er etwas damit zu tun hat, oder?”
Die Anderen sahen sich verwirrt an, dann ergriff Minako das Wort.
“Nach allem, was wir wissen, hatte dieser Junge Kontakt mit dem Mädchen, das heute starb und auch mit dem Jungen in dem Club. Wir sagen ja nicht, dass er etwas damit zu tun hat, aber wir müssen alles überprüfen. Keiner von uns will ein Desaster wie beim Kampf gegen Galaxia.”
“Er hat mich zweimal gerettet. In dem Club und auch heute.”
“Hotaru, du weiß, dass Menschen nicht immer das sind, wofür sie sich ausgeben.”, mischte sich Mamoru ein. “Vielleicht wird er von jemand anderem gesteuert und ist nicht Herr seines Körpers. Du müsstest eigentlich am besten wissen, was ich damit meine.”
“Oh ja, du doch auch. Wie oft hast du dich gegen Usagi gestellt? Einmal beim Königreich des Dunkeln, in der Zukunft...”
“Hotaru! Entschuldige dich sofort.”, herrschte Michiru sie an.
“Warum denn? Ich muss mir solche Vorwürfe anhören, aber unser ehrenwerter Prinz darf so etwas nicht zu Ohren kriegen? Lasst mich einfach in Ruhe!”
Sie rannte los und noch während sie die Treppenstufen herunter eilte, fielen Tränen in den kalten Abend.
Sie sah nicht, wie betroffen sämtliche Zuhörer drein sahen und auch nicht, dass Mamoru ihr fast hinterher gestürzt wäre, aber Usagi ihn aufhielt.
“Sie hat ja Recht. Es war unfair von mir ihr dergleichen vorzuwerfen.”, sagte er verbittert.
“Bitte entschuldigt trotzdem ihr verhalten.”, sagte Haruka.
“Wir konnten ja nicht ahnen, dass sie sich in diesen jungen Mann verliebt hat.”, erwiderte Usagi und sah auf den sich verdunkelnden Himmel.
“Verdammt. Wir haben schon wieder versagt, Schwesterherz.”
“So würde ich das nicht sehen. Das ganze Spiel mit den Monstern sind doch nur Testläufe.”
“Ja, schon. Aber wenn wir es so schaffen würden, die Kriegerinnen zu erledigen, dann wäre mir wohler.
“Du bist einfach nur zu faul, Kiljan. Aber egal. Diese zwei Versuche haben doch schon genug Chaos verbreitet.”
Es war eine Wohnung in der Mitte von Tokio, nicht all zu groß, aber ausreichend für das Geschwisterpaar. Kiljan war ein großer junger Mann mit kurzen schwarzen Haaren. Seine Schwester war mit einem schwarzen Kleid gekleidet und hatte rote Haare, die ihr bis zu zur Hüfte reichten.
“Außerdem weißt du, dass wir für jeden Toten Energie gesammelt haben.”
“Eben. Stell dir mal vor, eines unserer Monster schafft es, eine Kriegerin umzubringen. Damit könnten wir das ganze Ereignis vor verlegen.”
“Sei doch nicht so ungeduldig. Wenn die Dämonen eintreffen, kann dieser Planet eh einpacken.”
“Du hast Recht Tamara. Und mit der Macht der Planetenkristalle können wir die Erde endlich reinigen.”
“Siehst du. Außerdem schau doch mal in den Spiegel. Wir haben es so schon geschafft, die Kriegerinnen auseinander zu reißen. Du weißt, was Daiklos gesagt hat. Am 7. Januar ist es soweit und wir sollen uns bis dahin seiner Macht bedienen und möglichst viele Menschen umbringen.”
“Es sind schon Fünf aus zwei Aktionen gestorben.”
“Na also. Wen kümmert es, dass diese Tiere auch draufgegangen sind? Sie haben ihren Zweck erfüllt und für uns gemordet.”
Hotaru rannte ziellos durch die Stadt. Zu allem Überfluss hatte es sich zugezogen und langsam fielen die ersten Tropfen. Sie wusste nicht, wo sie war und es war ihr egal. “Hauptsache weg von diesen dummen Ziegen.”, dachte sie sich. Doch wohin sollte sie? Sie konnte nicht die ganze Nacht herum irren, auch nicht mit dem Wunsch allein zu sein. Sollte sie zu Mazaru? “Ich weiß ja nicht mal wo er wohnt.”, dachte sie verbittert. Außerdem war sie allein Angriffen schutzlos ausgeliefert. Auf sich gestellt konnte sie diese neue Bedrohung nicht besiegen. Es war ihr klar, dass sie irgendwann in die Villa zurück kehren und sich bei Mamoru entschuldigen musste. Jedoch nicht an diesem Abend.
Ihr Magen knurrte. Was sie im Hikawatempel bekommen hatte, war nicht sehr viel gewesen. Ihr Portemonnaie war in ihrer Schultasche, die immer noch in der Mädchentoilette ihrer Schule lag. “Wunderbare Voraussetzungen um wegzulaufen.”, sagte sie.
“Und doch hast du es getan.”, sagte ihr eine bekannte Stimme. Erschrocken drehte sie sich um. Niemand war zu sehen, nur ihr Spiegelbild in einem der Schaufenster. Ihr Spiegelbild? Nein, Mistress Nine grinste sie triumphierend an.
“Was willst du?”
“Dich beglückwünschen. Du hast einen guten Schritt in Richtung Hass gemacht.”
“Ach quatsch. Ich habe vielleicht ein wenig überreagiert, aber...”
“Mach dir doch nichts vor.”; sagte die Stimme in ihrem Kopf. “Einen Moment lang hast du sie alle nur gehasst. Sie wollten dir deinen Freund stehlen.”
“Du weißt gar nicht, wovon du redest.”
“Du belügst dich selbst. Auch ein Schritt in die Finsternis. Wir beide wissen, was du am liebsten mit den Kriegerinnen gemacht hättest.”
Hotaru machte den Mund auf, schaffte es aber nicht, etwas zu sagen. Mistress Nine hatte Recht, verdammt Recht. Hotaru spürte erneut Hass in sich aufkommen. Hass auf sich selbst, Hass auf diese Frau, die sie unentwegt angrinste.
“Na wenigstens siehst du es diesmal ein. Du kannst dich nicht vor mir verstecken und jeder Funken Hass in dir lässt mich stärker werden. Schmeiß doch am besten gleich deine Brosche weg und gib dich meiner Macht hin. Dann kannst du ihn immerhin beschützen, nicht wie heute.”
“Halt den Mund!!” Sie schlug mit der Faust auf die Scheibe, mitten in das Gesicht der Frau. “Du weißt gar nichts.”
“Oh doch. Ich weiß sehr wohl. Du fühlst dich von den Kriegerinnen verraten. Sie spannen dich nicht in den Kampf ein, machen dir ungerechte Vorwürfe und wollen deinen Freund umbringen. Deine erste große Liebe.”
“Halt’s Maul!” Hotaru wurde wütend. Immer wieder klatschte ihre Hand auf die Scheibe. Mittlerweile goss es in Strömen. Ihre Haut glühte, Regentropfen und Tränen klebten auf ihrem Gesicht. Ihre Haare und ihre Schuluniform waren klitschnass. Noch immer prügelte sie weinend auf die Scheibe ein. Von überall her traten Schaulustige heran und schüttelten die Köpfe, doch niemand sprach das schwarzhaarige Mädchen an. Ihre Schläge wurden schwächer. Sie schloss die Augen und drehte sich um. Langsam rutschte sie an der Wand herunter und landete in einer Pfütze. Ihre Tränen rannen in dem gleichen Tempo ihre Wangen herunter, wie der Regen von den Vordächern der Geschäfte um sie herum. Wieder einmal führte sie sich unwichtig, unnütz und von der Welt in Stich gelassen. Niemanden interessierte es, was sie dachte, wie sie fühlte. Sie wurde nicht gefragt, noch nie in diesem Leben. Wollte sie wiedergeboren werden? Nicht einmal da wurde sie gefragt.
Der Regen hörte auf, in ihr Gesicht zu prasseln, aber sie sah nicht nach oben. Jemand legte ihren Arm um seinen Hals und zog sie hoch. Sie hörte eine weibliche Stimme, doch es war ihr egal. “Stehen sie hier nicht so blöd rum. Hier gibt es nichts zu sehen.” Hotaru kannte diese Stimme nicht. Sie spürte, dass diese junge Frau kaum die Kraft hatte, sie zu stützen und mitzuziehen. Warum wurde sie nicht einfach liegen gelassen?
Der Tränenfluss verebbte, als sie gegen eine Hauswand gelehnt wurde. Die junge Frau schloss die Tür zu einem Hochhauswohnblock auf. “Geht’s wieder?”
“Ja, ich denke schon. Vielen Dank.”
“Keine Ursache. Komm doch erstmal mit hoch und wärm dich auf. Du erkältest dich ansonsten.”
Stumm, aber dankbar nahm Hotaru das Angebot an. Während sie ihrer Helferin folgte, sah sie sich sie genauer an. Die Frau hatte braune schulterlange Haare mit einer grünen Schleife darin. Sie trug ein gelbes Top und einen langen braunen Rock. In der einen Hand hatte sie den geschlossenen Regenschirm, in der anderen eine Tüte mit Einkäufen. Hotaru war sich sicher, sie schon einmal gesehen zu haben.
Kälte kroch unaufhaltsam in sie, während die Beiden auf den Fahrstuhl warteten, der langsam nach unten ratterte. Die junge Frau sah, wie sie zitterte. “Ich lass dir gleich ein heißes Bad ein und dann bekommst du trockene Sachen.”
“Sie machen sich zu viele Umstände.”
“Nein, nein. Ist schon in Ordnung. Ich kann dich doch nicht so lassen, du holst dir noch den Tod.”
Das warme Wasser an ihrem Körper hatte ihre Lebensgeister geweckt. Die Worte Mistress Nines hallten noch in ihrem Kopf nach, aber sie hatte ihre Gefühle wieder unter ihrer Kontrolle. Einen weiteren Nervenzusammenbruch konnte sie sich nicht leisten. Fürs Erste wollte sie sich nur noch bei ihre Helferin bedanken. Nachdem sie sich die Haare trocken geföhnt hatte und in ihre bereit gelegten Sachen geschlüpft war, trat sie in das Wohnzimmer. Sie war in einer geräumigen Zweizimmerwohnung gelandet. Überall waren Fotos an die Wände geklebt, darunter auch Fotos von der Braunhaarigen und Usagi.
Hotaru betrachtete verwundert die Erinnerungsstücke und dachte angestrengt nach, wer ihre Helferin war. Da waren Fotos von ihr, Usagi und einem Jungen mit verstrubbelten Haaren und einer Brille. Genau in der Mitte der Wand hing ein Stofffetzen, der einige verkrustete Flecken hatte, und darüber ein Foto von ihr in einem Ballkleid, wie sie mit einem gut aussehendem Mann mit langen braunen Haaren tanzte. Es schien eine Art Maskenball gewesen zu sein, auf jeden Fall war dieses Foto einige Jahre alt. Ihre Helferin war darauf noch sehr jung, vielleicht 14.
Hotaru sah sich die Fotographie genauer an und erkannte ihren Tanzpartner. “Neflite? Aber wer ist sie?”
Sie kannte den General des Dunklen Königreichs aus Erzählungen der inneren Kriegerinnen. Außerdem hatte sie seinen Geist damals gesehen, als kurz nach ihrer Wiedergeburt Apsu und ihre Kriegrinnen aus der Zukunft angefangen hatten, mit den Schicksalen der Menschen zu spielen und somit die Zukunft zu verändern. Es war ein harter Kampf gewesen, der sämtliche ihrer geschlagenen Gegner zurück gebracht hatte, selbst Mistress Nine. War das der Grund, warum dieses Monstrum noch in ihr lebte? War das die Schuld dieser herrschsüchtigen Schamanin aus dem 30 Jahrhundert? Alle dachten, der Silberkristall hätte alles bereinigt, doch anscheinend war eine Veränderung nicht behoben worden. Sie selbst konnte sich nur schwach daran erinnern, da sie danach in ein Baby zurück verwandelt wurde. Haruka hatte ihr einmal davon erzählt und durch dieses Foto wurden ihre Erinnerungen geschärft. “Was so ein Foto alles kann.”, sagte sie sich verwundert.
“Alles in Ordnung?”, fragte die Besitzerin der Wohnung.
“Ja, vielen Dank.”
“Keine Ursache. Hast du Hunger? Ich habe uns etwas zu essen gemacht. Es ist nur eine Instant Nudelsuppe, aber sie wird dich richtig aufwärmen.”
“Haben sie vielen Dank. Ich komme sofort.”
“Lass das Gesieze. Ich heiße Naru Osaka.” Sie war kurz davor sich die flache Hand gegen die Stirn zu klatschen. Ihre Helferin war eine Freundin von Usagi aus der Zeit, in der es Sailor Moon noch nicht gab. Aber war sie nicht die Tochter der Besitzerin des Osa P.’s Juweliergeschäfts? Warum wohnte sie in hier?
“Ich bin Hotaru Tomoe.”
“Du bist eine Freundin von Usagi, nicht wahr?”
“Woher wissen sie das?”
“Ich habe dich mal mit ihr, Haruka Tenoh und Michiru Kaio gesehen. Und sag jetzt endlich “Du”.”
“Ähm... ja. Woher kennst du Usagi? Du hast ja viele Fotos von ihr.”
“Wir waren mal beste Freundinnen, bis wir uns auseinander gelebt hatten. Ach was sag ich. Es war, als wir 14 waren. Da hatte sie immer mehr Kontakt zu Amy Mitzuno und Rey Hino. Irgendwie schien bald kein Platz mehr für mich in ihrem Freundeskreis zu sein. Vor allem nicht, nachdem sie diesen Mamoru hatte. Na ja, auch egal. Lass uns essen.”
Die Suppe vertrieb die letzten Reste der Kälte aus ihre Glieder. Sie saßen stumm an einem kleinen Tisch. Es interessierte sie zwar, woher Naru Neflite kannte, aber es fehlte ihr der Mut nachzufragen.
“Was hast du bei diesem Wetter draußen gemacht?”, fragte ihr Gegenüber.
Hotaru wusste nicht, was sie antworten sollte. Nur zögernd öffnete sie ihren Mund, da nahm Naru ihr die Antwort ab.
“Du bist weggelaufen, oder?”
“Ja.”
“Von zu Hause.”
“So ungefähr.”, sagte sie und lächelte verbittert. “Ich hatte einen riesigen Streit mit meinen Eltern.”
“Manchmal erscheint etwas Riesiges am nächsten Tag winzig zu sein.”
“Ich weiß, aber es war so schlimm heute für mich.” Sie entschloss sich dazu, Naru eine entschärfte Version des Geschehens anzuvertrauen. “Ich habe einen netten Jungen kennen gelernt und sie wollen ihn mir verbieten.”
“Ist es das erste Mal, dass du von einem “netten Jungen” gesprochen hast?”
“Ja, schon.” Sie errötete ein wenig. So von Mazaru zu sprechen war ihr ein wenig peinlich und sie war überaus glücklich, dass er dieses Gespräch nicht hören konnte.
“Eltern sind in diesem Punkt immer sehr um ihre Kinder besorgt.”
“Kann schon sein. Vielleicht wollen sie mich auch nur vor einem Unglück bewahren. Er ist nämlich Austauschschüler und nur dieses Jahr in Japan.”
“Du kannst deine Eltern schon irgendwie verstehen, ja?”
Sie ließ diese Worte auf sich wirken. Hatten die Senshies einen Grund misstrauisch zu sein? Wie sie es auch drehte und wendete, immer wieder kam sie auf den gleichen Schluss. Mazaru hatte kurz vorher mit dem Kerl in dem Club gesprochen, das hatten sie von ein paar Freunden des Opfers herausgefunden, und auch dieses Mädchen hatte Kontakt mit ihm gehabt. Wenn sie nur wüsste, was er ihr gegeben hatte. Alles in allem musste für die Senshies eh jeder verdächtig sein, bis seine Unschuld bewiesen war. Aber es widerstrebte ihr, der Spion zu sein, jedoch war die Frage was Vorrang hatte. Die Sicherheit der Menschheit, der Senshies und Kristalltokios, oder aber ihr persönliches Glück. Sie war immer noch Sailor Saturn und damit lag die Antwort für sie auf der Hand. Außerdem war der Zusammenhang zwischen ihrem rebellischen Verhalten gegenüber Usagi und dem Erstarken Mistress Nines klar.
“Ja, ich kann sie verstehen.”, antwortete sie entschlossen.
“Um so besser.”
“Darf ich dir eine Frage stellen?”
“Nur zu.”
“Usagi hat mir erzählt, dass sie dich besucht hat, aber das war doch bei deiner Mutter, oder?”
“Sie hat von mir erzählt? Ja, wir hatten uns dort verabredet. Ich wollte auch meine Mutter besuchen, da hatte es sich angeboten.”
“Weiß Usagi, dass du umgezogen bist?”
“Sicherlich. Es ist nun schon zwei Jahre her. Aber besucht hat sie mich hier noch nicht.” Narus Gesichtszüge verhärteten sich ein wenig. Hotaru tat es Leid, überhaupt gefragt zu haben.
“Entschuldigung. Ich wollte kein Salz in irgendwelche Wunden streuen.”
“Nein, nein. Es ist schon in Ordnung. Wir haben zwar kaum noch Kontakt, aber Usagi hat mir vor langer Zeit einmal sehr geholfen. Als ich das erste Mal richtig verliebt war.”
Naru schluckte und stand auf. Hotaru wollte nicht noch tiefer bohren, war aber neugierig. Sie sah der Braunhaarigen nach, wie sie in das Wohnzimmer ging und vor dem Foto mit Neflite stehen blieb.
“Es war vor sieben Jahren und doch weiß ich alles noch, als wäre es gestern gewesen. Es gibt einfach Dinge, die vergisst man einfach nicht, egal wie sehr man versucht sie zu verdrängen.”
“Wenn es einem auch noch schwer gemacht wird, indem man jeden Tag an diese Dinge erinnert wird, ist es besonders schlimm.”
“Ich scheitere dabei immer an mich selbst. Niemals in meinem Leben werde ich es schaffen mich von diesem Bild zu trennen, dass ich einmal von Usagis Vater geschenkt bekommen hatte. Wenn er bloß gewusst hätte, welche Qualen er mir damit aufgeschoben hatte.” Hotaru war zu ihr gekommen und sah Tränen auf ihren Wangen. “So schnell können sich die Rollen vertauschen.”, dachte sie sich und war damit überfordert. Sie sah diese junge Frau an diesem Tag das erste Mal und für beide war es nicht die angenehmste Art sich kennen zu lernen. Naru brauchte jetzt Trost und sie versuchte es, so gut sie konnte. Mittlerweile war Naru auf eine Couch gefallen und hielt sich die Hände vor die tränenden Augen. Sie setzte sich daneben und drückte zaghaft die Hand der Anderen.
“Warum musste dieser Kerl auch in meinem Leben auftauchen? Wäre er damals nur nicht bei Ruis Training aufgetaucht. Mein Neflite.” Sie schluchzte auf. Hotaru zögerte. Nie im Leben hätte sie erwartet, dass solche Narben so tief in Narus Seele steckten. Andererseits brannte sie darauf, mehr von Neflites Ableben zu erfahren. Die inneren Kriegerinnen wichen früher bei diesem Thema immer aus und ihre Adoptiveltern verwiesen immer auf Usagi. Selbst die Katzen hüllten sich bei diesem Thema in Schweigen. Sie hatte irgendwann aufgehört zu fragen, bisher war ihr Interesse auch nie so groß gewesen, wie in diesem Moment. Was hatte Neflite mit einer 14-Jährigen zu schaffen?
“Rui war eine Kindergartenfreundin von mir. Mittlerweile ist sie ein großer Tennisstar und ganz oben in der Weltrangliste. Sie hat von den paar Trainingseinheiten mit einem gewissen Masato Sanjoin sicherlich profitiert, aber durch irgendetwas wurde sie so ehrgeizig, kalt und böse. Zum Glück blieb das nicht lange so. Auf jeden Fall traf ich Herr Sanjoin immer wieder und habe mich in ihn verliebt. Mein Gott, er war mindestens zehn Jahre älter als ich und meine Mutter hätte mich erschlagen, aber er war so warmherzig und hat auf seiner Art immer geholfen.
Dieses Foto stammt von einem Maskenball, wo eine Prinzessin den größten Schatz ihres Landes zum ersten Mal ausländischer Öffentlichkeit präsentierte. Meine Mutter als Besitzerin eines großen Juweliergeschäfts wurde natürlich eingeladen und ich bin als Vertretung für sie hingegangen. Da hab ich ihn wieder getroffen und wir haben miteinander getanzt, wie du siehst. Ich war so glücklich, dass er sich, wie es aussah, auch in mich verliebt hatte.” Sie wischte sich eine Träne aus dem Gesicht und sah in Hotarus Augen. Die Worte sprudelten ohne Punkt und Komma aus ihr heraus. Die frisch aufgewühlten Erinnerungen zerrten an ihr und rissen alles wieder auf, jedoch war es für die Braunhaarige unmöglich den Wortfluss zu stoppen. Hotaru konnte ihr Leiden spüren.
“Eines Abends stand er auf meinem Balkon und hat mir gesagt, dass er ein Spion ist und das er eigentlich Neflite genannt wird. Er wollte wegen mir aussteigen, weil ich ihm gezeigt haben soll, was Liebe ist, und er wollte sich mit Sailor Moon verbünden. Er hatte mich gefragt, ob ich wüsste, wer Sailor Moon normalerweise war. Als ich ihm nicht helfen konnte, ist er verschwunden. In meiner Verzweiflung habe ich damals Usagi mitten in der Nacht angerufen. Damals gab es für mich keine bessere Stütze.” Hotaru nickte. Sie kannte Usagi fünf Jahre lang und immer strahlte sie eine weiße Aura aus, der man einfach vertrauen musste. Es wunderte sie nicht, dass Naru damals schon so empfand.
“Ich wurde entführt, um ihn in die Organisation zurück zu zwingen. Es waren drei merkwürdige Frauen, die mich ohne mit der Wimper zu zucken umgebracht hätten, wäre er nicht gekommen und hätte mich gerettet. Er wurde dabei verletzt und ich habe meinen Schlafanzug auseinander gerissen und ihm diesen Stoffetzen umgebunden. Wir flohen zusammen und er versprach mir, dass wir mal zusammen einen Schokoladeneisbecher essen gehen würden, da wurden wir wieder angegriffen und er wurde aufgespießt, weil er sich vor mich geschmissen hat. Wären die Sailor Kriegerinnen nicht gekommen und hätten diese drei Frauen besiegt, würde ich auch nicht mehr leben. Ich habe noch versucht, diesen Ast, der irgendwie statisch aufgeladen war, aus seinem Körper herauszuziehen, doch es half nicht. Neflite ist in meinen Armen gestorben. Ich konnte nicht einmal Abschied von ihm nehmen, er hat sich einfach aufgelöst.”
Naru zitterte. Ihr Körper verkrampfte sich und die Tränen flossen in Sturzbächen. Hotaru war betroffen, noch nie hatte sie eine derartige Geschichte gehört und es war auch nicht das gewesen, was sie vom Tod Neflites erwartet hatte. Sie hatte immer gedacht, dass Usagi, Amy und Rey ihn in einem harten Kampf besiegt hatten. Jetzt war ihr klar, warum sich niemand gerne an diese Geschichte erinnerte.
Sie nahm Naru in die Arme und drückte sie an sich. Was sie zu ihr sagen sollte, wusste sie nicht. “Ich hänge ihm immer noch nach, obwohl ich weiß, dass er nie zurückkehren wird.”, schluchzte sie.
“Hast du es je jemandem außer mir erzählt?”
“Nur Usagi. Ich weiß auch nicht, warum ich es dir gerade erzählt habe. Vielleicht weil du ihr so ähnlich bist.”
“Wie meinst du das?”
“Es ist mir mal aufgefallen, dass sämtliche Freunde von Usagi eine große Vertrauenswürdigkeit und eine riesige beruhigende Kraft ausstrahlen, auch du.” Hotaru lächelte innerlich. “Woran das wohl liegt.”, dachte sie sich.
Es verging eine Weile, bis Naru sich wieder völlig gefangen hatte. In dieser Zeit saßen die Beiden stumm auf dem Sofa, jede in ihren eigenen Gedanken vertieft. Hotaru hatte für diesen Abend genug und wollte nur noch schlafen. Naru hing ihren Gedanken nach, spürte aber irgendwann den Wunsch der Schwarzhaarigen.
“Wir rufen jetzt am besten deine Eltern an. Du musst ja morgen sicherlich in die Schule, oder?”
“Ja, schon. Aber bist du sicher, dass du allein sein willst?”
“Mach dir um mich keine Sorgen. Aber du hast wohl noch etwas mit deinen Eltern zu erklären, oder?”
“Ja.”
“Das Telefon steht im Flur.”
“Vielen Dank, Naru.” Sie stand auf und schloss die Tür hinter sich. Sie wusste, dass sie sich nicht bei Haruka, Michiru oder Setsuna zu melden hatte. Sie hatte sich zu entschuldigen, aber bei Mamoru. Dabei konnte sie Naru gleich etwas Gutes tun.
Eine halbe Stunde später fuhr ein schwarzer Wagen auf einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung und bald klingelte es.
“Das werden sie sein. Dürfen sie noch schnell hochkommen? Sie wollen sich bei dir bedanken.”
“Wofür denn?”, fragte Naru verwundert.
“Für deine Hilfe.”
“Ach so? Na, wenn sie unbedingt wollen.”
Hotaru schlüpfte in den Flur und öffnete unten die Tür, nachdem sie sich mit der Gegensprechanlage vergewissert hatte, wer unten stand. Eine Minute später klopfte es. Hotaru öffnete die Tür und ließ Mamoru und Usagi herein.
“Was macht ihr denn hier?”, fragte Naru verwirrt, als die Beiden das Wohnzimmer betraten.
“Ich wollte dich besuchen. Hotaru hat uns angerufen und erzählt, dass du sie aufgegabelt hast. Nette Wohnung.”
“Ähm... danke. Wie... Wie geht’s dir?”
“Gut und dir?”
“Ich bring dann Hotaru nach Hause.”, sagte Mamoru schnell. “Ruf mich nachher einfach an, Usagi.”
“Ja, Mamoru. Bis dann. Tschüss Hotaru.” Sie gab ihrem Lebensgefährten einen Abschiedskuss.
“Ciao Usagi. Vielen Dank für deine Hilfe, Naru. Ich bin dir sehr verbunden.”
“Macht doch nichts. Tschüss Hotaru.”
Ein paar Minuten später saß die Schwarzhaarige in Mamorus Wagen. Es herrschte eine drückende Stille. Sie sah zu ihm herüber, wie er in seiner schwermütigen Art auf die Straße achtete.
“Mamoru, es tut mir...”
“Verzeih, Hotaru. Aber du musst dich nicht bei mir entschuldigen. Es ist doch eher umgekehrt, oder?” Hörte sie richtig? Mit aufgerissenen Augen starrte sie ihn ungläubig an. “Es war unfair von mir, da meine Vergangenheit nicht besser aussieht. Aber versteh doch, jedes Mal wurden wir aus dem Hinterhalt angegriffen. Immer wieder kamen das Böse, ohne wir es bemerkt hatten. Wir wollen einfach auf Nummer sicher gehen.”
“Ja, ist in Ordnung. Mazaru ist nun mal verdächtig. Ich werde mein Bestes tun um alles herauszufinden.”
“Ich danke dir, Hotaru. Im Namen aller Senshies danke ich dir. Es muss schwer für dich sein.”
“Mein Leben gehört dem Königspaar, Gefühle tuen nichts zur Sache.”
 
Tagchen...^^
längere, ... längere Haare als ich O.O du magst zu scherzen, hehe... find ich ja genial, lustig *lach*... ^.^
Zum Teil, hm... was willst du von mir hören? Eigentlich könnte ich dir genau dasselbe, wie bei den letzten Teilen sagen/schreiben, er war einfach spitze, grandios, klasse *Daumen in die Höhe streck* mir fehlen die Worte, aber weißt du, ich musste mich doch tatsächlich erst wieder einmal dran erinnern, wer Naru und Neflite sind >.< peinlich peinlich, aber spätestens, wo ich ihre Geschichte gelesen habe, hats wieder klick gemacht, wunderbar... hast du sehr schön (nach-)erzählt *smile* Allerdings, finde ich es an dieser Stelle genauso schön was Hutaro gemacht hat, Bunny und Naru, endlich sind sich die beiden (damaligen besten) Freundinnen wieder begegnet, und das ist im Grunde nur einer Person zu verdanken *zwinker* schön schön... dennoch stellt sich mir noch ne Frage, wer mag wohl dieses Geschwisterpaar sein, geheimnisvoll und wie ich aus dessen (kurzes) Gespräch so erfahren konnte, sind sie nicht gerade da, um Frieden zu verbreiten, allerdings erinnern die mich an zwei Gestalten aus der Serie... hm, mir fallen grad die Namen nicht ein, aber du weiß bestimmt wenn ich meine, diese komischen da, mit den Kärtchen, hast dich durch die wahrscheinlich inspirieren lassen, was? *lach* Aber eine wirklich gute Idee, gefällt mir... so, jetzt kann ich nur wieder einmal gespannt auf das nächste Kapitel/Teil warten, worauf ich nicht allzu lange drauf warten muss, hoffe ich... also dann, bye^^
P.S. Du solltest beim nächsten Mal vielleicht mehr auf deine Rechtschreibung und Kommasetzung achten, ansonst gibts nichts von meiner Seite aus zu setzen... wäre ja auch gelacht, ha ha *lach* aber gut, Fehler machen ist menschlich und ich bin ja auch so jemand, da mal ein Wort falsch geschrieben und so weiter, furchtbar *lächelnd den Kopf schüttel* ^.^
 
So... Bitte erschlagt mich nicht wegen der langen Wartezeit... (warum auch immer ich im Plural spreche :D)

Also hier ein neuer Teil auf geht's usw. Nicht viel zu sagen, außer sorry, der Teil ist 100 % noch von Fehlern übersät. Werde ich noch updaten so früh es geht.

Nun ja, kommt drauf an wie lange Haare du hast ^^

Mit dme nächsten Teil könnte es noch ein Weilchen dauern. Ich versuche, ihn vor dem 4.11. zu posten, danach bin ich erstmal 'ne Woche im Urlaub.

Aber spätestens dann, werde ich das Ding zur Hälfte fertig haben, wobei die ganze Story schon wieder zu große Ausmaße annimmt... o.O

Let's go :D

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3. Kapitel
Mazaru betrachtete seinen verbundenen Arm. Seit sieben Tagen hatte er seine Wohnung nicht verlassen und alles überdacht. “Es kann einfach nicht sein. Hotaru ist nicht Sailor Saturn.”, flüsterte er immer wieder vor sich hin. Dazu kam noch ein ungesundes Maß an Langeweile, das er einfach nicht beseitigen konnte. In seiner Wohnung eingesperrt blieb ihm nichts weiter übrig, als nachzudenken, was an seinem Gemütszustand zerrte. Er wollte wieder raus, doch diese Verletzung und sein Glück, die Monster regelrecht anzuziehen, ketteten ihn an seine Zimmer.
Er fühlte sich leer. Seit eineinhalb Wochen trieb er sich in Tokio rum und was nach einer relativ leichten Aufgabe klang, entwickelte sich zu einer Katastrophe. Sollte er sich doch den Kriegerinnen anvertrauen?
Jedoch hielt die neueste Entwicklung ihn davon ab. “Wenn es stimmt, dass Hotaru Sailor Saturn ist, dann ist sie das Problem. Die Anderen werden sie nicht umbringen, also würde es an mir hängen bleiben und dann bin ich das Arschloch der Nation.”
Noch einmal schweiften seine Gedanken zu den Monstern. Zwei Menschen wurden umgebracht, kurz nachdem sie direkten Kontakt mit ihm hatten. Gab es mehr als eine Bedrohung? Wenn er wenigstens wüsste, wonach er wirklich suchen sollte, was er beschützen sollte. Immer noch hatte er keine Antwort auf seine Fragen bekommen. “Es werden immer nur Neue aufgeworfen. Außerdem werden die Senshies sicherlich bald misstrauisch und werden denken, dass ich der Feind bin.” Diesen Gedanken hatte er schon in sämtliche Atome zerlegt. Wie es aussah, wollte irgend jemand ihm den ganzen Schlamassel anhängen, oder kam nur seine Paranoia zu Tage? Keine Antwort.
Sicher war er sich nur, dass er etwas unternehmen musste und sein einziger Anhaltspunkt lag bei diesem Mädchen, dessen Fotos er auf dem Laptop betrachtete. Im Mad Madders hatte diese Bilder von Hotaru und ihren Freunden gemacht. Außerdem hatte er einige Bilder aus den Internetarchiven der Tokioer Zeitungen von Sailor Saturn gefunden. Zum Vergleich hatte er auf einer Nahaufnahme Hotarus versucht, ihr das Diadem auf die Stirn zu kopieren. Trotz seiner schlechten Programme war es ihm mehr oder weniger gelungen, doch das Ergebnis war für ihn erschreckend. Die Gesichter glichen sich, als wären sie Zwillinge.
Er wollte es nicht wahr haben, nicht nur wegen der schwarzen Aura, sondern auch seine Gefühle blockierten den Gedankengang. Er fühlte sich zu ihr hingezogen, sehr sogar. Unnötigerweise kam zusätzlich auch noch diese starke Verbindung, die er immer in ihrer Anwesenheit empfand, eine tiefe Vertrautheit, ähnlich dem Gefühl auf dem Schulhof, als Sailor Saturn auf seinem Schoß lag. Er verzog das Gesicht. Noch ein Fingerzeig? Er wusste es nicht und gerade das machte ihm zu schaffen.
Er hatte vor seiner Abreise alles so akribisch geplant, sämtliche Komplikationen, die auftreten würden hatte er bedacht und dann ausschließen können. Nur Gefühle nicht. “Warum musste ich mich auch in dieses Mädchen verknallen?”
Am nächsten Morgen war er immer noch nicht zu Antworten gekommen, trotzdem machte er sich auf den Weg zur Schule. Nicht, weil er sich etwas Neues erhoffte, sondern weil er Hotaru wiedersehen wollte. Er schätzte ihre Nähe, fühlte sich bei ihr wohl, was es für ihn nicht weniger schwierig machen würde, seine Aufgabe zu erfüllen. Wobei... Er war sich nicht sicher und deshalb versuchte er die Gedanken zu verdrängen und sie wie vorher zu betrachten.
Er musste kurz an seinem Radio herumfummeln und sah einen Moment nicht auf die Straße. Ein wahnsinniger Schrecken durchzuckte seinen Körper und doch schaffte er es gerade noch einer Rothaarigen auszuweichen, die unbedacht über die Straße rennen wollte. Mit quietschenden Reifen blieb er stehen. “Meine Fresse.”, flüsterte er vor sich hin. Er sah durch seine Heckscheibe, dass die junge Frau sich zur Seite geschmissen hatte. Schnell stieg er aus und lief zu ihr. “Ist dir etwas passiert?”
“Nein, Es geht schon. War aber verdammt knapp, oder?”
“Tja, was rennst du auch einfach über die Straße?”, trotz seiner Wut hielt er ihr die Hand hin, um sie hochzuziehen. Sie nahm sein Angebot an.
“Mein Bruder hat mich nicht geweckt und ist allein zur Schule. Und ich muss ihm jetzt hinterher rennen. Wenn ich ihn erwische, dann...”
“Und warum rennst du in die Richtung?”, unterbrach er sie.
“Wie meinen?”
“Na, warum du in die Richtung rennst? Da hier ja jede Schule ihre eigene Uniform hat, gehen wir zufällig auf die gleiche Schule und die liegt in der anderen Richtung.”
Die Rothaarige sah sich verwirrt um. “Sicher?”
“Ja, komm steig ein. Wenn ich dich fahre, könntest du es noch zu deinem ersten Tag schaffen.”
“Wie kommst du darauf, dass heute mein erster Tag ist?”, fragte sie ihn auf dem Weg zum Auto. Bevor sie losfuhren, drehte er sich eine Zigarette.
“Ganz einfach. Ich habe dich noch nie gesehen und du weißt nicht wo es lang geht.”
“Du bist aber auch nicht von hier, oder? Ich meine, ein deutsches Nummernschild sieht man hier sehr selten.”
“Gut beobachtet. Aber woher weißt du, dass es ein deutsches Nummernschild ist?”
“Ich war mal in Berlin.”
“Nett. Auf Urlaub?”
“Ja, typische japanische Touristentour, du verstehst?”
Er lächelte, während sie aus ihrer Tasche eine Packung Zigaretten herausholte. “Endlich jemand vernünftiges.”
“Was meinst du?”
“Du bist die erste Raucherin, die ich hier kennenlerne.”
“Und das macht dich stolz?”
“Na ja, stolz ist das falsche Wort. Ich dachte schon, dass ich der Einzige bin, während es bei mir zu Hause es eher umgekehrt ist.”
“Tolles Gesprächsthema.”, sagte sie plötzlich. “Wie wäre es mit was Anderem?”
Er grinste. “Ja, warum denn nicht? Also möchtest du mir etwas erzählen?”
“Wie ist dein Name und warum bis du in Japan?”
“Wolltest du nicht was erzählen? Na ja, ich heiße Mazaru und ich mache ein Austauschjahr.”
“Und warum hast du dein Auto mitgenommen?”
“Es hat sich angeboten. Ich wollte hier mobil sein.”
“Bringt es in einer Metropole, oder?”
“Wenn mir nicht kleine Mädchen vor’s Auto rennen, ist alles in Ordnung.”
“Ich beziehe das jetzt nicht auf mich.”
“Wie du meinst.” Er grinste und schüttelte leicht den Kopf.
“Was hast du mit deinem Arm gemacht?”
“Ach, nichts Interessantes.”
Ein paar Sekunden später fuhr er auf den Parkplatz der Schule. Hotaru wartete wie jeden Morgen an der Bank auf ihn, in der Hoffnung ihn endlich wiederzusehen. Die ganze Woche war Tokio ruhig gewesen. Die Senshies hatten dies zu Nachforschungen genutzt, aber keinerlei Ergebnisse hervorbringen können. Haruka hatte sämtliche Informationen über Mazaru zusammengetragen, jedoch nichts schien auf etwas Böses hinzuweisen. Hotaru beruhigte es, dass Mazaru anscheinend wirklich ein ganz normaler junger Mann war, ein wenig zu mutig und in den Augen von Mirouke und Totoru schlichtweg lebensmüde, aber ganz normal.
Usagi und die Anderen hingegen waren mit diesen neuen Informationen keineswegs milde gestimmt worden. Hotarus Auftrag lautete immer noch, ihn zu beschatten. Haruka und Mirouke hatten ihr am gleichen Tag seine Adresse besorgt. Ihre Vaterfigur, weil sie ihn besuchen sollte, um etwas herauszufinden, Mirouke, der es, wie auch ihre anderen Freunde, kaum noch aushielt, sie ständig in Gedanken versunken sehen zu müssen.
“Nun geh doch heute Nachmittag zu ihm. Er wird sich sicher freuen. Und wenn nicht fällt es dir leichter ihn zu vergessen.”, hatte er gesagt und am Donnerstag nach der dritten Stunde mit dem kleinen Zettel vor ihrer Nase herum gewedelt, während Totoru und Rinoa ihn mit wehenden Fahnen unterstützt hatten. Sie hingegen hatte nur gelächelt, sich aber das Stück Papier in die Tasche gesteckt und nur wegen den Katzen war sie am Freitag stark geblieben, mit denen sie im Hauptquartier gesessen hatte und die Computer kontrollieren musste. Lange Zeit hatte sie auf den Zettel gestarrt, Mirouke war sogar an die Handynummer herangekommen. Aber nein. Sie konnte den Mut nicht aufbringen und steckte den Zettel wieder weg.
Hotaru wusste nicht, was in ihrer Seele zusammenfiel, als sie diese Rothaarige auf seinem Auto aussteigen sah, jedoch hinterließ es einen großen Scherbenhaufen. Dass sie sich sofort von ihm verabschiedete, half nicht sehr. Auch nicht, dass Mazaru sofort von anscheinend sämtlichen Mädchen der Schule außer ihr, Rinoa und der Rothaarigen eingekreist wurde. Leider konnte sie sein verwirrtes Gesicht nicht erkennen. Er hatte ja keine Ahnung, dass er in der letzten Woche zum bestaussehendsten und mutigsten Jungen der Schule gekrönt worden war und dass sämtliche Mädchen hinter ihm her waren. Sein einziger Gedanke zu der Fangemeinde war: “Ach du Scheiße!”
Mit aller Kraft der Ignoranz kämpfte er sich durch die Masse zu seiner Bank, wo Hotaru immer noch mit verlorenem Blick stand. Er lächelte sie kurz an und drehte sich dann um. “Hört mir zu!”, schrie er. “Ich habe keine Lust mich mit euch abzuplagen. Wenn ich mich dieser Bank näher will ich absolute Ruhe und Niemanden sehen, außer meinen Freunden. Ihr seid nicht meine Freunde und ihr werdet es auch nicht, verstanden? Also, verzieht euch.”
“Und was sucht die da?”, brüllte eine Blondine in der ersten Reihe.
“Das ist Hotaru und sie ist meine Freundin. Also darf sie hier sein.” Er legte den Arm um sie und zog sie zu sich ran. Was auch immer in Hotaru so schnell zerbrochen schien, es baute sich noch schneller zusammen. Sie lächelte und ließ es zu, dass er sie sanft an seine Brust drückte. Sie spürte seine Wärme und genoss es, seinem Herzschlag zuzuhören. Das befriedigte Lächeln in ihrem Gesicht war das letzte Glied der Kette und betrübt zogen die jungen Frauen ab.
“Entschuldige, dass ich dich da mit reingezogen hab.”, sagte er und holte sie die Realität zurück.
“Was, oh.” Sie errötete leicht und stieß sich von ihm ab. “Schon OK. Ich find’s gut, dass du mich als deine Freundin auserkoren hast.”, sagte sie lächelnd.
“Wen denn sonst? Keine Andere hätte das verdient.” Er wuchtete sich auf die Bank und drehte sich eine Zigarette. “Diese oberflächlichen Weiber sind doch nur wegen des Kampfes scharf auf mich. Die kennen mich doch nicht.”
“Ich etwa?”, fragte sie ihn und setzte sich verlegen neben ihm.
“Besser als die, oder?” Er drehte sich zu ihr und sah in ihre Augen. “Willst du mich denn überhaupt kennen lernen?”
“Klar, warum denn nicht?” Sie sahen sich in die Augen und lächelten sich gegenseitig an.
“Die Macht der Liebe.”, grinste Totoru. Er, Mirouke und Rinoa beobachteten die Beiden aus sicherer Entfernung.
“Die hat Mirouke ja letzten Montag auch erwischt.”
“Nicht jeder kann behaupten, dass Sailor Moon ihm einen Handkuss zugeworfen hat.”
“Nicht jeder will Das auch unbedingt von sich behaupten, mein Freund.”, erwiderte Totoru.
Mazaru und Hotaru fingen an zu lachen. “Worüber sie sich wohl freuen?”, fragte Rinoa.
“Keine Ahnung. Lassen wir die Beiden lieber.”, sagte Totoru und die Drei gingen in ihr Klassenzimmer.
“Du bist vorhin wahrscheinlich zur unbeliebtesten Schülerin abgesunken.”, grinste Rinoa die Schwarzhaarige an, die darauf kicherte.
“Na ja, ich glaube, dass stört mich wenig. Außerdem werden auf euch auch bald die Bekloppten losgehen, so wie es ein gewisser Herr ausdrückte.”
“Wie meinst du das?”, fragte Totoru.
“Er hat uns Vier zu sich eingeladen.”
“Zu wann?”
“Freitagabend. Er meinte, wir würden ein wenig quatschen und was trinken. Ein gemütlicher Abend.”
“Klingt gut.”, sagte Mirouke. “Gehen wir hin?”
“Na sicher.”, brüllte Rinoa ihre Freunde an und sprang auf. “Das ist Hotarus Chance. Ihr trinkt was, dann werdet ihr tanzen und wenn wir drei dann weg sind...”
“Komm runter, Blondy.”, sagte Totoru trocken und drückte sie wieder auf ihren Stuhl. “Ich wäre dafür ihn zu besuchen. Aber was sagst du dazu?” Sein Blick haftete ruhig auf Hotaru, die nachdenklich drein sah. In seiner Wohnung könnte sie sich vergewissern, ob er der Feind ist. Wenn ein Monster auftauchen sollte, könnte sie immer noch zum Kampf dazu stoßen. Fragt sich nur noch, ob ihre Eltern es ihr erlauben würden. “Dabei...”, dachte sie sich. “Haruka und Michiru haben in dem Alter ganz andere Sachen gemacht.”
“Also was ist?”, fragte Mirouke.
“Ja, lasst uns ihn am Freitagabend besuchen.”
 
Noch ein Fingerzeig?

Erklär mich für dumm, aber wasn das? Oô

Na so viele Fehler waren ja gar nicht drin, wie du behauptet hast, ich hab vielleicht gerade mal vier gesehen und wenn man das mal zum Vergleich mit der Länge des Kapi zieht, ist das fast gar nichts, mich hats nicht gestört.

So, was willst du noch von mir hören? Du schaffst es wirklich mich an deine Geschichte zu fesseln, musste das ausgerechnet jetzt schon zu Ende gehen? ;_; wirklich schade, denn ich mag deinen Schreibstil, genauso deine Art dich auszudrücken, dadurch ist die FF wirklich (fast) real dargestellt, man kann sich in die Charakter hineinversetz, man ist immer beim Geschehen dabei und es kommt einem fast alltäglich vor, du hast wirklich Talent dafür.

Mensch, ich find ja Mazaru und Hotaru sooo süß ^____^
Das war so knuffig, also die Stelle da, wo Mazaru den Weibern erst mal gezeigt hat, das Hotaru zu ihm gehört... und womöglich mehr ist als nur EINE Freunde *smile* mal sehen, ob die beiden zusammen kommen, würde ich persönlich super finden, ganz ehrlich.^^

So ich kann wirklich nur hoffen, das der nächste Teil wirklich ein bisschen länger ist, aber lass dir da mal nicht von mir hereinreden *Mund zu kleb* Aber da du ja schon in Urlaub fährst/fliegst, muss mich/uns ja irgendetwas darüber hinweg trösten, nech?^^
Achja... und ich finds echt toll, das die Geschichte so ne Ausmaße annimmt, ist doch voll toll, da hab ich noch ein bisschen mehr hier dran zu lesen *freuz*
 
So da ist er wieder. Ein neuer Teil und diesmal nur Gelaber und nix Action... Na ja... Ich hoffe, dass ihr beim Lesen trotzdem so viel Spaß habt, wie ich beim Schreiben. Ich habe lange überlegt und musste Mistress Nine so missbrauchen :D Aber nicht zu viel...

Ähm ja, ich hab die Teile nochmal auf Fehler untersucht und ein wenig ausgemerzt. Außerdem wollte ich noch erwähnen, dass Totorus Freundin nicht mehr Kikio sondern ab jetzt Kathlyn ist. Nur 'ne Nebenbemerkung, die Verwirrung vorbeugen soll, weil sie ab jetzt wohl noch öfter auftreten wird.

So genug gelabert. Viel Spaß mit diesem Teil und danach wirds wieder Spannender, versprochen. :D

Ach und ein Fingerzeig ist nichts weiter als ein Hinweis. :D

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Ihr Gedankengang war eine reine Fehleinschätzung der Lage gewesen. Haruka, Michiru und Setsuna hatten sehr wohl Probleme mit ihrem Vorhaben. Sie stellten sich bis zum Freitagnachmittag quer. Zu allem Überfluss wurde auch noch eine Dringlichkeitssitzung mit den anderen Senshies einberufen. Minako, die selbst ernannte Liebesgöttin sah die Drei schief an. “Wollt ihr wirklich darüber diskutieren, ob Hotaru zu einem Date mit ihrem ersten potenziellen Freund geht? Haruka, das Mädchen ist keine zwölf Jahre alt.”
Hotaru seufzte und fragte sich, warum das Ganze so ausarten musste.
“Versteht doch, der Kerl könnte immer noch unser Feind sein.”
“Der Punkt schon wieder. Wann kapiert die es endlich?”, schoss es durch Hotarus Kopf und sie hörte Mistress Nine darauf hemmungslos lachen.
“Haruka. Wo ist dein Problem? Die ganze Woche haben wir nichts von ihm oder den Monstern gehört. Außerdem warst du es doch, die meinte, dass Hotaru ihn beschatten sollte.”, erwiderte Minako.
“Das stimmt schon, aber heute würde sie sich und ihre Freunde nur in Gefahr bringen.”
“Dann halten wir uns eben in der Nähe der Wohnung auf, um sofort eingreifen zu können. Mein Gott, Haruka. Wovor hast du eigentlich mehr Angst? Davor, dass er der Feind ist, oder dass Hotaru mit ihm glücklich wäre?”
“Minako, Papa, dieses Gespräch läuft aus dem Rahmen.”, mischte sie sich selbst ein, bevor Haruka, die vor Wut schäumte, etwas erwidern konnte. “Wir wollten klären, ob ich zu ihm hingehen soll.”
Haruka blickte empört in die anderen Gesichter. “Macht doch was ihr wollt!”, schrie sie und macht auf dem Absatz kehrt und marschierte, so stolz sie konnte, die Treppe herauf.
“Ich geh ihr wohl besser hinterher. Hotaru, meinen Segen hast du, aber pass auf dich auf, ja?”
“Sicher Mama Michiru. Also Usagi, was soll ich tun?”
“Willst du zu ihm?”
“Nun, ich möchte natürlich meine Aufgabe als Sailor Saturn erfüllen, aber ich kann und möchte auch nicht verheimlichen, dass ich sehr gern in seiner Nähe bin.”
“Dann soll es so sein. Aber du musst uns rufen, sobald nur das kleinste Anzeichen von Gefahr gibt, verstanden?”
“Sicherlich Prinzessin.” Freudestrahlend lief sie nach oben in ihr Zimmer.
“Ich hoffe, dass das kein Fehler war.”, sagte Usagi noch.
“Wieso?”, fragte Minako verwirrt.
“Ich hab das Gefühl, dass irgendetwas in der nächsten Zeit passieren wird. Schwarze Zeiten stehen uns bevor.”
“Darauf kannst du Gift nehmen, Usagi Tsukino.”, sagte Kiljan und lachte. Er hatte das ganze Gespräch an seinem Spiegel mit verfolgt.
“Was gibt’s denn, Bruder?”, fragte Tamara, die sich ein weißes Handtuch umgewickelt hatte und gerade ihre Haare bürstete, während sie das Zimmer betrat.
“Diese Kriegerinnen glauben immer noch, dass dieser Mazaru die Quelle allen Übels ist.”
“Er gibt sich ja auch alle Mühe, dieses Image zu verkaufen. Der Junge ist aber auch ein Trottel.”
“Stimmt schon. Er denkt, er ist der große Held, weiß aber gar nichts. Aber wir haben einen weiteren Sieg verbucht.”
“Was meinst du?”
“Die Senshies brechen auseinander. Uranus ist sauer auf Venus und schuld ist diese kleine Schlampe aus unserer Schule.”
“Och wie süß. Können wir angreifen?”
“Nein, noch nicht. Dazu muss sich die Gruppe noch mehr teilen.”
“Und dann hetzen wir ihren Hass auf diesen Dummbeutel.”
“Und wenn sie sich gegenseitig fast fertig gemacht haben, schlagen wir zu und töten die verdammte Brigade.” Er entkorkte eine Flasche Rotwein. Zwei Gläser auffüllend, flüsterte er irgendetwas vor sich hin.
“Was hast du gesagt?”
“Ach nichts.” Er reichte ihr ein Glas. “Cheers.”
Sie schmissen sich auf ihr Bett und betrachteten wieder ihren großen Spiegel, mit dem die Beiden ihre Feinde beobachten konnten. Die Senshies hatten sich erst einmal getrennt. Michiru baute die schmollende Haruka in ihrem Zimmer wieder auf, die inneren Senshies waren auf den Weg zu ihren Wohnungen. Nur Setsuna stand immer noch verwirrt in der Küche der Villa und starrte gedankenverloren auf den Tisch. Sailor Saturn war indes unter die Dusche gesprungen, hatte sich ihre Haare geföhnt und nun versuchte sie zum wiederholten Male sich die Haare zusammenzubinden. Sie lächelte, als sie das Ergebnis betrachtete. Ihre Haare waren extrem schnell gewachsen und nun lugte kein einzelnes Haar mehr hervor. Sie hatte befürchtet, dass sich Mistress Nines Stärke auf ihren Körper auswirken würde, aber bei diesem Ergebnis verspürte sie sogar etwas Dankbarkeit. Sie wusste nicht genau, warum sie so gut wie möglich aussehen wollte, aber sie wollte es. Um jeden Preis. Haruka war bei diesem Vorhaben nicht gerade hilfreich, die, nachdem sie sich gefangen hatte, im Haus herum wuselte und Hotaru jedes Mal, wenn sie ihre Tochter unter die Augen bekam, zur Vorsicht mahnte, wie auch schon in der ganzen letzten Woche. In der linken unteren Ecke wurde die Schwarzhaarige unentwegt von Mistress Nine angegrinst.
“Du machst dich aber hübsch.”
“Halt den Rand und lass mich in Ruhe.”, sagte sie rüde.
“Warum gleich so stürmisch? Ich habe nur etwas festgestellt.”
“Und ich habe gesagt, dass du still sein sollst. Ich muss mich konzentrieren.”
“Wobei denn?”
Hotaru atmete einmal tief durch und ging dann dazu über, sie zu ignorieren. In letzter Zeit benutzte sie diese Methode häufiger, sowohl bei ihrer Feindin, als auch bei Haruka. Eigentlich tat es ihr in der Seele weh, ihre Vaterfigur auf den gleichen Level wie die Erzfeindin zu stellen, aber bei jedem Wort Harukas dachte sich Hotaru: “Ich bin kein kleines Mädchen mehr.”
“Schon wieder Gräuel gegen Uranus? So langsam wird’s doch langweilig.”
Hotaru überhörte diese Aussage. Sie wusste ganz genau, was ihr Alter Ego Nummer 2 damit bezwecken wollte: Aggressionen und Hass schüren um noch stärker zu werden. Jedoch musste sie sich schon seit dem Vorfall auf der Straße diese Sticheleien anhören und mittlerweile hatte sie ihre persönliche Immunität entwickelt. Nachdem sie sich mit einem Eyeliner bearbeitet und purpurnen Lidschatten aufgetragen hatte, lächelte sie sich noch einmal an. Ja, sie sah gut aus, auch wenn Rinoa ihr Gesicht noch mehr bearbeitet hätte. “Aber Mazaru steht ja eh nicht auf dieses Zeug, sagt er zumindest.”, flüsterte sie vor sich hin und verließ das Badezimmer.
Rinoa hatte Recht behalten. Hotaru war das unbeliebteste Mädchen der Schule geworden, aber auch die Blonde, Totoru, Mirouke und Kathlyn hatten ihre Probleme bekommen. Das Pärchen kümmerte es kaum, hatte Kathlyn eh Probleme gehabt, da ihr Vater ein Amerikaner war. Rinoa aber machte sich selbst fertig. Es gab kaum noch Schülerinnen, die mit ihr reden wollten, weshalb sie kaum an neuen Klatsch und Tratsch heran kam. Mirouke hatte für sich einen Entschluss gefasst. Für ihn konnte es nur Vorteile haben, mit Mazaru befreundet zu sein. Er zog die Monster magnetisch an und das bedeutet für ihn noch größeren Kontakt mit Sailor Moon. Als er diesen Gedanken geäußert hatte, wäre er fast von Totoru erschlagen worden.
Außerdem drückten ihre drei Freunde immer wieder ihre Freude aus, wie viel Hotaru in dieser Woche gelacht hatte. Für sie selbst war es nicht zu erklären, wie sie zu Kathlyn so schnell eine Freundschaft aufbauen konnte. Was es mit ihren Gefühlen zu Mazaru auf sich hatte, musste sie sich langsam eingestehen, dass ihre Freunde und auch alle anderen Recht hatten. Sie verliebte sich langsam in den Jungen und es machte sie glücklich, dass er ihre Gefühle zu teilen schien. In jeder Pause zogen sie sich zu sechst vor das Tor zurück und mit jedem Tag schlossen sich ihre Hände öfter zusammen, während sie sich anlächelten. Am Mittwoch hatte er sie sogar zum Crown Game Center gefahren. Zusammen hatten sie noch eine lange Zeit in dem Café gesessen und miteinander geredet, bis er gegangen war und sie sich ins Hauptquartier setzte. Hotaru wusste ganz genau, dass sie dabei ständig von Motoki, Luna und Artemis beobachtet wurde. Motoki, der am Ende sein Studium abgebrochen und nach dem Tod seines Vaters die Spielhalle übernommen hatte, wusste ja seit einiger Zeit von den Senshies und ihrem Hauptquartier. Doch trotz dieser Unfreiheit fühlte sich Hotaru wohl und lachte viel. Zum wiederholten Male schoss es ihr durch den Kopf, dass sie nur zu einer Einzigen bisher solch ein Vertrauen empfunden hatte. Chibi-Usa.
In ihrem Zimmer angekommen zog sie sich die schwarzen Shorts und das ausgeleierte graue Kapuzenshirt aus und schlüpfte in einen schwarzen Tanga und den dazu farblich passenden Büstenhalter.
“Hast du eigentlich bemerkt, dass ich dich mittlerweile von jedem spiegelnden Objekt aus heimsuchen kann?”
“Tja.”, gab sie trocken zurück. “Dann werde ich einfach ab jetzt Spiegel meiden.” Jedoch ließ sie ihre Drohung außer Acht und betrachtete ihren Körper im Spiegel. “Ein Glück habe ich nicht mehr diese Implantate.”, sagte sie zu sich und strich sich über die nackte Haut. Kurz flammte ein neues und unbeschreibliches Verlangen in ihr auf. Sie wünschte sich, dass nicht ihre Finger, sondern Mazaru Hände über ihren Körper fahren würden. Sie schüttelte sich einmal kurz und sah dann ein wenig schwerer atmend in ihr Spiegelbild. Es lächelte sie über beide Ohren an. Dieser kurze Gedanke hatte ein Feuer von der Größe Asiens in ihr entfacht.
“Du, Hotaru?”, hörte sie eine ihr verstraute Stimme in einem sie erschreckenden Tonfall. Mistress Nines Stimme klang irgendwie unbeholfen, neugierig, gerade zu, als würde eine sehr gute Freundin ihr eine peinliche Frage stellen. Sie sah an der Schranktür vorbei, die ihr den Blick auf den großen Spiegel verwehrte und blicke auf ein Gesicht, das sie so nicht erwartet hatte. Mistress Nine spielte verlegen mit ihren Fingern, als wüsste sie nicht, was sie tun sollte, ihr Gesicht drückte Verlegenheit, fast schon eine peinliche Berührung aus. Hotarus Augen weiteten sich, während sich ihre Brauen immer weiter zusammen zogen.
“Ja?” Ihre Stimme klang verwirrt. Was wollte ihre Erzfeinden damit bezwecken?
“Ähm... Warum willst du dich für diesen Kerl so schick machen?”
“Wie bitte?”
“Na ja, du takelst dich doch auch sonst nicht so auf.”
“Schon, aber irgendwie ist es bei Maza anders. Außerdem habe ich mich schon geschminkt, wenn ich mich mit den anderen getroffen habe.”
“Aber mehr so la la. Du stehst auf ihn.”
“Selbst wenn. Ich dachte, du hast Zugang zu meinen sämtlichen Gefühlen. Wo ist dann dein Problem? Und seit wann redest du so mit mir?” Hotaru klang nicht aggressiv. Sie verspürte nur eine tiefe Neugierde, was die Andere wissen wollte. Trotzdem zuckte Mistress Nine ein wenig zusammen und klang bei den ersten Worten ein wenig kleinlaut.
“Ich wollte es ja nur wissen. Du hast ja Recht, dass ich alles von dir weiß, aber es verwirrt mich. Du magst es ja kaum glauben, aber ich mag dich. Und seit dieser Kerl da ist, wächst dieses Gefühl jeden Tag mehr.”
“Du hast Recht. Ich glaube dir kein Wort.”
“Solltest du aber. Immerhin kannst du doch auch alles von mir fühlen. Na ja, ich kann wohl nicht allzu viel Vertrauen von jemanden erwarten, dessen Körper ich einnehmen will, um mit ihm alles was diese Person schätzt und liebt zu zerstören.”
“Du hast ja doch etwas in den Jahren gelernt.”
“Dein Leben war bis vor zwei Wochen nicht gerade emotional. Seitdem wir in dem Club waren, schüttest du mich mit immer intensiveren Gefühlen zu, dass es mir zu viel wird.”
“Irgendwie hab ich’s im Gefühl, dass du auch ein wenig auf Mazaru stehst.”
“Er ist interessant, wie alle Menschen.”
“Mal was anderes. Wie willst du eigentlich an die Weltherrschaft kommen, wenn du nichts weiter besitzt als meinen elendigen Körper? Du hast doch nichts mehr. Germatoid kann keine Dämonen mehr produzieren und selbst dein ach so großer Pharao 90 ist nicht mehr. Also, wie willst du das anstellen?”
“Du reichst aus, um an den Silbermondkristall zu kommen. Mit ihm werde ich es schaffen.”
“Wieso denken eigentlich alle Bösen, dass sie mit den Silberkristall umgehen können?”
“Weil wir ihn handhaben können und das weißt du. Es gab bisher noch nicht einen einzigen Feind, dem es nicht gelang.”
“Die Theorie, dass bloß ein Mitglied der königlichen Familie des Mondes ihn kontrollieren kann, ist wohl der größte Blödsinn, oder?”
“Ganz recht. Aber mach dir darüber keine Gedanken.”
“Du bedenkst aber schon, dass der Silbermondkristall nur funktioniert, wenn alle neun Kriegrinnen und ihre Kristalle am Leben sind. Wenn du mich kontrollierst, sterbe ich und der Saturnkristall und damit wird auch Usagis Kristall verlöschen.”
“Falsch, Kleines. Wenn ich dich kontrolliere, wird dein Bewusstsein von mir unterdrückt. Denk daran, dass so Sailor Saturn überhaupt erst erwacht ist.”
“Musst du nur aufpassen, dass diese Monster uns nicht umbringen.”
“Das stimmt, aber überleg mal, ich habe dich schon einmal gerettet und ich kann es immer wieder tun. Wenn du dich meiner Macht hingibst. Und du wirst es wieder tun, wenn es um deine Freunde geht. Aber um ehrlich zu sein, habe ich dich im “Mad Madders” nicht deswegen gerettet.”
“Sondern?”, fragte Hotaru verdutzt.
“Pures Interesse. Wie gesagt, ihr Menschen seid sehr interessant. Vor allem mit eurem ganzen Gefühlsquatsch. Ich war neugierig, wie du dich wohl verhältst, wenn sich alles bei dir um Mazaru dreht. Was mit dir passiert, wenn er stirbt oder sich doch als Feind entpuppt. Oder, was in meinen Augen am schlimmsten wäre, wenn mit euch alles klappt und er dann im Sommer verschwindet.”, fügte sie lächelnd dazu.
“Was wäre so schlimm daran?”
“Du klammerst dich sehr an Menschen, die du liebst. Immerhin hat es erst Mazaru geschafft, Chibi-Usa fast aus deinen Gedanken zu verbannen. Wie soll es dann erst bei deiner ersten großen Liebe sein?”
“Ich...” Sprachlosigkeit. Mistress Nine hatte ihre momentan größte Angst ausgesprochen. Sie drehte sich von ihr weg. Zwar hatte sie sich endlich diesen Punkt eingestanden, obwohl es für sie nach zwei Wochen dumm war, schon von der großen Liebe zu sprechen, aber im Großen und Ganzen stimmte Mistress Nines Gedankengang völlig. Das sie die Person war, die sie am besten kannte, wurmte Hotaru ein wenig, aber es ließ sich nicht ändern.
“Liebe...”, flüsterte ihre Erzfeindin vor sich hin. “Sie ist so unlogisch.”
“Gab es so etwas im Tao-System nicht?”
“Nein. Wir haben uns verheiratet, um eine bessere Position zu erhaschen. Als ich dem Pharao versprochen wurde, dachte ich es wäre Liebe, aber heute weiß ich, dass es nur Habgier war.”
“Wie konntest du eigentlich überleben? Ich meine, Sailor Saturn hatte dich doch völlig ausgelöscht.”
“Ebenso weißt du auch, dass es Apsu gelungen war, dein Schicksal so zu verändern, dass ich zurückkehren konnte. Ich teile in diesen Punkten deine Gedanken und auch die Vermutung, dass das Auftreten immer stärkerer Monster etwas mit Chibi-Usas Zeitreisen zu tun haben muss. Eine genaue Antwort kann ich dir aber auch nicht geben.”
“Sag jetzt nur nicht, dass du besorgt darüber bist.”, sagte Hotaru mit einem stark sarkastischen Unterton.
“Im Gegenteil. Es freut mich, wieder ein Teil von dir zu sein. So lerne ich die Menschheit kennen. Aber noch größer ist meine Freunde darüber, dass du es den anderen Kriegerinnen nicht mitteilst, obwohl das mehr als unlogisch ist.”
“Ich will sie einfach nicht belasten, OK? Wir hatten alle unsere glücklichen Leben, aber das weißt du ja. Aber nach Jahren der Staknation geraten deine Kräfte langsam außer Kontrollen. Selbst mein Körper reagiert schon darauf. Vielleicht muss ich es doch bald melden. Oder ich bringe mich einfach um. Du hast ja selbst gesagt, dass du wissen willst, was mit mir passiert, wenn Maza weg ist. Wäre doch ‘ne Lösung, oder?”
Mistress Nine lachte schallend auf. “Das tust du nicht, das wissen wir beide. Wenn du dich umbringst verliert der Silberkristall seine Wirkung, hast du vorhin selbst gesagt. Dann wäre Usagi machtlos und na ja, dieser Planet zum Tode verurteilt. Außerdem hätte ich schon genug Macht um dich jedes Mal davon abzuhalten.”
“Ich weiß.”, seufzte Hotaru. “Sag mal, was hältst du eigentlich von Mazaru?”
“Ich? Nun ja... Ich kann dich verstehen, warum du dich in ihn verknallt hast. Er ist groß, stark, sieht gut aus. Bei uns Death Busters wäre er sicherlich ein General geworden.”
Hotaru lächelte. “Ich richte es ihm aus. “Du hör mal Maza: Ich soll dir von meiner Erzfeindin ausrichten, deren Geist übrigens in meinem Körper wohnt, dass du auf ihrem Planeten sicherlich ein General geworden wärst. Außerdem hat sie sich in dich verknallt. Ja, genau, damit bin ich der Lacher der Party.” Beide prusteten los.
“Hotaru?”, schallte Michirus Stimme von unten. “Alles in Ordnung?”“
“Ja Mama. Was gibt’s denn?”
“Rinoa ist hier.”
“Sag ihr bitte, sie soll hoch kommen.”
“Ich zieh mich dann erstmal zurück.”
“Ja, tu das.” Hotaru war noch etwas verwirrt. Sie hatte mit Mistress Nine wie mit einer Freundin gesprochen und gelacht. Sie hatten nie zuvor so miteinander geredet. War es vielleicht der Beginn einer friedlichen Koexistenz?
“Also wenn du so zu ihm willst, wirst du verdammt frieren.”
“Sehr witzig Rinoa.”
“Oder hast du das etwa für mich angezogen? Hast du spontan das Ufer gewechselt?”
“Ich hab dich nicht so früh herbestellt, damit du dumme Witze reißen sollst.”
“Wofür dann?”
“Ich hab keine Ahnung was ich anziehen soll.”, sagte sie etwas verlegen.
“Höre ich gerade richtig? Hast du mich gebeten, so früh hierher zu kommen, um dir bei deinen Klamotten zu helfen?”
“Ja.”, antwortete sie leise.
“Wiederhol das bitte nochmal. Das muss ich mir erstmal auf der Zunge zergehen lassen.”
“Rinoa, bitte reite jetzt nicht darauf rum, dass ich irgendwann mal gesagt habe, lieber nackt wohin gehen zu wollen, als mich von dir beraten zu lassen.”
“Ist ja schon gut. Also schauen wir mal, was dein Schrank so hergibt.”
 
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