Die Schwarze Hand

dark-toffel

Mindfucked
Im gegensatz zu meiner ersten Fanfic (hat die außer nimmermehr überhaupt einer gelesen?) ist diese hier recht lose an die Handlungen aus warcraft3 angelehnt. eigentlich hat mich auch vielmehr eine animeserie dazu inspiriert. vielleicht errät sie ja einer. (spielt zeitlich vor meiner ersten fanfic)

Die Schwarze Hand

der Schatten, der die Schatten bekämpft
die Klinge, die nur im Mondlicht funkelt
die schwarze Hand des Ritterordens
die finstere Sühne der Sünden
von schwarzen Händen geführt
Gerechtigkeit an den Sündern
und die dunkle Wahrheit tritt aus der Dunkelheit



Die Nacht war längst über die Stadt Strahnbrad hereingebrochen und die tiefschwarzen Wolken, die nun die Sterne verschlungen hatten, ließen nur hier und da einen matten Strahl des silbrigen Mondlichtes zur Erde hinab.
Ärgerlich stapfte Cadamus durch die spärlich beleuchteten Straßen. Er hatte wieder einmal Streit mit einem seiner Schuldner gehabt, welcher bis in die Nacht hinein angedauert hatte. Cadamus hatte seinen Gesprächspartner bis aufs Blut gereizt und wurde gerade eben durch Androhung von Waffengewalt aus dessen Haus geworfen. Unter der Zusicherung, dass sein Schuldner diese Worte noch bereuen werde, hatte er die Segel gestrichen und war nun auf dem Weg nach Hause. Sehr wenige Menschen waren nun noch auf den Straßen, doch jene, denen er begenete, begrüßten ihn mit finsteren Blicken voller Argwohn und Neid oder einem gewaltsam abgezwungenen, höflichen Kopfnicken. Cadamus war einer der reichsten Männer Strahnbrads und gewiss auch der unbeliebteste. Er war vollkomen tatenlos zu seinem Vermögen gekommen, indem er es von seinem Vater geerbt hatte, doch war er so geizig, als hätte er sich jede einzelne Goldmünze hart erkämpfen müssen. Jene, die gezwungen waren, bei ihm einen Kredit aufzunehmen, machte er geschickt von sich abhängig und nicht wenige von ihnen endeten als seine Leibeigenen, die er häufig wie Sklaven behandelte. Doch jeden hasserfüllten Blick, der ihm auf seinen Wegen zugeworfen wurde, erwiderte er mit einem fast schon seligen Lächeln, das einem sonderbar erschienen wäre, wusste man nicht, dass es einzig und allein dem Gedanken an die Vernichtung dieser Menschen und seinen Profit dabei entsprang. Morgen würde er das Schreiben an die Blackrock-Orks absetzen und das Schicksal seiner Mtibürger besiegeln. Aber irgendwann wären sie in den neu entfachten Orkkriegen mit Sicherheit ohnehin ums Leben gekommen, meinte er, wieso sollte er sich also nicht durch eine Abmachung mit ihren Feinden an ihrem Tode bereichern? Der Krieg konnte für einen cleveren Geschäftsmann eine profitable Geldquelle sein. Bei diesen Gedanken verzogen sich seine Mundwinkel zu einem selbstzufriedenen Schmunzeln, als er seine schwere Wohnungstür öffnete. Krachend ließ er die Türe hinter sich ins Schloss fallen und weckte so seinen Diener, welcher den Auftrag hatte, während der Abwesenheit seines Herren an der Tür zu wachen. Erschrocken fuhr er hoch und blickte Cadamus panisch an. "Herr,..." Doch der Geschäftsmann würdigte ihn keines Blickes und ging die schwere Eichentreppe hinauf, um sein Schlafgemach aufzusuchen. Er war zu müde, um sich noch mit unfähigen Leibeigenen herumzuschlagen. Morgen würde er ihn bestrafen und seinen Besitz als Anzahlung für seine Schulden an sich nehmen, nur für den Fall, dass er diese schon wieder vergessen hatte. Cadamus` Gedanken waren jedoch schon längst wieder zu dem bevorstehenden Abschluss seines makaberen Geschäftes gewandert, als er die Tür zu seinem Gemach öffnete. Verwundert blieb er in der Türe stehen, als er sah, dass das Fenster weit offen stand und die flatternden Vorhänge tanzende Schatten in den dunklen Raum malten. Zögerlich machte er einen Schritt in das Zimmer hinein und sah sich argwöhnisch um. Plötzlich kam aus dem Schatten neben ihm eine Hand und presste sich auf seinen Mund. Er wurde an die Wand gedrückt und sah, wie die andere Hand des Angreifers sich auf die Türklinke legte und sie beinahe lautlos schloss. Die Tatsache, dass er aufgrund der Dunkelheit in seinem Raum kaum etwas von der Gestalt seines Feindes, geschweige denn dessen Gesicht sah, erfüllte ihn mit einer derart grenzenlosen Angst, dass er drohte, die Besinnung zu verlieren. Noch immer war die eine Hand, welche dem Schatten selbst zu gehören schien, auf seinen Mund gepresst und drückte ihn gleichzeitig erbarmungslos gegen die Wand. In der anderen, kaum einen Augenblick nachdem diese die Tür geschlossen hatte, blitzte nun eine Klinge auf, die sie Cadamus` an den Hals legte. Mit aufgerissenen Augen stierte er in die Finsternis, während die ruhig und präzise geführte Klinge im die Kehle aufschlitzte.

Der Marsch durch die Wälder

Anlässlich der jüngsten Ork-Aufstände ließ König Terenas einen Großteil der Streitkräfte Lordaerons auf die zahlreichen Städte, Dörfer und Siedlungen des Landes verteilen. Nach den Ausbrüchen der Orks aus den Internierungslagern im ganzen Land ließen sich die Ork-Clans wieder in der freien Wildnis nieder, wie ihre Natur es ihnen vorschrieb. Die neu gewonnene Kraft und Freiheit dieser Kreaturen schürte ihren alten Hass auf die Menschheit, der während all der Jahrzehnte der Gefangenschaft in ihnen glomm wie die Glut in der Asche eines zerstörten Volkes. Plötzlich bildeten sich überall Brennpunkte und die Allianz, deren verschiedene Völker ihre Differenzen nur aufgrund der drohenden Vernichtung durch die Orks ruhen ließen, hatte sich nach der Niederwerfung dieses Feindes wieder zunehmend zerstritten. Deshalb reagierte sie zu träge auf das Erwachen dieser alten Gefahr und ließ ihr genug Zeit, um einiges ihrer alten Stärke wiederzuerlangen. Doch durch Terenas` eiligen und weisen Entschluss konnten bereits viele Ork-Angriffe auf menschliche Siedlungen abgewehrt werden. Dennoch war allen klar, dass die kommenden Generationen den ältesten Krieg dieses Landes wohl noch bis ins nächste Zeitalter tragen würden.

Die Wegstrecke zwischen Brill und Strahnbrad betrug einen raschen Tagesritt, doch das Heer, welches nun auf jenem Weg marschierte, würde Strahnbrad erst am Morgen des nächsten Tages erreichen. Zwei Tage zuvor traf in Brill ein Bote aus Strahnbrad ein, der meldete, dass seine Stadt möglicherweise verraten wurde und ein Angriff der Blackrock-Orks, des gefürchtetsten Ork-Clans dieser Region, höchswahrscheinlich unmittelbar bevorstand. Casius, der Hauptmann der in Brill stationierten Truppen, mobilisierte alle Männer, die zu Brills notdürftigster Verteidigung nicht benötigt wurden, und machte sich auf, sie zu Strahnbrads Unterstützung ins Feld zu führen. Das Kommando über die in Brill verbliebenen Truppen überließ er dem Bürgermeister, welcher ihm nach herrschendem Kriegsrecht unterstand. Die Sonne berüherte bereits die fernen westlichen Berggipfel, als einer der Späher, die regelmäßig vorrausgeschickt wurden, um den Weg auszukundschaften, zurückkehrte. Da Strahnbrad für einen Reiter nicht mehr weit entfernt lag, hatte dieser den Auftrag, bereits in Erfahrung zu bringen, wie es um das Ziel ihres Marsches stand. Hauptmann Casius, der auf seinem Pferd an der Spitze des Zuges schritt, beunruhigte der ungewöhnlich schnelle Galopp, mit welchem der Späher auf sie zugestürmt kam. "Strahnbrad brennt!", hörte er ihn mit aufgelöster Stimme schreien, nachdem der Reiter in Rufweite gekommen war. "Die Orks sind gekommen, die Stadt brennt bereits!" Die Rufe des Spähers brachen wie eine Welle des Entsetzens durch die Reihen der Soldaten und lösten überall fassungsloses Stimmengewirr aus. Casius, den diese Nachricht vollkommen überrascht hatte, brauchte dennoch nicht lange, um sich zu einer Entscheidung durchzuringen. "Alle Reiter folgen mir! Strahnbrad braucht jetzt unsere Unterstützung! Der Rest folgt unter Captain Darius` Kommando!" Mit diesen Worten sprengte er davon, gefolgt von zweihundertfünfzig Rittern. Die zurückgebliebenen rund dreihundert Fußsoldaten waren vorerst zum Stehen gekommen. Darius, der nun an der Spitze seines eigenen Zuges stand, drehte sich zu seinen Männern um und rief: "Ihr habt den Hauptmann gehört, Männer, die geplante Rast ist abgesagt! Ab jetzt wird richtig marschiert!". Die Männer schlugen ihre Schwerter gegen die Schilde und gaben einen kollektiven Laut der Zustimmung und des Kampfeswillens von sich, bevor sich der Zug erneut in Bewegung setzte und ihrem neuen Anführer in die Schlacht folgte. "Na großartig!", knurrte Darott, ein großgewachsener, breitschultriger Krieger mit einem kahlgeschorenem Schädel und einer riesigen, doppelschneidigen Streitaxt, welche er auf dem Rücken trug. "Hoffentlich lässt der Hauptmann uns ein paar Grünhäute übrig, wär doch jammerschade den ganzen Weg umsonst marschiert zu sein!" Darott zählte zu den besten Männern des Captains und zugleich auch zu seinen engsten Freunden. "Nur keine Sorge,", entgegnete Darius ernst, "Unsere Reiter werden vielleicht diesen Angriff abwehren können, aber diesen Clan werden sie sicherlich nicht zerschlagen. Wir werden alle noch zum Schlag kommen." "Also irgendwie ist mir diese ganze Sache ein Rätsel.", brummte Darott nach einer kurzen Pause weiter, "Erst will dieser schmierige Verräter, wie hieß er doch gleich? Cadamus?" Darius nickte. "Also erst will dieser gierige Geldsack seine Stadt an die Blackrock-Orks verkaufen, indem er ihnen Unterlagen mit Angaben über Truppenstärke der Stadt und den Schwachpunkten ihrer Verteidigung zukommen lassen will und plötzlich wird er eines Morgens mit aufgeschlitzter Kehle in seinem Zimmer gefunden. Noch in der Nacht seines Todes taucht dann sein Schreiben an die Orks auf dem Nachttisch des Bürgermeisters auf. Niemand will etwas gehört oder gesehen haben." Darott schüttelte ratlos den Kopf. "Was haltet ihr eigentlich von diesen... Gerüchten?" Der Captain hatte den Blick auf die Wälder gerichtet, während er Darott zuhörte. Nun sah er ihn an und verzog halb belustigt, halb verächtlich einen Mundwinkel. "Die Gerüchte... . Nach jedem seltsamen Mord oder Diebstahl hört man Gerüchte über die Schwarze Hand. Ich hatte gemeint ihr wäret zu alt, um an diesen KInderschreck zu glauben, mein lieber Darott. Dieser Cadamus war sowohl bei seiner Dienerschaft als auch in der ganzen Stadt geradezu verhasst. wahrscheinlich hat ihn einer seiner Diener getötet und wird nun von allen, die über den Tod dieses Mannes erfreut sind, gedeckt." "Könnt ihr mir dann auch sagen, wie das Schreiben auf den Nachttisch des Bürgermeisters gekommen ist, während er daneben in seinem Bett lag, welches in einem hervorragend bewachtem Schlafgemach steht?" Erwiderte Darott ein wenig gekränkt. "Auch der Bürgermeister dürfte über Cadamus` Tod nicht sehr bestürzt gewesen sein. Dieser Geschäftsmann bekam zuviel Einfluss in der Stadt und machte keinen Hehl aus seiner Machtgier. Ich denke er gewährt demjenigen, der Cadamus getötet, das Schreiben entdeckt und ihm gebracht hat lediglich Anonymität und hat sich deshalb diese verrückte Geschichte einfallen lassen." Noch bevor Darott darüber nachdenken konnte, weshalb ihm nicht eine solch simple Antwort in den Sinn gekommen war, fügte Darius, welcher den Blick wieder auf den Waldrand richtete, in einem Ton, der unmissverständlich den Abschluss dieses Themas besiegelte, hinzu: "Es gibt keine Schwarze Hand." An der Spitze des Zuges liefen sie zu dritt, wobei neben Darius und Darott noch Kain marschierte. Er war der einzige Elf in diesem Heer. Als Anwärter auf den Rang eines Hochelfenpriesters in Quel-Thalas wurde er aus dem Zirkel verstoßen, da trotz seines ruhigen und besonnenen Charakters zu viele zerstörerische Energien in seine Zauber einflossen, weshalb er in den Augen seiner Meister als Kleriker ungeeignet war. Kain ahnte, dass seine Lehrmeister damals Angst vor ihm hatten, doch er nahm es ihnen nicht übel. Er spürte damals schon, dass sein Weg ihn auf die Schlachtfelder der Orkkriege führen würde. Bei den Ausbrüchen der Orks aus den Internierungslagern kämpfte er Seite an Seite mit Darius und seinen Männern, der ihn aufgrund seiner Fähigkeiten mit Vergnügen in sein Kommando aufnahm. Darius führte selten Heere in die Schlacht, was allerdings nicht an mangelhaften Führungsqualitäten lag, sondern an der Tatsache, dass er der perfekte Mann für Kommandomissionen und Geheimoperationen war. Kain hatte sich bereits bei ihrer ersten Begegnung das Vertrauen des Captains verdient und war nun Mitglied einer Elitetruppe, welche bei jenen, die Kenntnis über ihre Missionen hatten, sehr hohes Ansehen genoss.

Die Nacht war bereits hereingebrochen und obwohl der Himmel klar und der Mond voll waren, ragten die dichten Wälder wie schwarze Wände seitlich der Wege empor. Kain, der sich schon lange nicht mehr an den Gesprächen seiner Kameraden beteiligt hatte, sondern konzentriert und besorgt durch die für Menschenaugen undurchdringliche Dunkelheit der Wälder spähte, blieb plötzlich stehen und packte seinen Captain an der Schulter. Darius hielt augenblicklich inne und sah den Elfen sichtlich besorgt und fragend an. Darius verstand jeden seiner Männer auf Anhieb und er wusste, dass Kain, der schweigsam, ernst und ein wenig einzelgängerisch war, sich nicht grundlos so verhalten würde. "Wir werden beobachtet.", beantwortete Kain die Frage, die nicht gestellt werden musste, "Wir sind hier nicht sicher!" Ohne das geringste Zögern wandte Darius sich seinen Männern zu und schrie seine Befehle: "Der Feind lauert in den Schatten! Alle Mann halt! Sichert den Zug nach den Flanken! Bogenschützen in die Mitte des Weges! Achtet auf jedes Geräusch aus diesen Wäldern!" Kain hatte sich nicht geirrt und die Orks, die in den Wäldern auf die Menschen lauerten, hatten bemerkt, dass sie entdeckt worden waren. Ohrenbetäubende Kriegshörner gefolgt von einem tiefen, rohen Grölen aus unzähligen Orkkehlen vertrieben die unheimliche, nächtliche Stille der Wälder. Die ersten Grünhäute, welche sich aus den Schatten der Wälder heraus auf das Heer der Menschen stürzten, empfing ein Pfeilhagel, der die erste Reihe der Angreifer zu Boden warf. Doch die Orks stürmten von beiden Seiten des Weges heran und noch ehe die Bogenschützen einen zweiten Pfeil an die Sehne legen konnten, brachen die ersten Bestien durch den Wall der Schwertkämpfer. Darius konnte in der Finsternis nicht ausmachen, wie breit die Angriffslinie der Feinde war, doch er und eine Hand voll seiner Männer waren durch durch die Angreifer vom Rest der Truppe abgeschnitten worden. "Darott, Kain!", schrie er über den Lärm des Kampfes hinweg, "Folgt mir in die Wälder, wir müssen versuchen zum Rest des Trupps durchzukommen!" Darott, der gerade seine Streitaxt aus der Brust eines Orks riss, nickte seinem Captain zu und folgte ihm zum Waldrand, wo sie sich zusammen mit Kain in die Büsche schlugen. Der Kampf hatte sich bereits in die Wälder ausgeweitet und überall um sie herum hörten sie die Geräusche der nächtlichen Schlacht. Plötzlich tauchten fünf der Angreifer aus der Dunkelheit auf und stoppten ihren Weg durch den Wald. Darius und Darott stellten sich ihnen entgegen, während Kain hinter ihnen einen elfischen Kampfzauber vorbereitete. Die Axt des ersten Orks schlug mit einem gewaltigen Krachen auf Darotts, während die des Zweiten Gegners auf Darius` Schild aufschlug, der unter der Wucht des Hiebes in die Knie ging. Doch er reagierte schnell und stieß dem Ork sein Schwert in den Bauch, bevor dieser erneut ausholen konnte. Auch Darott hatte seinen Feind bereits niedergestreckt, als Kain brutal aus seiner Konzentration gerissen wurde. Beinahe hätte die Axt eines hinterhältigen Orks ihn zerschmettert, wäre der agile Elf nicht in letzter Sekunde dem tödlichen Hieb ausgewichen. Darott eilte sofort zu Kains Unterstützung, während Darius die Orks vor ihnen in Schach hielt. Ihnen wurde klar, dass sie bei ihrem Sprint durch den Wald mitten in das Heer der Orks geraten sein mussten, der die Menschen wahrscheinlich in alle Richtungen im Wald verstreut hatte. Darius hatte die Zahl ihrer Angreifer unterschätzt und nun kämpfte er dafür, dass seine Männer seinen Irrtum nicht mit dem Leben bezahlten. Er kämpfte mit solcher Verbissenheit, dass er nicht bemerkte, dass Kain und Darott, welche hinter ihm gegen die feindliche Übermacht ankämpften, für ihn schon in der Dunkelheit verschwunden waren. Erschöpft stieß er seine Klinge in die Brust eines Orks, den er gerade zu Boden geworfen hatte und sah sich keuchend um. Die Laute der Schlacht drangen noch immer von allen Seiten an sein Ohr, doch sie wirkten fern und gedämpft. Um sich herum sah er nichts als dunkle Bäume, deren dichtes Blätterdach vom Mondlicht nur an wenigen Stellen durchdrungen wurde. Ein plötzliches Geräusch in seinem Rücken ließ ihn herumfahren und seinen Schild hochreißen, gerade noch rechtzeitig, um die Schulter eines Orks aufzufangen, der sich mit all seinem beachtlichen Gewicht auf den Menschen stürzte. Der Ork, welcher beabsichtigt hatte, Darius zu Boden zu werfen, stieß ein überraschtes Grunzen aus, als er Seite an Seite mit seinem menschlichen Gegner den Waldboden hinabkullerte, der an jener Stelle steil abfiel. Darius erholte sich fast zu spät von den betäubenden Schmerzen der Attacke und des darauf folgenden Sturzes, um zu merken, dass er seinen Schild verloren hatte und riss stattdessen sein Schwert hoch, als der Ork, welcher sich bereits wieder auf die Knie aufgerichtet hatte, seine Axt auf den Captain niedergehen ließ. Der gewaltige Schlag, den Darius gerade noch von sich ablenken konnte, riss ihm das Schwert aus der Hand und warf den Menschen erneut zu Boden. Gedämpft glaubte Darius das Rascheln seines Schwertes in der Dunkelheit der nahestehenden Sträucher zu vernehmen und bemühte sich, auf die Knie zu kommen. Jeden Augenblick den er darauf verwandt sich hochzustämmen, rechnete er damit, den entgültigen Schlag seines Gegners im Genick zu spüren. Als er es geschafft hatte, sich soweit aufzurichten, dass er emporblicken konnte, sah er den Ork nun in voller Größe vor sich aufragen, die gewaltige Axt hoch über die grünen, muskelbepackten Schultern erhoben. Mit einem Blick verbitterter Resignation sah er seinem Bezwinger in die Augen, in denen nun ein triumphaler Hass aufblitzte, während aus dem riesigen Maul ein ohrenbetäubender Siegesschrei drang. Das Brüllen zog sich in die Länge und wurde immer schriller, bis Darius, der einen Ork nie zuvor hatte so schreien hören, überrascht feststellen musste, dass es sich offenbar um einen Laut überwältigenden Schmerzes handelte, welchen der Ork in einem plötzlichen, kurzen Todeskampf ausstieß, bevor er der Länge nach neben Darius niederging. Erstaunt sah der Captain auf seinen Feind hinab und machte am Genick des Orks schließlich die tödliche Wunde aus. Sie musste offenbar sehr tief sein, um einen Ork auf Anhieb töten zu können, doch war sie so dünn und dermaßen präzise geführt, dass kaum Blut aus ihr drang und Darius sie in der Dunkelheit fast übersehen hätte. Nun hob der Captain, welcher sich noch immer am Boden kniend auf seine linke Hand stützte, da in seinem Schwertarm seit dem letzten Hieb des Orks ein stechender Schmerz pochte, den Blick zu jener Stelle, an der sein Gegner gestanden hatte. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung, als er seinen Retter ins Auge fasste. Er hatte einen verirrten Soldaten der Allianz erwartet, doch die Gestalt, welche über ihm stand und mit ausdruckslosen, direkt kalten Augen, welche im Mondlicht eisgrau funkelten, auf ihn hinabsah, schien weder eine Rüstung noch eine Uniform zu tragen. Seine ganze Statur wurde von einem langen, dunklen Umhang verhüllt, welcher bis auf den Boden reichte und dessen hoher, durchgehender Kragen sein Gesicht bis knapp unter die Nase verbarg, wenn er, so wie jetzt, den Kopf gesenkt hielt. Die Waffe, die Darius das Leben gerettet hatte, war schon längst wieder unter dem Umhang verschwunden, der mit der Gestalt dieses Kriegers auch dessen Seele zu verhüllen schien. Darius fragte sich, ob es an der Dunkelheit oder seiner unvorteilhaften Position lag, dass diese Person für ihn eine so ruhige, finstere Würde ausstrahlte, gemischt mit einem Hauch der Unbesiegbarkeit. Erst auf den zweiten Blick bemerkte der Captain, dass diese Gestalt, welche nicht mehr als ein Schatten zu sein schien, wenn sie es wollte, weder besonders groß noch kräftig gebaut war. Er blickte in das Gesicht eines Jungen, welcher, wenn überhaupt, gerade erst das Mannesalter erreicht haben konnte. Das Haar trug er, wie die meisten Krieger Lordaerons, etwa schulterlang. Er vermutete wohl, dass es blond sein musste, doch im seichten Mondlicht schimmerte es in derselben matt silbrigen Farbe wie die Augen, die Darius wohl am meisten beeindruckten. Trotz des geringen Alters strahlten sie nichts von Jugendlichkeit aus und hatten wohl schon viel Tod und Leid mit angesehen. Es waren Augen, die sich keinen Illusionen hingaben und die jeden Schleier der Lüge und der Täuschung durchdringen zu können schienen. Augen, in denen sich stets nur die Wahrheit wiederspiegelte. Nur wenige Sekunden, welche Darius wie eine Ewigkeit vorkamen, verharrten die ungleichen Menschen reglos, dann wandte ihm die düstere Gestalt den Rücken zu, trat aus dem dünnen Strahl des Mondlichtes, in welchem sie gestanden hatte, und war bald darauf kaum hörbar mit den Schatten des Waldes verschmolzen. Erst jetzt bermerkte der Captain, dass er den Atem angehalten hatte und ihn ließ ihn in einem leisen Keuchen ausströmen. Die dumpfen Schmerzen, welche seinen gesamten Körper durchfahren hatten, waren verklungen, nur gegen den pochenden Schmerz in seinem Schwertarm und seine Erschöpfung musste er noch ankämpfen, als Darius sich aufrichtete und den Hang hinauftastete.

Es war schon beinahe Mittag, als die letzten verstreuten Soldaten, die diese Schlacht überlebt hatten, zum Weg zurückfanden. Sie hatten die Orks besiegt, aber fast die Hälfte der Männer war in dieser Nacht gefallen. Darius hatte diesen Morgen nicht viel gesprochen und ließ sich von Kain den gebrochenen Arm versorgen. Dieser hatte ihm berichtet, dass er und Darott auf der Suche nach ihrem Captain im Wald den Hauptteil der Fußtruppen ausgemacht haben, welcher sich erfolgreich gegen die grünhäutigen Angreifer verteidigt hatte. Mit Darotts Führung und Kains magischer Unterstützung war es ihnen schließlich gelungen, die meisten der verstreuten Soldaten wieder zu vereinen und die Feinde tief in die Wälder zurückzujagen. "Ich hätte euch in diese Schlacht führen müssen!", knurrte der Captain bitter. Kains meist ernstes Gesicht verzog sich zu einem milden Lächeln. "Mit einem gebrochenem Schwertarm wäret ihr uns nicht von Nutzen gewesen, aber wollt ihr mir nicht sagen wo ihr gesteckt habt, während wir euch suchten?" Darius blickte zu Kain auf, dann in die Wälder, welche nun grün und hell unter der mattgelben Vormittagssonne lagen. "Ich... ich bin gestürzt... von dem was danach geschah bin ich mir nicht sicher, ob ich es nicht während einer Ohnmacht geträumt habe..." Darott, der Darius vor lauter Wiedersehensfreude seine Pranke auf die Schulter schlug, fragte mit einem Grinsen: "Sagt bloß, ihr seit auch diesem Schattenkrieger in den Wäldern begegnet? Ihr solltet euch mal unter euren Männern umhören, viele von ihnen erzählen von einem jungen Kämpfer in schwarzem Umhang, der aus den Schatten kam, einige Orks tötete, und dann wieder verschwand. Mhhhhhhh...", Darott brummte nachdenklich,"Ob das nur einer war? vielleicht hätten wir diese Schlacht ohne ihn gar verloren..." "Tja,", gab Darius unwillig und ein wenig beschämt zu, "mir hat er jedenfalls das Leben gerettet. Wie steht es mit den Verwundeten?" Darotts Blick trübte sich. "Nicht viele, Orks machen keine halben Sachen." "Es sind dreiundzwanzig, die nicht mehr gehen können,", verdeutlichte Kain finster, "und bei fünf von ihnen wird sich daran auch nichts mehr ändern." Darius nickte, erhob sich und ging in die Mitte des verbliebenen Heeres, um seine Befehle zu geben. "Wir brauchen dreiundzwanzig Tragen, holt Holz aus dem Wald, beeilt euch! Danach wird weitermarschiert. Mit den Toten werden wir uns nicht belasten." Obwohl die meisten Soldaten bei dem letzten Satz des Captains merklich zusammenzuckten, machten sie sich gehorsam an die Arbeit und bereits eine Stunde später konnte der Marsch weitergehen.
 
Tja..und wieder les ich deine geschichte... :rolleyes:

Einige der Charakte kenne ich ja schon aus deiner ersten Geschichte und diese hier ist auch nicht so streng erzählt (vom Ablauf her)... hier ist mehr Lockerheit in der Geschichte...pass aber auf das man nicht die Lust am lesen verliert, was durchaus passieren kann...(wenn es zu locker wird)

Ich hab keine ahnung welche Animeserie du meinst, obwohl ich schwören könnte sie zu kennen...

Also alles in allem..wieder mal toll :)
 
ich weiß ^^

Ich meine damit, den sogenannt "roten Faden"..in deiner ersten Gesschichte fabd ich sehr straff und hier ist er locker gehalten ..kann natürlich nur eine subjektive Einschätzung sein..
 
roter faden... schon klar, aber das kommt schon noch, ich hoffe, die geschichte wirdn bissel länger, außerdem sin mehr eigene ideen dabei, als in der ersten, die ja stark an die handlung an warcraft 3 angelehnt war
na, hier is der nächste teil:
 
roter faden... schon klar, aber das kommt schon noch, ich hoffe, die geschichte wirdn bissel länger, außerdem sin mehr eigene ideen dabei, als in der ersten, die ja stark an die handlung an warcraft 3 angelehnt war
na, hier is der nächste teil:

Im Schatten der Schwarzen Hand

Die Schlacht um Strahnbrad war längst vorrüber, als Captain Darius mit einem stark dezimierten Heer und verspätet eintraf. Eine gespenstiche Stille empfing sie und in vielen Häusern glomm noch die Glut der vernichtenden Flammen, die während der letzten Nacht hier gebrannt hatten. Die ganze Stadt war verwüstet und in den Straßen lagen die toten Körper von Soldaten, Bauern und Orks quer durcheinander. Über der ganzen grausamen Szene lag ein seltsamer, trauriger Frieden, bedrückend wie ein Leichentuch. Die berittene Verstärkung, welche die Schlacht letztendlich zu Gunsten der Menschen entschieden hatte, war bereits dabei, auf den weiten Grashügeln westlich der Stadt Gräber auszuheben. Casius und einige seiner Offiziere kamen den Eintreffenden bereits entgegen, als diese aus dem Wald traten. "Ich höre euren Bericht, Captain.", begrüßte er Darius knapp, mit einem beängstigend ausdruckslosen Gesicht. "Die Orks hatten in den Wäldern einen Hinterhalt gelegt, nachts griffen sie uns an und dezimierten meine Truppe auf nicht mehr als hundertsechzig Mann." Der Hauptmann nickte bedächtig, so etwas hatte er befürchtet. "Konntet ihr die Clan-Angehörigkeit der Angreifer ausmachen?" Darius runzelte die Stirn. "Es waren keine Blackrock-Orks. Ich schätze es handelte sich um Warsongs, aber sicher bin ich mir nicht, ich habe keine Flaggenträger gesehen." Der Hauptmann nickte wieder, dann wandte er sich um und ging. Die Offiziere, welche bis jetzt wortlos hinter Casius gestanden hatten, bedeuteten dem Captain und seinen Männern ihnen zu folgen.
Sie führten sie in eines der provisorischen Lazarette, wo die rund zwei Dutzend verwundeten Fußsoldaten versorgt wurden. Die Heilzauber Kains hatten ihre Wirkung bereits getan, und die Wunden der Verletzten heilten schnell.
Auch der Schwertarm des Captains erholte sich dank Kains magischer Fürsorge rasch und Darius konnte bald schon ein neues Schwert entgegennehmen, wobei er sich innerlich sehr ärgerte, seine eigene Waffe in der Dunkelheit zurückgelassen zu haben.

Am Abend dieses Tages versammelten sich die Menschen um die großen Lagerfeuer, welche knapp außerhalb der Stadt entzündet wurden. Zahlreiche Stadtbewohner, die obdachlos geworden waren, mischten sich unter die Soldaten und es wurden Decken, Getränke und heiße Suppen verteilt. Nur unter den Kriegern war die Stimmung recht aufgelöst, feierten sie doch gleich zwei Siege auf einmal, wobei die Streiter des einen Heeres denen des anderen zu ihrem Triumph gratulierten. Die Laune der Stadtbewohner war jedoch gedrückt. kaum jemand von ihnen hatte keinen engen Freund oder Verwandten zu betrauern, die meisten hatten bei diesem Angriff gar sehr viele teure Menschen auf einmal verloren. Nachdem der Captain seinen ärgsten Hunger gestillt hatte, sah er sich in der feurig rot erleuchteten Runde um. Er bemerkte, dass er fast ausschließlich von Zivillisten umgeben war, auf deren teils traurigen, teils zornigen Gesichter das Feuer bedrohliche Schatten malte. Darius` Blick blieb an einem Jungen hängen, der etwas abseits auf einem Baumstumpf saß und um den sich niemand zu kümmern schien. Eine furchtbare Ahnung durchzuckte Darius, als er sich erhob und auf das Kind zuging. Als er näher kam, entdeckte er einen Köcher und einen großen, gut gearbeiteten Bogen im Schoß des Jungen, dessen traurige, blaue Augen Trost in dem großen, züngelnden Feuer suchten. Sein dreck- und rußverschmiertes Gesicht hatte beinahe dieselbe Farbe wie sein zerzaustes, rabenschwarzes Haar. Darius schätzte ihn auf ungefähr dreizehn Jahre. "Wo hast du denn diesen prächtigen Bogen her?", fragte Darius, als er sich neben den Jungen ins Gras setzte. "Von meinem Vater.", antwortete der Knabe traurig, "Er hat in mir gegeben und gesagt, ich solle mich im Brunnen verstecken. Ich blieb die ganze Nacht dort unten, und hörte, wie Vater gegen die Orks kämpfte, die unser Haus abbrannten... ." Die Stimme des Jungen versagte und schmutzige Tränen liefen ihm über die rußverschmierten Wangen. "Mutter ist schon vor langer Zeit gestorben, nun habe ich niemanden mehr..." Darius legte mitfühlend seine Rechte auf die Hand des Knaben, welche noch immer auf dem Bogen seines Vaters ruhte. "Wie ist dein Name?", fragte er leise. Der Junge schniefte. "Raziel." "Also, Raziel, wie gut hat dich dein Vater das Bogenschießen gelehrt?" Raziel sah zu Darius auf, welcher nun einen stolzen Schimmer in dessen Augen zu vernehmen glaubte. "Er hat es mir von klein auf beigebracht. Er war ein sehr strenger Lehrer und es gab keinen Jungen in der Stadt, der besser mit dem Bogen umgehen konnte, als ich." Dann trübte sich der Blick des Jungen wieder und er wendete sich erneut dem Feuer zu. "Ich wünschte, ich hätte auf diese Orks schießen können! Ich wünschte, ich hätte sie töten können!" Er schluchzte und grimmige Tränen traten ihm in die Augen. "Nun, Raziel,", sagte Darius, während er ihm die Hand auf die Schulter legte, "Ich denke, ich finde jemanden unter meinem Kommando, der deine Ausbildung beenden könnte." Für einen Moment schien alle Trauer von dem Jungen abzufallen. "Ich darf mit euch kommen? Ein großer Krieger werden und gegen die Orks kämpfen?", fragte er strahlend. Der Captain lächelte. "Wieso nicht? Wenn du so gut bist, wie du behauptest..." Plötzlich hielt Darius inne. Dort hinten, auf einem der grasbewachsenen Grabhügel, glaubte er eine Gestalt zu sehen, nicht mehr als ein undeutlicher Schatten, welcher unter einem der uralten Bäume stand und in den sternenklaren Nachthimmel hinaufsah. "Wer ist das?" fragte Raziel, der den Blicken des Soldaten gefolgt war. Darius sah den Jungen an, als wäre er überrascht, dass dieser Knabe den Schatten ebenfalls wahrgenommen hatte. "Ist das die Schwarze Hand?", fragte er neugierig. Der Captain runzelte die Stirn. "Wie kommst du darauf?" Raziel zuckte die Schultern, sah dann aber wieder mit einem faszinerten Funkeln in den Augen zu der Gestalt empor, die ebenso reglos an ihrem Platz verharrte, wie der Baum, unter dem sie stand. Nur ab und zu, wenn eine leichte, kühle Brise über die nächtlichen Hügel strich, glaubte er im Mondlicht das Haar und den Umhang im Winde wehen zu sehen. "Ich habe gehört, wie sich die Erwachsenen darüber unterhielten.", antwortete er schließlich, "Sowohl die aus Strahnbrad, die behaupten er hätte den Verräter getötet, als auch eure Männer, deren Leben er gerettet haben soll." Langsam wurde Darius klar, wie intelligent und neugierig dieser Junge war und er begann zu bedauern, seinen Vater nicht gekannt zu haben. "Was wisst ihr über die Schwarze Hand? Die Erwachsenen meinen, es wäre nur eine Legende, doch wär ist dann er?", fragte Raziel und zeigte möglichst unauffällig auf die Gestalt, als befürchtete er, sie könne es sehen. Der Captain sah eine Weile lang nachdenklich in die Flammen des großen Lagerfeuers, ehe er sprach, als überlegte er, ob und wie er dem Jungen diese Geschichte erzählen sollte, von der er doch selbst nichts hielt. "Nun, ", begann er schließlich, "Vor vielen Jahrhunderten, als die Allianz noch nicht existierte und die Menschen allein gegen die Orks und andere Feinde kämpfen mussten, gründete die Silberhand ein Kommando zur Ausblidung von Assassinen. Ihre Aufgabe war es, Attentate auf die Kriegshäuptlinge und andere Führer der Orks zu verüben, und so Misstrauen und Zwietracht zwischen den einzelnen Ork-Clans zu sähen. Niemand weiß wirklich, wie viele dieser Attentäter es im Laufe dieses endlosen Krieges gegeben hatte, doch einige Geschichtsschreiber meinen, es sei ihnen zu verdanken, dass wir in den finstersten Zeiten unserer Geschichte, da die Menschen ganz allein standen, dennoch gegen unsere Feinde bestehen konnten. Innerhalb der Silberhand gab es jedoch immer sehr viel Wiederstand gegen dieses Kommando. Die Ritter und Paladine des Ordens, welche Kämpfer für das Licht waren, verurteilten die Vorgehensweise der Assassinen. Sie bezeichneten sie als feige und unehrenhaft, weil sie es stets vermieden, sich im offenen Kampf zu stellen, und ihre Opfer hinterhältig aus dem Schatten heraus ermordeten." Raziel, welcher dieser Geschichte bis jetzt voller Neugier und Faszination zuhörte, hatte keinerlei Schwierigkeiten, der Bitterkeit, welche sich zunehmend in Darius` Stimme mischte, zu entnehmen, dass der Captain die Assassinen ebenfalls verabscheute. Raziel betrachtete jedoch gebannt den Schatten auf dem Hügel, als würde diese Geschichte von ihm handeln, und versuchte sich vorzustellen, wie er wohl kämpfte und mit welchen Waffen. Der Junge malte sich aus, wie dieser Assassine wohl gegen die Orks gekämpft hätte, die seinen Vater getötet hatten. Aus dem Schatten heraus, dachte er, einen nach dem anderen, leise wie der Tod und so geschickt wie ein Akrobat. Raziel wurde aus seiner lebhaften Fantasie gerissen, als Darius fortfuhr. "Mit der Gründung der Allianz sah der Großteil der Silberhand nun keine Verwendung mehr für jene Attentäter. Das Kommando konnte diesem Druck nicht mehr länger standhalten und löste sich auf." Captain Darius verzog angewidert einen Mundwinkel, als er sich gezwungen sah, das Gruselmärchen, welches nun folgte, ebenfalls auszusprechen. "Der Legende nach hat sich dieses Kommando jedoch nie wirklich aufgelöst. Die Köpfe dieser Organisation und einige ihrer besten Killer sollen angeblich in den Untergrund gegangen sein, wo sie sich fortan die Schwarze Hand nannten. Dieses Bündnis diente nicht länger der Silberhand und setzte für jedes Mitglied strengste Geheimhaltung und absoluten Gehorsam vorraus. Der Eid, den jeder Kämpfer der Schwarzen Hand zu schwören hatte, konnte nur mit dem Tode gebrochen werden. Es heißt, die Organisation setzte diese beiden Hauptstatuten absolut skrupellos und mit höchster Effizienz durch." "Dann haben sie auch Menschen umgebracht?", fragte Raziel ein wenig schockiert, "Wieso?" "Niemand weiß, welche Ziele die Schwarze Hand verfolgt, seit sie von der Silberhand verstoßen wurde. Manche behaupten, sie kämpfen bis heute für den König, auch gegen die Feinde in den eigenen Reihen, und dass Lordaeron sowohl die Silberhand, als auch die Schwarze Hand bräuchte, als die beiden Hände des Königs. Andere meinen, sie bereiten im Geheimen eine Verschwörung vor, um die Macht über das Königreich an sich zu reißen. Die meisten, die solche Gerüchte in die Welt setzen, sind sich jedoch einig, dass diese Schattenorganisation bis heute besteht und sogar gewachsen ist. Sie sollen aus den Schatten der Gesellschaft heraus sehr viel Macht und Einfluss besitzen und Mitglieder unter den höchsten Beamten und Offizieren des Landes haben." "Und sie bilden noch immer Assassinen aus?", fragte Raziel, dessen Neugier unstillbar schien, und fügte flüsternd hinzu: "Solche wie ihn?" Ebenso scheu und vorsichtig wie beim ersten mal, zeigte er erneut auf die Schattengestalt unter dem einsamen Baum, den wohl niemand außer ihnen wahrnahm. Darius wusste nicht recht, was er erwidern sollte, er hatte keine Ahnung, wer dieser junge Kämpfer war, doch auf jeden Fall war er kein Beweis für die Existenz der Schwarzen Hand. Dennoch empfand er eine seltsame Achtung vor seinem düsteren Retter, der, obwohl so jung an Jahren, bereits so reich an grausamen Erfahrungen sein musste. Es störte ihn, dass er ihm ein solches Rätsel war. Als Soldat und Offizier hatte er die Fähigkeit entwickelt, gewisse Qualitäten eines Kriegers bereits an seinen Augen abzulesen. Doch die Augen dieses Jungen sagten ihm nicht das geringste. "Was habt ihr über diese Assassinen gehört? Wer sind sie?" Raziel, der ihn weiter mit Fragen bestürmte, riss den Captain aus seinen Gedanken. "Nun, der Legende nach sind es Kämpfer, deren Weg bereits bei der Geburt festgelegt wird. Sie werden unter dem Zeichen der Schwarzen Hand geboren und von diesem Tag an auf die Erfüllung ihrer Aufgaben vorbereitet. Angeblich haben sie weder Eltern noch Freunde, nur ihren Meister, dem sie absolut loyal unterstehen. Sie lernen, niemandem außer dieser Person zu trauen und sich nur auf sich selbst zu verlassen. Sie führen bis zu ihrem Tode ein einsames Leben in der Dunkelheit." Mit diesen Worten erhob sich Darius. Bevor er ging, wandte er sich Raziel noch einmal zu. "Du solltest jetzt ein wenig schlafen, morgen werden wir sehen, wie es mit dir weitergeht." Der Junge nickte, doch sein Gesicht wirkte nachdenklich und abwesend. Nachdem der Captain verschwunden war, sah er wieder zu dem alten Baum auf dem Hügel empor, doch der Schatten war nicht mehr zu sehen. Raziel ließ sich ins Gras sinken und sah zu den Sternen auf. Er war klug, und wusste, dass Darius befürchtete, ihn mit dieser Geschichte zu stark beeindruckt zu haben und dass seine letzten Worte über die Assassinen die Bewunderung des Jungen schmälern sollten, doch sie bewirkten das genaue Gegenteil. Ein einsames Leben in der Dunkelheit... er wusste, dass er nicht die Kraft hätte, ein solches Leben durchzustehen. Selbst dem Captain, zu welchem er aufsah, traute er dies nicht zu. Ein solcher Schattenkrieger müsste mehr Stärke besitzen als ein Ritter oder Paladin, oder jeder andere Soldat in einem Heer. Und es war hierbei nicht die körperliche Stärke, die zählte. Raziels Vater hatte ihn früh gelehrt, dass ein starker Geist und Charakter mindestens ebenso wichtig sind, wie ein gut trainierter Körper, um auf dem Schlachtfeld gegen seine Feinde zu bestehen. Doch welch Stärke es an Geist und Charakter verlangte, ewig im Schatten zu bleiben, sich stets nur auf sich selbst zu verlassen und niemandem sonst zu trauen, vermochte er sich nicht vorzustellen. Diese Assassinen lernten nie Freundschaft oder Liebe kennen, gaben nie der Versuchung nach, sich jemandem zu öffnen, oder anzuvertrauen. Sie lebten, um zu töten, standen außerhalb der Gesellschaft und sahen aus deren eigenem Schatten heraus auf sie hinab. Allmählich wurde Raziel von der Erschöpfung und der Müdigkeit übermannt und versank langsam in einem ruhigen, düsteren Traum.

Diese Nacht war der samtfarbene Sternenhimmel wolkenlos. Voll und klar hing der silberne Mond zwischen den zahllosen Sternen. Über die dunklen Hügel, in welchen nun die Gebeine der gefallenen Menschen der jüngsten Schlacht ruhten, strich der kühle, klare Nachtwind. Ein einsamer Schatten hatte Zuflucht unter dem uralten Baum gefunden, welcher auf der Kuppe einer der Grabhügel stand. Kein Laut ging von ihm aus, er stand aufrecht und vollkommen bewegungslos, wie der Baum selbst. Eine leichte Brise fuhr dem Jungen durch Haar und Umhang. Sein Blick war auf den Mond gerichtet, welcher seit seiner frühsten Kindheit an eine stille Faszination auf ihn ausgeübt hatte. Wie mattes Silber spiegelte sich das Mondlicht, meist das einzige Licht, welches auf die Taten dieses jungen Schattenkriegers fiel, in dessen graublauen Augen. Eine leise, unbestimmte Sehnsucht lag in ihnen, und durchbrach für ein paar Momente jene Kälte, welche sich mit der Zeit wie ein eisgrauer Schleier über den Blick des Jungen gezogen hatte. Letzte Nacht hatte er vielen Männern das Leben gerettet, das war ungewöhnlich und normalerweise nicht seine Aufgabe. Eher bestimmten Attentate wie jenes auf den Verräter Cadamus, vor einigen Nächten, seinen Alltag. Im Laufe des ewigen Konfliktes, der dieses Land zeichnete, hatte die Menschheit zahllose Helden hervorgebracht. Helden, welche die Moral- und Wertevorstellungen der Menschen geprägt hatten. Ruhm, Heldentum und Ehre, dies waren die Dinge, für welche die jungen Männer Lordaerons in die Schlacht zogen. Er jedoch, hatte in keiner Sekunde seines Seins jene Ideale angestrebt. Sein Leben hatte er in den Dienst einer Aufgabe gestellt, die um ein Vielfaches größer war. Die meisten Menschen hätten ihn, wenn sie denn von ihm wüssten, einen feigen Mörder genannt, dies wusste er. Tatsächlich erforderte es jedoch eine ganz besondere Form von Mut und Stärke, jene Sünden auf sich zu nehmen, an denen sich nicht einmal die tapfersten Männer des Reiches zu beflecken wagten. Noch nie war ein Unschuldiger durch seine dunklen Hände umgekommen und die Sünden mit denen er sich wissentlich belud, waren die Sühne für die Taten der Sünder. Die Schwarze Hand hatte ihre eigene Art, mit diesem Paradoxon umzugehen. Bereits in den ersten Jahren ihrer Existenz als Kommando im Dienste der Silberhand, entstand die These, dass aus dem Verborgenen heraus eine vollkommen ungebundene Macht herrschen musste, in Form von besonderen, sorgfältig ausgewählten Kämpfern, welche bereit waren, sich genau mit jenen Sünden zu beladen. Sie mussten sich der außerordentlichen Schwere ihrer Last allzeit bewusst sein, aber auch die Stärke besitzen, nicht unter ihr zu zerbrechen. Dies, zusammen mit dem vollkommenen und entgültigen Verzicht auf ein normales Leben als akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft, machte die Existenz der Assassinen aus und war gleichzeitig ihre längste und schwerste Prüfung. Auch dieser Attentäter führte seit seiner frühsten Kindheit an nach diesen Regeln ein einsames Leben in der Dunkelheit. Doch während er die Einsamkeit nie als Last oder gar als Qual empfand, so wurde die Dunkelheit ein unabtrennbarer Teil seiner Seele. Er wusste um die Schwere seiner Sünden und das Töten hatte ihm nie Freude bereitet. Dennoch tat er es ohne das geringste Zögern, ohne Mitleid, und ohne seine Befehle jemals in Frage zu stellen. Für ihn war es eine heilige Pflicht, deren Erfüllung ihn mit Stolz erfüllte. Obwohl er sich seiner Existenz als Werkzeug einer Schattenorganisation bewusst war, so war er doch, wie alle Assassinen, kein fanatisierter Mörder. Die Schwarze Hand betrachtete die Assassinen als ihre Schützlinge und wandte bei deren Erziehung und Ausbildung weder Lüge noch Verblendung an. Sie zeigte ihnen die Welt wie sie war und machte ihnen damit klar, wie sehr sie gebraucht wurden. Nur so konnten diese Schützlinge zu selbstständigen, zuverlässigen und lautlosen Kämpfern im Zeichen der Schwarzen Hand heranwachsen. Seine Augen schlossen sich, die Andeutung eines Lächelns flog wie ein undeutlicher Schatten über sein Gesicht, und als er sie wieder öffnete, sahen sie, kalt und gleichgültig wie der Tod, auf die Feuer der Menschen hinab, bevor er den Blick gen Boden richtete und sich auf den Weg machte.

Bis zum Abend des nächsten Tages war ein Großteil der zerstörten Häuser wieder weitgehend bewohnbar gemacht worden. So fanden alle überlebenden Bürger Strahnbrads einen Schlafplatz innerhalb des Dorfes, während die Soldaten außerhalb der Stadtgrenze ein großes Heerlager aufgeschlagen hatten. Im Zelte des Hauptmannes, in welchem sich nun die höchsten Offiziere des Heeres berieten, herrschte gedrückte Stimmung. Aus Sicht der Führung waren die Geschehnisse der letzten Tage das reinste Debakel. Für diesen Feldzug waren nicht mehr als anderthalb Wochen vorgesehen, dann sollten die Unterstützungstruppen zurück in Brill sein, doch nun schien es, als würden sie hier sehr viel länger festsitzen. "Brills Truppenstärke ist ein Witz, wir können die Stadt nicht noch länger unverteidigt lassen.", erhob einer der älteren Offiziere seine rauhe Stimme. "Wenn wir die Truppen jetzt aus Strahnbrad abziehen, sind diese Menschen weiteren Überfällen durch die Orks schutzlos ausgeliefert. Wir erhalten von unseren Spähern keine Berichte über Ork-Aktivitäten im Umland von Brill.", meldete sich Darius zu Wort und an seinen Hauptmann gerichtet, fuhr er fort: "Diese Stadt braucht unsere Männer dringender als Brill." Der Hauptmann schwieg. Die Offiziere hatten sich um einen großen Eichentisch aufgestellt, auf welchem eine Karte des Umlandes von Strahnbrad, samt der vermuteten Position der Orkstützpunkte ausgebreitet lag. "Wir können unsere Städte und Dörfer nicht ewig gegen die Orküberfälle verteidigen.", sagte Hauptmann Casius schließlich, während er sich in der Runde der Gesichter umsah, die ihn nun fragend anblickten, "Der Blackrock-Clan sollte nach dem vorgestrigen Angriff stark geschwächt sein. Das ist die Gelegenheit diese Bedrohung ein für alle Mal auszumerzen." "Für eine derartige Offensive benötigen wir die Zustimmung des Oberkommandos der Allianz.", gab einer der jüngeren Teilnehmer des Kriegsrates zu bedenken. Die älteren und erfahreneren Krieger sahen ihn halb belustigt, halb genervt an. "In einem Krieg müssen Entscheidungen schnell getroffen werden,", sagte Darius, "wenn wir erst einen Meldereiter zur Hauptstadt schicken würden, würde diese Chance vielleicht schon wieder verstrichen sein.", wieder wandte er sich dem Hauptmann zu, "Meine Männer stehen bereit, hundertsechzig Mann. Doch wo sollen wir anfangen? Wir haben noch immer keine bestätigte Position des Ork-Lagers." "Meine Späher suchen in der Region hier, und hier.", der Captain der berittenen Einheiten zeigte auf einige Stellen auf der Karte, südöstlich Strahnbrads, "Bei Einbruch der Dunkelheit werden sie zurück sein, bis dahin sollten wir mit der Entscheidung noch warten." Casius nickte langsam. "Ich wünsche umgehend informiert zu werden, wenn eure Reiter eintreffen, wenn sie etwas finden, marschieren wir bei Sonnenaufgang los." Die Offiziere nickten, damit war der Rat fürs erste beendet. "Wunderbar,", rief Darott, der an der Beratung nicht teilgenommen hatte, und nun zusammen mit den anderen Männern von seinem Captain unterrichtet wurde, "Ihr hattet Recht, Captain, sieht so aus, als würden wir tatsächlich noch zum Schlage kommen." Ein Großteil der Soldaten schien seine Begeisterung zu teilen, andere blickten Darius mit einem Ausdruck feierlicher Entschlossenheit an, während einige ehr unsicher und beunruhigt wirkten.
Kain hingegen sah, unbeeindruckt von Darius` Kundgebung und etwas abseits stehend, schweigend in die Abenddämmerung.

Atros, Captain der Ritter aus Brill, hatte sich nach dem Kriegsrat in sein Zelt zurückgezogen, um den Schlachtplan für den möglicherweise bevorstehenden Angriff auf den Blackrock-Clan zu prüfen. Grübelnd saß er im Kerzenschein über der strategischen Karte und zog mit der Feder Kreise und Linien, welche Truppenbewegungen und vermutliche Brennpunkte der zukünftigen Schlacht kennzeichneten. Ernst sah er auf seine Prognosen herab, welche er mit der Erfahrung jahrzehntelanger Schlachtenführung erstellt hatte. Plötzlich fuhr ein scharfer Luftzug durch das spärlich beleuchtete Zelt, und ließ die Kerzenflamme unruhig flackern. Atros fuhr herum und erblickte eine schattenhafte Gestalt, die zwischen ihm und dem Zelteingang stand. Der Captain erkannte den Eindringling als Jüngling in einem langen, dunkelgrünen Umhang, der sein Gesicht bis zur Nasenspitze verbarg. "Wachen!", rief Atros, halb überrascht, halb verärgert, über das Erscheinen dieses ungewöhnlichen Eindringlings. Sein Ruf jedoch, blieb ungehört. Einige Augenblicke der Stille zogen sich für den Captain wie qualvolle Ewigkeiten durch die unheimliche Szene, bis der Fremde in einem ruhigen, fast beiläufigen Ton das Wort an ihn richtete. "Captain Atros, nehme ich an?" "Wer bist du?", rief der Soldat aufgebracht. "Wer ich bin, ist unwichtig.", sprach der Junge in seinem unbeschwerten Tonfall weiter, unbeeindruckt von den Drohgebärden des Offiziers, "Jene, die mich zu euch sandten, sollten euch jedoch bereits bekannt sein." Der junge Eindringling hob nun den Blick und sah Atros kalt und durchdringend an. Dieser schien nun zu verstehen und für einen kurzen Augenblick, der seinem Gegenüber keinesfalls entging, weiteten sich seine Augen vor Entsetzen. "Die Schwarze Hand!", murmelte er fassungslos und die Schattengestalt erkannte, dass sie den soldatischen Stolz dieses Mannes gebrochen hatte. "Ich habe stets in ihrem Sinne gehandelt und ihre Anweisungen nie in Frage gestellt. Wieso haben sie dich zu mir geschickt?" Atros sah den Jungen an, als hätter dieser ihm sein Todesurteil überreicht und obwohl er dessen Mund nicht sehen konnte, glaubte er zu wissen, dass der Fremde lächelte. "Ich bin nicht hier, um euch zu töten. Ihr tragt eine wichtige Rolle in diesem Spiel, doch ich hoffe, ihr seid nicht so dumm, dies ausnutzen zu wollen." Atros sah ihn sprachlos an. Der eisaklte Blick der meeresgrauen Augen des Fremden schien geradewegs in seine Gedanken blicken zu können. Er, ein erfahrener und ruhmreicher Offizier im Zeichen der Silberhand, kam sich vor wie ein hilfloses Kind unter dem Blick dieses Gesandten der Schwarzen Hand, der doch nicht einmal halb so alt sein konnte wie er. Der Captain verfluchte den Tag, an dem er ein für alle Mal in die Fänge dieses dunklen Ordens geraten war. Der Junge schloss die Augen. Atros fühlte sich, als wäre ihm ein Dolch aus der Brust gezogen worden. "Die Schwarze Hand benötigt erneut eure Dienste, Captain Atros.", sagte der Fremde und mit einem versteckten Schmunzeln fügte er hinzu : "Captain... ein Titel, welcher euch ohne die großzügige Unterstützung meiner Auftraggeber verwehrt geblieben wäre. Ihr seid doch hoffentlich noch immer so aufopferungsvoll um deren Gunst bemüht, Captain." Atros schluckte den Spott des Jungen hinunter und stellte jene Frage, die ihm mit jedem Male schwerer über die Lippen kam: "Was soll ich tun?" "Ganz einfach,", erwiderte die Schattengestalt, den bedrohlichen Blick nun wieder auf den Offizier gerichtet, "ihr sollt dafür Sorge tragen, dass der Angriff auf die Orklager morgen ganz nach Absicht des Hauptmannes durchgeführt wird. Da die Späher, welche gegen die Orks ausgeschickt wurden, eurem Befehl unterstehen, ist eure Stimme bei der entgültigen Entscheidung ausschlaggebend, nicht wahr?" Atros verschwendete keinen Gedanken daran, woher sein Gegenüber wohl von den Entscheidungen des jüngsten Kriegsrates wusste, doch allmählich verärgerte ihn die Dreistigkeit dieses Jungen. "Nein, ", sagte er schroff, "die Berichte der Späher selbst werden entscheiden, ob wir morgen gegen die Orklager marschieren, oder nicht." "Ihr seid es, der dem Hauptmann letztendlich den entscheidenden Rat erteilen wird.", antwortete der Fremde unbeeindruckt, "Sollte dieser Angriff nicht erfolgen, wird die Schwarze Hand euch persönlich zur Rechenschaft ziehen." Mit diesen Worten wandte er sich um und verließ das Zelt. Einige Augenblicke verharrte Atros reglos und starrte auf die Stelle, an der gerade eben noch sein unheimlicher Besucher gestanden hatte. Nun kam ihm dieses Gespräch wie ein unwirklicher, böser Traum vor, so wie jedes mal, nachdem die Gesandten der Schwarzen Hand Kontakt zu ihm aufgenommen hatten. Langsam erhob er sich und bemühte sich um die stolze Haltung, welche einem Offizier gebührte, als er aus seinem Zelt trat. Atros hatte schon befürchtet, die beiden Wachen, welche vor seinem Zelt aufgestellt worden waren, ermordet aufzufinden. Tatsächlich jedoch kamen sie gerade auf ihn zugelaufen. "Hattet ihr nicht die Aufgabe, hier Wache zu halten?", fragte der Captain gereizt, als sich die beiden Soldaten vor ihm aufstellten. "Wir sahen jemanden um euer Zelt schleichen, mein Herr, und beschlossen, die Gegend nach ihm abzusuchen, konnten jedoch niemanden finden.", sagte einer von ihnen. "Wieso, ist etwas vorgefallen, Captain Atros?", fragte der andere unsicher. "Nein, ", knurrte Atros, "gar nichts." Damit ließ er die beiden stehen und ging wieder in sein Zelt.
 
Da ist also nun das quartett vollständig....


Mir besonders die abwägung zwischen unehrenhaften und ehrenhaften Kampf gefallen...

Mach bitte weiter..
 
okay, hier is der nächste teil:

"Wie macht er sich?", fragte Darius einen Bogenschützen, welchen er aufgrund seiner Fähigkeiten und Erfahrung als Lehrmeister für Raziel ausgewählt hatte. "Er ist sehr eifrig.", antwortete dieser, während er dem Jungen weiterhin bei seinen Übungen zusah, "Er trainiert schon den ganzen Tag. Für sein Alter ist er wirklich ausergewöhnlich talentiert." Darius und Handamus, der alte Bogenschütze, saßen auf dem Rand einer Pferdetränke am Rande des Zeltlagers, wo Handamus eine Zielscheibe aus Stroh an einen Baum gehängt hatte. Raziel stand rund sechzig Meter von ihr entfernt und erzielte tatsächlich respektable Ergebnisse. "Es ist wahrlich eine Freude, ihm zuzusehen.", fuhr der Alte fort, "Ich hatte in meinem Leben schon viele Schüler, mein Captain, und ich sage euch, dieser Junge ist wirklich etwas Besonderes." "Ja, ", antwortete dieser und lächelte Raziel an, welcher ihm gerade stolz seine Treffer präsentierte, "das ist er."

"Captain Atros?" Einer der beiden Wachen trat in das Zelt des Captains, immernoch ein wenig verunsichert, über dessen schlechte Laune. "Was gibt es?", fragte dieser schon weitaus entspannter als noch vor einer Stunde.
"Die Späher sind zurück, sie sind hier, um Bericht zu erstatten." "Worauf wartet ihr noch?", sagte Atros hastig, "Lasst sie herein!" Die Wache nickte und zog sich zurück. Kurz darauf betraten zwei leicht gerüstete Späher das Zelt.
"Was ist?", fragte der Captain und machte eine ungeduldige Geste mit den Armen, "Was habt ihr zu berichten?" "Ich habe des Lager der Blackrock-Orks gefunden.", sagte einer der Späher und trat neben Atros an die strategische Karte, wo er auf einen Punkt, knapp außerhalb eines der als vermuteten Positionen des Lagers markierten Gebiete zeigte. Der Captain nickte nachdenklich. "Konntet ihr die verbliebene Truppenstärke unserer Feinde in Erfahrung bringen?", fragte er. "Ja.", antwortete der Späher, "Es sind mehr, als wir zunächst vermutet hatten. Viele der Orks in dem Lager waren keine Mitglieder des Blackrock.Clans, offenbar haben sie Unterstützung durch einen uns noch unbekannten Ork-Clan erhalten. Alles in einem um die vierhundert Orks." Atros war überrascht. "Verstärkung?", fragte er, "Bereiten sie sich auf einen erneuten Angriff vor?" "Nein, ", erwiderte der Späher, "sie befestigen das Lager. Captain, auf unserem Weg durch den Stützpunkt hörten wir Gerüchte, dass Hauptmann Casius einen Angriff plant." Der Soldat sah Atros fragend an. "Ja, ", sagte dieser, "nachdem ich dem Kriegsrat euren Bericht vorgelegt habe, wird die entgültige Entscheidung gefällt werden." Der Späher nickte. "Das wird eine verlustreiche Schlacht.", meinte er, "Meiner Meinung nach bräuchten wir mehr Männer für einen solchen Schlag." "Die haben wir nicht, ", sagte der Captain entschlossen, "es wird Zeit, dass wir in diesem Krieg endlich in die Offensive gehen, wir können uns nicht ewig nur verteidigen!" Der Soldat sah nachdenklich auf die Karte. "Auf jeden Fall sind wir zahlenmäßig unterlegen. Die beste Chance haben wir, wenn wir das Überraschungsmoment für uns nutzen." "Die taktische Planung ist Sache des Kriegsrates.", sagte Atros und erhob sich, "Ich werde dem Hauptmann sofort Bericht erstatten. Ich danke euch. Ihr könnt wegtreten."

Inzwischen war die Sonne untergegangen und ihre letzten Strahlen hüllten die Wolken am Horizont in ein matt rotes Licht. Im Zelt des Hauptmannes wurde der Kriegsrat erneut zusammengerufen, um den Bericht Captain Atros` zu hören. "Nun, Captain, ", sagte der Hauptmann, als alle Offiziere versammelt waren, "was haben eure Späher entdeckt?" Atros trat an die Karte und markierte jene Stelle, welche ihm sein Späher als Position des Orklagers genannt hatte. "Das Lager befindet sich hier. Ich erhielt Meldung, dass die Orks angefangen haben, ihr Lager zu befestigen. Desweiteren sollen sie Unterstützung von einem uns unbekannten Ork-Clan erhalten haben." "Haben wir Informationen über die genaue Anzahl unserer Feinde?", fragte einer der Offiziere mit einem Blick auf die markierte Region. Captain Atros zögerte. Unruhig blickte er zwischen den zahlreichen Augen, die auf ihn gerichtet waren, hin und her. "Captain?" Hauptmann Casius sah ihn forschend an. "Berichtet dem Rat, was ihr wisst!" Atros kam es vor, als würde die Temperatur in dem Zelt auf einmal stark ansteigen. Er tat den Mund auf, etwas zu sagen, doch er brachte keinen Laut heraus. "Zahlenmäßig sind sie uns überlegen.", sagte er schließlich, verunsichert, ob er es bereuen sollte, oder nicht, "Doch könnten wir diesen Nachteil durch eine gute Taktik wohl wieder wettmachen." Atros bemühte sich, die Stärke wieder in seine Stimme zurückzuholen, welche seine Kameraden von ihm gewohnt waren. "Habt ihr einen Vorschlag?", fragte Casius, wobei er den Captain weiterhin fixierte. "Nun,", fing dieser an, nachdem er sich geräuspert hatte, "nordwestlich des feindlichen Lagers liegt eine bewaldete Hügelkette. Ich schlage vor, dass ich mich mit dem größten Teil meiner Männer dort auf die Lauer lege. Wenn die restlichen Ritter und die Fußtruppen von Norden her gegen das Lager marschieren, können sie die Orks bestimmt herauslocken. Dann können meine Männer und ich ihnen außerhalb ihrer Basis in die Flanke fallen." Atros hatte seinen Plan mit Handbewegungen auf der Karte verdeutlicht und die meisten Offiziere nickten zustimmend. "Ihr sagtet, die Orks befestigen ihr Lager.", meldete sich Darius zu Wort, "Welchen Grund hätten sie dann, uns auf offenem Felde entgegenzutreten?" "Darius, ", sagte ein älterer Soldat neben ihm, "ihr kennt doch die Orks. Wenn wir in deutlicher Unterzahl dort aufkreuzen, werden sie sich auf uns stürzen, sobald sie uns gesichtet haben. Sie können gar nicht anders, das ist ihre Natur." "Wenn sie uns zahlenmäßig so überlegen sind, wieso hat ihnen ihre Ork-Natur nicht längst befohlen, uns anzugreifen?", fragte Darius weiter. Atros gefiel dieser Verlauf der Beratung gar nicht. Er sah den Angriff auf das Orklager ernsthaft bedroht. "Wahrscheinlich, ", sagte er, "ist ihnen dieses Lager einfach zu wichtig, um es bei einem Angriff ungeschützt zurückzulassen. Wer weiß, was sie dort horten?" Ja, dachte er, und wer weiß, was sich die Schwarze Hand dort zu finden erhofft. "Wir machen den Angriff davon abhängig, ob sich die Orks aus ihrem Lager locken lassen.", entschied Hauptmann Casius schließlich, "Ist dies nicht der Fall, ziehen wir uns zurück! Unter diesen Umständen werde ich keinen Angriff auf ein derart befestigtes und voll besetztes Orklager riskieren." Casius trat von der Karte zurück."Captain Atros, ihr werdet noch vor Tagesanbruch mit euren Reitern hinter den Hügeln in Stellung gehen.", befahl er, während er auf den Zeltausgang zuging. "Ja, Herr", erwiderte der Captain, etwas unsicher, ob ihn die Entscheidung des Hauptmannes beruhigen sollte. "Captain Darius, ", fuhr der Hauptmann fort, "ich begleite euch und eure Männer. Wir marschieren morgen bei Tagesanbruch los." Damit verließ er das Zelt, um die Soldaten über den Verlauf des morgigen Angriffs zu unterrichten.
 
ja, wer weiß. vielleicht das warcraft battlechest pack, das ich vor über zwei wochen bei amzon.de bestellt hab :mad:
hab übrigens nochne ff reingestellt, bin gespannt was du zu der sagst
(solange ich einen leser hab, machich auch weiter)

naja, hier der nächste teil:

Zug um Zug

Als die Sonne über dem östlichen Horizont aufging, war Captain Atros mit seinem Reiterheer längst hinter den Hügeln nordwestlich des feindlichen Lagers in Position. Seine Männer hatten dort ein kurzfristiges und provisorisches Lager eingerichtet. Feuer konnten sie keines riskieren, die Orks durften ihre Anwesenheit auf keinen Fall bemerken. Deshalb hatte Atros seinen Männern befohlen. sich ruhig zu verhalten und stets in der Deckung der Bäume zu bleiben. Seine größte Sorge galt jedoch nicht den Orks. Ständig ließ er seinen Blick durch die Schatten der Bäume schweifen, wohlwissend, dass die Schwarze Hand ihn selbst hier, weitab von den Grenzen der Allianz, vor den Toren der Feinde, nicht aus den Augen lassen würde. "Captain!", meldete einer seiner Männer , "Die Späher melden, dass sich die Orks vollkommen passiv verhalten. Sie scheinen sich in ihrem Lager...einzuigeln." Der Soldat musste erst nach dem passenden Wort für dieses ungewöhnliche Verhalten des Gegners suchen. "Haben sie auch herausfinden können, was der Grund für dieses seltsame Vorgehen ist?", fragte Atros. "Im Zentrum des Lagers steht ein Schamanenzelt. Um dieses Zelt versammeln sich die meisten Orks.", antwortete der Soldat. Ein Nicken seines Captains signalisierte ihm, dass er wegtreten konnte. Was auch immer die Schwarze Hand sucht, dachte Atros, befindet sich also in diesem Zelt. Er wusste um den Einfluss dieses Ordens und er wusste auch, dass er, seine Männer, Hauptmann Casius, ja, vielleicht sogar ihre Feinde, nur Schachfiguren in einem Spiel waren, von dem nur die wenigsten wussten. Er hatte keine Ahnung, wass genau sich wohl in diesem Zelt befinden könnte und er hatte seine Zweifel, dass er es je erfahren würde. Schon nach dem Besuch des dunklen Gesandten in seinem Zelt, hatte er den Verdacht, dass die Schwarze Hand von ihm diesen Angriff forderte, um unbemerkt etwas aus diesem Lager zu stehlen. Es waren allerdings nicht die nebulösen Ziele der Schwarzen Hand, die an dem Captain zehrten, sondern die Gewissheit, dass er seine Männer hinterging und sie belog. Lange schon hatte er den Tag kommen sehen, an welchem er sich entweder für das Leben eines Offiziers im Zeichen der Silberhand, oder eines Handlangers der Schwarzen Hand entscheiden musste. Nun spürte er, dass dieser Tag gekommen war und er war fest entschlossen, zu seinen Männern zu stehen und die Konsequenzen seines Handelns ganz allein zu tragen.
Er hatte entschieden, dass er seine Angst schon viel zu lange seiner Ehre vorgezogen hatte und dass er seine Männer nicht zum Schutz gegen die Rache der Schwarzen Hand missbrauchen dürfte. Wenn diese Entscheidung also meinen Tod bedeuten sollte, dachte er, so soll es immerhin ein ehrenvoller werden. Mit diesen Gedanken sah er über das weite, grüne Land Lordaeron, das er seine Heimat nannte und welches nun in das träumerische Licht der jungen Morgensonne getaucht war.

"Auf in die Schlacht!", rief Darott mit unverhohlener Vorfreude, als er zusammen mit Hauptmann Casius, seinem Captain und Kain an der Spitze des Fußheeres aus dem Lager marschierte. Darius war den ganzen Morgen schon recht schweigsam gewesen, irgendwie spürte er, dass ein Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Auftauchen dieses dunklen Kämpfers und dem untypischen verhalten der Orks bestand und das beunruhigte ihn. Von der Schwarzen hand war er noch immer nicht überzeugt, doch irgendetwas musste hinter diesem unheimlichen Jungen stecken, und er war sich sicher, dass dieses Etwas in diesem Konflikt die Finger im Spiel hatte. Auch Kains Verhalten besorgte ihn. Verschwiegenheit war er zwar von ihm gewohnt, doch hatte er Darius gegenüber eine dunkle Präsenz erwähnt, die er spürte, seit sie in Strahnbrad eingetroffen waren. Kain hatte gemeint, sie müsse von einer Quelle schwarzer Energie ausgehen, was auf Aktivitäten der Orkschamanen hinweisen würde. Darius war sich bewusst, dass diese Magie über die üblichen Zaubereien der Schamanen hinausgehen mussten, wenn sie Kain so beunruhigten. Es gab also genug Gründe, zu vermuten, dass diese Schlacht sich von den unzähligen vorangegangenen Schlachten unterscheiden würde, welche die Menschen in diesem Land schon gegen die Orks geschlagen hatten. Viele waren gekommen, um die Soldaten bei ihrem Auszug aus dem Lager zu verabschieden. Es waren hauptsächlich die Bewohner Strahnbrads, doch auch die wenigen Soldaten, die zu schwer verwundet waren, um zu kämpfen hatten sich eingefunden, um ihren Kameraden viel Glück für die Schlacht zu wünschen. Raziel war ebenfalls dort und sah traurig Darius und Handamus, seinem Lehrer hinterher und insgeheim hoffte er, dass die Schwarze Hand über sie wachen würde.
 
du hast doch bestimmt nichts dagegen wenn dir noch jemand anders schreibt als Nimmermehr oder? Naja ich finds net schlecht mal sehen was noch kommt :)
 
solange nimmermehr nich eifersüchtig wird, isses ok :)
ja, ma gucken, ich hoffe ich komm demnächst zum weiterschreiben, schreib grad anner anderen
 
jaja, lang ists her...
nachdem aus der ürsprünglich fixen idee zu "Fade" doch noch ne längere sache geworden ist, gehts jetz endlich hier weiter

"Kriegshäuptling!" Die Erde bebte unter den eiligen Schritten des Orks, der auf das Zelt seines Kriegshäuptlings zurannte. Er kam ruckartig zum stehen, als eine große, grüne Pranke aus dem Zeltinneren die dicken Fellvorhänge beiseite schob und eine Kreatur heraustrat, welche selbst für einen Ork riesig und furchteinflößend war. Obwohl seine Kleidung aus dicken Wolfsfellen bestand, zeichneten sich an jeder Stelle seines Körpers seine nahezu monströsen Muskeln ab. Sein Gesicht, das wohl sogar für das eines Orks hässlich war, erzählte die Geschichte unzähliger Schlachten. Über sein linkes Auge zog sich eine tiefe Narbe, das Auge selbst war blind. Der rechte Hauer des Orks war abgebrochen und zahllose Narben zeichneten sowohl sein Gesicht als auch seinen restlichen Körper. Da stand er nun, Gruznar, Kriegshäuptling des Blackrock-Clans, und sah ungehalten auf den Orksoldaten hinab, der ihn soeben bei seinem Mittagsmahl gestört hatte. "Was ist?", seine Stimme brach wie das Grollen eines kurz vor dem Ausbruch stehenden Vulkans über den kleineren Ork herein und ließ ihn einen Schritt zurückweichen. "Mein Kriegshäuptling, ", sagte dieser schnell, "einer der Wolfsreiter meldet, eine kleine Armee der Menschen gesichtet zu haben, die nahe der Stadt, die wir kürzlich überfallen haben, gelagert hat und nun auf uns zumarschiert." "Was?", rief Gruznar und sein unversehrtes Auge blitze vor Kampfeslust, "Wieviel sind es? Wann sind sie hier?" Das halbe Orklager, welches die donnergleiche Stimme ihres Häuptlings gehört hatte, war nun zusammengekommen und alle Blicke waren auf Gruznar und seinen Gegenüber gerichtet. "Es sind wohl etwas mehr als hundertfünfzig.", berichtete dieser weiter, "Am späten Nachmittag werden sie hier eintreffen."
"Hundertfünfzig?", fragte Gruznar, dann brach er in ein ohrenbetäubendes, grollendes Gelächter aus. Viele der umstehenden Orks stimmten mit ein. "Wir werden diese jämmerlichen Menschen zerquetschen, noch bevor sie dazu kommen, unser Lager anzugreifen.", brüllte er, nachdem er sich wieder gefasst hatte. "Verdammter Narr!" Plötzlich herrschte Stille. Die Blicke der verstummten Orks gingen nun alle in Richtung einer Gestalt, welche aus einem Zelt in der Mitte des großen Lagers herausgetreten war. Es war zweifellos ein Ork, wenn auch kein gewöhnlicher. Er war alt und gebrechlich, seine Stimme klang wie das flüstern trockener Zweige. Doch trotz seiner mageren, in alte Tierfelle gehüllten Gestalt, auf einen verwachsenen, knorrigen Eichenstab gestützt, ging eine Welle respektvollen Raunens durch die Horde der Grünhäute. Gruznar sog geräuschvoll die Luft ein und sah dem alten Schamanen entgegen. "Ich dachte, ", fuhr dieser fort, "wir wären uns einig gewesen. Ich gab eurem Clan die Aufgabe, es zu beschützen. Wenn ihr gegen die Menschen in die Schlacht zieht, ist dieses Lager verwundbar." Erneut wurde Gemurmel unter den Orks laut und die Blicke der Krieger lagen nun wieder auf dem Kriegshäuptling. "Ich bin der Kriegshäuptling dieses Clans!", erwiderte Gruznar nun mit seiner gewaltigen Stimme, "Meine Krieger schulden euch keine Treue! Dieses Menschenpack ist weit und breit der einzige Feind, der gegen das Lager marschiert, wir werden ihn abfangen und vernichten!" Nun donnerte ein Sturm aus zustimmendem, begeistertem Gegröhle und Gebrüll los. Herausfordernd sah Gruznar dem Schamanen in die alten, gelblichen Augen, welcher von der Menge der Orks umringt stand, die ihren Kriegshäuptling anfeuerten. Mit einem letzten, verächtlichen Blick wandte sich der Alte um und verschwand wieder in seinem Zelt. Eine Diskussion mit diesem hirnlosen Pack war überflüssig. Sie würden seiner Sache schon dienen, auf die eine oder andere Weise.
 
is ein rtecht kurzer teil, aber ich wollte nur ma checken, ob noch interesse besteht, sonst würdich erstmal einer weiteren fixen idee nachgehen, die ich vor kurzem hatte...

Der Nachittag dieses Tages hatte sich zunehmend bewölkt. Wie ein endloses graues Meer hing der Himmel über dem Land und ließ hin und wieder einzelne Regentropfen auf Casius und sein kleines Heer hinabfallen. Mit ernsten Augen überblickten die Männer das weite Grasland, welches in diesem Teil Lordaerons die dichten Wälder ablöste, und durch dessen, in einem farblosen Grün erscheinenden Gräser der kalte Wind nun wogende Wellen zog. Das Land selbst schien der bevorstehenden Schlacht mit Bedrückung und Traurigkeit entgegenzusehen. Immer wieder suchte Darius` Blick den grauen Horizont ab. Er war erfahren genug, um seine Besorgnis nicht in Nervosität umschlagen zu lassen. Dem Beschluss über den Marsch gegen das Orklager stand er dennoch recht unbehaglich gegenüber. Ständig ging er in Gedanken all die ungewöhnlichen Faktoren durch, die sein tiefes Misstrauen an dieser Sache erregt hatten. Das seltsame Verhalten ihrer Feinde war ihm ein ebensolches Rätsel wie die dunkle Präsenz, welche Kain seit ihrer Ankunft in Strahnbrad mehr und mehr zu quälen schien. "Halt!", der barsche Befehlston seines Hauptmannes riss Darius aus seinen Gedanken, "Das Lager ist nahe. Gefechtsformation einnehmen!" Tatsächlich waren in der Ferne dünne Rauchsäulen zu sehen, welche beinahe mit dem Grau des Himmels verschmolzen, dem sie sich entgegenschlängelten. Mit militärischer Zügichkeit positionierten sich die Schwertkämpfer nun in langen Reihen vor den Bogenschützen, bevor der Marsch gegen das Lager weiterging. Darott hatte seine Axt gezogen und schwang sie nun in freudiger Erwartung in der Rechten, während in seine Augen jenes kampflustige Funkeln trat, welches seinem Captain nur zu vertraut war. Casius führte das Heer auf einen Hügel, damit es von dem Lager ihrer Feinde aus leicht zu sehen war. Der kühle, wachsame Blick seiner grauen Augen galt jedoch den bewaldeten Hügeln, welche sich nordwestlich des Lagers durch das Grasland zogen. Mit einem bedächtigen Nicken wandte er sich schließlich seinen Männern zu. "Jetzt sind die Orks am Zug!", rief er über die Reihen der Soldaten, "Haltet euch bereit!"
 
Es besteht interesse...einmal von einem der schreibt und ven den Menschen die es lesen, aber so überwältigt sind, dass sie nichts schreiben können^^

Muahaha...Blut^^
 
sorry, lange nich gepostet, aber in letzter zeit warich einfach nich in schreibstimmung, kam einfach nur müll bei raus. lag vielleicht am wetter - so lange hell und so kacke warm - aber die letzten tage warn ja zum glück n bissel kühler und grauer (bin halt ne nachteule...)
ich hoffe, der teil is annehmbar, wenner schon so kurz is, ich hoffe demnächst kommt mehr...

dein neuer avar gefällt mir auch ma wieder gut, is der aus den alten monkey island teilen?

"Feredir, der Tag der Entscheidung rückt näher. Der Schatten, der die Seele dieses Landes verdunkelt, beginnt, sein Antlitz zu enthüllen." Schweigend saß der junge Attentäter auf den Holzdielen des großen, halbdunklen Raumes. Seine schlanke Gestalt war in ein schlichtes, eng anliegendes Gewand aus schwarzem Tuch gekleidet. Die ernsten, wachsamen Augen ruhten auf seiner Lehrerin, welche einige Meter von ihm entfernt auf ihrem gewohnten Meditationsplatz saß. Bis auf den Klang ihrer sanften, doch festen Stimme hallte kein Laut durch den länglichen Raum, welcher lediglich vom dezentem, unruhigem Licht einiger großer Kerzen erleuchtet wurde, die an den Wänden des Zimmers aufgestellt worden waren. Die Augen der Elfe waren geschlossen und ihre zierlichen Hände lagen regungslos auf den zum Lotussitz verschränkten Beinen. Im rötlichen Licht der Kerzen fiel das lange blonde Haar wie Feuer auf ihr samtenes, dunkelblaues Gewand herab und verstärkte so die magische Aura, welche die Vertreter ihres edlen Volkes ohnehin stets zu umgeben schien. Feredir, der Schattenkrieger, lebte allein mit ihr auf jenem Landgut in den Bergen des westlichen Lordaerons. Seit seiner frühsten Kindheit an war sie ihm Mutter und Lehrerin zugleich gewesen, dennoch wusste er kaum etwas über sie. Sie hatte nie erzählt, durch welches Schicksal sie dem Licht ihrer vollkommenen, ewigen Heimat, Quel Thalas, entfallen war und sich nun in den Schatten jener düsteren Unterwelt verbarg, in welcher die Schwarze Hand seit jeher regierte. Nun war sie jedoch ein engagiertes und idealistisches Mitglied der Bruderschaft und war mit einer der höchsten und langwierigsten Aufgaben betraut worden, die der Orden zu vergeben hatte: der Ausbildung eines Assassinen. Ihr Schützling kannte sie nur unter dem Namen Niniel, welcher aus einer der ältesten Sprachen der Elfen stammte und soviel bedeutete wie "Tränenmädchen", allerdings hatte er nie eine Träne in ihren tiefen, himmelblauen Augen entdecken können, obwohl sie stets eine eigentümliche, anmutige Traurigkeit ausstrahlte. "Was soll ich tun?", fragte er, während er seine Meisterin weiterhin fixierte. Lautlos ließ diese die Luft ausströmen und öffnete die Augen. Ihr warmer, schwermütiger Blick ruhte liebevoll auf ihrem Schützling. Vor all den Jahren, da er ihr als Neugeborenes überlassen worden war, hatte sie ihm den Namen Feredir gegeben, was in der alten Sprache ihrer Ahnen "Jäger" bedeutete. "Die dunkle Präsenz, die ich seit einiger Zeit spüre, muss der Vorbote einer schrecklichen Bedrohung sein, die von weither ihre Klauen nach unserem Land ausstreckt. Die Orks haben etwas damit zu tun, mein junger Schüler. Wer weiß, welch Grauen ihnen aus ihrer flammenden Heimat nach all den Jahrhunderten in unsere Welt zu folgen gedenkt? Es heißt, der Blackrock-Clan habe einem alten Schamanen Zuflucht gewährt, welcher einen mächtigen Quell schwarzer Magie hüten soll. Ich fühle, dass dieses Relikt mit dem Schatten verbunden sein muss, der sich zunehmend auf diese Welt legt. Wenn dem so ist, könnte es den Schlüssel darstellen, den wir brauchen, um jene Bedrohung vollends zu demaskieren." "Ich werde es stehlen!", sagte der Junge entschlossen und erhob sich. Niniel regte sich nicht, der Blick ihrer tiefen, blauen Augen folgte ihm jedoch. "Ich habe dich die Regeln dieses Spieles gelehrt, Feredir, lasse dir die Konflikte dieses Landes zum Vorteil gereichen. Du weißt, sie alle sind nur Figuren im großen Spiel. Nutze sie für deine Zwecke!" Der Attentäter nickte und verließ den Raum.

"...sie alle sind nur Figuren im großen Spiel. Nutze sie für deine Zwecke!" Der junge Assassine schenkte dem endlosen Grau des wolkenverhangenen Himmels keine Beachtung, während er - lautlos und unsichtbar in der Deckung der Bäume umherstreifend - über die Worte seiner Meisterin nachdachte, welche sie ihm vor seiner Mission mit auf den langen Weg gegeben hatte. Der Wald, der die lange Hügelkette säumte, war an diesem Nachmittag eigentümlich still und wirkte bedrückend leblos. Immer wieder glitt Feredirs kalter Blick hinüber zu dem kleinen, provisorischen Lager der Menschen, welche sich hier draußen allein und unbeobachtet wähnten, während sie auf der Lauer lagen. Atros würde sich fügen, daran hegte der Junge nicht den leisesten Zweifel. Die obligatorischen Ideale und Prinzipien, die zu wahren und zu verfechten die höchsten Aufgaben eines Offiziers der Silberhand darstellten, waren bei Atros längst verblasst und besudelt, angesichts seiner Angst vor dem Zorn der Schwarzen Hand. Feredir machte ihm keinen Vorwurf, er hatte selbst oft genug mit angesehen, zu welch grausamen Mitteln die Bruderschaft oft zurückgriff, um Verräter oder desertierte Mitglieder zu züchtigen und zu bestrafen. Er würde seinen Zweck erfüllen, daran bestand kein Zweifel! All die Ereignisse der letzten Tage - Der Tod des Verräters, der Marsch aus Brill und schließlich die bevorstehende Schlacht - fügten sich nun einig in einem Plan, von welchem weder die Menschen, noch die Orks, die in dieser Schlacht kämpfen und fallen würden, auch nur die geringste Kenntnis besaßen. Ihr Blut fließt nicht umsonst, dachte der Schattenkrieger, während er den Blick über das leise, disziplinierte Treiben im Lager der Ritter schweifen ließ, sie alle werden auf dem Altar der Schwarzen Hand geopfert, um der endgültigen Verwüstung dieses Landes noch Aufschub zu gewähren.
 
Monkey Island I um genau zu sein....

Ach ja..diese wenigen Details genügen einfach bei dir.... mach weiter^^
 
aeieiei, das hat jan bissel gedauert, naja, ne kleine sommerpause war auch nich zu vermeiden, so verdammt viel zu tun und die ganzen besäufnisse...ne, die ferien warn wohl ehr kontraproduktiv... :rolleyes:
da es jetz n bissel ruhiger geworden is und ich nich jeden zweiten morgen aspirin frühstücken muss, binnich endlich auch ma wieder zum schreiben gekommen und werde es in dieser woche hoffentlich auch noch öfter
(ich hoffe nur, dass ich jetz nich meinen einzigen leser vergrault habe :xmassad: naja, ich hoff ma auf ein lebenszeichen - hoffentlich hattest du auch tolle ferien :D -)
so, hier un jetz endlich der nächste teil:

Das Schicksal erfüllt sich

Ehrfürchtig betrat der Ork das Schamanenzelt. "Meister,", sagte er leise, den Blick zu dem mit Tierhäuten ausgelegten Boden gesenkt, "sie haben die Menschen gesichtet. Gruznar wird seine Krieger in die Schlacht führen, sie werden eurem Wort nicht folgen." Einige Augenblicke des Schweigens breiteten sich in der muffigen Luft unter den dicken Zeltwänden aus, während deren der Ork nicht wagte, aufzusehen. Der alte Schamane trat an die kleine hözerne Truhe, welche in der Mitte des Zeltes aufgebahrt stand und strich mit seinen dünnen, knochigen Fingern behutsam über das Artefakt. "Du wirst alle unseres Stammes zur Verteidigung dieses Stützpunktes um dich scharren.", befahl er leise, als spräche er zu sich selbst, während das matte Gelb seiner Augen weiterhin das alte, planke Holz der kostbaren Truhe fixierte, "Ich ahne eine List der Menschen vorraus. Seid wachsam und haltet euch in der Deckung des Lagers." Der Alte stieß einen leisen Seufzer aus, der wie das Klagen sterbender Eichen klang, und sah dem stämmigen, noch immer in demütiger Verbeugung verharrenden Krieger an. "Gruznar der Kriegshäuptling...", knurrte er, "Pah, Gruznar der Narr! Er wird all seine Krieger in den Tod führen! Euch Dienern allein obliegt die Verteidigung unseres alten Erbes - Enttäuscht mich nicht! Und nun, hinfort!" Der Ork nickte ergeben und verließ lautlos das Zelt. Draußen hatte es während dessen heftig zu regnen begonnen. Verächtlich sah der Schamanendiener zu, wie sich die Blackrock.Orks zur Schlacht rüsteten und stellte sich in die Mitte des Platzes, um die Botschaft an seine Brüder zu verkünden. "Meine Krieger, ", brüllte er, "Diener des alten Erbes, das Zelt unseres Meisters muss um jeden Preis geschützt werden! Geht und bezieht Stellung zur Verteidigung dieses Lagers!" Sofort lösten sich zahlreiche Orks aus dem hektischen Treiben des Lagers und und folgten dem Befehl. "Beachtet diese Feiglinge nicht!", donnerte die Stimme des Kriegshäuptlings über seine Krieger hinweg, "Ein echter Ork fällt lieber ehrenvoll im Kampf, als sich wie ein Kaninchen in seinem Bau zu verkriechen. Und jetzt, meine Krieger, ", rief er weiter, wobei er die monströse Axt hoch über seinem Haupt schwang und der Kampfrausch wie ein unsägliches Feuer in seinem gesunden Auge zu lodern begann, "folgt mir in die Schlacht, auf dass der Boden dieses Landes getränkt werde, mit dem Blute unserer Feinde!" Daraufhin erbebte die Erde unter den Füßen des Blackrock-Heeres, welches wie ein Rudel wilder Raubtiere aus dem Stützpunkt trampelte, um sich in die Schlacht zu stürzen. Der alte Schamane trat aus dem Zelt und blickte dem animalischen Haufen kopfschüttelnd nach. Auf einem fernen Hügel, der wie eine Feste über das weite, graugrüne Grasland zu wachen schien, vernahm er das Funkeln von Rüstungen und Schwertern. Mit einem letzten Blick durch das Lager kontrollierte er die Ausführung seines Befehls, bevor er der kommenden Schlacht den Rücken wendete und sich wieder in sein Zelt begab.

"Sie kommen. Doch nicht alle von ihnen scheinen den Stützpunkt zu verlassen." Man brauchte kein Elfenauge, um dies sehen zu können, dennoch war Kain der erste, der auf diese seltsame Wendung der Ereignisse aufmerksam machte. "Vielleicht gibt es Unstimmigkeiten unter ihnen.", meinte Darius, und an seinen Hauptmann gewandt fügte er hinzu, "Wie lauten eure Befehle? Wenn wir diese Orks mit der geplanten List auf offenem Felde schlagen, wäre das Lager sturmreif." Casius nickte. "Dies wird ein leichter Sieg. Gebt das Zeichen!" Folgsam zündete einer der Bogenschützen einen Brandpfeil an, dessen Spitze mit ölgetränktem Tuch umwickelt war, welches selbst bei dem starken Regen sofort Feuer fing und kräftig fortbrannte. Gebannt sahen die Männer dem Pfeil nach, der sich in einer kerzengeraden Bahn dem dunkelgrauen Himmel entgegenbohrte und schließlich, scheinbar nicht mehr als ein kleiner, rötlich schimmernder Stern unter den Wolken, auf die Erde hinabsank um im nassen Gras allmählich auszubrennen. Nun hob Casius das Schwert und wandte sich seinen Männern zu. "Angriff!", rief er und hieb mit seiner Klinge in Richtung der Feinde. Die Soldaten antworteten in einem Chor unzähliger Kriegsgesänge, während sie ihre Schwerter gegen die Schilde schlugen und die ersten Blitze durch die düsteren Wolkentürme brachen. Krachender Donner folgte nun, gepaart mit dem gewaltigen Getrampel der aufeinanderzustürmenden Heere. Immer wieder wurde das weite, in grauem Halbdunkel liegende Land für Sekundenbruchteile von den tosenden Blitzen taghell erleuchtet und der grollende Donner schien sich mehr und mehr über das blutige Sündigen der erbitterten Feinde unter sich zu erbosen.

"Captain, der Hauptmann hat das Signal gegeben, er erwartet nun unser Eingreifen. Captain...?" Atros wirkte, als wäre er gerade aus einem Traum hochgeschreckt und sah den Ritter neben sich abwesend an. Dann hob er den Blick und sah über sich einen kleinen, orangeroten Punkt, der scheinbar Gefahr lief, von dem bedrohlichen Grau, welches ihn umgab, verschlungen zu werden. "Captain Atros, ", fragte der verwirrte Soldat weiter, der neben seinem Captain an der Spitze des Reiterheeres stand, welches sich im Schatten der Bäume bereits zum Angriff formiert hatte, "wollt ihr nicht..." "Natürlich!", erwiderte Atros rasch, selbst ein wenig überrascht darüber, wie sehr ihn die Grübelei der letzten Zeit doch von seiner Umwelt isoliert hatte. Schnell zog er sein Schwert und rief seinen Männern den Befehl zum Angriff zu. Sofort setzten sich die Ritter in Bewegung und nahmen in vollem Galopp Kurs auf die Flanke ihrer Feinde, welche sich auf halber Strecke zwischen ihrem Lager und dem Heer des Hauptmannes befanden. Dies ist der Tag, an dem ich gezwungen sein werde, den Lauf meines Schicksals selbst zu wählen, dachte Atros, während er an der Spitze seiner Männer in das Tal hinein preschte, und nicht länger werde ich eine Marionette der Schwarzen Hand sein!
 
klar doch..ich lebe noch^^

Möge die schlacht mal beginnen..das war irgendwie nur ein Überbrückungspost..habe ih zumindest das gefühl^^
 
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