Die Schwarze Hand

ohhh ein frühausteher...nagut, da ich jetz auch wach bin...
überbrückungspost? wie kommsten darauf? nöö, der war scho wichtig, sone schlacht muss ja auchn anfang haben
na, dann machich ma weiter (achja, wie in alten zeiten... :D )


Kurz nachdem einer der gleißenden Blitze das Land erhellt hatte, blieb der Kriegshäuptling stehen und sein wilder Blick wirbelte gen Osten. "Halt!", brüllte seine gewaltige Stimme über den krachenden Donner hinweg, während er seine linke Faust in die Höhe reckte, um den Kriegern, welche ihn in ihrem Blutrausch teilweise einfach überholt hatten, den Stillstand zu befehlen. Vollkommen überrascht blickten die Orks nun zwischen dem Reiterherr, das mit tosenden Hufen und blitzenden Schwertern auf sie zugestürmt kam, und Casius` Männern, welche sie von Norden her angriffen, hin und her. "Feiglinge!", grollte Gruznar, "Die Menschen haben uns in einen Hinterhalt gelockt, diese Hunde kennen wohl gar keine Ehre! Speere an die Flanke, Rasch! Wir dürfen uns nicht überennen lassen!" Schnell gingen die Krieger, welche mit grobgehauenen Holzlanzen ausgerüstet waren, in einer breiten Linie in die Hocke, um von der Wucht des Angriffs nicht sofort hinweggefegt zu werden. Atros sah die Speere, die sich ihm und seinen Männern wie eine todbringende Wand aus Stacheln entgegenstreckten. "Auf sie, meine Brüder!", schrie er, während er sein Schwert nach vorn reckte und sein Pferd zu höherem Tempo anspornte. Mit einem ohrenbetäubenden Schlachtruf taten es ihm seine Männer gleich und das Heer der Ritter brach in donnerndem Galopp in die Linien der Orks, wie eine gewaltige Lawine aus Stahl und Blut. Captain Atros erreichte den Wall aus Lanzen zuerst, manövrierte sein Ross geschickt durch die tödlichen Spitzen hindurch und schlug einem der Speerträger im Vorrüberreiten den Kopf ab. Nicht wenige seiner Männer wurden beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Armeen jedoch von den Speeren durchbohrt und noch mehr Pferde, deren Herren nun zu Fuß weiterkämpfen mussten, verendeten in dem Lanzengewirr. Der Rest von Atros` Truppe schnitt in Form eines vernichtenden Keils eine tiefe Schneise in die Reihen der Orks und teilte das Heer der Feinde in zwei Hälften. Nun traf auch Casius mit seinen Soldaten ein und ließ, sobald die Reiter aus dem Schussfeld waren, einen tödlichen Pfeilhagel auf die Orks niedergehen. Jene Grünhäute, die sich in der südlichen Hälfte des gespaltenen Heeres befanden, waren durch die Reiter von ihren Artgenossen abgeschnitten und und begannen nach und nach zurück zum Lager zu flüchten. Einige von ihnen wurden auf ihrer Flucht jedoch noch von den Pfeilen besonders guter Schützen hinterrücks getroffen und starben als Fahnenflüchtige den schmachvollsten Tod, den es für einen Ork zu sterben galt. Gruznar bekam von der Schande seiner Krieger nichts mit. Trotz zahlreicher Pfeile, die sich bereits in die gewaltigen Muskeln seines Oberkörpers gebohrt hatten, kämpfte er wie besessen gegen seine menschlichen Feinde. Kaum einer der gegnerischen Soldaten wagte sich an den Kriegshäuptling der Blackrock-Orks heran, welcher, einer wilden Bestie gleich, in den Reihen der Menschen wütete. Viele der Schwertkämpfer zertrümmerte er einfach mit dem zermalmenden Hieb seiner Axt, und diejenigen, die seinen Schlag parieren konnten, wurden hinfortgeschleudert und blieben benommen am Boden liegen. Plötzlich wurde sein Hieb jedoch von einem Krieger geblockt, der standzuhalten schien. Der zornige Blick seiner feurigen Augen richtete sich nun auf einen Kontrahenten, welcher ihm in Größe und Statur beinahe ebenbürtig war. Der kahlgeschorene Schädel des Menschen glänzte vor Nässe und auf seinen breiten, muskelbepackten Armen traten vor Anstrengung die Adern hervor, während er mit seiner doppelschneidigen Streitaxt die Waffe des Ork-Häuptlings zurücktrieb. Schließlich flogen die beiden riesigen Äxte mit einem gewaltigen metallische Knirschen auseinander und die beiden Krieger standen sich erneut gegenüber. Sowohl für Gruznar, als auch für Darott schien die martialische Schlacht, welche noch immer um sie herum tobte, aufgehört haben zu existieren. Der Eine ließ den Anderen nicht aus den Augen, während sie sich, vor Erschöpfung bereits beide schwer keuchend, einander langsam umkreisten. Gruznar wusste, dass diese Schlacht für ihn verloren war, doch im Augenblick richtete sich all sein Trachten darauf, diesen Menschen, welcher so kühn seiner Stärke trotzte, in einem ehrenvollen Zeikampf zu bezwingen. Schließlich siegten in dem Ork Kampfrausch und Zorn über Müdigkeit und Erschöpfung und er stürmte mit erhobener Axt auf Darott ein. Geschickt blockte dieser die auf ihn niederschnellende Waffe ab und stieß den Kriegshäuptling mit einem Fußtritt zurück. Benommen taumelte Gruznar rückwärts. Sein mächtiger Körper weigerte sich, die schwere Kriegsaxt, welche ihn und seine Vorväter bereits durch zahllose siegreiche Schlachten begleitet hatte, noch einmal zu heben. Hilflos musste das entkräftete Oberhaupt des gefürchteten Blackrock-Clans zusehen, wie sein menschlicher Kontrahent zum Gegenangriff ausholte und ihm seine Axt mit einem gewaltigen Hieb, welchen der Ork schon beinahe anerkennend entgegennahm, in den Oberleib trieb. Mit einem kehligen Stöhnen sank er auf die Knie, als Darott ihm die tödliche Waffe wieder aus dem Leib zog. Der Blutrausch in seinen Augen war erloschen, als er den Blick hob und seinem Bezwinger in die Augen sah. "Dies...ist ein...ein guter...Tod!", sagte er röchelnd. Darott nickte keuchend, den erschöpften Körper auf seine Streitaxt gestützt. Nun verließen Gruznar auch die letzten seiner Kräfte und er konnte nicht mehr verhindern, dass der Griff der Kriegsaxt seinen Fingern entglitt und sie dumpf auf dem Grasboden auschlug. Auch der Krieger selbst ging jetzt vollends zu Boden und blickte noch einmal gen Himmel, in dessen dunkelgrauen Sphären gleichsam eine Schlacht zu toben schien, während sein kriegsgeschundener Leib von den Wogen umstreichelt wurde, welche der kalte Wind durch die farblosen Gräser zog. Dann wurden seine Augen dunkel, die grausamen Laute der verlorenen Schlacht verstummten allmählich und zum ersten Mal im Leben des großen Kriegshäuptlings, umfing in Frieden.
 
kay, lange her...
aber hat sich ja auch nix weiter getan
naja, bin seit langem ma wieder zum schreiben gekommen...is erstma nurn kleiner teil um zu sehn, ob sich noch einer dran erinnert...

Mit einem energischen Kampfschrei trieb Atros dem letzten Ork, der auf diesem Schlachtfeld noch stand, von seinem Pferd aus das Schwert in die Brust. Nur noch der Wind strich nun flüsternd über die Spuren des Kampfes und es wurde so still, dass jeder der Soldaten den letzten Krieger des Blackrock-Clans zu Boden gehen hören konnte. Einige Augenblicke schien das Land selbst nach diesem grausamen Schauspiel den Atem anzuhalten, sogar das tosende Gewitter war verklungen und man vernahm nur noch ein dumfes Grollen aus weiter Ferne. Dann jedoch brachen die siegreichen Menschen in tobenden Jubel aus, stießen ihre besudelten Schwerter dem lichtlosen Himmel entgegen und gratulierten sich gegenseitig zu den Heldentaten dieser Schlacht. Darius trat an Darott heran und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Ich bin stolz, mich euren Freund und Captain nennen zu dürfen.", sagte er lächelnd. Der stämmige Krieger blieb jedoch ungewöhnlich ernst und sah zu dem gefallenen Kriegshäuptling hinüber, welcher rücklings im Gras lag und dessen leere Augen leblos in die Wolken starrten. "Manchmal glaube ich, uns unterscheidet von den Orks weitaus weniger, als unser Hass zuzugeben vermag." "Ihr wart einander ebenbürtige Gegner, mein Freund.", entgegenete der Captain leise, "Es ist richtig, Respekt vor seinem Feind zu haben. Er starb als Krieger, genau wie die Unseren." Darott nickte und schulterte seine Axt, wobei auf sein Gesicht nun wieder sein typisches, kämpferisches Lächeln trat."Natürlich, mein Captain. Was ist nun, bringen wir die Sache zu ende, oder wollen wir hier ewig unseren Sieg feiern?"
 
Wie schon angekündigt, werd ich mir jetzt alle deine Stories zu Gemüte führen. Mit der hier hab ich angefangen (hoff das war chronologisch richtig :confused: ...naja egal ^^°)
Es ist mir immer noch ein Rätsel wie ich deine Stories übersehen konnte.
Bin selbst ein großer Fan der WC-Welt (spiele ja auch nun schon über ein halbes Jahr leidenschaftlich WOW ;) ) und kann mich in deine Story gut hineinversetzen, da ich von den meisten Schauplätzen bereits gehört habe, bzw. sie schon virtuell besucht habe (->Brill). Was ich besonders gut an dieser Geschichte bisher fand sind die detailliert beschriebenen Kämpfe und Schlachttaktiken, sowie die Gedankenwelt deiner Charaktere, die nicht nur Aufschluss über ihre moralischen Bedenken usw. geben, sondern auch die Handlung vorran bringen. Kurz gesagt: ich bin begeistert und du kannst mich ab sofort zu deinen festen Stammlesern zählen. ^^
Ich hoffe doch, dass du diese Geschichte weiterschreiben wirst, bin echt gespannt was die Schwarze Hand nun geplant hat und was der alte Orkschamane so ausheckt.
:lol2: :lol2:
 
tja, un ein weiteres mal gilt mein dank dark lady, diesmal, weil sie dieses verlorengeglaubte projekt wieder ins leben zurückgerufen hat
meine priorität gilt allerdings weiterhin meiner vampirstory, aber da ich für diese geschichte hier schon feste vorstellungen hatte, bin ich sehr froh, dass sich doch noch eine interessierte leserin gefunden hat

erstmal vielen dank für das lob, freut mich sehr, dass die story auch der kritik eines gestandenen wow veteranen standhält;)
tja...brill habich nie gesehn, da mir wow immer zu teuer un zeitaufwendig war (dann könntich ja garnich mehr schreiben) obwohl es mich natürlich mal sehr reizen würde...na dann machich ma weiter, würd mich auf jeden übels freun wenn du dabei bleibst, wer weiß, vl finden sich ja noch ein paar leser für die story...zur weihnachtszeit kann man ja durchaus mal auf ein wunder hoffen:biggrin2: jut...auf dass mir das parallelschreiben halbwegs gelingen möge:

Im Schatten der Bäume stehend beobachtete der junge Schattenkrieger aufmerksam das Heer der Menschen, welches sich nun erneut zu formieren begann. Nur eine Hand voll Soldaten wurde zur Pflege der Verwundeten abgestellt, darunter auch der Hochelf, welcher Feredir bereits während der nächtlichen Schlacht in den Wäldern vor Strahnbrad aufgefallen war. Die Anwesenheit eines Elfen im Dienste der Allianz war gefährlich für die Pläne der Schwarzen Hand. Wenn Niniel diesen Quell schwarzer Energie im Lager der Orks zu spüren vermochte, nahm dieser Hochelf ihn mit Sicherheit auch war. Prüfend überblickte der Attentäter das Lager der Orks, welches sich zu seinen Füßen ausbreitete. Ungefähr zwei Dutzend der Grünhäute, die das Schlachtgetümmel Hals über Kopf verlassen hatten, trafen nun in ihrem Stützpunkt ein und suchten Schutz hinter den befestigten Barrikaden, welche dort bereits von den Dienern des Schamanen errichtet worden waren. Eine eigentümliche Stille legte sich nun über das in bedrückendem Halbdunkel liegende Land. Selbst der Wind, welcher vor wenigen Minuten noch das Gemetzel auf den weiten Grasfeldern umtost hatte, hatte sich gelegt und der Umhang des Schattenkriegers fiel nun glatt und leblos an dessen Körper hinab, so dass keine Bewegung die Aufmerksamkeit der Orks oder Menschen auf sich hätte ziehen können. Mit ausdruckslosen Blicken verfolgte Feredir das hektische Treiben im Lager, wo die fahnenflüchtigen Orks, welche teilweise sogar ihre Waffen auf dem Schlachtfeld zurückgelassen hatten, mit wüsten Beschimpfungen und verächtlichem Spott empfangen wurden. In der Hierarchie der Orks würden sie von nun an als ehrlose Aussätzige betrachtet und gemieden werden, falls sie die kommende Schlacht überlebten. Mitleidlos sah der Schattenkrieger den Glücklosen nach, während diese vor dem Spott der Schamanendiener zu fliehen versuchten. Bis jetzt war der Plan des Attentäters aufgegangen, und das Artefakt und damit die Erfüllung seines Auftrages waren nun zum Greifen nahe.

"Sieh dir nur diese feigen Hunde an!", knurrte der stämmige Ork in der Tracht der Schamanendiener verächtlich, "Stürmen wie tollwütige Tiere auf das Schlachtfeld, um ihm dann wie die Karnickel zu entfliehen." Mit einem angewidertem Grunzen spuckte er aus. "Wenn die Menschen die Schlacht erst in unser Lager getragen haben, werden diese ehrlosen Kreaturen bei der Verteidigung keinen Blutstropfen wert sein.", stimmte ihm sein Stammesbruder zu. Im östlichen Teil des Lagers regte sich nun kaum noch etwas. Sämtliche Streitkräfte des Schamanen, welcher nach dem ruhmreichen Ableben des Blackrock-Stammesführers die oberste Autorität im Lager
war, hatten sich zu einem dichten Verteidigungswall um die nördliche Flanke des Lagers formiert. Auch diese beiden Orks waren auf dem Weg, um ihre Stellungen bei den Barrikaden einzunehmen. "Verdammt!", rief einer von ihnen, als das wilde Kläffen einer der Wölfe erklang, welche von den Orks sowohl als Reittiere, wie auch als Wachhunde gehalten wurden. Das alarmierende Geräusch war jedoch nur von kurzer Dauer und nachdem die Orks den Lauten gefolgt waren, fanden sie einen Wolf vor, der getötet am Boden lag. Über dem toten Tier stand Feredir und hatte den beiden Kriegern gerade das Gesicht zugewandt. "Ein Spion!", brüllte einer der Orks zornig und hob seine Kriegsaxt, "Dies ist dein Ende, Mensch!" Mit diesen Worten stürmte der Schamanendiener seinem Kameraden voran auf den Attentäter zu. Der Junge ließ einen Arm unter seinem Umhang hervorschnellen und der donnernde Kriegsschrei des angreifenden Orks verstummte augenblicklich. Feredirs Wurfmesser war vollständig im weit geöffneten Maul des Orks verschwunden und hatte sich tief in seinen Rachen gebohrt. Der Angreifer ging in vollem Lauf zu Boden und hauchte röchelnd sein Leben aus. Der zweite Krieger stürmte unberühert vom Ableben seines Stammesbruders heran und ließ seine gewaltige Axt über dem Schattenkrieger niedergehen. Der wendige Attentäter machte jedoch einen agilen Satz nach hinten, so dass die tödliche Waffe keinen halben Meter vor seinen Füßen den Erdboden spaltete. Blitzschnell trat er nun auf den Rücken der Axt und schwang sich auf die Schultern des Orks, von wo aus er ihm mit einem Dolch in seiner Rechten die Kehle durchschnitt. Noch bevor sein stämmiger Gegner auf diesen Gegenangriff reagieren konnte, war Feredir bereits wieder von den Schultern des Orks abgesprungen. Hinter ihm ging der Schamanendiener nun in die Knie und wandte seinen Kopf mit schwindenden Kräften nach hinten, so dass er er einen letzten, fassungslosen Blick auf seinen Bezwinger werfen konnte, welcher ihm jedoch bereits den Rücken gekehrt hatte und der entgültigenden Erfüllung seines Auftrages entgegenlief.
 
Freu mich wirklich, dass du die Story fortsetzt und das dass auch noch mein Verdienst sein soll ^^ Wäre wirklich ein Verlust gewesen, wenn du sie einfach abbrichst.
Ich kann nur sagen: Wieder ein wirklich gelungener Teil. Du erwartest doch keine Kritik, oder? ;) Damit kann ich leider nicht dienen. Wieder einmal bin ich erstaunt wie gut du das Kampfgeschehen beschreibst. Woher bekommst du nur immer die Ideen? Der letzte Move hat mich ja schon etwas an Prince of Persia erinnert. Bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht.
 
sooo...an zwei geschichtengleichzeitig zu schreiben is schwer...an dreien zu schreiben grenzt wohl an größenwahn, aber ich kann hal nich anders:rolleyes:
aber jetz habichs endlich geschafft auch hier ma wieder was zu texten

@Nimmermehr: machich ja *aufwisch* ^^

@Dark Lady: naja, ich hättse woh irgendwann weitergeschrieben, nur nich mehr gepostet, aber ich freu mich immer über jede art von kommentar:)
zu den ursprüngen meiner ideen: Prince of Persia war geil, auch wennich beim endgegner immer abgekackt bin...joa, kann schon sein dass sich diese traumhaft animierten moves irgendwie eingeprägt haben, is ja auch einer der coolsten spielehelden die ich kenne... was aber feredir im speziellen angeht, hat mich eine figur aus der anime serie noir namens cloe dazu inspiriert, von diesem charakter war ich schon imer fasziniert...vor dem schreiben dieses parts habich königreich der himmel gesehn, mekrt man vl an einer stelle ^^
jut..auf jeden fall vielen dank für das nette lob

un jetze weiter im text:

Mit geschlossenen Augen sog Casius die Stille ein, welche sich über die beiden Heere gelegt hatte. Es war jene vertraute, eigentümliche Ruhe vor dem Sturm, während der das Land selbst mit angehaltenem Atem die kommende Schlacht abzuwarten schien. Nur noch vereinzelt drangen einige barsche Befehle von den orkischen Verteidigern über die graugrüne Ebene an die Ohren des Hauptmannes. Seine Männer hatten die nördliche Flanke des gegnerischen Lagers nun umstellt und sahen gebannt ziwschen ihrem Feldherren und dem Feind hin und her. Den ernsten Blick auf die todbringenden Barrikaden der Orks gerichtet, zog Darius sein Schwert und küsste knapp oberhelb des Heftes dessen Klinge. Auch die Finger des Hauptmannes legten sich nun um den Griff seines Schwertes, während er noch einmal bewusst die kalte, feuchte Luft einatmete. Nun öffnete er die Augen, in denen Mut und Entschlossenheit in einem leidenschaftlichen Feuer aufloderten, zog seine Klinge mit einem Ruck aus der Scheide und stieß sie dem Himmel entgegen. "Feuer!", rief er mit fester, befehlsgewohnter Stimme und sogleich stieg hinter ihm ein surrender Schwarm Flammenpfeile in den düsteren Himmel auf. Kampfeslustig beobachteten die Soldaten, wie die Geschosse auf den hölzernen Türmen und Wehranlagen des verhassten Feindes niedergingen und sie nach und nach in Flammen aufgehen ließen.

Trotz des jüngst vergangenen Regens steckten die Feuerpfeile der Menschen, welche nun Welle um Welle auf den Stützpunkt prasselten, zahlreiche Wachtürme und einen großen Teil der Barrikaden in Brand. Mit wütendem Grunzen und derben Flüchen brachten sich die Orks, welche jene Positionen besetzt hatten, in Sicherheit. "Verdammte Menschenhunde!", knurrte das Oberhaupt der Schamanendiener, das nun hilflos mit ansehen musste, wie die Flammen breite Schneisen in die Verteidungsstellungungen des Lagers fraßen, "Greifen aus der Distanz an, anstatt sich in einem ehrenhaften Zweikampf zu stellen. Wir müssen unseren Meister um jeden Preis beschützen!"
Einige der Orks, die gerade notgedrungen ihre Posten bei den brennenden Barrikaden aufgegeben hatten, kamen auf ihren Anführer zugerannt. "Diese verfluchten Bogenschützen sind außer Wurfweite unserer Speere! Wir müssen einen Ausfall wagen! Lieber sterbe ich ehrenvoll auf einem offenen Schlachtfeld, als hier in der Falle zu sitzen und bei lebendigem Leibe zu verbrennen!" Der Befehlshabende der Schamanenkrieger schüttelte grimmig sein massiges Haupt. "Nein, Krieger!", donnerte er, über das Lodern der Flammen und das wütende Gebrüll seiner Kämpfer hinweg, "Unsere Loyalität dem Meister gegenüber ist bedeutender als unsere Ehre. Diesen Schwur haben wir alle mit unserem Blute besiegelt. Niemals wieder darf unser dunkles Erbe in die Hände der Menschen fallen!" Mit zusammengekniffen Augen überblickte er die brennende Lagerverteidigung und den ungeordneten Haufen seiner Männer, dann brüllte er seine Befehle: "Wir geben die äußeren Stellungen auf! In die Gräben! Wir werden dort auf den Angriff der Menschen warten, für ihre Feuerpfeile sind wir dort unerreichbar." Die Orks rannten folgsam auf die Schützengräben zu und sprangen hinein. Ein tödlicher Wall aus Speeren, welcher sich nun aus den Gräben heraus dem Feind entgegenstreckte, sollte die Reiter daran hindern, die Stellungen einfach zu überennen. Nur der orkische Befehlshaber selbst stand noch im freien, um dem Gegner mit seiner mörderischen Axt, all seinen Brüdern vorran, einen blutigen Empfang zu bereiten.

"Sie verlassen ihre Stellungen und verschanzen sich in Schützengräben.", stellte Darius erstaunt fest. Hauptmann Casius nickte düster. "Gewöhnliche Orks sind dies für wahr nicht!", sagte er ernst und zu seinen Soldaten gewandt fügte er hinzu: "Seid wachsam, meine Brüder! Doch ziehet mit mutigen Herzen in diese Schlacht, dem gerechten Hieb der Silberhand haben diese Bestien nichts entgegenzusetzen!" Dann hob er sein Schwert und gab den Befehl zum Angriff. Atros tat es seinem Hauptmann nach und stieß brüllend seine Klinge dem wolkenverhangenen Himmel entgegen. Es war, als wäre das alte Feuer in seinem Herzen, welches all die Jahre lang kraftlos unter seiner Furcht vor der Schwarzen Hand geschwelt hatte, von neuem aufgelodert. Entschlossen ritt er an der Spitze seiner Männer, welche sich hinter ihm zu einem todbringenden Keil formiert hatten, der alles, was sich ihm in den Weg zu stellen wagte, unter seinen donnernden Hufen begrub, dem Feind entgegen. "Sobald die Reiter eine Presche in ihre Verteidigung geschlagen haben, dringen wir in den Stützpunkt ein!", rief Casius seinen Soldaten zu und zum zweiten Male an jenem blutreichen Tag stürmte das Heer der Menschen, begleitet vom Chor uralter Kriegsgesänge, furchtlos seinen Feinden entgegen, während Niniel, die in den Tiefen ihrer Meditation das Gewitter aufeinanderschlagenden Metalls vernahm, das von dem rötlichen Funkeln blutbefleckter Rüstungen begleitet wurde, zufrieden lächelte.
 
Sorry, dass ich jetzt erst meinen Comment zu dem Teil gebe, hatte ihn schon vor längerer Zeit gelesen.
Nun, was soll ich sagen, außer dass ich den Teil mal wieder spitze fand? Der Reiterangriff hat mich etwas an den von Herr der Ringe 3 erinnert.
Bin immer noch sehr großer WoW-Fan, bzw. Spielerin und finde es echt toll, dass es sowas auch in diesen Forum gibt. Spiele jetzt auch schon seit längerer Zeit einen Char bei der Horde (Schamanin) und bin daher sehr gespannt was der Alte in deiner Geschichte in seinem Zelt ausheckt ^^
Ich hoffe mal, dass noch mehr diese Story entdecken und mit ihren Comments fördern und dass du auch schnell weiterschreibst.

Für die Horde! :rofl:
 
Endlich habe ich es geschaft, deine Geschichte bis hierher durchzulesen.

Sie ist einfach atemberaubend. Ein guter Spannungsbogen, der einen hoffen lässt, dass du bald weiterschreibst. Ich warte wirklich darauf, zu wissen wie es weitergeht.

Zwar habe ich von Warcraft keine Ahnung, ich weiß nur, dass ein Spiel ist, kann mich durch deine Schilderungen und deinem Umgang mit Worten gut in die Welt deiner Geschichte hineinversetzen.

Also, bitte weiter so.
 
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