Das Tier in dir [KG]

Mopzi

traumfänger
Die Idee zu dieser Geschichte kam mir durch ein Lied von ASP - Die kleine Ballade des schwarzen Schmetterlings.
Ich hab sie vor langer Zeit mal angefangen und mit diesem Lied weiter geschrieben und etwas verändert. Sie ist lange nicht perfekt, aber vielleicht gefällt sie ja trotzdem dem einen oder anderen. ^^

Sie ist übrigens etwas länger geworden, daher poste ich sie in zwei, notfalls drei Teilen.



Das Tier in dir


Sie war es. Sie sollte es einfach sein. Warum? Nun, sie war hübsch, beliebt und dazu auch noch intelligent. Ja, ich weiß, das ist sehr oberflächlich betrachtet, aber was soll’s’ schon?

Sie war ein Mädchen meiner Stufe und hieß Maydlin. Sie hatte wunderschöne lange, schwarze Haare und dunkle Augen.
Ich hatte leider nur Musik und Geschichte mit ihr, aber das sollte mich nicht daran hindern, sie in den Pausen zu beobachten, so wie in dieser jetzt gerade auch.

„Schaust schon wieder nach deiner Perle?“, neckte mich ein Freund. Sein Name war Nelson. Ein typischer Footballspieler: Muskulöser Körper, braune, kurze Haare, blaue Augen und ein Lächeln wie sonst keiner. Mich wunderte es schon, dass ihm nicht die Mädchen reihenweise zu Füßen lagen. Ich jedenfalls war neidisch.

„Dich soll’s nicht stören.“, konterte ich und sank wieder auf der Bank zurück. Entspannt legte ich die Arme auf die Lehne.
Meine Kumpels und ich hockten jede Pause hier und schauten uns die Mädchen in ihren kurzen Minis an. Jede Pause dasselbe ‚Hey, Schnegge siehst du heut wieder geil aus.’ oder ‚Hey, Puppe, wie wär’s mit uns?’. Langsam gingen uns die Sprüche aus, oder eher gesagt, meinen Kumpels. Ich hatte da sowieso noch nie richtig mitgemacht.
Ich war froh, wenn die Mädchen mich auch nur mal eines Blickes würdigten. So toll wie meine Kumpels sah ich längst nicht aus. Meine braunen Haare wuschelten verwirrt auf meinem Kopf rum, meine Ohren waren zu klein und meine Augen sahen aus wie Glupschaugen und dann hatten sie auch noch so ein ekelhaftes Grün.
Ich würde nie an Maydlin rankommen.

„Hey, meine Süße!“, rief Marrey, der dritte im Bunde. Er winkte Dian zu. Sie war eine von diesen klischeeblonden Tussis. Megatitten aber nichts im Hirn. Na ja, sie war eine Freundin von uns.
„Hey, ihr drei Hübschen.“, rief sie freundlich und gab jeden einen Bussi. So war sie halt, unsere Dian. „Was haltet ihr von meinem neuen Kleid?“, frage sie aufgeregt und drehte sich im Kreis, damit wir sie von allen Seiten begutachten konnten.
„Geil! Sieht echt sexy aus an dir.“, lechzte Marrey und wäre sie am liebsten angesprungen, obwohl er es wahrscheinlich erst gesehen hatte, das sie etwas neues anhat, als sie es sagte.
Ehrlich gesagt wäre es mir auch nicht aufgefallen. Dian hat so viele Kleider und Röcke und Blusen und Hosen. Ein blaues Kleid mehr oder weniger in ihrem Schrank fällt wohl kaum auf. Vielleicht kommt sie ja demnächst an und zeigt uns ihren neuen BHs. Obwohl, lieber nicht, sonst haben wir Marrey nachher hier noch liegen.
Marrey würde man so was ehrlich gesagt eigentlich gar nicht zutrauen, das er auf so was Blondes steht. Er hat schwarze, lange Haare und ist sowieso eigentlich eher, wie sagt er, Gothic. Seltsam das alles. Nicht, das er Gothic ist, sondern das andere halt …

Da war sie wieder. Maydlin lief mit ihren Freundinnen an uns vorbei in Richtung Schulgebäude. Die Glocken hatten längst für Pausenende geläutet. Wie benommen stand ich auf und folgte den Mädchen. Die andern drei folgten mir, so wie ich es im Augenwinkel wahrnehmen konnte.

Geschichte. Vor mir saß sie. Diejenige, die ich haben wollte. Die, für die ich sterben würde. Die Prinzessin meiner Träume – wohl wahr … In meinen Träumen stand sie immer an meiner Seite und …
„Nun, Lian? Wie ist die Antwort?“ Unweigerlich musste ich feststellen, dass ich mit meinen Gedanken abgelenkt war. Also, wie war die Antwort? Mist. Mal wieder nicht aufgepasst. Nur wegen ihr, weil sie so schön und …
„Lian?“, fragte meine Lehrerin erneut.
Verdattert und peinlich gerührt schaute ich um mich um Hilfe zu erbeten.
„1945.“, flüsterte die helfende Stimme neben mir.
„1945.“, sagte ich laut und bestimmt, mir dessen sicher zu sein.
„Nein, das denke ich nicht. Der 30jährige Krieg war um einiges länger und auch viel früher.“ Mist. Natürlich musste ich jetzt das Gelächter der Klasser ertragen.
Erbost schaute ich meinen Nachbarn an. Es war Tarzan. ( Na ja, er wurde auf jedenfall so genannt. ) Gehässig schaute er auf mich herab wie auf ein Stück Scheiße, das auf seinem eingeschlagenen Weg lag.
Am liebsten würde ich mich verkriechen. Irgendwo hin, wo es dunkel und still ist und niemand lacht und man seine Ruhe hat.
Pah.

„Na? Musste Klein-Lian wieder auf meine geile Braut schielen?“, rief Tarzan laut. Hörte sich an wie ein Gorilla. Pah. Idiot.
Nichtsantwortend einfach stur an ihm vorbeigegangen. Und was war? Immer dasselbe. Er hat mir Beinchen gestellt. Das ich aber auch immer wieder drauf reinfalle. Ich Idiot.
Schnell suchte ich meine Sachen zusammen, die überall verstreut auf dem Boden lagen.
„Ei ei ei. Ein Herzchen. Nein wie süüüß!“, rief der König des Dschungels und zeigte es seinen Tieren. „M+L! Wie romantisch!“, brüllte er weiter.
Sollte er doch. Sollte er doch all seine lieben kleine Tierchen um sich versammeln und nachher dem Dummen eins auszuwischen. Wie jedes Mal: Die Masse wird vom König durchwühlt und eine Reihe Schimpf- und Schandwörter prasselt auf mich nieder. Immer dieselbe Leiher.
„Finde ich noch einmal so etwas in deinen Unterlagen, dann kannst du was erleben. Hast du mich verstandne, Freundchen?“, flüsterte er mir ins Ohr.
Uuh, nicht die alte Leiher? Schade, hatte mich schon gefreut. Nun gut, jetzt also eine Drohung.
„Wie willst du mich hindern?“, fragte ich trocken zurück.
Eine Hand klammerte sich um meinen Hals und drückte mich gegen die Spinds.
„Ich mache keine Scherze!“, rief der König und seine Tiere bejubelten ihn.
Schwer keuchend wurde ich dann zu Boden gelassen. Luft. Ich japste und Tränen stiegen mir in die Augen. Na toll. Hatte ich mich nicht schon genug blamiert? Musste ich jetzt auch noch heulen?
Und das alles vor den Augen meiner Angebeteten. Ich seufzte.

„Jetzt heult er auch noch!“, rief Tarzan und beömmelte sich fast vor lachen. Tse, Blödmann. Das ich die Tränen aber auch nicht unterdrücken konnte.
„Das reicht aber jetzt!“, rief Nelson.
Hurra, meine Rettung kam. Nur ein bisschen spät, wie ich fand.
Tarzan plus Bande verschwanden.
„Alles ok?“, fragte mich Nelson. Genervt setzte ich mich auf.
„Ugah-ugah!“, sagte ich laut in Tarzans Richtung. Zum Glück hörte er mich nicht mehr.
Fertig. Fertig mit mir und der Welt. Warum konnte nicht einmal nichts passieren, was für mich peinlich, schmerzvoll oder sonst wie endete.
„Noch ist alles dran.“, meinte ich nur und stand auf.


Zu Hause kam meine Mutter mir auch nicht gerade freundlich entgegen.
„Mach mal dein Zimmer sauber und bei Gelegenheit kannst du auch noch mal die Garage aufräumen.“ Ja, guten Tag Mutter, mein Tag war sehr schön.
Wenn ich jetzt könnte, würde ich platzen. Na ja, aber wie ich meine Mutter kenne, würde sie alles erdenkliche Versuchen, mich wieder zu beleben. Schließlich würde sie niemals die ganze Sauerei wegmachen.
Tu dies tu das. Mensch, ich hab auch noch was anderes zu tun als hinter Paps herzuräumen. Ach was, ‚Paps’, alter Sack passt wohl besser. Bier saufend vor der Flimmerkiste und immer nach Pizza schreiend.

Tür zu tauche ich ein in eine neue Welt – meine Welt! Endlich daheim.
Der Rechner läuft noch, genau wie ich ihn heute Morgen zurückgelassen hatte. Gut.
Meine Computerspiele waren schon längst alle veraltet, aber woher sollte ich das Geld für neue nehmen? Trotzdem spielte ich sie immer noch ganz gerne.
Natürlich kostete mich das dann den ganzen Tag und ich schaute erst abends wieder auf die Uhr um zu merken, das schon längst nach Mitternacht war. Zum wiederholten Mal an diesem Tag seufzte ich.

Mühselig schleppte ich mich ins Bett und schlief prompt ein.
In der Nacht quälten mich mehrere unruhigen Gedanken, denn ich wachte des Öfteren auf. Und mehrmals hatte ich vage Erinnerungen an einen Knäuel. Einem Knäuel aus Fell, der sich rhythmisch mit meinem Atem bewegte.
Ich schaute auf die Uhr: 3:16.
Erneut versuchte ich einzuschlafen, aber meine Gedanken rasten und gaben mir einfach keine Ruhe. Immer wieder hatte ich Bilder von diesem Fellknäuel vor Augen. Was oder wer war das? Und warum zum Donnerwetter noch mal kam er in meinen Träumen vor?
Ich bin’s doch nur.
In meinem Kopf war eine Stimme. Merkwürdig klang sie. Plötzliche Bilder tauchten wieder vor mir auf. Es war der Knäuel. Langsam nahm er Form an und ein Kopf erhob sich.
Wie im Traum stand ich plötzlich vor diesem Ding. Seine schwarzen Augen schauten treu zu mir hinüber. Füße schien das Ding keine zu haben. Nur eine Art Schlangenkörper mit langem hundeartigem Fell. Sein Kopf erinnerte da schon eher an einen Wolf, mit den langen Spitzen Eckzähnen.

Ängstlich und auch ein wenig nervös schaute ich das Tier ( nun ja, es hatte allen Anschein, doch eins zu sein, nur welches? ) an und dann den Raum in dem wir uns befanden. Zu meinem Schreck, standen wir wohl in einer Art ‚Nichts’. Es war dunkel, ja eigentlich total schwarz; über, neben und unter uns. Woher das Licht kam, welches uns beide erhellte war mir schleierhaft, und das einzige, was ich wusste war, das ich hier ganz schnell wieder wegwollte.
Das Tier rollte mit seinen pechschwarzen Augen, und das einzige, woran ich dies erkennen konnte, waren die Lichtstrahlen, die sich kurze Zeit anders brachen.
Schließlich entrollte sich das Tier vor mir und schlängelte durch das Dunkel, über und unter mir hinweg.
Als ich nach unten schaute, wurde mir schwindelig. Wie im Weltraum kam ich mit vor. Schwerelos. Einfach losgelöst vom Boden. Vorsichtig setzte ich einen Schritt nach vorne. Nichts tat sich. Ich war wie gefesselt.
Nein. Dies ist meine Welt. Du kannst dich nicht bewegen.
„In deiner Welt? Was hat das zu bedeuten? Und wer oder was bist du eigentlich?“, fragte ich leise und wäre am liebsten umgekippt, wenn dies gegangen wäre, als sein Kopf plötzlich meine Schulter streifte.
Nennen wir es doch deine Welt. Ich habe sie mir nur geborgt.
„Wie?“ Ich verstand gar nichts mehr. Seine Welt, meine Welt. Wieso sprach dieses Vieh überhaupt?

Wieder schlängelte es sich mit seinem eigenartigem Körper dicht vor mir her. Vorsichtig berührte ich es. Sein seidenglattes Fell glitt mühelos durch meine Finger.
„Wer bist du?“
Dein Freund.

Erschrocken richtete ich mich auf. Zu meiner Überraschung lag ich in meinem Bett. Brav zugedeckt. Mein Wecker klingelte. Durch die Rollladen kamen die ersten Sonnenstrahlen.
Zweifelnd dachte ich an meinen letzten Traum, der doch sehr eigenartig war. Dieses schlängelnde Tier wollte mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Schläfrig schaute ich auf meinen Schreibtisch, der von dem wenigen Licht erhellt wurde.
Nur mühsam konnte ich einen Schrei unterdrücken. Mir wurde schwindelig und auch leicht übel. Blut konnte ich nicht sehen, und genau das war dort. Ein Messer, blutüberströmt, lag auf meinem Schreibtisch.
Wie war es dorthin gekommen? Wer hat es dorthin gelegt? Und vor allem, wessen Blut ist das?
In einem Anflug von Panik riss ich mir die Sachen vom Leib um doch erleichtert feststellen zu können, dass es nicht von mir stammte. Doch als ich die Bettdecke beiseite räumte, legte ich mehrere Blutflecken frei.
Also doch ich? Ich fühlte mit den Händen darüber uns sah, das sie vom Blut verklebt waren.
Was war hier los? Wieso war Blut an meinen Händen? Und an dem Messer …

„LIAN! KOMM SOFORT RUNTER!“, brüllte meine Mutter von unten. Schnell nahm ich das Messer und packte es in eine Schublade. Notdürftig versuchte ich mit einem feuchten Tuch das Blut von meinen Händen zu bekommen.
„Was?“, fragte ich laut, als ich die Treppe nach unten lief. Ach ja, hatte ja gestern nicht die Garage aufgeräumt. Und Paps hatte ich auch vergessen zu wecken und ins Bett zu schicken.
„Die Garage räum ich nachher noch auf. Hab es gestern nicht mehr geschafft.“, versuchte ich meine Mutter zu beruhigen. Doch als ich die Küche betrat, wusste ich, warum sie mich gerufen hatte.
Die Küche war voll gespritzt mit Blut. Die Decke, die Schränke, der Boden, die Wände. Einfach alles.
Ich schaute meine Mutter an. In ihren Augen stand das Grauen. Noch nie hatte ich sie so furchtsam gesehen und so dermaßen am Zittern. Doch den Grund sah ich schon kurz darauf.
Hinter dem Küchentisch lag ein Oberkörper. Mir wurde schlecht. Speiübel. Ein Torso. Ohne Kopf. Eine riesige Blutlache. Wo war der Rest? Ich wollte es nicht wissen. Schnell rannte ich nach draußen und entleerte mich in einem Busch. Scheiße, was für ein Morgen.

„Ich … ich muss die Polizei rufen.“, stotterte meine Mutter. Ja genau: Hey, ich hab hier n Oberkörper in meiner Küche liegen. Könn’se den vielleicht mal abholen?
Bei dem Gedanken kam gleich die nächste Ladung und wieder reiherte ich alles voll.
Wo war Paps eigentlich? ( Ha, schon komisch, das ich genau an ihn denken muss, wenn ich kotze … )

Nervös wählte meine Mutter die Nummer der Bullen. Ich währenddessen machte einen großen Bogen um die Küche und ging wieder nach oben. Schnell wollte ich meine Sachen nehmen und zur Schule gehen, doch da musste ich wieder an das Messer denken. Die Polizei würde mich doch glatt als Täter darstellen, wenn die das finden würden.
Also packte ich es ein und nahm es mit. Wohin sonst damit? Als ich es gerade in Tücher einwickelte, bemerkte es, das es eins unserer Messer war. Es war das große Küchenmesser, welches meine Mutter oft nahm, um Braten klein zu schneiden, oder so.
Hilfe, meine Mutter wird das irgendwann merken … und dann komm ich. Die Polizei wird zur Schule kommen und mich ausfragen. Himmel!
Egal. Jetzt muss es erstmal weg. Und die Blutflecken? Nun, die auch. Schon wieder diese Übelkeit und dieses Kribbeln. Will nicht.

Nervös und anscheinend leichenblass betrat ich das Schulgelände und kam zu meinen Freunden. Still und andächtig saßen sie da, schauten nicht mal auf, als ich grüßte. Nur ein kleines ‚Hi’ würgten sie hervor. Was war los? Wer hatte nun die halbe Leiche in der Küche? Die oder ich?
„Du glaubst gar nicht, was heute morgen bei uns in der Küche lag …“, flüsterte Nelson gequält. Er schluckte ein paar Mal.
„Was denn?“, fragte ich ihn und wurde neugierig.
„Ein … ein Arm. Einfach nur ein Arm.“, sagte er und würgte ein paar Mal. „Marrey, erzähls’ ihm.“, forderte er den armen Kerl auf, der keuchend auf der Bank saß, seine Hände über den Kopf und auf den Boden schauend.
„Ein … BEIN!“ Ok. Da hätten wir also die eine Hälfte von dem Körper.
„Das Beste kommt aber noch!“, flüsterte Marrey. „Maydlin … bei ihr … sie, sie … sie fand einen Kopf – Tarzans Kopf! Er war eingehüllt … wie ein Kokon.“
Mir wurde mal wieder speiübel und ich musste zum dritten Mal an diesem Morgen meinen leeren Magen entleeren in einem Gebüsch.
Ein Schauer lief mir über den Rücken. Abartig.

Der Unterricht an diesem Morgen fand kaum statt, da überall bedrückte Stimmung herrschte. Auch ich konnte mich nicht recht konzentrieren, denn ich musste immer wieder an all das Blut und diese halbe Leiche in der Küche denken und immer wieder hoffte ich, dass die Polizei alles beiseite geschafft hatte, ehe ich nach Hause kam.
Ich bin dein Freund.
Schon wieder diese Stimme aus meinem Traum. Lass mich in Ruhe!

Ein leerer Blick in den Spiegel. Halb kaputt und verschmiert. Die Putzfrau hat vor langem gekündigt und seitdem kam noch keine Neue. Die Toiletten sehen wirklich versifft aus.
Seufzend schließe ich die Tür zum Klo ab und klapp den Deckel hoch.
Ich bin immer bei dir.
„Waah, lass mich. Ich will jetzt nur mal in Ruhe scheiße, ok? Also, kusch, kusch!“ Langsam nervte das echt. Warum höre ich das überhaupt. Sollte ich deswegen mal zum Psychiater gehen oder so? Ich mein, normal ist das ja nicht. Ob schon mal jemand von seinem Traum verfolgt wurde und Stimmen hörte?
„Seit wann führst du Selbstgespräche auf dem Klo?“, neckte mich auf einmal jemand – Nelson. Wer sonst?
„Nein.“, bemerkte ich dazu nur. Leicht säuerlich versuchte ich solange sitzen zu bleiben, bis er wieder verschwunden war.
Schwindelgefühle benebelten meinen Verstand. Ich merkte, wie ich zur Seite kippte und es nicht verhindern konnte. Dann war alles dunkel um mich rum.
So ähnlich wie in dem Traum.
 
Hab leider jetzt nicht viel Zeit, aber deine Geschichte ist echt geil!
Viel zu schade wenn es nur eine KG werden soll!^^
Mir gefällt die Art wie du schreibst, die Story ist super, was negatives ist mir bis jetzt nicht wirklich aufgefallen, nur komisch das die Hauptperson als "uncooler" coole Freunde hat. Obwohl, dass gibt es auch öfters. XD"
Mach nur weiter. :kawaii:
 
Bis auf, dass es ein wenig vorhersehbar ist im Moment ist es zweifellos gut, wenn auch teilweise etwas abgehackt
 
Danke ihr beiden für das doch positive Feedback. *froi* ^^

Nun kommt also der letzte Teil der KG:


Unter Schmerzen stand ich wieder auf. Ich hatte mir den Kopf gestoßen. Warum war ich auf einmal weggetreten? Kein Plan. Wie lange ich wohl weg war? Kein Plan.
Ich spülte ab und öffnete die Tür. Schnell wusch ich mir noch die Hände.
Jetzt auf zum Unterricht, dachte ich, rutschte aus und landete unsanft auf dem Hinterkopf. Irgendeine Flüssigkeit umgab meinen Kopf und durchtränke meine Sachen. Vorsichtig richtete ich mich wieder auf. Alles drehte sich, doch den roten Boden konnte ich wahrnehmen. Ich hob meine Hand und schaute sie an. Unklar konnte ich ihre Konturen erkennen. Sie waren beide Rot, so wie alles andere gerade auch. Was …?
Ich schnupperte an der Hand und am liebsten hätte ich wieder gekotzt, aber mehr als Würgegeräusche brachte ich nicht hervor. Blut. Nein.
Langsam schaute ich mich um. Es kam von der Nachbarkabine in der ich gerade noch gesessen hatte.
Ich robbte vor und schob die Tür auf, doch ich machte sie ganz schnell wieder zu. Mein Herz schien für kurze Zeit stehen geblieben zu sein, mein Atem setzte kurz aus. Was war hier los? Erst Tarzan und jetzt … Nelson.

Meine Augen füllten sich mit Tränen. Das war doch alles nicht wahr. Und ich habe nichts mitbekommen. Nur weil ich einen blöden Schwindelanfall hatte. Ich habe nichts tun können. War wahrscheinlich noch eine Lachnummer für den Täter, weil ich aufm Klo weggetreten war. Warum hat er mich dann nicht umgebracht? Hä?

Nur bei halbem Bewusstsein sah ich, wie das Blut sich einen Weg unter der Tür durch auf den Flur bahnt. Schnell wurde mir bewusst, dass dies bestimmt nicht unbemerkt blieb. Man würde hier hereinstürmen und die Leiche finden - aber auch mich, als einziger und Blut durchtränkt. Ich würde wohl als Täter dargestellt werden. Niemand würde mir meinen kleinen Ohnmachtsanfall glauben.
Und überall dieses Blut.
Ich stützte mich am Waschbeckenrand ab und zog mich hoch. Kaum stand ich einigermaßen fühlte ich, wie die Übelkeit in mir aufstieg. Schweiß perlte mir vom Gesicht und tropfte in das Waschbecken. Das war doch alles zuviel für mich. Und ich hatte gedacht, hey, ich verkrafte das. War ja auch erst nur Tarzan. Aber Nelson?

„Scheiße, was ist das?“ Och nee, der Hausmeister. Wieder würgte ich und die Tür zum Jungenklo wurde aufgeschlagen und klatschte gegen die Wand.
Muss n blödes Bild gewesen sein – Ich, halb kotzend über dem Waschbecken umgeben von einer Menge Blut.
„Junge, was ist hier los?“, rief er aufgeregt und stürmte in die Kabine, in der Nelson lag. Angewidert stolperte er rückwärts wieder raus und klammerte sich neben mir am Waschbecken fest.
„Wer … tut so was?“
Ohne eine Antwort zu geben füllte ich das Waschbecken mit dem Rest, vom dem mein Körper heute eigentlich noch leben wollte.
Schnell rannte der Hausmeister los zum Sekretariat. Ich hörte ihn nur ‚Mord! Mord!’ rufen.

Hab keine Angst. Ich bin bei dir.
Geh, geh aus meinem Kopf, verdammt. Was willst du? Ich habe keine Angst. Wer spricht da?
Hast du mich etwa schon vergessen? Ich bin’s, dein Freund.
Nein … vergessen hab ich dich nicht – aber ich will’s.

„Ist das der Junge?“ Die Polizei traf ein. Ich schaute in ihre Richtung. Ein Polizist schaute mich bemitleidenswert an. Ich muss aber auch furchtbar ausgesehen haben; Tränenverschmiert, blutdurchtränkt und total fertig.
Der Polizist kam auf mich zu, nahm mich vorsichtig an den Schultern und führte mich nach draußen.
„Alles in Ordnung?“, fragte er freundlich. Verwundert schaute ich ihn an. Er hielt mich nicht für den Täter?
„Der Junge hat sich die Seele aus dem Leib gekotzt.“, hörte ich den Hausmeister zu einem streng aussehend Mann sagen. Er schien wohl hier das Kommando zu haben.
Missbillig schaute dieser mich an.
„Macht seine Zeugenaussage.“, sagte er laut zu dem Polizist, der sich um mich gekümmert hatte. Dieser nickte.
Wieder nahm er mich und stützte mich bis wir in einem leeren Zimmer saßen. Er rückte mir einen Stuhl zurecht und setzte sich dann mir gegenüber.
„Also dann wollen wir mal.“
Mir war immer noch übel. Selbst meine Augen schienen das zu merken, denn ich sah meine Umgebung nur noch verschwommen.
Nelson.
Wieder musste ich an meinen Freund denken. Wer hatte so was bloß getan?
„Dein Name?“
Die tiefe Stimme holte mich wieder aus meinen Träumen. Gedankenverloren starrte ich den Polizisten vor mir an und brachte kein Wort aus mir heraus. Was war hier bloß los?
„Dein Name?“, fragte der Polizist noch mal, diesmal aufdringlicher.
„Lian. … Lian Fried.“, flüsterte ich benommen.
„Alter?“
„17.“
Wieder wurde mir schwindelig und ich klammerte mich krampfhaft an dem Tisch fest. Schweiß überströmte mein Gesicht. Nein, nicht! Ich will nicht wieder ohnmächtig werden. Ich blinzelte. Mein Magen verkrampfte sich.
„Dann entleere doch bitte erstmal deine Taschen.“
Mit einem Mal war ich wieder bei Bewusstsein. Hatte ich heute Morgen nicht das Messer von meinem Schreibtisch mitgenommen? Mist. Ich schaute an mir herunter.
Es steckte in der Hose, unter meinem Hemd. Der Bulle würde mich abtasten und es finden. Und dann?
Langsam stand ich auf und griff in meine rechte Jackentasche. Ich holte ein paar Kaugummipapiere heraus und einen kleinen, abgebrochenen Bleistift und legte alles auf den Tisch.
Aus der linken fischte ich noch meinen Schlüssel und etwas Kleingeld heraus.
Dann setzte ich mich wieder.
„Mehr nicht?“, fragte der Polizist und schrieb alles auf.
„So, dann steh doch mal bitte auf für die Leibesvisite.“ Er stand auf und kam um den Tisch rum.
Jetzt war es also soweit. Ich seufzte unmerklich. Wieder schweiften meine Gedanken zu Nelson.
„Steh bitte auf.“, forderte der Bulle und packte mich an den Schultern. „Ich kann mir vorstellen, dass dies sehr schlimm für dich gewesen sein muss, trotzdem muss ich meiner Arbeit nachgehen. Also, steh auf!“
Ich rückte mit dem Stuhl nach hinten. Meine Schwindelgefühle verstärkten sich wieder. Ich hatte Gleichgewichtsprobleme als ich mich aufrichtete, gab aber mein bestes.

Wieder war ich mit meinen Gedanken woanders. Doch diesmal bei meiner Mutter und der Küche. Ob diese Polizisten heute Morgen bei mir waren?
Ich merkte, wie der Polizist anfing, mich zu durchsuchen. Erst oben herum. Seine Hände waren kaum ein paar Millimeter von dem Messer entfernt. Gleich würde er es finden.
Ich hielt die Luft an. Seine linke Hand umklammerte den Griff des Messers.
„Was … was ist das?“, fragte er und stellte sich vor mich. Langsam zog er unser Bratenmesser aus meiner Hose.
Noch immer war Blut daran, aber schon längst getrocknet.
„Gibt’s doch nicht!“, rief er und schubste mich auf den Stuhl zurück. Schnell holte er seine Handschellen raus und band mich an meinem Stuhl fest.

Jetzt werden sie mich wirklich für den Mörder halten. Aber Stopp, Nelsons Blut ist doch gar nicht daran. Oh man, dann werden sie mir den Mord von Tarzan nachweisen können, denn es ist ja sein Blut.

„Das werde ich erstmal dem Kommissar zeigen. Du bleibst schön hier.“, sagte der Bulle aggressiv.
Klar, ich bin kein Opfer mehr, sondern der Täter.
Wieder Schwindelig. Einfach gehen lassen. Das beste was mir nun passieren konnte. Ich merkte nur noch, wie ich zur Seite umkippte und hart auf den Boden prallte. Der Bulle kam wieder auf mich zu, hielt aber Sicherheitsabstand, ich könnte ja schließlich noch irgendwo eine Waffe haben.
„Hey!“, sagte er noch und dann …

Wieder war alles dunkel. Wieder war ich in dieser Art Raum gefangen. Wie in dem Traum. Doch dieses Tier war nirgends zu sehen.
„Hallo?“, fragte ich vorsichtig. Doch ich bekam keine Antwort. Warum war ich schon wieder hier? Ein Licht schien auf mich herab. Langsam drehte ich mich, von der Stelle rühren konnte ich mich immer noch nicht so wirklich.
Das Licht von oben wurde stärker und ich spürte, wie ich nach oben gezogen wurde.

Ich schlug die Augen auf. Über mir war die Decke des Klassenzimmers. Immer noch lag ich auf dem Boden. Ob ich aufstehen konnte? Zu meiner Verwunderung waren die Handschellen durchtrennt.
Ich stützte mich auf dem Stuhl und dem Tisch ab, um hochzukommen. Da merkte ich, dass ich etwas in der Hand hielt. Es war das Messer!
„Verflucht!“, flüsterte ich, als ich sah, dass der Polizist in einer Blutlache lag. „Was geht hier ab? Ich habe doch gar nichts getan?!“
Hin und her gerissen überlegte ich, was ich nun tun sollte. Zur Polizei draußen im Flur gehen oder zur Flucht ansetzen?
Letztlich entschied ich mich für das Zweite und öffnete ein Fenster. Erster Stock und unten war das Überdach des Haupteinganges der Schule.
Ich kletterte auf das Fensterbrett und spähte noch kurz hinter mich, dann nach vorne und sah, das die Flucht nach vorne ganz bestimmt schief gehen würde, denn dort standen die Polizeiautos und auch noch ein paar Bullen. Also musste ich wohl zusehen, dass ich ungesehen um das Gebäude herum kam.
Ich sprang auf das Vordach und schaute mich hektisch um. Anscheinend hatte es niemand bemerkt. Ich robbte zum Rand und legte mich so hin, dass ich einen kurzen Blick unter das Dach werfen konnte. Niemand war zu sehen, also sprang ich ein zweites Mal und kroch schnell ins Gebüsch.
Ich hechtete um das Gebäude, durch das zweite Tor, von dem Grundstück und einfach geradeaus. Ich versuchte unauffällig bis nach Hause zu kommen, was auch alles geklappt hatte, bis ich dann vor meinem Haus stand. Drei Bullenwagen parkten davor.
Ich verdrehte die Augen und lief weiter. Wohin nun? Als ich zwei Blocks weiter war, blieb ich abrupt stehen.
Scheiß Idee. Ich war der Einzige mit dem Bullen in dem Zimmer. Jetzt wird man nach mir fanden, meine Mutter alarmieren und das Messer … Wo war es? Panisch tastete ich meinen Körper ab. Es war nirgends. Ich muss es wohl unterwegs verloren haben, oder sogar noch an der Schule. Mist!
Wohl oder übel musste ich wohl erstmal die Stadt verlassen. Dabei fiel mir schmerzlich auf, dass ich mein gesamtes Geld auf dem Tisch in dem Klassenzimmer liegengelassen hatte. Also zu Fuß? Muss wohl. So könnte ich wenigstens die kleinen Seitengassen benutzen.
Wahrscheinlich auffällig schnell ging ich los, aber das war mir mittlerweile auch egal.
Wir wohnten ziemlich nah an der Stadtgrenze und so war ich schnell draußen. Felder grenzten hier an und nur eine Straße führte hindurch. Ich schlug aber lieber die Feldwege ein, wo ich mich notfalls noch mal verstecken konnte.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, Städten auszuweichen und als die Sonne unterging, fing ich an, einen Unterschlupf zu suchen. Der Boden auf dem ich stand war mir zu ungemütlich und so näherte ich mich einer Stadt.
Mein Magen knurrte, aber ich hatte nichts, um meinen Hunger zu stillen und so trottete ich weiter.
Die Hauptstraßen der Stadt mied ich vorsichtshalber und durchquerte die kleinen Gassen. Dabei traf ich auf mehrere Penner. Schließlich setzte ich mich einfach dazu.
Die alten Männer und Frauen starrten mich eine zeitlang an, bis ein anderer, der gerade kam, auf mich zustürmte.
„Hey, du arschgewichster Hurensohn! Verpiss dich von meinem Schlafplatz!“, brüllte er. Erschrocken sprang ich auf und wich weit zurück.
„’Tschuldigung.“, murmelte ich verlegen und setzte mich einige Meter weiter wieder hin.
Dem Penner schien das nicht zu genügen. Er folgte mir und stellte sich vor mich.
„Steh auf du Penner!“, schnauzte er.
Gleichfalls.
Ich rappelte mich also wieder auf.
Kaum stand ich, sah ich eine Faust auf mich zurasen, die mich direkt im Gesicht traf. Ich stolperte nach hinten und knallte noch gegen eine Hauswand. Noch nicht mal vom den Schlag erholt, holte der Penner zum nächsten Schlag aus, der mich im Magen traf. Röchelnd ging ich zu Boden, wo ich erstmal liegen blieb.
„Ich hoffe, das war die eine Lehre!“, raunzte er und spuckte mich an.
Ja war es. Ein kleiner Seufzer entrann mir und schmerzenslaute. Mein Kopf brummte fürchterlich, bestimmt ein blaues Auge morgen.
Kurz darauf schlief ich ein.

Wieder fand ich mich in diesem seltsamen Traum wieder. Wieder war alles dunkel und zwei Lichter schienen aus dem Nichts.
Vor mir, dort, wo ich beim ersten Mal das Tier gesehen hatte, lag nun ein Gespinst, weiß und fein. Fast wie ein Wattebausch. Doch wo war das Tier? Verwundert schaute ich mich um. Es schien nicht da zu sein, oder darin.
Langsam fing dieser Bausch an zu pochen, erst kaum merklich und dann immer heftiger, fast wie ein Paukenschlag.
Schweißgebadet wachte ich auf. Mein Kopf schmerzte aufs unerträglichste. Ich hatte das Gefühl, er würde gleich platzten.
Ich legte mich noch mal hin, mit der Hoffnung, noch ein wenig Ruhe zu finden. Und tatsächlich schlief ich wieder ein – unnatürlich schnell.
Geh nicht so schnell.
Zurück in meinem Traum. Wieder diese Stimme. Doch wieder war niemand zu sehen. Vor mir lag der geöffnete Wattebausch, der Kokon. Das Tier war nicht da.
„Wo bist du?“, fragte ich, doch die Antwort bekam ich schneller als mir lieb war.
Eine grausame Kreatur stand mir plötzlich gegenüber. So groß wie ich, schwarz eingehüllt, weiße, stechende Augen und schwarze, riesengroße Schwingen, ebenso schwarz waren Haut und die langen Haare.
Angsterfüllt stand ich da und wusste nicht wohin und was jetzt geschah.
Hast du dich über meine Geschenke gefreut?
„Welche Geschenke?“
Die Beseitigung derer, auf die du eine Wut hattest.
Mit einmal wurde mir alles klar. Das Wesen hatte all die Leute umgebracht; Tarzan, den Bullen und Nelson …
„Du hast … warum? Die haben mir doch gar nichts getan? Warum hast du sie umgebracht?“, schrie ich verzweifelt.
Tarzan hatte deine Angebetete, der Polizist wollte dich lebenslänglich einsperren …
„Und Nelson …?“
Er hatte all dies, was du nicht hattest: Erfolg, gutes Aussehen und Ansehen.
„Aber … er war mein bester Freund!“
Und dein ärgster Feind.
„NIEMALS! Ich will nicht mehr! Lass mich in Ruhe! Lass mich hier raus! Lass mich aufwachen und verschwinde!“
Komm mit mir!
„Was …? Nein! Ich will nicht!“
Komm mit mir und spiel mein Spiel!
„Welches Spiel?“, fragte ich flüsternd.
Das Wesen erhob sich und neben mir eröffnete sich ein Bild. Wir standen vor einem Haus und kurz darauf befanden wir uns darin. Neugierig schaute ich mich um. Wo waren wir hier.
Das Wesen steuerte die Treppe hoch und wir standen vor einem Zimmer. Die Tür öffnete sich.
„Maydlin!“, entfuhr es mir. Wir waren bei Maydlin! Was wollte dieses Ungeheuer hier?
Du bist dran.
Das Bild kam näher und ich merkte, wie meine Hände durch das Bild gingen. Ich stand hinter Maydlin.
Plötzlich drehte sie sich um.
„Lian …?“, fragte sie erschrocken, doch dann schrie sie. Sie musste das ‚Ding’ gesehen haben.
Meine Finger bewegten sich auf ihren Hals zu.
„Lian, was soll das?“, schrie sie.
Ich drückte zu, immer fester. Tränen stiegen mir in die Augen, meine Stimme versagte. Warum das alles nur?
„LASS MICH IN RUHE!“, krächzte ich. Ich wusste, dass dieses Ungeheuer meine Hände lenkte.
Mein Griff wurde immer fester. Maydlin umklammerte krampfhaft meine Arme und rang nach Atem.
Tränen liefen über mein Gesicht. Warum musste auch noch Maydlin sterben?
Langsam ließ der Druck ihrer Hände nach und ich merkte, wie ihr lebloser Körper zu Boden sackte.
Das Bild verschwand und wieder war alles schwarz.
„Du verfluchtes Mistding! Warum? WARUM?“, schrie ich unter Tränen und versuchte an das Monster ranzukommen, aber nach wie vor klappte es nicht.
Sie wollte dich nicht.
„Wie … woher wusstest du das?“
Es schüttelte den Kopf, lächelte und kam auf mich zu. Es war ganz nah vor meinem Gesicht und legte einen Finger auf meine Lippen.
Dann sah es mir in die Augen und mir wurde bewusst, dass ich jetzt sterben musste.
Es beugte sich zu mir vor und flüsterte in mein Ohr:
Ich bin doch nur das Tier in dir.



~~~~


Ende. Ich hoffe, es hat euch wenigstens ein wenig gefallen. ^^;;
 
deine Sig passt beabsichtigt gut zu dir Story ^^

Ich find sie ganz ok, auch wenn irgendwie schon von Anfang an abzusehen war, dass er es selbst war, was mich aber wundert, dass er mal so eben in die Schule gehen kann und die Leute die gefundenen Körperteile recht schnell verdauen. Die Polizisten scheinen sowas auch des öfteren zu sehen ^^.
Nunja, wie kam der eigentlich in alle Häuser (ungesehen) um die Körperteile zu verteilen? ^^

Naja, bis auf paar Logikfehler find ichs echt gut ^^
 
@Lysander: Erst mal danke! =) Nun ja, es ist halt nur eine KG und ich hab nicht weiter darüber nachgedacht, ehrlich gesagt. ( sie ist innerhalb von 2 stunden entstanden ... >.< )
Der Protagonist der KG ist halt ein ziemlich zäher Typ - und wie gesagt, den Tod seines Freundes hat er nicht ganz so schnell verdaut. ;)
Und die Körperteile hat ja nicht er verteilt, sondern das Tier. Wer weiß, wie es das gemacht hat. ^^;;
 
Das hier nur zwei Leute ihren Kommentar abgegeben haben, finde ich eigentlich schade. Das ist wohl das Los für Kurzgeschichten?

Ich jedenfalls liebe Kurzgeschichten und ebenso diese :-), obwohl ich sonst eher Fantasy-Fan bin.
Das einzige was an Kritik zu sagen wäre, sind die paar Logikfehler, die ja schon genannt wurden. Allerdings ist es ja, wie gesagt, eine Kurzgeschichte und da müssen bei weitem nicht alle Umstände aufgeklärt werden. Von daher sehe ich das nicht als so tragisch. :tongue2:
Ansonsten stören die gelegentliche Umgangssprache und die abgehackten Sätze ein wenig.

Irgendwie hört sich das jetzt nur nach schlechten Dingen an :rolleyes: . Aber ich finde die Geschichte wirklich gut, sonst hätte ich gar keinen Kommentar hinterlassen^^ - außerdem liebe ich offene Enden und Sories aus der Ich-Perspektive, da gibts eh so wenige von :lol2:

Schreib' doch nochmal eine, ich lese sie auf jeden Fall!

Und die Signatur passend zur Geschichte ist irgendwie genial^^.
 
@Dark: Danke für dein Kommie. ^^ Hätte gar nicht gedacht, dass noch mal jemand antwortet. Oo Die Umgangssprache war eigentlich Absicht, denn die KG ist ja in der Ich-Perspektive geschrieben und es sind halt die Gedanken desjenigen - da kommt Umgangssprache notgedrungen schon mal vor. ^^;;

Die Signatur ist ein Auszug aus dem Lied, welches mich inspiriert hat - s.o. Eigentlich kam die Story erst nach der Sig. =)"

Na mal schaun, ob ich noch eine KG schreibe, bei mir wird des meist immer etwas länger. >< Aber ich schau mal.
 
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