Ranma 1/2 "Roter Schirm und graue Spatula"

Chibi Pool

Sarcasm fuck the world!
Titel:

Roter Schirm und graue Spatula​

Autoren: hydroxion (auch bekannt unter *give me novachaine* - sie ist hier nicht angemeldet)
UND
ChibiPool (auch bekannt unter dem Namen: Wolverine, Rosette und Chibi Shiina)
Email: chibipool@yahoo.de
Fanfiction (welcher Anime/Manga): Ranma 1/2
Rating: oh... ähm... hmm... grausam...
Warnung: s. o. ^^""
Disclaimer: Rumiko Takahashi gehören die Figuren, bis auf Haru, der gehört mir... WUAHAHAA...
Beginn: direkt nach dem 38sten Band ^^
Kommentar: ohjey... lest mal gleich einfach den Riesentext da unten...^^
[Pairing:] lest ihr schon, sieht man aber auch am Titel


Vorwort:​

Ajo ich hab mir das Board vorher etwas genauer angesehen, deshalb hatte ich diese nette kleine Liste...^^ natürlich noch erweitert ... *grinselt*

*die Simpsons nachäfft* Guten Abend, mein Name ist Chibi Pool. Sie kennen mich vielleicht noch von Fanfictions wie "Der achte Dragonball" oder "Gleichgewicht der Welt". Hier lesen Sie mich das erste Mal seit langem wieder. Dieses Mal jedoch nicht alleine, sondern in Cooperation mit hydroxion, die hier auf diesem Board nicht vertreten ist. *thihi* langer Rede, garkein Sinn... fang einfach mal an das Vorwort weiter zu lesen.

Ohne von der Story jetzt zuviel zu verraten (das sagt der Titel ja schon ein bisschen aus), möchte ich nur ein bisschen der Form Heit Halber etwas erklärendes anführen:

1. Diese FF ist aus einem RPG heraus entstanden, das von den beiden Autoren Rosette und hydroxion geschrieben wurde. Die Absätze, die in Kursiv gehalten wurde, sind von Rosette und die in der normalen Schriftweise von hydroxion.

2. Die Kapiteltitel sind jeweils in Japanisch gehalten, mit deutscher Übersetzung versteht sich.

3. Diese FF ist SEEEEHR lang, aber wer sich darauf einlässt, der wird reich belohnt werden, mit einer spannenden Geschichte, die sich von den sonstigen Ranma ½ FFs deutlich unterscheidet, denn hier ist nicht der Humor im Vordergrund, sondern es geht tiefer in die Gefühlswelt der einzelnen Charaktere ein. Wer also eine humorvolle Geschichte sucht, ist hier etwas fehl am platze, ansonsten seit ihr Willkommen, wenn ihr mal eine Geschichte lesen wollt, die etwas vollkommen anderes ist als die Mangas sonst hergeben.

4. Eine kleine Crossover ist auch noch enthalten, wobei wir uns bei diesem Chara mehr auf seine Kampftechnik und Aussehen beschränkt haben, als auf seine Eigenschaften und sein Wesen. Aber wer ihn kennt, der wird ihn auch erkennen. Ansonsten ist es auch nicht wichtig diesen Charakter zu kennen, es bricht der Story nichts ab. Um nicht zuviel zu verraten, werden wir nicht einmal den Anime/Manga, aus dessen dieser Chara entnommen wurde, benennen.

5. Wir bitten um vieeeeeeeeeeeele Kommis, denn wir sind allemal gespannt auf die Fans die sich daran wagen etwas Außergewöhnliches zu lesen. Wir versprechen, ihr werdet nicht enttäuscht werden.

Solltet ihr euch noch nicht abgeschreckt fühlen, dann bitte ich jetzt gemütlich platz zu nehmen, das Rauchen einzustellen, einen Tee/Kaffee/heisse Schokolade und sonstiges Lieblingsgetränk gleich neben dem Popcorn und der Schoki zu platzieren, denn hier geht es auch gleich los.

Nur noch eine kleine Anmerkung:

Ich werde Wochenweise ein Kapitel weiterposten. Insgesamt werden es 24 Kapitel sein, die FF ist bereits beendet.

Ansonsten wünsche ich ab hier viel Spass beim lesen ^^
 
Kapitel 1

mioboe - Erinnerung

Draußen schien die Sonne und erwärmten den sauber gefegten Straßenabschnitt. Die Wimpeln flatterten im lauen Lüftchen während eine Schar Schüler schwatzend näher kam. Sie hatten Schulschluss und wie immer gingen einige in Gruppen oder allein durch die Straßen auf der Suche nach einer guten Gelegenheit zum Essen.[i/]

Leise Musik dudelte durch das Restaurant, doch es war kaum zu hören, denn in "U-chans Okonomyaki" Restaurant herrschte Hochbetrieb, denn immerhin war es Mittagszeit.
Konatsu und sie hatten alle Hände voll zu tun jeden Gast anständig zu bedienen. Da sein Gehilfe Konatsu noch nicht so gut Okonomyakis backen konnte, hatte Ukyo, die Inhaberin des Restaurants, ihn erstmal an die Kasse gestellt. Natürlich achtete sie peinlich genau darauf dass der ehemalige Ninja auch ja die richtigen Preise für die Speisen einnahm, aber er machte seine Sache inzwischen schon ganz gut. Ukyo war zufrieden, vor allem weil er genügsam war und kaum Geld für seine Dienste verlangte.[i/]

„Frau Ukyo, die nächste Bestellung ist viermal Okonomyaki mit viel Käse und einer Schicht Peperoni und als Unterlage Tomatenmark." dröhnte es über das Schwatzen der Kunden hinweg.
Wie eine Weltmeisterin schwang Ukyo die Spatula und hatte bereits die vier kreisrunden Teigfladen fertig, auf denen später die Zutaten verteilt werden sollten.[i/]

„Schon verstanden, Konatsu!" rief sie zurück und in Windeseile heizte sie den Ofen an, riss das Tomatenmark aus seiner Verpackung und noch während sie es hoch in die Luft warf und die Schwerkraft es auf den Teig niederdrücken konnte, war Ukyo schon dabei den Käse zu raspeln und die Peperoni zu zerhacken. Das ganze dauerte nicht länger als ganze 20 Sekunden.[i/]

„In fünf Minuten verfügbar!" rief sie zur Ladenzeile zurück und schob die vier Okonomyaki mit ihrer Spatula in den Ofen.
Hitze glühte auf ihrer Wange, die Geschäfte liefen gut. Doch noch etwas anderes sollte an diesem Tag passieren, etwas das ihr ganzes Leben noch mehr auf den Kopf stellen sollte als es ohnehin schon war...[i/]

Auch Ranma und Akane hatten schon Schluss gehabt. Obwohl die beiden vor einigen Monaten ihre zugegebenermaßen missglückte Hochzeit hinter sich hatten, hat sich kaum etwas an ihrem Alltag geändert. So machten sich die beiden auf ihren gewohnten Heimweg, aber Ranma hatte noch etwas anderes vor.

„Ranma, bleib endlich stehen! Wo willst du eigentlich so schnell hin!", schrie Akane dem sichtlich gehetzten Jungen hinterher.

„Keine Zeit für Erklärungen Akane! Ich habe etwas sehr Wichtiges vergessen, mach dir mal keine Sorgen", erwiderte dieser knapp und kurz angebunden, während er weiter über die Baumwipfel sprang.
In Akane entbrannte dadurch aber wieder Mal in Wut, denn wenn dieser Idiot ihres Beinahe-Ehemannes auch nur denken soll, er bedeute ihr etwas, dann hatte er sich da ziemlich geschnitten...Allerdings war sie sich da nicht mal so sicher, ob dies auch der Wahrheit entsprach...

„RANMA!" brüllte sie ihm hinterher, „Wage es ja nicht zu denken..!" doch zu spät. Er war schon über alle Berge. Etwas enttäuscht machte sich Akane weiter daran ihrem Weg zu Folgen, als sie schließlich mit jemandem zusammenstieß. Beide fielen zu Boden und die junge Frau rieb sich den Kopf. Gerade wollte sie ihre Gegenüber ordentlich die Meinung sagen, da bemerkte sie, dass es der verloren Junge, ihr Freund Ryoga war.

„Ryoga, was machst du denn hier, in solcher Eile?", fragte sie diesen musternd.

"Ohh… Ähhm, Hallo Akane-chan", sagte dieser. Und auch er wirkte sichtlich in Eile.

Akane fragte sich wo er denn bloß so eilig hin müsste und irgendwie erinnerte sie dieses Verhalten an jemanden.

„Ryoga, du siehst aber total hungrig aus", stellte sie danach aber besorgt fest. "Willst du nicht mitkommen zu U-Chans. Ich war eigentlich auch gerade auf den Weg dorthin", log sie. Ryoga hatte der Schlag auf den Kopf nicht so wirklich gut getan und was er nun WIRKLICH in Nerima wollte, nämlich ein Duell mit seinem ärgsten Kontrahenten, zugleich aber besten Trainingspartner und Freund, ist ihm doch tatsächlich entfallen. Also willigte er ein und irgendwie freute er sich wie ein kleines Kind darauf seine gute Freundin Ukyo wieder zu sehen. Er war schließlich schon solange, eigentlich schon seit der Hochzeit nicht mehr in Nerima und die Zeit hatte er zum Nachdenken genutzt.

Langsam ebbte der erste Ansturm auf U-chans Restaurant wieder ab, denn die meisten Gäste, die nicht an den vielen bereitgestellten Tischen essen wollten, waren bereits mit einem Okonomyaki zum Mitnehmen gegangen. Nur noch drei Leute standen an der Kasse, doch Ukyo war nicht sehr traurig darüber. Hier hinten am Ofen zu arbeiten, zur Mittagszeit während es draussen sommerlich warm war und die Hitze sogar durch das offene Fenster hereinstrahlte, obwohl es ja eigentlich die Hitze aus dem Raum tragen sollte, war nicht sehr angenehm.[i/]
Sie lehnte gegen die dicke Eisentür des Kühlraums, das einzige was überhaupt noch kühl war in diesem Hinterzimmer, und pustete erschöpft ein und aus während sie ihre nun kühle Hand gegen die Stirn presste und wohlig schnurrte. Genau das war es worauf sie sich nach Feierabend heute Abend freuen würde, ein schönes Bad und dann endlich aus diesen verschwitzen Klamotten heraus.
Ihr Blick wanderte wachsam zum Ofen herüber, die Okonomyaki durften auf keinen Fall zu lange backen, sonst würden sie Schwarz werden, aber so wie sie es durch die saubere dicke Scheibe hindurch sehen konnte, war alles in Ordnung. [i/]

Sie gönnte sich kurz den Luxus durchs Fenster zu den Kirschblütenbäumen hinaus zu blicken während eine Hand gedankenverloren ihre Haare aus dem Gesicht wischte.
Irgendwie wurde ihr bei diesem Anblick schwer ums Herz während sie den Ästen beim tanzen im Wind zusah. Und schlagartig wurde ihr auch bewusst warum sie so schwermütig wurde. Die Kirschblüten erinnerten sie an die Beinahe-Hochzeit von Ranma und Akane... Kirschblüten waren dort geworfen wurden und hatten den Weg für die Braut geebnet. Sie selbst war höchstpersönlich angereist und wollte den beiden ein Okonomyaki Spezial zur Hochzeit schenken, aber am Ende war alles im Chaos versunken - wie schon so oft im Hause Tendo.[i/]
Am Abend, als aller ärgster Chaos beseitigt gewesen war, waren sie und ihr Okonomyaki, das wie durch ein Wunder die Schlacht überlebt hatte, wieder Richtung Restaurant gewandert in der merkwürdigen Gewissheit Ranma für immer verloren zu haben. Wie durch einen merkwürdigen Zufall stand dort unter der Laterne, direkt nur drei Häuser weiter Ryoga voll bepackt und anscheinend bereit für eine lange Reise. Er hatte seine Karte aufgeschlagen und hielt sie so dicht vor seine Nase das Ukyo beinahe befürchtete er könnte in sie hinein steigen und so auf einfacherem Wege an sein Ziel gelangen.
Sie musste über diese Szene schmunzeln damals und auch jetzt glitt ein Grinser über ihren Mund. Sie war damals näher herangetreten, hielt ihr eingepacktes Okonomyaki bei sich und blieb erst kurz vor ihm stehen.[i/] Er bemerkte sie zuerst gar nicht, redete mit sich selbst oder vielmehr mit der Karte. Als Ukyo ihn dann antippte sprang er hoch in die Luft und hielt sich schließlich am Laternenmast fest, bibbernd und vollkommen erschrocken.[i/]

„Komm runter", hatte sie damals gerufen, "Ich tue dir bestimmt nichts...!"

Schließlich hatte er doch herunter geschaut und sie erkannt.

„Ach, du bist es Ukyo." meinte er und rutschte an der Laterne herab.

„Schade dass auf der Hochzeit alles schief gelaufen ist..." murmelte er nun doch. [i/]

Ukyo spürte dass hinter diesen Worten noch mehr stand und da er eigentlich etwas ganz anderes meine. Eigentlich ging es sie ja nichts an, aber so wollte sie ihn auf keinen Fall sehen. So schnappte sie ihn sich am Arm und zog ihn zur Bank, die gleich neben der Laterne stand.[i/]

„Bitte sei nicht traurig, du hast doch noch Akari." meinte sie dann und beide setzten sich.

„Ich habe schließlich niemanden, ausser meinen Laden und meinen Gehilfen."
Ryoga hatte damals beide Fäuste auf seine Knie gestemmt und hatte mit den Tränen gekämpft als er beinahe flüsterte: "Ja... nein... es ist... ich meine... nun ja..."
Ukyo merkte, dass sie diesen Jungen nur noch mehr in Verlegenheit brachte und schob stattdessen ihr Päckchen auf seinen Schoß. [i/]

„Bitte nimm es an. Das was drauf steht ist zwar etwas unpassend, aber lass es dir trotzdem schmecken... es muntert dich vielleicht etwas auf." mit diesen Worten erhob sie sich und er blinzelte ungläubig und mit großen Augen hinterher. [i/]

„Na komm schon... sei nicht so deprimiert!“ Ryoga schaute noch immer aus als würde er nicht so recht wissen was um ihn herum geschah und Ukyo war es von Sekunde zu Sekunde unangenehmer geworden. So sagte sie: „Also gut, wenn du aus Nerima raus willst, dann nimm den Weg und wenn du vielleicht doch noch mal in meinen Laden kommen willst, dann nimm den Weg." passend dazu wies Ukyo mit den Fingern in die entsprechenden Richtungen ohne zu wissen dass sie Ryoga damit nur noch mehr verwirrte.
Er blickte ihr immer noch ungläubig in die Augen und Ukyo ertrug diesen Blick nicht mehr, beugte sich hinab und zwickte ihm in die Wange. "Na komm... jetzt lach doch mal!" befahl sie ihm damals und mit einer halb zerkniffenen Wange hatte er gelächelt - und sie hatte zurückgelächelt.[i/]

„So ist es schon besser..." grinste sie, ließ ihn los und erhob sich.

„Es ist spät...", meinte sie und blickte in den Sternenhimmel hinauf. Er tat es ihr gleich...

„Machs gut Ryoga und verlauf dich nicht...", war ein gut gemeinter Rat von Ukyo bevor sie ging...

„Fräulein Ukyo, nur noch drei Kunden sind am Tresen und... Fräulein Ukyo geht es ihnen gut?" meldete sich Konatsu, der kurz nach hinten gegangen war um nach seiner Chefin zu schauen.
Diese rutschte erschrocken ein wenig von der Eisentür weg und sah erst zu Konatsu und dann zum Ofen herüber. Die Okonomyaki waren gerade gut geworden und schnell griff sie nach der Spatula.[i/]

„Nein Nein, alles in Ordnung mit mir, geh nach vorne und bediene weiter die Kunden." beruhigte Ukyo ihn und scheuchte Konatsu aus der Küche heraus. Noch während sie den Ofen öffnete und ihr wieder ein Hitzeschwall ins Gesicht blies und sich ihren Kopf schüttelte fragte sie sich wieso sie gerade jetzt an diese Szene gedacht hatte...[i/]

Akane nahm Ryoga an die Hand und führte in durch die ihr so bekannten Straßen Nerimas. Sie ging diese Wege schließlich tagein tagaus entlang, sei es morgens, wenn sie ihre gewohnten Runden lief oder später am Tage, wenn Ranma ihr meist auf dem Zaun folgte. Während sie Ryogas Hand hielt, musste sie daran denken, als Ranma zuletzt ihre Hand gehalten hatte. Wie lange konnte das nur jetzt schon her sein? ... Bei dem Gedanken seufzte sie leicht auf. Ryoga, der zwar noch tief in seinen Gedanken war, blickte Akane daraufhin leicht von der Seite an. Er fragte sich, was passiert war, seit er gegangen ist. Ob sie und Ranma nun endlich zusammen gefunden hätten? Ob sie ihre Hochzeit noch einmal wiederholt hätten? ... Er bemerkte nun noch stärker wie lange er eigentlich weg gewesen ist. Irgendwie hatte er sie alle vermisst… Akane und den Rest der Tendo Familie… und ja auch Ranma. Seine Einstellung gegenüber ihm hatte sich geändert. War er damals nur noch enttäuschter, als er merkte, dass Akane Ranma wirklich liebte, so war er heute umso glücklicher darüber. Eines wusste er mit Sicherheit, er wusste von Ranmas Gefühlen. Schließlich war er doch irgendwie so etwas wie sein Gefährte geworden. Das Wort Freund mochte nicht so Recht, selbst nicht in seinen Gedanken, über seine Lippen kommen. Ranma war nämlich zugegebenermaßen, wenn auch unfreiwillig ein ziemlicher Frauenheld. Das störte ihn an sich nicht weiter, doch hatte er früher oft genug in die leeren Augen eines Mädchens sehen müssen, dass immer etwas zusammenschrak, als Akane und Ranma sich näher kamen. Niemand bemerkte damals diese Reaktionen ihrerseits, er selbst hatte das Gefühl wie sehr sie es unterdrückte, doch er, er spürte es. Dies tat ihm so weh...und wenn er daran dachte, dann brodelte beim Namen Ranma immer etwas Wut in ihm auf.
Akane bog schließlich rechts in eine kleine Gasse ein und nun waren die beiden höchstens einige Meter von dem köstlichen Duft entfernt, der immer stärker in ihre Nasen stieg. „Ryoga, wir sind da? He, Ryoga hörst du mich?", fragte Akane ihren Begleiter.

Dieser wachte abrupt aus seinen Tagträumen auf und blinzelte etwas. An dieser Stelle war er schon einmal gewesen... Es war kurz vor seiner Abreise. Das machte ihm zu schaffen.

„Der Laternenpfahl", wisperte er kaum hörbar, so leise, dass nicht mal Akane es höre konnte. Akane zupfte dem Jungen nun schon etwas entnervt am Ärmel. Ryoga kam nun allmählich doch in die Realität zurück und schaute erneut in Akanes leuchtend braune Augen. Doch dieser Anblick, das Gefühl dabei, es hatte sich verändert, vollkommen... er fühlte auf keinen Fall mehr dasselbe wie damals.
Mit dieser neuen aber unerwarteten Gewissheit ging er nun auf das Restaurant zu. Akane folgte ihm und war etwas überrascht, als Ryoga sich plötzlich schlagartig von ihrer Hand löste. Sie fragte sich, was denn bloß los sein könnte. Er wirkte so nachdenklich, fast nachdenklicher als sie es ohnehin an diesem Tag schon war. Aber sie folgte ihm wortlos hinein.

„Hallo Akane, guten Tag Ryoga!", strahlte ihnen ein freundlicher aber sehr beschäftigter Konatsu entgegen. "Lange nicht mehr gesehen hier."

An der freundlichen und strahlenden Stimme Konatsus konnte Ukyo erkennen dass jemand das Restaurant betreten hatte, den er gut kannte. Sie hustete und wischte mit einer fächernden Handbewegung den Rauch aus ihrem Gesichtsfeld. Ihr war warm, nein ihr war heiss und nichts sehnlicher wünschte sie sich als jetzt ein Bad nehmen zu können. Ein schönes, gemütliches Schaumbad, wo sie die Augen schließen konnte und einfach dem plätschern des Wassers lauschen konnte und endlich diese komischen Gedanken sie in Ruhe lassen würden...[i/]
Sie verpackte die vier Okonomyakis und schob sie durch die Durchreiche in den Verkaufsbereich. Gerne wäre sie hinaus gekommen aus dem Hinterzimmer um die Bekannten zu begrüßen, doch sie hatte noch drei Bestellungen zu erledigen.
Just in diesem Augenblick rief auch noch Konatsu: „Zweimal Okonomyaki Spezial für zwei gute Freunde von uns."
Ukyo schob die Spatula mit den gerade fertigen Okonomyaki in den Ofen hinein und stellte die Zeit.[i/]

„Wer ist es denn?" rief sie zurück und ein Grinsen zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab...vielleicht war es ja Ranma, vermutlich in Begleitung von Akane, aber das störte sie schon lange nicht mehr - es hielt sie nicht davon ab Ranma noch immer schöne Augen zu machen, ganz gleichgültig was sie vorhin gedacht hatte.[i/]

„Komm doch und schau selbst..." rief Konatsu und seine Chefin die gerade die zwei Okonomyaki Spezial zubereitet hatte und sie noch in den Ofen schob, streckte nun den Kopf aus dem Hinterzimmer hinaus in den Vorraum. Sie platze beinahe vor Neugierde und rief: „Und wer ist es...nun?"
Doch Konatsu stand allein am Tresen, ausser ihm und der Registrierkasse war dort Niemand.

„Oh tut mir Leid, du hast sie gerade verpasst... sie haben sich bereits hingesetzt."
Entschlossen zogen sich Ukyos Augenbrauen zusammen.[i/]

„Welchen Tisch haben sie genommen?"
Konatsu sah auf das kleine Zettelchen, dass er sich vorhin notiert hatte. „Tisch fünfzehn, aber warum...?" setzte er an doch Ukyo hatte schon wieder ihren ganz eigenen Blick und ballte entschlossen eine Hand zur Faust.

„Er wird ein Okonomyaki Spezial bekommen das ihn ganz hin und weg sein lässt." rief sie entschlossen und ehe Konatsu noch etwas sagen konnte war Ukyo schon wieder hinten in der Küchenzeile verschwunden. Doch schon im nächsten Moment hörte er die Stimme seiner Chefin: „Ich werde die Okonomyaki persönlich an den Tisch bringen."[i/]

„Chefin, willst du nicht erst wissen wer..." setzte Konatsu an der ja wusste wer den Laden betreten hatte.

„Sei Still, sonst hören sie uns!" rief Ukyo zurück und einige der Gäste im vorderen Teil des Ladens blickten sich erstaunt um.

Schon nach wenigen Minuten war das Okonomyaki fertig und Ukyo, die ihre Spezialsauce angerührt hatte extra für diesen Anlass, nahm die Spritztüte und schrieb in Schönschrift:[i/]

„Lieber Ranma, bitte geh noch einmal mit mir aus und du wirst sehen dass ich die einzige bin für dich. In Liebe, deine Ukyo" murmelte sie zufrieden mit sich selbst vor sich hin. Vergessen war das was sie vorhin gedacht hatte, vergessen war die immerhin misslungene Hochzeit und wer wusste es schon? Vielleicht konnte sie ihn ja doch noch umstimmen.
Sie schob die beiden Okonomyakis auf ein großes Tablett und rief während sie die Tür aufstieß: „Zweimal Okonomyaki Spezial für Tisch Fünfzehn!"[i/]

Schnell glitt sie aus der Tür heraus, es war eine Schwungtür die direkt in den hinteren Teil des Restaurants hinein wies. Kleine, lauschige Nischen in denen sich verliebte oder Gruppen die ungestört sein wollten, verkriechen konnten. Ukyos Blickfeld glitt herum und erfasste Tisch Fünfzehn, doch was sie sah war so ganz und gar nicht das was sie erwartet hatte.[i/] Ihre anfängliche Euphorie verwandelte sich sofort in einen kleinen Klumpen und verschwand auf nimmer Wiedersehen in ihrem tiefsten Inneren. Sie hatte sich aber immerhin nur teilweise getäuscht, es war Akane die dort am Tisch saß aber der den sie eigentlich noch mit erwartet hatte, saß dort nicht... sondern... weiter kam sie mit dem Gedanken nicht, denn die Schwungtür kam zurück. Das ganze hatte nicht mal ganze drei Sekunden gedauert und jetzt war es zu spät zum ausweichen. Die Tür traf Ukyo direkt ins Rückrad hinein und ließ sie nach vorne Taumeln. Natürlich verlor sie dabei beide Okonomyaki Spezial, die durch den Schwung der Tür eine ungeahnte Karriere als Ufos antraten und einmal quer durch das ganze Restaurant flogen mit direktem Landeanflug auf Tisch Fünfzehn während Ukyo hilflos taumelnd dem Boden immer näher kam...[i/]

Akane und Ryoga blickten erstaunt zu Ukyo herüber, die von der Tür angestoßen worden war und auf den Boden hinab segelte. Irgendwie war es merkwürdig, die ganze Welt drehte sich auf einmal. Ukyo hatte so einen harten Schlag auf den Kopf bekommen, dass sie nicht einmal mehr beide Arme nach vorne strecken, doch den Boden erreichte sie nicht...[i/]

Die Okonomyaki flogen einmal quer durch die Luft, ein weiterer Gast hatte just in diesem Augenblick den Laden betreten und ging gemächlich direkt in die Wurfbahn der Köstlichkeiten hinein, ohne es zu bemerken. Er drehte sich nur herum, grinste und erblickte Akane die wie ein hypnotisiertes Kaninchen an ihm vorbei starrte zu etwas was ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich zog.
„Hey, Akane, was ist denn los?" meinte Ranma und drehte sich in die Richtung. Genau in diesem Augenblick landete ein Okonomyaki direkt auf seinem Gesicht und er taumelte zurück, riss beide Arme empor und ruderte hilflos damit in der Gegend herum, empört über die plötzliche Finsternis.
Akane war die die das Zweite Spezial abbekam. Etwas heisses vor Fett triefend, traf ihr Gesicht und bedeckte auch dieses, hüllte es in Finsternis ein.[i/]

„Oh Ranma, was hast du jetzt wieder gemacht?" schrie sie erbost und griff blind nach ihrem Verlobten, packte ihn am Schlaffitchen und riss ihn zu sich herunter.

„Ich hab gar nichts gemacht!" rief dieser erbost zurück und griff nach dem Teig auf seinem Gesicht während Akane hinter ihm das gleiche tat.
Doch kaum hatten sie den Teig von ihren Gesichtern bot sich ein anderer Anblick der die beiden sofort verstummen ließ.[i/]

Ukyo, die sich gerade noch im Sturzflug befand, lag nicht auf dem Boden, sondern wurde von zwei kräftigen Armen gehalten, die die beiden sehr gut kannten.

„Ryoga...", schluckte sie kurz, als sie langsam die ganze Situation wahrnahm, in der sie sich nun ziemlich hilflos befand… Auch ihm war nicht wirklich bewusste, was er gerade getan hatte. Er ist einfach aus dem Affekt heraus auf das fallende Mädchen zugesprungen, doch nun bemerkte auch er, dass dies ja Ukyo war. Diese hatte gerade in diesem Moment ihre Arme etwas um ihn gelegt um nicht abzurutschen.
Akane und Ranma blieb einfach die Spucke weg. Sie wollten sich gerade natürlich wie immer gegenseitig an die Gurgel gehen, doch dieser Anblick war zu ungewohnt.

Kontasu, der nun panisch hineingestürmt kam, lief sofort weinend zu seiner Chefin

„Oh Fräulein Ukyo! Was ist denn bloß passiert!" Die junge Frau lag immer noch schwer geschockt gefangen in dem Griff ihres Retters, der mittlerweile ziemlich rot geworden war und leicht zu zittern begann. Eine ganze Menschenmenge hatte sich nun um die beiden versammelt. Vorne dran natürlich ihre beiden besten Freunde Ranma und Akane. Die beiden beäugten sie von jeder Richtung oben unten recht links...

Als Ukyo nun in Ranmas Gesicht blickte erschrak sie. Er sollte sie doch nicht so sehen, und Ryoga ging haargenau dasselbe durch den Kopf!

„LASS MICH AUGENBLICKLICH LOS!", keiften sich da die beiden Hauptpersonen dieser Situation gleichzeitig an.
Mit einem Schwung hatte sich Ukyo wieder auf die Beine gestellt und sah wütend zu Ryoga hinunter. Auch er war zurückgesprungen und befand sich nun in Ranmas Armen, der ihn halb aufgefangen hatte. Scher atmend, als ob er gerade einen anstrengenden Kampf hinter sich hatte, keuchte der Junge mit dem Stirnband da vor sich hin.

„Was glotzt ihr denn alle so blöd!", fuhr Ukyo da sie erstaunten Gäste an, die sich um den Ort des Geschehens versammelt hatten. Es waren fast alles Personen, die sie kannte, ihre Mitschüler, Freunde oder Stammkunden. Ihr war das alles zu peinlich gewesen, dass sie sich vergessen hatte. Einfach so ihre Kunden anzubrüllen war überhaupt nicht ihre Art und Akane machte sich daran sie zu beruhigen. Nach diesem kleinen Faux-Pas verabschiedete sich die eine Hälfte ängstlich und wortlos und die anderen machten sich verwundert über das gerade Gesehene wieder auf den Weg zu ihren Plätzen. Konatsu begriff, dass er nun kurz das Ruder in die Hand nehmen musste und machte sich gleich wieder an die Bestellungen. Die vier Freunde waren währenddessen komplett verstummt uns starrten sich nur paarweise an.
Es war an Ranma die Situation aufzulockern. Er blickte auf die Fetzen der Okonomiyakis, die ihn und Akane getroffen hatten. Dabei entdeckte er Schriftzüge auf ihnen, doch diese waren nun unkenntlich. Er schnappte sich Ryoga, der noch immer an ihn gelehnt stand und zog ihn ins Hinterzimmer mit sich.

„Putzlappen, Eimer!", sagte Ranma kurz angebunden und schon schupste er Ryoga wieder nach draußen.

„RANMA, was bildest du dir eigentlich ein!""", schrie ihn sein perplexer Freund an.

Akane hatte Ukyo nun zu einem der nun freien Plätze des Restaurants geführt, an dem noch vor wenigen Minuten Gäste gesessen hatten. Sie Schämte sich und ärgerte sich auch gleichzeitig doppelt über ihr Missgeschick, das alles so daneben gelaufen war, dass sie die Gäste vergrault hatte und ... und dass sie so gemein über Akane gedacht hatte die nun einen Arm um sie gelegt hatte währen sie selbst zu Boden starrte.
Diese Szene die sich gerade mitten in ihrem Restaurant abgespielt hatte ließ ihre Hände hilflos zu Fäusten ballen und ärgerlich knirschte sie mit den Zähnen während ihr die Schamesröte unpassend ins Gesicht geschrieben stand.[i/]

„Schon gut Ukyo... alles in Ordnung, es ist ja nichts weiter passiert...", murmelte Akane nun beruhigend, doch Ukyo hätte sie am liebsten von sich gestoßen und sie stattdessen beim Kragen gepackt, sie angeschrien das überhaupt nichts in Ordnung war, das alles schief gelaufen war was schief laufen konnte, das sie sich total in etwas verrannt hatte, das ihr schönes Okonomyaki Spezial in den Gesichtern ihrer Freunde gelandet war, ausgerechnet das mit den Schriftzügen war in Ranmas Gesicht gelandet, das hatte sie noch gesehen.[i/]
Das Restaurant war nun beinahe leer, bis auf ein paar hartnäckige Gäste die sich nur durch ein Erdbeben von etwas abbringen lassen konnten und die Freunde.
Ranma schubste nun Ryoga wieder aus dem Putzraum heraus. Er schrie ihm irgendetwas zu, doch es interessierte sie nicht was er schrie. Er hatte alles vermasselt, er hatte sie aufgefangen und das vor Ranmas Augen, ach was, vor den Augen aller Anwesenden. Sie glaubte das Ranma noch nie so in weite Ferne gerückt war wie in diesem Augenblick.[i/]
Und jetzt saß sie mit ihrer Erzfeindin an einem Tisch, ließ sich von ihr den Arm um die Schultern legen und ihre Gedanken trudelten hin und her, auf und ab, nach links und rechts, von oben nach unten und wieder zurück.[i/]

„Alles wieder in Ordnung bei dir? Hast du dir auch nichts getan?" murmelte nun eine angenehme Stimme neben ihrem Ohr und erstaunt hob sie den Kopf, blickte nun Ranma direkt ins Gesicht. Aus den Augenwinkeln konnte sie Ryoga sehen der den Boden aufwischte unter den neugierigen Blicken der anderen Gäste.[i/]

„Er bringt wieder in Ordnung was er angerichtet hat..." meinte er. Ukyo öffnete den Mund, wollte protestieren, denn sie war es ja die den Okonomyaki hatte fallen lassen, aber dann schloss er sich wieder und ihr Blick wanderte zum Fenster herüber.[i/]

„Tut mir Leid dass ihr die beiden Okonomyaki abbekommen habt... ich mache euch neue, zum Mitnehmen, auf Kosten des Hauses." murmelte sie.
Innerlich kochte sie vor Wut, aber sie hatte gelernt damit umzugehen und sie nicht an guten Freunden auszulassen.
Akane nahm ihren Arm herunter und lächelte ihr zu. „Nein ist schon Ok, wir werden natürlich bezahlen."[i/]
Ranma legte nun stattdessen seine Hand auf ihre Schultern und Ukyo drehte sich wieder zu ihm herum. Blickte wieder in sein Gesicht hinein... ihr Herz schlug schneller, ihr war zum Heulen zumute. Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen dass Ryoga zu ihnen herüberstarrte, er fegte schon seit einer geraumen Zeit immer wieder dieselbe Stelle.
Genau in diesem Augenblick betrat noch eine weitere Person den Laden und steuerte auf die Freunde zu.[i/]

„Oh Ryoga, mein Schatz, arbeitest du jetzt hier?" hörte man die fröhliche Stimme von Akari und Ukyo sah wie sich sein Blick ihr entgegen richtete. Sie legte einen Arm um ihn herum als wäre es eine Selbstverständlichkeit und er lächelte hilflos.
Aus irgendeinem inneren Reflex heraus griff Ukyo nun nach der Hand Ranmas und wischte sie von ihrer Schulter.[i/]

„Lass... ist schon gut...", murmelte sie und erhob sich, glitt an Ranma vorbei ohne ihn anzusehen und ging zu Ryoga herüber. Ohne darauf zu achten was er mit Akari tat, griff sie nach dem Mopp und riss ihn aus seinen Händen.[i/]

„Nein er arbeitet nicht hier, er beseitigt nur die Sauerei die er angerichtet hat!" knurrte sie eisig. Natürlich wusste sie dass es nicht stimmte, genauso wie auch Ranma, Akane und schließlich auch Ryoga selbst, aber wenn man es von allen Seiten zu hören bekommt, dann glaubte man schließlich das was alle sagen, obwohl es in Wirklichkeit ganz anders ist. Ryoga wich ein Stück zurück. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch die blitzenden Augen von Ukyo ließen ihn verstummen.
Sie nahm nun ihren Mopp und stieß ihn in seine Kniekehlen.[i/]

„Verschwinde da, ich muss sauber machen!" knurrte sie und er ging ein paar Schritte während sich Akari mit einem irritierten Blick an Ryoga heftete und ihn langsam aus dem Laden heraus zog.

„Was ist mit der denn los?" flüsterte sie ihm erschrocken zu.[i/]

Ryoga war mittlerweile ziemlich sauer geworden. Es kam einfach eines zu dem anderen. Er hatte sich zum Gespött gemacht und das vor Ranma und AKANE ! Dabei hatte er doch nur helfen wollen. Sicherlich hatte er Ukyo nicht mit Absicht aufgefangen, nur weil SIE es war. Was denkt Ukyo denn von ihm! Das er ein Perversling war, weil er sie so eng in seinen Armen hielt! Könnte er alles Rückgängig machen, so war er sich sicher, würde er sie ganz einfach fallen lassen. Ja genau, das würde er. Und was fiel Ranma eigentlich ein ihn für das Chaos verantwortlich zu machen! Das war ja wohl die Höhe! Und während er dann die Drecksarbeit betreiben musste, vergnügte sich Ukyo wieder mit Ranma. Er hatte seine Hand auf ihrer Schulter genau bemerkt. Wütend biss sich der Junge mit seinen Eckzähnen etwas in die Lippen. Glücklicherweise war Akari ja nun da. Mit ihr hätte er zwar am wenigsten gerechnet, doch es war so erleichtert sie zu sehen. Sie gab ihm irgendwie Kraft und Ehre zurück. Sie stand zu ihm und war sein Fels in der Brandung. Er war ihr so unendlich dankbar. Seine kleine Akari...sehnsüchtig und verletzt drückte sich Ryoga nun an seine Freundin. Er wurde seinen Gefühlen nicht mehr Herr und fing an zu weinen. Er weinte sich seine ganze Wut, seine Anspannung, seinen Frust von der Seele. Akari war ganz gerührt von dieser Geste. Ryoga musste sie wirklich ziemlich vermisst haben. Wie er sich nun an sie schmiegte. Das war einfach zu schön. Er hatte das noch nie getan… Leicht seufzend nahm sie ihn in ihre Arme und wollte ihn küssen. Doch genau in diesem Moment drehte sich Ryoga weg. Er hatte ehrlich gesagt nicht einmal bemerkt, dass das Mädchen zum Kuss ansetzte, er blickte einfach wieder dorthin wohin sein tiefsten inneres ihn drängte. Seine Blicke fielen wie die eines Falken wieder zurück ins Restaurant, führten an allen Menschen vorbei und setzten bei Ukyo auf. Er starrte sie regelrecht an. Akane, die sich inzwischen mit Ranma an einen nahe gelegen Tisch gesetzt hatte, schweifte rüber und sie erschrak etwas bei dem Gesichtsausdruck Ryogas. Auch Ranma bemerkte, dass etwas nicht in Ordnung zu sein schien und er blickte in Akanes geschockte Augen. Er folgte ihrem Blick und nun sah auch er Ryoga. So hatte er ihn noch niemals gesehen. Seine Kampfaura schien wahrhaftig zu lodern, für einen so erfahrenen Kampfsportler wie Ranma war dies leicht zu erkennen. Er schluckte kurz auf, denn nun fiel sein Blick wieder auf seine Freundin Ukyo. Er kannte sie schon seit Kindheitstagen, genauso wie Ryoga und auch sie hatte er noch niemals so gesehen. Sie sah so niedergeschlagen aus. Nicht einmal, als er sie damals mit seinem Vater und dem Okonomiyaki-Wagen verlassen hatte, besaß ihr Gesichtsausdruck solch eine Traurigkeit und Wut...
Akari blickte etwas verdutzt drein, doch Ryoga hatte sich inzwischen wieder zu ihr gewandt. Entschlossen nahm er ihre Hand und winkte Ranma und Akane noch einmal zum Abschied ab. Dann machte er sich auf den Weg. „Akari, gehen wir zu mir?", fragte er seine Freundin ganz behutsam und liebevoll. Sie merkte nicht, dass trotz allem etwas nicht mit ihm stimmte.

„Natürlich! Ich freue mich ja so" und schon hackte sie sich bei Ryoga ein und die beiden bewegten sich Richtung Horizont.

„Wo denkst du gehen die beiden hin?", fragte Akane Ranma während sie langsam ein kühles Glas Orangensaft trank. „Wenn sie zu Ryoga wollen, dann ist es die falsche Richtung", sagte Ranma platt. "Da geht es nämlich zu uns…"
Ukyo hatte beim Anblick der beiden draußen ihren Mopp beinahe durchgebrochen.

„Ryoga, du kannst etwas erleben", murmelte sie leise vor sich daher...

...

Fortsetzung folgt...
 
Schade, noch hat sich hier niemand gemeldet, aber vielleicht hab ich noch zu wenig reingestellt...^^ leider musste ich auf das Kursiv verzichten, da es irgendwie nicht klappt...O_O

Naja, ich wünsch schon mal viel spass beim weiterschreiben ^^

Kapitel 2

konran – Unordnung, Verwirrung​

Es war spät geworden an diesem Tag. Akane und Ranma waren kurz nachdem Ryoga von Akari abgeholt worden war, ebenfalls gegangen, aber erst nachdem Ukyo sie beinahe hinausgeworfen hatte, weil sie ständig nachfragten ob denn auch wirklich alles in Ordnung wäre.
Mit sanfter Gewalt hatte sie die beiden schließlich nach Hause geschickt. Die Sauerei war schon lange beseitigt gewesen und um sich abzulenken und auch der blöden Fragerei und der ständigen Bemutterung aus dem Wege zu gehen, hatte sie Konatsu den halben Tag frei gegeben. Sie hatte sich danach so sehr in Arbeit gestürzt und alles allein erledigt, dass keine Zeit mehr blieb an das Geschehen vom Nachmittag zu denken.

Jetzt jedoch, wo der stille Mond mit den vielen anderen Lichtern am Himmel stand und der Abend versprach eine laue und warme Nacht zu werden, wurde sie wieder schwermütig. Sie hatte bereits den Boden gefegt, die Stühle mit den Sitzen nach unten weisend auf die Tische gestellt und die Tücher in die Wäsche gegeben. Das Geschirr, die Arbeitsgeräte und die Herdplatten glänzten, sie hatte so sehr gescheuert und geputzt, dass sie richtig ins Schwitzen gekommen war. Jetzt schnallte sie sich ihre Spatula auf den Rücken und klimperte mit dem Schlüssel in der Hand. Ihre Arme und Beine schmerzten und nicht sehnlicher wünschte sie sich jetzt ein Bad ... und vielleicht jemanden der zuhause auf sie warten würde um ihr den Rücken zu scheuern...
Aber dem war nicht so... sie war allein, sehr allein...
Sie trat vor die Tür des Restaurants und eine schwül-feuchte Luft empfing und umgarnte sie. Die Sommernächte waren angenehm, im Gegensatz zu der heissen Mittagssonne wenn sie hinter dem Ofen stand.
Der Schlüssel rastete im Schloss ein, es war abgeschlossen. Undeutlich konnte sie ihren Schatten auf der Tür sehen, es war Vollmond und sie spürte einen stechenden Schmerz im Unterleib. Dieses verfluchte kleine rote Etwas das sich immer im falschen Moment zu ihr gesellte meldete sich mit Nachdruck zurück und sagte mal wieder auf seine eigene widerwärtige Weise: Hallo, da bin ich wieder. Keine Sorge ich bleibe nicht lange, nur ein paar Tage und dann sehen wir uns im nächsten Monat wieder...
Ukyo ließ den Kopf hängen und stützte sich mit einer Hand an der Tür ab. Solche Gefühlsausbrüche wie die von heute Nachmittag kannte sie einfach nicht von sich... vielleicht hing es ja mit dem unangemeldeten Besucher in ihrem inneren zusammen, aber das war natürlich keine Ausrede für das was sie mit Ryoga angestellt hatte.

Es war ja klar dass er sich so revanchierte wie er es mit Akari getan hatte, auf seine Weise, eiskalt und verletzend, aber sie war ja genauso gewesen...
Ihre Wut war schon lange verraucht und wich Schuldgefühlen. Vielleicht, vielleicht sollte sie sich bei der nächsten Gelegenheit entschuldigen. Es war ihr sogar schon egal das Ranma alles gesehen hatte, er war mit Akane zusammen, das hatte er heute mehr als deutlich bewiesen. Diese helfenden Gestiken von ihm waren nichts weiter als freundschaftlicher Natur. Sie schluckte schwer und seufzte während sie sich langsam herumdrehte und ihr Blick in den Himmel hinauf glitt...

... und plötzlich etwas Gegenüberstand mit dem sie heute Abend nicht gerechnet hatte.
Aber Etwas war nicht der richtige Ausdruck, sondern eher Welchen Gestalten.

Mit einem ohrenbetäubenden Krach meldeten sich die drei Nervensägen vom Dienst:

„Die drei Ninjas sind wieder unterwegs... Kodea... Kosume und die wunderschöne Kotetsu. Los Ukyo von U-chans Restaurant. Gib uns Konatsu wieder und dein gut laufendes Restaurant gleich dazu und wir verschonen dich!"
Entnervt schlug Ukyo sich mit einer Hand ins Gesicht und schüttelte mit dem Kopf während sich ihre Augen entnervt zum Himmel drehte.
Das durfte doch nicht wahr sein, war es denn schon wieder soweit? Diese drei Witzfiguren von Ninjas kamen mindestens einmal, wenn nicht sogar zweimal im Monat abends, kurz nach Feierabend zu ihr und versuchten sie auf diese Weise zu erpressen. Es ging ihnen nicht um Konatsu, es ging ihnen vielmehr um Geld, denn sie waren, seit dem Konatsu bei ihr arbeitete, Chronisch Pleite, was darauf zurück zu führen war dass sie ihre schönste männliche Kellnerin verloren hatten und das Restaurant der Sexy Ninja-Frauen nun Pleite gegangen war. Normalerweise war sie großzügig, gab ihnen ein bisschen was und ließ sie dann verschwinden, aber heute Abend hatte sie alles andere, nur keine Lust auf diesen Blödsinn.

„VERPISST EUCH. ICH HABE SCHLECHTE LAUNE!" schrie sie erbost und kickte alle Drei gleichzeitig davon. Sie flogen mit verschränkten Armen und Beinen dem Mond entgegen und warn nicht mehr gesehen.
Jetzt hatte sie endgültig die Nase von diesem Tag voll. Sie nahm ihren Schlüssel und die Einnahmen und machte dass sie nach Hause kam. Ein Bad und eine Nacht schlaf und morgen würde wieder alles ganz anders aussehen... vielleicht würde sich sogar mit Ryoga noch alles wieder einrenken... ihr musste nur was einfallen und sie musste ihn allein sprechen...
Frohen Mutes und glücklich einen Teil ihrer miesen Laune an den drei Ninjas hatte auslassen können und kein schlechtes Gewissen zu haben brauchen, ließ sie gleich positiver Denken.

Doch sie hätte ihnen lieber ein paar Yen geben sollen statt sie davon zu kicken, denn sie hatte die drei Ninjas direkt vor die Füße einer verhüllten Person geschossen die sich nun herabbeugte und die drei Ninjas interessiert beäugte...
Schwach nahm er einen Geruch an den beiden wahr... einen Geruch den er sehr gut kannte... und der ihn interessierte... der Geruch nach Okonomyaki...

Ryoga und Akari waren nun schon fast sechs Stunden auf den Beinen. Er konnte es sich einfach nicht erklären…

Verwirrt kramte er wieder in seiner Tasche herum, bis er auf das kleine vergilbte zerknüllte Etwas stieß, was er und seine Familie Hibiki Karte nannten.
Geschäftig drehte er das kleine Stück Papier, das viel eher an eine Kinderzeichnung erinnerte, hin und her, während Akari ihn mit ihrer Taschenlampe beschien, die die Form eines kleinen rosa Ferkels hatte.

„Ryoga, es ist doch ganz egal wie lange wir noch brauchen", flüsterte das Mädchen in sein Ohr. „Hauptsache wir sind wieder beisammen."

Ryoga hörte ihr gar nicht richtig zu, da er mit seinen Gedanken an tausend Orten in der Welt war, nur nicht hier und schon gar nicht bei der Karte. Er dachte an all das, was er schon erlebt hatte, daran wie Ranma ihn geärgert hatte, als Akane und Akari bei ihm zuhause waren und er nicht wusste, zu wem er gehen solle, er dachte an den Showdown in Mount Phoenix, an Saffron, an Shampoo und Mousse und an seine Kindertage mit Ranma. Irgendwie, er konnte sich nicht helfen, waren seine Gedanken in dem Moment nur für eine Sache gut, zum verdrängen, verdrängen des heutigen Tages, den Tag seiner Ankunft in Nerima, nach so langer Zeit...

Hatschi dieses Geräusch weckte Ryoga aus seinen Erinnerungen. Akari hatte sich wohl etwas erkältet, obwohl die Nächte ziemlich warm waren. Ryoga nahm seinen Rucksack ab und reichte ihr seine Decke. „Hier das wird dich wärmen", lachte er sie an und dann nahm er sie kurz in seine Arme. Akari freute sich sehr darüber und ohne es zu bemerken, war sie daraufhin eingeschlafen.

Sie sah so friedlich aus, wenn sie schlief, dachte sich der Junge, aber friedlich war sie doch immer... Ryoga nahm sie auf seinen Rücken und machte sich Huckepack mit ihr auf den Weg vielleicht einmal Nerima wieder zu finden...
Wie es der Zufall wollte, bewegte sich Ryoga wieder Mal in einem Kreis, er war in dem kleinen Wäldchen angelangt, das neben der Furinkan-Oberschule lag. Er war schon so oft dort gewesen doch dies half ihm auch nicht weiter. Während Ryoga so vor sich hin trottete. Da entdeckte er zwei Gestalten in dem Wald, Schatten huschte auf dem Weg. Kampfbereit brachte sich Ryoga in Stellung, nachdem er Akari und seinen Rucksack sicher hinter einem Busch versteckt hatte. Er versteckte sich ebenfalls hinter einem Busch und wartete ab was passieren möge. Doch die Personen schienen sich nicht wirklich ihm gegenüber zu nähern. Stattdessen fanden die beiden nach einiger Weile viel mehr einen Gleichklang im Takt und setzen sich auf den alten Baumstumpf, der ganz in seiner nähe war. Als Ryoga etwas hervorlugte, bemerkte er, dass die beiden wohl in Liebespaar zu sein schienen, denn ihre Schatten lagen nun nahe beieinander. Sehnsüchtig dachte Ryoga nun auch daran wie er dort sitzen würde, mit ... Schnell schüttelte er diese wirren Gedanken ab und machte sich auf den Weg zu den Personen dort vorne, um sie nach dem Weg zu fragen. Beim genaueren Hinsehen wurde ihm nun endlich klar, um wen es sich handelte.

„Akane? Ranma...? Was … was macht ihr denn hier?" brachte er da erstaunt von sich. Ranma war der erste, der sich bei diesen Worten rührte. Irgendwie hatte Ryoga das Gefühl die beiden bei etwas ertappt zu haben.

„Hey Ryoga!..", lachte sein Freund.

„Wir...wir haben dich gesucht.", führte Akane den Satz schnell zu Ende. Dies war allerdings wirklich der Fall gewesen. Nachdem sie mit Ranma vom Tendo-Hause bei Ryoga angerufen hatten und wie sie sich schon dachten niemand abgenommen hatte, machte sich Akane Sorgen und Ranma wusste, dass Ryoga nicht weit gekommen sein mochte. Allerdings haben die beiden während ihres Spazierganges nicht nur über Ryoga geredet...

Ranma schlug Ryoga daraufhin vor, die Nacht erstmal bei ihm und Akane zu verbringen, da es nun ohnehin zu spät war, um Ryoga nach Hause zu bringen. Der Junge willigte ein und Ranma nahm ihm Akari ab, da Ryoga ziemlich erschöpft dreinblickte. So machten sich alle drei auf den Weg.

Akane und Akari hatten sich mittlerweile schon Schlafen gelegt, als Ryoga und Ranma ein Gespräch im Garten der Tendos führten. Ryoga war so lange weg gewesen und Ranma wollte wissen, was er alles Neues gesehen hatte. Das war genau das, was Ryoga nun brauchte. Ranma brachte ihn auf total neue Gedanken und das tat ihm richtig gut. Begeistert erzählte er von allem, was passiert war, und dass er auch in China war, im Dorfe der Amazonen, wo er Shampoo und Cologne wieder getroffen hatte. Sie waren nach der Hochzeit auch erstmal wieder zurückgegangen, doch nun müssten sie sich auch wieder auf den Weg nach Nerima befinden, um das Cat Café weiterzuführen und Shampoo wollte Mousse Wiedersehen, da er sie zu einem Duell herausgefordert hatte. Dies konnte sie sich natürlich nicht entgehen lassen. Dabei hatte sie ihm einige Exemplare ihrer Seife mitgegeben, durch die sich die Flüche von Jusenkyo für einige Stunden abhalten ließen. Er kramte zwei davon aus seiner Tasche und gab sie Ranma

„Als verspätetes Hochzeitsgeschenk", fügte Ryoga noch lächelnd hinzu. Doch sein Freund schüttelte schnell ab und so erfuhr Ryoga, dass die Hochzeit noch gar nicht wiederholt wurde. Ranma nahm die Seife trotz allem dankend an sich aber er verspürte einen Drang nun schnell das Thema zu wechseln, denn wenn es um Akane ging, wollte er mit niemandem darüber reden, außer mit sich selbst und natürlich mit Akane, wenn es die Situation ergab.

„Ryoga, wegen heute noch Mal", begann Ranma ernst. „Du solltest dich bei Ukyo entschuldigen...", Ranma war in dem Moment gar nicht mehr klar, wie alles passiert war und dass Ryoga nun wirklich keine Schuld traf. Ryogas Miene wurde sofort düster und er erhob sich mit einem Grummeln.

„RANMA! Wieso sollte ich das denn überhaupt tun! Mich hat keine Schuld getroffen, ich wollte nur helfen!"

Ryogas Gegenüber erhob sich daraufhin auch und grinste ihn an. „Was lachst du denn so blöd?", wollte Ryoga wissen. Da hob Ranma nur seine Ellenbögen an und verschränkte seine Arme nicht wissend hinter dem Kopf.

„Also das ist doch egal. Was ich meine, ist dass ihr euch aussprechen solltet ...denn", nun hielt er kurz inne, „…Denn Freunde verzeihen sich doch und du wirst auch ihr verzeihen können, außerdem kannst du sie dann wieder sehen."

Gerade wollte Ryoga Ranma anbrüllen und ihn fragen weshalb er denn so brennend darauf bestehen solle dieses Weibsstück wieder zu sehen, doch er beherrschte sich, da es ja schon mitten in der Nacht war, also knirschte er nur mit den Zähnen und ballte eine Faust. Andererseits hatte Ranma irgendwo Recht.

Beide beendeten so ihr Gespräch und fanden sich im Dojo ein, wo sie nun neben Genma ihre Nachtruhe fanden.

Ukyo hatte es nach diesem endlos erscheinenden Tag endlich geschafft ihre Kleider unordentlich auf den Boden des Vorraums zu ihrem Bad zu verteilen, sich ordentlich abgeschrubbt und sich gleich wohler in ihrer Haut gefühlt. Ganz so als hätte sie den schlechten Tag einfach von sich herunter gewaschen. Ihre Kleider würde sie später in den Wäschekorb schmeissen, das hatte Zeit. Was keine Zeit mehr hatte war das Bad das schon viel zu lange auf sie wartete.
Endlich glitt sie mit einem Fuß in das angenehm heisse Wasser hinein und hielt sich geschickt am Rand fest während sie das andere Bein hinterher zog. Warme Nachtluft quoll herein, sie hatte das Fenster geöffnet, aber immerhin den Vorhang davor gehängt, schließlich wollte sie keine Spanner anziehen.
Mit einem zufriedenen Seufzen glitt sie mit ihrem ganzen Körper ins Wasser hinein und schloss geniessend die Augen während ihr Kopf auf der Kissenrolle zum liegen kam.
Der pochende Unterleib war jetzt nur noch ein schwindender Gedanke der jemand anderem gehörte... aber die Gefühle, die gehörten noch immer ihr...
Das flackern der Kerzen, die die einzige Lichtquelle im Raum darstellten und eine romantische Atmosphäre schafften, ließen sie ein wenig wehmütig werden. Leise plätscherte das Wasser als sie sich bewegte und einer Kerze beim flackern zusah.
Jetzt tat es ihr erst recht leid was sie mit Ryoga abgezogen hatte... nichts würde sie jetzt davon abhalten sich bei ihm zu entschuldigen, schließlich war es ein langjähriger Freund, der ihr sogar schon geholfen hatte, vielleicht mit Ranma anzubändeln... aber geholfen war eher das falsche Wort, sie hatte ihn als Mittel zum Zweck missbraucht, jedenfalls wenn sie an die Szene in den Geistergrotten dachte.
Sachte schloss sie ihre Augen und ihre schmerzenden Glieder entspannten sich. Es tat ihr jetzt sogar Leid dass sie ihn missbrauchte denn irgendetwas in ihrem Inneren pochte sehr stark gegen ihre Brust wenn sie an ihn dachte... und das war vor diesem heutigen Tage nicht gewesen.
Sie würde sich bei ihm entschuldigen sobald sie ihn wieder traf und sie würde versuchen die Freundschaft zu retten... sie würde es schon hinbekommen, irgendwie...
Langsam drifteten ihre Gedanken ab. Die wärme lullte sie ein, sie begann zu dösen...

Ryoga währenddessen hatte sich den Vorschlag Ranmas noch einmal deutlich durch den Kopf gehen lassen und beschloss nun auch noch einmal mit Ukyo reden zu wollen. Probleme aus der Welt zu schaffen, konnte ja nur Gutes an sich haben und zu schämen brauchte er sich auch für nichts.

„Also was solls...", murmelte er kurz, als er sich langsam aus Ranmas Fanggriff befreite, denn Ranma hatte im Schlaf alle Vieren weit von sich geschlagen und Ryogas Hals war darin eingeklemmt. Ryoga wollte lieber früher als später aufbrechen, da er ja wusste wie es um seinen Orientierungssinn stand. Aufgrund der Tatsache dass es zu U-chans an sich von den Tendos nur um einen Fußmarsch von fünfzehn Minuten handelte, dürfte er in rund vier Stunden da sein, rechnete er kurz nach.
So machte er sich früh in der Morgendämmerung auf den Weg.
Er bog gerade in eine der für ihn zahllosen Gassen Nerimas ein und ihm kam bei diesem Stück des Weges ein mulmiges Gefühl auf. Ist hier nicht früher auch immer etwas passiert, als er mit Ranma, Mousse und den anderen im Kampf durchhetzte? Doch weiter kam der Junge mit seinen Überlegungen gar nicht, da traf ihn schon ein Schwall kaltes Wasser von der alten Frau, die durch einen wohl unerklärlichen Zufall erneut Wasser aus ihrer Schöpfkelle auf die Strasse warf. Das darf doch nicht wahr sein, dachte er ziemlich genervt, doch das Glück sollte ihn noch weiter verlassen. Ziemlich eilig war er nun auf dem Weg schnell heißes Wasser zu finden, doch er konnte seine Kleider nicht einfach auf dem Gehweg liegen lassen, sonst wäre er ja nackt, wenn er sich wieder zurückverwandelt. Irgendwie musste es ihm gelingen die Kleider mitzunehmen.
Genervt kraxelte er zu dem Haufen Klamotten, der sich nun nass neben ihm befand, doch es sollte noch nicht dazu kommen, dass er sie wieder in seinen Besitz bringen konnte.
Der Nebel der frühen Morgendämmerung ließ zunächst nur einen flüchtigen Schatten am Horizont erscheinen, doch dieser kam umso schneller und gewaltiger auf Ryoga zu, besser gesagt der Schatten benutze einfach den Fahrradweg des Bürgersteiges. Kaum versah sich das Ferkel, da flitzen auch schon die Reifen eines altbekannten Fahrrades knapp vor seinen Augen vorbei und eine kleine Gestalt mit einem Stock hüpfte der Erscheinung hinterher. Das konnten nur Shampoo und ihre Urgroßmutter gewesen sein, die nun wieder in Japan angekommen zu sein schienen. Aber Zeit für ihn diese Tatsache zu verdauen blieb nicht, denn der Fahrtwind hatte seine Kleider hoch gewirbelt und diese befanden sich nun auf der Kühlerhaube eines vorbeibrausenden Autos.

„QuIIkekKkKK", schrie der Kleine da von sich und versuchte so schnell wie möglich wieder an den Wagen heranzukommen.

Als der Wagen beim nächsten Haus auch schon stehen blieb, gelang es ihm sich auf die Kühlerhaube zu schmeißen und in seine Klamotten zu schlüpfen so gut das eben als Ferkle möglich war. Allerdings war er wohl mit zuviel Wucht auf den Wagen gesprungen, sodass die Haube mit einem gewaltigen Knall rückwärts aufsprang. Schon im nächsten Augenblick befand sich der Junge, in Gestalt eines kleinen schwarzen Ferkels, im Sturzflug in eine andere Richtung. In ihm drehte sich alles und die Welt bestand nur noch aus vielen Sternen. Aber da jeder Flug ja ein Ende haben muss, so hatte es auch dieser und Ryoga flog durch eines der offenen Fenster in eines der Häuser in der Nähe. Er setzte hart auf und merkte nur noch wie er eine Kanne voll heißem Wasser umwarf und mit der Gewissheit nun wieder ein Mann zu sein, fing auch schon erneut sein Tiefschlaf an, da sein Schädel nun auf die harte Wand des Raumes zuraste.

Ukyo wurde mit einem unfreiwilligen Ruck aus ihrem Tiefschlaf gerissen... was war denn das? Lauwarmes Wasser umspülte ihren Körper, die Vögel zwitscherten und die Sonne schien strahlend zum sperrangelweit geöffneten Fenster hinein, in dessen Blickfeld Ukyo lag und jetzt etwas an diesem Anblick vermisste...

„Wo... wo ist denn mein Vorhang abgeblieben?" murmelte sie noch halb im Schlaf und schüttelte ihren Kopf während sie sich halb aufrichtete. Verschlafen rieb sie ihre Augen, sie hörte wie die Kissenrolle ins Wasser fiel mit einem platschen. Schnell drehte sie sich herum und fischte das Ding aus dem Wasser heraus. „Verdammt, ich muss mir abgewöhnen in der Wanne zu schlafen!" mahnte sie sich selbst und bemerkte ihre runzelige Haut. „Ich sehe aus wie ein verquollenes Spanferkel..." heulte sie empört auf als sie ein Blubbern neben sich bemerkte. Schnell warf sie das Rollenkissen beiseite und blickte sich um, doch da war niemand der das Blubbern verursachen konnte... Sie blickte auf das Badewasser hinab und erkannte dort unter der Wasseroberfläche etwas. Sofort zog sie ihre Beine zu sich heran und kreischte laut auf, als sie erneut Blasen an der Oberfläche sah und drückte sich an das andere Ende der Wanne.

„Ein... ein Spanner... ein Perverser!" schrie sie bibbernd und griff mit zittrigen Fingern nach dem erstbesten Handtuch in ihrer nähe.
Das war ja ein herrlicher Start in den nächsten Tag hinein.
Wieder blubberte es und sie wimmerte leise vor sich hin. Doch schließlich hielt sie inne... was war sie eigentlich, eine Kampfsportlerin oder eine Maus?

„Eine Maus jedenfalls nicht!" zischte sie nun entschlossen und erhob sich langsam aus dem Wasser, vollführte dabei eine grazielle Bewegung mit beiden Armen und band sich das Badetuch um die Brüste, es reichte zum Glück bis unter die Hüften hinab.

„Du kannst was erleben... dich schmeisse ich achtkantig wieder hier raus!" knurrte sie und griff nun nach ihrer Spatula, ohne die sie niemals badete.
Doch sie wollte nicht sehen wer da in ihr Bad eingedrungen war, und ausserdem hatte sie doch ein bisschen mädchenhafte Angst. Also griff sie erstmal nur nach der Waffe während ihre Knie gegeneinander schlugen weil ihre Beine so sehr zitterten. Wieder blubberte es... nicht mehr lange und der Spanner würde ertrunken sein. Wenn es etwas Schlimmeres gab als einen lebenden Spanner in der Badewanne dann war es ein toter Spanner in der Badewanne.
Es half nichts, sie musste es hinter sich bringen.
Mit einem wütenden Schrei stapfte sie nun durch die Wanne hindurch, schloss die Augen während sie die Spatula über ihr kreisen ließ und den Kopf zur Seite neigte.

„FAHR ZUR HÖLLE DU ELENDER SPANNER!" schrie sie, traf ihren Peiniger ziemlich zielgenau und schleuderte ihn und einige Wassermassen mit ihm hinaus durch das große und breite Fenster in den strahlenden Morgen hinein.
Sie hörte den Flugwind des Spanners und wie er sich langsam entfernte. Ein erleichterter Seufzer verließ ihre Brust und sie entspannte sich langsam während sie die Augen öffnete.
Das Bad war in einem erbärmlichen Zustand. Der Vorhang war herab gerissen und das Bad stand unter Wasser.
Entnervt seufzte Ukyo nun auf und ließ den Arm der die Spatula hielt, herabhängen.

„So was Blödes ... so einen Tag zu beginnen." murmelte sie und machte sich daran das Chaos wieder aufzuräumen.

Ryoga erwachte aus seinem unfreiwilligen Schlaf, doch es waren nicht die Vögel im Wald die ihn weckten, es war auch nicht sein Wecker daheim, den er, wenn er denn mal zuhause schlief, auch gleich immer benützte, es war sein Schädel der gewaltig dröhnte. Mit einem schmerzlichen Laut richtete er sich langsam auf und kniff die Augen fest zusammen. Er rieb sich die Stelle die am meisten wehtat, direkt auf seiner Stirn.

Er spürte bereits den Bluterguss, auch Beule genannt, die sich langsam unter seiner Hand wölbte.

„Na toll, so sollte ein Tag immer beginnen. Erst in ein Ferkel verwandelt werden, dann die Klamotten verlieren und schließlich und letztendlich auch noch...", er verstummte und blinzelte in die Gegend. Angenehm kitzelte das Gras auf seiner nackten Haut während die Sonnenstrahlen seine nasse Haut trocknete, aber ihm keine Wärme brachte. Er nieste und blickte bei dieser Gelegenheit gleich an sich herab. Er war Splitterfasernackt! Wo waren denn seine Klamotten schon wieder? Wo waren sie gelandet nachdem die Motorhaube ihn und seine Kleidung durch die Luft geschleudert hatte? Aber war es nicht viel wichtiger zu fragen wo er gelandet war dass er wieder ein Junge war? Doch irgendwie war auch diese Frage nicht wichtig, denn viel wichtiger war dass er hier nackt wie Gott ihn Schuf in einem Vorgarten vor einem Haus in Nirema saß und sämtliche Leute ihn sehen konnten, unter anderem auch Akane... oder noch schlimmer Akari... oder ganz schlimm... Ukyo...

Sofort riss er seinen Kopf empor und sah sich mit einem Mal Mousse gegenüber, der in den Vorgarten hineinblickte, in dem er saß. Er war leicht hinter einem Busch versteckt, wie er schnell und erleichtert bemerkte, doch er quietschte doch erschrocken auf als Mousse nun seine Brille zurecht rückte und sich über den niedrigen Zaun beugte. Ausgerechnet der, er war doch so blind wie ein Maulwurf.

„Was machst du da, Shampoo? Machst du Sonnenbaden? Ich dachte du musst arbeiten." meinte er und ein merkwürdiges Grinsen erschien auf seinem Gesicht.

„Soviel nackte Haut..." murmelte er verträumt und Ryoga erkannte dass der Blindfisch anscheinend in der Lage war Farben zu unterscheiden.

„Ich bin nicht Shampoo und nun verschwinde du Maulwurf!" schrie er, sprang auf, bedeckte dabei seine Blöße und glitt hinter den Busch der hinter ihm stand, nahe der Hausmauer.
Mousse zuckte zurück, wurde leicht rosa um die Nase und murmelte ein „T´schuldigung, die Dame", ehe er sich umdrehte und endlich verschwand. Er war anscheinend nicht nur halb blind sondern auch noch halb taub, denn er hatte Ryoga an der Stimme nicht erkannt.

Dieser hockte nun hinter dem Busch und vergrub die Hände ins Gesicht. Wie sollte er nur in diesem Zustand Ukyo unter die Augen treten und mit ihr reden? Es war immer dasselbe wenn er sich in ein Ferkel verwandelte... immer passierte etwas, immer verlor er seine Klamotten, immer war er der Dumme am Ende. Er lehnte sich genervt gegen die Hausmauer, und zuckte wieder zurück. Es hatte sich nicht kalt angefühlt, sondern eher weich, wie Baumwolle...
Er drehte sich gänzlich herum und ein breites lächeln erschien mitten in seinem Gesicht als er seine Hose und sein Hemd erkannte, die irgendwo an einem Mauervorsprung hängen geblieben sein mussten. Erleichtert pflückte er sie, zog sich noch hinter dem Busch an und trat wieder auf die Straße hinaus. Er zog es vor sich wieder bei den Tendos zu verkrümeln, sofern er sie vor dem Mittagessen fand, was er sich wünschte, denn er hatte bereits jetzt Hunger. Ärgerlich schlurfte er Barfuß über den staubigen Boden und dachte daran dass er wohl hätte Frühstücken sollen ehe er sich auf den Weg zu Ukyo gemacht hatte. Wieder nieste er, sein Schädel brummte, er würde sich bei den Tendos erstmal verarzten lassen.
Der jemand mit dem ich mich anscheinend angelegt habe, hatte einen ganz schön harten Schlag an sich , dachte er etwas wehleidig und rieb sich die schmerzende Stirn während die Leute ihm hinterher blickten und sich wunderten warum er nass, ohne Schuhe und anscheinend planlos, durch die Straßen lief...
 
Guten Tag, ^^ da bin ich MAl wieder mit dem nächsten Kapitel dieser FF ^^ Falls es jemanden gibt der diese FF liest und gerne einen Kommentar dazu schreiben will, der sei willkommen. ^^ Scheut euch nicht. ^^Und jetzt gehts auch gleich weiter ^^

Kapitel 3

yúzai - schuldig​

Ukyo seufzte und war schließlich zufrieden mit ihrer Arbeit. Ihre Arme schmerzten bereits wieder und damit musste sie jetzt noch den halben Tag lang im Restaurant stehen, aber zum Glück hatte sie heute, am Samstag, erst nachmittags geöffnet, vorher lohnte es sich einfach nicht. Am Samstag waren die meisten Leute in der Stadt, in Tokyo oder in Kyoto, um ihre Einkäufe zu erledigen, und würden erst im Laufe des Tages zurückkehren um hier ihren Hunger zu stillen. So hatte sie nun Zeit ihre hübschesten Klamotten rauszusuchen und ihre Spatula wieder gerade zu biegen. Tja, sie hatte es wohl doch etwas Übertrieben als sie zuschlug, aber es geschah dem Spanner auch Recht, dass sie ihm eine übergebraten hatte. Was hatte er auch in ihrem Bad zu suchen? Aber wenn man es genau betrachtete, was hatte sie die ganze Nacht im Bad zu suchen gehabt... es schickte sich nicht in der Badewanne zu schlafen... ausserdem hätte sie leicht dabei ertrinken können...
Gedankenverloren strich sie ihre Haare zurück und Band sich die wieder gerade gebogene Spatula um den Körper.
Sie überlegte... heute wollte sie es in Angriff nehmen sich bei Ryoga zu entschuldigen, aber wo könnte sie ihn finden? Er war wer weiss wo gelandet wenn er gestern die Stadt verlassen hatte. Da gab es ja eigentlich nur eine Möglichkeit, zu den Tendos und Ranma besuchen und ihn fragen... und vielleicht gleich bei dieser Gelegenheit Ranma ein bisschen auf den Zahn fühlen und ein bisschen anbändeln, ein bisschen flirten... warum eigentlich nicht? Sie lächelte sich aufmunternd im Spiegel entgegen und nickte sich selbst entschlossen zu. Und gleich danach würde sie Ryoga suchen gehen, das wird vermutlich den halben Tag in Anspruch nehmen, aber das war es ihr Wert und ausserdem hatte sie so einen triftigen Grund die Tendos zu besuchen.
Schon machte sie sich auf den Weg, nicht ohne sich vorher noch besonders heraus zu putzen und ihre Haare statt mit der langweiligen Weißen Schleife lieber mit den beiden Kugeln zu einem Zopf zusammen zu binden. Dazu ein lilafarbener Pullover und ein orange-rotes Kleid mit gelben Wimpeln, die von den Hüften herab hingen. Einfach unwiderstehlich.
Der Tendo-Dojo lag nur ein paar Minuten Fußweg von ihr entfernt und das freute sie doppelt, so würde sie schnell bei Ranma sein. Aber sie verstand nicht warum Ryoga sich ständig in ihre Gedanken schlich...


Sie erreichte das Tendo Anwesen recht schnell und schon von weitem konnte sie Ranma im Garten, nahe des Teiches der Tendos, stehen sehen und beobachtete wie er etwas zu zwei Gestalten, die hinter der dünnen Wand verborgen waren.
Doch es kümmerte sie nicht, heute nicht... dafür war sie jetzt zu glücklich. Gleich sprang sie durch das Loch, das Happosai mit seiner Feuerfaust beim letzten Mal in die dicke Mauer, die das Grundstück umgab, gesprengt hatte und rannte auf Ranma zu.

„Ranma, mein Liebling... bitte du musst mich beschützen! Heute Morgen ist ein widerwärtiger Spanner zu mir ins Bad hinein gekracht und hat mich furchtbar erschreckt!"
Der Angesprochene drehte sich herum, erblickte Ukyo und erstarrte, öffnete die Augen weit und streckte die Arme von sich, abwehrend: „Bitte, Ukyo... wa wa... warte! Lass mich dir etwas...!" begann er, doch Ukyo war so sehr im Freudentaumel, dass sie das ganz einfach überhörte, ihren Ranma ansprang und beide Arm in Arm mit einem lauten Platschen im Tendo-Teich landeten...

Erschrocken drehten sich Ryoga und Akane prustend herum, als sie beim Tee saßen, den Kasumi ihm angeboten hatte, da er ja erneut zu Besuch war. Ihn selber wunderte es, wie schnell er doch letztendlich zu den Tendos gefunden hat, aber er schien doch innerlich wirklich einen Magneten zu haben, der ihn unweigerlich immer wieder, egal in welcher Situation, zu den Tendos zurückführte. Erklären konnte er sich das nicht...

Nun formte sich vor den beiden Freunden das Bild, das sie eben gerade aus ihrer Ruhe gerissen hatte. Ukyo lag etwas verdutzt aber doch sehr eng um Ranma-chan geschlungen im Teich. Ryoga ließ das ganze Geschehen dann aber doch ziemlich kalt, er war nur froh, dass er diesmal von Wasser verschont blieb und niemand ihn hier störte. Ukyo wollte ja offensichtlich zu Ranma.
Akane währenddessen war aber schon aufgesprungen und hatte sich die Ärmel hochgekrempelt. Nein sauer auf ihre Freundin Ukyo war sie nicht, zugegebenermaßen etwas eifersüchtig, aber sauer war sie nur wirklich auf Ranma. Die Situation wie es zu dieser Pose kam, in der sich nun die beiden befanden, kannte sie mal wieder nicht, aber es war ihr auch egal. Nun machte er auch schon als Mädchen mit seinen vielen Verehrerinnen rum.

„RANMA", brüllte sie das klitschnasse rothaarige Mädchen an, das sich schon wie wild versuchte aus Ukyos Griff zu befreien. Doch da hatte Ranma schon den Holzhammer auf dem Kopf und streckte seine obligatorischen drei Finger von jeder Hand. Ukyo stieg grinsend aus dem Wasser und schüttelte ihre nassen Haare.
Ryoga konnte sich nicht helfen und bei dem Anblick musste er doch schon deutlich auf den Schauplatz des Geschehens gucken. Erbost über sich selbst drehte er sich entschieden schnell weg, verschluckte sich dabei mit dem heißen Tee, der ihm nun im Rachen brannte.
Bald schon öffnete sich die Schiebetür des Dojos und Akane zog eine kümmerliche nasse Figur hinein. Ukyo stolzierte stolz neben her hinein und setzte sich dann mit an den Tisch, wo nun auch Akane wieder Platz genommen hatte. Ryoga sah Ukyo nur aus den Augenwinkeln an, er wollte sich zwar immer noch entschuldigen aber irgendetwas hinderte ihn in diesem Moment daran. Also beobachtete er die Situation lieber und erhob seine Augen keinen Millimeter von der Teetasse. Doch üblicherweise folgte bei so einem Zusammentreffen immer eine gemütliche Unterhaltung von Akane und Ukyo, welche heute aber ausblieb, geschweige denn anfing.

„Hallo Ryoga", sagte ihm das braunhaarige Mädchen sanft ins Gesicht. Nun richtete er doch seinen Blick auf, denn damit hatte er nicht gerechnet. Er wusste ja wie stur dieses Weibsbild sein konnte und dachte schon, dass er seine liebe Not damit haben würde es zu einer Aussprache kommen zu lassen.

„Hallo", erwiderte er darauf kurz angebunden. Er hatte einfach schlechte Laune. Dieser Morgen war einfach zuviel für ihn gewesen. Doch auf einmal starrte ihn Ukyo total entgeistert an. Sie sah fast so aus, als hätte sie einen Geist gesehen und Ryoga wusste nun erst recht nicht was er von der Situation zu halten hatte. Fragend blickte er weiter nach oben, da sich die junge Frau nun wutentbrannt erhoben hatte und ihre Faust ballte. Auch Akane und Ranma, dem oder vielmehr der es derweil wieder besser ging, schauten erstaunt auf Ukyo.
„Duu...duu...DUUU.", fing sie an ärgerlich zu knirschen und ihre Kampfaura loderte förmlich auf. Weiter kam sie aber nicht, weil sie sich dann schon prügelnd auf Ryoga eingelassen hatte. Sie schnappte nach Luft und setze hinzu: „Elender PERVERSER !... SPANNER !"

WhooahHhahAaa, was ist denn jetzt los , dachte der arme Junge, Leidet sie seit neustem unter Wahnvorstellungen! Und schon bildete sich eine Rauchschwade um die beiden Zankenden herum, von denen wohl vielmehr nur eine die Angreiferin war und der andere sich Verteidigende.

„Was habe ich dir denn schon wieder getan Ukyo-chan, schrie Ryoga sie an, während er gerade wieder einer ihrer Fäuste auswich.

„He, kommt schnell", sagte da eine neu auftauchende Stimme. „Es gibt einen Streit. Hohohooo, wo ist die Kamera?" Und schon befand sich Nabiki wieder auf den Weg in ihr Zimmer um mit der Situation im nachhinein ordentlich Geld zu scheffeln. Schließlich ließ sich alles verkaufen.

Ranma und Akane versuchten die beiden auseinander zu kriegen, um so vielleicht auch erstmal zu erfahren worum es ging. Denn involviert waren die beiden auch auf eine gewisse Art und Weise. Schließlich wurde im Moment schon wieder ihr Dojo demoliert. In Windeseile hatte sich auch schon der Rest der Tendo Familie um die beiden versammelt. Nachdem alle sie ungläubig musterten, schließlich waren sie so etwas nur von dem verlobten Paar des Hauses gewohnt, gingen schon die ersten Wetten bei Nabiki ein, wobei Soun auf Ryoga setze und Genma vielmehr auf die ihm schon so lang bekannte Ukyo. Nur Kasumi versuchte ebenfalls wie Ranma und Akane Ordnung in die Situation zu bringen. Ryoga war stinksauer und wollte zur Hölle noch mal wissen, was hier vorging. War Ukyo etwa auch in eine verwunschene Quelle Jusenkyos gefallen, die sie bei Kontakt mit kaltem Wasser in ein wutschnaubendes unberechenbares Monster verwandelte?

Den nächsten Augenblick, in dem er Luft bekam, wollte er nutzen, um diese wild gewordene Furie zur Rede zu stellen. Doch soweit kam es nicht.

„Ohhhh Shampoo, habe ich dich endlich gefunden meine Liebste!" und schon war Ryoga in den Griffen eines Weiteren gefangen, bei dem es sich ohne Zweifel um Mousse handelte. „Gyhhaaa", erschauderte Ryoga. Und auch Ukyo sollte nicht verschont bleiben.

“RANMA SAOTOME!" Stell dich! Ich bin wieder da!" nun lag Ukyo ziemlich verdattert in dem Klammergriff einer verrückten halbblinden menschlichen Ente.

„Yo Mousse", versuchte der echte Ranma das Geschehen nun zu klären. „Aiiiiyyyaaaa!" schon fiel ein Fahrrad wie aus Zauberei vom Himmel und landete auf Mousse Schädel. Krachend ließ dich derselbige auf den Boden stürzen und Ukyo war nun wieder in Freiheit. „Ranma, ich sein wieder in Japan, hier in Nerima, nur bei dir!", schnurrte das purpurhaarige Mädchen den armen Ranma an, der ja eigentlich noch immer ein Mädchen war. Nun befand er sich in ihren Armen und auch Akane fuhr schnell dazu.

„RANMA, schon das zweite Mal heute!", schrie sie ihn an und setzte ihm ordentlich zu. Dieses Bild war einfach zu amüsant, wenn auch nicht unbekannt für Ukyo und Ryoga, die nun wie gebannt auf den neuen Ort des Geschehens blickten und verwundert mit den Wimpern blinzelten. „Heee, wir streiten gerade!", fauchte Ukyo den anderen zu, doch sie hörten nicht. Das war Ryogas Chance. „He Ukyo, warte hier ich hole heißes Wasser...", sagte er entschlossen und erntete einen verdatterten Gesichtsausdruck von Ukyo.

„Dann wirst du wieder normal!" erklärte er.

„Bei dir pieps wohl Monsieur Voyeur! Schau dich doch mal genauer an!" Ryoga verstand absolut gar nichts und Ukyo platzte beinahe der Kragen. Sollte er tatsächlich nicht mal wissen, wenn er bespannt hatte? Wütend griff sie ihm an den Kragen und schleifte ihn wieder rein zu den Tendos, vorbei am neuen Kampfplatz.
Ukyo hielt vor einem Spiegel an und schmiss Ryoga auf das gläserne spiegelnde Utensil zu. „Sieh selbst!", blaffte sie. Ryoga konnte nichts weiter erkennen als sich selbst und Ukyo. Nur seine Beule und der rote Abdruck am Kopf fielen ihm auf. Er... er hatte die Form einer SPATULA! Erschrocken fiel er auf die Knie.

„Wa--was geht hier…vor!", würgte er.

„Du hast dich selbst verraten mit diesem Abdruck! DU LAGST HEUTE MORGEN IN MEINER BADEWANNE!", schrie sie ihn erneut an. Ryoga wusste zwar absolut nicht, was passiert war, aber er wusste auch, dass er einen gehörigen Blackout hatte, als er zu sich kam. Und wenn er es sich genau überlegte, dann lagen da auch einige Schaumperlen auf seinen Kleidern, als er sie sich von der Hauswand abriss.

„Ukyo... es tut mir Leid", brummte er daraufhin. „DU GIBST ES ZU!", fragte sie halb siegessicher halb empört, da sich ihr schrecklicher Verdacht und Beweis auf seiner Stirn nun bestätigten. Verdattert winkte Ryoga da mit seinen Armen ab.

„ES IST NICHT SO WIE DU DENKST...!", warf er energisch ein, doch man merkte wie ihm das Geschehene das Rot ins Gesicht und um die Ohren brachte.

„Dann bin ich mal gespannt...", ließ sich Ukyo nun auf den Jungen ein und setzte sich zu ihm auf den Boden, wobei sie ihre Kampfstellung aber beibehielt…

---...---

„Verstehe...", seufzte das Mädchen daraufhin. Ryoga hatte ihr gerade versucht zu erklären, was wirklich an diesem Morgen geschehen ist. Er sagte ihr alles, angefangen von der alten Frau mit dem Wasser, bis dahin, dass er sich nicht mehr erinnern konnte, was war und nackt im Gras mit einer riesigen Beule wieder aufwachte. Dabei ließ er nicht aus, dass er sich eigentlich auf den Weg gemacht hatte, um sich bei ihr zu entschuldigen und tat dies damit auch. Er entschuldigte sich, vor allem aber auch für das Ereignis im Bad. Wobei ihn dabei wirklich keine Schuld traf.
Ukyo sank danach erleichtert zusammen. Ryoga fragte sich schon, wann der nächste Schlag ansetzte, denn seine Geschichte klang einfach zu verrückt, dass sie sie ihm abkaufen würde. Aber stattdessen lächelte sie ihn daraufhin nur an und sagte: „Na gut, ich glaube dir... wir reden hier immerhin über Ryoga Hibiki, dem das passiert sein soll, also dann." Frech kniff sie ihm in die Seite und Ryoga wich vor Schmerz etwas zurück. Schließlich hatte sie ihm vor ein paar Minuten noch ordentlich eins auf den Deckel gegeben. „Waffenstillstand", ertönte da von ihrer Seite aus. Diese Geste unterstreichend streckte sie ihm ihre rechte Hand aus. „Aber glaub nicht, dass du das noch mal machen kannst oder auch nur ein Okonomiyaki in meinem Restaurant von deiner Hand aus auf den Boden fallen darf. An dem Chaos von gestern Hang ich ziemlich lange."
Ryoga frass dieser Kommentar erneut ziemlich an, da er im Grunde weder für gestern noch für heute etwas konnte und er immer nur gute Absichten hatte, aber er hatte erreicht, was er erreichen wollte. Eine Versöhnung, oder zumindest einen Waffenstillstand wie sie es nannte.

„Wir waren meiner Erinnerung nach zwar nie ihm Krieg", begann der Junge zögerlich,

„…doch wer wäre ich denn, wenn ich das ablehnen würde."

Schnell aber denn noch mit einer Spur Gleichgültigkeit hielt auch er ihr seine Rechte hin, die sie nun kräftig umfasste. Er würdigte sie immer noch keines Blickes, denn beleidigt war er dennoch. Überhaupt so etwas von ihm zu halten, zu DENKEN...tzzzz

„Freunde", sagte da plötzlich die Stimme, die eigentlich zu Ukyo gehörte, von der Ryoga aber nicht dachte, dass diese so etwas sagen würde. Nach einem kurzen Moment der Stille oder besser des unverhofften aber angenehmen Schocks ließ auch Ryoga verlauten: „Freunde" und sie schüttelten sich die Hand.

Ukyo seufzte erleichtert, sie war froh dass das aus der Welt war. Natürlich bemerkte sie dass er noch immer ein bisschen beleidigt war, aber die meisten Männer reagierten so. Er bräuchte nur ein bisschen von ihr noch betütert werden dann würde sich das alles schon wieder einrenken. Mit betütern dachte sie ihm hier und da vielleicht mal ein Okonomyaki zu schenken oder ihn dorthin bringen wo er hinwollte, zum Beispiel zu den Tendos. Sie wusste ja um seinen Orientierungssinn...
Zufrieden über ihren eigenen Plan lächelte sie und Ryoga grinste etwas unsicher zurück. Vermutlich, so überlegte Ukyo, dachte er dass er wieder Prügel bezog wenn er ein falsches Wort sagte, so hob sie nun einen Arm, Ryoga zuckte zurück und sie klopfte ihm anerkennend auf die Schultern.

„Ich finds gut das wird das nun geklärt haben." meinte sie und klopfte ganz sachte, bis er sich wieder entspannte.
Sie lächelte verschmitzt und erhob sich langsam während er ihr misstrauisch dabei zusah.

„Wo willst du hin?" murmelte er leiser als er es eigentlich beabsichtigt hatte.
Ukyo lächelte noch immer und streckte ihm eine Hand entgegen, eine Gestik um ihm beim Aufstehen zu helfen.

„Es ist fast Mittag und ich muss mein Restaurant auf Vordermann bringen, wenn du verstehst... Konatsu krieg das allein nicht hin..." murmelte sie etwas genervt und Ryoga griff nach der ihm hin gehaltenen Hand.

„Sei doch nicht so streng mit ihm..." meinte er und rieb sich die Beule an seiner Stirn.
Ukyo verzog ihren Mund zu einem Flunsch. „Nur so lernt er was anständiges... also dann wir sehen uns garantiert... komm doch heute Nachmittag vorbei, ich gebe dir ein Okonomyaki aus.", lächelte sie und Ryoga ließ anscheinend nur widerwillig ihre Hand los, ohne es zu bemerken. Ukyo tat so als hätte sie es nicht bemerkt, warf ihr Haar in den Nacken und nahm den Hinterausgang, weil vorne im Garten noch immer Ranma lauthals beteuerte rein gar nichts gemacht zu haben. Mousse und Akane prügelten als Antwort abwechselnd auf ihn ein, Shampoo hing an seinem Körper, Kasumi versuchte verzweifelt

aufzuräumen während Nabiki ein gemeines Gelächter im Takt ihrer Kamerafahrten abließ...

...

Und das wars auch schon wieder für heute ^^
Ich hoffe es hat euch gefallen ^^

Fortsetzung folgt...
 
Kapitel 4

sei - Unterwerfen​

Ukyo war nun wieder vollauf beschäftigt im Restaurant und sie war doch einigermaßen Froh Konatsu zu haben, denn er stand wieder an der Kasse und bediente freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit und höflich die Kundschaft, die den Laden betrat, während sie, um der Küche zu entkommen an diesem warmen Nachmittag, das Servieren gleich mit übernommen hatte. Zeit dafür fand sie zwischen den Backzeiten der einzelnen Okonomyaki und irgendwie fühlte sie sich heute leicht und beschwingt, beinahe einem Rausch gleich, einem Rausch der dem von zuviel Sake gleich kam, nur dass sie sich diesen Rausch nicht genau erklären konnte. Vielleicht lag es daran dass es doch kein perverser Spanner gewesen war der in ihre Badewanne gekracht war, sondern nur der arme, vom ewigen Pech verfolgte Ryoga... sie hatte ihm auch schon während sie ihn angeschrien hatte, dieses Missgeschick bereits verziehen und sie war glücklich über den Händedruck, der auch etwas sanftes an sich gehabt hatte...

„Noch ein bisschen Sauce, der Herr?" rief sie übereifrig dem Herrn an Tisch siebzehn ins Gesicht. Dieser zuckte erschrocken zurück und murmelte so etwas in der Art dass er genug hätte und sich melden würde wenn er welche bräuchte.
Ukyo hielt den Atem an, setzte ihr freundlichstes Lächeln auf und überspielte so ihr Gedankenchaos... was hatte sie da nur gerade gedacht? Sie wollte doch schließlich Ranma, warum zum Teufel schlich er, Ryoga, sich ständig in ihre Gedanken ein!
Mit knirschenden Zähnen verschwand sie in der Küche und bereitete in der Hälfte der Zeit gleich doppelt so viele Okonomyakis zu wie üblich, aber die Kundschaft verlangte es auch.

Leise Musik dudelte aus dem Radio, der erste Strom an Gästen war bereits gegangen und Konatsu stand gerade ein bisschen verlassen an der alten Registrierkasse die tatsächlich noch mit einem scheppernden Geräusch aufsprang. Es dröhnte bereits ein bisschen in seinen Ohren und er freute sich auf seinen Feierabend. Wenn das Geschäft gut lief dann machte seine Chefin auch schon mal früher Schluss. Er hatte vor sich heute noch ein bisschen zu amüsieren und bei dem herrlichen Wetter wäre das Ideal.
Doch alles was ihm blieb war sehnsüchtig durch die offene Tür zu blicken, in die Sonne hinaus... die mit einem Mal verschwand, als sich ein Schatten erhob. Dieser Schatten verschlang die Sonne, saugte sie förmlich auf. Ein Frösteln glitt über Konatsus Haut und er erhob sich von dem kleinen Hocker, der bei ihm an der Kasse stand. Seine Ninjainstinkte waren erwacht und er blickte aufmerksam während die Schritte immer näher kamen und mit ihnen der Schatten, der sich immer schneller auf ihn zu bewegte. Schließlich wurde eine Hand ausgestreckt und der Gast räumte die herabhängenden Vorhänge beiseite um eintreten zu können.
Konatsus Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen, irgend etwas gab es an dem Gast das er nicht mochte, doch es war nicht das einzige was seinen Blick trübte. Die Gestalt war in vollkommene Dunkelheit getaucht. Wie ein einziger wandelnder Schatten betrat er nun das Restaurant.
Die klappernden Schritte ließ sogar die Musik aus dem Radio aus einer anderen Dimension kommen und Konatsu, etwas geblendet von der Sonne, hielt sich eine Hand vor Augen und versuchte die Gestalt auszumachen, doch er konnte sie noch immer nicht erkennen. Etwas Bedrohliches ging von ihr aus, es konnte natürlich auch am Schattenspiel liegen, aber seine Instinkte waren doch noch im Takt.
Ruckartig drehte er sich herum, sollte er seiner Chefin bescheid geben? Seine Instinkte waren in allerhöchster Alarmbereitschaft, doch als der Gast sich räusperte war der Moment verflogen, ungenutzt.
Schnell drehte er sich herum und blickte in das freundlich lächelnde und um nicht zu sagen, hübsche Gesicht eines männlichen Gastes. Seine kurzen, roten Haare standen ihm etwas wirr vom Kopf ab, was ihm aber ein deutlich vorwitziges Aussehen verlieh. Die markelosen blauen Augen wetteiferten im Glanz mit dem markelosen Haar. Um dem ganzen noch den letzten Schliff zu geben hatte er einen dunklen Anzug an und sah aus als würde er irgendein Geschäftsmann sein, der sich hier im Restaurant geirrt hatte und vollkommen fehl am Platze schien.
Mit einem schneidigen Lächeln, das Konatsus Instinkte mit einem wisch zum Teufel jagte und all seine Befürchtungen im Wind zerstreuen ließ, schnurrte er: „Ich hätte gerne einen Tisch für eine Person, möglichst ruhige Lage, mit einem freien Sitz, direkt neben mir... dazu einmal das beste Okonomyaki das ihre Köche zubereiten können..."
Konatsu blinzelte zuerst, er war noch immer geblendet von der Schönheit und dem auftreten des jungen Mannes, doch dann besann er sich endlich seiner Aufgabe.
Er drehte sich herum und rief in die Küche.

„Einmal Okonomyaki Spezial für Tisch zehn." danach drehte er sich sogleich wieder herum, mit einem mehr als weichem Lächeln und glitt um die Theke herum „Bitte, ich möchte sie zu ihrem Platz geleiten, das Okonomyaki wird ihnen dann in den nächsten Minuten serviert werden."
Die anderen Gäste blickten erstaunt hinterher, wer war der Typ denn bloss, mit diesem schneidigen Anzug und den markelosen Gesicht und den so unpassenden roten Haaren?
Konatsu ließen diese Blicke unberührt und er wies dem edlen Gast seinen Platz.

„Haben der Gast sonst noch einen Wunsch?" fragte er beinahe kriecherisch.
Der ominöse Gast lächelte verschmitzt. „Nein, aber ich werde es der reizenden Kellnerin mitteilen..." schnurrte er wieder und sein Blick glitt an Ukyo vorbei, die gerade das Restaurant durchquerte um einen Gast zu bewirten. Später sollte Konatsu sich an nichts erinnern können, auch nicht an seine Instinkte, die zuvor Alarm schlugen...

Ukyo selbst glitt zurück in die Küche ohne den Gast zu bemerken, doch das würde sich gleich ändern, denn das Okonomyaki Spezial für Tisch zehn war fertig.
Mit einem zuckersüßen Lächeln und den Gedanken schon wieder halbwegs bei Ryoga glitt sie mit dem riesigen Tablett aus der Schwungtür heraus und in den Restaurantbereich hinein.
Sie blinzelte und ihr Blick glitt zu Tisch zehn herüber...und da saß er... ein schneidiger Mann in einem markelosen Outfit mit wunderschönen roten Haaren und einem markelosen Gesicht ... und er lächelte ihr direkt entgegen.
Sie vergaß sofort was sie noch vor wenigen Sekunden gedacht hatte, schon befand sie sich auf dem Weg zu dem netten Herrn am Tisch.
Direkt davor blieb sie stehen, der junge Mann ließ sie nicht aus den Augen, hatte die Beine locker übereinander geschlagen und Ukyo starrte auf ihn herab.

„Für sie... ein Okonomyaki Spezial, unsere Spezialität des Hauses." flüsterte sie andächtig und ohne ihn aus den Augen zu lassen ließ sie den riesigen Teller vor seine Nase gleiten.
Der junge Mann lächelte zurück und murmelte: „Wenn die Okonomyakis so gut schmecken wie sie hübsch sind, dann muss das hier geradezu ein Gaumenschmaus sein."
Ukyo kicherte hinter hervor gehaltener Hand, das war ganz untypisch für sie und murmelte: „Sie sind ein Schmeichler..."
Er lächelte ihr noch immer zu während er Messer und Gabel in die Hand nahm und andächtig ein Stück Abschnitt.
Im hinteren Teil des Restaurants verlangten nun mehrere Leute die Bedienung, doch Ukyo hörte sie anscheinend nicht, starrte auf den jungen Mann herab und sah ihm anscheinend beim Essen zu.
Der junge Mann ließ sich davon nicht stören, nahm geschickt seinen Bissen und aß während Ukyo einfach dastand und ihn beobachtete.

„Schmeckt ihnen das Okonomyaki Spezial, mein Herr?" hauchte sie und ihre Augen wurden weich während sie wie ein junges, unschuldiges, zum ersten Mal verliebtes Schulmädchen einen Fuß mit der Zehenspitze auf den Boden rieb und ständig mit den Augen klimperte.
Der Gast nickte und ein zufriedenes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Es schmeckt einfach hervorragend... zauberhaft, köstlich... beste Grüße an den Koch..."
Ukyo lächelte nun wieder. „Ich danke ihnen..."
Der Gast öffnete verblüfft die Augen.

„Sie... sie haben das hier... dieses Leckere...?" dabei deutete er mit der Gabel auf seinen Teller und Ukyo nickte.
Hätte sie gewusst was sie mit dieser an sich harmlosen Antwort auslöste, hätte sie es bestimmt nicht Preis gegeben. Aber andererseits, hätte sie jemals eine Wahl gehabt es nicht zu sagen? ...

Ryoga hatte den Rest des Vormittags bei seinen Freunden Ranma und Akane verbracht und war vollends damit beschäftigt sich um Ranma zu kümmern, der nach der Schlacht im Garten ziemlich demoliert im Dojo auf einer Trage lag. Noch immer beteurte er Akane seine Unschuld doch die wollte ihm selbst dann nicht so Recht zuhören. Nur Kasumi war die einzige, die sich Ranma mit mütterlicher Sorge annahm. Und als ob das nicht noch genug sein sollte, meckerte auch Genma mit seinem Frauenheld von Sohn rum. Ryoga musste dabei wieder etwas schmunzeln, denn obgleich er so ziemlich dasselbe Bild von Ranma hatte, wusste er, dass sein Freund dies sicher nicht mit Absicht tat, doch das wurde ihm nie geglaubt.
Doch länger wollte Ryoga die Gastfreundschaft von den Tendos nicht in Anspruch nehmen und da Akari sie auch schon so schnell verlassen hatte, wie sie gekommen war, dachte auch er daran vielleicht nun endlich nach Hause zu finden. Wer weiß, möglicherweise hätte er Glück und nicht nur Checkers würde ihn dort fröhlich empfangen, die Chancen lagen gut, dass seine Eltern nun auch zurückgefunden hätten.
Vorher wollte er jedoch Ukyos Angebot nicht ungenutzt lassen. Er hatte den ganzen Tag über noch nichts gegessen und ein Okonomiyaki, welches es zudem noch auf Kosten des Hauses geben würde, das ließe er sich nicht entgehen. Bei diesen Gedanken fing der Junge an wie verrückt mit seinen Daumen zu drehen und Kratzer ins Furnier auf den Boden zu malen. Gedankenverloren saß er nun dort einen Moment, fing sich aber langsam wieder. Wahrscheinlich waren das noch Nachwirkungen von den vielen Hieben und Schlägen auf seinen Kopf, die den ganzen Tag über nur so auf ihn einregneten, denn anders konnte er sich sein pubertäres Verhalten nicht erklären. So verabschiedete er sich höflich bei Ranma, Akane und dem Rest der Tendos und ging wieder in die mittlerweile belebten Straßen und Gassen Nerimas.

„Ryoga, warte!", rief ihm ein etwas besorgter Ranma noch nach, denn der Junge war allein auf den Straßen und jeder der Anwesenden wusste, was das bedeutete.

Ein Hauch des Schweigens füllte das Dojo, doch niemand folgte ihm. Letztlich war Ryoga doch ein einsamer Kämpfer der seinen Weg allein suchte.

Kurz danach widmete sich jeder wieder seiner Tätigkeit: Akane machte Ranma fertig, Kasumi pflegte ihn, Genma gesellte sich zu Soun und begann eine Partie Go und Nabiki suchte die schönsten Fotos von Ranma-chan aus, während sie verspielt mit dem Telefonkabel spielte und Kuno am anderen Ende hatte.

Ryoga dachte heute gar nicht mehr an seinen so charakteristischen Orientierungssinn, sondern er war irgendwie fröhlich und beschwingt, als er durch die Straßen schlenderte. Allen Menschen, denen er begegnete sagte er freudig „Hallo!" und mit seiner rechten Hand wirbelte er seinen Schirm etwas herum. Sein Anblick glich etwas einem Komödianten der frühen Dreißiger, der lustig vor sich hinsteppte und dazu mit seinem Regenschirm tanzte. Neugierig und verwundert wurde er schon von einigen Leuten beäugt, doch das störte ihn nicht. Eigentlich hatte er es nicht mal richtig bemerkt. Er war einfach nur froh, jetzt etwas sehr Leckeres zu essen zu bekommen...dabei würde er natürlich auch Ukyo wieder sehen, seine neu wieder gewonnene Freundin, seine Kameradin, und auch wenn er manchmal kurz beleidigt an das Geschehene zurückdachte, so war umso glücklicher, dass das nun alles geklärt war. Sie hatte ihm die Hand gegeben. Ja ja, er hat nicht damit angefangen auch wenn er sich davor entschuldigt hat… also musste auch ihr etwas daran liegen, dass sie wieder Freunde waren. Diese Gedanken ließen ihn immer ein Stückchen höher hüpfen, wenn seine Füße im Takt wieder gegeneinander stießen.
Als er U-chans von weitem erblickte, konnte er es gar nicht glauben. Die Sonne stand noch hoch am Himmel, was bedeuten musste, dass es noch Mittag war. Dies wieder rum hieße, dass er nicht mehr als wenige Minuten von den Tendos hierher gebraucht hat. Es war einfach ein Wunder und stolz auf sich war er irgendwo auch. Euphorisch spielte er mit dem Verdacht, dass leichte Schläge auf den Hinterkopf wohl nicht nur das Denkvermögen erhöhen, sondern vielleicht auch einen verloren geglaubten Orientierungssinn wiederherstellten. Stolz wie Oscar machte er sich auf den Weg zur Tür des Restaurants, aus der schon ein köstlicher Duft nach draußen ins Freie drang. Doch Ryogas Euphorie sollte nicht lange halten...
Er befand sich nicht mal eine Minute im Laden und schon gefror seine ganze Mimik. Dieser Anblick war einfach zu ungewohnt, zu merkwürdig, zu untypisch, zu...ärgerlich?
Ukyo befand sich lauthals und beinahe hysterisch kichernd an einem Tisch zusammen mit einem Gast. Dieses Verhalten alleine war schon untypisch für die junge Meisterköchin, doch was Ryoga vielmehr störte, war das dieser Fremde ziemlich vertraut mit ihr tat. Neugierig musterte Ryoga den Jüngling vom Scheitel bis zur Sohle. Was ihm gleich auffiel waren ein edler Kleidungsstil, die im krassen Gegensatz feuerroten Haare und die bestechend blau glänzenden Augen. Dieser Typ sah wirklich alles andere als gewöhnlich geschweige denn schlecht aus.

Ruhig Blut, Ryoga , redete sich der etwas verwirrte Junge ein, Das ist nur ein Gast und das ist eben die Inhaberin des Restaurants. Alles ganz harmlos... Moment mal, was hat mich das eigentlich zu interessieren!

Provozierend ging Ryoga dicht an dem Tisch der zwei vorbei und hoffte, dass einer der beiden Notiz von ihm nahm, hoffte das Ukyo ihn wie gewöhnlich mit einer netten Begrüßung empfing und ihn fragte, was es denn sein solle. Allerdings geschah nichts dergleichen. Er war einfach nur Luft für die beiden,... aber das würde er sich nicht so einfach gefallen lassen. Schließlich war er genauso Kunde wie der ominöse Fremde auch. Während er an diesem vorbeiging, umlief Ryoga eine kalte Aura und etwas tief in seinem Inneren warnte ihn, ebenso wie Kontasu vorhin, vor diesem Mann, doch erklären konnte er es sich nicht. Dieses Gefühl blieb aber und verschwand nicht so schnell wie bei Konatsu. Ryoga wollte wissen, worum es bei ihren doch so angeregten Gespräch geht und so setzte er sich an einen kleinen Einzeltisch in der Ecke des Restaurants, welcher einerseits nicht zu weit entfernt stand, dass er nichts mehr hören konnte, andererseits auch genauso weit weg war, dass niemand den Verdacht schöpfen konnte, dass er sie belauschte. Konatsu lief Ryoga schon entgegen und wollte freudig und höflich wie immer seine Bestellung aufnehmen. Ryoga winkte erstmal nur beiläufig ab, gerade als Kontasu wieder kehrt machen wollte, griff sich Ryoga ihn an der Schürze und schleifte ihn wieder zu sich. Mit vorgehaltener Hand flüsterte er fragend: „Konatsu, Heh, sag mal kennst du diesen Mann?" Konatsu blickte in die Richtung wohin Ryogas Zeigefinger deute und sofort fingen die Augen des Halbninjas glänzend an zu strahlen. „Ahh, Ryoga-kun, du meinst den Herrn-Okonomiyaki-Spezial", sabberte er Ryoga entgegen. „Wie auch immer", blaffte der angesprochene kurz zurück. „Und?" Konatsu machte ihm Angst...seit wann interessierte er sich für Männer!
Konatsu fing zu Kichern und dieses Kichern wurde immer lauter, bis er plötzlich total in Rage war. Ryoga wurde bleich im Gesicht und sank etwas auf seinem Stuhl zusammen. Als er merkte, dass Ukyo ihren Blick erhob, wahrscheinlich um zu erfahren woher das Geräusch stammte, klingelten bei ihm sämtliche Alarmglocken und er zog Kontasu flink zu sich unter den Tisch. Geschwind legte er ihm bestimmend die Hand vor den Mund und zischte: „Ppppsschh!"

Konatsu fing sich wieder und blinzelte Ryoga nur etwas verdutzt an. Dann beantwortete er seine Frage: „Nein, offensichtlich, wie du siehst...sonst würde ich mich so freudig mit dem Herrn unterhalten. Er scheint sehr nett zu sein und versteht was vom Kochen." Ryoga wurde kreidebleich bei diesen Worten. Konatsu schien durchzudrehen. Dieser Mann schien einen schlechten Einfluss auf alle hier zu haben, stelle Ryoga fest. Er schubste Konatsu wieder von sich und flüsterte ihm noch geschwind hinterher: „Einmal Okonomiyaki-Spezial bitte. Dank dir." Konatsu machte sich wieder an die Arbeit, doch wie Ryoga hörte, sehr tollpatschig, es schepperte sofort sehr laut aus der Küche und der Ryoga fragte sich schon wieso Ukyo nicht einschritt...

Konatsu würde noch ein riesiges Durcheinander anrichten und er hatte weiß Gott nicht wieder Lust dafür verantwortlich gemacht zu werden.

Wieder auf seinem Stuhl sitzend machte sich Ryoga daran sie Unterhaltung zu verfolgen und stelle schon nach kurzer Zeit entsetzt fest, dass dieser Macho ein übler Aufreißer zu sein schien. Die Wortfetzen, die bis hinten zu seinem Tisch drangen, trieften nur vor Lob und Anmache. Wenn es etwas gab, was Ryoga überhaupt nicht abkonnte, dann war es so etwas! Ranma fand er schon schrecklich, obwohl dieser eigentlich gar nichts dafür konnte, aber dieser Möchtegern Casanova...das ging gar nicht! Und Ukyo ließ sich auch noch darauf ein?
Was war hier nur wieder los...vielleicht kannte Ukyo diesen Mann sogar. Ryoga war solange nicht hier gewesen und auch er hatte viele Leute kennen gelernt... je länger darüber nachdachte, desto stärker keimte der Verdacht in ihm, dass dies Ukyos Freund war. Und dieser Gedanke beunruhigte ihn. Schnell versuchte er seinen Gedankengang zu stoppen, indem er das Glas Wasser runter schlang, was sich typischerweise für U-chans auf jedem Tisch befand. Allerdings hatte er es wohl zu eilig mit dem Wasser, so dass er prustend und hustend anfing um Luft zu röcheln.

...

Fortsetzung folgt...
 
Liest das hier überhaupt jemand? So ganz überzeugt bin ich davon nämlich nicht ^^ meldet euch, egal wies euch gefällt O_O

Kapitel 5

nómu – dichter Nebel

Ukyo stand schon seit geschlagenen fünfzehn Minuten am Tisch des Unbekannten und hätte in der Zeit Konatsu nicht die Leute bedient, wären ihnen nicht nur einige nicht unerhebliche Einnahmen des Tages verloren gegangen sondern auch noch ein paar Stammgäste, die schon ein bisschen mürrisch waren dass ein aufgetakelter Typ, ein Fatzke, ums mal so auszudrücken, eine solche Supersonderbehandlung erhielt.
Der Typ, der sich als Haru vorgestellt hatte, hatte seinen Teller beinahe geleert und hatte nicht ein Krümel gefunden, an dem er etwas auszusetzen hatte.
Er lobte weiterhin ihre Kochkünste in den Himmel hinein und Ukyo merkte überhaupt nicht dass sie ihrem Laden schadete, ihre Gäste verstimmte und was vielleicht das schlimmste an alledem war dass ihr Verstand sich ausgeklinkt hatte und sie nur noch aus einer einzelnen Person bestand die ohne die schmalzigen Worte ihres Gegenübers leben konnte... auch hatte sie nicht einmal bemerkt dass der arme Ryoga schon seit fünf Minuten an seinem Platz saß und gerade dabei war zu ersticken...
Sie hörte das Röcheln, das Husten, das Schnaufen, aber sie hörte sie nur aus der ferne, wie ein fernes Donnern aus einer anderen Dimension. Die Worte, die Haru benutzte, waren wie bei einer Bassanlage auf voller Lautstärke.

„So ein ausgezeichnetes Essen, Fräulein Ukyo... dürfte ich erfahren ob sie noch ledig sind?" säuselte er und ignorierte vollkommen dass diese Frage bei jemanden vollkommen unangebracht war den man gerade erst seit ein paar Minuten kannte und einige Gäste drehten sich erschrocken herum. Von Ryoga glitt ein erstickter, lauter und schmerzhafter Keuchlaut herüber. Er war bereits Dunkelrot angelaufen und das Röcheln war in eine Art Todeskampf ausgeartet. Die anderen Gäste starrten ihn nur aus Mitleidig-Erschrockenen Augen an, aber keine kam ihm zu Hilfe...
Ukyo indessen kicherte wieder hinter hervor gehaltener Hand während die anderen Gäste von ihr zu Ryoga und wieder zurück blickten... wollte sie ihren Gast einfach so sterben lassen? Wieso tat sie nichts... sie schien es vollkommen zu ignorieren. Haru starrte sie mit seinen durchdringenden blauen Augen an, hatte sie vollkommen in seinen Bann gezogen. Eigentlich hätte er sich die Frage von vorhin sparen können, allein ihr verhalten war aufschlussreich genug gewesen... doch das was jetzt kam, damit hatte er nicht gerechnet.
Ukyo blinzelte nun, ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite, hatte sie da nicht etwas gehört? Ihre Augen waren noch immer gebannt auf das strahlende tiefe Blau gerichtet, unempfänglich für andere Eindrücke, und doch, sie hörte etwas... das Donnergrollen kam näher. Sie hatte es für einen flüchtigen Traum gehalten, doch es war kein Traum...
Die säuselnde Stimme versuchte sie noch einmal zurück zu ziehen, doch dieses Mal funktionierte es nicht. Ukyo hatte sich selbst aus dem Bann befreit, sie hörte nun das Röcheln und Husten Ryogas, der bereits auf dem Boden kniete, eine Hand an seinen Tisch gestützt, die andere auf den Boden. Blau waren seine Lippen angelaufen und seine Augen traten unnatürlich aus seinen Höhlen...

„OH NEIN, RYOGA!" schrie Ukyo entsetzt und stürzte die paar Schritte die sie noch trennten auf ihn zu. Heftiges Herzklopfen empfing sie, sie hatte gar nicht mitbekommen wann oder wie das passiert war... um es genau zu sagen hatte sie nicht einmal bekommen dass er überhaupt in das Restaurant gekommen war. Das alles dachte sie innerhalb von den drei Sekunden die sie brauchte um bei ihm zu sein.
Unter den entsetzten Blicken der anderen richtete sie Ryoga auf, drehte ihn herum, schlang ihre Arme um seine Taille und schrie: „Bitte nicht Erschrecken!" und drückte die Faust der beiden Hände in seine Magenkuhle, quetschte ihre Daumen unter seinen Brustkorb und ein gurgelnder Laut drang aus seiner Kehle hervor. Gut so... sie hatte anscheinend den richtigen Griff erwischt. Bisher hatte sie es nur in der Kochschule einmal in einer Übungsstunde angewendet und gehofft dass so etwas niemals passieren würde. Ihr Herz pochte heftig gegen ihre Brust während sie ihre Augenlider aufeinander presste und innerlich flehte: Bitte lass es nicht zu spät sein! , als sie das nächste Mal zudrückte und ein speiendes Geräusch von Ryoga zu hören war. Das Wasser war endlich aus seinen Lungen, er konnte wieder Atmen. Mit einem unangenehmen Geräusch landete das Wasser, vermischt mit dem Speichel auf dem Boden und Ukyo ließ ihre Arme locker. Ryoga fiel in sich zusammen wie ein Kartenhaus, riss Ukyo noch mit sich und schließlich saßen sie auf dem Boden, Ryoga in einer seltsamen Haltung und vollkommen verdrehten Beinen in den Armen Ukyos die ebenso schnell keuchte wie Ryoga. Rote Flecken waren auf ihrem Gesicht zu sehen und der Angstschweiß drang aus jeder ihrer Pore nach draussen. Sie musste jetzt stinken wie ein Iltis, aber irgendwie war ihr das auch egal...
Sie blickte empor und in die vielen Augenpaare der Gäste.
Mit ruhiger, aber dennoch zittriger Stimme sagte sie: „Es ist alles in Ordnung... bitte ... lassen sie sich nicht weiter störten beim Essen..." mit diesen Worten kam sie mit Knien wie Pudding auf die Beine und stützte den kalkweissen Ryoga auf sich.
Unfähig für einen Gedanken oder auch nur ein Wort glitt sie mit dem Geretteten und unendlicher Schuldgefühle, dessen sie sich noch nicht einmal recht bewusst war, aus dem Restaurantbereich und ging mit ihm in eines der hinteren Räume die für Gäste reserviert waren die sich unwohl fühlten oder zuviel gegessen hatten. Manchmal schlief auch Konatsu hier wenn es zu spät geworden war.
Sie hatte nicht bemerkt dass Haru gegangen war ohne zu bezahlen... und keiner der anderen Gäste würde sich hinterer überhaupt an seine Existenz erinnern...

Ryoga ging es immer noch nicht recht besser und obwohl Ukyo ihn auf sich stützte, hatte er doch das Gefühl, als würde er gleich wie ein großer Reissack zusammensinken. Er mochte gar nicht daran denken, doch jede weitere Minute wäre zu spät gewesen. Was hatte er sich dabei gedacht, einfach so Wasser in sich reinzupumpen, als ob er gerade etwas derartig scharfes zu sich genommen hätte, etwas derartig würziges, das es vermochte seinen ganzen Körper in Wallungen zu bringen. Vielleicht hatte er so etwas zwar gerade eben nicht gegessen, doch er hatte es gesehen...

Ukyo ließ den erschöpften Jungen langsam behutsam auf ein Sofa gleiten, das ähnlich wie ein Bett mit einer weißen Decke bezogen war und auf dem sich ein großes Daunenkissen befand.
"K-Kann ich et … was für dich tun?", stotterte die junge Frau ihn perplex an. Während sich Ryoga langsam fing, erinnerte er sich wieder daran, was eben vorgefallen war. Er hatte das Restaurant betreten und wurde schlichtweg von ihr und dieser Person ignoriert. Er wurde von Konatsu bedient und hatte danach das ganze Geschehen etwas genauer unter die Lupe genommen, dabei verschluckte er sich an dem Glas Wasser.

Die verblüfften und ängstlichen Augen der anderen Gäste sah er immer noch vor sich, doch ein Augenpaar fehlte dabei, das von Ukyo! Sie... langsam brodelte der Zorn in ihm auf, SIE, hatte ihn einfach seinem Schicksal überlassen und nicht einmal gefragt, was
denn mit ihm los sei, obwohl dies ja offensichtlich war. Er war am Ersticken! Was tat sie stattdessen die ganze Zeit über! Ja genau, sie flirtete mit diesem aufgeblasenen Kerl herum, während einer ihrer Gäste am Krepieren war; was ihn aber noch viel mehr aufregte, war dass es sich bei diesem Gast um ihn handelte, Ryoga Hibiki, mit dem die achso feine Spitzenköchin noch vor wenigen Stunden Frieden geschlossen hat. Wieso also
hatte sie das getan, sie musste ihn doch sicher schon früher bemerkt haben, sonst wäre sie blind...oder, Ryoga schluckte kurz schmerzlich auf...oder sie war...verliebt! In diesem Typen von schwarzem Anzug. Liebe war schließlich in der Lage einem alle Sinne zu rauben. Es musste sie schwer erwischt haben.

Zerknirscht, halb aus Wut über sich selbst, halb aus Wut auf Ukyos unverantwortliches Verhalten, ballte Ryoga die Faust und schmetterte sie auf den Boden. Was störte ihn eigentlich mehr? Dass Ukyo ihr Restaurant vernachlässigt hatte, oder dass sie sich verliebt hatte?

„Ryoga, ist wirklich alles okay?", durchbrach Ukyo seinen Gedankengang. Das war einfach zuviel, er merkte nicht einmal, wie besorgt sich die Stimme seiner Freundin
anhörte, er fand ihr Verhalten einfach nur dreist.

„Das fragst du noch!", schrie er sie an und seine Augen wurden glasig. „Ich wäre
fast erstickt und du hast nichts Besseres zutun, als dich um was anders zu kümmern!"

Ukyo sah ihn daraufhin nur perplex an. Sie schien nicht zu verstehen. „Achso, für dich ist es also normal mit Kunden zu flirten, statt jemand anderem das Leben zu retten oder vielleicht Konatsu im Zaun zu halten, denn er hat, denke ich, vorhin ein ziemliches Chaos hinterlassen. Er tat eben, was er kann, schließlich musste er das Restaurant allein führen"
Ryoga nahm bei diesen Worten nicht mal einen Zug Luft, er bretterte damit einfach ohne Punkt und Komma auf Ukyo los. Er war merklich sauer, und selbst das war noch gar kein Ausdruck. Ukyo legte verständnislos ihren Arm auf Ryogas Schulter, woraufhin dieser zusammenzuckte. „Ryoga...wovon redest du?", fragte sie ihn hilflos.

„DAS FRAGST DU MICH! Ich kenne diesen Kerl nicht!", fauchte er los.

Ukyo konnte ihm anscheinend keineswegs folgen. Es war, als hätte jemand ihr da gerade eben das Gedächtnis und die Erinnerung an die letzen Minuten geraubt. „Sag mal spinnst du?“, fuhr in Ukyo etwas verletzt an. „Da war kein Kerl außer dir und ich habe dich doch
gerade eben vorm Ersticken gerettet oder nicht! Das können alle bezeugen.“
„Oh erspar mir das! Ich weiß, was ich gesehen habe, schau dich doch in deiner Küche um und du wirst das Chaos sehen, was dort hinterlassen wurde. Oder schau auf den leeren Teller auf dem Tisch dort...drüben“ Die letzen Worte verschluckte Ryoga ein bisschen, denn als er gerade auf den Tisch deuten wollte, an dem sich die beiden vor wenigen Minuten noch befanden, war dort keine Spur mehr von dem Teller, nicht mal ein Krümel oder eine Fettspur waren zurückgeblieben. Und wie sich später zeigen sollte, war auch nichts mehr von dem anfänglichen Chaos Konatsus zurückgeblieben...

Was geht hier vor..? fragte sich Ryoga verwundert, doch Ukyo war aus irgendeinem Grund der Geduldsfaden gerissen: „Sag mal, warum führst du dich eigentlich wieder
so auf? Bits du etwa auch aus Absicht fast erstickt? Würde ja zu die passen! Weiß Gott was du dir dabei wieder gedacht hast!“ Ryoga schaute sie daraufhin nur gekränkt an, wie konnte sie so etwas nur von ihm denken! Aber als er ihr in die Augen sah,... „Du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt mit deiner dämlichen Aktion“, flüstere sie ihm entgegen, wobei sie ihren Blick leicht senkte. Dadurch befand er sich vollends in einem Gefühlschaos. Er merkte wie sich brennend Eifersucht in seinem Brustkorb breit machte, zugleich pochte ein mysteriöses Unbehagen gegenüber dieses Kerls in seinem Schädel und in seiner Bauchgegend tummelte Unsicherheit und Wut darüber, dass Ukyo ihm nicht glaubte und es wirklich so schien, als ob er alles nur geträumt hätte. Doch
er hatte nicht geträumt, dessen war er sich sicher.

„Ukyo,hör mal“, hauchte er ihr zu, aber sie fuhr nur verbittert auf und brüllte ihm zu:
„Wieso sollte ich zuhören? Nur weil du gerade so getan hast, als ob du stirbst? Nur weil du dir gerade eine bunte Lügengeschichte ausgedacht hast, für die ich nicht mal den Grund kenne? Nur weil ich…Ach hau einfach ab, okay?“

Traurig richtete sich der Junge wieder auf, klopfte den Staub von seinen Kleidern. „Ich hatte sowieso vor nach Hause zu gehen“, erwiderte er kalt.

Ukyo hörte das Klopfen auf Ryogas Kleidern und setzte sich ein gutes Stück von ihm entfernt auf das Sofa. Ihr Blick war stur auf das Fenster gerichtet, in entgegen gesetzter Richtung.
Während sie mit der Hand ihre Haare nach vorne kämmte knurrte sie ungehalten: „Falls es dich interessiert, ich weiss nicht wovon du sprichst oder was hier passiert sein soll. Ich weiss nicht von welchem Typ du gesprochen hast... ich weiss nur dass ich einen riesigen Schreck bekommen habe als du am Ersticken warst und ich hab einfach nur das getan was ich tun musste... dich retten..." Sie stockte und bemerkte dass Ryoga sich noch einmal herumdrehte... sie konnte seinen Blick auf sich spüren.

„Machs gut Ryoga, wir sehen uns nicht wieder..." murmelte sie eiskalt, griff mit der linken Hand auf ihren rechten Arm und drückte ihn, so stark dass sie darauf nachher vier Abdrücke ihrer Fingernägel finden würde, aber im Moment spüre sie nur den Schmerz der gut tat und sie von ihrem inneren Schmerz ablenkte.
Mit diesen Worten glitt sie mit gesenktem Kopf an ihm vorüber und ließ ihn einfach im Regen stehen.
Schnellen Schrittes glitt sie durch den Servierbereich auf die rettende Schwungtür zu, glitt noch immer mit gesenktem Kopf hindurch und rannte beinahe Konatsu über den Haufen der gleich vier Okonomyakis gleichzeitig verteilen wollte.

„Fräulein Ukyo, Vorsicht, ich hätte beinahe die Okonomyaki fallen lassen." rief er erschrocken, doch Ukyo ließ ihn einfach links liegen, glitt zum Ofen herüber, schnappte sich ihre Spatula und begann wie eine Furie in der Küche herumzuwerkeln. An den gelben Klebezetteln glitt sie mit einem flüchtigen Blick herüber und kümmerte sich wieder um die Bestellungen.
Mit gesenktem Kopf und Feuereifer vermischte sie sämtliche Zutaten, wollte nicht an das Denken an das sie nun dachte, wollte nicht den Schmerz spüren den sie jetzt spürte...
Ärgerlich zischte sie nun durch die Zähne und zog ihren Finger zurück, sie hatte auf die heisse Herdplatte gefasst. So ein dummer Fehler war ihr seit mindestens zehn Jahren nicht mehr passiert. Tränen standen ihr nun in den Augen während sie hinabblickte auf ihre Hand hinab in dessen Mitte der Finger sich dunkelrot färbte.

„MIST!" schrie sie giftig und trat gegen den Herd.
Sie ärgerte sich über sich selbst, sie ärgerte sich über ihr Verhalten, sie ärgerte sich über alles...
Es war heute alles daneben gelaufen...
So etwas Bescheuertes...

„Warum tut es nur so weh?" murmelte sie und meinte damit nicht unbedingt ihren Finger...


„Kann ich ihnen Helfen, Fräulein Ukyo?" säuselte es nun dicht an ihrem Ohr und sie drehte sich erstaunt herum. Dunkelblaue Augen wie das Meer ließ sie sofort entspannen und ihre Gefühle in geordnete Bahnen lenken. Vergessen war Ryoga, vergessen war der Vorfall...
Zögerlich streckte sie ihm ihre Hand entgegen und kicherte verschüchtert, während sie schnell mit der anderen die Tränen aus den Augen wischte... sie wusste noch nicht einmal mehr warum sie gerade geweint hatte.

„Das muss man mit kaltem Wasser kühlen... kommen Sie, ich helfe ihnen..." säuselte er und führte sie in ihrer eigenen Küche zur Spüle herüber...

Ryoga hatten Ukyos Worte von eben sehr hart getroffen. Wie als ob er in Trance stand, drang das Echo wieder zu seinem Ohr: "Machs gut Ryoga, wir sehen uns nicht wieder..."... es drang immer wieder in seinen Kopf und pochte mit immer stärker werdender Gewalt an sein Inneres. War das Real? Konnte das sein? Hatte er Schuld daran? Hätte er sich lieber doch nicht in Ukyos Angelegenheiten einmischen sollen? Verloren und tief getränkt mit dem Gefühl der Einsamkeit stand Ryoga jetzt wenige Meter entfernt von ihrem Restaurant. So eine Traurigkeit hatte er noch niemals in seinem ganzen Leben gespürt. Es fühlte sich so an, als würde er innerlich zerrissen werden. Er hatte das Gefühl, als hätte gerade seinen ganzen Lebenswillen verloren. Seine Augen verloren jeglichen Glanz und stumpften zu kleinen unbeweglichen tiefbraunen Objekten ab.
Die ersten Tropfen fielen schon auf die Straßen. Es war ein Gemisch aus Tränen und dem Gewitter, das sich gerade zusammenbraute. Blitze zuckten über den schwarzen Himmel Nerimas, Donnergrollen machte sich breit. Der Junge zuckte zusammen und schlug sich die Hände gegen die Ohren. Dieses Grollen war nichts dagegen, was in ihm selbst stattfand. Er musste loslassen können, er musste vergessen, er musste hier weg, einfach weg und zwar schnell.

„Nnnneeiinnn!", schrie er noch lauthals und die Vögel aus den angrenzenden Bäumen verabschiedeten sich aufgrund dieses Schreis mit lautem Flügelschlag ´gen Himmel. Er rannte und rannte, einfach nur davon, so schnell er konnte, so schnell sein Körper ihn ließ und vielleicht sogar ein Stückchen schneller. Die Regentropfen berührten ihn gar nicht, sondern wurden von dem enormen Windstoß, der sich seines Tempos wegen um ihn gebildet hatte, einfach davon geschleudert.

Das ist nicht wahr...das ist nicht wahr! , versuchte er sich einzureden, doch genauso wusste er, dass das Unsinn war. Er hatte es gerade deutlich gehört. Er sollte verschwinden, aus ihrem Leben treten, einfach ausgelöscht werden. Sein Kämpferinstinkt weigerte sich und befahl ihm umzudrehen, sich zu stellen und nicht einfach so aufzugeben, doch sein rationaler Menschenverstand deutete ihm, dass es das einzig Richtige wäre ihr diese letzte Bitte ihm gegenüber zu erfüllen. Seine Eckzähne blitzen auf. Er hatte die ganze Zeit seinen Mund weit geöffnet zum Schrei bereit, aber er war verstummt, kein einziger Ton wagte sich heraus. Wieso war er so traurig, so zerschmettert, wieso fühlte er sich so verloren? Was war bloß los mit ihm? ...Was wollte er eigentlich verdammt noch mal? ...Diese Frage ließ ihn zusammenzucken, er fiel zusammen wie ein Kartenhaus und auf die Knie. Der schlammige Boden unter ihm gab nach und spritze an ihm hoch. Wütend und traurig begrub er sein Gesicht in seinen Händen. Ehrfürchtig richtete er seinen Blick wieder auf.

„Ich weiß es nicht...ich weiß nicht, was ich will...oder doch...?", redete er sich ein während seine Kleider immer mehr durchnässten. Gleich würde sein Fluch wieder die Oberhand über seinen schwachen Körper gewinnen, doch dies war ihm egal, völlig gleichgültig... Ryoga machte sich innerlich dazu bereit und ging in die Hocke.
Doch auf einmal spürte er die Regentropfen nicht mehr wie harte Schläge auf seinen Rücken klopfen, der Geruch von Reis und Fisch machte sich in seiner Nase breit und eine rote Hose befand sich direkt vor seinen Augen.
Die fremde Person half ihm auf und Ryoga ließ es gewähren. Er wusste, dass er ihr vertrauen konnte, er wusste um wen es sich handelte. Ranma hatte seinen Regenschirm aufgespannt und diesen gerade eben schützend über Ryoga gehalten. Schnell packte er sein Sushi und die Reisbällchen in seine Tasche und half ihm auf. Er sah wie schlecht es ihm ging und spürte auch bei sich einen Stich im Herzen. Befand er sich nicht auch schon mal in so einer Situation? Deshalb kam ihm das so bekannt vor. Es war in Ryugenzawa, in dem Wald der großen Tiere, dort wo sie Shinosuke getroffen hatten... Etwas sagte ihn, dass Ryoga genau dasselbe fühlte, wie er damals, nur dass es bei Ryoga noch viel schlimmer sein musste, da sein Freund ohnehin nie eine Person war, der es blendend ging und die vor Glück nur so sprühte. Ohne Fragen zu stellen, griff er Ryoga unter den Arm und lenkte in Richtung Dojo ein. Ryoga musste sich erstmal beruhigen, er war total aufgelöst.

Apathisch saß Ryoga nun auf einer kleinen Decke im Tendo Dojo und Akane hatte ihm eine Decke um die Schulter gelegt. Besorgt hatte sie sich an ihn gelehnt und umarmte ihn sanft. Ranma sah sich das alles an, während er nachdenklich im Dojo auf und ab marschierte, aber es störte ihn keinesfalls das zu sehen. Ryoga brauchte Hilfe und Akane würde ihm sicher wieder etwas Wärme vermitteln, so dachte er zumindest. Doch auch Akanes Erscheinung brachte Ryoga nicht wirklich wieder in die Realität zurück.

„Akane? Läst du uns kurz allein?", bat Ranma seine Verlobte, welche daraufhin nur schweigend nickte und sich aus dem Raum schlich. Ranma fragte sich ob Ryoga sie überhaupt bemerkt hatte.
Das Gewitter machte keinen Anschein sich zu beruhigen und Ranma war andächtig ans Fenster getreten. Irgendwie musste dieser Idiot von Ryoga doch aufzumuntern sein. Während Ranma also angestrengt nachdachte, erhob sich Ryoga hinter ihm mit, was das leichte Knirschen des Holzbodens vom Dojo preisgab. „Ryoga, na endl...", fing Ranma an. ... „Ranma, kämpf mit mir...kämpf und nimm keine Rücksicht"

...

Fortsetzung folgt...
 
Puuh, wie mühsam!

Sauber.
Ohne mist!
Große klasse!!
*freufreu* einer der besten FFs die ich je gelesen hab, und ich hab schon viele FFs gelesen
 
Guten abend,

Hey ich hätte hier gar kein Review mehr erwartet, deshalb hab ich mich mit dem weiterposten auch erstmal zurückgehalten ^^

Aber ich poste gerne weiter ^^ ein Kapitel folgt auch sofort:

Kapitel 6

himei - Aufschrei

Ryoga wollte seinem Frust mal ordentlich Luft lassen und war es nicht eigentlich sogar sein erstes Ziel gewesen eine Revanche an Ranma zu nehmen, wenn er zurück nach Nerima kam? Leider ist viel zu viel dazwischen gekommen, viel zu viel Schmerzhaftes, viel zu viel hat sich in ihm geklärt, hat sich geöffnet und wurde nun Brutal zerschmettert. Dies tat alles so weh. War er eine Memme oder ein echter Kämpfer? Das würde ihn doch nicht so einfach aus der Bahn werfen. Kampfbereit ging er in Stellung und winkte Ranma mit einer Handbewegung zu sich. Doch sein Rivale zögerte. Warum tat er ihm das an? Er wollte nicht, dass irgendjemand Mitleid mit ihm hat. Das alles musste er mit sich selbst klären, niemand hatte sich da einzumischen. Könnten sie nicht alle so tun, als sei nichts passiert.

„Ranma, mach dich bereit!", schrie er den Jungen im roten Kampfanzug haltlos an. „Wenn es das ist, was du willst Ryoga, komm her!", erwiderte Ranma schließlich selbstsicher. Genau das wollte Ryoga hören. Wie wild stürmte er auf Ranma zu und hinterließ bei seinen Schritten Löcher im Holz des Dojos. Mit voller Kraft bretterte er auf Ranma zu und setzte zum Schlag an. Ranma wich ihm aus. Ryoga versuchte es gleich noch mal, doch auch diesmal ohne Erfolg. Das alles machte ihn noch viel wütender. War er denn zu nichts in der Lage, nicht einmal zu einem Treffer?

„Ranma, greif an!", befahl Ryoga zähneknirschend. Ranma stürmte nun auch auf ihn zu und traf in prompt mitten in die Bauchgegend. „Ryoga, es...", sagte Ranma, doch Ryoga winkte nur ab: „Genauso will ich es." Dieser sorgenvolle Blick von Ranma machte ihn nur noch wilder. Er sollte sich raushalten...und Ryoga konnte sich nicht helfen, in Ranmas blauen Augen sah er auf einmal die dieses Typen wieder. Sein Verstand setzte aus. Brüllend rief er seinem Kontrahenten entgegen, dass nur er daran, an allem Schuld sei. Ranma sah ihn daraufhin nur fragend an. Er verstand überhaupt nicht wovon er redete, doch er wusste auch, dass Ryoga nicht mehr er selbst war. Allmählich hatte Ranma immer mehr Schwierigkeiten diese Angriffe abzuwehren. Ryoga war stärker geworden über die Monate, in denen er weg war. Ob er wohl auch neue Techniken gelernt hatte?

„Mach dich bereit zu sterben FREMDER!" Ryoga sah wahrhaftig den Mann aus U-chans in Ranma, obwohl dieser wirklich nicht viel mit ihm gemeinsam hatte außer vielleicht den blauen Augen. Akane hatte das genau gehört und es war ihr langsam zuviel geworden draußen zu warten. Was hatte Ranma Ryoga wieder getan? Neugierig und gleichzeitig wütend ausgeschlossen zu sein schlug sie die Tür des Dojos auf und traute ihren Augen nicht! Ryoga sah noch niemals so entschlossen aus.

„AKANE, mach das du hier wegkommst!", rief Ranma ihr zu und schon wurde Ranma von der harten Rechten Ryogas getroffen. Krachend flog er an die Steinwand des Dojos und hinter ihm breitete sich eine riesige Ausbuchtung breit.

„Ranma", heulte Akane auf und hielt sich die Hand an die Brust. Er schien bewusstlos zu sein. Ryoga währenddessen war nur noch mehr in Rage gekommen und dieser Treffer machte ihn nur noch ungeduldiger darauf seinen Gegner endlich in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Er sah schon lange nicht mehr Ranma vor sich, sonst hätte er natürlich aufgehört, denn so wie Ranma früher sein Rivale um Akane gewesen ist, so war es nun dieser Kerl mit dem schneidigen Gesicht und den blauen Augen... nur dass es diesmal nicht um Akane ging.

„Ryoga, sag mal spinnst du!", keifte Akane ihn an. Doch Ryoga hörte sie gar nicht. Seine Aura loderte...und strahlte eine gewisse Kälte aus.
Langsam fing sich Ranma wieder und machte sich auf die Beine. Er war sich nun ziemlich sicher, was kommen würde. Ryoga würde das gewaltigste Shishi Hokodan auf ihn loslassen, das er jemals gesehen hatte. Er konnte keinesfalls die genügende Kraft mobilisieren um zum rettenden Hiryuu Shotenha anzusetzen. Er musste ihn anders stoppen, er musste ihn glücklich machen, ihm einen Teil seines Pessimismus nehmen. Doch leider wusste er nicht einmal was Ryoga so aus der Fassung gebracht hatte.

„Akane", wies Ranma das Mädchen an, „Akane, sag Ryoga, dass du ihn liebst!"

Akane zuckte erschüttert zusammen. „Sag mal, du hast sie doch nicht mehr alle Ranma! Das ist nicht die richtige Zeit um unsere Verlobung zu lösen! Und außerdem...", pfiff sie ihm entgegen.

Ryoga sammelte inzwischen wirklich seine Kräfte und es sah alles so aus, als würde er sie gleich vernichtend auf dieses Dojo und das gesamte Tendo Anwesen loslassen.

„Nun mach schon Akane! Keine Zeit für Erklärungen!", befahl ihr Ranma erneut. Akane starrte Ranma nur ungläubig an, tat ihr aber dann wie geheißen. „Ryoga...", fing sie an, den letzen Teil des Satzes brüllte sie einfach nur verzweifelt aus. „Ryoga, ich liebe dich!"
Getrippel machte sich bemerkbar und eine riesige Dampfwolke näherte sich dem inzwischen halbdemolierten Dojo. Die ganzen anderen Bewohner des Hauses hatten sich an der offenen Tür versammelt und fixierten Akane mit merkwürdigen Blicken. Soun und Genma brachen schon in Tränen aus, diesmal Tränen der Trauer und Nabiki fiel fast die Kinnlade runter. Sie hatte doch tatsächlich vergessen ihr Diktiergerät an zu machen. Viele tausend Yen glitten ihr gerade durch die Finger und so brach auch sie in einem Tränenschwall aus. Nur Kasumi war die einzige, die noch halbwegs zurechnungsfähig da stand und Akane prüfend musterte.

„Es...ist nicht so wie ihr denkt", schrie das arme Mädchen die übrigen beleidigt an. Diese Worte Akanes prallten nur an Ryoga ab, es war so, als würde er aus weiter Ferne jemanden rufen hören, doch genau hören konnte er es auch nicht, stattdessen vertiefte sich seine Depression nur, weil immer wieder die selben Worte in seinem Schädel hämmerten … "Machs gut Ryoga, wir sehen uns nicht wieder..."... .

„Dafür wist du büßen", schrie er Ranma noch einmal entgegen. Dieser war total verblüfft. Sein Plan war nicht aufgegangen, dabei war er sich doch so sicher... Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Es war nicht Akane, um die es ihm hier ging.

„Ryoga", rief er lauthals, „Ryoga, hör sofort auf, es ist wegen Ukyo, hab ich Recht!"
Ryogas Konzentration sank sofort ins Bodenlose zurück, leise verpuffte seine Aura und er fiel auf die Knie. Diesen Namen… er wollte ihn doch nie wieder hören, doch wenn er ihn hörte, durchflutete ihn wieder irgendwie ein Gefühl des Glücks, dagegen konnte er sich nicht wehren. So wurde das nichts mit dem Shishi Hokodan und als er nun geschockt mit den Augen blinzelte, erkannte er endlich, was er angestellt hatte, Ranma stand vor ihm! Nicht dieser Mann... wie hatte er sich nur so täuschen können. Doch schon machte sich wieder Dunkelheit vor seinen Augen breit, und er fiel wieder in eine Art Dämmerschlaf.

Das Plätschern des Wasserhahns und das beruhigende Durchatmen der jungen Frau, dessen Hand er unter den kühlen Wasserstrahl hielt, ließ ihn sich wieder entspannen.
Beinahe wäre alles schief gelaufen, gerade noch hatte er sich aus dem Staub machen können und den Vergessens-Zauber anwenden können, was gar nicht so einfach gewesen war bei so vielen Zeugen rund herum. Warum musste dieser Junge auch ausgerechnet an der Wichtigsten Stelle einen Erstickungsanfall bekommen?
Er knirschte ärgerlich mit den Zähnen und seine Hand strich im Gegenzug sehr vertraulich über Ukyos Handrücken die wieder ein wohliges Seufzen ausstieß. Er bewegte unbemerkt die andere, noch freie Hand und schon hob sie ihren Kopf, strahlte sie mit ihren tiefen Augen an und ihre braunen Haare glänzten wunderbar in der Sonne. Die weiße Schleife unterstrich das ganze noch. Er betrachtete sie sich ganz genau, bald würde sie ihm gehören, mit Haut und Haaren, mit Leib und Seele, ihr Körper und ihr Geist und natürlich ihre Kochkünste. Noch nie war ihm ein Okonomyakikoch oder -Köchin untergekommen die so hervorragende Okonomyakis herstellte wie dieses Mädchen. Er konnte es nicht leugnen, er war den Okonomyakis verfallen. Er liebte sie, mehr als alles andere auf der Welt und er würde alles dafür tun um die besten Okonomyakis zu bekommen, koste es was es wolle. Selbst wenn er dabei eine Seele kaufen musste...
Schade um das Mädel, aber wenigstens ist sie hübsch und anscheinend nicht mit irgendjemandem zusammen. Natürlich war dieser Gedanke überflüssig: wäre sie mit jemandem zusammen gewesen hätte der Bann gar nicht erst funktioniert. Er ging nur bei Menschen, die nicht in jemanden innig verliebt waren...
Er ließ sie wieder nach unten blicken, das plätschern des Wassers erfüllte den ansonsten stillen Raum.
Er dachte natürlich an diesen Jungen dessen beinahe ersticken sie aus seinem Bann gezogen hatte. Die einzige Möglichkeit seinem Zauber zu entkommen, Prägung. Wie bei Küken die das erste Lebewesen nach dem Schlüpfen als ihre Mutter ansehen, nur das es sich hier um eine Stimmenprägung handelt und die Küken aus seinem Bann erlöst sobald sie seine Stimme hören würde...

Schwer stützte er sich nun an dem Waschbecken und grinste ölig von einem Ohr zum nächsten.

„Geht es wieder, Fräulein Ukyo?" in spätestens ein paar Woche würde er diese Höflichkeitsfloskeln den Bach hinunter spülen, dorthin wo sie hingehörten: ungebraucht und ungeliebt!
Diese blickte wieder empor und lächelte ihr strahlenstes Lächeln ihm entgegen. Es war schon merkwürdig, so ein hübsches Mädchen und keinen Freund an der Seite... aber vielleicht war ja dieser Junge gerade dabei gewesen mit ihr Anzubändeln...
Ein Zähneblitzendes Grinsen erschien zwischen seinen Zähnen und er schaltete den Wasserhahn aus.
Kindergartenkleinkind... Gegen diesen Milchbubi der noch nicht mal in der Lage war ein Glas Wasser auszutrinken, bin ich, Haru, der Magister Magi, ihm weit überlegen.
Vertraulich legte er einen Arm um ihre Taille und zog Ukyo zu sich heran.
Erwartungsvoll und mit heißen, vor unechter Liebe erfüllten Augen blickte Ukyo zu ihm empor.

„Fräulein Ukyo, möchten sie gerne mit mir ausgehen? Ich würde mich gerne für das hervorragende Okonomyaki bedanken dass sie mir zu speisen gegeben haben. Ausserdem möchte ich so meine Schulden bezahlen." Es war besser die Schulden zu erwähnen, eine Kasse ließ sich nicht mit Zauber beschwindeln und Yen konnte er leider noch nicht zaubern - noch nicht!
Ukyo kicherte hinter hervor gehaltener Hand währen Haru ihre Hand ergriff und sie drückte.

„Bitte, sie würden mich zum glücklichsten Mann auf der ganzen Welt machen." Bah, wie er dieses Liebesgesäusel hasste, aber er tat alles für Okonomyaki also biss er in den sauren Apfel und ließ Ukyo die vorprogrammierte Antwort aufsagen: „Sehr gerne, Herr Haru..." hauchte sie und ihr Kopf reckte sich ihm entgegen.
Haru lächelte, er hatte den Fisch bei der Angel, jetzt musste er nur ganz langsam die Leine einholen bis der Fisch tot am Harken hing ... und dann würde er ihn ausweiden und geniessen...
Dieser Junge wird mir nicht noch einmal in die Quere kommen und ich werde dafür sorgen dass sie ihn auf keinen Fall, unter keinen Umständen wieder sieht. Wenn er meinem Zauber noch einmal ins Gehege kommt dann Gnade ihm Gott...

Ukyo glaubte im siebten Himmel zu schweben während Ryoga die Hölle auf Erden erlebte, doch sie ahnte nicht einmal etwas davon... Um es genau zu nehmen dachte sie nicht einmal mehr an Ryoga und welche Qualen er durchzustehen hatte mit den acht Worten mit denen sie sein Herz zerschmettert hatte. Sie dachte nur noch an Haru und sein strahlendes, warmes Lächeln, dass ihre Gedanken ihr durch Haru vorgaukelten.


…Wenig später…


Vor ihr saß er und blickte ausdruckslos und teilnahmslos zurück. Im teuersten Restaurant der Stadt waren sie an diesem Abend noch eingekehrt. Auf Anraten der drei Ninjas, die er angergiert hatte, war er mit Ukyo weiter weg gefahren um den ganzen Freunden von ihr aus dem Wege zu gehen. Er war über alles vollstens im Bilde, ihm würden keine Fehler unterlaufen, er war ein Perfektionist.
Gelangweilt strich er seine Haare zurück und betrachtete sich die Dekoration an den Wänden. Das Restaurant war uninteressant für ihn, hier gab es kein Okonomyaki. Auch war er nur aus zwei Gründen mit Ukyo hierher gegangen: einmal um sie von ihren Freunden fern zu halten und zum anderen um in Ruhe mit ihr etwas zu besprechen, und dabei musste er den Bann etwas lockern, weil sie sonst nur programmierte Antworten geben würde und das brachte nichts.

Wie ein verliebtes Schulmädchen saß Ukyo in ihrem perfekt sitzenden herrlichen Kleid vor ihm und schmachtete ihn an. Ihre Hände waren weich zusammengefaltet und ihr Kinn ruhte auf den Handrücken. Den Kopf hatte sie etwas schief gelegt während ihre Augenlider klimperten und von zeit zu zeit ein verliebter Seufzer ihre Kehle verließ.
Das Essen war bereits verspeist und jetzt warteten sie auf das Dessert. Haru war sehr Charmant gewesen während des Abends, hatte ihr die Tür auf gehalten, hatte ihren Stuhl zurecht gerückt, hatte Angeboten die Rechnung zu übernehmen um wie er es sagte, seine Schulden zu bezahlen, obwohl sie immer wieder beteuerte das alles so in Ordnung sei wie es war.
Jetzt waren sie in ein sanftes Schweigen verfallen in dem Ukyo gespannt ihr Gegenüber betrachtete und auf eine neue Überraschung ihres Schwarms wartete.

Haru lächelte wieder, das Dessert würde noch ein bisschen auf sich warten lassen. Langsam rückte er seinen Stuhl zurecht und seine Ellenbogen stützten sich ungalant auf dem Tisch ab, doch er beachtete es nicht, gaukelte Ukyo ja sowieso ein etwas verzerrtes Bild der Wirklichkeit vor.

„Fräulein Ukyo, ich möchte mich bei ihnen bereits jetzt für diesen herrlichen Abend bedanken den sie mir geschenkt haben." Er wusste dass er zur Höchstform auflief wenn er etwas haben wollte und der Sache schon ziemlich nahe war.
Sein Gegenüber lief leicht rötlich im Gesicht an und das altbewährte Kichern glitt wieder über ihre rosigen Lippen. Ihr markeloser Teint ließ gar keinen Schluss aufkommen dass sie beinahe jeden Tag der Woche in der Küche ihres Restaurants verbrachte und Okonomyakis herstellte.
Haru glitt nun mit einer Hand über den Tisch und ergriff die nun frei schwebende Hand Ukyos.

„Sie sind ein Schmeichler." säuselte sie und klimperte kokett mit ihren Wimpern.
Er lächelte ölig. „Ich bitte sie, bei solch einer wunderbaren Dame wie ihnen..."

„Ach bitte, sagen sie doch Ukyo zu mir..." schnurrte sie und Haru war begeistert. Sie fraß ihn regelrecht aus der Hand.

„Fräulein sie sind zu gütig zu mir... ach wie dumm von mir..." er schlug sich scheinbar gegen die Stirn. „Ich soll sie ja Ukyo nennen."
Diese nickte eifrig. Ihre Ohrringe klimperten und ihre Haare glitten in Wellen auf und ab.

„Okay... Ukyo. Jetzt muss ich ein Lob auf sie aussprechen. Sie führen ein wunderbares Restaurant, mit hervorragendem Personal und der besten Köchin der Welt."

„Sie schmeicheln mir schon wieder..." gurrte sie. Es war nicht mehr viel von der alten Ukyo zurück geblieben.
Er seufzte schwer und hatte Ukyos Mitgefühl mit dieser harmlosen Geste bereits erweckt.

„Was haben sie Herr Haru?" murmelte sie besorgt und hielt seine Hand.

„Naja... Ukyo, ich möchte dich damit nicht belasten..." murmelte er.
Ukyo lächelte und schüttelte energisch den Kopf. „Sie belasten mich doch nicht... nun sagen sie schon was sie auf dem Herzen haben."

„Ukyo du bist zu gut zu mir." säuselte er wieder und gab sich eine kurze Minute Bedenkzeit.

„Also gut, ich werde ihnen erzählen was mich bedrückt. Wissen sie ich bin ein reicher Mann, der Tagein Tagaus nur in seinem Schloss residiert und vor Langeweile und Geldzählen beinahe um den Verstand kommt. Sie haben mir heute die Himmelstür geöffnet, denn in meinem Leben gibt es eine Leidenschaft: Okonomyaki! Und sie, Ukyo, sind die beste Köchin die mir jemals untergekommen ist... was ich aber damit ausdrücken will ist, ich will ihnen helfen. Ihr Lad... ich meine ihr Restaurant verdient eine Unterstützung durch mich. Noch mehr Menschen sollen in den Genuss kommen dem ich verfallen bin und das können wir erreichen, gemeinsam! Bitte, ich möchte ihnen helfen mit meinem Geld ihr Restaurant noch schöner zu gestalten und auszubauen als er ohnehin schon ist. Oh nein, bitte, sagen sie nichts, lassen sie mich erklären..." er hielt inne und legte vertraulich einen Finger auf ihre Lippen um die Proteste bereits im Keim zu ersticken. Erst musste alles Gesagt werden dann konnte sie reden. „Bitte unterbrechen sie mich nicht Ukyo. Ich möchte einen Vorschlag machen. Ich beteilige mich an ihrem Restaurant, helfe beim Ausbau, kaufe Lebensmittel, kaufe die ganze zusätzliche Einrichtung und unterhalte die zusätzlichen Angestellten die dann benötigt werden. Im Gegenzug verlange ich nur zweierlei: Bitte, bleiben sie bei mir und bereiten sie mir jeden Tag mindestens ein Okonomyaki zu und zum anderen möchte ich an der Hälfte des Restaurants beteiligt werden."
Für manche musste dies sich wie ein schlechter Scherz anhören, doch Haru hatte keinerlei Skrupel oder Probleme damit. Geld hatte er wirklich, sein Schloss, das es wirklich gab, lag nur ein Stück ausserhalb Nerimas. Für ihn war alles kein Problem, doch er wusste das Ukyo niemals darauf eingegangen wäre hätte sie unter Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte dieses Geschäft gehört. Dies war nämlich beinahe ein Lehnsvertrag, ein Knüppelvertrag, ein gemeines Unterschlagen, doch Ukyo spürte es nicht, merkte es nicht... sie lächelte geschmeichelt und murmelte etwas in der Richtung hin dass sie das Geld gar nicht annehmen könne, dass sie doch so gut zurecht kam und dass er aber gerne bei ihr Essen könne sooft und soviel er wollte.
Doch Haru unterbrach sie. „Bitte, lassen sie mich ihnen helfen. Bitte lassen sie noch andere Zeuge ihrer Gaumenfreude werden... Bitte lassen sie mich nicht mehr allein..." er ergriff ihre Hand und drückte sie, blinzelte, seine blauen Augen kamen wieder zum Einsatz, er musste den Bann wieder fester anziehen, er hatte sie zu sehr wanken lassen...

Während er nun kurz wegsah und seine Augen ausruhte und um dem Bann Gelegenheit zu geben sich zu entfalten, wäre er beinahe vom Stuhl gefallen bei dem Anblick der sich ihm nun bot.
Ärgerlich biss er die Zähne aufeinander und knirschte mit ihnen. Er war nur froh dass er es Gesehen hatte bevor es zu spät war. Einen Augenblick zuckte ein gemeiner Gedanke durch seine Windungen. Vielleicht konnte er dies zu seinen Gunsten ausnutzen, er musste nur den richtigen Augenblick abpassen…

Ukyo indessen blickte auf die blütenreine Tischdecke hinab und konnte ihr Glück nicht fassen. Keine einzige Sekunde kam sie auf den Gedanken dass dies ihr mehr schadete als nützte. Doch sie merkte es nicht, war vollkommen in seinem Bann und zerschmolz beinahe vor unerwiderter Liebe zu dem skrupellosen Kerl ihr Gegenüber. Gerade als sie nun ihren Entschluss in Worte gefasst hatte und ihren Blick erhob, griff Haru nun auch noch ihre andere Hand, glitt mit dem anderen Arm um ihren Hals und rückte rasch über den Tisch zu ihr herüber.
Ohne ein weiteres Kommentar zu dieser Handlung pressten sich seine Lippen auf ihre und sie verfielen in einen lieblosen Kuss den Ukyo im Normalzustand niemals zugelassen hätte...
Sie ahnte nicht dass sie nicht nur von den Gästen beobachtet wurden...

...

Fortsetzung folgt...
 
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