Das Zeitalter der Saiyajin

Dieses Thema im Forum "Dragonball Fanfictions" wurde erstellt von VegetaGirl94, 9. Mai 2020.

  1. VegetaGirl94

    VegetaGirl94 Gemüsefamilie! Yay! ♥

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    Hallöchen ihr Lieben!
    Nachdem ich die Dragonballs gesammelt und Shenlong gebeten habe, das Forum wieder zum Leben zu erwecken, sagte mir dieser doch tatsächlich, dass das seine Macht übersteigen würde... :(
    Tja, da müssen wir wohl selbst ran...

    Da ich in letzter Zeit mal wieder öfter im Forum vorbeischneie und sehe, dass einzelne Mitglieder ebenfalls zwischendurch online sind, habe ich mich dazu entschieden, meine neueste Fanfiktion ebenfalls hier zu posten. Bei fanfiktion.de und wattpad habe ich mittlerweile schon 15 Kapitel veröffentlicht, vorgeschrieben ist schon bis Kapitel 24 und noch laaange keine Ende in Sicht. Falls Interesse besteht, wird das hier eine ziemlich große Sache. :)

    Für all diejenigen, die sich einen kurzen Einblick wünschen, bevor sie sich in die langen Texte stürzen, habe ich auch eine Kurzbeschreibung verfasst (Spoiler!):

    Lord Beerus erwacht früher als erwartet aus seinem Schlaf und beschließt, Freezer davon abzuhalten Planet Vegeta zu zerstören, da ihm für die Zukunft ein ebenbürtiger Gegner prophezeit wurde.
    Raika, Broly und Vegeta, der Prinz der Saiyajin, scheinen die einzigen zu sein, die dieser Prophezeiung entsprechen könnten. Doch schließlich taucht ein weiterer Saiyajin auf, eine gutherzige Frohnatur, der die Gefühlswelt der jungen Raika und alles, wofür die Saiyajin stehen, auf den Kopf stellt. Auch Prinz Vegeta scheint von dem Mädchen angetan zu sein, sodass sie schließlich zwischen den Kontrahenten steht und sich für einen der beiden entscheiden muss.
    Wie verläuft das Leben auf Vegeta-Sai und wer wird eines Tages gegen den Gott der Zerstörung antreten? Für wen entscheidet sich Raika? Kakarott oder Vegeta? Gefühle oder Leidenschaft? Gut oder Böse?
    Dies und viel mehr erfahrt ihr hier...



    Also kommen wir zu den Pflichtabgaben:
    Titel: Das Zeitalter der Saiyajin
    Autorin: VegetaGirl94 (alias Meike)
    Teile: Viele
    Pairing: Im späteren Verlauf: GokuxOC / VegetaxOC
    Genre: Drama, Abenteuer, Romanze, (im späteren Verlauf) Lemon
    Disclaimer: Die meisten Figuren und Schauplätze gehören dem ehrenwerten Akira Toriyama. Raika (einige von euch kennen sie aus meiner Fanfiktion "Breakaway"), Oniara und Leekie (und weitere Charaktere, die meiner Fantasie entsprungen sind) stehen unter meinem Copyright und dürfen nicht ohne meine Genehmigung kopiert werden. Ich verdiene hiermit kein Geld.

    „..." = Gespräche
    >>...<< = Gedanken

    Ich habe heute direkt mal den Prolog und das erste Kapitel für euch, damit ihr einen ausführlichen Eindruck der Umstände bekommt. Ich hoffe, dass es euch gefällt und wünsche ganz viel Spaß. ♥

    _____________________________________

    Das Zeitalter der Saiyajin

    Prolog

    Im Jahre 737 sorgte das plötzliche Niesen eines kleinen, blauen Fisches für beunruhigende Stimmung. Kaum war das Geräusch verstummt, hielt der Fisch seine Flossen vor sein Maul, um keinen weiteren Mucks von sich zu geben.
    „Gesundheit", sprach eine sanfte, ruhige Stimme, die von dem Engel Whis kam. Er saß auf einem Stein unter einem Baum und schlürfte gerade eine Nudelsuppe. „Du wirst doch nicht etwa krank, Orakel-Fisch?", erkundigte er sich weiter.
    Nur zögerlich nahm der wahrsagende Fisch die Flossen wieder herunter und sah sich verunsichert um. „Er wird doch nicht aufwachen, oder?"
    Whis setzte die Schale auf seinem Schoß ab und sah seufzend in die Ferne. „Es wäre eigentlich wieder an der Zeit. Er schläft in letzter Zeit wirklich viel...".
    Die beiden blieben aufmerksam und warteten darauf, dass etwas passiert, doch es blieb vorerst ruhig. Bis auf einmal ein markerschütternder Schrei die Stille durchbrach, gefolgt von einer gigantischen Auraexplosion, wodurch der Planet, auf dem sie sich befanden, zu beben begann und in mehrere große Teile zerbrach.
    Whis erhob sich und schüttelte seufzend den Kopf, daraufhin tippte er mit seinem Stab zweimal leicht auf den Boden. Der Edelstein am oberen Ende des Stabes begann zu leuchten, ein Kraftfeld legte sich um seine Heimat und der Planet setzte sich wie von selbst wieder zusammen.
    „Es wäre wirklich wunderbar, wenn unser Gott der Zerstörung mal etwas anderes zerstören würde, als immer nur seinen eigenen Planeten". Whis seufzte erneut. Die letzten 5 Jahre hatte Beerus nun durchgehend geschlafen. Es war davon auszugehen, dass er auch dieses Mal nur aufwacht, um ein wenig Chaos zu stiften, herumzubrüllen, etwas zu essen und sich anschließend wieder hinzulegen. Nur wenige Augenblicke später, kam ein sehr verschlafen wirkender Beerus aus seinem Schlafsaal, gähnte ausgiebig und rieb sich mit seiner linken Tatze die Augen und mit der anderen rieb er eine dicke Beule, die an seinem Hinterkopf empor ragte.
    „Wer wagt es mich so unsanft aus meinem wohlverdienten Schlaf zu reißen?", knurrte die großgewachsene Katze bedrohlich, während sie sich streckte und auf seinen Meister und den Orakel-Fisch zu ging.
    Whis konnte sich ein leises Kichern nicht verkneifen. „Meister Beerus, seid Ihr aus dem Bett gefallen?"
    „Schnauze!", zischte er gefährlich und wollte weiterhin wissen: „Also? Wer hat das zu verantworten?"
    Der Engel deutete unauffällig mit der Spitze seines Stabes auf den Fisch im Glas und kicherte leise. Das Wassertier registrierte, dass der Engel ihn verraten hatte, erhob sich aus seinem Glas, sodass er sich mit seinen Flossen am Rand festhielt und über diesen schauen konnte. Beschwichtigend hob der Blaue die Flossen und lächelte verschämt. „Es war ja keine Absicht", platzte es ihm heraus.
    „Wie bitte?! Keine Absicht?" Beerus ballte eine Faust und fletschte die Zähne. „Heißt das, du weckst mich ohne erdenklichen Grund?" Der Gott der Zerstörung konnte wirklich bedrohlich wirken, seine katzenhafte Gestalt unterstrich dies deutlich. Vor allem seine Unbeständigkeit, Reizbarkeit, Ungeduld und seine launische Art machten es extrem gefährlich mit ihm umzugehen.
    „Na ja... also... Ich ähm...", der Orakel-Fisch suchte krampfhaft nach den richtigen Worten. „Also, es gibt da eine Weissagung, allerdings ist sie noch nicht ganz ausgereift".
    „Nicht ganz ausgereift? Was soll das bedeuten?", Beerus wurde immer ungeduldiger.
    Der Orakel-Fisch begann zu grübeln, räusperte sich kurz und erläuterte die Situation: „Mir fehlen noch ein paar wichtige Details, deswegen wollte ich Euch diese Prophezeiung erst später überbringen. Aber, da Ihr schon mal wach seid... In etwas mehr als 40 Jahren wird es einen oder mehrere Sterbliche geben, die Euch ebenbürtig sein werden".
    Der grimmige Kater verengte seinen Blick. „Ein Sterblicher, der mir das Wasser reichen soll? Was für ein Sterblicher soll solche Kräfte entwickeln können? Niemand kann es mit einen Gott der Zerstörung aufnehmen!"
    Das Wassertier nickte und dachte weiter nach, versuchte sich an mehr Details zu erinnern. „Es war irgendwas mit Super... Super-Saiyajin... Gott-Saiyajin... Irgendwie so was..."
    Das Gerede über die Saiyajin ließ den Engel in seiner weinroten Robe aufhorchen. „Sagtest du Saiyajin? Da fällt mir gerade ein, dass Lord Freezer während Eures letztes Schlafes, um die Zustimmung zur Zerstörung des Planeten Vegetas gebeten hatte. Das wäre aber schade, wenn Freezer die Saiyajin ausrotten würde, bevor dieser super mächtige Krieger erwacht".
    Der Gott der Zerstörung stutzte. „Freezer? Was ist mit King Cold?"
    „Der ist vor Kurzem zurück getreten und hat sein Imperium an seinen Sohn übergeben. Dieser Freezer ist um einiges stärker und kaltblütiger als sein Vater".
    „Da macht man einmal für fünf Minuten die Augen zu und schon ist nichts mehr so, wie es vorher war...", Beerus seufzte, verdrehte die Augen und gähnte erneut.
    „Ihr habt 5 Jahre geschlafen... In der Welt der Sterblichen kann in dieser Zeit sehr viel passieren". Der Engel warf einen Blick in den Kristall am oberen Ende seines Stabes, der von einem blauen Kranz umringt war. Darin sah er, dass der kaltblütige Tyrann gerade auf dem Weg zum Planeten Vegeta war. „Vielleicht sollten wir uns beeilen. Es scheint mir ganz so, als hätte Freezer nicht vor, auf die Bestätigung seines Vorhabens eurerseits zu warten".
    „Ganz schon dreist von dem, mich einfach übergehen zu wollen", knurrte der Gott der Zerstörung, trat näher an seinen Meister heran und forderte ihn auf aufzubrechen. Whis tippte erneut zweimal leicht auf den Boden, wodurch um sie herum ein bläulicher Energiestrom aufflackerte, der sie mit unermesslicher Geschwindigkeit durch das Universum beförderte, während sich Beerus an seiner Schulter fest hielt.

    Nur wenige Augenblicke später erreichten die beiden die nähere Umlaufbahn des Planeten der Saiyajin und wie erwartet, befand sich in der Nähe auch Freezer's Raumschiff.
    „Mich würde ja interessieren, wieso sich Freezer zu solch drastischen Maßnahmen entscheidet. Bislang war seine Zusammenarbeit mit den Saiyajin sehr erfolgreich", dachte Whis laut und drehte seinen Stab zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her.
    „Finden wir es heraus", schlug Beerus vor und schwebte auf das riesige Raumschiff zu, welches gerade seine Luken öffnete und einen Schwarm Krieger in den Kampf schickte. Doch bevor die Soldaten ihre Ziele angreifen konnten, erhob Lord Beerus sein Wort.
    „Halt!", schrie er und blickte erbost auf den Imperator, der ebenfalls gerade mit seinem schwebenden Thron das Raumschiff verließ. „Was geht hier vor? Hier werden doch nicht etwa ohne meine Zustimmung Planeten zerstört?"
    Lord Freezer entdeckte den Gott der Zerstörung, wurde kreidebleich und rief augenblicklich seine Schergen zurück. Leicht verunsichert löste er sich von seinem Thron, schwebte auf den Gott zu und verbeugte sich ehrfürchtig.
    „Lord Beerus! Was für eine freudige Überraschung. Ich wähnte Euch noch im Land der Träume. Was verschafft mir diese Ehre?"
    „Die Schleimereien kannst du dir sparen. Du machst auf mich den gleichen arroganten Eindruck wie dein Vater. Kommen wir zum Punkt: Findest du es nicht etwas anmaßend, ohne meine Zustimmung eine Zerstörung durchführen zu wollen? Immerhin ist das mein Job. Vielleicht...", Beerus neigte seinen Kopf leicht nach links und verengte seine Augen zu schmalen Schlitzen, „...sollte ich dich zerstören!"
    Dem eigentlich so unnahbaren Tyrannen entglitten sämtliche Gesichtszüge. Voller Panik hob er beschwichtigend seine Hände. „Lord Beerus, verzeiht mir diese ungehobelte Art! Es war mir nicht bewusst, welche Tragweite mein Handeln haben würde. Mein Vater berichtete mir nicht von Eurer beeindruckenden Imposanz". Der Tyrann sah sich um und pfiff auch seine letzten Lakaien zurück. „Ich werde mich selbstverständlich sofort zurück ziehen". Unterwürfig wiederholte Freezer die Verbeugung und versuchte sich möglichst unauffällig aus dem Staub zu machen. Misstrauisch beobachtete der Gott der Zerstörung das Schauspiel, seufzte leise und schüttelte den Kopf. Auf der einen Seite genoss er es, dass egal wo er auftauchte, niemand es wagen würde ihm zu widersprechen oder sich ihm zu widersetzen. Doch auf der anderen Seite würde er wirklich gerne auf jemanden treffen, der ihm mal Contra gibt und nicht blind nach seiner Pfeife tanzt - jemand der ihm ebenbürtig war. Und genau deshalb interessierte ihn diese neue Weissagung seines Fisches so sehr. Zwar fehlten noch einige Details, aber bald würde er endlich einem richtigen Gegner gegenüber stehen. 40 Jahre waren für einen Gott wirklich kein großer Zeitraum, immerhin lebte er schon seit über 75 Millionen Jahren.
    Während Freezer und seine Schergen den Rückzug antraten, beugte sich Whis zu dem katzenartigen Gott und sprach: „Ich bin erstaunt von Eurer Güte, Beerus. Dass Ihr Freezer einfach so davon kommen lasst..."
    Der Angesprochene schnaubte nur abfällig. „Es wäre viel zu einfach diesen Wicht auszulöschen, aber wo bleibt dann der Spaß?" Er ließ seinen Blick hinab zu dem Planeten der Saiyajin gleiten und hoffte gedanklich, dass sich sein Warten lohnen würde.
    „Wollt Ihr König Vegeta berichten, dass Ihr sein Volk vor dem Untergang bewahrt habt?"
    „Tze, soweit kommt's noch!", knurrte Beerus. „Wenn ich damit hausieren gehe, dass ein Gott der Zerstörung etwas vor seiner Zerstörung rettet, bin ich meinen Job los! Außerdem ist es mir lieber, wenn sie das nicht wissen, so habe ich wenigstens meine Ruhe, bis dieser Krieger erwacht".
    Whis nickte lächelnd. „Vielleicht ist es ja Prinz Vegeta, er hatte bei unserem letzten Besuch schon eine beeindruckende Kampfkraft. Und da war er gerade ein paar Tage alt".
    „Wer weiß...", Beerus schmatzte und gähnte erneut. „Whis! Ich möchte etwas Essen und danach werde ich mich wieder hinlegen. Wo gab es diese leckeren Reptilien-Eier mit dem leicht nussigen Nachgeschmack? Da müssen wir noch mal hin!"
    Der Engel lachte und fuhr sich durch seine weiße Haarpracht. „Wir sind in zwei Minuten dort. Festhalten bitte!"
    Der Gott der Zerstörung legte eine Pfote auf die Schulter seines Begleiters, der wiederholt mit seinem Stab die Reise einleitete.
    Die beiden waren eben so schnell verschwunden, wie sie gekommen waren. Auf Vegeta-Sai hatte niemand mitbekommen, was gerade wirklich vorgefallen war. Jeder einzelne der Saiyajin bekam von Freezer den Auftrag sich umgehend auf ihrem Heimatplaneten einzufinden, aber keiner wusste aus welchem Grund. Sie hatten Freezer's Schiff in der Umlaufbahn entdeckt, aber von jetzt auf gleich, war es wieder verschwunden. Es dauerte einige Stunden, bis sie von Freezer's Hauptkommandant Ginyu erfuhren, dass es wohl einige Missverständnisse in der Befehlskette gab, die zu diesem Ereignis geführt hatten. So war zumindest der offizielle Bericht.

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    Kapitel 1: Der König und sein Vorhaben


    König Vegeta war zu dieser Zeit gedanklich an einem ganz anderen Ort. Seine Frau war vor kurzem, bei der Geburt ihres zweiten Sohnes Tarble, ums Leben gekommen. Seither war der König nicht mehr derselbe. Sein zweiter Sohn wurde sofort nach der Geburt auf einen abgelegenen Planeten geschickt, nicht nur, weil er für einen Königssohn ein viel zu jämmerliches Potential hatte, sondern auch, weil der Monarch jede Erinnerung an seine Frau ausradieren wollte. Und Tarble war seiner Mutter einfach zu ähnlich, er hatte ihre sanften Augen und ihre feinen Gesichtszüge. Er war schwach. Ein Ballast. Wie seine Mutter. Er musste entsorgt werden.
    Sein erster Sohn hingegen, Prinz Vegeta der Vierte, war sein ganzer Stolz. Schon von Geburt an hatte der Erstgeborene eine bis dahin nie dagewesene Kampfkraft und der König war sich absolut sicher, sein Sohn würde der legendäre Super-Saiyajin werden. König Vegeta war so von dieser Überzeugung besessen, dass er sogar ein anderes Neugeborenes mit überdurchschnittlich hoher Kampfkraft, welches kurz nach dem Prinzen geboren wurde, auf einen lebensfeindlichen Planeten schickte, nur damit diese Konkurrenz für seinen Sohn aus dem Weg geschafft wurde. Die Königin war damals nicht einverstanden mit seiner Entscheidung und hielt ihn davon ab, ähnliches wieder zu tun. Aber da die Königin mittlerweile nicht mehr lebte, konnte er ungehindert seinen Plan fortführen. Für die Saiyajin war es üblich, nicht lange um ihre Lebensgefährten zu trauern, dafür waren Verluste viel zu alltäglich und die Gefühlswelt der meisten männlichen Krieger zu abgestumpft. Selbst der fünfjährige Vegeta hatte den Verlust seiner Mutter schon verkraftet, er bekam von seinem Vater eingetrichtert, dass er keine Emotionen zu zeigen hatte. Der kleine Prinz tat alles, was sein Vater von ihm verlangte, er wollte ihn stolz machen, wollte beweisen, dass er ein würdiger Thronfolger und die Legende seines Volkes sein könne. Niemals kam ihm in den Sinn eine Trainingseinheit zu versäumen oder seinen Vater und die Ehre der Königsfamilie zu beschämen. Vegeta wusste in seinem jungen Alter schon um die große Verantwortung, die auf seinen Schultern lastete, immerhin würde er eines Tages den Thron übernehmen. Seinem verweichlichten, schwachen Bruder würde das nie gelingen. Außerdem durfte der Prinz sein Volk nicht enttäuschen, er würde irgendwann als Super-Saiyajin sich und seine Rasse an die Spitze der Herrschaft des Universums bringen.
    König Vegeta ließ seine Untertanen weiterhin für Freezer’s Armee arbeiten. Immerhin spülte das fleißig Geld in die Kasse und ließ die Wirtschaft florieren. Außer ihrer Kraft hatten die Saiyajin nicht sonderlich viel zu bieten, womit sich Geld verdienen ließe. Nicht alle Saiyajin waren Krieger, aber alle die zur Mittelklasse oder zur Elite zählten. In der Unterklasse sah es gemischter aus. Viele von ihnen waren auch ausgebildete Kämpfer, allerdings eher als einfache Soldaten, mit spärlichem Wissen über besondere Kampftechniken oder größere Energieattacken. Die Übrigen waren in allerlei Berufen vertreten, im Handwerk, in der Forschung, im sozialen Bereich und einige wenige sogar als Lehrer oder Professor. Allerdings mussten die Saiyajin in den meisten Berufen zusätzliche Unterstützung von anderen Planeten anfordern. Durch die hohen Erträge aus den vielen Aufträgen in Freezer’s Armee konnten diese Kosten aber ohne Probleme gedeckt werden.

    Nun waren ein paar Wochen vergangen, nachdem Freezer die Zerstörung des Heimatplaneten der Saiyajin zurück ziehen musste. Der König saß gerade an in seinem Büro am Schreibtisch und brachte die für ihn mehr als lästige Schreibarbeit hinter sich. Für die meisten schriftlichen Angelegenheiten hatte er schon jemanden eingestellt, der seine Gedanken auf Papier bringen konnte, allerdings musste der König selbst einen Bericht über seine letzte Mission verfassen, da bei der Verhandlung über den Preis des gesäuberten Planeten noch keine Einigung erzielt werden konnte und der Auftraggeber Freezer wurde so langsam ungeduldig, da er das Geschäft schnell abschließen wollte. Der König versuchte vergeblich die außer Kontrolle geratenen Verhandlungen zu beschönigen. Während der Monarch auf dieser Mission erstaunlich ruhig geblieben war und sein Angebot vorbrachte, drehte der potentielle Käufer völlig durch, wobei Vegeta der Dritte nicht mal dazu kam, ihm von den hohen Vorkommen an Bodenschätzen zu erzählen, welche den Preis begründen würden.
    Der König seufzte und hoffte innerlich, dass ihn jemand von seinem Leid erlösen würde. Im selben Augenblick klopfte es an der Tür.
    Etwas erstaunt blickte der König auf und griff an seinen Kinnbart. „Wer stört?“, ertönte seine raue, tiefe Stimme.
    „Ich bin's Vater“, antwortete eine kindliche und trotzdem grimmig klingende Person. Es war sein Sohn, Prinz Vegeta der Vierte. Der Prinz hatte gelernt, wenn sein Vater im Büro war, sollte er ihn niemals ungefragt stören. Einmal war er ohne Anzuklopfen rein geplatzt und bekam prompt einen Ki-Ball an den Kopf. Sein Vater war gerade so auf das Zusammenrechnen der Jahresbilanzen konzentriert, dass er, durch das vorlaute Eintreten seines Sohnes, vollkommen den Faden verloren hatte und von vorne beginnen musste.
    „Komm rein“, forderte er grob, obwohl er sich innerlich über die Ablenkung freute. Diese Berichte raubten ihm den letzten Nerv.
    Der junge Saiyajin trat ein und ließ die Türe prompt wieder ins Schloss fallen. Sein dunkelroter Umhang wehte leiht während der Bewegung des Prinzen, der den saiyajintypischen Kampfanzug trug, mit einem dunkelblauen Body und einem Emblem der Königsfamilie auf der Brust. Trotz seines geringen Alters wirkte der junge Prinz sehr kühl und unnahbar. Sein ernster Gesichtsausdruck unterstrich die gefühlskalte Aura, die ihn, ähnlich wie seinen Vater, umgab. Nach dem Tod der Königin hatte sich der Prinz geschworen nie wieder irgendwelche Gefühle oder auch nur eine Spur von Schwäche zu zeigen. Das hatte ihm sein Vater eingebläut. Seine Mutter war da ganz anders, sie war in der Lage Gefühle zu zeigen und wollte dies auch ihren Söhnen vermitteln. Doch für Vegeta den Vierten war klar, dass seine Mutter nur ums Leben kam, weil sie zu schwach war, deshalb wollte er jede Erinnerung an seine Mutter verdrängen und keine Emotionen zulassen.
    „Ich habe meinen Auftrag erfolgreich ausgeführt“, berichtete der junge Prinz Vegeta schließlich.
    „Gut“, kommentierte der König knapp, senkte seinen Blick wieder auf den Papierkram vor sich und fuhr fort: „Deine nächste Mission wird noch ein wenig auf sich warten lassen. Allerdings kannst du mir einen Gefallen tun. Als zukünftiger König musst du heute als meine Vertretung in die Randgebiete der Unterklassekrieger. Das Weib von dem Schwächling Bardock hat schon wieder geworfen. Bring in Erfahrung wie hoch die Kampfkraft des Kindes ist, danach entscheidest du wie seine erste Mission aussehen wird“.
    Der Prinz nickte, um sein Verständnis zu zeigen, verbeugte sich flüchtig vor seinem Vater und verließ den Raum wieder. Kaum war er wieder alleine auf dem Flur, huschte ihm ein siegessicheres Grinsen über die Lippen. Immerhin verstand er sich recht gut mit Bardocks Sohn, Radditz. Radditz war nur ein halbes Jahr jünger als Vegeta und begleitete ihn auf die meisten Missionen. Radditz war zwar als Unterklassekrieger geboren, ebenso wie sein Vater, allerdings hatte Bardock es geschafft, sich in die königliche Leibgarde hochzuarbeiten, da er stark, sehr gelehrig und zuverlässig war. Durch dieses glücklichen Zufall hatte sein Sohn Radditz die Chance einen ähnlichen Weg einzuschlagen und des Prinzen Leibwache werden zu können.
    Schnellen Schrittes lief Vegeta die endlosen Flure entlang. Im Palast herrschte striktes Flugverbot, also musste der Prinz unbemerkt zu nächstbesten Fenster gelangen, Dort angekommen sah er sich noch einmal prüfend um und nachdem er niemanden entdecken konnte, öffnete er leise das Scharnier, kletterte auf die Fensterbank, warf einen erneuten Blick hinter sich und sprang schließlich aus der Öffnung. Der Prinz landete in einem Gebüsch, im Palastgarten, von dort aus huschte er die Wege entlang in Richtung des großen Eingangsbereiches. Direkt vor dem Torbogen standen zwei Wachen in der typischen Richtung, sie verneigten sich während der Prinz an ihnen vorbei lief und sie nicht mal eines Blickes würdigte. Außerhalb des Palastgeländes durfte Vegeta nun endlich offiziell fliegen, also stieß er sich kräftig vom Boden ab und visierte die Richtung an, in der das Haus von Radditz und seinen Eltern lag.
    Während der Palast und seine direkte Umgebung prunkvoll ausgestattet war, wirkten die Wohngebiete am Rande der Stadt eher ärmlich. Es waren einfache, kleine Häuser aus Holz, Stein und Lehm. Viele der hier lebenden Unterklassefamilien hatten noch ein wenig Land, auf dem sie Getreide oder Gemüse anbauten. Das diente vor allem dem Zweck sich selbst zu versorgen, da die meisten Lowlevelfamilien nicht über das nötige Kleingeld verfügten, um ausreichend Lebensmittel für die hungrigen Mäuler auftreiben zu können. Bardock und seiner Familie ging es verhältnismäßig gut, als Leibgarde des Königs verdiente er genug, um über die Runden zu kommen. Dennoch war es ihm nicht gestattet im Palast zu leben, wie es normalerweise für eine Leibwache üblich wäre. Sein Status war ein Hindernis, aber es störte ihn nicht sonderlich, solange er seine Familie ernähren konnte.
    Prinz Vegeta erreichte unterdessen die Behausung seines gleichaltrigen Freundes und klopfte prompt an dessen Holztüre. Unter leisem Quietschen öffnete sich diese einen Spalt breit und ein langhaariger Junge in einfacher Rüstung sah den Prinzen verwundert an.
    „Was machst du denn schon wieder hier?“
    Der Prinz hob eine Augenbraue. „Begrüßt man etwa so seinen zukünftigen König?“
    „Ich habe so langsam das Gefühl, vor dir bekomme ich keine Ruhe. Ich glaube das mit der Leibwache überlege ich mir nochmal...“. Radditz wirkte etwas niedergeschlagen. Die eben abgeschlossene Mission hing ihm noch tief in den Knochen. Die Chance des Prinzen Leibwache zu werden, wollte er sich nicht entgehen lassen. Allerdings war das Ganze mit so viel Training und Arbeit verbunden, dass es den jungen Saiyajin ganz schön schlauchte. So eine Beanspruchung seiner Fähigkeiten war er einfach nicht gewohnt.
    „Stell dich nicht so an, du Weichei! Sieh es lieber als eine Ehre deinem Prinzen dienen zu dürfen“. Vegeta grinste sein Gegenüber breit an und schlenderte einfach an ihm vorbei ins Haus. Ihm gefiel es, ein Prinz zu sein. Es hatte so viele wunderbare Vorzüge und jeder zollte ihm Respekt.
    Im Inneren der Behausung steuerte Vegeta das Esszimmer der Familie an. Seine Nase verriet ihm, dass Radditz' Mutter gerade dabei war zu kochen, also entschied er sich dazu, auf einem der Stühle Platz zu nehmen und mit seinem Freund zu speisen. Der Langhaarige war ihm gefolgt und setzte sich ebenfalls an den Tisch.
    Gine, die Mutter von Radditz, bemerkte den kleinen Gast sofort und begrüßte ihn freundlich. Der Prinz ging jetzt schon seit über einem Jahr in dieser Familie ein und aus. Hier ging es etwas lockerer zu, als im Palast, was der Prinz zwischendurch als sehr angenehm empfand.
    „Und warum bist du hier, Vegeta? Ist bei der Mission doch etwas schief gelaufen?“, fragte Radditz erneut nach, nachdem sie sich gesetzt hatten.
    „Nein, das war alles gut, mein Vater ist zufrieden. Aber mein Vater sagte mir, dass ihr jetzt zu viert seid. Ich soll die Kampfkraft einschätzen und den ersten Auftrag für ihn auswählen“.
    In dem Moment zuckte Gine zusammen und richtete das Wort an den Prinzen, bevor ihr Sohn etwas sagen konnte. „Kakarott... unser Sohn... er ist...“, sie senkte ihren Blick, schluckte und schaute dann durch ein Fenster in die Ferne. „Ich gebe Bardock Bescheid, er wird es dir erklären“.
    Vegeta und Radditz wechselten verwirrte Blicke und sahen dann wieder zu der jungen Mutter, die ebenfalls eine einfache Rüstung trug, allerdings war diese anders geschnitten, sodass dadurch die weiblichen Kurven besser zur Geltung kamen.
    „Was ist mit Kakarott, Mama?“, fragte der Langhaarige mit etwas Besorgnis in der Stimme. Da Radditz die letzten Woche auf der Mission mit Vegeta verbracht hatte, kam er noch nicht in den Genuss seinen kleinen Bruder kennen zu lernen.
    Gine blickte sich hektisch suchend um, sodass ihre schulterlangen, schwarzen Haare hin und her wippten. „Gleich, Raddi. Sei geduldig“, antwortete sie ihrem Sohn noch schnell, während sie den gesuchten Scouter auf der Anrichte erspähte. Sie griff nach dem Gerät und legte es sich an ihr Ohr, sodass sie mit einem Auge durch die grünliche Scheibe sah. Das Kampfkraftmessgerät, welches auch als kommunikatives Hilfsmittel diente, hatte an der seine einen flachen Knopf, den die Saiyajin mehrfach drückte, bis sie eine Verbindung zu ihrem Mann aufgebaut hatte.
    „Bardock? Schatz?“, rief sie etwas aufgeregt, nachdem er sich auf der anderen Seite meldete.
    „Was ist denn? Ist das Essen schon fertig?“, fragte Bardock, der gerade in einer Wüstengegend auf Vegeta-Sai trainierte.
    „Ja, das auch. Bitte beeile dich, Prinz Vegeta ist hier, es geht um Kakarott“, erklärte Gine möglichst kurz und präzise, um keine Zeit zu verschwenden. Nach einem kurzen Moment der Stille, willigte Bardock ein und versprach sofort zurück zu kommen.


    Währenddessen hatte König Vegeta seine Büroarbeit für heute beendet und beabsichtigte nun sich mit einem Snack zu belohnen. Er verließ gerade sein Arbeitszimmer, glücklich darüber, dass er dieses heute nicht mehr betreten musste, da bemerkte er, wie sich ihm eilig zwei Personen näherten und hinter ihm stehen blieben.
    >>Kann man denn nicht einmal seine Ruhe haben?<<, dachte der König genervt, der Anflug positiver Laune war bereits wieder verblasst. Er drehte sich um und erblickte den Chefarzt der Neugeborenenabteilung und seine Assistentin. Der Chefarzt war ein vogelähnliches Wesen, mit dichtem, schwarzem Gefieder und einem krummen, grünen Schnabel, auf dem eine Brille saß. Seine Assistentin war eine ältere Saiyajindame, die, im Gegensatz zu den meisten ihrer Artgenossen, einen langen, weißen Kittel trug. Die beiden Mediziner verbeugten sich augenblicklich vor dem Monarchen und verharrten einen Moment in der gebeugten Haltung.
    „Was ist?“, wollte der König ungeduldig wissen.
    Der Chefarzt erhob sich und sprach mit krächzender Stimme: „Eure Hoheit, es ist soeben ein Saiyajinkind geboren worden, mit einer erstaunlichen Kampfkraft!“
    „Wie hoch?“, harkte er gezielt nach.
    „Etwa auf einem Level mit dem Kind von Paragus vor fünf Jahren... Aber-“, der Arzt stockte und schien nach den richtigen Worten zu suchen.
    „Was aber?!“, knurrte Vegeta der Dritte immer ungeduldiger werdend, mit einer pochenden Ader an der Schläfe.
    „Es ist ein Weibchen, Eure Hoheit. So etwas gab es noch nie!“
    Etwas verwundert von dieser Neuigkeit, sich aber nichts anmerken lassend, schnaufte der Monarch abfällig und begab sich auf direktem Weg zur Geburtenstation.
    Seine Gedanken überschlugen sich, während sein Umhang, durch seine schnellen Bewegungen, hinter ihm her flatterte: >>Schon wieder? Hoffentlich habe ich bald jede Konkurrenz für meinen Sohn ausgemerzt. Wenn ich noch mehr starke Krieger aussortiere, fehlen mir diese irgendwann in meiner Armee... Hauptsache mein Sohn kommt seiner Bestimmung nach. Niemand wird sich ihm in den Weg stellen können!<<
    In der Zwischenzeit war König Vegeta in der Neugeborenenabteilung angekommen. Der große Raum war ausgestattet mit zwölf großen, gläsernen Kugeln, die jeweils auf einem Podest standen, sodass man bequem hineinschauen konnte. Befüllt waren diese Glaskugeln mit einer grünlichen, dickflüssigen Flüssigkeit, wie man sie hier von den Meditanks kannte. Die Flüssigkeit diente nicht nur der Heilung von leicht- bis schwerverletzten Saiyajin, die gerade von einer Mission zurück gekehrt waren, sondern wirkte sich auch positiv auf die Entwicklung der Neugeborenen aus. Vorsorglich kamen alle Saiyajinkinder erst mal in diese Kapseln. Prinz Vegeta blieb damals sogar überdurchschnittlich lange in dem Tank, um seine Kampfkraft und sein Potential zu optimieren.
    Der bärtige König sah sich um und ging zielstrebig auf die dritte Glaskugel auf der linken zu, die von mehreren Angestellten des medizinischen Personals umringt war. Die Kittelträger machten sich allerlei Notizen und tuschelten aufgeregt miteinander. Das Tuscheln verstummte aber augenblicklich, als sich das Oberhaupt der Saiyajin dazu gesellte.
    „Ist das das Kind?“, fragte er mürrisch und warf einen Blick in den Tank. Das Kind darin war tatsächlich ein kleines Mädchen. Sie hatte außergewöhnlich lange Haare und hatte die Augen fest verschlossen. Ihr Mund und ihre Nase waren mit einer Maske bedeckt, woran ein Schlauch befestigt war, durch den sie atmen konnte.
    Einer der Ärzte sah von seinen Notizen auf, nickte und räusperte sich: „Ja, das ist sie. Das ist die Tochter von Tennock, ein Elitekrieger, der vor kurzem-“
    König Vegeta unterbrach ihn: „Tennock ist tot, seit knapp zwei Monaten. Wie hoch ist die Kampfkraft des Kindes?“
    „Etwa bei 5.000“. Der Chefarzt, der den König informiert hatte, hatte sich nun ebenfalls wieder dazu gesellt und studierte erneut die Unterlagen.
    Der König zog seine Augenbrauen tief ins Gesicht und fixierte den Chefarzt mit seinem Blick. „Ich dachte, ihre Kampfkraft sei höher als die meines Sohnes?!“
    „Wartet ab, Eure Hoheit“, sprach der Doktor, während er näher an das Saiyajinkind heran trat und an die Scheibe des Tanks klopfte. „Seht selbst!“
    Die Gesichtsmuskulatur des Kindes zuckte, sie ballte ihre kleinen Fäuste und einige Luftblasen stiegen auf. Skeptisch beobachtend, drückte der König auf seinen Scouter, der sofort wie wild zu piepsen begann. Die Kampfkraft des Kindes stieg langsam aber stetig ab. Erneut klopfte der Arzt gegen die Scheibe, dieses mal allerdings etwas fester. Der Säugling öffnete schlagartig die Augen und begann zu schreien, sodass die Flüssigkeit innerhalb des Tanks zu brodeln begann. Im selben Moment schoss die Anzeige des Scouters auf über 8.000 an und wuchs immer weiter und weiter.
    König Vegeta hatte geschockt seine Augen geweitet. „D-Das... Das ist unmöglich!“
    „Ein ganz ähnliches Bild wie damals bei dem Sohn von Paragus“, erklärte der Mediziner weiter.
    Sich wieder fassend, setzte der Monarch seinen üblich strengen Blick auf und fuhr fort: „Dann entsorgt dieses Kind genauso, wie das von Paragus! Unverzüglich!“
    Danach drehte er sich schwungvoll um und wollte zurück in sein Büro, um dort die Unterlagen des Kindes verschwinden zu lassen. Schließlich durfte das Volk von diesen Machenschaften nichts erfahren, das würde nur seinem Ansehen schaden.


    Zur gleichen Zeit kam Bardock bei seiner Familie an und alle hatten sich zum gemeinsamen Essen am Tisch eingefunden. Nachdem sich alle gesetzt und Gine die vielen Töpfe und Pfannen auf dem Tisch verteilt hatte, wurde der anwesende Gast ein wenig ungeduldig.
    „Und? Was ist jetzt mit Kakarott?“, fragte er, nachdem er ein großes Stück vom Braten und heimischen Gemüse auf seinem Teller platzierte.
    Der Vater von Radditz grummelte und seufzte anschließend. „Wir haben ihn gestern Abend zum Planeten Erde geschickt“, erzählte er.
    Prinz Vegeta verengte seinen Blick. „Warum entscheidest du das einfach so, ohne dir die Zustimmung eines Vorgesetzten oder die des Königs zu holen?“
    Der Stachelhaarige, der eine Narbe auf der linken Wange trug, suchte offensichtlich nach den richtigen Worten und legte seinen Kopf leicht schief. „Ich wollte den König nicht mit so unwichtigen Kleinigkeiten langweilen, immerhin hat er nur eine Kampfkraft von zwei. Der Planet Erde schien mir ganz passend, da er nur von sehr schwachen Wesen bevölkert wird“.
    Die Augen des Saiyajinprinzen blieben skeptisch. „Der König wird von deiner Eigenmächtigkeit nicht begeistert-“
    Radditz unterbrach den Prinzen schmatzend: „Vefeta? Fibft fu mir daf Falz?“
    Vegeta starrte den Gleichaltrigen mit geöffnetem Mund ungläubig an. Einer seiner Mundwinkel zuckte und seine Augenbrauen rutschten wieder tief in sein Gesicht. Der Prinz ballte seine Faust und knurrte bedrohlich: „Wie kannst du es wagen deinen Prinzen zu unterbrechen?! Noch dazu mit vollem Mund!“ Nichtsdestotrotz schob er seinem Kumpel den Salzstreuer zu und schüttelte leicht resignierend seinen Kopf. „Na, ja. Ich sehe schon, dein Bruder wäre allerhöchstens eine erneute Bedrohung für den Bildungsdurchschnitt dieses Planeten... Ich werde meinem Vater berichten, dass ich die Entscheidungen bezüglich Kakarott getroffen habe“, entschied der junge Prinz und widmete sich wieder dem Essen.
    Gedanklich wischte sich Bardock den Schweiß von der Stirn. Er hatte schon befürchtet, dass es Ärger geben würde, da eigenmächtiges Handeln in solchen Dingen nicht gerne gesehen war. Zumindest konnte Bardock dem Prinzen glaubhaft verkaufen, dass Kakarott keine Bedrohung war. Kurz nach der Geburt seines zweiten Sohnes, wurden alle Saiyajin von Freezer auf ihren Heimatplaneten beordert. Dies kam Bardock merkwürdig vor und er hatte das Gefühl, dass Lord Freezer den Plan verfolgte die saiyajinnische Rasse auszuradieren. Die Saiyajin waren ihm schon immer ein Dorn im Auge und Bardock wollte immerhin seinen Neugeborenen in Sicherheit bringen. Radditz war zu dieser Zeit zum Glück auf einem weit entfernten Planeten mit Vegeta und einigen wenigen anderen Soldaten. Also schickte Bardock seinen Sohn Kakakrott eigenmächtig fort, um ihn zu retten.
    Da sich Bardock offensichtlich geirrt hatte, hatte er sich fest vorgenommen seinen Jüngsten eines Tages wieder zurück zu holen. Aber das Wichtigste war erst einmal nur, dass Kakarott in Sicherheit war. Und das war er auf der Erde ganz bestimmt.


    Im Arbeitszimmer vom König der Saiyajin angekommen, fluchte dieser über die Kraft des Neugeborenen und suchte alle Unterlagen des Mädchens zusammen. Gerade als er die meisten Papiere beisammen hatte, piepste der Scouter vor seinem linken Auge los und im nächsten Moment zerbrach die Türe zu seinem Büro in tausende Einzelteile.
    „Was zur Hölle-?!“, brüllte der Bärtige wutentbrannt los und starrte zum Türrahmen. Darin stand eine junge, zierliche Saiyajindame. Sie hatte lange schwarze Haare und grün-blaue Augen, die ihr Gegenüber zornig durchdringten.
    „Wo ist meine Tochter?“, wollte sie fauchend wissen.
    Der König zog einen Mundwinkel nach oben und funkelte sie überheblich grinsend an. „Zu spät, Vanya! Deine Tochter ist schon unterwegs in ihren sicheren Untergang!“
    „Du Schwein! Das wirst du bereuen!“ Die Saiyajin stellte sich breitbeinig hin, streckte ihre Arme nach vorne aus und lud ihr Ki zwischen ihren Fingern. Doch bevor sie ihren Angriff ausführen konnte, erschien der König mit einer schnellen Bewegung direkt vor ihr, packte ihre zierlichen Handgelenke mit seiner Linken und platzierte seine rechte Hand mit gespreizten Fingern vor ihrem Gesicht.
    Geschockt weitete Vanya ihre Augen. Das konnte der König doch nicht ernst meinen. Sie senkte ihren Blick und versuchte krampfhaft ihre Hände aus seinem Griff zu lösen, doch es gelang ihr nicht. „Eure Majestät! Ihr könnt doch nicht einfach-!“
    „Und wie ich das kann! Ich bin der König der Saiyajin und ich kann tun und lassen, was immer ich will! Deine Tochter hat nie existiert, verstanden? Und du...“, er verfinsterte seinen Blick erneut und lud sein Ki vor ihrem Gesicht. „Du hast den König hinterrücks angegriffen. Ich hatte keine andere Wahl als mich zu wehren!“
    „NEIN!“, schrie Vanya noch, doch es war zu spät. Der König feuerte ihr einen gewaltigen Ki-Ball direkt ins Gesicht, er ließ ihre Handgelenke los und die junge Mutter blieb regungslos am Boden liegen. König Vegeta der Dritte warf noch einen letzten verächtlichen Blick auf sein Opfer, schnaufte und stieg über ihren leblosen Körper hinweg.

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    Tada! Ich hoffe es hat euch gefallen und freue mich über Feedback jeglicher Art. :)
    MfG Meike-Chan
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Mai 2020
  2. VegetaGirl94

    VegetaGirl94 Gemüsefamilie! Yay! ♥

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    Kapitel 2: Abseits von Allem


    Ein paar Wochen später erreichte die Raumkapsel, in die das junge Saiyajinmädchen hineingesetzt wurde, einen Planeten mit gelb-bräunlicher Oberfläche, den Planeten Vampa. Die Kapsel schlug auf dem steinigen Boden auf und hinterließ einen gewaltigen Krater. Landschaftlich war es hier sehr karg, nur wenige Pflanzen, dafür unzählige Bergen und Höhlen formten den Horizont. Regelmäßig wurde Vampa von Sandstürmen und extremen Gewittern heimgesucht.
    Das Kind in der Kapsel war durch das Eintreten in die Atmosphäre erwacht und kämpfte nun mit den Tränen. Man hatte sie aus der wohligen Wärme der Entwicklungstanks entrissen, in eine knappe Saiyajinrüstung gesteckt und sie dann in diese Kapsel verfrachtet. Sie hatte Angst und fühlte sich alleine. Außerdem war sie wütend - furchtbar wütend. Warum konnte sie nicht genau sagen, sie wusste nur, dass irgendetwas Ungerechtes vorgefallen war und sie darunter leiden musste.
    Die Tränen in ihren Augen wurden immer dicker und liefen schließlich über ihre Wangen. Aus einem leisen Quengeln wurde nach und nach ein immer lauteres Schreien. Raika brüllte so lautstark, wie sie konnte, in der Hoffnung, dass sie jemand hören und ihr helfen könne.
    Nur wenige Augenblicke später tat sich etwas. Das Saiyajinmädchen vernahm Schritte in der Nähe ihres Aufenthaltsortes, wodurch sie verstummte und starr durch die Scheibe der Kapsel nach draußen blickte. Plötzlich erschien das Gesicht eines kleinen Jungen vor ihrer Kapsel. Er hatte einen ernsten Gesichtsausdruck, wuschelige, schwarze Haare, einzelne Strähnen fielen in sein Gesicht, und trug eine Rüstung, die ihrer ganz ähnlich sah. Um seinen Hals lag ein dicker, silberner Stahlring. Die Kinder erkannten sofort, dass ihr Gegenüber zur gleichen Rasse gehörte und weiteten freudig ihre Augen. Über das Gesicht des Jungen huschte ein flüchtiges Lächeln, er drückte von außen gegen einen Schalter der Raumkapsel, sodass sie sich zischend öffnete.
    „Warte hier, ich bin gleich wieder da!“, sicherte der Junge dem Mädchen zu, während er die Luke der Kapsel festhielt und sie sogleich wieder verschloss.
    Raika verstand nicht ganz. Warum nahm er sie nicht mit? Warum ließ er sie alleine? Sie wollte nicht wieder alleine sein. Ihr Gesichtsausdruck wurde wieder angespannter, sie schluchzte und weinte, während die Wut in ihr stetig größer wurde. Mit beiden Fäusten hämmerte sie immer wieder gegen die Scheibe, bis sie es nicht mehr aushielt und angetrieben durch ihre Wut, laut los schrie und eine gewaltige Energie freisetzte, wodurch ihre Raumkapsel explodierte. Umringt von tausenden kleinen Metallteilen saß das schluchzende Baby in Mitten des Kraters und kreischte weiter.
    Kurze Zeit später tauchte der Junge von eben wieder auf, allerdings war er diesmal nicht alleine, sondern in Begleitung eines erwachsenen Saiyajin.
    „Hier Papa! Sieh mal!“, rief der kleine Junge aufgeregt, als er über den Rand des Kraters sprang und auf Raika zu lief. Das Mädchen freute sich sichtlich, den Jungen wieder zu sehen, doch der kleine Saiyajin stockte, ebenfalls wie sein Vater.
    „Hast du die Kapsel zerstört, Broly?“, fragte der Ältere, der ebenfalls eine Rüstung trug, wie sie für einen Saiyajin üblich war, allerdings trug er darüber einen langen, weißen Umhang mit einem Kragen am Hals.
    „Nein, eben war sie noch nicht kaputt“, berichtete der Fünfjährige.
    Der Vater von Broly ging langsam auf das Mädchen zu und hockte sich vor ihr hin. „Dann bist du wohl nicht der Einzige, der aufgrund seiner Kraft sterben sollte, Broly“, sprach Paragus, während er das Mädchen mithilfe seines Scouters scannte und fuhr dann fort: „Sie scheint ebenfalls ihre Kampfkraft variieren zu können...“
    Broly's Augen begannen zu glänzen. „Heißt das, dass ich nicht mehr alleine trainieren muss?“
    „Davon ist auszugehen. Aber wir müssen erst mal herausfinden, wie stark dieses Mädchen wirklich ist. Und wenn wir es irgendwann schaffen, von diesem Drecksplaneten zu verschwinden, steht unserer Rache nichts mehr im Wege!“ Zuversichtlich grinsend, ballte Paragus eine Faust. Sein Sohn hatte eine immense Kraft und ihm war klar, dass er viel stärker werden würde, als ein gewöhnlicher Saiyajin. Paragus wollte Vergeltung für sich und seinen Sohn, er wollte den König stürzen und sich selbst an die Spitze der Saiyajin bringen. Mit Hilfe dieser übernatürlich starken Kinder, würde ihm das sicherlich gelingen.
    Das kleine Mädchen beobachtete ihre Artgenossen aufmerksam und schwenkte dabei ihren Schweif leicht hin und her. Sie bemerkte auf einmal, dass sie etwas unter ihrem schwarzen Kampfanzug kratzte, schob ihre Hand unter den Body und holte einen kleinen Zettel hervor.
    Paragus, der immer noch vor dem Säugling hockte, nahm den Zettel entgegen und las ihn durch.

    Name: Raika
    Rasse: Saiyajin
    Geschlecht: weiblich
    Klasse: - keine Angabe -
    Vater: - keine Angabe -
    Mutter: - keine Angabe -
    Kampfkraft: - keine Angabe -
    Mission: - keine Angabe -
    Zielvorgabe: - keine Angabe -

    >>Ganz genau so, wie bei Broly damals. Es werden alle Unterlagen beseitigt, damit es keine Beweise für ihre Existenz gibt. Selbst auf der Geburtsurkunde befinden sich nur die nötigsten Angaben. Aber, dass es überhaupt eine gibt, ist merkwürdig. Warum hat sie eine? Das würde doch nur die Chance erhöhen, dass irgendjemand von ihrer Existenz erfährt...<< Paragus grübelte eine Weile, doch er konnte sich nicht erklären, wo dieser Zettel herkam. Das war garantiert nicht mit der Zustimmung des Königs passiert. Auf dieser offiziellen Urkunde fehlte die Unterschrift des Königs und der dazugehörige Stempel, wodurch diese Geburtsurkunde keine Gültigkeit besaß. Broly's Vater steckte den Zettel dennoch in seine Tasche und hatte die Absicht ihn aufzuheben, bis sie wieder nach Vegeta-Sai aufbrechen würden.


    Die Jahre vergingen, in denen Raika und Broly von Paragus trainiert und gedrillt wurden. Die beiden jungen Saiyajin hatten eine grenzenlos erscheinende Kraft, die ihnen manchmal zum Verhängnis wurde. Sobald ihr Zorn einen gewissen Level überstieg, verloren sie die Kontrolle über sich und ihre Kraft. Deshalb hatte Paragus für beide jeweils ein Halsband entwickelt, welches er unter Strom setzte, sobald sie die Beherrschung verloren oder ihm nicht gehorchten.
    Mittlerweile war Raika 14 Jahre alt und Broly 19. Während Raika physisch noch recht kindlich wirkte, ihre Figur war noch nicht sehr fraulich, war Broly schon zu einem richtigen Mann geworden. Er überragte seinen Vater nicht nur in Sachen Kampfkraft, sondern seit kurzem auch in der körperlichen Größe.
    Ihr Training auf dem Planeten Vampa war sehr abwechslungsreich. Der karge Planet wurde zwar nicht von einer intelligenten Spezies bevölkert, dennoch lebten hier extrem große, blutsaugende Insekten, die ebenso als Trainingspartner herhalten mussten, wie Ba. Ba war das größte Wesen, welches auf Vampa lebte. Es hatte einen Kopf, der einem Bär ähnelte, hellgrünes Fell und viele spitze Zähne. Sein Körper glich eher einer Schlange und blieb die gesamte Zeit unterhalb der Oberfläche, sodass Ba immer nur seinen Kopf und Hals aus den Höhlen heraus streckte, in denen er lebte. Diese Höhlen waren durch verzweigte Tunnelsysteme unterirdisch miteinander verbunden. Die Saiyajinkinder hatten das Tier 'Ba' genannt, weil die Geräusche, die er von sich gab, so ähnlich klangen.
    Raika und Broly beendeten gerade ihr Training für heute und hatten es sich auf Ba's weichem Fell bequem gemacht, um etwas zu entspannen. Das Mädchen keuchte schwer atmend, während sie auf dem Rücken lag und ihre Finger durch das weiche Fell von Ba gleiten ließ.
    „Das...“, Raika schnaufte erneut, richtete sich mühselig auf und schaute zu Broly herüber, „Das war ein wirklich gutes Training“.
    Der Angesprochene nickte nur stumm und ließ seinen Blick schweifen. Der Abend brach an und langsam wurde es dunkel. Ein kurzer prüfender Blick zum Mond verriet ihm, dass dieser einen vollen Kreis beschrieb und, dass es Zeit wurde, in ihre Höhle zurück zu kehren. „Wir sollten aufbrechen, bevor der Mond zu hell wird“, sprach der Ältere, während er sich ebenfalls aufrichtete, auf Ba's Kopf zu ging und ihn hinter den riesigen Ohren kraulte, wodurch das Monster leise schnurrte und sich an Broly schmiegte.
    „Och nö... Muss das sein? Es ist doch so schön hier“. Trotzig ließ sich die 14-Jährige wieder zurück in das grüne Fell fallen. Raika wusste ganz genau, dass Broly Recht hatte.
    „Wenn es noch dunkler wird, erreicht der Vollmond seine maximale Lichtintensität. Du weißt, dass du den Weraffen noch nicht unter Kontrolle bringen kannst...“, gab der Saiyajin zu bedenken.
    Die Jugendliche verengte ihren Blick und knurrte: „Ich weiß, verdammt! Aber wie zur Hölle soll ich das lernen, wenn ich es nicht mal ausprobieren darf?“
    „Das kommt schon noch früh genug. Mein Vater wird es dir irgendwann zeigen“, versicherte Broly.
    „Tze, das glaubst du doch wohl selbst nicht. Dein Vater bevorzugt dich immer und überall. Er trainiert dich viel intensiver als mich und das weißt du genau! Du hast schon mit zwölf Jahren gelernt, wie man den Oozaru kontrolliert und was ist mit mir?“, keifte Raika, während sie die Arme verschränkte und sich beleidigt weg drehte.
    Broly seufzte, ging auf sie zu und legte eine Hand auf ihre Schulter. Mit tiefer, ruhiger Stimme gab er zu: „Ja Raika, ich weiß. Aber was soll ich dagegen tun? Du weißt ganz genau, was passiert, wenn ich mich für dich einsetze. Das Ganze hatten wir schon mal... Außerdem kann ich den Weraffen auch noch nicht ganz ohne Probleme kontrollieren“.
    Auch die Jüngere der beiden seufzte resigniert. Er hatte wiedermal Recht. Vor zwei Jahren hatte Broly schon einmal versucht mit seinem Vater darüber zu reden, das Trainingsprogramm so anzupassen, dass Raika genau so große Fortschritte machen würde, wie er selbst. Doch Broly's Vater wurde so wütend darüber, dass sein Sohn ihm Widerworte gab, dass er die Stromintensität der Halsringe noch einmal erhöhte und beide Kinder anschließend bestrafte. Danach hatte Broly es aufgegeben seinem Vater Contra zu geben. Raika selbst konnte dagegen noch weniger ausrichten, sie durfte ohne Erlaubnis von Paragus nicht einmal sprechen und hatte neben dem harten Training, den restlichen Tag damit zu tun, ihre gemeinsame Höhle sauber zu halten und für alle zu kochen. Natürlich waren die beiden sehr unzufrieden mit der Situation, doch sie kannten es nicht anders und wussten auch nicht, wie sie sich hätten helfen können. Paragus sprach nur immer wieder davon, dass sich ihr Leben schlagartig ändern wird, sobald sie wieder auf ihrem Heimatplaneten sein würden. Auch, wenn Raika und Broly sich darunter überhaupt nichts vorstellen konnten, ließ sie dieser Satz durchhalten und hoffen.
    Broly stupste Raika aufmunternd mit dem Ellbogen in die Seite. „Hey, lass uns aufbrechen, okay?“
    Aus ihrer Trance und aus ihren Gedanken heraus gerissen, erschrak Raika kurz, lächelte ihr Gegenüber dann aber freundlich an und nickte zustimmend.
    „Tschüss Ba, bis morgen!“, rief das Mädchen noch, klopfte mit der flachen Hand auf sein Fell und sprang nach oben. Schwebend beobachtete sie Broly, wie er sich von dem grünen Monster verabschiedete, was ihr jedes mal ein Lächeln auf ihre Lippen zauberte, da der Saiyajin so liebevoll mit dem Tier umging, wenn sie nicht gerade mit ihm trainierten.
    Einen kurzen Augenblick abgelenkt von dem friedlichen Anblick, bemerkte Raika nicht, wie sich ihnen ein kleines Raumschiff näherte, welches direkt auf Broly und Ba zusteuerte. Erst im letzten Moment erkannte sie die Gefahr. Broly würde es vielleicht noch schaffen rechtzeitig auszuweichen, aber nicht Ba. Ihr blieb keine Zeit. Sie musste sofort handeln! Ohne weiter über eventuelle Konsequenzen nachzudenken, schoss Raika einen Ki-Strahl auf das heranrasende Raumschiff, wodurch es umgelenkt wurde und Ba und Broly knapp verfehlte. Das schwer beschädigte Fahrzeug schlug ein paar Meter weiter auf den Boden auf. Immer noch geschockt, mit weit aufgerissenen Augen und in der selben Pose, mit nach vorne ausgestreckten Armen, verharrend, erkundigte sich Raika, ob alles in Ordnung sei.
    „Ja... Alles in Ordnung“, antwortete Broly zögerlich, nachdem er sich umgesehen und keine Verletzungen an Ba gefunden hatte. Danach folgte er dem Mädchen, die gerade auf das rauchende Flugobjekt zu schwebte, welches eben vom Himmel stürzte.
    „Hm...“, murmelte sie, während sie es von allen Seiten begutachtete. Danach grinste sie etwas beschämt und kratzte sich am Hinterkopf. „Tja, ich würde mal sagen, das ist ein Totalschaden“.
    „Ob darin noch jemand lebt?“, fragte sich Broly laut, flog dichter heran und öffnete die verbeulte Luke des Raumschiffs. Ein Blick in das Innere verriet ihm allerdings, dass der Insasse nicht mehr lebte. Vor dem funkenden und rauchenden Bordcomputer saß nur eine verkohlte Leiche. Der Sohn von Paragus drehte sich im gleichen Atemzug wieder um, verschloss die Türe und schüttelte nur den Kopf.
    „Verdammt! Das wird Paragus gar nicht gefallen!“, vermutete Raika und noch im selben Moment zuckte sie zusammen, da sie hörte wie eben Genannter ihren und Broly's Namen brüllte. Sie rollte genervt mit den Augen. „Wenn man vom Teufel spricht... Er ist schon unterwegs“.
    Die beiden Saiyajin stellten sich schon darauf ein, gleich eine Standpauke zu bekommen und wieder bestraft zu werden. Doch ihre Erwartungen wurden noch übertroffen. Als Paragus schließlich eingetroffen war, funkelte er die beiden Jugendlichen böse an, aber er gab nicht einen Ton von sich. Erst nachdem er das Raumschiff und dessen Zustand begutachtet hatte, erhob er das Wort.
    „Wer von euch beiden hat den Absturz zu verantworten?“, fragte er kühl.
    Raika blickte zu Broly und erkannte, dass dieser gerade im Begriff war, die Verantwortung zu übernehmen. Aber sie wollte nicht, dass er wegen ihres Fehlers bestraft wird.
    Bevor Broly etwas sagen konnte, rief sie schnell: „Ich war es!“
    Der Ältere blickte flehend zu ihr und schüttelte leicht den Kopf, jedoch ließ sich Raika nicht abbringen. Sie würde viel mehr bestraft werden als er und das war nicht fair! Bevor Broly oder Raika etwas tun konnten, was die Situation erklärt oder ansatzweise entschärft hätte, sahen sie, wie Paragus' Gesichtsausdruck immer aggressiver und wütender wurde.
    „Was fällt dir ein, du dumme Göre? Das war vielleicht unsere einzige Chance, von diesem Drecksplaneten zu verschwinden! Und du schießt ohne Sinn und Verstand das Raumschiff ab! Wie dumm kann man eigentlich sein?“, brüllte er ungehalten, während er eine Faust ballte und den weißen Umhang über seiner Rüstung nach hinten schlug.
    „Es gab einen Grund!“, zischte Raika zurück, die Arme vor der Brust verschränkend, „Aber du fragst ja nicht mal, nein, du brüllst direkt rum wie ein Choleriker!“
    Etwas geschockt von dieser direkten Unverschämtheit, verzog er das Gesicht und versuchte krampfhaft nicht die Beherrschung zu verlieren. „Wie war das gerade?!“, knurrte er immer zorniger werdend.
    „Du hast mich schon richtig verstanden! Und wenn es dich interessiert...“, Raika streckte arrogant wirkend die Nase in den Wind, „Ich musste das Raumschiff abschießen, sonst hätte es deinen Sohn oder Ba zerquetscht!“
    Paragus brüllte zurück: „Broly wäre garantiert ausgewichen, also erzähl nicht so einen Schwachsinn!“ Dann verstummte er einen Moment, schien zu überlegen und präsentierte dann ein siegessicheres Grinsen, während er sich wieder in die Lüfte erhob und sprach: „Aber ich werde euch zeigen, was ich von eurem kleinen Haustier halte!“
    Er drehte sich in der Luft um und flog in Richtung Ba's Höhle. Die jungen Saiyajin blickten sich gegenseitig panisch an und schossen ihm so schnell es ging hinterher. Doch es war zu spät. Als sie bei ihrem pelzigen Freund ankamen, hatte Paragus ihm schon einen Energiestrahl mitten durch den Schädel verpasst, wodurch er leblos zusammensackte.
    „NEIN!“, schrie Broly fast schon heiser, schoss auf den Kopf des grünen Monsters zu, versuchte noch irgendein Lebenszeichen zu erkennen. Aus der Wunde in seinem Schädel trat immer mehr Blut aus und färbte das Fell dunkelrot, was den Saiyajin verstehen ließ, dass es für seinen Freund keine Rettung mehr gab. Broly verstand die Welt nicht mehr. Sein Kopf war völlig leer und er konnte keinen einzigen Gedanken fassen. Bevor er in irgendeiner Weise reagieren konnte, rief sein Vater ihm zu: „Komm da weg, Broly! Oder muss ich dich zwingen?“
    Er wusste genau, was das bedeutete. Resignierend ließ er den Kopf hängen und wandte sich schweren Herzens von seinem Freund ab. Broly schwebte zu seinem Vater und war bereit aufzubrechen, da er keine Lust auf eine erneute Bestrafung durch Stromschläge hatte.
    Raika, die unterdessen niemand beachtet hatte, hatte die ganze Szenerie mit angesehen und bebte innerlich. Ihre Augenbrauen tief ins Gesicht gezogen, konzentrierte sie sich nur auf ihre Atmung, damit sie nicht sofort ihre Beherrschung verlor.
    „Und du!“, knurrte Paragus bedrohlich, als er sich zu dem jungen Mädchen umdrehte, „Du wirst das Raumschiff reparieren!“
    Geschockt weiteten sich ihre Augen. „Aber ich weiß doch gar nicht, wie-!“
    „Ist mir so was von scheißegal! Du wirst dieses Raumschiff reparieren und dafür sorgen, dass es uns hier wegbringt. Und solange, bis du fertig bist, bleibst du hier draußen und versorgst dich selbst, verstanden?“
    Raika antwortete nicht. Ihre Atmung wurde immer hektischer und immer schwieriger zu kontrollieren. Das Herz der Saiyajin schlug so schnell und stark, dass sie es in jeder Körperzelle spürte. Es fühlte sich so an, als würde ihr Blut kochen und ihren gesamten Körper elektrisieren. So eine Ungerechtigkeit konnte sie einfach nicht ertragen. Zwar wusste sie nicht, ob ihre Wertevorstellung die Richtige war, aber seine war es ganz sicher nicht!
    „Hast du mich verstanden? Oder bist du jetzt nicht nur dumm, sondern auch noch taub?“, spuckte Paragus erneut und kramte in der kleinen Bauchtasche, die er um die Hüfte geschnallt hatte. Darin hatte er die Fernbedienungen, mit denen er die Strombänder aktivierte.
    In diesem Moment setzte Raika's Hirn aus. Mit einem lauten Schrei ließ sie ihrer Wut freien Lauf. Die Luft in ihrer Umgebung begann zu erhitzen und ließ ihre Haare leicht nach oben wehen. Ihre Muskeln wuchsen um das dreifache und wirkten wie aufgepumpt. Die Pupillen der Jugendlichen waren nicht mehr zu sehen, ihre Augen waren komplett weiß vor Zorn. Sie spannte ihre Muskulatur immer weiter an, schrie immer lauter. Sie spürte wie ihre Kampfkraft durch die Decke ging. Aber Gedanken machen, konnte sie sich dazu keine. Der einzige Gedanke in ihrem Kopf war Zorn und Rache. Sie fokussierte ihr Ziel Paragus, doch bevor sie auf ihn zustürmen konnte, drückte er unbeeindruckt den Knopf der Fernbedienung.
    Raika sackte krampfend in sich zusammen und fiel auf den Boden, schrie auf vor Schmerzen, die sich von ihrem Hals durch den gesamten Körper ausbreiteten. Sie fasste sich an den pochenden Schädel, da vor allem hier die Schmerzen am intensivsten waren und überdehnte den Nacken nach hinten. Durch Zufall blickte sie genau in den Vollmond, der gerade die maximale Lichtintensität von 17 Millionen Xenon erreicht hatte.
    Ihr Körper verharrte bei dem Anblick und ihr Puls erhöhte sein Tempo noch einmal deutlich. Ihr Schweif zuckte wie verrückt und Raika spürte, wie sich ihre innersten Instinkte und Triebe einen Weg nach draußen bahnten. Eine ungeheure Kraft wuchs in ihr an und diese Kraft wollte raus.
    „Raika, nein! Sieh nicht zum Mond!“, rief Broly lautstark, doch Raika hörte ihn nicht mehr. Auch das erneute Drücken der Fernbedienung hatte keinen Effekt.
    Der gesamte Körper der Saiyajin wuchs langsam aber stetig auf etwa fünf Meter Gesamtgröße an und überall auf ihrer Haut wuchs dichtes, dunkelbraunes Fell. In ihrem Gesicht formte sich eine lange Affenschnauze mit großen, spitzen Zähnen. Praktischer Weise wuchs die Kleidung mit, da die Kampfanzüge der Saiyajin genau darauf ausgelegt waren. Was allerdings nicht mitwuchs, war der Metallring, den Paragus Raika angelegt hatte. Dieser zerbrach in zwei Hälften und gab somit seinen Geist auf.
    Raika war mittlerweile zu einem voll ausgewachsenem Weraffen geworden und wütete ohne jegliche Kontrolle um sich. Stampfend hüpfte sie von einem Bein auf das Andere, trommelte mit den Fäusten auf ihre Brust und gab markerschütterndes Gebrüll von sich.
    Broly wich einen Schritt zurück und blickte zu dem Raumschiff, welches in Raika's unmittelbarer Nähe stand. Die Gefahr bestand, dass sie das Flugobjekt so sehr beschädigt, dass so für immer hier festsitzen würden. Während sich Paragus in Sicherheit brachte und sich darüber ärgerte, dass er die Fernbedienung nicht einsetzen konnte, schwebte Broly auf das Raumschiff zu und trug es aus ihrer Reichweite.
    Kurz entschlossen wendete sich der junge Saiyajin dann Raika's Kopf zu und blieb direkt vor ihrer Schnauze in der Luft stehen.
    „Raika, komm zu dir! Ich bin es, Broly!“
    Der Oozaru verharrte in seiner Bewegung, blickte den für sie winzigen Saiyajin direkt an und für einen kleinen Augenblick wirkte es so, als hätte sie verstanden, was er ihr sagte. Doch danach tobte sie nur noch ungehaltener weiter.
    Paragus knurrte verärgert auf. „Es hat keinen Zweck, Broly! Wir müssen ihren Schwanz abtrennen!“
    Der Sohn des älteren Saiyajin nickte zustimmend. Das war die einzige Chance, die außer Kontrolle geratene Raika zu besänftigen. „Ich werde sie ablenken!“, rief Broly und erhaschte mit gezielten Bewegungen ihre Aufmerksamkeit, sodass sie ihm durch Berge und Täler folgte und ihn versuchte mit ihren großen Pranken zu erwischen.
    Broly's Vater beobachtete die beiden, während er mit zwei Fingern durch seinen Oberlippenbart fuhr. Er wartete auf den richtigen Augenblick und gerade als Raika ihm den Rücken zugekehrt hatte, schoss der ältere Saiyajin auf sie zu und lud eine Energieklinge an seinem rechten Arm. Kurz bevor er den Affenschwanz des transformierten jungen Mädchens abtrennen konnte, bemerkte diese ihren Peiniger und schlug ihn mit Hilfe ihres pelzigen Anhängsels zu Boden, während sie sich mit einem geschickten Sprung umdrehte und Paragus böse an funkelte. Sie stieß ein gewaltiges, zorniges Brüllen aus und sorgte dafür, dass die anderen beiden Saiyajin auf Abstand gehen mussten.
    Raika's Augen erspähten nach wenigen Sekunden wieder den Vollmond, wodurch sich plötzlich eine Idee in ihrem Kopf manifestierte. Mit einem wiederholten Brüllen, riss das Saiyajinmädchen ihr Maul weit auf und kanalisierte ihre Energie zu einem Strahl, der gebündelt ihre Mundhöhle verließ, auf den Mond zu steuerte und diesen schlussendlich zerstörte. Im selben Augenblick schrumpfte Raika's Körper langsam aber sicher wieder auf ihre Normalgröße zurück. Sie konnte sich allerdings nicht mehr auf den Beinen halten, sie sackte in sich zusammen. Bevor ihr Kopf auf dem Boden aufschlug, eilte Broly herbei und fing sie gerade noch rechtzeitig auf.
    „Raika...“, flüsterte er leise, während er das bewusstlose Mädchen sachte hoch hob. Broly's Blick war ernst und voller Sorge. Er schaute zu dem Ort, an dem eben noch der Mond zu sehen war, dann wieder zu der Bewusstlosen.

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    Bisher gibt es noch keine Reviews, aber ich habe mir gedacht, dass ich einfach einmal im Monat poste. Vielleicht ließt es ja doch noch jemand. :)
    Ansonsten wünsche ich viel Spaß gehabt zu haben und bis zum nächsten Mal!
    MfG Meike-Chan