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  1. Praktikum im Altenpflegeheim!
    Eine Erfahrung die sich lohnt!​



    Auf Grund eines Nichtbeachtens eines Zettels den ich meinem Praktikumsvorgesetzten gab, musste ich schliesslich zwei Praktikas zur selben Zeit machen. Den Masseur hatte ich schon und nun musste ein zweites herhalten. Doch wie sollte ich so schnell ein zweites finden, wenn ich bis Abends arbeiten sollte? Tja alles was ich versuchte, scheiterte. Denn welche Betriebe nehmen ein Maedchen an, welches frag, ob es morgen hier Praktikum machen koennte? Keine. Das letzte was mir blieb - was ich eigentlich vermeiden wollte - war, die Arbeit meiner Mutter :O! Wie peinlich sollte das den werden :O? Mutter und Tochter arbeiten gemeinsam im Altersheim! Na super >_>!
    Nur mal so nebenbei, ich wollte niemals ins Altenpflegeheim! Alten Leuten das Hinterteil abwischen und all sowas, das waere fuer mich davor nie in Frage gekommen. Ich hab mich total davor geekelt und Witze ueber solche Leute gezogen, gib ich zu, aber jetzt, nachdem ich dort war und alles kennengelernt habe, ist alles anders. Allein schon mit "den" zusammen zu essen hat mir Gaensehaut bereitet, denn sowas wie Manieren haben die nicht wirklich. Hallo? Einige essen mit Haenden, laufen beim Essen durch die Gegend, ruelpsen, andere muessen gefuettert werden und manche stecken sich das Essen in den Mund, spucken es aus und legen es dem Nachbarn auf den Teller... Eine Zeit lang dachte ich "wo bin ich hier gelandet?". Doch als ich nachfragte ob es normal hier sei, haben mir die Mitarbeiter erklaert das es sehr wohl "normal" sei, dass man das "demend" nennt und das ich keine Angst zu haben brauchte, dass es eine Krankheit sei die im Alter auftritt.
    Ich fragte mich die ganze Zeit schon, was mich wohl als naestes erwarten wuerde... Das es schon gar nicht mehr schlimmer werden koennte, doch da irrte ich mich. Gewalltig sogar.
    Spaeter wurde mir die Aufgabe der Toilettengaenge uebertragen! Bah, hab ich mich geekelt. Aber gluecklicherweise gab es etwas, womit ich damals in der vierten Klasse immer rumgespielt (oder auch aufgeblasen >_>") habe - Einweghandschuhe. Man war ich froh diese Dinger zusehen. Sie waren meine Rettung. Schnell zog ich mir welche ueber und sobald ich etwas machen sollte mit den Bewohnern, war ich geschuetzt. Natuerlich war es laecherlich die ganze Zeit mit einer Tasche voll mit Handschuhen rumzulaufen, aber ich fuehlte mich dadurch wohler. Nach dem fuenften Tag ungefaer, fuelte ich mich "sicher" genug, gegenueber den Bewohnern und versuchte es ohne Handschuhe. Meine Betreuerin guckte nur doof und als sie begriff warum ich die anhatte musst sie laut loslachen.

    Sie erklarte mir viel ueber den Beruf und ueber die Bewohner. Ich lernte schnell und viel. Und auch wenn ich mir jetzt im Klaren bin, wie peinlich es doch war in der Anfangszeit mit Handschuhen rumzlaufen, bin ich doch sehr stolz darauf, diesen Monat durchgehalten zu haben (da ich ihn ja immerhin zwangsweise machen musste >_>") und ich respektiere die Leute die jeden Tag mit solch einer harten Aufgabe konfrontiert werden. Diese Gerueche, der enge Koerperkontakt, die staendige Beschaeftigung und der Umgang mit dem Tod... Mit all dem muss man umgehen koennen.

    Doch ein Satz werde ich in diesem Altersheim niemals vergessen:
    "Schenkst du den alten Leuten ein einziges Laecheln, so befreist du sie aus ihrer Eisamkeit und Trauer und gibst ihnen die Liebe, die sie all die Jahre nie erleben durften oder sogar vergessen haben."

    (Sorry fuer die ganzen Unschreibungen, aber meine Tastatur ist kaputt >_>")