The Story Continues

MajinKayII

New Member
A long, long time ago, in a forum far away.
Vor zwanzig Jahren war das Schreiben einfach.
Alles, was man dazu benötigt hatte, war einen Computer und das Internet.
Gut, vielleicht noch eine E-Mail Adresse für das Benutzerkonto auf dem vBulletin Forum forum.dragonballz.de, um sich den Account freischalten zu lassen und dann dort aktiv posten zu können. Aber mehr war wirklich nicht notwenig.
Irgendwann in den letzten zwanzig Jahren ist das Schreiben komplizierter geworden. Teilweise auf Grund der fehlenden Zeit, die ein erwachsenes Leben einforderte. Teilweise, weil man den Medien und den Plattformen seiner Jungend entwachsen ist und nie so wirklich eine Alternative mehr gefunden hat. Und Teilweise, weil man sich viele Jahre mit dem Gedanken herumgeschlagen hat: "Für wen mache ich das Ganze eigentlich?"
Vor zwanzig Jahren war das Schreiben einfach.
Heute ist das Schreiben eigentlich nicht viel komplizierter, man macht es sich nur gerne wesentlich komplizierter, als es sein muss. Zumindest kommt es mir so vor. Kein einziges Argument, welches ich zuvor angeführt habe sollte eigentlich ein Grund sein, dass das mit dem Schreiben wie damals nicht mehr funktionieren sollte. Die fehlende Zeit, die unpassende Plattform, die Frage nach dem Sinn: Alles zusammen keine wirklichen Gründe, die gegen ein Schreiben wie vor 20 jähren sprechen sollten. Einen Prozess, in dem man in gewissen, regelmäßigen Abständen kleinere Happen einer längeren Geschichte fallen lässt, die Leser relativ schnell und spontan ihr Feedback dazu abgeben können und man die Meinungen der Leser auch zu einem gewissen Grad in die sich entwickelnde Story einfließen lassen kann. Es war eine so unkomplizierte Form des Schreibens und eine, die mich immer mit so viel Motivation und Freude erfüllt hat und ganz nüchtern betrachtet, sehe ich keinen triftigen Grund, warum 2022 diese Art des Schreibens nicht genauso möglich sein sollte wie 2002. Doch dies ist nur eine Hypothese von mir.
Die ich im nächsten Jahr experimentell überprüfen möchte.

A new hope
Klar wird es eine gewisse Adaptierung geben müssen. Leider hat das Forum nicht mehr dieselbe Reichweite wie noch vor 20 Jahren und auch an der prinzipiellen Software hat sich in diesen zwei Dekaden so viel getan, dass ich sie einfach nicht mehr als angenehm oder passend erachte. Aus diesem Grund wähle ich für dieses Experiment eine andere Form der Distribution: Eine Mischung aus Blog und Newsletter, wie sie substack.com anbietet. Ich will euch ein wenig die Details ersparen, aber sagen wir einfach, dass dies die Möglichkeit bietet, sehr unkompliziert die potentiellen Leser zu erreichen. Doch mit diesem System im Hintergrund sehe ich die Möglichkeit, ein gewisses "Back to the roots" zu schaffen.

Wie kann das im Detail aussehen?
So unendlich einfach, wie es kaum anders gehen könnte.
Mit Beginn des nächsten Jahres werde ich einen Newsletter beginnen, der nur nicht irgendwelche News rund um was-weiß-ich-alles beinhaltet, sondern euch einmal in der Woche einen neuen Teil einer Geschichte frei Haus in euer Postfach bringt. Ihr könnt diesen Lesen, ihn gerne mit Freunden und Familie teilen, ihn kommentieren (was mich besonders freuen würde) oder ihn einfach vollkommen ignorieren und im Zweifelsfall wie jeden anderen Newsletter auch mit einem einzigen Klick abbestellen.
Wenn ihr euch dazu entscheidet, euch aktiv in das Geschehen zu beteiligen, im Sinne: Ihr schreibt Kommentare, was euch gefällt, was euch nicht so gefällt, was ihr eher doof findet oder was euch zum Nachdenken bringt, dann wird von mir wiederum eine Antwort kommen. Einerseits in Form einer Author's Note, andererseits auch im Rahmen der Weiterentwicklung der Geschichte. In einer meiner ältesten Geschichten sind die (Nick-)Namen meine treusten Leser als Nebencharaktere verewigt worden. In späteren Geschichten war es der fortlaufende Diskurs mit meinen Lesern, der den Verlauf und das Ende der Geschichte in eine vollkommen andere Bahn geworfen hat. Und sowas hatte ich immer als einen unendlichen Spaß verstanden.
Je nachdem, wie sich alles weiterentwickelt werde ich nach gewissen Meilensteinen (entweder im Rahmen der Geschichte oder im Rahmen des Kalenders) eine kleine Zwischenbilanz ziehen, an die auch die Frage gekettet ist: Geht mir der Plan auf, oder ist er ein gewaltiger Griff ins Klo? Erwarten tu ich Zweites, hoffen natürlich auf Erstes. :-D

Wo ist der Haken an der Sache?
Der Haken? Es ist was zum Lesen. Kein buntes YouTube Video, mit dem man die Schlafenszeit noch ein wenig herauszögern kann, bzw. sich die Zeit auf der Toilette vertreibt. Es ist auch kein Podcast für dieses unendlich öden Pendelstrecken. Es ist ein Newsletter, ein Blog. Es hat mit aktivem Lesen zu tun und ist daher wohl nicht so convenient wie diverse andere Formen der Unterhaltung im Netz. Und es eine weitere Serie von E-Mails, die eure arme, geschundene Inbox belästigen. Aber vielleicht ist sie es dieses Mal wert? Wer weiß? Ich werde zumindest mein Bestes geben.

Wo finde ich jetzt die Seite?

Und damit kann ich euch wohl nur noch viel Spaß wünschen. :)
See you on the flip side.
 

MajinKayII

New Member

Hm. Ich frage mich, warum der Link aus dem ursprünglichen Post rausgefallen ist…
 
Oben Unten